BehandlungenBehandlung
Eiseninfusion: Nebenwirkungen
Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, nennen die Fachinformationen unter anderem Übelkeit und Reaktionen an der Einstichstelle bei Ferinject, MonoFer und Venofer, Kopfschmerzen, Schwindel und einen niedrigen Phosphatspiegel im Blut bei Ferinject, Hautausschlag bei MonoFer und Geschmacksstörungen bei Venofer. Alle Eisenpräparate zur Anwendung in die Vene können laut Rote-Hand-Brief vom Oktober 2013 schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen, auch wenn eine frühere Gabe vertragen wurde; Behandelte sollten laut Rote-Hand-Brief während und mindestens 30 Minuten nach jeder Gabe sorgfältig überwacht werden. Zeichen einer schwerwiegenden allergischen Reaktion wie Ausschlag, Jucken, Schwierigkeiten beim Atmen, Schwellung von Lippen, Zunge oder Rachen oder Brustkorbschmerzen teilen Sie laut Packungsbeilage von Ferinject Ihrem Arzt umgehend mit. Einen Verdacht auf eine Nebenwirkung können Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitteilen oder direkt dem BfArM melden.

Welche Nebenwirkungen eine Eiseninfusion haben kann, hängt vom Präparat ab. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, nennen die Fachinformationen unter anderem Übelkeit und Reaktionen an der Einstichstelle bei Ferinject, MonoFer und Venofer, Kopfschmerzen, Schwindel und einen niedrigen Phosphatspiegel im Blut bei Ferinject, Hautausschlag bei MonoFer und Geschmacksstörungen bei Venofer [2, 6, 7]. Alle Eisenpräparate zur Anwendung in die Vene können laut Rote-Hand-Brief vom Oktober 2013 schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit tödlichem Ausgang verursachen, auch wenn eine frühere Gabe vertragen wurde. Behandelte sollten laut Rote-Hand-Brief während und mindestens 30 Minuten nach jeder Gabe sorgfältig überwacht werden. Tritt eine solche Reaktion auf, sind Behandelte laut Rote-Hand-Brief aufzufordern, sich sofort in ärztliche Behandlung zu begeben [9]. Um die Grunderkrankung geht es auf der Seite Eisenmangel, andere Behandlungen finden Sie unter Behandlungen.
Was bei der Eiseninfusion passiert
Bei einer Eiseninfusion bekommen Sie ein eisenhaltiges Arzneimittel direkt in eine Vene. Ferinject zum Beispiel ist laut Fachinformation eine kolloidale Lösung des Eisenkomplexes Eisencarboxymaltose; der Komplex wurde entwickelt, um auf kontrollierte Weise Eisen zuzuführen, das für die körpereigenen Eisentransport- und -lagerungsproteine (Transferrin bzw. Ferritin) verwendbar ist [2]. Der Komplex in Venofer wird vorwiegend in Leber, Milz und Knochenmark aufgenommen; das Eisen wird unter anderem für die Bildung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) verwendet oder vorwiegend als Ferritin in der Leber gespeichert [7].
CosmoFer, Ferinject, MonoFer und Venofer sind laut Fachinformation zur Behandlung eines Eisenmangels zugelassen, wenn Eisen zum Einnehmen nicht angewendet werden kann oder nicht wirkt; Ferinject, MonoFer und CosmoFer außerdem, wenn Eisen rasch zugeführt werden muss. Vorher muss der Mangel laut den Fachinformationen von CosmoFer, Ferinject und MonoFer durch Laboruntersuchungen festgestellt sein, laut Fachinformation von Venofer durch geeignete Untersuchungen [1, 2, 6, 7]. Ferrlecit ist bei ausgeprägtem Eisenmangel zugelassen, wenn ein Ersatz des Eisens durch Einnehmen nicht möglich ist [4]. Um die Ursache des Mangels zu finden, kann laut IQWiG falls nötig unter anderem mit einer Stuhlprobe, einer Magen- oder Darmspiegelung nach Blutungen gesucht werden [15]. Um Eisen zum Einnehmen geht es auf der Seite Eisen(II)-sulfat als Tablette.
