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Levothyroxin absetzen

Levothyroxin dürfen Sie laut Packungsbeilage auf keinen Fall eigenmächtig verändern, unterbrechen oder vorzeitig beenden, sonst können Ihre Beschwerden wieder auftreten. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion und nach einer Operation wegen Schilddrüsenkrebs wird es meist zeitlebens eingenommen, beim gutartigen Kropf einige Monate oder Jahre bis zeitlebens. Entzugserscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; ob die Behandlung enden kann, prüft die Ärztin oder der Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Mann Ende vierzig mit kurzem dunkelblondem Haar im senfgelben Strickpullover sitzt einer Ärztin im hellen Sprechzimmer gegenüber und spricht mit ihr über seine Behandlung
Bild: KI-generiert

Levothyroxin ersetzt fehlendes Schilddrüsenhormon oder entlastet die Schilddrüse. Laut Packungsbeilage dürfen Sie die Behandlung auf keinen Fall eigenmächtig verändern, unterbrechen oder vorzeitig beenden, sonst können Ihre Beschwerden wieder auftreten [1]. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion und nach einer Operation wegen eines bösartigen Schilddrüsentumors wird Levothyroxin meist zeitlebens eingenommen [1, 2].

Entzugserscheinungen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Das künstlich hergestellte Levothyroxin wirkt genauso wie das Hormon, das die Schilddrüse selbst bildet; der Körper kann beide nicht unterscheiden [1, 2]. Fehlt Schilddrüsenhormon, verlangsamt sich laut IQWiG der Stoffwechsel, und es können Beschwerden wie Müdigkeit, Frieren oder Konzentrationsstörungen auftreten [12]. Ob eine Behandlung enden kann, hängt vom Anwendungsgebiet ab und wird ärztlich geprüft [1, 2, 11].

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Für den Behandlungserfolg ist laut Packungsbeilage die regelmäßige Einnahme in der Dosis erforderlich, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt festgelegt hat [1]. Ein Schema zum schrittweisen Beenden enthalten weder Packungsbeilage noch Fachinformation [1, 2].

Wie lange Levothyroxin eingenommen wird

Die Dauer hängt laut Packungsbeilage und Fachinformation vom Anwendungsgebiet ab [1, 2]:

  • Schilddrüsenunterfunktion: meist zeitlebens [1, 2].
  • Nach einer Operation wegen eines bösartigen Schilddrüsentumors: meist zeitlebens [1, 2].
  • Gutartiger Kropf und Vorbeugung eines erneuten Kropfwachstums nach einer Kropfoperation: einige Monate oder Jahre bis zeitlebens. Für die Behandlung des gutartigen Kropfes bei normaler Schilddrüsenfunktion ist ein Zeitraum von 6 Monaten bis zu 2 Jahren notwendig. Bringt sie in dieser Zeit nicht den gewünschten Erfolg, zieht die Ärztin oder der Arzt andere Behandlungsmöglichkeiten in Erwägung [1, 2].
  • Begleitbehandlung einer Schilddrüsenüberfunktion: so lange, wie die Mittel gegen die Überfunktion (Thyreostatika) eingenommen werden [1, 2].
  • Schilddrüsensuppressionstest: Für diese Untersuchung der Schilddrüsenfunktion wird Levothyroxin 14 Tage lang bis zur Szintigrafie eingenommen [1, 2].

Je nach Ursache wird eine Unterfunktion laut IQWiG vorübergehend oder lebenslang behandelt. Manchmal erholt sich die Schilddrüse auch von selbst, zum Beispiel wenn eine Entzündung abklingt [12].

