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Gallensteine
Gallensteine sind Ablagerungen aus verdickter Gallenflüssigkeit in der Gallenblase oder in den Gallengängen; viele Menschen merken nichts davon und brauchen dann in der Regel keine Behandlung. Gegen Koliken sind laut IQWiG vor allem entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wirksam; dauerhaft verhindern lassen sich Koliken und Komplikationen laut IQWiG nur, wenn die Gallenblase oder die Steine aus dem Gallengang entfernt werden. Bei heftigen Oberbauchschmerzen mit Übelkeit, Erbrechen und Fieber sollte laut IQWiG schnell eine Arztpraxis oder eine Klinik aufgesucht werden.

Gallensteine sind Ablagerungen aus verdickter Gallenflüssigkeit, die sich in der Gallenblase oder in den Gallengängen bilden [5]. Viele Menschen haben Gallensteine, ohne etwas davon zu merken; dann braucht es in der Regel keine Behandlung [2]. Gegen schmerzhafte Koliken sind laut IQWiG vor allem entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wirksam [3]. Koliken und Komplikationen dauerhaft verhindern lässt sich laut IQWiG nur, wenn die Gallenblase oder die Steine aus dem Gallengang entfernt werden [2, 3].
Was sind Gallensteine?
Die Gallenblase ist ein kleines, birnenförmiges Organ auf der rechten Bauchseite unterhalb der Leber. Sie speichert die Galle aus der Leber und dickt sie ein [2]. Die Gallenflüssigkeit ist für die Verdauung von Fetten im Darm wichtig. Sie besteht aus Wasser und verschiedenen Stoffen, die zum Teil nicht wasserlöslich sind; verklumpen diese Stoffe, entstehen Gallensteine [2]. Die meisten Gallensteine bestehen vorwiegend aus Cholesterin. Seltener sind Pigmentsteine aus Kalzium und Bilirubin, einem gelblichen Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs [2, 5].
Steine in der Gallenblase heißen Cholezystolithiasis, Steine in den Gallenwegen Choledocholithiasis. Die meisten Steine im Gallengang sind in der Gallenblase entstanden und dann in den Hauptgallengang gewandert [2, 5]. Schätzungen zufolge haben 5 bis 25 Prozent der Bevölkerung Gallensteine. Menschen über 40 Jahre sind häufiger betroffen, Frauen mehr als Männer; die meisten haben keine Beschwerden [2, 5].
Symptome
Das typische Anzeichen sind sehr unangenehme, krampfartige Oberbauchschmerzen (Koliken). Sie können entstehen, wenn Gallensteine den Ausgang der Gallenblase oder die Mündung des Gallengangs in den Zwölffingerdarm blockieren. Die Schmerzen kommen in Wellen, klingen meist nach spätestens einer Stunde ab und verschwinden einige Stunden später ganz. Sie können in den Rücken und in die rechte Schulter ausstrahlen [2, 5]. Die S3-Leitlinie Gallensteinleiden der DGVS (Stand 04/2018, sie wird derzeit überarbeitet) beschreibt als charakteristische Symptome gut erinnerliche Schmerzattacken von mehr als 15 Minuten Dauer in der Magengrube (Epigastrium) oder im rechten Oberbauch; nicht selten besteht zudem Übelkeit, gelegentlich auch Erbrechen. Schon bei den ersten Beschwerden können danach Komplikationen vorliegen (Statement, Evidenzlevel 3) [1].
Manche Menschen mit Gallensteinen berichten auch über Völlegefühl, unklare Bauchschmerzen, häufige Blähungen, Durchfall, Sodbrennen, Übelkeit oder Erbrechen [2]. Steine im Gallengang können eine Gelbsucht (Ikterus) auslösen, erkennbar an einer gelblichen Verfärbung von Haut und Augen; zusätzlich können der Urin dunkel und der Stuhl hell verfärbt sein [2, 5].
