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Semaglutid: Nebenwirkungen und Wirkung

Semaglutid ist ein verschreibungspflichtiger GLP-1-Rezeptoragonist. Als Ozempic (Injektion) und Rybelsus (Tabletten) ist es zur Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen zugelassen, als Wegovy ergänzend zu kalorienreduzierter Ernährung und mehr Bewegung zur Gewichtsregulierung bei Adipositas oder bei Übergewicht mit gewichtsbedingter Begleiterkrankung. Sehr häufig sind Übelkeit und Durchfall. Bei starken, anhaltenden Bauchschmerzen suchen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Frau und Mann Ende fünfzig gehen an einem sonnigen Frühlingstag gemeinsam durch einen Stadtpark
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Übelkeit (Nausea), die meist im Laufe der Zeit nachlässt[1, 2]
  • Sehr häufig: Durchfall, der meist im Laufe der Zeit nachlässt[1, 2]
  • Sehr häufig: Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin; Warnzeichen können plötzlich auftreten: kalter Schweiß, kühle blasse Haut, Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, Übelkeit oder starkes Hungergefühl, Sehstörungen, Müdigkeit oder Schwäche, Nervosität, Ängstlichkeit oder Verwirrung, Konzentrationsschwierigkeiten oder Zittern[1, 2]
  • Häufig: Komplikationen bei diabetischer Augenerkrankung (Retinopathie)[1, 2]
  • Häufig: Erbrechen[1, 2]
  • Häufig: Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit Diabetesmitteln zum Einnehmen außer Sulfonylharnstoffen[1, 2]
  • Häufig: Verdauungsstörung (Dyspepsie)[1, 2]
  • Häufig: Magenschleimhautentzündung (Gastritis) mit Magenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen[1, 2]
  • Häufig: Sodbrennen (gastroösophageale Refluxkrankheit)[1, 2]
  • Häufig: Magenschmerzen (Abdominalschmerz)[1, 2]
  • Häufig: Aufgeblähter Bauch (abdominelles Spannungsgefühl)[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung (Obstipation)[1, 2]
  • Häufig: Aufstoßen (Eruktation)[1, 2]
  • Häufig: Blähungen (Flatulenz)[1, 2]
  • Häufig: Gallensteine (Cholelithiasis)[1, 2]
  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit (Erschöpfung)[1, 2]
  • Häufig: Geringerer Appetit[1, 2]
  • Häufig: Gewichtsverlust[1, 2]
  • Häufig: Erhöhung von Bauchspeicheldrüsenenzymen (Lipase und Amylase)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Semaglutid eingesetzt?

Semaglutid ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten [2, 7]. Er ist in drei Präparaten mit unterschiedlichen Anwendungsgebieten zugelassen; maßgeblich ist das Präparat, das Ihnen verordnet wurde [1, 3, 5].

Ozempic (Injektion) ist zur Behandlung eines unzureichend kontrollierten Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen zugelassen, ergänzend zu Diät und körperlicher Aktivität: allein, wenn Metformin wegen einer Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen ungeeignet ist, oder zusätzlich zu anderen Diabetesmitteln, auch zu Insulin [1, 2]. Laut Packungsbeilage kann es bei Typ-2-Diabetes außerdem helfen, einer Herzerkrankung vorzubeugen, und es hilft, eine Verschlechterung der Nierenfunktion zu verlangsamen [1]. Rybelsus enthält Semaglutid als Tablette und ist ebenfalls zur Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen zugelassen [5].

