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Mycophenolsäure: Nebenwirkungen und Wirkung

Mycophenolsäure ist ein verschreibungspflichtiges Immunsuppressivum, das nach einer Nierentransplantation zusammen mit Ciclosporin und Kortikosteroiden die Abstoßung der neuen Niere verhindern soll; enthalten ist sie unter anderem in Myfortic. Sehr häufig sind unter anderem eine verminderte Zahl weißer Blutkörperchen, Durchfall und erhöhter Blutdruck; Infektionen werden wahrscheinlicher. Mycophenolat verursacht Geburtsfehler und Fehlgeburten. Frauen, die schwanger werden können, brauchen deshalb einen negativen Schwangerschaftstest und eine zuverlässige Verhütung.

Mann in den Fünfzigern mit Sonnenhut und langärmeligem Hemd geht auf einem schattigen Waldweg spazieren
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen[1]
  • Sehr häufig: Verminderter Kalziumspiegel im Blut (Hypokalziämie)[1]
  • Sehr häufig: Verminderter Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie)[1]
  • Sehr häufig: Erhöhter Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie)[1]
  • Sehr häufig: Erhöhter Blutdruck (Hypertonie)[1]
  • Sehr häufig: Angst[1]
  • Sehr häufig: Durchfall[1]
  • Sehr häufig: Gelenkschmerzen (Arthralgie)[1]
  • Häufig: Verminderte Anzahl roter Blutkörperchen, die zu Müdigkeit, Atemnot oder Blässe führen kann (Anämie)[1]
  • Häufig: Verminderte Anzahl von Blutplättchen, die zu unerwarteten Blutungen und blauen Flecken führen kann (Thrombozytopenie)[1]
  • Häufig: Erhöhter Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie)[1]
  • Häufig: Verminderter Magnesiumspiegel im Blut (Hypomagnesiämie)[1]
  • Häufig: Schwindel[1]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1]
  • Häufig: Husten[1]
  • Häufig: Kurzatmigkeit (Dyspnoe)[1]
  • Häufig: Niedriger Blutdruck (Hypotonie)[1]
  • Häufig: Bauch- oder Magenschmerzen, Entzündung der Magenschleimhaut, Gasansammlung im Bauch, Verstopfung, Verdauungsstörung, Blähungen (Flatulenz), weiche Stühle, Übelkeit (Nausea) und Erbrechen[1]
  • Häufig: Müdigkeit und Fieber[1]
  • Häufig: Abweichende Ergebnisse bei Leber- oder Nierenfunktionstests[1]
  • Häufig: Atemwegsinfektionen[1]
  • Häufig: Akne[1]
  • Häufig: Juckreiz[1]
  • Häufig: Schwäche (Asthenie)[1]
  • Häufig: Muskelschmerzen (Myalgie)[1]
  • Häufig: Geschwollene Hände, Knöchel oder Füße (periphere Ödeme)[1]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Mycophenolsäure eingesetzt?

Mycophenolsäure ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Immunsuppressiva; in den Tabletten liegt er als Mycophenolat-Natrium vor. Enthalten ist er unter anderem in Myfortic [1]. Laut Packungsbeilage wird Mycophenolsäure angewendet, um die Abstoßung einer transplantierten Niere durch das körpereigene Immunsystem zu verhindern, und zwar gemeinsam mit anderen Arzneimitteln, die Ciclosporin und Kortikosteroide enthalten. Mehr zu Kortikosteroiden lesen Sie unter Glucocorticoide [1].

Verschrieben wird Mycophenolsäure nur von einer Ärztin oder einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Transplantationspatienten [1]. Die Behandlung wird fortgesetzt, solange eine Unterdrückung des Immunsystems nötig ist, damit der Körper das Transplantat nicht abstößt [1]. Ob und wie lange die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wie wirkt Mycophenolsäure?