Die Gabe übernehmen Ärztin, Arzt oder medizinisches Fachpersonal: als Infusion, als Injektion in eine Vene oder während einer Blutwäsche (Dialyse) über das Dialysegerät [3, 8]. CosmoFer kann laut Fachinformation außerdem in den Muskel gespritzt werden; Ferinject darf laut Fachinformation nicht unter die Haut oder in den Muskel gegeben werden [1, 2]. Wie viel Eisen Sie bekommen, wie oft und wie lange, entscheidet laut Packungsbeilage von Ferinject Ihre Ärztin oder Ihr Arzt anhand einer Blutuntersuchung [3]. Die braune Lösung wird laut den Packungsbeilagen von Ferinject, Venofer und Ferrlecit in einer Einrichtung gegeben, in der immunallergische Ereignisse angemessen und schnell behandelt werden können; nach jeder Gabe werden Sie dort 30 Minuten überwacht [3, 5, 8]. Mehr zu Eisen bei Nierenerkrankungen und Dialyse auf der Seite Niereninsuffizienz; Eisen in die Vene ist auch Thema der Seiten Colitis ulcerosa und Restless-Legs-Syndrom.
Präparate in Deutschland
Berücksichtigt ist je Wirkstoff ein in Deutschland zugelassenes Präparat, alphabetisch und ohne Wertung. Alle fünf sind verschreibungspflichtig [1, 2, 4, 6, 7]. Einen Überblick über Eisen und andere Mineralstoffe gibt die Seite Vitamine, Mineralstoffe und Eisenpräparate.
| Präparat | Wirkstoff | Form und Anwendung | Zulassungsinhaber | Grundlage |
|---|---|---|---|---|
| CosmoFer | Eisen(III)-hydroxid-Dextran-Komplex | Injektions- und Infusionslösung; Infusion oder Injektion in die Vene, Dialyse, auch in den Muskel; Erwachsene, unter 14 Jahren nicht empfohlen | Pharmacosmos A/S, Dänemark | Fachinformation, Stand 03/2023 [1] |
| Ferinject | Eisencarboxymaltose | Injektions- und Infusionsdispersion; Injektion oder Infusion in die Vene, Dialyse; ab 1 Jahr, bei Kindern von 1 bis 13 Jahren mit Hämodialyse nicht empfohlen | Vifor France, Frankreich | Fachinformation und Packungsbeilage, Stand 03/2025 [2, 3] |
| Ferrlecit | Eisen(III)-natrium-D-gluconat-hydroxid-oxid-Komplex | Injektionslösung bzw. Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung; Infusion oder Injektion in die Vene; Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | Fachinformation und Packungsbeilage, Stand 06/2023 [4, 5] |
| MonoFer | Eisen(III)-Derisomaltose | Lösung zur Injektion oder Infusion in die Vene, Dialyse; unter 18 Jahren nicht empfohlen | Pharmacosmos A/S, Dänemark | Fachinformation, Stand 05/2025 [6] |
| Venofer | Eisen(III)-hydroxid-Sucrose-Komplex (Eisensaccharose) | Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung; Infusion oder Injektion in die Vene, Dialyse; für Kinder wenige Daten | Vifor France, Frankreich | Fachinformation und Packungsbeilage, Stand 04/2023 [7, 8] |
Maßgeblich ist die Packungsbeilage des Präparats, mit dem Sie behandelt werden.
Nebenwirkungen laut Fachinformation
Was die Fachinformation getrennt aufführt, etwa Angaben aus einer Studie mit Kindern, steht unter der Tabelle.