Wegovy (Injektion und Tabletten) ist ergänzend zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr körperlicher Aktivität zur Gewichtsregulierung zugelassen, einschließlich Gewichtsabnahme und Gewichtserhaltung. Die Zulassung gilt für Erwachsene mit einem Body-Mass-Index (BMI) ab 30 kg/m², also mit Adipositas, oder mit einem BMI von 27 bis unter 30 kg/m² und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung wie Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, obstruktiver Schlafapnoe oder Herz-Kreislauf-Erkrankung [3]. Die Wegovy-Injektion ist außerdem für Jugendliche ab 12 Jahren mit Adipositas und einem Körpergewicht über 60 kg zugelassen; die Behandlung sollte abgebrochen und neu bewertet werden, wenn ihr BMI nach 12 Wochen mit der Erhaltungsdosis oder der höchsten vertragenen Dosis nicht um mindestens 5 Prozent gesunken ist [3]. Für andere Anwendungsgebiete ist Semaglutid nicht zugelassen [2, 3, 5].

Wie wirkt Semaglutid?

Semaglutid ähnelt dem Darmhormon GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1), das nach einer Mahlzeit aus dem Darm freigesetzt wird, und aktiviert dessen Bindungsstellen (Rezeptoren) [2, 4]. Ist der Blutzucker hoch, regt Semaglutid die Ausschüttung von Insulin an und senkt die Ausschüttung des Hormons Glucagon; außerdem entleert sich der Magen kurz nach dem Essen etwas langsamer. Bei einer Unterzuckerung verringert es die Insulinausschüttung, ohne die Glucagonausschüttung zu vermindern [2]. Laut Packungsbeilage von Ozempic hilft es dem Körper, den Blutzucker nur dann zu senken, wenn er zu hoch ist [1].

Semaglutid wirkt außerdem auf Rezeptoren im Gehirn, die den Appetit steuern: Das Sättigungsgefühl nimmt zu, das Hungergefühl ab [4]. Laut Fachinformation sinken so die Energieaufnahme, das Körpergewicht und die Körperfettmasse [2]. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt ungefähr 1 Woche; dadurch eignet sich die Injektion für eine Gabe pro Woche. Die höchste Konzentration im Blut ist 1 bis 3 Tage nach der Injektion erreicht [2]. Nach der letzten Dosis ist Semaglutid laut Fachinformation von Ozempic und Rybelsus noch ungefähr 5 Wochen im Blut vorhanden, laut Fachinformation von Wegovy noch ungefähr 7 Wochen nach der letzten Dosis von 2,4 mg oder der letzten Tablette [2, 3, 5].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von Ozempic eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten sind Magen-Darm-Beschwerden. Laut Fachinformation hatten in den Studien je nach Dosis 17 bis 19,9 Prozent der Behandelten Übelkeit, 12,2 bis 13,3 Prozent Durchfall und 6,4 bis 8,4 Prozent Erbrechen. Die meisten Ereignisse waren leicht bis mittelschwer, von kurzer Dauer und wurden vor allem in den ersten Behandlungsmonaten berichtet; bei Menschen mit geringem Körpergewicht können sie häufiger sein [2]. Die Herzfrequenz stieg in den Studien im Mittel um 1 bis 6 Schläge pro Minute [2].

Wegovy: Die Packungsbeilagen von Wegovy (Injektion und Tabletten) nennen teils höhere Häufigkeiten als die von Ozempic. Sehr häufig sind dort unter anderem Kopfschmerzen, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen sowie Schwächegefühl oder Müdigkeit, vor allem während der Dosissteigerung. Häufig ist außerdem Haarausfall, der laut Packungsbeilage der Injektion bei der höchsten Dosis häufiger auftreten kann; gelegentlich sind ein niedriger Blutdruck, Schwindel oder Benommenheit beim Aufstehen und Herzrasen [1, 4]. Mehr dazu auf den Seiten Übelkeit und Erbrechen durch Medikamente und Haarausfall durch Medikamente.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • AugenNichtarteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION), eine Erkrankung des Sehnervs, die zu einem nicht schmerzhaften Verlust des Sehvermögens auf einem Auge führen kann[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten. Wird sie vermutet, wird Semaglutid abgesetzt; bestätigt sie sich, wird es nicht wieder angewendet [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Bauchspeicheldrüsenentzündung durch Medikamente. Zur Augenerkrankung NAION, die den Sehnerv betrifft, deuten mehrere große epidemiologische Studien laut Fachinformation auf ein etwa verdoppeltes relatives Risiko bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes hin; das entspricht etwa einem zusätzlichen Fall pro 10.000 Behandlungsjahre [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern trinkt am hellen Küchentisch ein Glas Wasser, daneben ein kleiner Teller mit Crackern
Bild: KI-generiert