Wann die Ärztin oder der Arzt die Einnahme verringert, unterbricht oder beendet

  • Zeichen einer Überfunktion: Wird die Dosisstärke nicht vertragen oder liegt eine Überdosierung vor, können besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung typische Zeichen einer Überfunktion auftreten, etwa Herzklopfen, Herzrasen, Schlaflosigkeit oder Nervosität. Die Ärztin oder der Arzt bestimmt dann, ob die Tagesdosis verringert oder die Einnahme für mehrere Tage unterbrochen wird. Sobald die Nebenwirkung abgeklungen ist, kann die Behandlung mit vorsichtiger Dosierung wieder aufgenommen werden [1, 2]. Mehr dazu: Herzrasen.
  • Zu große Menge eingenommen: Laut Fachinformation werden abhängig von der Höhe der Überdosierung eine Unterbrechung der Einnahme und eine Kontrolluntersuchung empfohlen; Beschwerden können bis zu 6 Tage verzögert auftreten [2]. Suchen Sie bei solchen Beschwerden Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1].
  • Allergische Reaktion: Bei Zeichen einer allergischen Reaktion muss die Behandlung laut Fachinformation abgebrochen werden [2]. Was dann zu tun ist, steht im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.
  • Schwangerschaft bei Überfunktion: In der Schwangerschaft darf Levothyroxin nicht zusammen mit einem Thyreostatikum eingenommen werden, weil dadurch eine höhere Dosis des Thyreostatikums nötig wird. Eine Überfunktion sollte in der Schwangerschaft laut Fachinformation stets nur mit einem niedrig dosierten Thyreostatikum allein behandelt werden [1, 2].

Kein Wechsel und keine Pause auf eigene Faust

Muss auf ein anderes Levothyroxin-Präparat umgestellt werden, kann es zu einem Ungleichgewicht der Schilddrüsenhormone kommen; während der Umstellung ist eine genaue Überwachung nötig [1, 2]. Die Präparate verschiedener Hersteller enthalten unterschiedliche Zusatzstoffe und werden laut IQWiG möglicherweise schneller oder langsamer vom Körper aufgenommen. Deshalb wird empfohlen, möglichst immer dasselbe Präparat zu verwenden; sieht die Packung beim Abholen anders aus als sonst, fragen Sie in der Apotheke nach [13].

Zur Kontrolle der Schilddrüsenwerte wird das Blut laut DEGAM-Leitlinie vor der Einnahme der Tagesdosis abgenommen, ohne dass die Einnahme in den Tagen und Wochen davor unterbrochen wird [11]. Nahrungsergänzungsmittel mit Biotin sollten laut IQWiG ab dem Tag vor der Untersuchung weggelassen werden, weil sie das Ergebnis verfälschen können [13]. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das Labor, wenn Sie Biotin einnehmen oder bis vor Kurzem eingenommen haben [1]. Mehr dazu: Medikamente vor Untersuchungen.

Blutzucker bei Diabetes

Levothyroxin kann die Wirkung blutzuckersenkender Mittel vermindern. Wer Diabetes hat, sollte den Blutzucker deshalb laut Packungsbeilage regelmäßig kontrollieren lassen, vor allem zu Beginn und zum Ende einer Behandlung mit Schilddrüsenhormon; gegebenenfalls passt die Ärztin oder der Arzt die Dosis des Diabetesmittels an [1, 2].

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Absetzerscheinungen, Entzugssymptome oder einen Rückprall-Effekt (Rebound) nennen Packungsbeilage und Fachinformation von Levothyroxin nicht [1, 2]. Als Folge eines eigenmächtigen Beendens nennt die Packungsbeilage, dass Ihre Beschwerden wieder auftreten können [1].

