MedikamenteWirkstoff
Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein (Thomapyrin)
Thomapyrin CLASSIC kombiniert Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Coffein gegen akute leichte bis mäßig starke Schmerzen wie Kopf- oder Zahnschmerzen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren. Ohne ärztlichen Rat sollte es höchstens 4 Tage eingenommen werden. Die Höchstmenge von 6 Tabletten in 24 Stunden sollte laut Packungsbeilage nicht überschritten werden, sonst können Leberschäden die Folge sein. Kinder und Jugendliche mit Windpocken oder grippeähnlichen Erkrankungen dürfen es wegen des Risikos eines Reye-Syndroms nicht einnehmen.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür werden ASS, Paracetamol und Coffein eingesetzt?
Die Kombination aus Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Coffein wird bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren gegen akute leichte bis mäßig starke Schmerzen angewendet, zum Beispiel gegen Kopfschmerzen oder Zahnschmerzen [1]. Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Thomapyrin CLASSIC Schmerztabletten; jede Tablette enthält 250 mg Acetylsalicylsäure, 200 mg Paracetamol und 50 mg Coffein [1]. Thomapyrin INTENSIV enthält eine andere Wirkstoffmenge und ist laut seiner Packungsbeilage zur Behandlung akuter Kopfschmerzen und von Migräneanfällen bestimmt [3].
Solche Kombinationen sind nicht verschreibungspflichtig, solange die schmerzstillenden Wirkstoffe in Einzeldosen bis zu 0,5 g und in einer Gesamtmenge bis zu 10 g je Packung enthalten sind [2]. Verschlimmern sich die Beschwerden oder tritt nach 3 bis 4 Tagen keine Besserung ein, müssen Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
Wie wirken ASS, Paracetamol und Coffein?
Laut Packungsbeilage ist das Arzneimittel schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend; es gehört zu den nichtsteroidalen Antiphlogistika und Analgetika [1]. Acetylsalicylsäure wirkt auf die Verklumpung der Blutplättchen (Thrombozytenaggregation); eine mögliche Verlängerung der Blutungszeit kann über 4 bis 8 Tage nach der Einnahme anhalten [1]. In niedriger Dosierung vermindert Acetylsalicylsäure außerdem die Ausscheidung von Harnsäure [1].
Die Einnahme nach den Mahlzeiten kann dazu führen, dass die Wirkung später einsetzt [1]. Der Coffeinanteil kann zu Schlaflosigkeit oder Magenbeschwerden führen; eine übermäßige Coffeinaufnahme, zum Beispiel durch Kaffee, Tee, Nahrungsmittel, Getränke oder andere Arzneimittel, sollte während der Einnahme vermieden werden [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Kaffee.
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. Sie umfasst alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen unter Acetylsalicylsäure und Paracetamol, auch solche bei hoch dosierter Langzeitbehandlung [1]. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit nicht abschätzen [1]. Schwere Blutungen wie eine Hirnblutung ordnet die Packungsbeilage als "selten bis sehr selten" ein [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemSchwindel[1]Mehr dazu: Schwindel
- PsycheNervosität[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- Magen und DarmBauchschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen[1]Mehr dazu: BauchschmerzenSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenÜbelkeitErbrechen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen wie Hautreaktionen, zum Beispiel Hautrötung oder Nesselsucht[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsucht
- HerzHerzklopfen[1]Mehr dazu: Herzrasen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemSchwere Blutungen, zum Beispiel Hirnblutung, im Einzelfall lebensbedrohlich, besonders bei unbehandeltem Bluthochdruck und/oder gleichzeitiger Behandlung mit gerinnungshemmenden Mitteln (selten bis sehr selten)[1]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen einschließlich allergischem Schock, Schwellungen von Gesicht, Zunge und Kehlkopf (Angioödem), Verengung der Bronchien, Blutdruckabfall und Atemnot[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnotNiedriger Blutdruck
- NervensystemZittern[1]Mehr dazu: Zittern
- PsycheErregung[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- HerzHerzrasen[1]Mehr dazu: Herzrasen