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall: Übelkeit und Durchfall lassen laut Packungsbeilage meist im Laufe der Zeit nach [1]. Sie können zu einem Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung) führen; trinken Sie deshalb viel, besonders wenn Sie Nierenprobleme haben [1]. Für die Wegovy-Injektion rät die Packungsbeilage: Wer sich durch Übelkeit oder Erbrechen sehr beeinträchtigt fühlt, spricht mit der Ärztin oder dem Arzt über eine langsamere Dosissteigerung oder eine Rückkehr zur vorherigen Dosis [4].

Unterzuckerung: Laut Packungsbeilage von Ozempic ist eine Unterzuckerung sehr häufig, wenn Sie es zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin anwenden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fordert Sie möglicherweise auf, den Blutzucker zu messen, und verringert gegebenenfalls die Dosis dieser Mittel; sie oder er erklärt Ihnen auch, wie Sie eine Unterzuckerung behandeln [1]. Mehr dazu auf der Seite Medikamente, die den Blutzucker verändern.

Augen: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie eine diabetische Augenerkrankung (Retinopathie) haben oder während der Behandlung Augenprobleme wie Sehstörungen auftreten. Verwenden Sie zusätzlich Insulin, kann sich Ihr Sehvermögen verschlechtern, was eine Behandlung erfordern kann [1]. Laut Fachinformation wurde eine rasche Verbesserung der Blutzuckereinstellung mit einer vorübergehenden Verschlechterung der diabetischen Retinopathie in Verbindung gebracht; andere Ursachen sind nicht ausgeschlossen [2].

Halten Beschwerden an oder belasten sie Sie, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Notieren können Sie Beschwerden im Nebenwirkungs-Tagebuch.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, auch über pflanzliche und nicht verschreibungspflichtige [1]. Semaglutid verzögert die Magenentleerung und beeinflusst möglicherweise, wie schnell gleichzeitig eingenommene Arzneimittel aufgenommen werden [2]. Für die Pille erwartet die Fachinformation keine verminderte Wirkung: In einer Studie veränderte Semaglutid die Gesamtmenge von Ethinylestradiol und Levonorgestrel im Blut nicht in klinisch relevantem Maß [2]. Eine Dosisanpassung von Paracetamol ist laut Fachinformation nicht nötig, und die Gesamtmenge von Atorvastatin, Digoxin und Metformin im Blut veränderte sich nicht [2]. Für die Tabletten nennen die Fachinformation von Rybelsus und die Packungsbeilage der Wegovy-Tabletten zusätzlich Levothyroxin, ein Mittel bei Schilddrüsenerkrankungen: Dann müssen möglicherweise die Schilddrüsenwerte überprüft werden [4, 5].

