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Verstopfung durch Medikamente

Verstopfung kann laut gesund.bund.de eine Nebenwirkung vieler Arzneimittel sein, zum Beispiel von Eisenpräparaten, opioidhaltigen Schmerzmitteln, Antidepressiva und Medikamenten gegen Bluthochdruck. In den Packungsbeilagen von Oxycodon, Amitriptylin und Clozapin ist sie als sehr häufig eingestuft. Bauchschmerzen, Krämpfe, ein geschwollener Bauch, Erbrechen und ein behinderter Gasabfluss können laut Packungsbeilage von Clozapin auf einen Darmverschluss hinweisen und brauchen sofort ärztliche Hilfe. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Mann um die sechzig mit grauem Haar sitzt am Morgen nachdenklich am Küchentisch und hält sich eine Hand an den Bauch
Bild: KI-generiert

Viele Medikamente können zu Verstopfung führen. Laut gesund.bund.de gehören Nebenwirkungen von Arzneimitteln, zum Beispiel von Eisenpräparaten, opioidhaltigen Schmerzmitteln, Antidepressiva und Medikamenten gegen Bluthochdruck, zu den möglichen Ursachen einer Verstopfung [1]. Eine Verstopfung (Obstipation) liegt laut gesund.bund.de vor, wenn man weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat; weitere Kennzeichen sind überwiegend harter und knolliger Stuhl, starkes Pressen beim Stuhlgang und das Gefühl einer unvollständigen Entleerung [1].

Welche Medikamente Verstopfung auslösen können

Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe. Jede Häufigkeitsangabe gilt für den Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Starke Schmerzmittel (Opioide): In der Packungsbeilage von Oxycodon ist Verstopfung als sehr häufig eingestuft (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) [5]. Laut Fachinformation gehören Übelkeit, vor allem zu Beginn der Behandlung, und Verstopfung zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen [6]. Verminderte Bewegungen des Darms (Ileus) sind in der Packungsbeilage als gelegentlich eingestuft (bei bis zu 1 von 100 Behandelten) [5].
  • Antidepressiva: Trizyklische Antidepressiva führen laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) häufiger als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) zu Verstopfung [3]. Für das trizyklische Antidepressivum Amitriptylin nennt die Packungsbeilage Verstopfung als sehr häufig; schwere Verstopfung mit geschwollenem Bauch, Fieber und Erbrechen, weil Teile des Darms gelähmt sein können, ist selten (bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten) [7].
  • Antipsychotika: Bei Clozapin ist schwere Verstopfung in der Packungsbeilage als sehr häufig eingestuft; sie muss ärztlich behandelt werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden [9]. Laut Fachinformation kann Clozapin die Darmperistaltik vermindern; beobachtet wurden Verstopfung, Darmverschluss und Kotstau bis hin zur Darmlähmung (paralytischer Ileus), Blinddarmentzündung und eine Erweiterung des Dickdarms (Megakolon) bis hin zu Minderdurchblutung oder Infarkt des Darms, in seltenen Fällen mit tödlichem Ausgang [10]. Die Blinddarmentzündung wurde nach einer Bewertung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC), der die Koordinierungsgruppe CMDh im November 2025 zustimmte, in die Produktinformation aufgenommen [11].
  • Mittel gegen Bluthochdruck: Bei Verapamil, einem Calciumkanalblocker, nennt die Packungsbeilage Verstopfung als häufig (bei bis zu 1 von 10 Behandelten) [12].
  • Eisenpräparate: Laut IQWiG können Eisenpräparate Beschwerden wie Magenschmerzen, Verstopfung oder Übelkeit auslösen [2]. Die Fachinformation von Eisen(II)-sulfat stuft Magen-Darm-Störungen und Verstopfung als gelegentlich ein [13]. Mehr dazu: Eisenmangel.
  • Blasenmittel aus der Gruppe der Anticholinergika: Für Solifenacin, das bei überaktiver Blase eingesetzt wird, nennt die Packungsbeilage Verstopfung als häufig und eine Stauung großer Mengen von verhärtetem Kot im Dickdarm (Stuhlimpaktion) als selten [14]. Mehr dazu: Prostata-, Blasen- und Potenzmittel.
  • Weitere Mittel: Bei Ondansetron, einem Mittel gegen Übelkeit, stuft die Fachinformation Verstopfung als häufig ein [15]. Auch die Packungsbeilage von Semaglutid (GLP-1-Rezeptoragonist) nennt Verstopfung als häufig [16].

Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Verstopfung nennt:

Verstopfung als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AmitriptylinSehr häufigVerstopfung
ClozapinSehr häufigVerstopfung, die schwer sein kann und ärztlich behandelt werden muss; vermehrte Speichelbildung
CodeinSehr häufigVerstopfung (Obstipation)
DihydrocodeinSehr häufigÜbelkeit bis zum Erbrechen (insbesondere zu Beginn der Behandlung), Verstopfung (Obstipation), Magen-Darm-Beschwerden
FentanylSehr häufigÜbelkeit, Erbrechen, Verstopfung
HydromorphonSehr häufigVerstopfung
LiraglutidSehr häufigÜbelkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhö), Verstopfung (Obstipation); diese Beschwerden verschwinden üblicherweise nach einigen Tagen oder Wochen
MorphinSehr häufigVerstopfung (bei Dauerbehandlung)
NaproxenSehr häufigMagen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall
NivolumabSehr häufigDurchfall (wässrige, lockere oder weiche Stühle), Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung
OxycodonSehr häufigVerstopfung, Übelkeit und Erbrechen
PembrolizumabSehr häufigDurchfall, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung
PiroxicamSehr häufigMagen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut (Anämie) verursachen…
TapentadolSehr häufigÜbelkeit, Verstopfung
TirzepatidSehr häufigIm Gewichtsmanagement und bei Typ-2-Diabetes mit begleitender Herz-Kreislauf-Erkrankung: Verstopfung · Bei Typ-2-Diabetes: Verstopfung
TrastuzumabSehr häufigVerstopfung
VenlafaxinSehr häufigÜbelkeit, Mundtrockenheit und Verstopfung
AgomelatinHäufigÜbelkeit, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Erbrechen
AlendronsäureHäufigBauchschmerzen, Magenbeschwerden oder Aufstoßen nach dem Essen (Dyspepsie, saures Aufstoßen), Verstopfung, Völlegefühl oder aufgetriebener Bauch, Durchfall, Blähungen
AlprazolamHäufigVerstopfung, Übelkeit
AmiodaronHäufigVerstopfung
AmisulpridHäufigVerstopfung, Übelkeit, Erbrechen; Mundtrockenheit
AmlodipinHäufigVeränderte Darmentleerungsgewohnheiten, Durchfall, Verstopfung, Verdauungsstörungen (Dyspepsie)
AripiprazolHäufigVerstopfung und Verdauungsstörungen, Magenverstimmung, Übelkeit, mehr Speichel im Mund als normal, Erbrechen
AtenololHäufigMagen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Durchfall; laut Fachinformation vorübergehend
AtomoxetinHäufigBei Kindern und Jugendlichen: Verstopfung, Magenverstimmung und Verdauungsprobleme · Bei Erwachsenen: Verstopfung, Bauchschmerzen, Verdauungsstörung, Blähungen und Erbrechen
AtorvastatinHäufigÜbelkeit, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall
BaclofenHäufigWürgen, Erbrechen, Brechreiz, Mundtrockenheit, Durchfall, Verstopfung, Magen-Darm-Störungen
BisoprololHäufigÜbelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schmerzen im Oberbauch, Verstopfung
Botulinumtoxin Typ AHäufigBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Verstopfung
BrivaracetamHäufigÜbelkeit, Erbrechen, Verstopfung
BuprenorphinHäufigErbrechen, Verstopfung
BupropionHäufigBauchschmerzen oder anderes Unwohlsein, Verstopfung
CertoparinHäufigBei Menschen ohne Operation mit eingeschränkter Beweglichkeit laut Fachinformation außerdem Verstopfung, Schlaflosigkeit, niedriger Kaliumspiegel und Übelkeit; diese Beschwerden traten unter unfraktioniertem Heparin…
ChlortalidonHäufigVerstopfung, Durchfall
CitalopramHäufigDurchfall, Erbrechen, Verstopfung
ClonidinHäufigVerstopfung und Verstärkung einer Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen in den Ohrspeicheldrüsen (Parotisschmerz)
DenosumabHäufigVerstopfung
DihydralazinHäufigMagen-Darm-Störungen: verminderter Appetit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, in Einzelfällen eine Darmlähmung (paralytischer Ileus)
DulaglutidHäufigVerstopfung
DuloxetinHäufigVerstopfung oder Durchfall
EmpagliflozinHäufigVerstopfung (Obstipation)
EplerenonHäufigDurchfall, Übelkeit, Verstopfung, Erbrechen
ErenumabHäufigVerstopfung (Obstipation)
EscitalopramHäufigDurchfall, Verstopfung, Erbrechen und Mundtrockenheit
EsomeprazolHäufigDurchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Blähungen (Flatulenz)
EtoricoxibHäufigVerstopfung, Blähungen (Winde), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Sodbrennen, Durchfall, Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie) und Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Entzündung der Speiseröhre, Geschwüre der…
FamotidinHäufigVerstopfung
GabapentinHäufigErbrechen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Verstopfung, trockener Mund oder Hals, Blähungen
GuanfacinHäufigDurchfall, Bauchbeschwerden oder Verstopfung
HaloperidolHäufigÜbelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit oder vermehrter Speichelfluss
HydrochlorothiazidHäufigAppetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Schmerzen und Krämpfe im Bauchraum