Laut IQWiG bekommen etwa 2 bis 4 von 100 Menschen mit Gallensteinen innerhalb eines Jahres spürbare Beschwerden [2, 5]. Das Risiko für Komplikationen ist erhöht, wenn bereits typische Beschwerden wie Koliken aufgetreten sind: Pro Jahr kommt es bei etwa 0,2 Prozent der beschwerdefreien Menschen mit Gallensteinen zu Komplikationen, bei Menschen mit Gallensteinbeschwerden bei etwa 2 Prozent [2, 5].
Ursachen und Risikofaktoren
Gallensteine werden ab dem Alter von 40 Jahren häufiger. Hatten bereits mehrere Angehörige Gallensteine, ist es wahrscheinlicher, selbst welche zu bekommen [2]. Außerdem erhöhen laut IQWiG diese Faktoren das Risiko [2]:
- eine Schwangerschaft,
- die Verhütungspille oder Östrogentabletten, zum Beispiel in den Wechseljahren (Hormontherapie),
- eine Funktionsstörung der Gallenblase, bei der sie sich nicht richtig zusammenziehen kann,
- ein Kurzdarm-Syndrom nach der chirurgischen Entfernung eines großen Teils des Dünndarms,
- Diabetes mellitus,
- eine Leberzirrhose, zum Beispiel durch hohen Alkoholkonsum,
- starkes Übergewicht und starker Gewichtsverlust in kurzer Zeit, zum Beispiel nach einer Magenverkleinerung,
- spezielle, kalorienreiche Sondennahrung,
- Erkrankungen mit erhöhtem Abbau roter Blutkörperchen (Hämolyse).
Als etablierte äußere Risikofaktoren für Cholesterinsteine in der Gallenblase nennt die S3-Leitlinie (Stand 04/2018) körperliche Inaktivität, kalorienreiche und faserarme Ernährung, Übergewicht und Adipositas. Bei rascher Gewichtsabnahme von mehr als 1,5 Kilogramm pro Woche unter einer Reduktionsdiät steigt das Steinrisiko danach signifikant an; auch Gewichtsschwankungen sind ein unabhängiger Risikofaktor [1].
Medikamente als Ursache: Bei der Abwägung von Nutzen und Risiko einer östrogenbasierten Hormontherapie soll laut S3-Leitlinie (Stand 04/2018) das erhöhte Risiko für Gallenblasensteine und Gallenbeschwerden berücksichtigt werden (Empfehlungsgrad A, Evidenzlevel 1) [1]. Mehr dazu: Hormonersatztherapie und Verhütungsmittel. Unter den GLP-1-Analoga Semaglutid (Ozempic) und Liraglutid (Saxenda) sind Gallensteine laut Packungsbeilage häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [18, 19]. Laut Fachinformation von Saxenda traten Gallensteine und Gallenblasenentzündungen in Studien zur Gewichtsregulierung häufiger auf als unter Placebo; der starke Gewichtsverlust erklärte das nur teilweise [19]. Bei starken Schmerzen im Oberbauch, die gewöhnlich rechts unterhalb der Rippen am schlimmsten sind und bis in Rücken oder rechte Schulter ziehen können, sollen Sie die Anwendung von Saxenda laut Packungsbeilage unterbrechen und sofort ärztlichen Kontakt aufnehmen [19]. Mehr dazu: GLP-1-Agonisten.
Diagnose
Gallensteine werden manchmal zufällig entdeckt, etwa bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraums aus anderen Gründen. Bei Beschwerden folgen auf das Gespräch eine körperliche Untersuchung und ein Ultraschall des Bauchraums; das reicht für die Diagnose meist aus [2, 5].
Steine im Gallengang sind im normalen Ultraschall schwerer zu erkennen; dann kann sich eine Ultraschalluntersuchung über ein Endoskop (Endosonografie) oder eine Magnetresonanz-Cholangiografie anschließen. Eine endoskopisch-retrograde Cholangiografie (ERC) wird meist erst eingesetzt, wenn man sich sehr sicher ist, dass Steine im Gallengang liegen; dabei können sie direkt entfernt werden [2]. Gibt es Hinweise auf Steine im Gallengang, sollen laut S3-Leitlinie (Stand 04/2018) bestimmte Blutwerte, unter anderem Bilirubin und Lipase, bestimmt und ein systematischer Ultraschall gemacht werden (Empfehlungsgrad A) [1].