Wechselwirkungen von Semaglutid
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Sulfonylharnstoffe oder InsulinHöheres Risiko für Unterzuckerung[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt verringert möglicherweise deren Dosis und fordert Sie eventuell auf, den Blutzucker zu messen
InsulinBei rascher Verringerung oder Absetzen von Insulin Gefahr von zu hohem Blutzucker und diabetischer Ketoazidose[1, 2]Insulindosis nur nach ärztlicher Anleitung schrittweise verringern; Blutzucker häufiger kontrollieren
Warfarin und andere Gerinnungshemmer zum Einnehmen (Cumarine)Laut Fachinformation wurden zusammen mit Acenocoumarol Senkungen des INR-Werts berichtet[1, 2]Möglicherweise häufigere Blutuntersuchungen zur Gerinnung (INR) zu Beginn der Behandlung
Arzneimittel zum Einnehmen, die rasch aufgenommen werden müssenSemaglutid verzögert die Magenentleerung und kann beeinflussen, wie schnell andere Mittel aufgenommen werden[2]Laut Fachinformation mit Vorsicht kombinieren; Ärztin oder Arzt informieren
Pille (Kombinationspille mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel)Laut Fachinformation wird keine verminderte Wirkung der Pille erwartet; in einer Studie veränderte Semaglutid die Gesamtmenge der beiden Hormone im Blut nicht in klinisch relevantem Maß[2, 3]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Semaglutid nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Als Gegenanzeige nennen Packungsbeilage und Fachinformation nur eine Allergie gegen Semaglutid oder einen der sonstigen Bestandteile [1, 2]. Semaglutid ist kein Insulin und darf nicht als Ersatz für Insulin angewendet werden [1]. Die folgenden Punkte stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation von Ozempic; sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn einer davon auf Sie zutrifft [1, 2]. Für Wegovy nennen die Packungsbeilagen weitere Fälle, in denen die Anwendung nicht empfohlen wird: wenn Sie andere Mittel zur Gewichtsreduktion anwenden oder Typ-1-Diabetes, eine stark eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion, eine schwere Herzinsuffizienz oder eine diabetische Augenerkrankung (Retinopathie) haben; bei den Tabletten gilt das für eine unkontrollierte oder potenziell instabile Retinopathie [4].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Semaglutid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Semaglutid ist kein Insulin und darf nicht als Ersatz für Insulin angewendet werden; nicht anwenden bei einer diabetischen Ketoazidose (Komplikation mit hohem Blutzucker, erschwerter Atmung, Verwirrung, übermäßigem Durst, süßlich riechendem Atem oder süßem oder metallischem Geschmack im Mund)[1, 2]
  • Insulinbehandlung: Wird Insulin zu Beginn der Behandlung rasch verringert oder abgesetzt, wurde eine diabetische Ketoazidose berichtet; die Ärztin oder der Arzt erklärt, wie die Insulindosis verringert wird, und empfiehlt häufigere Blutzuckerkontrollen[1, 2]
  • Geplante Operation unter Narkose: Ärztin oder Arzt informieren. Laut Fachinformation wurden unter GLP-1-Rezeptoragonisten bei Vollnarkose oder tiefer Sedierung Fälle von Lungenentzündung durch eingeatmeten Mageninhalt (Aspirationspneumonie) berichtet; vor solchen Eingriffen ist das erhöhte Risiko zu bedenken, dass wegen der verzögerten Magenentleerung Reste von Mageninhalt im Magen verbleiben[1, 2]
  • Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können zu Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung) führen: viel trinken, besonders bei Nierenproblemen; laut Fachinformation kann eine Dehydrierung in seltenen Fällen die Nierenfunktion verschlechtern[1, 2]
  • Frühere Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[2]
  • Diabetische Augenerkrankung (Retinopathie): Ärztin oder Arzt informieren, ebenso bei Augenproblemen während der Behandlung. Bei gleichzeitiger Insulinbehandlung kann sich das Sehvermögen verschlechtern, eine Behandlung kann nötig werden. Bei potenziell instabiler diabetischer Augenerkrankung wird die Dosis von 2 mg nicht empfohlen[1, 2]
  • Verzögerte Magenentleerung (Gastroparese): schwere oder schwerwiegende Magen-Darm-Nebenwirkungen möglich; vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Laut Fachinformation wird Semaglutid bei schwerer Gastroparese nicht empfohlen[1, 2]
  • Herzschwäche im Stadium NYHA IV: keine Erfahrungen, Anwendung laut Fachinformation nicht empfohlen[2]
  • Schwere Einschränkung der Leberfunktion oder Nierenerkrankung im Endstadium: nur begrenzte Erfahrungen, bei schwerer Leberfunktionsstörung ist laut Fachinformation Vorsicht geboten[2]
  • Geringes Körpergewicht: Magen-Darm-Nebenwirkungen können laut Fachinformation häufiger auftreten[2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Ozempic wird nicht empfohlen, da Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen sind[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 6]. Frauen im gebärfähigen Alter wird während der Behandlung eine Verhütung empfohlen [1, 2]. Allgemeines zu Arzneimitteln in der Schwangerschaft erklärt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Semaglutid darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da nicht bekannt ist, ob es dem ungeborenen Kind schaden kann; während der Anwendung wird eine Verhütung empfohlen. Möchten Sie schwanger werden, besprechen Sie die Umstellung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Das Mittel muss mindestens 2 Monate vorher abgesetzt werden. Werden Sie während der Anwendung schwanger, sprechen Sie unverzüglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]