CosmoFer (Eisen(III)-hydroxid-Dextran-Komplex, Infusion oder Injektion)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Gelegentlich | Anaphylaktoide (allergieähnliche) Reaktionen mit Atemnot, Nesselsucht, Hautausschlag, Juckreiz, Übelkeit und Schüttelfrost; Atemnot (Dyspnoe); verschwommenes Sehen, Taubheitsgefühl; Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen; Hitzegefühl; Hautrötung (Flushing), Juckreiz, Hautausschläge; Krämpfe [1] |
| Selten | Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), schneller Herzschlag (Tachykardie); Durchfall; Müdigkeit, Erschöpfung; Schmerzen und braune Pigmentierung an der Injektionsstelle; Muskelschmerzen; Bewusstseinsverlust, Krampfanfälle, Schwindel, Unruhe, Zittern; Brustschmerzen; Bewusstseinsstörungen; Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Schwitzen; niedriger Blutdruck (Hypotonie) [1] |
| Sehr selten | Zerfall roter Blutkörperchen (Hämolyse); verlangsamter Herzschlag beim ungeborenen Kind (fetale Bradykardie), Herzklopfen (Palpitationen); vorübergehender Hörverlust; akute schwere anaphylaktoide Reaktionen mit plötzlicher Atemnot und/oder Kreislaufkollaps; Kopfschmerzen, Missempfindungen wie Kribbeln (Parästhesien); hoher Blutdruck (Hypertonie) [1] |
| Nicht bekannt | Kounis-Syndrom (allergisch ausgelöste Krämpfe der Herzkranzgefäße, die zu einem Herzinfarkt führen können); grippeähnliche Symptome, die innerhalb weniger Stunden oder mehrerer Tage einsetzen können [1] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für CosmoFer (Infusion oder Injektion; die Fachinformation trennt nicht nach Anwendungsart). Bei rheumatoider Arthritis kann laut Fachinformation eine Verschlimmerung der Gelenkschmerzen auftreten. Als örtliche Reaktionen nennt sie Schmerzen, Entzündungen und Venenentzündungen an und nahe der Einstichstelle, nach einer Injektion in den Muskel Hautverfärbungen, Blutungen, sterile Abszesse, abgestorbenes oder geschwundenes Gewebe und Schmerzen [1].
Ferinject (Eisencarboxymaltose, Injektion oder Infusion in die Vene)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Häufig | Niedriger Phosphatspiegel im Blut (Hypophosphatämie); Kopfschmerzen, Schwindel; Gesichtsrötung (Flush), hoher Blutdruck (Hypertonie); Übelkeit; Reaktionen an der Injektions- oder Infusionsstelle [2, 3] |
| Gelegentlich | Überempfindlichkeit; Geschmacksstörung (Dysgeusie), Missempfindungen wie Kribbeln (Parästhesie); schneller Herzschlag (Tachykardie); niedriger Blutdruck (Hypotonie); Atemnot (Dyspnoe); Bauchschmerzen, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörung (Dyspepsie); Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht (Urtikaria), Hautrötung (Erythem); Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Schmerzen in Armen oder Beinen, Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe; Fieber, Müdigkeit, Schüttelfrost, Schmerzen im Brustkorb, Schwellung von Händen und Füßen (peripheres Ödem), Unwohlsein; Anstieg der Leberenzyme Alanin-Aminotransferase, Aspartat-Aminotransferase und Gamma-Glutamyltransferase, der alkalischen Phosphatase und der Laktatdehydrogenase im Blut [2, 3] |
| Selten | Anaphylaktische Reaktionen (schwere allergische Reaktionen); Angst; Beinahe-Ohnmacht (Präsynkope), Ohnmacht (Synkope), Venenentzündung (Phlebitis); Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmen); Blähungen (Flatulenz); Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Hautverfärbung an entfernter Stelle, Blässe; grippeähnliche Symptome, die innerhalb weniger Stunden oder mehrerer Tage einsetzen können [2, 3] |
| Nicht bekannt | Bewusstseinsverlust; Kounis-Syndrom; Schwellung des Gesichts (Gesichtsödem); Knochenerweichung durch einen niedrigen Phosphatspiegel (hypophosphatämische Osteomalazie); zu diesen unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) sagt die Fußnote der Fachinformation: "UAW, die nur im Rahmen der Erfahrungen nach Markteinführung berichtet wurden; werden als selten eingeschätzt." [2] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Ferinject (Anwendung in die Vene). Am häufigsten berichtet wurde laut Fachinformation Übelkeit. Die Reaktionen an der Injektions- oder Infusionsstelle umfassen unter anderem Schmerzen, Bluterguss, Verfärbung, Austritt der Lösung ins Gewebe (Extravasation) und Reizung, die einzeln jeweils gelegentlich auftreten, sowie selten Missempfindungen an der Einstichstelle. Bei Kindern und Jugendlichen von 1 bis 17 Jahren war das Sicherheitsprofil vergleichbar mit dem von Erwachsenen [2].