Wenn dem Körper Schilddrüsenhormon fehlt

Fehlen Schilddrüsenhormone, verlangsamt sich laut IQWiG der Stoffwechsel. Das kann viele Körperfunktionen betreffen und ganz unterschiedliche Beschwerden auslösen [12]:

  • Schwäche und Müdigkeit, ein niedriger Puls, Kurzatmigkeit
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Teilnahmslosigkeit, Depressionen
  • trockene, vor allem im Gesicht teigig verdickte Haut, trockenes Haar, Haarausfall
  • leichte bis mäßige Gewichtszunahme, Verstopfung
  • Kälteempfindlichkeit und Frieren, Muskel- oder Gelenkschmerzen
  • starke Regelblutungen oder Zyklusstörungen, Erektionsstörungen

Bei Menschen, die L-Thyroxin einnehmen, können Beschwerden einer Unterfunktion laut IQWiG auf eine zu niedrige Dosis hindeuten; wer sie bemerkt, sollte die Ärztin oder den Arzt kontaktieren. Solche Beschwerden können aber auch ganz andere Gründe haben. Ob wirklich etwas mit den Schilddrüsenhormonen nicht stimmt, zeigt eine Blutuntersuchung [13]. Mehr zur Erkrankung: Schilddrüsenunterfunktion.

Wie schnell sich die Werte ändern

Wann nach dem Absetzen Beschwerden auftreten, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an [1, 2]. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert, beträgt laut Fachinformation etwa 7 Tage, bei einer Überfunktion 3 bis 4 Tage und bei einer Unterfunktion etwa 9 bis 10 Tage [2]. Wegen der Halbwertszeit von 7 Tagen kann es laut DEGAM-Leitlinie mehrere Wochen dauern, bis sich ein geänderter TSH-Wert nach einer Dosisänderung beständig zeigt. Nach Beginn der Behandlung und nach jeder Änderung der Dosis sollten die Schilddrüsenhormone laut Leitlinie frühestens nach 8 Wochen kontrolliert werden [11].

TSH ist ein Hormon der Hirnanhangdrüse, das die Schilddrüse anregt, Hormone zu bilden. Arbeitet die Schilddrüse schwächer, gibt die Hirnanhangdrüse mehr TSH ins Blut ab; ein erhöhter TSH-Wert kann deshalb ein Anzeichen für eine Unterfunktion sein [12, 14].

Folgen einer unbehandelten Unterfunktion

Wird eine Schilddrüsenunterfunktion bei Erwachsenen nicht behandelt, sind laut IQWiG Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma möglich; diese Folgen sind sehr selten [12]. Für die Schwangerschaft hält Embryotox fest, dass eine unbehandelte Unterfunktion der Mutter negative Auswirkungen auf die mentale Entwicklung des Ungeborenen hat [3].

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Frau Anfang vierzig mit schulterlangem rotbraunem Haar spaziert mit ihrem Partner an einem herbstlichen Seeufer
Bild: KI-generiert

Ein festes Vorgehen für das Beenden beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Die S2k-Leitlinie "Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis" der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM, Stand 04/2023) behandelt Reduktions- und Auslassversuche [11].

Dauerbehandlung mit unklarer Begründung

Nehmen Menschen Levothyroxin, ohne dass eine eindeutige Diagnose einer ausgeprägten (manifesten) Unterfunktion oder eine andere nachvollziehbare Begründung mit Beschwerden vorliegt, braucht es laut Leitlinie eine kritische Überprüfung, ob die Behandlung weitergeführt wird. Für eine solche Dauerbehandlung sollte laut Leitlinie ein kontrolliertes Absetzen unter Beachtung der Interessen der Patientin oder des Patienten erwogen werden. Einzelne Schritte oder Zeitabstände nennt die Leitlinie dafür nicht [11].

Bei einer latenten Unterfunktion liegt der Wert für die Schilddrüsenhormone im normalen Bereich, der TSH-Wert ist aber erhöht. Laut IQWiG sind solche Werte oft nur vorübergehend erhöht, und leicht erhöhte TSH-Werte normalisieren sich häufig von selbst; Menschen mit nur leicht erhöhtem TSH-Wert und ohne Beschwerden brauchen in der Regel keine Behandlung [14]. Bei der Bewertung eines TSH-Werts bezieht die Leitlinie unter anderem das Alter, den Wert des freien Schilddrüsenhormons (fT4), Beschwerden, Medikamente und die Lebensqualität ein [11].

