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GLP-1-Rezeptoragonisten (inkl. Tirzepatid)

GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid, Liraglutid und Dulaglutid ahmen das Darmhormon GLP-1 nach; Tirzepatid aktiviert zusätzlich den Rezeptor des Hormons GIP. Alle sind bei Typ-2-Diabetes zugelassen, einige Präparate auch zur Gewichtsregulierung bei Adipositas oder Übergewicht mit Begleiterkrankung. Am häufigsten sind laut den Fachinformationen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen; außerdem können eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse und Gallensteine auftreten.

Mann um die fünfzig mit graublondem Haar geht an einem Herbsttag auf einem Uferweg an einem See spazieren
Bild: KI-generiert

GLP-1-Rezeptoragonisten (kurz GLP-1-Agonisten oder GLP-1-RA) ahmen das körpereigene Darmhormon GLP-1 nach [1, 6, 15]. Alle hier beschriebenen Wirkstoffe sind zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen; einige Präparate außerdem zur Gewichtsregulierung bei Adipositas oder bei Übergewicht mit gewichtsbedingter Begleiterkrankung [1, 2, 4, 5, 6, 7]. Als häufigste Nebenwirkungen nennen die Fachinformationen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen [1, 4, 5]. Einzelheiten stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.

Was sind GLP-1-Rezeptoragonisten?

GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) ist ein Hormon, das nach einer Mahlzeit aus dem Darm freigesetzt wird [6]. GLP-1-Rezeptoragonisten binden an dessen Andockstellen, die GLP-1-Rezeptoren, und aktivieren sie [1]. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nennt sie auch Inkretin-Mimetika [16], die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes in ihren Patientenblättern "Glutide" [15].

In Abschnitt 5.1 ihrer Fachinformationen sind Semaglutid und Liraglutid als Glucagon-like-Peptid-1-(GLP-1)-Rezeptoragonisten unter den Antidiabetika eingeordnet, Dulaglutid als langwirksamer GLP-1-Rezeptoragonist [1, 2, 3, 5, 6, 7]. Die Namen dieser Wirkstoffe enden auf "-glutid". Tirzepatid ordnet seine Fachinformation den Antidiabetika ohne Insuline zu (ATC-Code A10BX16) [4]: Es ist laut Fachinformation ein GIP- und GLP-1-Rezeptoragonist und aktiviert zusätzlich den Rezeptor des Hormons GIP (glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid) [4]. Bei Sicherheitshinweisen zählen die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Tirzepatid zu den GLP-1-Rezeptoragonisten; es wird deshalb hier mit beschrieben [9, 10].

Wie GLP-1-Rezeptoragonisten wirken

Laut Fachinformation von Ozempic regt Semaglutid bei hohem Blutzucker die Ausschüttung von Insulin an und senkt die des blutzuckersteigernden Hormons Glucagon; bei einer Unterzuckerung verringert es die Insulinausschüttung, ohne die Glucagonausschüttung zu vermindern [1]. Außerdem entleert sich der Magen kurz nach einer Mahlzeit etwas langsamer [1]. Die NVL Typ-2-Diabetes beschreibt für die Gruppe zusätzlich eine Appetithemmung, die zur Gewichtsabnahme beiträgt [15]. Vermittelt wird die Wirkung auf Blutzucker und Appetit über GLP-1-Rezeptoren in der Bauchspeicheldrüse und im Gehirn [1].

Tirzepatid: zwei Hormonrezeptoren

Tirzepatid wirkt laut Fachinformation an den Rezeptoren für GIP und für GLP-1. Seine Aktivität am GIP-Rezeptor ähnelt der des körpereigenen GIP, am GLP-1-Rezeptor ist sie geringer als die des körpereigenen GLP-1 [4]. Beide Rezeptoren kommen in Bereichen des Gehirns vor, die für die Appetitregulierung wichtig sind; zu den Mechanismen der Gewichtsabnahme gehört eine geringere Nahrungsaufnahme [4].

Wirkdauer und Darreichungsform

Die Halbwertszeit, also die Zeit, nach der die Hälfte des Wirkstoffs abgebaut ist, beträgt laut Fachinformation bei Semaglutid ungefähr eine Woche, bei Tirzepatid etwa 5 Tage und bei Dulaglutid 4,7 Tage; diese drei werden einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt [1, 4, 5]. Liraglutid hat eine Halbwertszeit von etwa 13 Stunden und wird einmal täglich gespritzt [6]. Semaglutid gibt es auch als Tablette: als Rybelsus bei Typ-2-Diabetes und als Wegovy-Tabletten zur Gewichtsregulierung [2, 3].