- Magen und DarmMagen-Darm-Blutungen, die bei langfristiger Anwendung eine Blutarmut durch Eisenmangel hervorrufen können[1]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und GeschwüreVeränderungen des Blutbilds
- Magen und DarmMagen-Darm-Geschwüre[1]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Magen und DarmDurchfall[1]Mehr dazu: Durchfall
- Magen und DarmEntzündung der Speiseröhre (Ösophagitis)[1]
- Leber und GalleErhöhung bestimmter Leberwerte[1]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautVermehrtes Schwitzen[1]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
- Allgemeine BeschwerdenErschöpfung[1]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVeränderungen des Blutbildes, zum Beispiel weniger rote oder weiße Blutkörperchen oder Blutplättchen[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- AtemwegeVerkrampfung der Bronchien (Bronchialkrampf) bei Menschen, die allergisch auf NSAR reagieren[1]Mehr dazu: Atemnot
- HormonsystemZu niedriger Blutzucker[1]Mehr dazu: Unterzuckerung
- Magen und DarmDurchbruch im Magen-Darm-Trakt (Magen-Darm-Durchbruch)[1]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Leber und GalleLeberfunktionsstörungen[1]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautSchwere Hautreaktionen wie toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), akutes generalisiertes pustulöses Exanthem und fixes Arzneimittelexanthem[1]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Nieren und HarnwegeNierenfunktionsstörungen[1]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Blut und LymphsystemBlutungen wie Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Hautblutungen mit möglicher Verlängerung der Blutungszeit, die über 4 bis 8 Tage nach der Einnahme anhalten kann[1]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- Blut und LymphsystemVerminderte Bildung von Blutkörperchen im Knochenmark[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Blut und LymphsystemBlutarmut durch Zerfall roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie), insbesondere bei Glucose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- AtemwegeFlüssigkeitsansammlung in der Lunge (bei Langzeitanwendung und im Zusammenhang mit einer Überempfindlichkeitsreaktion)[1]Mehr dazu: Atemnot
- NervensystemKopfschmerzen und geistige Verwirrung, Unruhe, Schlaflosigkeit[1]Mehr dazu: KopfschmerzenVerwirrtheitUnruhe und NervositätSchlafstörungen
- NervensystemGestörtes Hörvermögen, Ohrensausen (Tinnitus)[1]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- NervensystemBlutungen im Schädel, möglicherweise mit tödlichem Ausgang, vor allem bei älteren Menschen[1]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- AugenSehstörungen[1]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzSchmerzhafte Herzerkrankung durch verminderte Durchblutung des Herzens (akute myokardiale Ischämie), mit oder ohne Herzinfarkt, im Rahmen einer allergischen Reaktion (Kounis-Syndrom)[1]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Magen und DarmMagenschleimhautentzündung, Oberbauchbeschwerden[1]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- Magen und DarmBildung zwerchfellartiger Verengungen im Darm, die zu einem aufgeblähten Bauch, Bauchbeschwerden und/oder Blut im Stuhl führen können[1]Mehr dazu: BlähungenBauchschmerzenMagen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Leber und GalleLeberentzündung, die zu akutem Leberversagen bzw. einer Leberschädigung führen kann; lang andauernde Leberentzündung mit Gelbfärbung von Haut und Augen (chronische Hepatitis)[1]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautHautausschlag, fixes Arzneimittelexanthem[1]Mehr dazu: Hautausschlag
- Stoffwechsel und ErnährungÜbersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) bei Menschen mit schweren Erkrankungen, die Paracetamol einnehmen[1]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Leber: Wird die empfohlene Dosis überschritten, können Leberschäden die Folge sein [1]. Nehmen Sie deshalb keine weiteren Arzneimittel mit Paracetamol gleichzeitig ein [1]. Nach einer Überdosierung kann es trotz Besserung am zweiten Tag zu einer fortschreitenden Leberschädigung bis zum Leberkoma am dritten Tag kommen; verständigen Sie deshalb schon bei Verdacht umgehend eine Ärztin oder einen Arzt [1]. Mehr dazu auf der Seite Leberwerte.