Ferrlecit (Eisen(III)-natrium-D-gluconat-hydroxid-oxid-Komplex, Infusion oder Injektion in die Vene)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Selten | Schwere allergische Reaktionen (anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen, anaphylaktischer Schock) mit Schwellungen an verschiedenen Körperstellen (Angioödem), auch im Gesichts-, Mund- und Rachenraum, zum Beispiel am Kehlkopf (Glottisödem); Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufversagen; Wasser in der Lunge (Lungenödem), Schwellungen der Bronchialschleimhaut mit Atembeschwerden; Hautausschläge (exanthematische Hautveränderungen) [4, 5] |
| Sehr selten | Zerfall roter Blutkörperchen (Hämolyse) und Ausscheidung von Blutfarbstoff mit dem Urin (Hämoglobinurie) bei einer Überladung des Eisentransportsystems im Blut (Transferrinsystem) [4, 5] |
| Nicht bekannt | Überempfindlichkeitsartige Reaktionen, meistens Fieber und/oder Gelenkschmerzen und/oder Übelkeit oder Erbrechen; generalisierter Krampfanfall, Kopfschmerzen; Kounis-Syndrom, Herzklopfen (Palpitationen), schneller Herzschlag (Tachykardie), verlangsamter Herzschlag beim ungeborenen Kind (fetale Bradykardie); oberflächliche Venenentzündung mit Blutgerinnsel an der Injektionsstelle (Thrombophlebitis); Durchfall; grippeähnliche Symptome, die innerhalb weniger Stunden oder mehrerer Tage einsetzen können [4, 5] |
| Zusätzlich bei Injektion, Häufigkeit nicht berechenbar | Missempfindungen (Parästhesien), Schwindel, Geschmacksstörungen; Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen; Gesichtsrötung (Erythem des Gesichts); Schmerzen im Brust- und Rückenraum, Muskel- und Gelenkschmerzen, insbesondere bei bestehendem Rheumatismus; Blutdruckanstieg [4, 5] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Ferrlecit (Anwendung in die Vene). In einer klinischen Studie mit Kindern, die eine Dialyse brauchten, wurden laut Fachinformation sehr häufig Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Blutdruckabfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen beobachtet, häufig Infektionen, Entzündungen von Rachen und Nebenhöhlen (Pharyngitis, Sinusitis), Thrombose, Muskel- und Gelenkschmerzen, Brust- und Rückenschmerzen, Fieber und Schwellungen im Gesicht (Gesichtsödeme). Der enthaltene Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen [4].