IbandronsäureHäufigBei der Spritze: Magen- oder Bauchschmerzen (möglicherweise durch eine Entzündung im Magen-Darm-Trakt), Magenverstimmung, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung
IbuprofenHäufigMagen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung
InfliximabHäufigMagen- oder Darmblutung, Durchfall, Verdauungsstörungen, Sodbrennen (Reflux), Verstopfung
LacosamidHäufigErbrechen, trockener Mund, Verstopfung, Verdauungsstörungen, übermäßige Gase im Magen oder Darm, Durchfall
LetrozolHäufigMagen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Erbrechen, Magenverstimmung, Verstopfung oder Durchfall
Levodopa/CarbidopaHäufigVerstopfung, Durchfall, Verdauungsprobleme, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit
LevomethadonHäufigErbrechen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, gelegentlich bis häufig
LisdexamfetaminHäufigVerstopfung
LoperamidHäufigVerstopfung (Obstipation), Übelkeit, Blähungen (Flatulenz)
MemantinHäufigVerstopfung
MetoprololHäufigÜbelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung; laut Fachinformation vorübergehend
MirtazapinHäufigÜbelkeit, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung
MoxonidinHäufigÜbelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörungen (Dyspepsie) und andere Magen-Darm-Störungen
MycophenolsäureHäufigBauch- oder Magenschmerzen, Entzündung der Magenschleimhaut, Gasansammlung im Bauch, Verstopfung, Verdauungsstörung, Blähungen (Flatulenz), weiche Stühle, Übelkeit (Nausea) und Erbrechen
NebivololHäufigDurchfall, Verstopfung, Übelkeit
NifedipinHäufigVerstopfung, Übelkeit
OlanzapinHäufigVerstopfung und Mundtrockenheit
OmeprazolHäufigDurchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung und Blähungen (Flatulenz)
OndansetronHäufigVerstopfung (Obstipation)
OxcarbazepinHäufigVerstopfung, Durchfall und Bauchschmerzen
PaliperidonHäufigBauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörung, Zahnschmerzen · Entzündung der Bauchspeicheldrüse, geschwollene Zunge, Stuhlinkontinenz, sehr harter Stuhl, Darmverschluss, aufgesprungene…
PankreatinHäufigÜbelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Völlegefühl oder Blähungen und Durchfall
ParoxetinHäufigDurchfall oder Verstopfung
PramipexolHäufigBei Parkinson-Krankheit: Verstopfung und Erbrechen · Bei Restless-Legs-Syndrom: Verstopfung und Erbrechen
PregabalinHäufigMundtrockenheit, Verstopfung, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit, aufgeblähter Bauch
PropiverinHäufigVerstopfung
PropranololHäufigVorübergehende Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall
QuetiapinHäufigVerstopfung, Verdauungsstörungen · Darmverschluss (Ileus)
RanolazinHäufigVerstopfung, Übelkeit, Erbrechen
RisedronsäureHäufigVerdauungsstörungen, Übelkeit, Magenschmerzen, Magenkrämpfe oder Magenverstimmung, Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall
RisperidonHäufigBauchschmerzen, Bauchbeschwerden, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörung, Mundtrockenheit, Zahnschmerzen · Magen-Darm-Infektion, Stuhlinkontinenz, sehr harter Stuhl, Schluckbeschwerden,…
RituximabHäufigBei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Reizung oder Geschwüre in Rachen und Mund, Schluckbeschwerden, Verstopfung, Verdauungsstörungen · Bei GPA oder MPA: Verdauungsstörungen, Verstopfung
RivaroxabanHäufigMagenschmerzen, Verdauungsstörungen, Übelkeit oder Erbrechen, Verstopfung, Durchfall
RosuvastatinHäufigVerstopfung, Übelkeit, Bauchschmerzen
SemaglutidHäufigVerstopfung (Obstipation)
SertralinHäufigMagenverstimmung (Dyspepsie), Verstopfung, Bauchschmerzen, Erbrechen, Blähungen
SitagliptinHäufigBei Einnahme zusammen mit einem Sulfonylharnstoff und Metformin: Verstopfung · Verstopfung · Bei Einnahme zusammen mit Metformin: Magenschmerzen, Durchfall und Verstopfung
SolifenacinHäufigVerstopfung, Übelkeit, Verdauungsstörungen mit Beschwerden wie Völlegefühl, Bauchschmerzen, Aufstoßen, Übelkeit und Sodbrennen (Dyspepsie), Magenbeschwerden · Stauung großer Mengen von verhärtetem Kot im Dickdarm…
TacrolimusHäufigEntzündungen oder Geschwüre mit Bauchschmerzen oder Durchfall, Magenblutungen, Entzündungen oder Geschwüre im Mund, Flüssigkeitsansammlung im Bauch, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Verstopfung,…
TamoxifenHäufigErbrechen, Durchfall, Verstopfung
TicagrelorHäufigVerstopfung
TopiramatHäufigErbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen oder Beschwerden im Bauchbereich, Verdauungsstörung und Infektion des Magens oder des Darms
TorasemidHäufigMagen-Darm-Beschwerden wie Appetitmangel, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, vor allem zu Behandlungsbeginn
TramadolHäufigErbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit
TrospiumchloridHäufigVerdauungsbeschwerden (Dyspepsie), Verstopfung, Bauchschmerzen, Übelkeit
VedolizumabHäufigHarter Stuhl (Verstopfung)