Behandlung ohne Medikamente
Ohne Beschwerden: Verursachen Gallensteine keine Beschwerden, gibt es in der Regel keinen Anlass, sie zu behandeln. Jede Behandlung kann Nebenwirkungen haben, und Operationen sind immer mit einem gewissen Risiko verbunden [2]. Menschen mit sehr großen Gallenblasensteinen oder bestimmten Formen einer Porzellangallenblase, bei der die Wand der Gallenblase verkalkt ist, haben ein erhöhtes Risiko für Gallenblasenkrebs [2]. Dann kann eine Entfernung der Gallenblase laut IQWiG auch infrage kommen, wenn keine Beschwerden bestehen [2].
Operation: Die Gallenblase zu entfernen (Cholezystektomie), wird laut gesund.bund.de nur bei wiederkehrenden Beschwerden oder Komplikationen empfohlen [5]. Laut IQWiG ist die Entfernung der Gallenblase oder der Steine aus dem Gallengang die einzige Möglichkeit, schmerzhaften Koliken und Komplikationen dauerhaft vorzubeugen. Ob und wann man sich dafür entscheidet, hängt unter anderem von der Stärke der Beschwerden, dem Komplikationsrisiko und möglichen Begleiterkrankungen ab [2, 3]. Ärztinnen und Ärzte, die eine Gallenblasen-Operation empfehlen, müssen auf das Recht auf eine kostenlose zweite ärztliche Meinung hinweisen [2]. Meist wird die Gallenblase bei einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) unter Vollnarkose über 3 bis 4 kleine Einschnitte entfernt [3]. Mehr dazu: Narkose und Medikamente vor der OP.
Steine im Gallengang führen häufiger zu Entzündungen der Gallengänge und der Bauchspeicheldrüse als Steine in der Gallenblase. Sie können sich aber auch von selbst lösen und in den Dünndarm abgehen; ob sie entfernt werden müssen, bespricht man mit der Ärztin oder dem Arzt. Entfernt werden sie meist bei einer ERC [3]. Eine Zertrümmerung von Gallenblasensteinen mit Stoßwellen von außen (ESWL) wird laut S3-Leitlinie (Stand 04/2018) nicht empfohlen (Empfehlungsgrad A) [1].
Vorbeugung: Ob bestimmte Verhaltensweisen dabei helfen, Gallensteinen vorzubeugen, ist laut IQWiG nicht gut untersucht. Es spricht aber manches dafür, dass ein gesunder Lebensstil dazu beitragen kann, das Risiko für Gallensteine und damit verbundene Beschwerden zu verringern. Dazu gehört, regelmäßig körperlich aktiv zu sein, sich ausgewogen zu ernähren und starkes Übergewicht zu vermeiden [2]. Eine generelle Vorbeugung mit Medikamenten wird laut S3-Leitlinie (Stand 04/2018) nicht empfohlen [1].
