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Medikamente, die den Blutzucker verändern
Eine Unterzuckerung ist laut IQWiG meist eine Nebenwirkung blutzuckersenkender Medikamente. Sie trifft vor allem Menschen, die Insulin spritzen oder bestimmte Diabetes-Tabletten nehmen (laut Patienteninformation zur Nationalen VersorgungsLeitlinie zum Beispiel Sulfonylharnstoffe). Andere Diabetesmittel wie Empagliflozin oder Semaglutid erhöhen das Risiko vor allem zusammen mit Insulin oder einem Sulfonylharnstoff. Den Blutzucker erhöhen können laut Produktinformationen zum Beispiel Kortison-Präparate (Glucocorticoide), Entwässerungsmittel wie Hydrochlorothiazid, bestimmte Antipsychotika wie Olanzapin, Statine und Asthmamittel wie Salbutamol. Achten Sie auf Warnzeichen und lassen Sie Ihren Blutzucker so kontrollieren, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es vorsieht. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Manche Medikamente können den Blutzucker zu stark senken, andere können ihn erhöhen. Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) ist laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) meist eine Nebenwirkung von blutzuckersenkenden Medikamenten; dazu kann es vor allem bei Menschen kommen, die Insulin spritzen oder bestimmte blutzuckersenkende Tabletten nehmen [1]. Zu den Arzneimitteln, die den Blutzucker erhöhen können (Hyperglykämie), zählt die Packungsbeilage von Insulin glargin unter anderem Kortison-Präparate (Kortikosteroide), Entwässerungsmittel (Diuretika) und atypische Antipsychotika [4]. Bei Gesunden liegt der Blutzucker laut IQWiG je nach Nahrungsaufnahme etwa zwischen 3,3 und 7,8 mmol/l (60 bis 140 mg/dl); von einer Unterzuckerung spricht man unterhalb dieses Bereichs, von einer Überzuckerung oberhalb, wobei die Übergänge fließend sind [1].
Welche Medikamente den Blutzucker verändern können
Medikamente, die eine Unterzuckerung auslösen können
Die folgenden Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe; jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.
- Insuline: Laut Packungsbeilage von Insulin glargin tritt eine Unterzuckerung bei Behandlung mit einem Insulin sehr häufig auf (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) und kann sehr schwerwiegend sein [4]. Fällt der Blutzucker zu stark ab, kann man bewusstlos werden; eine schwere Unterzuckerung kann zu einem Gehirnschaden führen und lebensbedrohlich sein [4]. Laut Fachinformation ist sie im Allgemeinen die häufigste Nebenwirkung der Insulinbehandlung und kann auftreten, wenn die Insulindosis den Bedarf überschreitet [4].
- Sulfonylharnstoffe: Laut Patienteninformation zur Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes kann es unter Sulfonylharnstoffen zu Unterzuckerungen und Gewichtszunahme kommen [3]. Die Fachinformation von Glimepirid stuft eine Unterzuckerung als selten ein (bis zu 1 von 1.000 Behandelten); diese Reaktionen treten meistens sofort auf, können schwerwiegend verlaufen und sind nicht immer leicht zu beheben [6]. Von anderen Sulfonylharnstoffen ist laut Fachinformation bekannt, dass es trotz zunächst erfolgreicher Gegenmaßnahmen erneut zu Unterzuckerungen kommen kann [6]. Mehr unter Orale Antidiabetika.
- Metformin: Metformin allein verursacht laut Packungsbeilage keine Unterzuckerung [7]. Zusammen mit anderen Diabetesmitteln, die eine Unterzuckerung hervorrufen können, etwa Sulfonylharnstoffen, Insulin oder Gliniden, besteht das Risiko eines zu niedrigen Blutzuckers [7, 8].
- SGLT2-Hemmer: Bei Empagliflozin nennt die Packungsbeilage niedrige Blutzuckerwerte als sehr häufig; das Risiko ist höher, wenn zusätzlich ein Sulfonylharnstoff oder Insulin eingenommen wird [9]. Laut Fachinformation hing die Häufigkeit von der übrigen Behandlung ab: Allein oder zusätzlich zu Metformin war sie ähnlich wie unter einem Scheinmedikament (Placebo), höher war sie zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin [9].
- GLP-1-Agonisten: Die Packungsbeilage von Semaglutid stuft eine Unterzuckerung zusammen mit einem Arzneimittel, das einen Sulfonylharnstoff oder Insulin enthält, als sehr häufig ein, zusammen mit anderen Diabetesmitteln zum Einnehmen als häufig [10].
- Fluorchinolone: Wie bei allen Chinolonen wurden laut Fachinformation von Ciprofloxacin Abweichungen der Blutzuckerwerte nach unten und oben berichtet, üblicherweise bei älteren Menschen mit Diabetes, die zugleich ein Diabetesmittel zum Einnehmen oder Insulin erhielten; es wurden Fälle von hypoglykämischem Koma berichtet [19]. Die Packungsbeilage stuft erniedrigten Blutzucker als selten ein, eine Bewusstlosigkeit durch starken Abfall des Blutzuckers mit nicht bekannter Häufigkeit [20]. Mehr unter Antibiotika.
- Betablocker: Bei Bisoprolol ist eine Unterzuckerung laut Fachinformation selten; zusammen mit Sulfonylharnstoffen können Betablocker das Risiko einer schweren Unterzuckerung weiter erhöhen [21].