MonoFer (Eisen(III)-Derisomaltose, Injektion oder Infusion in die Vene)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Häufig | Übelkeit; Hautausschlag; Reaktionen an der Injektionsstelle [6] |
| Gelegentlich | Überempfindlichkeit, einschließlich schwerwiegender Reaktionen; Kopfschmerzen, Missempfindungen (Parästhesie), Geschmacksstörung (Dysgeusie), verschwommenes Sehen, Bewusstseinsverlust, Schwindel, Müdigkeit; schneller Herzschlag (Tachykardie); niedriger Blutdruck (Hypotonie), hoher Blutdruck (Hypertonie); Brustschmerzen, Atemnot (Dyspnoe), Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus); Bauchschmerzen, Erbrechen, Verdauungsstörung (Dyspepsie), Verstopfung (Obstipation), Durchfall; Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht (Urtikaria), Rötungen, Schwitzen, Hautentzündung (Dermatitis); niedriger Phosphatspiegel im Blut (Hypophosphatämie); Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe; Fieber (Pyrexie), Kältegefühl oder Schüttelfrost, Infektion, örtliche Venenentzündung (Phlebitis), Abschuppung der Haut (Desquamation); erhöhte Leberenzymwerte [6] |
| Selten | Anaphylaktoide oder anaphylaktische Reaktionen; Stimmstörung (Dysphonie), Krampfanfälle, Zittern (Tremor), Veränderungen des Bewusstseins; Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien); Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem); Unwohlsein, grippeähnliche Symptome, die innerhalb weniger Stunden oder mehrerer Tage einsetzen können [6] |
| Nicht bekannt | Kounis-Syndrom; Hautverfärbungen in einiger Entfernung von der Injektionsstelle [6] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für MonoFer (Anwendung in die Vene). Die Reaktionen an der Injektionsstelle umfassen laut Fachinformation Rötung, Schwellungen, Brennen, Schmerzen, Blutergüsse, Verfärbung, Austritt ins Gewebe (Extravasation) und Reizungen [6].
Venofer (Eisen(III)-hydroxid-Sucrose-Komplex, Infusion oder Injektion in die Vene)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Häufig | Geschmacksstörung (Dysgeusie), zum Beispiel ein metallischer Geschmack; niedriger Blutdruck (Hypotonie), hoher Blutdruck (Hypertonie); Übelkeit; Reaktionen an der Injektions- oder Infusionsstelle [7, 8] |
| Gelegentlich | Überempfindlichkeit; Kopfschmerzen, Schwindel, Missempfindungen (Parästhesie), verminderte Berührungsempfindlichkeit (Hypästhesie); Hautrötungen, Venenentzündung (Phlebitis); Atemnot (Dyspnoe); Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung; Juckreiz (Pruritus), Hautausschlag; Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schmerzen in den Gliedmaßen, Rückenschmerzen; Schüttelfrost, Schwäche (Asthenie), Müdigkeit, Schwellung von Händen und Füßen (peripheres Ödem), Schmerzen; Anstieg der Leberenzyme Alaninaminotransferase, Aspartataminotransferase und Gammaglutamyltransferase, erhöhtes Serumferritin [7, 8] |
| Selten | Anaphylaktoide Reaktionen; Ohnmacht (Synkope), Schläfrigkeit; Herzklopfen (Palpitationen); Urinverfärbung (Chromaturie); Brustschmerzen, vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose), Fieber (Pyrexie); erhöhte Laktatdehydrogenase im Blut [7, 8] |
| Nicht bekannt | Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem); Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Bewusstseinsverlust, Angstzustände, Zittern (Tremor); verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), schneller Herzschlag (Tachykardie), Kounis-Syndrom; Kreislaufkollaps, Venenentzündung mit Blutgerinnsel (Thrombophlebitis); Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus); Nesselsucht (Urtikaria); kalter Schweiß, Unwohlsein, Blässe, grippeähnliche Symptome, die innerhalb weniger Stunden oder mehrerer Tage einsetzen können (Spontanberichte nach der Markteinführung) [7] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Venofer (Anwendung in die Vene). Am häufigsten berichtet wurde in klinischen Studien laut Fachinformation die Geschmacksstörung; an der Injektions- oder Infusionsstelle waren es Schmerzen, Austritt ins Gewebe, Reizung, Verfärbung, Bluterguss und Juckreiz [7]. Die Geschmacksveränderungen halten laut Packungsbeilage in der Regel nicht sehr lange an. Die Packungsbeilage nennt außerdem gelegentlich pfeifende Atmung, Brennen und Muskelzucken, mit unbekannter Häufigkeit auch lebensbedrohliche allergische Reaktionen (allergischer Schock) [8].