Behandlung mit Medikamenten

Gallenkolik: Zur Linderung schmerzhafter Koliken gibt es laut IQWiG verschiedene Schmerzmittel und krampflösende Medikamente. Wirksam sind vor allem nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen. Auch Beschwerden wie Völlegefühl oder Übelkeit lassen sich mit Medikamenten behandeln [2, 3]. Laut S3-Leitlinie Gallensteinleiden (Stand 04/2018, sie wird derzeit überarbeitet) muss bei der akuten Gallenkolik zwischen der sofort nötigen Schmerzbehandlung und der Behandlung der Ursache unterschieden werden; zur Hemmung der Bewegungen der Gallenwege ist zunächst eine Nahrungspause angezeigt. Bei starken Schmerzen können danach zusätzlich Opioide eingesetzt werden (Empfehlungsgrad 0, Evidenzlevel 4), und schwächer wirksame Schmerzmittel wie Metamizol oder Paracetamol können laut Hintergrundtext ausreichen [1]. Welches Mittel infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| NSAR (entzündungshemmende Schmerzmittel) | Ibuprofen [3, 7] | Entzündungshemmendes und schmerzstillendes Mittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika [7] | Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten: Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut verursachen können [7] |
| Nichtopioid-Analgetika | Metamizol, Paracetamol [1, 8, 10] | Metamizol wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und krampflösend [9]; Paracetamol wirkt schmerzstillend und fiebersenkend [10] | Für beide nennen die Packungsbeilagen keine häufigen Nebenwirkungen. Metamizol gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100: violetter bis tiefroter, zum Teil blasiger Hautausschlag und Blutdruckabfall; sehr selten eine starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) [8]. Paracetamol selten, also bei bis zu 1 von 1.000: leichter Anstieg bestimmter Leberenzyme [10] |
| Krampflösende Mittel (Spasmolytika) | Butylscopolamin als Spritze (Buscopan Ampullen) [11] | Vermindert die Spannung der glatten Muskulatur im Magen-Darm-Trakt, in den Gallenwegen und im Urogenitaltrakt [12] | Häufig laut Packungsbeilage der Ampullen, also bei 1 bis 10 von 100 Behandelten: gestörte Anpassung des Auges an unterschiedliche Sehweiten, schneller Herzschlag, Schwindel und Mundtrockenheit [11] |
| Gallensäuren | Ursodeoxycholsäure [13] | Verringert die Sättigung der Galle mit Cholesterin; Cholesterinsteine lösen sich vermutlich allmählich auf [14] | Häufig: breiartiger Stuhlgang oder Durchfall [13] |
| Antibiotika (bei einer Entzündung von Gallenblase oder Gallengang) | Auswahl in der Klinik durch die Ärztin oder den Arzt [4] | Wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren [21] | Können selbst Durchfall auslösen, weil sie die normale Darmflora angreifen [21] |
Anwendungsgebiete: Rezeptfreie Präparate mit Ibuprofen sind laut Packungsbeilage zur kurzzeitigen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen wie Kopf-, Zahn- und Regelschmerzen und von Fieber zugelassen [7], Paracetamol zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen und von Fieber [10]. Metamizol ist verschreibungspflichtig und unter anderem bei krampfartigen Leibschmerzen (Koliken) zugelassen [8, 9]. Butylscopolamin als Spritze (Buscopan Ampullen) ist unter anderem bei Krämpfen im Bereich von Magen, Darm, Gallenwegen und ableitenden Harnwegen zugelassen [11]. Die Angaben der Packungsbeilagen zur Dosis stehen auf den Wirkstoffseiten unter Metamizol und Ibuprofen.
Gallensteine auflösen
Medikamente werden laut IQWiG eher selten eingesetzt, um Gallensteine zu entfernen. Möglich ist das nur bei kleinen, frisch entstandenen Cholesterinsteinen in der Gallenblase: Mittel mit dem Wirkstoff Ursodeoxycholsäure, einer Gallensäure, können solche Steine auflösen und müssen meist über mehrere Monate eingenommen werden. Nach der Behandlung bilden sich allerdings häufig neue Steine; diese Behandlung wird daher nur wenigen Menschen mit leichten Beschwerden oder seltenen Koliken vorgeschlagen [3].
Ursofalk ist laut Packungsbeilage zur Auflösung von Gallensteinen aus Cholesterin zugelassen, die auf dem Röntgenbild keinen Schatten geben und nicht größer als 15 mm im Durchmesser sein sollten; die Gallenblase muss trotz der Steine funktionsfähig sein [13]. Nicht eingenommen werden darf es unter anderem bei einer akuten Entzündung von Gallenblase und Gallenwegen, bei verschlossenen Gallenwegen, bei häufigen krampfartigen Oberbauchschmerzen (Gallenkoliken), bei verkalkten Gallensteinen und wenn sich die Gallenblase nicht mehr richtig zusammenziehen kann [13]. Die Auflösung dauert im Allgemeinen 6 bis 24 Monate. Hat sich nach 12 Monaten keine Verkleinerung der Steine gezeigt, sollte die Behandlung nicht weitergeführt werden [13]. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosis stehen unter Dosierung.