Hinzu kommen Wechselwirkungen: Den Blutzucker senken können laut Packungsbeilage von Insulin glargin unter anderem alle anderen Diabetesmittel, ACE-Hemmer, Fibrate, Fluoxetin, Salicylate wie Acetylsalicylsäure und Sulfonamid-Antibiotika [4]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
Die erste Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation einen zu niedrigen Blutzucker nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Dapagliflozin | Sehr häufig | Zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) bei Menschen mit Diabetes, die Dapagliflozin zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin anwenden; Anzeichen sind Zittern, Schwitzen, starkes Angstgefühl, schneller… |
| Dulaglutid | Sehr häufig | Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die Metformin, einen Sulfonylharnstoff und/oder Insulin enthalten; zu den Anzeichen gehören Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwäche, Schwindel,… |
| Empagliflozin | Sehr häufig | Niedrige Blutzuckerwerte (Hypoglykämie); das Risiko ist höher, wenn Sie zusätzlich ein anderes blutzuckersenkendes Mittel wie einen Sulfonylharnstoff oder Insulin nehmen, die Fachinformation ordnet "sehr häufig" dieser… |
| Humaninsulin | Sehr häufig | Niedriger Blutzucker (Unterzuckerung, Hypoglykämie). Schwere Unterzuckerungen können zu Bewusstlosigkeit führen, laut Fachinformation auch zu Krampfanfällen; eine anhaltende schwere Unterzuckerung kann unbehandelt… |
| Insulin aspart | Sehr häufig | Niedriger Blutzucker (Unterzuckerung, Hypoglykämie); bei zu starkem Abfall ist Bewusstlosigkeit möglich, schwere Unterzuckerungen können Hirnschäden verursachen und lebensbedrohlich sein. Nach einer Fiasp-Injektion… |
| Insulin degludec | Sehr häufig | Niedriger Blutzucker (Unterzuckerung, Hypoglykämie); bei zu starkem Abfall ist Bewusstlosigkeit möglich, schwere Unterzuckerungen können Hirnschäden verursachen und lebensbedrohlich sein |
| Insulin glargin | Sehr häufig | Unterzuckerung (Hypoglykämie), wenn die Insulindosis den Bedarf überschreitet. Sie kann sehr schwerwiegend sein: Fällt der Blutzucker zu stark ab, können Sie bewusstlos werden; eine schwere Unterzuckerung kann zu einem… |
| Insulin glulisin | Sehr häufig | Unterzuckerung (Hypoglykämie), die sehr schwerwiegend sein kann: Fällt der Blutzucker zu stark ab, ist Bewusstlosigkeit möglich; eine schwere Unterzuckerung kann zu einem Gehirnschaden führen und lebensbedrohlich sein |
| Insulin lispro | Sehr häufig | Niedriger Blutzucker (Unterzuckerung, Hypoglykämie); fällt der Blutzucker zu stark ab, ist Bewusstlosigkeit möglich, schwere Unterzuckerungen können Hirnschäden verursachen und lebensbedrohlich sein |
| Semaglutid | Sehr häufig | Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin; Warnzeichen können plötzlich auftreten: kalter Schweiß, kühle blasse Haut, Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, Übelkeit… |
| Sitagliptin | Sehr häufig | Bei Einnahme zusammen mit einem Sulfonylharnstoff und Metformin: zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) · Zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie), bei Einnahme allein oder zusammen mit anderen blutzuckersenkenden… |
| Tirzepatid | Sehr häufig | Niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit einem Sulfonylharnstoff und/oder Insulin; mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwäche, Schwindel, Hungergefühl, Verwirrtheit,… |
| Carvedilol | Häufig | Verschlechterte Blutzuckereinstellung (zu hoher oder zu niedriger Blutzucker) bei bereits bestehendem Diabetes |
| Liraglutid | Häufig | Niedriger Blutzucker (Unterzuckerung, Hypoglykämie); Warnzeichen können plötzlich auftreten: kalter Schweiß, kühle blasse Haut, Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, Übelkeit, starkes Hungergefühl, Sehstörungen,… |
| Losartan | Häufig | Zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) |
| Nivolumab | Häufig | Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung), Gewichtsabnahme, niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) |
| Sacubitril/Valsartan | Häufig | Niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung |
| Atorvastatin | Gelegentlich | Erniedrigter Blutzucker; bei Diabetes sollte der Blutzucker weiter genau überwacht werden |
| Enalapril | Gelegentlich | Niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) |
| Leuprorelin | Gelegentlich | Bei Männern mit Prostatakrebs: Erhöhung oder Senkung der Blutzuckerwerte (laut Fachinformation Veränderung einer diabetischen Stoffwechsellage) |
| Pregabalin | Gelegentlich | Niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) |
| Tacrolimus | Gelegentlich | Verringerte Eiweiß- oder Zuckerwerte im Blut, erhöhte Phosphatwerte |
| Bisoprolol | Selten | Erniedrigter Blutzucker (Hypoglykämie) |
| Ciprofloxacin | Selten | Erniedrigter Blutzucker (Hypoglykämie) · Bewusstlosigkeit durch starken Abfall des Blutzuckers (hypoglykämisches Koma) |
| Gabapentin | Selten | Erniedrigter Blutzucker, am häufigsten bei Menschen mit Diabetes |
| Glimepirid | Selten | Starker Abfall des Blutzuckers unter den Normbereich (Unterzuckerung, Hypoglykämie); laut Fachinformation treten diese Reaktionen meistens sofort auf, können schwer verlaufen und sind nicht immer leicht zu beheben |
| Levofloxacin | Selten | Abfallen des Blutzuckers (Hypoglykämie) oder ein Abfallen des Blutzuckers, das zum Koma führt (hypoglykämisches Koma), besonders bedeutsam bei Diabetes |