Nach einer Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft kann der Bedarf an Levothyroxin steigen; laut Embryotox steigt er in der Regel [1, 2, 3]. Nach der Geburt sollte die Dosis laut Fachinformation unmittelbar wieder auf die Dosis vor der Schwangerschaft umgestellt und der TSH-Wert 6 bis 8 Wochen nach der Geburt bestimmt werden [2]. Laut DEGAM-Leitlinie sollte 6 Wochen nach der Geburt eine erneute TSH-Kontrolle erfolgen, um zu klären, ob die Behandlung fortgesetzt, die Dosis verringert oder die Behandlung beendet werden kann. War der Bedarf in der Schwangerschaft nicht erhöht, ist das laut Leitlinie ein Anlass, die Begründung für die Behandlung nach der Geburt zu hinterfragen [11].

Schilddrüsenkrebs: Absetzen vor Radiojod-Untersuchungen

Nach einer Operation wegen eines gut differenzierten Schilddrüsenkrebses braucht es für bestimmte Untersuchungen und Behandlungen mit Radiojod einen erhöhten TSH-Spiegel im Blut. Laut EMA-Produktinformation zu Thyrotropin alfa, einem künstlich hergestellten TSH, wird dafür üblicherweise die Behandlung mit Schilddrüsenhormon abgesetzt; das führt normalerweise zu Zeichen und Beschwerden einer Unterfunktion. Mit Thyrotropin alfa lässt sich der TSH-Anstieg erreichen, während die Behandelten ihr Schilddrüsenhormon weiter einnehmen [15].

Bei Menschen mit Schilddrüsenkrebs wurden laut dieser Produktinformation mehrere Fälle berichtet, in denen während eines solchen Absetzens zu Untersuchungszwecken ein verstärktes Tumorwachstum festgestellt wurde; es wurde auf den länger erhöhten TSH-Spiegel zurückgeführt [15]. Ob und wie lange Levothyroxin vor einer Radiojod-Untersuchung pausiert wird, legt das behandelnde Team fest.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Haben Sie eine Einnahme vergessen oder zu wenig eingenommen, holen Sie die versäumte Dosis laut Packungsbeilage nicht nach, sondern bleiben im festgelegten Rhythmus [1]. Damit die tägliche Einnahme nicht vergessen wird, schlägt das IQWiG vor, die Packung zum Beispiel neben die Zahnbürste oder auf den Nachttisch zu legen oder sich mit Klebezetteln oder dem Handy erinnern zu lassen [13]. Eine Hilfe ist auch die Einnahme-Erinnerung.

Was Sie tun können

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Diese Fragen helfen, das Gespräch vorzubereiten:

  • Wofür nehme ich Levothyroxin, und ist die Behandlung bei mir zeitlich begrenzt oder dauerhaft?
  • Welche Werte und Beschwerden sprechen dafür, die Behandlung fortzuführen, die Dosis zu verringern oder einen Auslassversuch zu machen?
  • Wann werden die Schilddrüsenwerte nach einer Änderung kontrolliert?
  • Auf welche Beschwerden soll ich danach achten, und wann melde ich mich?
  • Muss mein Blutzucker oder meine Blutgerinnung häufiger kontrolliert werden, wenn sich die Behandlung ändert?
  • Ich plane eine Schwangerschaft oder bin schwanger: Was bedeutet das für meine Behandlung?