VerapamilHäufigVerstopfung, Übelkeit
XipamidHäufigOberbauchbeschwerden, krampfartige Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Mundtrockenheit
AzithromycinGelegentlichVerstopfung, Blähungen, Verdauungsstörung (Dyspepsie), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Schluckbeschwerden, geschwollener Bauch, trockener Mund, Aufstoßen, wunde Stellen im Mund, vermehrter Speichel
CarbamazepinGelegentlichDurchfall oder Verstopfung
CarvedilolGelegentlichVerstopfung
CelecoxibGelegentlichVerstopfung, Aufstoßen, Magenschleimhautentzündung (Gastritis) mit Magenverstimmung, Magenschmerzen oder Erbrechen, Verschlimmerung einer Magen-Darm-Entzündung
ClarithromycinGelegentlichVerstopfung, Mundtrockenheit, Aufstoßen, Blähungen sowie Völlegefühl und Rumpelgeräusch im Magen
ClemastinGelegentlichVerstopfung (Obstipation)
ClopidogrelGelegentlichErbrechen, Übelkeit, Verstopfung, starke Blähungen
DapagliflozinGelegentlichVerstopfung
DiazepamGelegentlichMagen-Darm-Störungen: Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden, Verstopfung, Durchfall
DienogestGelegentlichDurchfall, Verstopfung, Bauchbeschwerden, Magen-Darm-Entzündung, Zahnfleischentzündung (Gingivitis)
DimenhydrinatGelegentlichStörungen des Magen-Darm-Trakts mit Verstopfung
DoxazosinGelegentlichVerstopfung, Durchfall, Blähungen, Erbrechen, Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis)
DrospirenonGelegentlichErbrechen, Durchfall, Verstopfung
Eisen(II)-sulfatGelegentlichMagen-Darm-Störungen und Verstopfung; eine Verstopfung kann durch ausgleichende Ernährung behoben werden
EnalaprilGelegentlichÜbelkeit mit Erbrechen, Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Appetitlosigkeit
Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring)GelegentlichAufgeblähter Bauch, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung
FebuxostatGelegentlichMundtrockenheit, Bauchschmerzen, Schmerzen im Oberbauch, Blähungen, aufgetriebener Bauch, Sodbrennen (Reflux), Verdauungsstörungen, Verstopfung, häufigerer Stuhlgang, Erbrechen, Magenbeschwerden
FlecainidGelegentlichÜbelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Verdauungsbeschwerden mit Oberbauchschmerzen und Völlegefühl (Dyspepsie) und Blähungen
FluconazolGelegentlichVerstopfung, Verdauungsprobleme (Dyspepsie), Blähungen, Mundtrockenheit
IpratropiumGelegentlichErbrechen, Verstopfung, Durchfall
ItraconazolGelegentlichDurchfall, Erbrechen, Verstopfung, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen
IvabradinGelegentlichÜbelkeit, Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen
LeuprorelinGelegentlichBei Frauen (Enantone-Gyn): Durchfall, Verstopfung, Bauchbeschwerden, Blähungen
LevofloxacinGelegentlichMagenverstimmung oder Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Schmerzen in der Magengegend, Blähungen oder Verstopfung
LosartanGelegentlichBauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
MethylphenidatGelegentlichVerstopfung
MoxifloxacinGelegentlichMagenbeschwerden (Magenverstimmung, Sodbrennen), Verstopfung, Blähungen, Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
NitrendipinGelegentlichMagen-Darm-Störungen wie Magenschmerzen, Durchfall, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Oberbauchbeschwerden (Dyspepsie), Verstopfung und Schleimhautentzündung von Magen und Dünndarm (Gastroenteritis)
OpipramolGelegentlichVerstopfung · Darmverschluss infolge Darmlähmung (paralytischer Ileus)
PantoprazolGelegentlichVerstopfung, Mundtrockenheit
PravastatinGelegentlichVerdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen oder Magenbeschwerden, Durchfall, Verstopfung und Blähungen
ProgesteronGelegentlichErbrechen, Durchfall, Verstopfung
RamiprilGelegentlichVerstopfung oder Mundtrockenheit
TamsulosinGelegentlichVerstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
TiotropiumGelegentlichSodbrennen (gastroösophageale Refluxkrankheit), Verstopfung
TrazodonGelegentlichVerstopfung
IndapamidSeltenMagen- und Darmbeschwerden wie Übelkeit und Verstopfung
SimvastatinSeltenVerdauungsbeschwerden: Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
BiperidenSehr seltenVerstopfung
DiclofenacSehr seltenVerstopfung
MidazolamSehr seltenÜbelkeit, Erbrechen, Schluckauf, Verstopfung, Mundtrockenheit
BromazepamNicht bekanntErbrechen, Verstopfung
ColestyraminNicht bekanntVerstopfung
DextromethorphanNicht bekanntVerstopfung
DoxepinNicht bekanntMundtrockenheit, Verstopfung
EzetimibNicht bekanntVerstopfung
LorazepamNicht bekanntVerstopfung
Saccharomyces boulardiiNicht bekanntBlähungen und Verstopfung
TianeptinNicht bekanntVerstopfung
TrimipraminNicht bekanntBesonders zu Beginn der Behandlung: Mundtrockenheit, Verstopfung, Verdauungsstörungen und Übelkeit
ValproinsäureNicht bekanntMagen-Darm-Störungen, vor allem zu Beginn der Behandlung, die normalerweise von selbst vergehen; Verstopfung