Laut Fachinformation zeigten Tierstudien schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung, und zur Anwendung bei Schwangeren liegen nur begrenzte Daten vor. Wegen der langen Halbwertszeit muss Semaglutid mindestens 2 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden.[2]

Laut Embryotox ergaben erste Daten zu GLP-1-Agonisten keinen Verdacht auf Embryotoxizität, die Studien reichen für eine differenzierte Risikobewertung aber nicht aus. Bei nicht insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes sollten orale Antidiabetika bzw. GLP-1-Analoga in der Schwangerschaft auf Insulin umgestellt werden. Metformin kann laut Embryotox eine alternative Behandlungsmöglichkeit für Typ-2-Diabetikerinnen in der Schwangerschaft sein. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[6]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Wenden Sie Semaglutid in der Stillzeit nicht an: Ob es in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt. Bei säugenden Ratten ging es in die Milch über; ein Risiko für das gestillte Kind kann laut Fachinformation nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Semaglutid die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt. Zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin kann eine Unterzuckerung auftreten, die die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt. Bemerken Sie Anzeichen einer Unterzuckerung, nehmen Sie nicht am Straßenverkehr teil und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Ozempic wird einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt, möglichst immer am selben Wochentag, zu jeder Tageszeit und unabhängig von den Mahlzeiten; geeignet sind beim Fertigpen die Vorderseite der Oberschenkel, die Vorderseite des Bauches oder der Oberarm, nicht in eine Vene oder einen Muskel. Der Wochentag kann gewechselt werden, wenn seit der letzten Injektion mindestens 3 Tage vergangen sind. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]

Dosis vergessen: Liegt der ausgelassene Termin höchstens 5 Tage zurück, die Injektion nachholen, sobald es Ihnen einfällt; liegt er länger als 5 Tage zurück, die Dosis überspringen. Die nächste Dosis wie üblich am geplanten Wochentag spritzen, nie die doppelte Menge.[1, 2]

Absetzen

Brechen Sie die Anwendung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab: Nach dem Absetzen kann der Blutzucker steigen. Laut Fachinformation von Ozempic und Rybelsus ist Semaglutid nach der letzten Dosis noch ungefähr 5 Wochen im Blut vorhanden, laut Fachinformation von Wegovy noch ungefähr 7 Wochen nach der letzten Dosis von 2,4 mg oder der letzten Tablette.[1, 2, 3, 5]

Bei Verdacht auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse wird Semaglutid laut Fachinformation abgesetzt und bei bestätigter Pankreatitis nicht wieder aufgenommen; bei bestätigter NAION sollte die Behandlung abgebrochen werden.[2]