Immunsuppressiva wie Mycophenolsäure verringern die körpereigenen Abwehrmechanismen, damit das transplantierte Organ nicht abgestoßen wird. Dadurch kann der Körper aber auch Infektionen nicht mehr so gut abwehren [1]. Laut Embryotox hemmt Mycophenolsäure umkehrbar das Enzym Inosinmonophosphat-Dehydrogenase und damit die Neubildung von Guanosin im Körper; ihre Halbwertszeit nach der Einnahme gibt Embryotox mit 17,9 Stunden an [2].

Mycophenolsäure ist nicht dasselbe wie der ähnlich klingende Wirkstoff Mycophenolatmofetil; beide dürfen nur auf Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes gegeneinander ausgetauscht werden [1]. Laut Embryotox wird Mycophenolatmofetil im Körper in die eigentlich wirksame Mycophenolsäure umgewandelt; Embryotox bewertet beide gemeinsam unter dem Begriff Mycophenolat [2]. Die Tabletten von Myfortic sind mit einem Film überzogen und magensaftresistent [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Ältere Menschen können wegen einer verminderten Immunabwehr mehr Nebenwirkungen haben [1]. Weil das Immunsystem unterdrückt wird, können Infektionen häufiger auftreten, zum Beispiel des Gehirns, der Haut, des Mundes, von Magen und Darm, der Lunge und der Harnwege. Bei einer sehr geringen Zahl von Behandelten entwickelte sich Hautkrebs oder Lymphknotenkrebs, wie es unter Immunsuppressiva vorkommen kann [1]. Für weitere Nebenwirkungen, die bei verwandten Arzneimitteln berichtet wurden, nennt die Packungsbeilage keine Häufigkeit; dazu zählen eine Entzündung des Dickdarms, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, ein Loch in der Darmwand, schwerwiegende Infektionen wie eine Entzündung von Herz und Herzklappen oder der Hirnhäute sowie Tuberkulose und andere bakterielle Infektionen der Lunge [1]. Mehr zu Infekten unter Infektanfälligkeit durch Medikamente.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Packungsbeilage können diese Nebenwirkungen schwerwiegend sein; die Häufigkeit nennt sie dafür nicht [1]. Sprechen Sie bei einem anhaltenden Husten oder Kurzatmigkeit mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; bei verwandten Arzneimitteln wurden auch Tuberkulose und andere Lungeninfektionen berichtet [1]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte weiter unten; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern im ruhigen Gespräch mit einer Ärztin in einem hellen Sprechzimmer
Bild: KI-generiert

Infektionen und Blutbild: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt untersucht regelmäßig Ihr Blut, um Veränderungen der Blutzellen und von Werten wie Zucker, Fett und Cholesterin zu erkennen; möglicherweise wird auch die Zahl der weißen Blutkörperchen bestimmt [1]. Bemerken Sie Zeichen einer Infektion wie Fieber oder Halsschmerzen oder unerwartete Blutergüsse oder Blutungen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr dazu unter Blutungen und Blutbildveränderungen.

Haut und Sonne: Mycophenolsäure setzt den hauteigenen Schutz gegen Sonnenlicht herab, dadurch ist das Risiko für Hautkrebs erhöht. Setzen Sie sich Sonne und UV-Licht nur begrenzt aus, bedecken Sie die Haut so gut wie möglich und tragen Sie regelmäßig Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auf [1]. Melden Sie neues Hautwachstum, Veränderungen eines Leberflecks oder geschwollene Drüsen umgehend [1]. Hintergründe unter Lichtempfindlichkeit der Haut.

Magen und Darm: Durchfall ist sehr häufig, Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen sind häufig [1]. Erbrechen Sie Blut oder ist der Stuhl schwarz oder blutig, sprechen Sie umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; hatten Sie schon einmal schwere Verdauungsprobleme wie Magengeschwüre, sagen Sie es vor Beginn der Behandlung [1]. Mehr dazu unter Durchfall durch Medikamente.

Leber: Hatten Sie früher eine Hepatitis B oder Hepatitis C, kann Mycophenolsäure das Risiko erhöhen, dass sie wieder auftritt. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollte Blutuntersuchungen durchführen; gelbe Haut oder Augen, Übelkeit, Appetitverlust oder dunkler Urin melden Sie umgehend [1].