Wofür GLP-1-Rezeptoragonisten eingesetzt werden

Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in der Fachinformation des jeweiligen Präparats und unterscheiden sich, auch bei demselben Wirkstoff:

  • Semaglutid: Ozempic (Injektion) und Rybelsus (Tabletten) bei unzureichend kontrolliertem Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen, als Zusatz zu Diät und körperlicher Aktivität: allein, wenn Metformin ungeeignet ist, oder zusätzlich zu anderen Diabetesmitteln [1, 3]. Wegovy (Injektion und Tabletten) zur Gewichtsregulierung bei Erwachsenen; als Injektion auch bei Jugendlichen ab 12 Jahren mit Adipositas und einem Körpergewicht über 60 kg [2].
  • Tirzepatid: Mounjaro bei unzureichend eingestelltem Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren sowie zum Gewichtsmanagement bei Erwachsenen [4].
  • Dulaglutid: Trulicity bei unzureichend kontrolliertem Typ-2-Diabetes ab 10 Jahren [5].
  • Liraglutid: Victoza bei unzureichend kontrolliertem Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren [7]. Saxenda zur Gewichtsregulierung bei Erwachsenen sowie bei Adipositas bei Jugendlichen ab 12 Jahren (über 60 kg) und Kindern von 6 bis unter 12 Jahren (ab 45 kg) [6].

Die NVL Typ-2-Diabetes (Version 3.0, 2023) empfiehlt, bei einer medikamentösen Therapie ihren Therapie-Algorithmus anzuwenden (Empfehlung 5-3, "soll"). Danach steht ohne hohes Risiko für Herz-Kreislauf- oder Nierenereignisse Metformin am Anfang; bei einer klinisch relevanten Herz-Kreislauf-Erkrankung wird Metformin plus ein SGLT2-Hemmer oder ein GLP-1-Rezeptoragonist angeboten, wenn die Betroffenen nach Abwägung von Wirkungen und Nebenwirkungen dazu bereit sind [15]. Mehr unter Metformin.

Gewichtsregulierung: je nach Präparat

Zur Gewichtsregulierung zugelassen sind von den hier beschriebenen Präparaten Wegovy, Mounjaro und Saxenda: bei Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index (BMI) ab 30 kg/m² (Adipositas) oder von 27 bis unter 30 kg/m² (Übergewicht) mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung wie Bluthochdruck oder Prädiabetes, und immer als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr körperlicher Aktivität [2, 4, 6]. Ozempic, Rybelsus, Victoza und Trulicity sind nur bei Typ-2-Diabetes zugelassen [1, 3, 5, 7]. Als Ozempic nach einem Lieferengpass wieder verfügbar wurde, bat die Novo Nordisk Pharma GmbH im November 2024, es trotz der höheren Liefermengen ausschließlich bei Typ-2-Diabetes zu verordnen und von Verordnungen außerhalb der Zulassung abzusehen [14]. Mehr in den Ratgebern Off-Label-Use und Lieferengpässe.

Für Saxenda und für Wegovy bei Jugendlichen sieht die Fachinformation eine Überprüfung nach 12 Wochen mit der Erhaltungsdosis vor, bei Kindern und Jugendlichen auch mit der höchsten vertragenen Dosis: Wurde bis dahin nicht genug abgenommen, wird die Behandlung beendet bzw. neu bewertet [2, 6]. Zusammen mit anderen Mitteln zum Gewichtsmanagement sind Sicherheit und Wirksamkeit von Wegovy und Saxenda nicht untersucht bzw. nicht erwiesen; die Anwendung wird dann nicht empfohlen [2, 6].

Gefälschte Pens

Im Herbst 2023 tauchten in Deutschland gefälschte Ozempic-Pens auf, die laut BfArM statt Semaglutid Insulin enthielten (Mitteilung vom 10.11.2023); am 15.02.2024 meldete das BfArM keine weiteren Fälschungen in der legalen Vertriebskette [13]. Mehr im Ratgeber Medikamente online kaufen.