Schwanger geworden: Laut Packungsbeilage ist eine korrekte Behandlung mit Schilddrüsenhormon während Schwangerschaft und Stillzeit besonders wichtig für die Gesundheit von Mutter und Kind und muss konsequent unter ärztlicher Aufsicht fortgesetzt werden [1]. Embryotox nennt Levothyroxin das Mittel der Wahl bei einer Unterfunktion in der Schwangerschaft; nach Feststellung der Schwangerschaft soll laut Embryotox frühzeitig der TSH-Wert bestimmt und die Dosis angepasst werden [3]. Embryotox bietet eine kostenlose individuelle Beratung an [3]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Allgemeines zum Thema: Medikamente absetzen.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Beschwerden einer Unterfunktion wie Schwäche, Müdigkeit, Frieren oder Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sind laut IQWiG ein Grund, die Ärztin oder den Arzt zu kontaktieren [13]. Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot sowie starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [16]. Treten Beschwerden auf, wenn die Praxen geschlossen sind, und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [16]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Die Liste unten fasst die Warnzeichen zusammen, die Packungsbeilage und Fachinformation für die Einnahme nennen [1, 2]. Bei Zeichen einer allergischen Reaktion muss die Behandlung laut Fachinformation abgebrochen werden [2]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation L-Thyroxin Henning 100 (100 Mikrogramm, Tabletten). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 17.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation L-Thyroxin Henning 25 bis 200 (Tabletten). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 06/2023. abgerufen am 17.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Thyroxin (Levothyroxin). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Euthyrox (Levothyroxin-Natrium) Tabletten in neuer Zusammensetzung: Information und Kontrolle von Patienten bei der Umstellung. Merck Serono GmbH in Abstimmung mit dem BfArM. Stand 10.04.2019. abgerufen am 17.10.2026
  5. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Berlthyrox (Levothyroxin-Natrium): Neue Zusammensetzung und neuer Handelsname L-Thyroxin BC, Information und Kontrolle von Patienten bei der Umstellung. Berlin-Chemie AG in Abstimmung mit dem BfArM. Stand 10.01.2022. abgerufen am 17.10.2026
  6. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu L-Thyroxin Aristo (Levothyroxin-Natrium): Tabletten in neuer Zusammensetzung, Information und Kontrolle von Patienten bei der Umstellung. Aristo Pharma GmbH in Abstimmung mit dem BfArM. Stand 17.07.2023. abgerufen am 17.10.2026
  7. Informationsbrief zu Eferox (Levothyroxin-Natrium): Tabletten in neuer Zusammensetzung, Information und Kontrolle von Patienten bei der Umstellung. Aristo Pharma GmbH in Abstimmung mit dem BfArM. Stand 27.07.2026. abgerufen am 17.10.2026
  8. Leitlinie S2k-Leitlinie Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis, DEGAM-Leitlinie Nr. 18 (AWMF-Registernummer 053-046), Langfassung, Empfehlungen 5.4.4.2 und 6.2.5 bis 6.2.9 mit Hintergrund. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand 04/2023 (gültig bis 05/2027). abgerufen am 16.10.2026
  9. Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.04.2024. abgerufen am 16.10.2026
  10. Schilddrüsenhormone richtig einnehmen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.04.2024. abgerufen am 16.10.2026
  11. Hat es Vorteile, eine latente Schilddrüsenunterfunktion zu behandeln?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.04.2024. abgerufen am 16.10.2026
  12. EMA-Produktinformation Thyrogen (Thyrotropin alfa), Produktinformation, Anhang I Abschnitte 4.4 und 5.1 und Anhang III B. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA); Zulassungsinhaber Sanofi Winthrop Industrie. Stand 19.02.2025 (letzte Aktualisierung der Produktinformation). abgerufen am 16.10.2026
  13. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich L-Thyroxin einfach absetzen?

Laut Packungsbeilage dürfen Sie die Behandlung auf keinen Fall eigenmächtig verändern, unterbrechen oder vorzeitig beenden, sonst können Ihre Beschwerden wieder auftreten. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion und nach einer Operation wegen eines bösartigen Schilddrüsentumors wird Levothyroxin meist zeitlebens eingenommen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Was passiert, wenn man L-Thyroxin absetzt?

Laut Packungsbeilage können Ihre Beschwerden wieder auftreten. Fehlt Schilddrüsenhormon, verlangsamt sich laut IQWiG der Stoffwechsel; möglich sind zum Beispiel Müdigkeit, Frieren, Konzentrationsstörungen, Verstopfung oder eine leichte bis mäßige Gewichtszunahme. Wann solche Beschwerden einsetzen, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an. Die Halbwertszeit von Levothyroxin beträgt laut Fachinformation etwa 7 Tage, bei einer Unterfunktion etwa 9 bis 10 Tage.