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Besonders wichtig sind laut Packungsbeilage andere Immunsuppressiva wie Azathioprin oder Tacrolimus, Mittel gegen hohe Cholesterinwerte wie Colestyramin, Aktivkohle, Säurehemmer mit Magnesium oder Aluminium und Mittel gegen Virusinfektionen wie Aciclovir oder Ganciclovir [1]. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auch mit, wenn Sie eine Impfung planen [1]. Eine Übersicht hilft beim Gespräch: der Medikationsplan.

Wechselwirkungen von Mycophenolsäure
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere Immunsuppressiva wie Azathioprin oder TacrolimusLaut Packungsbeilage besonders wichtig für das Arztgespräch[1]Vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen
Mittel gegen hohe Cholesterinwerte wie Colestyramin; Aktivkohle gegen Verdauungsstörungen wie Durchfall, Magenverstimmung und BlähungenLaut Packungsbeilage besonders wichtig für das Arztgespräch[1]Vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen
Säurehemmer, die Magnesium oder Aluminium enthaltenLaut Packungsbeilage besonders wichtig für das Arztgespräch[1]Vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen
Mittel gegen Virusinfektionen wie Aciclovir oder GanciclovirLaut Packungsbeilage besonders wichtig für das Arztgespräch[1]Vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen
ImpfungenDie Packungsbeilage bittet darum, eine geplante Impfung mitzuteilen[1]Ärztin oder Arzt vorher informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Mycophenolsäure nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Mycophenolsäure darf nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen Mycophenolsäure, Mycophenolat-Natrium, Mycophenolatmofetil oder einen der sonstigen Bestandteile, in der Schwangerschaft und Stillzeit, wenn eine Frau schwanger sein könnte und keinen negativen Schwangerschaftstest vorgelegt hat, und wenn keine hochwirksame Empfängnisverhütung angewendet wird [1]. Vorsicht ist geboten bei schweren Verdauungsproblemen und bei einem seltenen erblichen Enzymmangel (HGPRT-Mangel, etwa Lesch-Nyhan-Syndrom) [1]. Für Kinder und Jugendliche wird Mycophenolsäure nicht empfohlen, weil keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Mycophenolsäure, Mycophenolat-Natrium, Mycophenolatmofetil oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Frauen, die schwanger sein könnten und vor der ersten Verschreibung keinen negativen Schwangerschaftstest vorgelegt haben[1]
  • Schwangerschaft, eine geplante oder vermutete Schwangerschaft[1]
  • Fehlende hochwirksame Empfängnisverhütung[1]
  • Stillzeit[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Schwere Verdauungsprobleme wie Magengeschwüre, auch in der Vorgeschichte[1]
  • Seltener erblicher Mangel des Enzyms Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase (HGPRT), etwa Lesch-Nyhan- oder Kelley-Seegmiller-Syndrom[1]
  • Sonnenlicht: Mycophenolsäure setzt den hauteigenen Schutz gegen Sonnenlicht herab, dadurch ist das Risiko für Hautkrebs erhöht. Setzen Sie sich Sonnen- und UV-Licht nur begrenzt aus, bedecken Sie die Haut so gut wie möglich und tragen Sie regelmäßig Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auf[1]
  • Frühere Hepatitis B oder C: Das Risiko, dass die Erkrankung wieder auftritt, kann steigen; die Ärztin oder der Arzt sollte Blutuntersuchungen durchführen und auf Krankheitszeichen achten[1]
  • Blutuntersuchungen: Die Ärztin oder der Arzt kontrolliert regelmäßig die Blutzellen und Blutwerte wie Zucker, Fett und Cholesterin, bestimmt möglicherweise die Zahl der weißen Blutkörperchen und kann bei wiederkehrenden Infektionen die Antikörperspiegel im Blut untersuchen[1]
  • Verwechslung: Mycophenolsäure ist nicht derselbe Wirkstoff wie ähnlich klingende Arzneimittel, etwa Mycophenolatmofetil; sie dürfen nur auf ärztliche Anweisung gegeneinander ausgetauscht werden[1]
  • Ältere Menschen können wegen einer verminderten Immunabwehr mehr Nebenwirkungen haben[1]
  • Kinder und Jugendliche: nicht empfohlen, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen[1]
  • Blut- und Samenspende: Während der Behandlung und mindestens 6 Wochen danach kein Blut spenden; Männer dürfen während der Behandlung und mindestens 90 Tage danach keinen Samen spenden[1]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Zu Alkohol enthält die Packungsbeilage keine eigenen Hinweise. Mycophenolat verursacht Geburtsfehler und Fehlgeburten; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die Risiken und händigt Ihnen schriftliches Informationsmaterial aus [1]. Sie dürfen während der Behandlung und mindestens 6 Wochen danach kein Blut spenden [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, das Beratungszentrum Embryotox der Charité und der Rote-Hand-Brief vom 2. Februar 2018 zu Schwangerschaft, Verhütung und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Allgemeine Hinweise bietet der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Mycophenolsäure darf in der Schwangerschaft, bei geplanter oder vermuteter Schwangerschaft nicht eingenommen werden: Mycophenolat verursacht Geburtsfehler und Fehlgeburten. Laut Packungsbeilage ist die Fehlgeburtsrate sehr hoch (50 %) und die Rate schwerwiegender Missbildungen beim ungeborenen Kind hoch (23 bis 27 %); berichtet wurden Fehlbildungen von Ohren, Augen, Gesicht (Lippen-Gaumen-Spalte), Fingern, Herz, Speiseröhre, Nieren und Nervensystem (zum Beispiel Spina bifida).[1]