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (151 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Verstopfung als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (9 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Verstopfung als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
AmitriptylinLähmung von Teilen des Darms (paralytischer Ileus) mit schwerer Verstopfung, geschwollenem Bauch, Fieber und ErbrechenSelten
AzathioprinSchwere Entzündungen des Dickdarms (Kolitis, Divertikulitis) und Darmdurchbruch bei Transplantatempfängern; schwere Durchfälle bei entzündlichen Darmerkrankungen; Darmprobleme, die zu Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen führen könnenSehr selten
CalcitriolStark erhöhte Calciumkonzentration im Blut, die zu Fieber, starkem Durstgefühl, Austrocknung, häufigem Wasserlassen, Bettnässen, Verstopfung, Magenschmerzen, Darmverschluss und unregelmäßigem Herzschlag führen kann; außerdem können Harnwegsinfekte und…Selten
ClozapinDarmverschluss, Darmlähmung (paralytischer Ileus) und Kotstau mit Bauchschmerzen, Krämpfen, geschwollenem Bauch, Erbrechen, Verstopfung und behindertem GasabflussSehr selten
ClozapinAusweitung des Darms (Megakolon), Darminfarkt, Minderdurchblutung (Ischämie) oder Absterben (Nekrose) des Darms mit Verstopfung, Bauchschmerzen, druckempfindlichem Bauch, Fieber, Blähungen und/oder blutigem Durchfall, manchmal mit tödlichem AusgangNicht bekannt
DulaglutidDarmverschluss ohne mechanisches Hindernis (nicht mechanische intestinale Obstruktion), eine schwere Form von Verstopfung mit zusätzlichen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder ErbrechenNicht bekannt
LiraglutidDarmverschluss: eine schwere Form der Verstopfung mit zusätzlichen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder ErbrechenNicht bekannt
NivolumabEntzündung des Rückenmarks (Myelitis) mit Schmerzen, Taubheit, Kribbeln oder Schwäche in Armen oder Beinen und Blasen- oder DarmproblemenNicht bekannt
PankreatinNarbenbildung oder Verdickung der Darmwand mit Verengungen am Übergang vom Dünn- zum Dickdarm und im Dickdarm (fibrosierende Kolonopathie), die zu einer Verstopfung des Darms führen können, nach wiederholten hohen Dosen; laut Fachinformation berichtet bei…Nicht bekannt
SemaglutidDarmverschluss, eine schwere Form der Verstopfung mit weiteren Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder ErbrechenNicht bekannt