Jede Häufigkeit gilt nur für das Präparat, bei dem sie steht. Sie sagt nicht, welches Präparat für Sie besser verträglich ist. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Präparat sie verursacht hat.
Laut Packungsbeilage von Ferrlecit heißt sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen, häufig: bis zu 1 von 10, gelegentlich: bis zu 1 von 100, selten: bis zu 1 von 1.000, sehr selten: bis zu 1 von 10.000; nicht bekannt heißt, dass sich die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzen lässt [5]. Die Packungsbeilagen von Ferinject und Venofer verwenden für die Klassen, die sie nennen, dieselben Grenzen, bezogen auf Personen bzw. Behandelte [3, 8]. Die Fachinformationen geben die Klassen als Anteile an [1, 2, 4, 6, 7]. Umrechnen können Sie mit dem Werkzeug Häufigkeit übersetzen.
Mehr zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Geschmacksstörungen, Hautausschlag, Juckreiz, niedrigem Blutdruck, Blutdruckanstieg und Arzneimittelallergie als Nebenwirkung von Medikamenten; die Tabellen dort zeigen nur Wirkstoffe mit eigenem Steckbrief, keine Eisenpräparate zur Infusion.
Seltene und schwere Nebenwirkungen
Schwere allergische Reaktionen: Alle fünf Fachinformationen warnen, dass Eisenpräparate zum Spritzen (parenteral verabreichte Eisenpräparate) Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich schwerwiegender und potenziell tödlich verlaufender anaphylaktischer Reaktionen hervorrufen können, auch nach früheren komplikationslos vertragenen Gaben [1, 2, 4, 6, 7]. Anaphylaktische bzw. anaphylaktoide Reaktionen sind laut Fachinformation bei Ferinject, MonoFer, Venofer und Ferrlecit selten; bei MonoFer ist Überempfindlichkeit einschließlich schwerwiegender Reaktionen gelegentlich; bei CosmoFer sind anaphylaktoide Reaktionen gelegentlich und akute schwere anaphylaktoide Reaktionen sehr selten [1, 2, 4, 6, 7]. Laut Fachinformation von MonoFer treten akute schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen für gewöhnlich in den ersten Minuten der Gabe auf, laut Fachinformation von CosmoFer meist innerhalb weniger Minuten nach Beginn; sie äußern sich durch plötzliche Atemprobleme bzw. Atemnot und/oder einen Kreislaufkollaps, Todesfälle wurden berichtet [1, 6]. Das Risiko ist laut allen fünf Fachinformationen erhöht bei bekannten Allergien, auch gegen Arzneimittel, bei schwerem Asthma, Ekzem oder anderen atopischen Allergien in der Vorgeschichte sowie bei immunologischen oder entzündlichen Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder rheumatoider Arthritis, laut Fachinformation von Ferrlecit auch bei Morbus Crohn [1, 2, 4, 6, 7].
Kounis-Syndrom: Alle fünf Fachinformationen nennen es mit der Häufigkeit "nicht bekannt": eine Überempfindlichkeitsreaktion mit akuten allergischen Krämpfen der Herzkranzgefäße, die zu einem Herzinfarkt führen können [1, 2, 4, 6, 7]. Brustkorbschmerzen können laut den Packungsbeilagen von Ferinject, Venofer und Ferrlecit ein Zeichen dafür sein [3, 5, 8].
Fishbane-Reaktion: Laut Fachinformation von MonoFer kann es bei Eisen in die Vene zu einer Reaktion mit Erröten des Gesichts, akuten Brust- und/oder Rückenschmerzen und Engegefühl kommen, manchmal mit Atemnot; sie kommt gelegentlich vor und kann den frühen Zeichen einer anaphylaktischen Reaktion ähneln. Die Infusion muss dann unterbrochen werden; die Beschwerden klingen kurz nach dem Abbruch ab [6].