Magen und Darm: Blutungen, Geschwüre und Durchbrüche im Magen-Darm-Bereich wurden im Zusammenhang mit nichtsteroidalen Antirheumatika berichtet und können lebensbedrohlich sein. Melden Sie ungewöhnliche Beschwerden im Bauchraum, besonders zu Beginn und im höheren Alter; bei Blutungen oder Geschwüren muss die Einnahme beendet werden [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Wenn Sie von einer der genannten Nebenwirkungen betroffen sind, nehmen Sie das Arzneimittel nicht weiter ein und suchen möglichst umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1]. Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion muss die Einnahme abgebrochen werden [1].
Kopfschmerzen durch Schmerzmittel: Bei längerem, hoch dosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch höhere Dosen behandelt werden dürfen. Dann dürfen Sie ohne ärztliche Beratung keine weiteren Schmerzmittel einnehmen [1]. Beim abrupten Absetzen nach solchem Gebrauch können Kopfschmerzen, Müdigkeit, vegetative Beschwerden, Muskelschmerzen und Nervosität auftreten; sie klingen innerhalb weniger Tage ab [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, auch über nicht verschreibungspflichtige [1]. Der ASS-Anteil kann zusammen mit Gerinnungshemmern, bestimmten Antidepressiva und Mitteln gegen die Verklumpung der Blutplättchen das Blutungsrisiko erhöhen; mit anderen NSAR, Kortison oder Alkohol steigt das Risiko für Magen-Darm-Blutungen [1]. Die Wirkung von Methotrexat, Valproinsäure, Digoxin, Lithium und blutzuckersenkenden Mitteln kann verstärkt, die Wirkung von Entwässerungsmitteln, bestimmten Gichtmitteln und Blutdrucksenkern abgeschwächt werden [1].
Mittel, die den Abbau von Paracetamol in der Leber beschleunigen, wie barbiturathaltige Schlafmittel, Antiepileptika oder Rifampicin, können zusammen mit sonst unschädlichen Paracetamol-Dosen Leberschäden verursachen [1]. Zusammen mit dem Antibiotikum Flucloxacillin besteht ein schwerwiegendes Risiko für eine Übersäuerung des Blutes [1]. Metamizol kann die Wirkung von ASS auf die Blutplättchen verringern, was für Menschen wichtig ist, die niedrig dosierte ASS zum Herzschutz einnehmen [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Gerinnungshemmende Mittel (z. B. Cumarinderivate wie Warfarin, Heparin), Thrombolytika, bestimmte Antidepressiva (SSRI), Thrombozytenaggregationshemmer (z. B. Ticlopidin) | Erhöhtes Blutungsrisiko[1] | Vorher ärztlich besprechen; bei längerer gleichzeitiger Einnahme mit Gerinnungshemmern ärztliche Überwachung |
| Andere nichtsteroidale Schmerz- und Rheumamittel (NSAR), Kortikoide, Alkohol | Erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Beschwerden wie Magen-Darm-Blutungen[1] | Vorher ärztlich besprechen; möglichst keinen Alkohol |
| Methotrexat, Valproinsäure, Digoxin, Lithium, blutzuckersenkende Mittel (z. B. Sulfonylharnstoffe) | Deren Wirkungen und Nebenwirkungen können verstärkt werden; Methotrexat ab 15 mg pro Woche ist eine Gegenanzeige[1] | Vorher ärztlich besprechen |
| Entwässernde Mittel (Diuretika), Gichtmittel, die die Harnsäureausscheidung fördern, Blutdrucksenker | Deren Wirkung kann abgeschwächt werden[1] | Vorher ärztlich besprechen |
| Metamizol | Kann die Wirkung von Acetylsalicylsäure auf die Blutplättchen verringern[1] | Vorsicht bei Menschen, die niedrig dosierte ASS zum Herzschutz einnehmen |
| Mittel, die den Paracetamol-Abbau in der Leber beschleunigen (z. B. barbiturathaltige Schlafmittel, Antiepileptika, Rifampicin), andere möglicherweise leberschädigende Mittel, Alkoholmissbrauch | Leberschäden schon durch sonst unschädliche Paracetamol-Dosen möglich[1] | Vorher ärztlich besprechen |
| Flucloxacillin (Antibiotikum) | Schwerwiegendes Risiko einer Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), die dringend behandelt werden muss[1] | Vorher ärztlich besprechen |
| Zidovudin (HIV-Mittel) | Die Neigung zu einem Mangel an weißen Blutkörperchen (Neutropenie) wird verstärkt[1] | Nur nach ärztlichem Anraten gleichzeitig anwenden |