Entzündung von Gallenblase oder Gallengängen
Eine Gallenblasenentzündung wird laut IQWiG in der Klinik behandelt, zunächst mit Antibiotika und Schmerzmitteln. Bis die akute Entzündung abgeklungen ist, darf man nicht oder nur eingeschränkt essen und trinken und bekommt eine Infusion. Empfohlen wird danach, die Gallenblase rasch (innerhalb eines Tages) operativ entfernen zu lassen, um erneute Beschwerden oder Komplikationen zu vermeiden. Bei einer leichten Entzündung kann unter Umständen auf einen Eingriff verzichtet und abgewartet werden; dann ist das Risiko für schwerwiegende Folgen allerdings erhöht [4].
Bei einer Entzündung des Gallengangs (Cholangitis) besteht laut IQWiG die Gefahr, dass sich auch die Bauchspeicheldrüse entzündet oder es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommt. Deshalb werden die Gallensteine so rasch wie möglich aus den Gallengängen entfernt, in der Regel bei einer ERC; zudem werden Schmerzmittel und Antibiotika gegeben [4]. Mehr im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.
Nach der Operation: Nach einer Entfernung der Gallenblase per Bauchspiegelung soll die Schmerzbehandlung laut S3-Leitlinie (Stand 04/2018) nach dem dreistufigen Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfolgen (Empfehlungsgrad A) [1]. Mehr im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
Schwangerschaft
Die Entfernung der Gallenblase per Bauchspiegelung kann laut S3-Leitlinie (Stand 04/2018) bei dringlichem Grund in jedem Schwangerschaftsdrittel erfolgen (Empfehlungsgrad 0). Frauen, die schon im ersten Schwangerschaftsdrittel Beschwerden bekommen, sollten wegen der erheblichen Gefahr erneuter Beschwerden früh geplant operiert werden (Empfehlungsgrad B) [1]. Ibuprofen darf laut Packungsbeilage in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht eingenommen werden; in den ersten 6 Monaten sollte es nur eingenommen werden, wenn es absolut notwendig ist und ärztlich empfohlen wird [7]. Metamizol darf im letzten Schwangerschaftsdrittel nicht angewendet werden, im ersten und zweiten wird es generell nicht empfohlen [8]. Buscopan Ampullen sollten Sie laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nicht anwenden [11], Ursofalk nur, wenn die Ärztin oder der Arzt es für absolut erforderlich hält [13]. Paracetamol kann laut Packungsbeilage falls erforderlich in der Schwangerschaft eingenommen werden, in der geringstmöglichen Dosis und für den kürzestmöglichen Zeitraum [10]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Nebenwirkungen der Medikamente
NSAR: Unter Ibuprofen sind laut Packungsbeilage Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung sowie geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [7]. Mehr dazu: Magenbeschwerden und Blutungen und Blutbild. Laut Risikoinformation des BfArM vom 27.07.2015 (Bescheid im Stufenplanverfahren vom 22.07.2015) kamen die EU-Gremien zu dem Ergebnis, dass Menschen, die Ibuprofen hochdosiert anwenden, ein ähnliches Risiko für Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen haben wie bei einigen anderen NSAR, einschließlich COX-2-Hemmern und Diclofenac; bis zur höchsten rezeptfreien Tagesdosis zum Einnehmen sahen sie keine Zunahme. Hohe Dosierungen sollten danach bei schweren Herz- oder Kreislauferkrankungen und nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall vermieden werden [16]. Für Diclofenac zur systemischen Anwendung besteht laut Rote-Hand-Brief vom Juli 2013 (vom BfArM am 16.07.2013 veröffentlicht) eine Gegenanzeige bei bestehender Herzschwäche (NYHA-Stadien II bis IV), ischämischer Herzerkrankung, peripherer Arterienerkrankung oder Erkrankungen der Hirngefäße [15]; auch die Packungsbeilage der rezeptfreien Tabletten nennt festgestellte Herz- oder Hirngefäßkrankheiten und die periphere arterielle Verschlusskrankheit als Gegenanzeige [6]. Mehr im Ratgeber Ibuprofen oder Diclofenac.