| Paliperidon | Selten | Lebensgefährliche Komplikationen eines unkontrollierten Diabetes (laut Fachinformation diabetische Ketoazidose), niedriger Blutzucker, verstärktes Trinken von Wasser |
| Risperidon | Selten | Niedriger Blutzucker, erhöhte Blutfette (Triglyzeride), erhöhtes Insulin im Blut |
| Sertralin | Selten | Probleme bei der Kontrolle der Blutzuckerwerte (Diabetes), niedriger Blutzucker, erhöhter Blutzucker |
| Telmisartan | Selten | Niedriger Blutzucker bei Menschen mit Diabetes mellitus |
| Acetylsalicylsäure | Sehr selten | Niedrig dosiert (100 mg): Unterzuckerung (Hypoglykämie) |
| Acetylsalicylsäure/Paracetamol/Coffein | Sehr selten | Zu niedriger Blutzucker |
| Bupropion | Sehr selten | Änderungen des Blutzuckerspiegels |
| Carbimazol | Sehr selten | Insulin-Autoimmunsyndrom mit starkem Abfall des Blutzuckers |
| Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim) | Sehr selten | Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) und verminderter Blutzucker (Hypoglykämie) |
| Doxepin | Sehr selten | Änderungen des Blutzuckerspiegels |
| Lisinopril | Sehr selten | Unterzuckerung (Hypoglykämie) |
| Moxifloxacin | Sehr selten | Abfall des Blutzuckers (Hypoglykämie), Bewusstseinsverlust durch einen starken Abfall des Blutzuckers (hypoglykämisches Koma) |
| Thiamazol | Sehr selten | Störung der blutzuckerregulierenden Hormone mit ausgeprägtem Abfall des Blutzuckers (Insulin-Autoimmunsyndrom) |
| Amitriptylin | Nicht bekannt | Erhöhte oder zu niedrige Blutzuckerwerte |
| Clopidogrel | Nicht bekannt | Anzeichen eines anhaltend niedrigen Blutzuckers (laut Fachinformation Insulin-Autoimmunsyndrom, das zu schwerer Unterzuckerung führen kann) |
| Haloperidol | Nicht bekannt | Niedriger Blutzuckerspiegel |
| Hydroxychloroquin | Nicht bekannt | Erniedrigter Blutzucker (Hypoglykämie) |
| Irbesartan | Nicht bekannt | Niedrige Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) |
| Levomethadon | Nicht bekannt | Unterzuckerung (Hypoglykämie) |
| Propranolol | Nicht bekannt | Unterzuckerung (Hypoglykämie), auch mit unterzuckerungsbedingten Krampfanfällen · Zu niedriger Blutzucker nach längerem Fasten oder schwerer körperlicher Belastung; Warnzeichen einer Unterzuckerung, insbesondere… |
| Timolol | Nicht bekannt | Verdeckung von Anzeichen einer Unterzuckerung bei insulinabhängigen Diabetikern; Unterzuckerung |
| Tramadol | Nicht bekannt | Abfall des Blutzuckerspiegels |
| Trimipramin | Nicht bekannt | Unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH), das den Wasserhaushalt regelt; Unterzuckerung (Hypoglykämie) |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (50 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Medikamente, die den Blutzucker erhöhen können
- Glucocorticoide (Kortison-Präparate): Die Packungsbeilage von Prednisolon nennt erhöhte Blutzuckerwerte und Zuckerkrankheit als Nebenwirkungen; bei Zuckerkrankheit muss der Stoffwechsel regelmäßig kontrolliert werden, und ein eventuell erhöhter Bedarf an Diabetesmitteln ist zu berücksichtigen [13]. Laut Fachinformation vermindert Prednisolon die blutzuckersenkende Wirkung von Diabetesmitteln [14]. Die Fachinformation von Metformin zählt Glukokortikoide, im ganzen Körper wie auch örtlich angewendet, zu den Arzneimitteln mit eigener blutzuckersteigernder Wirkung [8].
- Diuretika (Entwässerungsmittel): Unter Hydrochlorothiazid treten laut Packungsbeilage häufig ein erhöhter Blutzucker und Zucker im Urin auf, sowohl bei Stoffwechselgesunden als auch bei Menschen mit Diabetes oder dessen Vorstadium oder mit Kaliummangel [11]. Ein bestehender Diabetes kann sich laut Fachinformation verschlechtern, ein bisher nicht erkannter (latenter) Diabetes kann in Erscheinung treten [12]. Zusammen mit Betablockern besteht laut Fachinformation ein erhöhtes Risiko für einen hohen Blutzucker [12].
- Antipsychotika: Bei Olanzapin ist eine Erhöhung der Zuckerwerte im Blut und Urin laut Packungsbeilage häufig, die Entwicklung oder Verschlechterung einer Zuckerkrankheit gelegentlich, gelegentlich in Verbindung mit einer Übersäuerung durch Ketonkörper in Blut und Urin (Ketoazidose) [16]. Laut Fachinformation wurden dabei mitunter auch Koma und einige tödliche Fälle berichtet; in einigen Fällen ging eine Gewichtszunahme voraus, die ein begünstigender Faktor sein könnte [15]. Die Packungsbeilage von Insulin glargin nennt neben Olanzapin auch Clozapin [4].
- Statine: Laut Fachinformation von Atorvastatin gibt es Hinweise, dass Statine als Substanzklasse den Blutzucker erhöhen und bei manchen Menschen mit hohem Risiko für einen künftigen Diabetes eine Überzuckerung hervorrufen können, die eine Diabetesbehandlung erfordert [17]. Die Packungsbeilage stuft einen Anstieg des Blutzuckers als häufig ein; das Risiko, eine Blutzuckererkrankung zu entwickeln, besteht laut Packungsbeilage bei erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten, Übergewicht und hohem Blutdruck [18].
- Weitere Mittel: Die Packungsbeilage von Insulin glargin nennt außerdem Sympathomimetika wie Adrenalin und die Asthmamittel Salbutamol und Terbutalin, Schilddrüsenhormone, Östrogene und Gestagene (zum Beispiel in der Anti-Baby-Pille), Isoniazid, Wachstumshormon (Somatropin) und Proteaseinhibitoren gegen HIV [4]. Unter Betablockern, Clonidin und Lithium kann der Blutzucker sowohl ansteigen als auch abfallen [4]. Mehr unter Mittel gegen Asthma und COPD.