Überdosierung

Haben Sie mehr gespritzt, als Sie sollten, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; es können Nebenwirkungen wie Übelkeit auftreten. Laut Fachinformation gibt es kein spezifisches Gegenmittel; wegen der langen Halbwertszeit kann eine längere Beobachtung nötig sein.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilagen von Ozempic und Wegovy sowie die Fachinformation von Rybelsus nennen jeweils ein Schema, bei dem mit einer niedrigen Dosis begonnen und schrittweise gesteigert wird; Angaben zu Kombinationen und besonderen Personengruppen stammen aus der Fachinformation von Ozempic, die Voraussetzung für die höchste Wegovy-Dosis und der Hinweis zu mehreren ausgelassenen Dosen aus der Fachinformation von Wegovy [1, 2, 3, 4, 5]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Anwendung und Absetzen

Ozempic wird einmal pro Woche unter die Haut gespritzt, möglichst immer am selben Wochentag; die Tageszeit und die Mahlzeiten spielen keine Rolle. Geeignet sind beim Fertigpen die Vorderseite der Oberschenkel, die Vorderseite des Bauches oder der Oberarm. Spritzen Sie nicht in eine Vene oder einen Muskel. Vor der ersten Anwendung erklären Ihnen Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wie der Pen funktioniert [1]. Die Packungsbeilage empfiehlt, den gewählten Wochentag und das Datum jeder Injektion auf dem Umkarton zu notieren [1]. Rybelsus- und Wegovy-Tabletten werden nüchtern mit wenig Wasser eingenommen; danach warten Sie mindestens 30 Minuten, bevor Sie essen, trinken oder andere Arzneimittel zum Einnehmen anwenden [4, 5].

Brechen Sie die Anwendung nicht ohne Rücksprache ab: Nach dem Absetzen kann der Blutzucker steigen [1]. Wegen der langen Halbwertszeit ist Semaglutid laut Fachinformation von Ozempic und Rybelsus nach der letzten Dosis noch ungefähr 5 Wochen im Blut, laut Fachinformation von Wegovy noch ungefähr 7 Wochen nach der letzten Dosis von 2,4 mg oder der letzten Tablette [2, 3, 5]. Absetzerscheinungen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Wie sich Blutzucker und Körpergewicht nach dem Ende der Behandlung entwickeln können und was vor geplanten Operationen gilt, erklärt die Seite Semaglutid absetzen. Steht eine Operation unter Narkose an, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, dass Sie Semaglutid anwenden [1]; allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente vor der OP. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Semaglutid

Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Ozempic; für Wegovy und Rybelsus wurden deren eigene Produktinformationen herangezogen. Alle drei Präparate sind in der gesamten EU zugelassen, die Produktinformationen veröffentlicht die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) [1, 2, 3, 4, 5]. Sie unterscheiden sich in Darreichungsform, Stärken und Anwendungsgebieten. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Semaglutid
PräparatAnbieterHinweis
OzempicNovo Nordisk A/Sverschreibungspflichtig; Injektionslösung im Fertigpen, einmal wöchentlich; Typ-2-Diabetes; Grundlage dieser Seite
RybelsusNovo Nordisk A/Sverschreibungspflichtig; Tabletten; Typ-2-Diabetes
WegovyNovo Nordisk A/Sverschreibungspflichtig; Injektionslösung im Fertigpen und Tabletten; Gewichtsregulierung bei Adipositas oder Übergewicht mit gewichtsbedingter Begleiterkrankung

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ozempic (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Ozempic Injektionslösung im Fertigpen. Novo Nordisk A/S. Stand 08/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ozempic (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Novo Nordisk A/S. Stand 08/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Wegovy (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) für Injektionslösung und Tabletten. Novo Nordisk A/S. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
  4. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Wegovy (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilagen Wegovy Injektionslösung im Fertigpen und Wegovy Tabletten. Novo Nordisk A/S. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
  5. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Rybelsus (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Novo Nordisk A/S. Stand 04/2026. abgerufen am 10.10.2026
  6. Embryotox Embryotox: Diabetes mellitus (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  7. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür ist Semaglutid zugelassen?