Metamizol kann sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, eine Agranulozytose auslösen [8]; sie kann laut Rote-Hand-Brief vom 09.12.2024 zu schweren oder tödlichen Infektionen führen. Frühzeichen sind danach Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und schmerzhafte Schleimhautveränderungen, vor allem in Mund, Nase und Rachen oder im Genital- oder Analbereich. Sie können jederzeit während der Behandlung und auch kurz nach ihrem Ende auftreten; dann muss die Behandlung abgebrochen und sofort eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden [17]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Eine routinemäßige Kontrolle des Blutbilds wird laut Rote-Hand-Brief nicht mehr empfohlen [17]. Übelkeit, Fieber, dunkler Urin, heller Stuhl, eine Gelbfärbung von Haut oder Augen oder Schmerzen im Oberbauch können laut Packungsbeilage Anzeichen eines Leberschadens sein, Häufigkeit nicht bekannt; dann nehmen Sie Metamizol nicht weiter ein und suchen umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf [8]. Auf das Risiko eines Leberschadens weist auch der Rote-Hand-Brief vom 15.12.2020 hin: Bei solchen Frühzeichen soll die Einnahme beendet und die Leberfunktion ärztlich geprüft werden [22]. Mehr dazu: Leberwerte.
Butylscopolamin: Viele seiner Nebenwirkungen gehen auf die anticholinergen Eigenschaften zurück [12]. Häufig sind laut Packungsbeilage der Spritze eine gestörte Anpassung des Auges an unterschiedliche Sehweiten, ein schneller Herzschlag, Schwindel und Mundtrockenheit [11]. Bei Herzvorerkrankungen ist bei der Spritze Vorsicht geboten, Betroffene sollten überwacht werden; nach der Spritze sind allergische Reaktionen bis zum Schock aufgetreten [12]. Entwickelt sich nach der Spritze eine schmerzhafte Augenrötung mit Sehverlust, könnte ein bisher nicht erkanntes Glaukom vorliegen; dann sollte umgehend eine Augenärztin oder ein Augenarzt aufgesucht werden [11, 12]. Mehr dazu: Mundtrockenheit und Sehstörungen.
Ursodeoxycholsäure: Häufig sind breiartiger Stuhlgang oder Durchfall. Dann informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, weil möglicherweise die Dosis verringert oder die Behandlung beendet werden muss [13]. Sehr selten können Gallensteine verkalken [13]. In den ersten 3 Monaten sollen die Leberwerte alle 4 Wochen kontrolliert werden, danach alle 3 Monate; bei der Steinauflösung sollte nach 6 bis 10 Monaten eine bildgebende Untersuchung der Gallenblase erfolgen [13]. Frauen, die damit Gallensteine auflösen, sollten laut Packungsbeilage wirksam und nicht hormonell verhüten, weil hormonelle Verhütungsmittel die Bildung von Gallensteinen fördern können [13]. Mehr dazu: Durchfall durch Medikamente.
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [8]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Leben ohne Gallenblase
Meist hat der Verlust der Gallenblase laut IQWiG keine größeren Nachteile. Die Gallenflüssigkeit fließt dann ohne Zwischenspeicherung direkt über den Gallengang in den Dünndarm; manche Menschen haben deshalb etwas häufiger und weicheren Stuhlgang, auch häufigere Durchfälle sind möglich [3]. Eine Operation führt meist dazu, dass keine Koliken mehr auftreten, ist aber keine Garantie, dass die Bauchbeschwerden ganz verschwinden. Völlegefühl, Blähungen und Bauchschmerzen können bleiben, und in den Gallengängen können sich weiter Steine bilden [3].
Nach der Operation ist es meist nicht nötig, sich anders zu ernähren oder eine spezielle Diät einzuhalten [3].