Die zweite Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation einen erhöhten Blutzucker oder eine Zuckerkrankheit nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Nivolumab | Sehr häufig | Verminderter Appetit, hoher Blutzucker (Hyperglykämie) · Verminderte Hormonausschüttung der Nebennieren; Unterfunktion oder Entzündung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse); Diabetes · Durch Diabetes entstandene… |
| Tacrolimus | Sehr häufig | Erhöhte Blutzuckerwerte, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) |
| Adalimumab | Häufig | Im Bluttest: erhöhte Harnsäure, auffällige Natriumwerte, niedriges Kalzium, Phosphat oder Kalium, hoher Blutzucker, erhöhte Laktatdehydrogenase, Nachweis von Autoantikörpern |
| Aripiprazol | Häufig | Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) · Zu viel Zucker im Blut · Beginn oder Verschlechterung einer Zuckerkrankheit, Ketoazidose (Ausscheidung von Ketonen in Blut und Urin) oder Koma · Hoher Blutzucker · Bei Bluttests… |
| Atorvastatin | Häufig | Anstieg des Blutzuckers; bei Diabetes sollte der Blutzucker weiter genau überwacht werden |
| Carvedilol | Häufig | Verschlechterte Blutzuckereinstellung (zu hoher oder zu niedriger Blutzucker) bei bereits bestehendem Diabetes |
| Chlortalidon | Häufig | Erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) und vermehrte Ausscheidung von Zucker im Urin (Glukosurie); bei bereits bestehender Zuckerkrankheit kann sich die Stoffwechsellage verschlechtern, eine bisher nicht in… |
| Ciclosporin | Häufig | Hoher Blutzuckerspiegel |
| Hydrochlorothiazid | Häufig | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), auch bei Stoffwechselgesunden; ein bestehender Diabetes kann sich verschlechtern, ein bisher unerkannter Diabetes in Erscheinung treten |
| Isotretinoin | Häufig | Erhöhter Blutzuckerspiegel · Übermäßiges Durstgefühl und häufiges Bedürfnis, Wasser zu lassen, als mögliche Anzeichen für Diabetes |
| Olanzapin | Häufig | Erhöhte Zuckerwerte im Blut und im Urin · Entwicklung oder Verschlechterung einer Zuckerkrankheit, gelegentlich mit Ketoazidose (Ketonkörper in Blut und Urin) oder Koma; laut Fachinformation einschließlich einiger… |
| Paliperidon | Häufig | Hoher Blutzuckerspiegel, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, verminderter Appetit · Diabetes oder Verschlimmerung eines Diabetes, erhöhtes Insulin im Blut · Lebensgefährliche Komplikationen eines unkontrollierten… |
| Prednison | Häufig | Diabetes (erhöhter Blutzuckerspiegel), verringerte Glukosetoleranz |
| Quetiapin | Häufig | Erhöhter Blutzucker · Zuckerkrankheit (Diabetes) oder Verschlechterung eines bestehenden Diabetes |
| Rituximab | Häufig | Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: hohe Blutzuckerwerte, Gewichtsverlust, Schwellungen im Gesicht und am Körper, erhöhte Werte des Enzyms Laktatdehydrogenase (LDH), erniedrigte Kalziumwerte im Blut |
| Rosuvastatin | Häufig | Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus); das Risiko ist größer bei erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten, Übergewicht und hohem Blutdruck |
| Salbutamol | Häufig | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie) |
| Torasemid | Häufig | Erhöhte Werte von Harnsäure und Blutzucker sowie der Blutfette (Triglyceride, Cholesterin) |
| Amisulprid | Gelegentlich | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), erhöhte Triglycerid- und Cholesterinwerte im Blut |
| Atenolol | Gelegentlich | Eine unerkannte Zuckerkrankheit (latenter Diabetes mellitus) kann erkennbar werden, eine bestehende kann sich verschlechtern |
| Beclometason/Formoterol | Gelegentlich | Erniedrigte Kaliumwerte (Hypokaliämie), erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) |
| Duloxetin | Gelegentlich | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), hauptsächlich bei Menschen mit Diabetes berichtet |
| Eplerenon | Gelegentlich | Erhöhte Blutzuckerwerte; Veränderungen bei einigen Bluttestergebnissen (verminderter Wert für den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor) |
| Febuxostat | Gelegentlich | Verminderter Appetit, veränderte Blutzuckerwerte (Diabetes) mit Beschwerden wie übermäßigem Durst, erhöhte Blutfettwerte, Gewichtszunahme · Erhöhter Blutzucker, verlängerte Gerinnungszeit (aPTT), weniger rote… |
| Furosemid | Gelegentlich | Anstieg des Blutzuckers (eingeschränkte Glucosetoleranz, Hyperglykämie). Bei bestehender Zuckerkrankheit kann sich die Stoffwechsellage verschlechtern; eine bisher nicht in Erscheinung getretene Zuckerkrankheit kann… |
| Gabapentin | Gelegentlich | Erhöhter Blutzucker, am häufigsten bei Menschen mit Diabetes |
| Leuprorelin | Gelegentlich | Bei Männern mit Prostatakrebs: Erhöhung oder Senkung der Blutzuckerwerte (laut Fachinformation Veränderung einer diabetischen Stoffwechsellage) |
| Methotrexat | Gelegentlich | Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) |
| Mycophenolsäure | Gelegentlich | Appetitlosigkeit, erhöhte Blutspiegel von Lipiden (Hyperlipidämie), Zucker (Diabetes) oder Cholesterin (Hypercholesterolämie) und verminderte Blutspiegel von Phosphat (Hypophosphatämie) |
| Pembrolizumab | Gelegentlich | Typ-1-Diabetes, auch mit diabetischer Ketoazidose (Übersäuerung des Blutes) |
| Pregabalin | Gelegentlich | Hoher Blutzucker; erhöhte Kreatinphosphokinase und erhöhtes Kreatinin im Blut, verringertes Kalium im Blut, verringerte Zahl der Blutplättchen |
| Risperidon | Gelegentlich | Diabetes oder Verschlechterung eines Diabetes, hoher Blutzucker, vermehrtes Trinken (Polydipsie) · Koma durch unkontrollierten Diabetes (diabetisches Koma) · Lebensbedrohliche Komplikationen eines unkontrollierten… |
| Salmeterol/Fluticason | Gelegentlich | Anstieg des Blutzuckers (Hyperglykämie) |