Frauen, die schwanger werden können, müssen vor Beginn einen negativen Schwangerschaftstest vorweisen (eventuell mehr als einen) und vor Beginn, während der gesamten Behandlung und 6 Wochen nach dem Absetzen zuverlässig verhüten, vorzugsweise mit zwei Methoden. Werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, nehmen Sie das Mittel aber bis zu diesem Arztbesuch weiter ein. Melden Sie sich so schnell wie möglich, wenn Ihre Verhütung möglicherweise nicht gewirkt hat oder Sie eine Pille vergessen haben.[1]

Männer: Die verfügbaren Daten deuten nicht auf ein erhöhtes Risiko für Missbildungen oder Fehlgeburten hin, wenn der Vater Mycophenolat einnimmt; völlig ausschließen lässt es sich aber nicht. Als Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, dass Sie oder Ihre Partnerin während der Behandlung und noch 90 Tage danach wirksam verhüten. Die Empfehlung für Männer wurde mit einem Rote-Hand-Brief vom 2. Februar 2018 angepasst; die frühere Empfehlung, zusätzlich Kondome zu verwenden, wurde dabei aus der Produktinformation gestrichen. Laut Embryotox muss eine Behandlung des Vaters weder bei Kinderwunsch noch in oder wegen einer Schwangerschaft geändert werden.[1, 2, 3]

Laut Embryotox sollte Mycophenolat bei der Planung einer Schwangerschaft abgesetzt bzw. umgestellt und nicht in der Schwangerschaft begonnen werden. Nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung erfolgen und bei langfristiger Behandlung das Wachstum des Kindes per Ultraschall kontrolliert werden; wenn es therapeutisch möglich ist, sollte die Behandlung umgestellt werden. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox abhängig vom Anwendungsgebiet zum Beispiel Azathioprin oder Ciclosporin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Nehmen Sie Mycophenolsäure nicht ein, wenn Sie stillen, weil kleine Mengen in die Muttermilch übergehen können.[1]

Laut Embryotox wurden bei sieben gestillten Kindern organtransplantierter Mütter keine Beschwerden beschrieben, die auf das Stillen zurückzuführen waren; unter Mycophenolat sollte dennoch nicht gestillt werden.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Mycophenolsäure hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.[1]