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Kommen zu Gallensteinen starke, anhaltende Schmerzen im rechten Oberbauch, Fieber und Schüttelfrost hinzu, kann laut IQWiG eine akute Entzündung der Gallenblase dahinterstecken; der rechte Oberbauch schmerzt dann bei Berührung und ist gespannt [4]. Breitet sich eine Entzündung über das Blut im gesamten Körper aus (Sepsis), ist das lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden [4]. Eine Entzündung des Gallengangs zeigt sich ebenfalls mit starken Oberbauchschmerzen, Fieber und Schüttelfrost, manchmal mit einer Gelbsucht [4]. Bei heftigen Oberbauchschmerzen mit Übelkeit, Erbrechen und Fieber, möglichen Zeichen einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, sollte laut IQWiG schnell eine Arztpraxis oder eine Klinik aufgesucht werden [4].
Akute Bauchschmerzen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Praxen geschlossen sind und die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann. Akute und anhaltende stärkste Schmerzzustände, Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung sind Fälle für den Notruf 112 [20].
Quellen
- Leitlinie S3-Leitlinie Gallensteinleiden (Prävention, Diagnostik und Behandlung von Gallensteinen), Version 2.0 (AWMF-Register-Nr. 021-008), digitale Fassung mit Empfehlungen 4.1 bis 7.10 und Hintergrundtexten; wird laut DGVS derzeit aktualisiert. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). Stand 04/2018. abgerufen am 17.10.2026
- Gallensteine. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 17.05.2023. abgerufen am 17.10.2026
- Wie können Gallensteine behandelt werden?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 17.05.2023. abgerufen am 17.10.2026
- Komplikationen durch Gallensteine. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 17.05.2023. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Gallensteine. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 04.04.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclo-ratiopharm bei Schmerzen und Fieber 25 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Buscopan Ampullen 20 mg/1 ml Injektionslösung (verschreibungspflichtig). A. Nattermann & Cie. GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Buscopan Ampullen 20 mg/1 ml Injektionslösung. A. Nattermann & Cie. GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ursofalk 250 mg Kapseln. Dr. Falk Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ursofalk 250 mg Kapseln. Dr. Falk Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Diclofenac-haltigen Arzneimitteln: Kardiovaskuläre Risiken. Zulassungsinhaber systemisch angewendeter Diclofenac-haltiger Arzneimittel; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte am 16.07.2013. Stand 07/2013. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Ibuprofenhaltige Arzneimittel: Kardiovaskuläre Nebenwirkungen (Bescheid im Stufenplanverfahren vom 22.07.2015). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 27.07.2015. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Metamizolhaltige Arzneimittel, Wichtige Maßnahmen zur Minimierung der schwerwiegenden Folgen des bekannten Risikos für Agranulozytose. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 09.12.2024. abgerufen am 17.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ozempic (Semaglutid), Anhang III B: Packungsbeilage. Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 17.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Saxenda (Liraglutid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer", "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Durchfall. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 08.02.2023. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Metamizol, Risiko für arzneimittelbedingten Leberschaden. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 15.12.2020. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Was hilft bei einer Gallenkolik?
Zur Linderung schmerzhafter Koliken gibt es laut IQWiG verschiedene Schmerzmittel und krampflösende Medikamente; wirksam sind vor allem entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Ibuprofen. Laut S3-Leitlinie der DGVS (Stand 04/2018, sie wird derzeit überarbeitet) können bei starken Schmerzen zusätzlich Opioide eingesetzt werden (Empfehlungsgrad 0); schwächer wirksame Schmerzmittel wie Metamizol oder Paracetamol können laut Hintergrundtext der Leitlinie ausreichen. Zur Hemmung der Bewegungen der Gallenwege ist danach zunächst eine Nahrungspause angezeigt. Welches Mittel für Sie infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Kann man Gallensteine mit Medikamenten auflösen?