| Colestyramin (Lipidsenker), Probenecid | Colestyramin vermindert die Aufnahme und Wirksamkeit von Paracetamol; Probenecid verringert die Ausscheidung von Paracetamol und erhöht die Gefahr von Nebenwirkungen[1] | Zwischen Colestyramin und Paracetamol mehr als 2 Stunden Abstand halten |
| Coffein-Wechselwirkungen: dämpfende Mittel (z. B. Barbiturate, Antihistaminika); Sympathomimetika, Thyroxin; Theophyllin; Ephedrin-artige Stoffe | Coffein vermindert dämpfende Wirkungen, erhöht herzschlagbeschleunigende Wirkungen, setzt die Ausscheidung von Theophyllin herab und erhöht das Abhängigkeitspotenzial von Ephedrin-artigen Stoffen[1] | Vorher ärztlich besprechen |
| Orale Verhütungsmittel ("Pille"), Cimetidin, Fluvoxamin, Disulfiram, Chinolon-Antibiotika | Verlangsamter Abbau bzw. verzögerte Ausscheidung von Coffein[1] | Vorher ärztlich besprechen |
| Impfung gegen Windpocken | Salicylate sollten 6 Wochen nach der Impfung vermieden werden[1] | Ärztlich besprechen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer ASS, Paracetamol und Coffein nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Kinder unter 12 Jahren dürfen das Arzneimittel nicht einnehmen; Kinder und Jugendliche mit Windpocken oder grippeähnlichen Erkrankungen ebenfalls nicht, wegen des Risikos eines Reye-Syndroms [1]. Bei fieberhaften Erkrankungen soll es bei Kindern und Jugendlichen wegen des ASS-Anteils nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht wirken [1]. Haben Sie Asthma, Heuschnupfen oder Nasenpolypen oder sind Sie überempfindlich gegen andere Entzündungshemmer oder Rheumamittel, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Wer früher nach Salicylaten oder anderen nichtsteroidalen Entzündungshemmern mit Asthmaanfällen, Nasenpolypen, Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Kehlkopf oder Hautausschlag reagiert hat, darf das Arzneimittel nicht einnehmen [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Salicylate, Paracetamol oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
- Frühere Asthmaanfälle, Schwellungen der Nasenschleimhaut (Nasenpolypen), Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Kehlkopf (Angioödem) oder Hautausschlag nach Salicylaten oder anderen nichtsteroidalen Entzündungshemmern[1]
- Magen- und Darmgeschwüre[1]
- Leber- oder Nierenversagen[1]
- Schwere, nicht durch Medikamente einstellbare Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)[1]
- Krankhaft erhöhte Blutungsneigung[1]
- Gleichzeitige Einnahme von 15 mg oder mehr Methotrexat pro Woche[1]
- Letzte drei Monate der Schwangerschaft in höheren Dosen als 100 mg Acetylsalicylsäure pro Tag[1]
- Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren[1]
- Kinder und Jugendliche mit Windpocken oder grippeähnlichen Erkrankungen, wegen des Risikos eines Reye-Syndroms[1]
Besondere Vorsicht bei
- Leber: Wird die empfohlene Dosis überschritten, können Leberschäden die Folge sein; besondere Vorsicht bei Leberfunktionsstörungen, etwa durch chronischen Alkoholmissbrauch oder Leberentzündungen. Gleichzeitig keine weiteren Arzneimittel mit Paracetamol einnehmen[1]
- Gleichzeitige Behandlung mit Gerinnungshemmern (z. B. Cumarinderivate, Heparin), Thrombolytika oder bestimmten Antidepressiva (SSRI)[1]
- Gleichzeitige Behandlung mit Nicorandil, Tenofovirdisoproxilfumarat (bei HIV-1-Infektion und Hepatitis B), Levothyroxin (bei Schilddrüsenunterfunktion) oder Acetazolamid (bei Glaukom)[1]
- Asthma, Heuschnupfen, Nasenpolypen oder Überempfindlichkeit gegen andere Entzündungshemmer bzw. Rheumamittel (Analgetika-Intoleranz, Analgetika-Asthma)[1]
- Chronische oder wiederkehrende Magen-Darm-Beschwerden; Magen-Darm-Geschwüre, -Blutungen oder -Durchbrüche in der Vorgeschichte[1]
- Nierenfunktionsstörungen oder vorgeschädigte Niere; die hoch dosierte, nicht bestimmungsgemäße Langzeitanwendung von Schmerzmitteln kann bei vorgeschädigter Niere das Risiko erhöhen, dass die Erkrankung fortschreitet[1]