Wirkstoffe der Gruppe

Diese GLP-1-Rezeptoragonisten sind auf dieser Website mit einem geprüften Wirkstoff-Steckbrief beschrieben:

  • Dulaglutidz. B. TrulicityTyp-2-Diabetes
  • Liraglutidz. B. Saxenda, VictozaGewichtsregulierung (Saxenda), Typ-2-Diabetes (Victoza)
  • Semaglutidz. B. Ozempic, Rybelsus, WegovyTyp-2-Diabetes; als Wegovy zur Gewichtsregulierung bei Adipositas oder Übergewicht mit gewichtsbedingter Begleiterkrankung
  • Tirzepatidz. B. MounjaroTyp-2-Diabetes; Gewichtsmanagement bei Adipositas oder Übergewicht mit Begleiterkrankung

Feste Kombinationen mit einem Insulin sind laut BfArM Insulin degludec mit Liraglutid und Insulin glargin mit Lixisenatid [10]; mehr unter Insuline. Die hier beschriebenen Präparate zum Spritzen gibt es im Fertigpen zur Injektion unter die Haut; Tirzepatid auch in einer Durchstechflasche, Wegovy auch in einer Fertigspritze [1, 2, 4, 5, 6].

Typische Nebenwirkungen

Die vollständige Liste steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats und auf den Wirkstoffseiten. Die Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten kann laut den Fachinformationen von Ozempic und Wegovy mit Magen-Darm-Nebenwirkungen verbunden sein [1, 2]; als ausgewählte Sicherheitshinweise der Gruppe nennt die NVL Typ-2-Diabetes Magen-Darm-Nebenwirkungen und Gallensteine [15]. Wie die Produktinformationen der einzelnen Wirkstoffe ausgewählte Nebenwirkungen einstufen, zeigt die Tabelle; was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufigkeit ausgewählter Nebenwirkungen je Wirkstoff: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffÜbelkeitErbrechenDurchfallVerstopfungBauchschmerzenGallensteine und GallenblasenentzündungBauchspeicheldrüsenentzündung
DulaglutidSehr häufigSehr häufigSehr häufigHäufigSehr häufigGelegentlichSelten
LiraglutidSehr häufigSehr häufigSehr häufigSehr häufigHäufigHäufigGelegentlich
SemaglutidSehr häufigHäufigSehr häufigHäufigHäufigHäufigGelegentlich
TirzepatidSehr häufigSehr häufigSehr häufigSehr häufigSehr häufigGelegentlichGelegentlich

Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.

Die Angaben stammen für Semaglutid aus der Produktinformation von Ozempic, für Tirzepatid von Mounjaro, für Dulaglutid von Trulicity und für Liraglutid von Saxenda [1, 4, 5, 6]. Die Einstufung kann vom Anwendungsgebiet abhängen: Die Fachinformation von Wegovy (Semaglutid zur Gewichtsregulierung) stuft Erbrechen, Verstopfung und Bauchschmerzen als sehr häufig ein, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, die von Ozempic (Typ-2-Diabetes) als häufig [1, 2]. Bei Tirzepatid waren Erbrechen, Bauchschmerzen und Verstopfung in den Studien zum Gewichtsmanagement und in einer Studie bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankung (SURPASS-CVOT) sehr häufig, in den übrigen Studien zu Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen häufig [4].

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung

Laut Fachinformation von Mounjaro waren Übelkeit, Durchfall und Erbrechen in der Phase der Dosissteigerung häufiger und nahmen im Laufe der Zeit ab [4]; bei Dulaglutid treten sie laut Packungsbeilage meist zu Beginn auf und verschwinden normalerweise im Lauf der Zeit [5]. Verstopfung war unter Wegovy leicht bis mittelschwer und hielt länger an [2]. Verdauungsstörungen, Sodbrennen, Aufstoßen und Blähungen sind in den Fachinformationen von Ozempic, Mounjaro, Trulicity und Saxenda als häufig eingestuft [1, 4, 5, 6]. Mehr unter Magenbeschwerden.

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können zu Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung) führen. Laut Fachinformation von Ozempic kann das in seltenen Fällen die Nierenfunktion verschlechtern. Laut Fachinformation von Mounjaro kann es zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion einschließlich akutem Nierenversagen führen; ältere Menschen können dafür anfälliger sein [1, 4]. Die Packungsbeilagen raten, viel zu trinken [1, 5]. Bei schwerer Magenentleerungsstörung (Gastroparese) wird Semaglutid nicht empfohlen, Dulaglutid bei schweren Magen-Darm-Erkrankungen ebenfalls nicht; Tirzepatid wurde dort nicht untersucht [1, 4, 5].