| Verapamil | Gelegentlich | Verminderung der Glukosetoleranz |
| Ciprofloxacin | Selten | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie) |
| Clonidin | Selten | Vorübergehender Anstieg der Blutzuckerwerte, vorübergehende Veränderung der Leberfunktionstests, Nachweis bestimmter Antikörper im Blut (positiver Coombs-Test) |
| Clozapin | Selten | Hoher Blutzuckerspiegel, verminderte Glukosetoleranz und Diabetes mellitus · Schwere Hyperglykämie mit Ketoazidose oder hyperosmolarem Koma; Zeichen von unkontrolliertem Blutzucker sind Übelkeit oder Erbrechen,… |
| Metoprolol | Selten | Ein bisher unerkannter Diabetes (latenter Diabetes mellitus) kann in Erscheinung treten oder ein bestehender sich verschlechtern |
| Moxifloxacin | Selten | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie) |
| Nifedipin | Selten | Erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) |
| Propranolol | Selten | Ein bisher unerkannter Diabetes (latenter Diabetes mellitus) kann sich zeigen oder ein bestehender sich verschlechtern |
| Sertralin | Selten | Probleme bei der Kontrolle der Blutzuckerwerte (Diabetes), niedriger Blutzucker, erhöhter Blutzucker |
| Amlodipin | Sehr selten | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie) |
| Budesonid/Formoterol | Sehr selten | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie) |
| Bupropion | Sehr selten | Änderungen des Blutzuckerspiegels |
| Doxepin | Sehr selten | Änderungen des Blutzuckerspiegels |
| Formoterol | Sehr selten | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), der sich durch großen Durst, häufiges Wasserlassen oder Müdigkeit bemerkbar machen kann |
| Amitriptylin | Nicht bekannt | Erhöhte oder zu niedrige Blutzuckerwerte |
| Baclofen | Nicht bekannt | Erhöhter Blutzuckerspiegel |
| Dexamethason | Nicht bekannt | Erhöhte Blutzuckerwerte und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) |
| Indapamid | Nicht bekannt | Erhöhte Blutzuckerwerte bei Diabetikern |
| Insulin glulisin | Nicht bekannt | Zu hoher Blutzucker (Hyperglykämie); laut Fachinformation kann er zu einer diabetischen Ketoazidose führen, bei Anwendung mit einer Insulinpumpe ging das in den meisten Fällen auf Anwendungsfehler oder ein Versagen des… |
| Levofloxacin | Nicht bekannt | Erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie), besonders bedeutsam bei Diabetes |
| Lithium | Nicht bekannt | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), Anstieg des Kalziums im Blut (Hyperkalzämie) |
| Prednisolon | Nicht bekannt | Erhöhte Blutzuckerwerte (verminderte Glukosetoleranz) und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) |
| Triamcinolon | Nicht bekannt | Als Folge einer Aufnahme in den Körper: Unterfunktion der Nebennierenrinde, Anzeichen eines Cushing-Syndroms, erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie) und Zucker im Urin (Glukosurie) |
| Trimipramin | Nicht bekannt | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie); in epidemiologischen Studien hatten depressive Menschen unter trizyklischen Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus |
| Xipamid | Nicht bekannt | Ein bisher unerkannter Diabetes kann zum Vorschein kommen; bei Diabetes können die Blutzuckerwerte steigen |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (58 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Erhöhter Blutzucker als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (3 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Clobetasol | Hemmung der Nebennierenrindenfunktion: cushingoide Erscheinungen (zum Beispiel Mondgesicht und Fettansatz am Rumpf), verzögerte Gewichtszunahme und Wachstumsverzögerung bei Kindern, verminderte Knochendichte (Osteoporose), erhöhter Blutzucker und Zucker im… | Sehr selten |
| Leuprorelin | Bei Männern mit Prostatakrebs: Kombination von Stoffwechselstörungen (metabolisches Syndrom) mit Bluthochdruck, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen | Nicht bekannt |
| Leuprorelin | Bei Frauen (Enantone-Gyn): metabolisches Syndrom mit Bluthochdruck, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen; Anstieg des Cholesterins und von Enzymen wie LDH, alkalischer Phosphatase oder Transaminasen | Nicht bekannt |
| Quetiapin | Metabolisches Syndrom: mindestens drei von mehr Bauchfett, erniedrigtem HDL-Cholesterin, erhöhten Triglyceriden, hohem Blutdruck, erhöhtem Blutzucker | Selten |
Was die Häufigkeitsangaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen; andere auffällige Blutwerte behandelt die Seite Veränderte Laborwerte.
Woran Sie Blutzuckerveränderungen durch ein Medikament erkennen
Anzeichen einer Unterzuckerung
Auf eine Unterzuckerung können laut IQWiG ein schneller Puls, kalter Schweiß, eine blasse Gesichtsfarbe, Kopfschmerzen, Heißhunger, Zittern und weiche Knie, Unruhe, Nervosität und Angstgefühle sowie Konzentrationsstörungen bis zu Verwirrtheit hindeuten [1]. Wie stark die Beschwerden sind, hängt vom Blutzucker ab und ist von Person zu Person verschieden; sie treten auch nicht alle gleichzeitig auf [1]. Ein zu niedriger Blutzucker kann auch nachts auftreten; dann fühlt man sich morgens unausgeschlafen und schlapp [1]. Die körperlichen Warnzeichen wie Schwitzen, kühle und feuchte Haut, Angstgefühl und schneller Puls treten laut Packungsbeilage von Insulin glargin oft vor den Zeichen eines Zuckermangels im Gehirn auf [4].
Bei fortschreitender Unterzuckerung kann es laut Packungsbeilage von Glimepirid zu erheblicher Verwirrung, Krampfanfällen, Verlust der Selbstkontrolle, flacher Atmung, verlangsamtem Herzschlag und Bewusstlosigkeit kommen; die Anzeichen einer schweren Unterzuckerung können denen eines Schlaganfalls ähneln [5]. Wer unsicher ist, ob es sich um eine Unterzuckerung handelt, kann laut IQWiG den Blutzucker messen [1].