Niedriger Phosphatspiegel und Knochenerweichung: Laut Fachinformation von Ferinject wurde nach der Markteinführung ein niedriger Phosphatspiegel mit Beschwerden beobachtet, der zu einer Knochenerweichung (Osteomalazie) und zu Brüchen führte und eine Behandlung bis hin zu einer Operation erforderte. Bei Mehrfachgaben in höherer Dosis, bei Langzeitbehandlung und bei Risikofaktoren für einen niedrigen Phosphatspiegel ist eine Kontrolle des Phosphats im Blut angezeigt [2]. Zum laufenden Verfahren der EMA siehe Aktuelle Sicherheitsinformationen.
Verspätete Reaktionen: Laut Fachinformation von MonoFer und von CosmoFer können verspätete Reaktionen mit Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und manchmal Fieber auftreten, auch schwerwiegend. Sie setzen einige Stunden bis vier Tage nach der Gabe ein, dauern gewöhnlich zwei bis vier Tage und gehen von selbst oder nach Gabe einfacher Schmerzmittel zurück [1, 6]. Ob Sie ein Schmerzmittel nehmen können, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Lösung neben der Vene: Läuft die Lösung ins Gewebe, kann das laut Fachinformation bei Ferinject und MonoFer zu Hautreizungen und möglicherweise lang anhaltender Braunfärbung führen, bei Venofer zu Schmerzen, Entzündungen und lang anhaltenden Braunverfärbungen der Haut [2, 6, 7]. Bei Ferrlecit ist eine versehentliche Injektion neben die Vene oder in den Muskel wegen des Benzylalkohols schmerzhaft und kann rotbraune Verfärbungen der Haut verursachen [4].
Was Sie tun können

Vor der Infusion: Laut Rote-Hand-Brief sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie vor jeder Behandlung über das Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion aufklären und Ihnen die Zeichen nennen [9]. Sprechen Sie laut den Packungsbeilagen vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Arzneimittelallergien, Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis, schweres Asthma, Hautausschlag oder andere Allergien haben; laut den Packungsbeilagen von Ferinject und Venofer auch bei einer Infektion oder Leberfunktionsstörungen, laut der von Venofer bei gestörter Nierenfunktion, laut der von Ferrlecit bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Morbus Crohn und laut der von Ferinject bei einem jetzigen oder früheren niedrigen Phosphatspiegel [3, 5, 8]. Fragen für dieses Gespräch können Sie mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch sammeln.
Während und nach der Infusion: Kommt es zu einer allergischen Reaktion, müssen Sie laut Packungsbeilage von Venofer Ihren Arzt oder das Pflegepersonal sofort informieren [8]. Läuft die Lösung an der Einstichstelle aus, muss die Gabe laut Packungsbeilage von Ferinject sofort unterbrochen werden [3]. Bei Ferinject und Venofer ist ein Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit laut Fachinformation unwahrscheinlich [2, 7]. Kommt es nach Venofer jedoch zu Schwindel, Verwirrtheit oder Benommenheit, dürfen Sie sich laut Packungsbeilage nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen [8].
In den Tagen danach: Nebenwirkungen, die Sie erheblich beeinträchtigen, sollten Sie laut Packungsbeilage von Ferinject Ihrem Arzt mitteilen [3]. Beschwerden, Beginn und Dauer können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten. Zu Ferrlecit gibt es einen mit dem BfArM abgestimmten Leitfaden für Patientinnen und Patienten; er nennt Zeichen einer allergischen Reaktion während oder kurz nach der Behandlung, bei denen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren sollten [13].