Mehr dazu: Blähungen durch Medikamente, Magenbeschwerden durch Medikamente und Beipackzettel verstehen.

Woran Sie Verstopfung durch ein Medikament erkennen

Ob die Beschwerden mit einem Medikament zusammenhängen, klärt die Ärztin oder der Arzt. Eine genaue Beschreibung der Stuhlgewohnheiten liefert laut gesund.bund.de wertvolle Hinweise: Gefragt wird unter anderem, wie häufig der Stuhlgang ist und wie er abläuft, welche Form der Stuhl hat, wie Ernährung und Lebensstil aussehen und ob Medikamente eingenommen werden [1]. Weil die meisten Beschwerden außer der Stuhlhäufigkeit nicht messbar sind, ist es laut gesund.bund.de sinnvoll, über mehrere Wochen ein Stuhltagebuch zu führen und die täglichen Gewohnheiten aufzuschreiben; eine Hilfe ist die Bristol-Stuhlformen-Skala, auf der die Stuhltypen 1 und 2 auf eine Verstopfung hindeuten [1]. Der Verdacht auf eine chronische Verstopfung liegt laut gesund.bund.de nahe, wenn sich die typischen Anzeichen häufen und über mindestens 3 Monate bestehen bleiben [1].

Lesen Sie in der Packungsbeilage nach, ob Verstopfung dort genannt ist. Manchmal steckt auch die Grunderkrankung dahinter: Laut Fachinformation von Amitriptylin kann Verstopfung auch ein Zeichen der Depression sein und wird in der Regel schwächer, wenn sich der depressive Zustand bessert [8]. Auch mehrere Mittel zusammen spielen eine Rolle. Laut Packungsbeilage von Oxycodon können Nebenwirkungen wie Verstopfung häufiger oder stärker auftreten, wenn gleichzeitig Mittel gegen Allergien, Reisekrankheit oder Erbrechen eingenommen werden; die Fachinformation nennt außerdem Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung wie Antipsychotika, trizyklische Antidepressiva und Parkinsonmittel [5, 6]. Bei Clozapin ist laut Fachinformation besondere Vorsicht nötig, wenn weitere Mittel mit verstopfender Wirkung eingenommen werden, besonders solche mit anticholinergen Eigenschaften wie verschiedene Neuroleptika, Antidepressiva und Parkinsonmittel [10]. Mehr dazu: Viele Medikamente gleichzeitig.

Im Alter tritt Verstopfung laut gesund.bund.de häufiger auf, vor allem bei Menschen über 65 Jahre; mögliche Gründe sind mangelnde Bewegung, Bettlägerigkeit und Nebenwirkungen von Medikamenten [1]. Unter Clozapin haben Menschen ab 60 Jahren laut Packungsbeilage möglicherweise häufiger Verstopfung [9]. Bei älteren Menschen kann eine hartnäckige Verstopfung laut gesund.bund.de zu steinharten Kotballen im Darm führen; daneben kann sich dünnflüssiger Durchfall vorbeischieben, und eine solche Ansammlung muss manchmal im Krankenhaus behandelt werden [1]. Mehr dazu: Medikamente im Alter.

Warum Medikamente Verstopfung auslösen können

Bei einer Verstopfung ist laut gesund.bund.de entweder die Darmentleerung gestört oder der Nahrungsbrei wird langsamer als gewöhnlich durch den Darm transportiert. Der Stuhl bleibt dann länger im Dickdarm, der ihm fortlaufend Wasser entzieht, sodass er hart und knollig wird [1].

Manche Medikamente verlangsamen die Darmbewegungen. Opioide beeinträchtigen laut Fachinformation von Oxycodon bekanntermaßen die Darmmotilität [6]. Clozapin kann laut Fachinformation, wahrscheinlich aufgrund seiner anticholinergen Eigenschaften, in unterschiedlichem Ausmaß die Darmperistaltik vermindern [10]. Amitriptylin hat laut Fachinformation ausgeprägte anticholinerge Eigenschaften; zusammen mit anderen Anticholinergika kann es deren Wirkungen auf den Darm verstärken, und die gleichzeitige Anwendung ist wegen eines erhöhten Risikos für eine Darmlähmung zu vermeiden [8]. Von Ondansetron ist laut Fachinformation bekannt, dass es die Dauer der Dickdarmpassage verlängert [15].

Was Sie tun können

Ältere Frau mit grauem Haar geht mit einem Mann auf einem Weg im Park spazieren
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Amitriptylin entscheidet laut Packungsbeilage die Ärztin oder der Arzt, wann und wie die Behandlung beendet wird, um Beschwerden zu vermeiden, die bei einem zu plötzlichen Abbruch auftreten können, etwa Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schlaflosigkeit oder Reizbarkeit [7]. Sprechen Sie eine Verstopfung in der Praxis oder in der Apotheke an; was infrage kommt, hängt vom Mittel und von Ihrer Situation ab. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Bestehende Verstopfung vorher ansprechen. Mehrere Packungsbeilagen bitten darum, eine bestehende Verstopfung vor Beginn der Behandlung mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen: bei Clozapin eine chronische Verstopfung, die Einnahme von Arzneimitteln, die Verstopfung hervorrufen, eine Erkrankung des Dickdarms oder eine Operation im Bauchbereich [9]; bei Ondansetron einen Darmverschluss oder eine schwere Verstopfung [17]; bei Solifenacin eine Verstopfung durch eine Engstelle im Verdauungssystem oder ein erhöhtes Risiko für eine Verdauungsträgheit [14]. Bei einer Darmlähmung (paralytischer Ileus) darf Oxycodon laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden [5].

Ernährung, Trinken und Bewegung. Einer als Nebenwirkung häufig auftretenden Verstopfung können Sie laut Packungsbeilage von Oxycodon durch ballaststoffreiche Ernährung und eine erhöhte Trinkmenge vorbeugen [5]. Laut Fachinformation von Eisen(II)-sulfat kann eine Verstopfung durch ausgleichende Ernährung behoben werden [13]. Als Basismaßnahmen bei Verstopfung nennt gesund.bund.de [1]:

  • eine ballaststoffreiche Ernährung, zum Beispiel mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten,
  • ausreichend zu trinken, besonders wenn mehr Ballast- und Quellstoffe gegessen werden,
  • altersgerechte körperliche Aktivität, also so wenig wie nötig sitzen oder liegen und so viel wie möglich zu Fuß erledigen,
  • sich für den Stuhlgang die nötige Zeit zu nehmen, weil ein immer wieder unterdrückter Stuhldrang zu Verstopfung führen kann.