- Glucose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel, Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit), niedriger Glutathion-Spiegel[1]
- Schilddrüsenüberfunktion, Angststörungen (können sich verschlimmern), Herzrhythmusstörungen (Risiko für Herzrasen oder Extrasystolen)[1]
- Vor Operationen[1]
- Mastozytose (Erkrankung des Immunsystems)[1]
- Schwere Erkrankungen einschließlich schwerer Nierenfunktionsstörungen oder Blutvergiftung (Sepsis), Mangelernährung oder chronische Alkoholkrankheit: Risiko einer Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) bei längerer Einnahme von Paracetamol[1]
- Gicht: Acetylsalicylsäure vermindert in niedriger Dosierung die Harnsäureausscheidung und kann bei vorbelasteten Menschen unter Umständen einen Gichtanfall auslösen[1]
- Übermäßige Coffeinaufnahme (z. B. durch Kaffee, Tee, Nahrungsmittel, Getränke oder andere Arzneimittel) sollte während der Einnahme vermieden werden; der Coffeinanteil kann zu Schlaflosigkeit oder Magenbeschwerden führen[1]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Während der Anwendung sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken [1]. Auswirkungen auf das Autofahren sind nicht bekannt; bemerken Sie aber Schläfrigkeit, Sehstörungen, Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen, sollten Sie nicht fahren [1]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit fassen die Karten zusammen, was die Packungsbeilage sagt; außerdem kann Acetylsalicylsäure die Fruchtbarkeit von Frauen beeinträchtigen, was nach dem Absetzen umkehrbar ist [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft darf das Arzneimittel nicht in Dosen über 100 mg Acetylsalicylsäure pro Tag eingenommen werden, weil es das ungeborene Kind schädigen (Nieren- und Herzprobleme) oder zu Problemen bei der Geburt führen kann; es kann die Blutungsneigung von Mutter und Kind beeinflussen und die Geburt verzögern oder verlängern. Jede Tablette enthält 250 mg Acetylsalicylsäure.[1]
In den ersten sechs Monaten soll es nicht eingenommen werden, außer es ist absolut notwendig und ärztlich angeordnet, dann in der geringsten wirksamen Dosis und so kurz wie möglich; das gilt auch bei Kinderwunsch. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann eine Einnahme über mehr als ein paar Tage beim Kind Nierenprobleme (zu wenig Fruchtwasser) oder eine Verengung eines Blutgefäßes am Herzen (Ductus arteriosus) verursachen. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Ärztin oder der Arzt zu informieren.[1]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Die Wirkstoffe gehen in die Muttermilch über; über die Muttermilch aufgenommenes Coffein kann beim Säugling zu Unruhe und schlechtem Schlaf führen. Bei kurzfristiger Anwendung der empfohlenen Dosis wird eine Stillpause in der Regel nicht nötig sein; bei längerer Anwendung oder höheren Dosen sollte abgestillt werden.[1]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Anwendung sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken. Alkohol erhöht zusammen mit Acetylsalicylsäure das Risiko für Magen-Darm-Beschwerden wie Blutungen; bei Alkoholmissbrauch können schon sonst unschädliche Paracetamol-Dosen die Leber schädigen.[1]
Autofahren und Maschinen
Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen sind nicht bekannt. Bemerken Sie Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Sehstörungen, Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen, sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.[1]
Einnahme
Die Tabletten in etwas Flüssigkeit gelöst oder unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit einnehmen. Die Einnahme nach den Mahlzeiten kann den Wirkungseintritt verzögern. Zwischen zwei Einnahmen 4 bis 8 Stunden Abstand halten. Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis nehmen.[1]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: 1 bis 2 Tabletten je Einnahme und höchstens 6 Tabletten in 24 Stunden (entsprechend 1.500 mg Acetylsalicylsäure, 1.200 mg Paracetamol und 300 mg Coffein); diese Höchstmenge sollte nicht überschritten werden. Zwischen zwei Einnahmen 4 bis 8 Stunden.[1]
Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 4 Tage und nicht in höheren Dosen anwenden. Verschlimmern sich die Beschwerden oder tritt nach 3 bis 4 Tagen keine Besserung ein, müssen Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.[1]
Absetzen
Wurden Schmerzmittel längere Zeit hoch dosiert und nicht bestimmungsgemäß eingenommen, können beim abrupten Absetzen Kopfschmerzen, Müdigkeit, vegetative Beschwerden, Muskelschmerzen und Nervosität auftreten; sie klingen innerhalb weniger Tage ab. Bis dahin sollen keine Schmerzmittel eingenommen werden, und eine erneute Einnahme sollte nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen.[1]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung umgehend eine Ärztin oder einen Arzt verständigen, auch ohne Frühsymptome oder wenn die Beschwerden vorübergehend nachlassen, und keine weiteren Medikamente einnehmen. Anfangs können Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blässe, Bauchschmerzen, Schwindel und Ohrenklingen auftreten; trotz Besserung am zweiten Tag kann sich eine Leberschädigung bis zum Leberkoma am dritten Tag entwickeln. Ein erhöhtes Vergiftungsrisiko bis hin zum tödlichen Ausgang haben ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Lebererkrankungen, chronischem Alkoholkonsum oder Fehlernährung und Menschen, die gleichzeitig leberschädigende Arzneimittel einnehmen.[1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Übersicht gibt die Angaben der Packungsbeilage von Thomapyrin CLASSIC wieder; andere Präparate wie Thomapyrin INTENSIV können andere Wirkstoffmengen enthalten und haben eine eigene Packungsbeilage [1, 3]. Die Höchstmenge in 24 Stunden sollte nicht überschritten werden [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten in etwas Flüssigkeit gelöst oder unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit ein und halten Sie zwischen zwei Einnahmen 4 bis 8 Stunden Abstand [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis [1]. Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel nicht länger als 4 Tage und nicht in höheren Dosen anwenden [1].
Vor Operationen ist laut Packungsbeilage besondere Vorsicht erforderlich; sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Zahnarztpraxis [1]. Das Arzneimittel kann Anzeichen einer Infektion überdecken: Treten Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerzen oder Fieber neu auf oder verschlimmern sie sich, holen Sie unverzüglich ärztlichen Rat ein [1]. Bei Verdacht auf eine Überdosierung finden Sie Telefonnummern unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit ASS, Paracetamol und Coffein
Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Thomapyrin CLASSIC Schmerztabletten; Thomapyrin INTENSIV enthält 250 mg Acetylsalicylsäure, 250 mg Paracetamol und 50 mg Coffein je Tablette und hat eine eigene Packungsbeilage [1, 3]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Thomapyrin CLASSIC Schmerztabletten | A. Nattermann & Cie. GmbH | 250 mg Acetylsalicylsäure, 200 mg Paracetamol und 50 mg Coffein je Tablette; Grundlage dieser Seite |
| Thomapyrin INTENSIV | A. Nattermann & Cie. GmbH | 250 mg Acetylsalicylsäure, 250 mg Paracetamol und 50 mg Coffein je Tablette; laut eigener Packungsbeilage bei akuten Kopfschmerzen und Migräneanfällen |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Thomapyrin CLASSIC Schmerztabletten. A. Nattermann & Cie. GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Coffein (in Zubereitungen mit Paracetamol oder Salicylsäurederivaten). Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Thomapyrin INTENSIV. A. Nattermann & Cie. GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie viele Tabletten Thomapyrin darf ich höchstens nehmen?