Einen Darmverschluss führen die Fachinformationen von Ozempic, Trulicity und Saxenda mit der Häufigkeit "nicht bekannt" auf; die Packungsbeilage von Trulicity rät bei schwerer Verstopfung mit Bauchschmerzen, Blähungen oder Erbrechen, sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen [1, 5, 6].

Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) wurde laut den Fachinformationen von Ozempic, Wegovy und Saxenda unter GLP-1-Rezeptoragonisten beobachtet; die Fachinformation von Trulicity bringt den Einsatz der Gruppe mit diesem Risiko in Verbindung, und auch unter Tirzepatid wurde darüber berichtet [1, 2, 4, 5, 6]. Die NVL empfiehlt, die Behandelten über die charakteristischen Beschwerden zu informieren [15]. Als Anzeichen nennen die Packungsbeilagen starke, anhaltende Schmerzen in Bauch und Rücken; laut Packungsbeilage von Saxenda können Schmerzen im Oberbauch in den Rücken ausstrahlen [1, 4, 5, 6].

Bei Verdacht wird das Mittel laut Fachinformationen abgesetzt und bei bestätigter Pankreatitis nicht wieder aufgenommen [1, 4, 5, 6]. Erhöhte Bauchspeicheldrüsenenzyme allein sind ohne weitere Anzeichen kein Hinweis auf eine akute Pankreatitis [2, 4, 5]. Nach einer früheren Pankreatitis ist bei Semaglutid Vorsicht geboten; Tirzepatid wurde bei diesen Menschen nicht untersucht [1, 4].

Gallensteine und Gallenblasenentzündung

Frau Mitte vierzig mit dunkelblondem Haar sitzt auf einem Sofa, hält ein Glas Wasser und legt eine Hand auf den Oberbauch
Bild: KI-generiert

In den Fachinformationen von Ozempic und Saxenda sind Gallensteine als häufig eingestuft, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten; bei Mounjaro und Trulicity sind Gallensteine und eine Gallenblasenentzündung als gelegentlich eingestuft, also bei bis zu 1 von 100 [1, 4, 5, 6]. Laut Fachinformation von Saxenda kann starker Gewichtsverlust das Risiko für Gallensteine erhöhen; das erklärt deren häufigeres Auftreten unter Liraglutid aber nur teilweise [6]. Als Anzeichen beschreibt die Packungsbeilage von Saxenda starke Schmerzen im Oberbauch, meist rechts unterhalb der Rippen, die bis in den Rücken oder die rechte Schulter reichen können; dann wird die Anwendung unterbrochen und sofort Kontakt mit der Ärztin oder dem Arzt aufgenommen [6]. Mehr unter Gallensteine.

Unterzuckerung

Zusammen mit einem Sulfonylharnstoff wie Glimepirid oder mit Insulin kann das Risiko einer Unterzuckerung laut Fachinformationen erhöht sein; es lässt sich durch eine niedrigere Dosis dieser Mittel senken [1, 4, 5, 6]. Ob und wie die Dosis angepasst wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Warnzeichen sind laut Packungsbeilage von Ozempic unter anderem kalter Schweiß, Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, starkes Hungergefühl, Zittern oder Verwirrung [1]. Mehr unter Blutzucker.

Semaglutid, Dulaglutid und Liraglutid sind laut ihren Fachinformationen kein Ersatz für Insulin: Wurde bei insulinpflichtigen Menschen Insulin schnell verringert oder abgesetzt, wurde über eine diabetische Ketoazidose berichtet, eine Diabetes-Komplikation bei Insulinmangel [1, 5, 6]. Die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen die Mittel laut Fachinformationen nicht oder kaum; mit Sulfonylharnstoff oder Insulin sollen Behandelte aber einer Unterzuckerung am Steuer vorbeugen [1, 4]. Bei Wegovy und Saxenda kann vor allem anfangs Schwindel auftreten [2, 6]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Herzfrequenz, Augen und weitere Hinweise

Eine erhöhte Herzfrequenz wurde laut Fachinformation von Ozempic bei GLP-1-Rezeptoragonisten beobachtet [1]. Laut Fachinformation von Saxenda sollte sie regelmäßig überprüft werden; bei starkem Herzklopfen oder gefühltem Herzrasen in Ruhe wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [6].