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Treten unter Oxycodon Nebenwirkungen auf, wird die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage in der Regel geeignete Maßnahmen einleiten [5]. Bei Clozapin muss eine schwere Verstopfung laut Packungsbeilage ärztlich behandelt werden; laut Fachinformation ist es von entscheidender Bedeutung, dass eine Verstopfung erkannt und aktiv behandelt wird [9, 10]. Wer Eisenpräparate schlecht verträgt, kann laut IQWiG in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt nach Lösungen suchen, zum Beispiel einem anderen Einnahmezeitpunkt, einer selteneren Einnahme oder einem anderen Präparat [2]. Nennen Sie dabei alle Mittel, auch rezeptfreie. Einen Überblick gibt der Medikationsplan.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Eine Verstopfung kann gefährlich werden. Ohne Behandlung können sich laut gesund.bund.de Kotballen im Darm aufstauen und ihn komplett verlegen; es kann zu einem Darmverschluss, einer Entzündung der Darmwand mit Durchbruch in die Bauchhöhle und einer Bauchfellentzündung kommen, was lebensbedrohlich werden kann [1]. Ein Durchbruch der Magen- oder Darmwand, etwa durch ein Geschwür, macht sich laut IQWiG durch plötzlich auftretende, sehr starke Bauchschmerzen bemerkbar; bei Verdacht sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden [4].

Einzelne Packungsbeilagen nennen Warnzeichen. Bei Clozapin können Bauchschmerzen, Krämpfe, ein geschwollener Bauch, Erbrechen, Verstopfung und ein behinderter Gasabfluss im Darm Anzeichen eines Darmverschlusses sein; dann sollen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen [9]. Dasselbe gilt laut Packungsbeilage für Anzeichen einer Blinddarmentzündung, etwa starke und sich verschlimmernde Bauchschmerzen, die in der Nähe des Nabels beginnen und in die rechte untere Seite wandern [9]. Bei Amitriptylin sollen Sie sofort zum Arzt gehen, wenn schwere Verstopfung, ein geschwollener Bauch, Fieber und Erbrechen auftreten, weil Teile des Darms gelähmt sein können [7]. Holen Sie bei solchen Warnzeichen in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Abgesehen von den in der Packungsbeilage genannten Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Beschwerden beim Stuhlgang sollten Sie laut gesund.bund.de unbedingt ärztlich abklären lassen, wenn sie plötzlich auftreten und Blut im Stuhl oder am Darmausgang, starke Schwankungen des Stuhldurchmessers, eine Blutarmut (Anämie), Gewichtsverlust oder Darmkrebs in der Familie hinzukommen [1].

Andere Ursachen

Nicht jede Verstopfung kommt vom Medikament. In Europa haben laut gesund.bund.de durchschnittlich ungefähr 15 Prozent der Bevölkerung mit Verstopfung zu tun, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer; häufig lässt sich keine Ursache feststellen [1]. Zu den Gründen, die den Stuhl länger im Darm verweilen lassen, zählen laut gesund.bund.de [1]:

  • faserarme Nahrung mit wenig Ballaststoffen, zu wenig Trinken und mangelnde Bewegung,
  • willentliches Unterdrücken des Stuhldrangs und plötzlich veränderte Lebensumstände, etwa auf Reisen,
  • Erkrankungen des Enddarms wie vergrößerte Hämorrhoiden oder eine starke Senkung des Beckenbodens,
  • Engstellen im Darm, etwa bei oder nach entzündlichen Erkrankungen wie Morbus Crohn und Divertikulitis, nach Bauchoperationen oder bei Tumorerkrankungen,
  • hormonelle Faktoren wie hohe Progesteronspiegel in der Schwangerschaft oder selten eine Schilddrüsenunterfunktion,
  • neurologische Erkrankungen wie multiple Sklerose oder die Parkinson-Erkrankung, psychische Erkrankungen wie Magersucht und Diabetes mellitus.

Verstopfung kann außerdem ein Zeichen eines Reizdarmsyndroms sein; die Abgrenzung ist laut gesund.bund.de manchmal schwierig [1]. Mehr zur Erkrankung: Verstopfung.