Laut Packungsbeilage von Thomapyrin CLASSIC nehmen Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren, falls ärztlich nicht anders verordnet, 1 bis 2 Tabletten je Einnahme, höchstens 6 Tabletten in 24 Stunden. Zwischen zwei Einnahmen sollen 4 bis 8 Stunden liegen. Die Höchstmenge sollte nicht überschritten werden; wird die empfohlene Dosis überschritten, können Leberschäden die Folge sein.
Wie lange darf ich ASS, Paracetamol und Coffein ohne Arzt nehmen?
Laut Packungsbeilage sollen die Tabletten ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 4 Tage und nicht in höheren Dosen angewendet werden. Verschlimmern sich die Beschwerden oder tritt nach 3 bis 4 Tagen keine Besserung ein, müssen Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen; anhaltende Schmerzen oder neue Beschwerden können Zeichen einer schweren Erkrankung sein.
Können Schmerztabletten selbst Kopfschmerzen auslösen?
Ja. Laut Packungsbeilage können bei längerem, hoch dosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Schmerzmitteln Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch höhere Dosen behandelt werden dürfen. Dann dürfen Sie ohne ärztliche Beratung keine weiteren Schmerzmittel einnehmen. Beim abrupten Absetzen nach solchem Gebrauch können Kopfschmerzen, Müdigkeit, vegetative Beschwerden, Muskelschmerzen und Nervosität auftreten, die innerhalb weniger Tage abklingen.
Warum dürfen Kinder kein Thomapyrin nehmen?
Kinder unter 12 Jahren dürfen Thomapyrin CLASSIC nicht einnehmen. Kinder und Jugendliche mit Windpocken oder grippeähnlichen Erkrankungen dürfen es wegen des Risikos eines Reye-Syndroms nicht einnehmen; bei fieberhaften Erkrankungen soll es wegen des Anteils an Acetylsalicylsäure nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht wirken. Lang anhaltendes Erbrechen, Kopfschmerzen oder Bewusstseinsstörungen können Zeichen des Reye-Syndroms sein, einer sehr seltenen, aber unter Umständen lebensbedrohlichen Krankheit, die sofort ärztlich behandelt werden muss.
Darf ich zusätzlich Kaffee trinken?
Eine übermäßige Coffeinaufnahme, etwa durch Kaffee, Tee, Nahrungsmittel, Getränke oder andere Arzneimittel, sollte während der Einnahme vermieden werden. Der Coffeinanteil der Tabletten kann selbst zu Schlaflosigkeit oder Magenbeschwerden führen. Wie Kaffee und Arzneimittel zusammenwirken können, erklärt der Ratgeber Medikamente und Kaffee.
Darf ich Thomapyrin mit Alkohol einnehmen?
Während der Anwendung sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken. Zusammen mit Acetylsalicylsäure erhöht Alkohol das Risiko für Magen-Darm-Beschwerden wie Blutungen; bei Alkoholmissbrauch können schon sonst unschädliche Paracetamol-Dosen die Leber schädigen.
Darf ich Thomapyrin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft darf es nicht in Dosen über 100 mg Acetylsalicylsäure pro Tag eingenommen werden; eine Tablette enthält 250 mg. In den ersten sechs Monaten soll es nur eingenommen werden, wenn es absolut notwendig und ärztlich angeordnet ist. In der Stillzeit ist bei kurzfristiger Anwendung der empfohlenen Dosis eine Stillpause in der Regel nicht nötig; bei längerer Anwendung oder höheren Dosen sollte abgestillt werden. Über die Muttermilch aufgenommenes Coffein kann beim Säugling zu Unruhe und schlechtem Schlaf führen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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