Laut IQWiG ist das nur bei kleinen, frisch entstandenen Cholesterinsteinen in der Gallenblase möglich; Mittel mit Ursodeoxycholsäure können solche Steine auflösen. Weil sich danach häufig neue Steine bilden, wird diese Behandlung laut IQWiG nur wenigen Menschen mit leichten Beschwerden oder seltenen Koliken vorgeschlagen. Zugelassen ist Ursofalk laut Packungsbeilage für Cholesterinsteine, die auf dem Röntgenbild keinen Schatten geben und nicht größer als 15 mm im Durchmesser sein sollten, bei funktionsfähiger Gallenblase. Die Auflösung dauert danach im Allgemeinen 6 bis 24 Monate.
Müssen Gallensteine operiert werden?
Nicht immer. Wenn Gallensteine keine Beschwerden verursachen, gibt es laut IQWiG in der Regel keinen Anlass, sie zu behandeln. Die Gallenblase zu entfernen, wird laut gesund.bund.de nur bei wiederkehrenden Beschwerden oder Komplikationen empfohlen. Laut IQWiG hängt die Entscheidung unter anderem von der Stärke der Beschwerden, dem Komplikationsrisiko und Begleiterkrankungen ab; wer eine Gallenblasen-Operation empfohlen bekommt, hat das Recht auf eine kostenlose zweite ärztliche Meinung.
Welche Medikamente können Gallensteine begünstigen?
Laut IQWiG erhöhen die Verhütungspille und Östrogentabletten, zum Beispiel in den Wechseljahren, das Risiko für Gallensteine. Unter Semaglutid (Ozempic) und Liraglutid (Saxenda) sind Gallensteine laut Packungsbeilage häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Laut Fachinformation von Saxenda traten Gallensteine und Gallenblasenentzündungen in Studien zur Gewichtsregulierung häufiger auf als unter Placebo. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Woran erkenne ich eine Gallenblasenentzündung?
Eine akute Entzündung der Gallenblase macht sich laut IQWiG durch starke, anhaltende Schmerzen im rechten Oberbauch, Fieber und Schüttelfrost bemerkbar; der rechte Oberbauch schmerzt bei Berührung und ist gespannt. Die Schmerzen können in die rechte Schultergegend ausstrahlen. Eine Gallenblasenentzündung wird laut IQWiG in der Klinik behandelt, zunächst mit Antibiotika und Schmerzmitteln.
Was darf ich nach einer Gallenblasen-OP essen?
Nach einer Operation ist es laut IQWiG meist nicht nötig, sich anders zu ernähren oder eine spezielle Diät einzuhalten; viele Menschen vertragen ihre gewohnten Speisen genauso gut wie vorher. Manche haben häufiger und weicheren Stuhlgang. Werden bestimmte Lebensmittel nicht mehr vertragen, kann eine Umstellung der Ernährung sinnvoll sein; häufig wird dann eine fettärmere und ballaststoffreichere Kost empfohlen.
Was gilt bei Gallensteinen in der Schwangerschaft?
Die Entfernung der Gallenblase per Bauchspiegelung kann laut S3-Leitlinie (Stand 04/2018) bei dringlichem Grund in jedem Schwangerschaftsdrittel erfolgen (Empfehlungsgrad 0); Frauen, die schon im ersten Schwangerschaftsdrittel Beschwerden bekommen, sollten früh geplant operiert werden (Empfehlungsgrad B). Ibuprofen darf laut Packungsbeilage in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, Metamizol darf im letzten Schwangerschaftsdrittel nicht angewendet werden. Sprechen Sie vor jedem Medikament mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kann man Gallensteinen vorbeugen?
Ob bestimmte Verhaltensweisen Gallensteinen vorbeugen, ist laut IQWiG nicht gut untersucht. Es spricht aber manches dafür, dass ein gesunder Lebensstil dazu beitragen kann, das Risiko für Gallensteine und damit verbundene Beschwerden zu verringern; dazu gehört, regelmäßig körperlich aktiv zu sein, sich ausgewogen zu ernähren und starkes Übergewicht zu vermeiden. Eine generelle Vorbeugung mit Medikamenten wird laut S3-Leitlinie (Stand 04/2018) nicht empfohlen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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