Quellen

  1. Behörde Verstopfung bei Erwachsenen (beruht unter anderem auf der S2k-Leitlinie Chronische Obstipation von DGVS und DGNM, 04/2022). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 02.10.2023. abgerufen am 12.10.2026
  2. Wie lässt sich ein Eisenmangel behandeln?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 19.04.2023. abgerufen am 12.10.2026
  3. Wie wirksam sind Antidepressiva?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 12.10.2026
  4. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Abschnitt Folgen). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  11. Behörde Clozapin: Wissenschaftliche Schlussfolgerungen der CMDh und Änderungen der Produktinformation (PSUSA/00000836/202503). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), PRAC und CMDh. Stand CMDh-Sitzung November 2025 (Dokument vom 15.12.2025). abgerufen am 12.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Verapamil-ratiopharm 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
  13. Fachinformation Fachinformation Eisentabletten-ratiopharm N 50 mg / 100 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Solifenacin-ratiopharm 5 mg/10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Ondansetron-ratiopharm 4 mg Filmtabletten. TEVA GmbH, Mitvertrieb ratiopharm GmbH. Stand 08/2022. abgerufen am 12.10.2026
  16. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ozempic (Semaglutid), Anhang III B: Packungsbeilage. Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026 (EMA, aktualisiert am 25.08.2026). abgerufen am 12.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ondansetron-ratiopharm 4 mg, 8 mg Filmtabletten. TEVA GmbH, Mitvertrieb ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente verursachen Verstopfung?

Laut gesund.bund.de kann Verstopfung eine Nebenwirkung vieler Arzneimittel sein, zum Beispiel von Eisenpräparaten, opioidhaltigen Schmerzmitteln, Antidepressiva und Medikamenten gegen Bluthochdruck. Als sehr häufig stufen sie etwa die Packungsbeilagen von Oxycodon (ein Opioid), Amitriptylin (ein trizyklisches Antidepressivum) und Clozapin (ein Antipsychotikum) ein, als häufig unter anderem die von Verapamil, Solifenacin und Semaglutid. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation Verstopfung nennt.

Warum verursachen starke Schmerzmittel Verstopfung?

Opioide beeinträchtigen laut Fachinformation von Oxycodon die Darmbewegungen (Darmmotilität). Verstopfung gehört dort zusammen mit Übelkeit zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen. Laut Packungsbeilage von Oxycodon können Nebenwirkungen wie Verstopfung häufiger oder stärker auftreten, wenn gleichzeitig Mittel gegen Allergien, Reisekrankheit oder Erbrechen eingenommen werden. Die Fachinformation nennt zusätzlich anticholinerg wirkende Mittel wie trizyklische Antidepressiva.

Was kann ich bei Verstopfung durch Medikamente tun?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Laut Packungsbeilage von Oxycodon können Sie einer Verstopfung durch ballaststoffreiche Ernährung und eine erhöhte Trinkmenge vorbeugen. Zu den Basismaßnahmen bei Verstopfung zählt gesund.bund.de außerdem ausreichend Bewegung und genügend Zeit für den Stuhlgang. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn die Verstopfung anhält. Bei Clozapin muss eine schwere Verstopfung laut Packungsbeilage ärztlich behandelt werden.

Machen Eisentabletten Verstopfung?

Das ist möglich. Laut IQWiG können Eisenpräparate Beschwerden wie Magenschmerzen, Verstopfung oder Übelkeit auslösen. Die Fachinformation von Eisen(II)-sulfat-Tabletten stuft Magen-Darm-Störungen und Verstopfung als gelegentlich ein und hält fest, dass eine Verstopfung durch ausgleichende Ernährung behoben werden kann. Wer Eisenpräparate schlecht verträgt, kann laut IQWiG in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt nach Lösungen suchen, zum Beispiel einem anderen Einnahmezeitpunkt oder einem anderen Präparat.

Können Antidepressiva Verstopfung auslösen?

Ja. Laut IQWiG führen trizyklische Antidepressiva häufiger als SSRI zu Verstopfung. In der Packungsbeilage von Amitriptylin ist Verstopfung als sehr häufig eingestuft. Laut Fachinformation kann Verstopfung allerdings auch ein Zeichen der Depression selbst sein und wird in der Regel schwächer, wenn sich die Depression bessert. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wann ist Verstopfung durch Medikamente gefährlich?

Bauchschmerzen, Krämpfe, ein geschwollener Bauch, Erbrechen und ein behinderter Gasabfluss können laut Packungsbeilage von Clozapin Anzeichen eines Darmverschlusses sein; dann informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen. Bei Amitriptylin können schwere Verstopfung, ein geschwollener Bauch, Fieber und Erbrechen darauf hinweisen, dass Teile des Darms gelähmt sind; dann gehen Sie laut Packungsbeilage sofort zum Arzt. Bei plötzlich auftretenden, sehr starken Bauchschmerzen rufen Sie den Notruf 112.

Sind ältere Menschen häufiger betroffen?

Verstopfung tritt laut gesund.bund.de mit zunehmendem Alter häufiger auf, vor allem bei Menschen über 65 Jahre; mögliche Gründe sind mangelnde Bewegung, Bettlägerigkeit und Nebenwirkungen von Medikamenten. Bei älteren Menschen kann eine hartnäckige Verstopfung zu steinharten Kotballen im Darm führen, die manchmal im Krankenhaus behandelt werden müssen. Auch unter Clozapin haben Menschen ab 60 Jahren laut Packungsbeilage möglicherweise häufiger Verstopfung.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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