Einnahme

Nehmen Sie die Tabletten im Ganzen mit einem Glas Wasser ein; sie dürfen nicht zerbrochen oder zerstoßen werden, und zerbrochene oder zersplitterte Tabletten dürfen Sie nicht einnehmen. Sie können die Tabletten mit oder ohne Nahrung einnehmen, müssen sich aber für eine Art entscheiden und sie dann jeden Tag auf diese Weise einnehmen.[1]

Einnahme vergessen: die Dosis nachholen, sobald Sie sich erinnern, außer es ist schon fast Zeit für die nächste; dann die nächste Dosis zur üblichen Zeit nehmen und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nur auf Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ab: Sonst kann das Risiko steigen, dass Ihr Körper die transplantierte Niere abstößt. Die Behandlung wird fortgesetzt, solange eine Unterdrückung des Immunsystems nötig ist.[1]

Überdosierung

Haben Sie zu viel eingenommen oder hat jemand anderes Ihre Tabletten genommen, sprechen Sie sofort mit einer Ärztin oder einem Arzt oder begeben Sie sich umgehend in ein Krankenhaus; eine medizinische Beobachtung kann nötig sein. Bringen Sie die Tabletten oder die leere Verpackung mit.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt eine empfohlene Tagesdosis, die auf zwei Einnahmen verteilt wird, und eine Obergrenze bei schweren Nierenproblemen [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Nehmen Sie Mycophenolsäure immer genau nach Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ein [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Tabletten im Ganzen mit einem Glas Wasser ein. Sie dürfen nicht zerbrochen oder zerstoßen werden, und zerbrochene oder zersplitterte Tabletten dürfen Sie nicht einnehmen [1]. Sie können Mycophenolsäure mit oder ohne Nahrung einnehmen; entscheiden Sie sich aber für eine Art und bleiben Sie jeden Tag dabei, damit Ihr Körper jeden Tag die gleiche Menge aufnimmt [1]. Erinnerungen zu selbst gewählten Uhrzeiten erstellt das Werkzeug Einnahme-Erinnerung als Kalenderdatei.

Brechen Sie die Einnahme nur auf Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ab, sonst kann das Risiko steigen, dass Ihr Körper die transplantierte Niere abstößt [1]. Haben Sie zu viel eingenommen oder hat jemand anderes Ihre Tabletten genommen, sprechen Sie sofort mit einer Ärztin oder einem Arzt oder begeben Sie sich in ein Krankenhaus und nehmen Sie die Tabletten oder die leere Packung mit [1].

Präparate mit Mycophenolsäure

Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Myfortic 180 mg magensaftresistente Tabletten der Novartis Pharma GmbH mit Stand April 2026 [1]. Laut dem Rote-Hand-Brief von 2018 gab es Myfortic und Präparate mit Mycophenolsäure anderer Hersteller in den Stärken 180 mg und 360 mg [3]. Präparate mit Mycophenolatmofetil gehören nicht in diese Liste: Sie enthalten einen anderen Wirkstoff und haben eigene Packungsbeilagen [1].

Präparate mit Mycophenolsäure
PräparatAnbieterHinweis
MyforticNovartis Pharma GmbHMagensaftresistente Tabletten mit 180 mg (Grundlage dieser Seite) und 360 mg Mycophenolsäure
Mycophenolsäure AccordAccord Healthcare GmbHMagensaftresistente Tabletten mit 180 mg und 360 mg
Mycophenolsäure HEXALHexal AGMagensaftresistente Tabletten mit 180 mg und 360 mg

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Myfortic 180 mg magensaftresistente Tabletten. Novartis Pharma GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. Embryotox Embryotox: Mycophenolat. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  3. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Mycophenolatmofetil-/Mycophenolsäure-haltigen Arzneimitteln: Angepasste Empfehlungen zur Kontrazeption. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht vom BfArM am 07.02.2018). Stand 02.02.2018. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat Mycophenolsäure am häufigsten?

Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind laut Packungsbeilage eine verminderte Zahl weißer Blutkörperchen, niedrige Kalzium- und Kaliumwerte, erhöhte Harnsäure, erhöhter Blutdruck, Angst, Durchfall und Gelenkschmerzen. Häufig treten unter anderem Blutarmut, ein Mangel an Blutplättchen, Schwindel, Kopfschmerzen, Husten, Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, Fieber und Atemwegsinfektionen auf. Weil das Immunsystem unterdrückt wird, können Sie mehr Infektionen als sonst bekommen.

Warum ist eine sichere Verhütung so wichtig?

Mycophenolat verursacht Geburtsfehler und Fehlgeburten; laut Packungsbeilage ist die Fehlgeburtsrate sehr hoch (50 %) und die Rate schwerwiegender Missbildungen hoch (23 bis 27 %). Frauen, die schwanger werden können, brauchen vor Beginn einen negativen Schwangerschaftstest und müssen vor, während und bis 6 Wochen nach der Behandlung zuverlässig verhüten, möglichst mit zwei Methoden. Laut Embryotox sollte Mycophenolat bei der Planung einer Schwangerschaft abgesetzt bzw. umgestellt werden; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox abhängig vom Anwendungsgebiet zum Beispiel Azathioprin oder Ciclosporin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Müssen auch Männer verhüten?

Laut Packungsbeilage deuten die verfügbaren Daten nicht auf ein erhöhtes Risiko für Missbildungen oder Fehlgeburten hin, wenn der Vater Mycophenolat einnimmt; ganz ausschließen lässt es sich nicht. Als Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, dass Sie oder Ihre Partnerin während der Behandlung und noch 90 Tage danach wirksam verhüten. Außerdem dürfen Männer in dieser Zeit keinen Samen spenden. Laut Embryotox muss eine Behandlung des Vaters wegen eines Kinderwunsches nicht geändert werden.

Ist Mycophenolsäure dasselbe wie Mycophenolatmofetil?

Nein. Laut Packungsbeilage ist Mycophenolsäure nicht derselbe Wirkstoff wie ähnlich klingende Arzneimittel, etwa Mycophenolatmofetil; beide dürfen nur ausgetauscht werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt. Laut Embryotox wird Mycophenolatmofetil im Körper in die eigentlich wirksame Mycophenolsäure umgewandelt. Präparate mit Mycophenolatmofetil haben eine eigene Packungsbeilage.

Warum soll ich mich vor der Sonne schützen?

Mycophenolsäure setzt den hauteigenen Schutz gegen Sonnenlicht herab; dadurch ist das Risiko für Hautkrebs erhöht. Setzen Sie sich Sonne und UV-Licht nur begrenzt aus, bedecken Sie die Haut so gut wie möglich und tragen Sie regelmäßig Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auf. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wie Sie sich am besten schützen.

Welche Blutuntersuchungen sind während der Behandlung nötig?

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt untersucht regelmäßig Ihr Blut, um Veränderungen der Blutzellen und von Blutwerten wie Zucker, Fett und Cholesterin zu erkennen. Möglicherweise wird die Zahl der weißen Blutkörperchen bestimmt; bei wiederkehrenden Infektionen können die Antikörperspiegel untersucht werden. Hatten Sie früher eine Hepatitis B oder C, sollten Blutuntersuchungen zeigen, ob die Erkrankung wieder auftritt.

Darf ich die Tabletten teilen oder zerkleinern?

Nein. Nehmen Sie die magensaftresistenten Tabletten im Ganzen mit einem Glas Wasser ein; sie dürfen nicht zerbrochen oder zerstoßen werden, und zerbrochene oder zersplitterte Tabletten dürfen Sie nicht einnehmen. Mehr zum Thema lesen Sie im Ratgeber Tabletten teilen und mörsern.

Was tun, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?

Holen Sie die Einnahme nach, sobald Sie sich erinnern, außer es ist schon fast Zeit für die nächste Dosis. Dann nehmen Sie die nächste Dosis zur üblichen Zeit und fragen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein. Die Dosis laut Packungsbeilage steht im Abschnitt Dosierung.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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    Verordnetes Pantoprazol setzen Sie nur nach Rücksprache ab.

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