Bei Menschen mit diabetischer Netzhauterkrankung (Retinopathie) unter Insulin und Semaglutid wurde ein erhöhtes Risiko für Komplikationen beobachtet; eine rasche Verbesserung der Blutzuckerkontrolle ist laut den Fachinformationen von Ozempic und Mounjaro mit einer vorübergehenden Verschlechterung der Retinopathie in Verbindung gebracht worden [1, 4]. Eine Erkrankung des Sehnervs (nichtarteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie, NAION) ist laut Sicherheitsausschuss der EMA (PRAC) eine sehr seltene Nebenwirkung von Semaglutid, kann also bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen (Mitteilung vom 06.06.2025) [12]. Bei plötzlichem Sehverlust oder rasch schlechter werdendem Sehen wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [12]. Mehr unter Sehstörungen.

Bei der Anwendung zur Gewichtsregulierung führen die Fachinformationen von Wegovy und Mounjaro Haarausfall als häufig auf [2, 4]. Nach Berichten über Suizidgedanken prüfte der PRAC ab Juli 2023 mehrere GLP-1-Rezeptoragonisten; laut EMA stützen die verfügbaren Daten keinen ursächlichen Zusammenhang mit suizidalen oder selbstverletzenden Gedanken und Handlungen (Mitteilung vom 12.04.2024) [11]. Wenn es Ihnen seelisch schlecht geht, holen Sie Hilfe. Kontakte finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Wichtige Wechselwirkungen

Die folgenden Wechselwirkungen beschreiben die Fachinformationen der einzelnen Wirkstoffe [1, 2, 4, 5, 6]:

Wichtige Wechselwirkungen von GLP-1-Rezeptoragonisten (Auswahl)
Zusammen mitWas passieren kann
Sulfonylharnstoffe wie Glimepirid, InsulinHöheres Risiko einer Unterzuckerung; die Dosis dieser Mittel wird möglicherweise verringert [1, 4, 5, 6]
Arzneimittel zum Einnehmen, die rasch aufgenommen werden müssenDie verzögerte Magenentleerung kann beeinflussen, wie schnell sie aufgenommen werden; Semaglutid mit Vorsicht kombinieren [1]. Bei Dulaglutid ist eine veränderte Aufnahme vor allem zu Beginn möglich [5]
Mittel mit geringer therapeutischer Breite wie Warfarin oder DigoxinBei Tirzepatid überwachen, besonders zu Beginn und bei einer Dosiserhöhung; bei Mitteln, die schnell wirken sollen, kann die Wirkung verzögert einsetzen [4]
Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ wie Warfarin (Blutverdünner)Mit Semaglutid wurden zusammen mit Acenocoumarol Senkungen des INR-Werts berichtet; zu Beginn einer Behandlung mit Semaglutid oder Liraglutid wird eine häufigere INR-Kontrolle empfohlen [1, 6]
Andere GLP-1-RezeptoragonistenSemaglutid (Wegovy) darf nicht mit einem anderen GLP-1-Rezeptoragonisten kombiniert werden; ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie bei einer Überdosierung gilt als wahrscheinlich [2]. Saxenda nicht mit Exenatid oder Lixisenatid kombinieren [6]

Eine verminderte Wirkung der Pille durch Semaglutid wird laut Fachinformation nicht erwartet; bei Tirzepatid ist laut Fachinformation von Mounjaro und bei Dulaglutid laut Fachinformation von Trulicity keine Dosisanpassung der Pille erforderlich, und bei Liraglutid ist laut Fachinformation von Saxenda zu erwarten, dass die verhütende Wirkung nicht beeinträchtigt wird [1, 4, 5, 6]. Die Liste ist nicht vollständig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen, auch ein rezeptfreies. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen; den Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.