Wenn Warnzeichen fehlen
Die ersten Warnzeichen können laut Packungsbeilage von Insulin glargin verändert oder abgeschwächt sein oder ganz fehlen, zum Beispiel im höheren Alter, bei lange bestehendem Diabetes oder einer bestimmten Nervenerkrankung (diabetische autonome Neuropathie), nach einer kürzlich durchgemachten Unterzuckerung, bei fast normalen Blutzuckerwerten und unter bestimmten anderen Arzneimitteln [4]. Betablocker und andere Mittel wie Clonidin können die ersten Warnzeichen abschwächen oder ganz unterdrücken [4]. Laut Fachinformation von Bisoprolol können Anzeichen wie schneller Puls, Herzklopfen oder Schwitzen verschleiert werden; Menschen mit Diabetes sollte geraten werden, ihren Blutzucker sorgfältig zu überwachen [21]. Mehr unter Schwitzen, Zittern und Herzrasen.
Anzeichen eines erhöhten Blutzuckers
Ein erhöhter Blutzucker macht sich laut IQWiG nicht immer gleich bemerkbar und kann jahrelang ohne körperliche Beschwerden bestehen [1]. Ist er stark erhöht, können starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Antriebsschwäche, Übelkeit und Schwindel auftreten [1]. Bei Antipsychotika wie Olanzapin sollte laut Fachinformation auf Zeichen eines hohen Blutzuckers wie vermehrten Durst, vermehrtes Wasserlassen, übermäßigen Hunger und Schwäche geachtet werden [15]. Treten solche Beschwerden längere Zeit oder immer wieder auf, ist es laut IQWiG wichtig, ärztlichen Rat einzuholen; sie können auf einen Diabetes hinweisen [1]. Mehr unter Müdigkeit und Blasenprobleme.
Blutwerte und zeitlicher Zusammenhang
Die Produktinformationen sehen für einige Wirkstoffe Blutzuckerkontrollen vor: Bei Olanzapin sollte der Blutzucker vor Beginn und regelmäßig während der Behandlung überprüft werden, bei Hydrochlorothiazid während einer Langzeitbehandlung in regelmäßigen Abständen, bei Glimepirid regelmäßig Blut- und Harnzucker [5, 11, 16]. Der sogenannte HbA1c-Wert zeigt laut IQWiG, wie hoch der Blutzucker in den letzten 2 bis 3 Monaten im Durchschnitt war [2]. Wie oft kontrolliert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Ein Hinweis kann der zeitliche Zusammenhang sein: Eine Unterzuckerung kann laut Packungsbeilage von Insulin glargin auftreten, wenn Sie die Anwendung bestimmter anderer Arzneimittel beginnen oder beenden [4]. Notieren Sie Ihre Blutzuckerwerte, neue Medikamente und auffällige Beschwerden, zum Beispiel im Nebenwirkungs-Tagebuch.
Warum Medikamente den Blutzucker verändern können
Das Hormon Insulin sorgt laut IQWiG dafür, dass Zellen etwa in Leber und Muskeln den Zucker aus dem Blut aufnehmen können [2]. Eine Unterzuckerung kann laut Fachinformation von Insulin glargin auftreten, wenn die Insulindosis den Bedarf überschreitet [4]. Glimepirid wirkt laut Fachinformation hauptsächlich, indem es die Insulinfreisetzung aus den Betazellen der Bauchspeicheldrüse anregt [6]. Metformin regt die Insulinausschüttung dagegen nicht an und führt laut Fachinformation deshalb nicht zu einer Unterzuckerung [8]. Der Wirkmechanismus von Empagliflozin ist laut Fachinformation unabhängig von den Betazellen und vom Insulinstoffwechsel und trägt daher zu einem niedrigen Unterzuckerungsrisiko bei [9]. Semaglutid senkt den Blutzucker laut Fachinformation glucoseabhängig, indem es die Insulinausschüttung anregt und die Ausschüttung von Glucagon senkt, wenn der Blutzucker hoch ist [10]. Kommen diese Mittel zu Insulin oder einem Sulfonylharnstoff hinzu, kann das Risiko einer Unterzuckerung steigen [9, 10].
Ob es zu einer Unterzuckerung kommt, hängt auch von den Umständen ab. Die Packungsbeilage von Insulin glargin nennt als mögliche Ursachen unter anderem ausgelassene oder verspätete Mahlzeiten, zu wenig Kohlenhydrate, Erbrechen oder Durchfall, Alkohol, insbesondere bei wenig Essen, und mehr körperliche Belastung als sonst [4].
Bei einer Unterzuckerung reagiert der Körper mit einer sogenannten adrenergen Gegenregulation; ihre Zeichen sind laut Fachinformation von Glimepirid zum Beispiel Schwitzen, kalter Schweiß, Angst- und Unruhezustände, schneller Puls und Herzklopfen [6]. Unter dem Einfluss von Sympatholytika wie Betablockern, Clonidin, Guanethidin und Reserpin können diese Zeichen laut Fachinformationen abgeschwächt sein oder ganz fehlen [4, 6].
Andere Mittel wirken in die entgegengesetzte Richtung. Prednisolon beeinflusst laut Fachinformation dosisabhängig den Stoffwechsel fast aller Gewebe; als Nebenwirkungen nennt sie unter anderem eine verminderte Glucosetoleranz und Diabetes mellitus [14]. Kortikosteroide, Diuretika, Sympathomimetika, Schilddrüsenhormone und atypische Antipsychotika können laut Fachinformation von Insulin glargin die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin abschwächen [4]. Auch Hydrochlorothiazid und Prednisolon können laut ihren Packungsbeilagen die Wirkung von Insulin und Diabetes-Tabletten abschwächen; bei Prednisolon ist ein eventuell erhöhter Bedarf an Diabetesmitteln zu berücksichtigen [11, 13].
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Die Behandlung mit Insulin glargin darf laut Packungsbeilage nicht ohne Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt abgebrochen werden; ein Abbruch könnte zu einem stark erhöhten Blutzucker und einer Ketoazidose führen [4]. Das Risiko eines höheren Blutzuckers unter Statinen sollte laut Fachinformation von Atorvastatin nicht zu einem Abbruch der Behandlung führen [17]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen.
Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Ob und wie die Behandlung angepasst wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Kommt Empagliflozin oder Semaglutid zu einem Sulfonylharnstoff oder Insulin hinzu, wird die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage möglicherweise deren Dosis verringern, um eine Unterzuckerung zu vermeiden [9, 10]. Kommt es immer wieder zu Unterzuckerungen, ist es laut IQWiG wichtig, ärztlichen Rat einzuholen; dann kann es sinnvoll sein, den Lebensstil oder die Medikamente anzupassen [1].
Bei Anzeichen einer Unterzuckerung. Laut IQWiG ist es wichtig, sofort zu reagieren und schnell etwas zu sich zu nehmen, etwa Traubenzucker oder eine zuckerhaltige Limonade; Light- oder Zero-Getränke mit Süßstoff helfen nicht [1]. Laut Packungsbeilage von Insulin glargin soll bei einer Unterzuckerung kein Insulin gespritzt werden; danach soll etwas mit lang anhaltender blutzuckersteigernder Wirkung gegessen werden, zum Beispiel Brot oder Nudeln [4]. Wirkt der Zucker nicht oder kehren die Anzeichen zurück, wenden Sie sich laut Packungsbeilage von Glimepirid umgehend an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus [5]. Beide Packungsbeilagen empfehlen, stets etwas Zucker bei sich zu tragen; laut Packungsbeilage von Insulin glargin auch einen Ausweis, aus dem hervorgeht, dass Sie zuckerkrank sind [4, 5].
Autofahren und Maschinen. Ein zu niedriger oder zu hoher Blutzucker kann laut den Packungsbeilagen von Insulin glargin und Glimepirid die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit einschränken [4, 5]. Lassen Sie sich ärztlich beraten, ob Sie ein Fahrzeug führen sollten, wenn bei Ihnen häufig Unterzuckerungen auftreten oder die Warnzeichen abgeschwächt sind oder fehlen [4, 5]. Wer Metformin zusammen mit Sulfonylharnstoffen, Insulin oder Gliniden einnimmt, soll sich laut Packungsbeilage nicht ans Steuer setzen und keine Maschinen bedienen, wenn erste Anzeichen einer Unterzuckerung auftreten [7]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Alkohol. Wenn Sie Alkohol trinken, kann Ihr Blutzucker laut Packungsbeilage von Insulin glargin sowohl ansteigen als auch abfallen [4]. Alkohol kann die blutzuckersenkende Wirkung von Glimepirid laut Packungsbeilage unvorhersehbar verstärken oder abschwächen; als Risikofaktor für eine Unterzuckerung nennt sie Alkohol insbesondere dann, wenn eine Mahlzeit ausgelassen wird [5]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Schwere Unterzuckerung. Eine starke Unterzuckerung kann laut IQWiG zu Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit führen und lebensgefährlich werden [1]. Schwere Unterzuckerungen mit Bewusstseinsverlust und schweren neurologischen Ausfällen sind laut Packungsbeilage von Glimepirid medizinische Notfälle, die eine sofortige ärztliche Behandlung und eine Krankenhauseinweisung erfordern; einer bewusstlosen Person darf keine Nahrung und kein Getränk gegeben werden [5]. Eine schwere Unterzuckerung kann laut Packungsbeilage von Insulin glargin einen Herzanfall oder einen Gehirnschaden verursachen [4]. Menschen mit Typ-1-Diabetes haben laut IQWiG für solche Notfälle oft eine Fertigspritze mit einem Notfallmedikament dabei, das Angehörige spritzen können; ist das nicht möglich, sollte sofort über die Notfallnummer 112 ärztliche Hilfe gerufen werden [1].
Stark erhöhter Blutzucker und Ketoazidose. Bauchschmerzen, schnelle und tiefe Atmung, Schläfrigkeit oder sogar Bewusstlosigkeit können laut Packungsbeilage von Insulin glargin Anzeichen einer schweren Stoffwechselentgleisung mit Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose) sein; ihre Behandlung muss stets durch eine Ärztin oder einen Arzt erfolgen, in der Regel im Krankenhaus [4]. Bei Empagliflozin ist eine Ketoazidose laut Packungsbeilage gelegentlich; sie kann unabhängig vom Blutzuckerspiegel auftreten [9]. Bei Anzeichen wie Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, übermäßigem Durst, schneller und tiefer Atmung oder Verwirrtheit sollen Sie sich laut Packungsbeilage sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus wenden [9]. Bei Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit sollte laut IQWiG unter der Nummer 112 der Rettungsdienst gerufen werden [1].
Andere Ursachen
Nicht jede Blutzuckerveränderung kommt vom Medikament. Bei Menschen, die Insulin spritzen, können laut IQWiG zum Beispiel eine unerwartete körperliche Anstrengung, eine zu kleine Mahlzeit oder zu viel Alkohol dazu führen, dass der Blutzucker zu stark absinkt [1]. Auch wenn man sich von einer Verletzung, Operation oder Erkrankung erholt oder anderer Stress nachlässt, kann laut Packungsbeilage von Insulin glargin eine Unterzuckerung auftreten; ebenso bei schweren Nieren- oder Lebererkrankungen oder einer Schilddrüsenunterfunktion [4]. Umgekehrt kann der Blutzucker bei Menschen mit Diabetes laut derselben Packungsbeilage bei Krankheit, größeren Verletzungen, Stress, Infektionen oder Fieber ansteigen [4].