Gibt es Entzugserscheinungen beim Absetzen von L-Thyroxin?

Entzugserscheinungen oder Absetzsymptome nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Levothyroxin wirkt genauso wie das Hormon, das die Schilddrüse selbst bildet, und ersetzt fehlendes Hormon. Nach dem Absetzen können laut Packungsbeilage aber Ihre Beschwerden wieder auftreten. Bemerken Sie Beschwerden einer Unterfunktion, sollten Sie laut IQWiG Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren.

L-Thyroxin absetzen oder ausschleichen?

Ein Schema zum Ausschleichen enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut DEGAM-Leitlinie sollte bei einer Dauerbehandlung mit unklarer Begründung ein kontrolliertes Absetzen unter Beachtung der Patienteninteressen erwogen werden; einzelne Schritte nennt die Leitlinie nicht. Nach jeder Änderung der Dosis sollten die Schilddrüsenwerte laut Leitlinie frühestens nach 8 Wochen kontrolliert werden. Ob und wie die Behandlung endet, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Kann ich L-Thyroxin bei Hashimoto absetzen?

Die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Entzündung der Schilddrüse durch eine Autoimmunreaktion, ist laut IQWiG hierzulande der häufigste Grund für eine Schilddrüsenunterfunktion. Je nach Ursache wird eine Unterfunktion laut IQWiG vorübergehend oder lebenslang behandelt; manchmal erholt sich die Schilddrüse von selbst, etwa wenn eine Entzündung abklingt. Laut Packungsbeilage wird Levothyroxin bei einer Unterfunktion meist zeitlebens eingenommen. Ob bei Ihnen ein Auslassversuch infrage kommt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Mehr dazu: Hashimoto-Thyreoiditis.

Kann man L-Thyroxin ohne Schilddrüse absetzen?

Wurde die Schilddrüse ganz oder teilweise entfernt oder mit Radiojod bestrahlt, werden laut IQWiG zu wenige oder gar keine Schilddrüsenhormone mehr gebildet. Nach einer Operation wegen eines bösartigen Schilddrüsentumors wird Levothyroxin laut Packungsbeilage meist zeitlebens eingenommen, nach einer Kropfoperation zur Vorbeugung eines erneuten Kropfwachstums einige Monate oder Jahre bis zeitlebens. Für bestimmte Radiojod-Untersuchungen nach Schilddrüsenkrebs wird die Hormonbehandlung laut EMA-Produktinformation zu Thyrotropin alfa üblicherweise abgesetzt; das führt normalerweise zu Zeichen einer Unterfunktion.

Ist es gefährlich, L-Thyroxin abzusetzen?

Bleibt eine Schilddrüsenunterfunktion bei Erwachsenen unbehandelt, sind laut IQWiG Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma möglich; diese Folgen sind sehr selten. In der Schwangerschaft muss die Behandlung laut Packungsbeilage konsequent unter ärztlicher Aufsicht fortgesetzt werden; eine unbehandelte Unterfunktion der Mutter hat laut Embryotox negative Auswirkungen auf die mentale Entwicklung des Ungeborenen. Sprechen Sie vor jeder Änderung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich L-Thyroxin wegen Haarausfall absetzen?

Haarausfall steht in Packungsbeilage und Fachinformation von Levothyroxin nicht unter den Nebenwirkungen. Laut IQWiG können trockenes Haar und Haarausfall aber Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion sein. An der Dosis sollten Sie laut IQWiG nichts auf eigene Faust ändern, weil Beschwerden auch ganz andere Gründe haben können; eine Blutuntersuchung zeigt, ob die Dosis angepasst werden muss. Mehr dazu: Haarausfall durch Medikamente.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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