Wann GLP-1-Rezeptoragonisten nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden

Als Gegenanzeige nennen die Fachinformationen von Ozempic, Wegovy, Mounjaro, Trulicity und Saxenda jeweils eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile [1, 2, 4, 5, 6]. Außerdem darf Dulaglutid bei Typ-1-Diabetes und zur Behandlung einer diabetischen Ketoazidose nicht angewendet werden, Semaglutid nicht zur Behandlung der diabetischen Ketoazidose [1, 5]. Bei einer Herzschwäche im Stadium NYHA IV gibt es für Semaglutid und Liraglutid keine Erfahrungen; die Anwendung wird nicht empfohlen [1, 2, 6]. Wegovy und Saxenda werden bei schwerer Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktion nicht empfohlen, Saxenda außerdem nicht ab 75 Jahren und nicht bei entzündlichen Darmerkrankungen [2, 6]. Bei Schilddrüsenerkrankungen ist Liraglutid laut Fachinformation mit Vorsicht anzuwenden [6].

Ozempic wird unter 18 Jahren nicht empfohlen; für die übrigen Präparate gelten die oben genannten Altersgrenzen [1, 2, 4, 5, 6, 7]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern. Trifft ein Punkt auf Sie zu, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Vor einer Operation: Gefahr, Mageninhalt einzuatmen

Bei Menschen, die GLP-1-Rezeptoragonisten erhielten und eine Vollnarkose oder eine tiefe Sedierung bekamen, wurden Fälle einer Lungenentzündung durch eingeatmeten Mageninhalt (Aspirationspneumonie) berichtet [1, 4, 5, 6]. Der Sicherheitsausschuss PRAC der EMA empfahl in seiner Sitzung vom 8. bis 11. Juli 2024 neue Maßnahmen, um dieses Risiko zu verringern (Mitteilung vom 12.07.2024): Einen ursächlichen Zusammenhang konnte er nicht feststellen; wegen der bekannten verzögerten Magenentleerung und der berichteten Fälle sollten Fachleute und Behandelte aber informiert werden [9]. Seitdem steht in den Produktinformationen, dass vor Eingriffen mit Vollnarkose oder tiefer Sedierung das erhöhte Risiko zu bedenken ist, dass noch Reste von Mageninhalt im Magen sind [10, 1, 4, 5, 6].

Allgemein kommt es laut EMA je nach Risikofaktoren bei 1 von 900 bis 1 von 10.000 Vollnarkosen zu einer Aspiration oder Aspirationspneumonie [9]. Informieren Sie vor einer geplanten Operation die beteiligte Ärztin oder den beteiligten Arzt, dass Sie ein solches Mittel anwenden [9]. Was vorher zu beachten ist, legt das Behandlungsteam fest. Mehr unter Medikamente vor der OP und Narkose.

Schwangerschaft und Stillzeit

Semaglutid darf laut Fachinformation in der Schwangerschaft nicht angewendet werden und muss wegen der langen Halbwertszeit mindestens 2 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden [1, 2]. Tirzepatid wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen und sollte mindestens 1 Monat vorher abgesetzt werden [4]. Dulaglutid wird ebenfalls nicht empfohlen [5]. Liraglutid darf laut Fachinformation von Saxenda in der Schwangerschaft nicht angewendet werden; bei Kinderwunsch oder Eintritt einer Schwangerschaft wird die Behandlung abgebrochen [6]. Frauen, die schwanger werden können, wird laut den Fachinformationen von Ozempic, Wegovy und Mounjaro während der Behandlung eine Verhütung empfohlen; laut Packungsbeilage von Trulicity müssen sie verhüten [1, 2, 4, 5].

Das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité (Embryotox) schreibt: Erste Daten zu den GLP-1-Agonisten ergaben keinen Verdacht auf eine fruchtschädigende Wirkung, reichen aber für eine differenzierte Risikobewertung nicht aus [8]. Bei einem nicht insulinpflichtigen Typ-2-Diabetes sollten GLP-1-Analoga laut Embryotox in der Schwangerschaft auf Humaninsulin bzw. Insulinanaloga umgestellt werden; Metformin kann laut Embryotox eine alternative Behandlungsmöglichkeit sein [8]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

In der Stillzeit darf Semaglutid laut Fachinformation nicht angewendet werden; Dulaglutid und Liraglutid (Saxenda) sollen laut Fachinformation in der Stillzeit nicht angewendet werden [1, 2, 5, 6]. Tirzepatid könnte laut Fachinformation in der Stillzeit in Betracht gezogen werden: Nach einer einmaligen Gabe war es in der Muttermilch nicht nachweisbar bis sehr niedrig konzentriert, und geringe Mengen werden laut Fachinformation voraussichtlich abgebaut und vom Säugling nicht als wirksames Mittel aufgenommen; die Packungsbeilage rät, vorher mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen [4]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Absetzen