Als Ozempic (Injektion) und Rybelsus (Tabletten) ist Semaglutid zur Behandlung eines unzureichend kontrollierten Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen zugelassen, ergänzend zu Diät und Bewegung. Als Wegovy ist es zur Gewichtsregulierung zugelassen: bei Erwachsenen mit einem BMI ab 30 oder mit einem BMI von 27 bis unter 30 und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung sowie als Injektion bei Jugendlichen ab 12 Jahren mit Adipositas und mehr als 60 kg Körpergewicht, jeweils ergänzend zu kalorienreduzierter Ernährung und mehr Bewegung.

Ist Ozempic zum Abnehmen zugelassen?

Nein. Ozempic ist laut Fachinformation nur zur Behandlung eines unzureichend kontrollierten Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen zugelassen. Zur Gewichtsregulierung ist Semaglutid unter dem Namen Wegovy zugelassen, und zwar nur bei den dort genannten Voraussetzungen zu Alter, Body-Mass-Index, Körpergewicht und Begleiterkrankungen und ergänzend zu kalorienreduzierter Ernährung und mehr Bewegung. Ob eine Behandlung für Sie infrage kommt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wie lange hält die Übelkeit unter Semaglutid an?

Übelkeit und Durchfall sind sehr häufig, lassen laut Packungsbeilage aber meist im Laufe der Zeit nach. Laut Fachinformation waren die meisten Ereignisse leicht bis mittelschwer, von kurzer Dauer und wurden vor allem in den ersten Behandlungsmonaten berichtet. Trinken Sie viel, um einem Flüssigkeitsverlust vorzubeugen, und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn die Beschwerden Sie stark beeinträchtigen.

Kann Semaglutid die Bauchspeicheldrüse entzünden?

Ja. Laut den Packungsbeilagen von Ozempic und Wegovy ist eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) eine gelegentliche Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten; die Packungsbeilage von Rybelsus nennt sie selten, also bei bis zu 1 von 1.000. Sie kann dauerhafte, starke Schmerzen in Bauch und Rücken verursachen. Bei starken und anhaltenden Bauchschmerzen suchen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf; bestätigt sich die Entzündung, wird Semaglutid laut Fachinformation nicht wieder angewendet.

Kann Semaglutid Haarausfall verursachen?

In der Packungsbeilage von Ozempic ist Haarausfall nicht aufgeführt. Die Packungsbeilagen von Wegovy (Injektion und Tabletten) nennen Haarausfall als häufige Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten; laut Packungsbeilage der Wegovy-Injektion kann er bei der höchsten Dosis häufiger auftreten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Haarausfall bemerken.

Warum muss ich vor einer Operation sagen, dass ich Semaglutid anwende?

Semaglutid verzögert die Magenentleerung. Laut Fachinformation wurden bei Menschen, die GLP-1-Rezeptoragonisten erhielten und eine Vollnarkose oder tiefe Sedierung bekamen, Fälle von Lungenentzündung durch eingeatmeten Mageninhalt berichtet. Die Packungsbeilage bittet, die Ärztin oder den Arzt vor einer Operation unter Narkose zu informieren.

Was tue ich, wenn ich eine Injektion vergessen habe?

Liegt der ausgelassene Termin höchstens 5 Tage zurück, holen Sie die Injektion nach, sobald es Ihnen einfällt. Liegt er länger als 5 Tage zurück, überspringen Sie die Dosis. Die nächste Dosis spritzen Sie wie üblich am geplanten Wochentag. Spritzen Sie nie die doppelte Menge.

Darf ich Semaglutid in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?

Nein. Semaglutid darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, und während der Behandlung wird eine Verhütung empfohlen. Wenn Sie schwanger werden möchten, muss das Mittel mindestens 2 Monate vorher abgesetzt werden; werden Sie während der Anwendung schwanger, sprechen Sie unverzüglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In der Stillzeit wenden Sie Semaglutid ebenfalls nicht an.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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