Bei einem unbehandelten Typ-2-Diabetes sind die Blutzuckerwerte laut IQWiG dauerhaft erhöht [2]. Beim Typ-2-Diabetes wird das Insulin laut IQWiG von den Körperzellen immer schlechter aufgenommen und verwertet (Insulinresistenz); er kann sich über Jahre ohne Beschwerden entwickeln [2]. Das Risiko erhöhen laut IQWiG unter anderem Übergewicht und zu wenig Bewegung, Rauchen, eine ballaststoffarme, fett- und zuckerreiche Ernährung, eine familiäre Veranlagung und bestimmte Medikamente, die den Zuckerstoffwechsel verschlechtern [2]. Beim Typ-1-Diabetes ist die Bauchspeicheldrüse geschädigt und produziert kein oder nur sehr wenig Insulin; er tritt in der Regel schon im Kindes- oder Jugendalter auf [2]. Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Quellen
- Über- und Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.10.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Diabetes Typ 2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.10.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Leitlinie Patientenblatt "Typ-2-Diabetes: Welche Medikamente gibt es?" (Bestandteil der NVL Typ-2-Diabetes). Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien von BÄK, KBV und AWMF, Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin. Stand 2023. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Lantus (Insulin glargin), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Glimepirid STADA 3 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Glimepirid STADA 1 mg/2 mg/3 mg/4 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Jardiance (Empagliflozin), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Boehringer Ingelheim International GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ozempic (Semaglutid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation HCT-ratiopharm 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation HCT-ratiopharm 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten (2,5 mg bis 20 mg). ratiopharm GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Atorvastatin-ratiopharm 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atorvastatin-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ciprofloxacin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ciprofloxacin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Bisoprolol-ratiopharm 5 mg / 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können eine Unterzuckerung auslösen?
Laut IQWiG ist eine Unterzuckerung meist eine Nebenwirkung blutzuckersenkender Medikamente; dazu kann es vor allem bei Menschen kommen, die Insulin spritzen oder bestimmte blutzuckersenkende Tabletten nehmen. Laut Patienteninformation zur Nationalen VersorgungsLeitlinie kann es unter Sulfonylharnstoffen und unter Insulin zu Unterzuckerungen kommen. Bei Empagliflozin und Semaglutid ist das Risiko laut Produktinformation vor allem zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin erhöht. Weitere Wirkstoffe stehen in der Tabelle auf dieser Seite; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Welche Medikamente erhöhen den Blutzucker?
Die Packungsbeilage von Insulin glargin nennt unter anderem Kortison-Präparate (Kortikosteroide), Entwässerungsmittel (Diuretika), Asthmamittel wie Salbutamol, Schilddrüsenhormone, Östrogene und Gestagene, etwa in der Pille, und atypische Antipsychotika wie Clozapin und Olanzapin. Unter Hydrochlorothiazid ist ein erhöhter Blutzucker laut Packungsbeilage häufig, auch bei Menschen ohne Diabetes. Bei Statinen gibt es laut Fachinformation Hinweise, dass sie als Gruppe den Blutzucker erhöhen können.
Kann Kortison den Blutzucker erhöhen?
Ja. Die Packungsbeilage von Prednisolon nennt erhöhte Blutzuckerwerte und Zuckerkrankheit als mögliche Nebenwirkungen. Wer Diabetes hat, muss laut Packungsbeilage den Stoffwechsel regelmäßig kontrollieren lassen; möglicherweise werden mehr Diabetesmittel gebraucht. Die Fachinformation von Metformin zählt Glukokortikoide, ob im ganzen Körper oder örtlich angewendet, zu den Mitteln mit eigener blutzuckersteigernder Wirkung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Macht Metformin eine Unterzuckerung?
Allein nicht: Laut Packungsbeilage verursacht Metformin keine Unterzuckerung, weil es laut Fachinformation die Insulinausschüttung nicht anregt. Ein Risiko für einen zu niedrigen Blutzucker besteht aber, wenn Sie Metformin zusammen mit anderen Diabetesmitteln nehmen, die eine Unterzuckerung hervorrufen können, etwa Sulfonylharnstoffen, Insulin oder Gliniden. Anzeichen sind laut Packungsbeilage zum Beispiel Schwächegefühl, Benommenheit, vermehrtes Schwitzen, beschleunigter Herzschlag, Sehstörungen oder Konzentrationsschwierigkeiten.
Können Betablocker eine Unterzuckerung verschleiern?
Ja. Laut Fachinformation von Bisoprolol können Anzeichen einer Unterzuckerung wie schneller Puls, Herzklopfen oder Schwitzen verschleiert werden; zusammen mit Sulfonylharnstoffen können Betablocker das Risiko einer schweren Unterzuckerung weiter erhöhen. Menschen mit Diabetes sollten laut Fachinformation ihren Blutzucker sorgfältig überwachen. Laut Packungsbeilage von Insulin glargin kann der Blutzucker unter Betablockern sowohl ansteigen als auch abfallen.
Erhöhen Statine den Blutzucker?
Das ist möglich. Laut Fachinformation von Atorvastatin gibt es Hinweise, dass Statine als Substanzklasse den Blutzucker erhöhen und bei manchen Menschen mit hohem Diabetesrisiko eine behandlungsbedürftige Überzuckerung hervorrufen können. Dieses Risiko wird laut Fachinformation durch die Senkung des Gefäßrisikos aufgewogen und sollte nicht zu einem Abbruch der Behandlung führen. In der Packungsbeilage ist ein Anstieg des Blutzuckers als häufig eingestuft. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Was tun bei Anzeichen einer Unterzuckerung?
Laut IQWiG ist es wichtig, sofort zu reagieren und schnell etwas Zuckerhaltiges zu sich zu nehmen, etwa Traubenzucker oder eine zuckerhaltige Limonade; Light- oder Zero-Getränke mit Süßstoff helfen nicht. Wirkt der Zucker nicht oder kehren die Anzeichen zurück, wenden Sie sich laut Packungsbeilage von Glimepirid umgehend an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus. Bei Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit rufen Sie den Notruf 112; einer bewusstlosen Person darf nichts zu essen oder zu trinken gegeben werden.
Können Antibiotika den Blutzucker verändern?
Bei Fluorchinolonen wie Ciprofloxacin ja. Laut Fachinformation wurden wie bei allen Chinolonen zu niedrige und zu hohe Blutzuckerwerte berichtet, üblicherweise bei älteren Menschen mit Diabetes, die zugleich ein Diabetesmittel zum Einnehmen oder Insulin erhielten. Auch Fälle von Bewusstlosigkeit durch Unterzuckerung (hypoglykämisches Koma) wurden berichtet. Die Packungsbeilage stuft erhöhten und erniedrigten Blutzucker als selten ein. Bei Diabetes wird laut Fachinformation eine sorgfältige Überwachung des Blutzuckers empfohlen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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