Die Packungsbeilagen von Ozempic, Mounjaro und Trulicity raten, die Behandlung nicht ohne Rücksprache abzubrechen: Bei Typ-2-Diabetes kann der Blutzucker danach ansteigen [1, 4, 5]. Semaglutid ist nach der letzten Dosis noch etwa 5 Wochen im Blut vorhanden [1]. Setzen Sie das Mittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Abgesetzt wird es laut Fachinformationen dagegen bei Verdacht auf eine Pankreatitis und, bei Semaglutid, bei einer bestätigten NAION [1, 4, 5, 6]. Die Angaben der Packungsbeilagen stehen unter Semaglutid absetzen und Tirzepatid absetzen; mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.

Unterschied zu DPP-4-Hemmern, SGLT2-Hemmern und Insulin

DPP-4-Hemmer wie Sitagliptin hemmen laut NVL das Enzym Dipeptidylpeptidase-4, sodass die körpereigenen, nach dem Essen ausgeschütteten Darmhormone (Inkretine) langsamer abgebaut werden; auch bei diesen oralen Antidiabetika nennt die NVL ein Risiko für Pankreatitis [15]. GLP-1-Rezeptoragonisten aktivieren den GLP-1-Rezeptor dagegen selbst [1]. SGLT2-Hemmer wie Empagliflozin erhöhen die Ausscheidung von Zucker über die Niere; im Therapie-Algorithmus der NVL stehen sie als Kombinationspartner von Metformin neben den GLP-1-Rezeptoragonisten [15].

Insuline werden ebenfalls gespritzt; Semaglutid, Dulaglutid und Liraglutid sind laut ihren Fachinformationen aber kein Ersatz für Insulin [1, 5, 6]. Laut IQWiG werden sie statt oder in Ergänzung zu Insulin angewendet und sollen Antidiabetika-Tabletten nicht ersetzen [16].

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ozempic (Semaglutid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Injektionslösung im Fertigpen. Novo Nordisk A/S. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Wegovy (Semaglutid), Anhang I: Fachinformation für Injektionslösung und Tabletten und Anhang III B: Packungsbeilagen. Novo Nordisk A/S. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  3. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Rybelsus (Semaglutid), Anhang I: Fachinformation. Novo Nordisk A/S. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
  4. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Mounjaro (Tirzepatid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Eli Lilly Nederland B.V.. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  5. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Trulicity (Dulaglutid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Eli Lilly Nederland B.V.. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
  6. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Saxenda (Liraglutid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Novo Nordisk A/S. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
  7. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Victoza (Liraglutid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Novo Nordisk A/S. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
  8. Embryotox Embryotox: Diabetes mellitus (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  9. Behörde Meeting highlights from the Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) 8-11 July 2024: New recommendations for GLP-1 receptor agonists to minimise risk of aspiration and pneumonia aspiration during general anaesthesia or deep sedation. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 12.07.2024. abgerufen am 12.10.2026
  10. Behörde PRAC-Signal: Glucagon-ähnliche Peptid-1 (GLP-1)-Rezeptor-Agonisten: Aspiration und Aspirationspneumonie. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  11. Behörde Meeting highlights from the Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) 8-11 April 2024: GLP-1 receptor agonists: available evidence not supporting link with suicidal and self-injurious thoughts and actions. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 12.04.2024. abgerufen am 12.10.2026
  12. Behörde PRAC concludes eye condition NAION is a very rare side effect of semaglutide medicines Ozempic, Rybelsus and Wegovy. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 06.06.2025 (überarbeitet 13.06.2025). abgerufen am 12.10.2026
  13. Behörde Fälschung des Arzneimittels Ozempic®: aktuelle Informationen (Mitteilungen vom 10.11.2023 und 15.02.2024). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 15.02.2024. abgerufen am 12.10.2026
  14. Informationsschreiben für Ärzt:innen: Ozempic® (Semaglutid) wieder verfügbar (veröffentlicht vom BfArM). Novo Nordisk Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  15. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes, Langfassung, Version 3.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-001). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 3.0, 2023 (gültig bis 15.05.2028). abgerufen am 12.10.2026
  16. Welche Medikamente helfen bei Typ-2-Diabetes?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.10.2023. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Was sind GLP-1-Agonisten?

GLP-1-Rezeptoragonisten ahmen das Darmhormon GLP-1 nach: Sie regen bei hohem Blutzucker die Insulinausschüttung an, senken die Glucagonausschüttung, entleeren den Magen langsamer und dämpfen den Appetit. Zur Gruppe gehören unter anderem Semaglutid, Liraglutid und Dulaglutid; Tirzepatid wirkt zusätzlich am Rezeptor des Hormons GIP. Die meisten werden unter die Haut gespritzt, Semaglutid gibt es auch als Tablette.

Welche Nebenwirkungen haben GLP-1-Agonisten?

Am häufigsten sind laut den Fachinformationen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung und Bauchschmerzen. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall treten laut mehreren Fachinformationen vor allem in der Anfangsphase auf und nehmen mit der Zeit ab. Außerdem können eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Gallensteine oder eine Gallenblasenentzündung auftreten. Zusammen mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin kann das Risiko einer Unterzuckerung erhöht sein. Wie häufig eine Beschwerde ist, hängt vom Wirkstoff und vom Anwendungsgebiet ab.

Welche GLP-1-Präparate sind zur Gewichtsregulierung zugelassen?

Von den hier beschriebenen Präparaten sind Wegovy (Semaglutid), Mounjaro (Tirzepatid) und Saxenda (Liraglutid) zur Gewichtsregulierung zugelassen: bei Erwachsenen mit einem BMI ab 30 kg/m² oder ab 27 kg/m² mit gewichtsbedingter Begleiterkrankung und immer ergänzend zu kalorienreduzierter Ernährung und mehr Bewegung. Ozempic, Rybelsus, Victoza und Trulicity sind nur bei Typ-2-Diabetes zugelassen. Ob ein Mittel für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Ist Tirzepatid ein GLP-1-Agonist?

Tirzepatid ist laut Fachinformation ein GIP- und GLP-1-Rezeptoragonist: Es aktiviert die Rezeptoren beider Hormone. Die Fachinformation von Tirzepatid enthält ebenfalls Warnhinweise, etwa zur Pankreatitis und zur Aspiration bei Narkosen.

Was muss ich vor einer Operation beachten?

Bei Menschen, die GLP-1-Rezeptoragonisten erhielten und eine Vollnarkose oder tiefe Sedierung bekamen, wurden Fälle einer Lungenentzündung durch eingeatmeten Mageninhalt berichtet. Weil sich der Magen langsamer entleert, können noch Reste von Mageninhalt im Magen sein. Einen ursächlichen Zusammenhang konnte der Sicherheitsausschuss der EMA nicht feststellen; er empfahl im Juli 2024 aber, Fachleute und Behandelte darauf hinzuweisen. Informieren Sie vor einer geplanten Operation das Behandlungsteam, dass Sie ein solches Mittel anwenden; was vorher zu beachten ist, legt das Team fest.

Darf ich GLP-1-Agonisten in der Schwangerschaft anwenden?

Semaglutid und Liraglutid (Saxenda) dürfen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, Tirzepatid und Dulaglutid werden nicht empfohlen; Semaglutid muss mindestens 2 Monate, Tirzepatid mindestens 1 Monat vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden. Laut Embryotox ergaben erste Daten keinen Verdacht auf eine fruchtschädigende Wirkung, reichen aber für eine differenzierte Risikobewertung nicht aus. Danach sollten GLP-1-Analoga bei nicht insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes in der Schwangerschaft auf Insulin umgestellt werden; Metformin kann laut Embryotox eine Alternative sein. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie hoch ist die Dosis?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Angaben der Packungsbeilagen stehen auf den Wirkstoffseiten im Abschnitt Dosierung, etwa bei Semaglutid, Tirzepatid, Dulaglutid und Liraglutid.

Kann ich das Mittel einfach absetzen?

Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache ab: Bei Typ-2-Diabetes kann der Blutzucker danach wieder ansteigen. Semaglutid ist nach der letzten Dosis noch etwa 5 Wochen im Blut vorhanden. Bei starken, anhaltenden Schmerzen in Bauch und Rücken suchen Sie dagegen sofort ärztliche Hilfe; bei Verdacht auf eine Pankreatitis wird das Mittel abgesetzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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