Verdacht melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [3, 5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wer die Behandlung nicht oder nur mit Vorsicht bekommen sollte
Laut allen fünf Fachinformationen darf das Präparat nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, bei schwerer bekannter Überempfindlichkeit gegen andere Eisenpräparate zum Spritzen und bei einer Eisenüberladung oder Störung der Eisenverwertung [1, 2, 4, 6, 7]. Weitere Gegenanzeigen und Vorsichtshinweise unterscheiden sich:
| Präparat | Gegenanzeigen und Einschränkungen | Vorsicht |
|---|---|---|
| CosmoFer | Darf nicht: Blutarmut, die nicht durch Eisenmangel verursacht ist; akute oder chronische Infektionen; akutes Nierenversagen. Bei Asthma, allergischem Ekzem oder anderen atopischen Allergien in der Vorgeschichte sollte nicht mit Injektion in die Vene behandelt werden. Für Kinder unter 14 Jahren nicht empfohlen [1] | Bei zu rascher Gabe in die Vene kann es zu hypotensiven Krisen (Krisen mit Blutdruckabfall) kommen [1] |
| Ferinject | Darf nicht: Blutarmut, die nicht durch Eisenmangel bedingt ist. Kinder unter 1 Jahr: laut Fachinformation nicht empfohlen, laut Packungsbeilage darf Ferinject ihnen nicht verabreicht werden [2, 3] | Bei Leberfunktionsstörungen darf Eisen zum Spritzen nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken gegeben werden; ist eine Eisenüberladung der auslösende Faktor, besonders bei Porphyria cutanea tarda, sollte die Gabe vermieden werden. Bei akuten oder chronischen Infektionen, Asthma, Ekzem oder atopischen Allergien darf es nur mit Vorsicht angewendet werden; bei fortbestehender Bakteriämie wird ein Abbruch empfohlen [2] |
| Ferrlecit | Darf nicht: Überempfindlichkeit gegen Benzylalkohol; schwere entzündliche Erkrankungen der Leber oder der Nieren; Frühgeborene, Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder bis zu 3 Jahren. Von 3 bis 6 Jahren nicht empfohlen. Menschen mit der seltenen erblichen Fructose-Unverträglichkeit sollten Ferrlecit nicht anwenden [4] | Große Mengen Benzylalkohol nur mit Vorsicht und wenn absolut nötig, besonders bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und in Schwangerschaft und Stillzeit [4] |
| MonoFer | Darf nicht: andere Formen der Blutarmut als Eisenmangel-Anämie; dekompensierte Lebererkrankung. Bei aktueller Bakteriämie sollte MonoFer nicht angewendet werden. Unter 18 Jahren nicht empfohlen [6] | Bei Leberfunktionsstörungen sollte Eisen zum Spritzen erst nach eingehender Nutzen-Risiko-Abwägung gegeben werden; bei akuten und chronischen Infektionen ist es mit Vorsicht anzuwenden; bei zu schneller Injektion können Blutdruckabfälle auftreten [6] |
| Venofer | Darf nicht: Blutarmut, die nicht durch Eisenmangel bedingt ist [7] | Bei Leberfunktionsstörungen sollte Eisen zum Spritzen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung gegeben werden; eine akute oder chronische Infektion erfordert Vorsicht, bei Bakteriämie wird ein Abbruch empfohlen; bei zu rascher Injektion können Blutdruckabfälle auftreten [7] |
Andere Medikamente
Bei gleichzeitiger Gabe ist die Aufnahme von Eisen zum Einnehmen laut den Fachinformationen von CosmoFer, Ferinject und MonoFer vermindert, laut Fachinformation von Venofer kann sie vermindert sein. Mit Eisen zum Einnehmen ist laut Fachinformation von Venofer frühestens 5 Tage nach der letzten Injektion zu beginnen, bei CosmoFer sollte es frühestens fünf Tage nach der letzten Injektion aufgenommen werden, bei Ferinject sollte gegebenenfalls ein Mindestabstand von 5 Tagen nach der letzten Gabe eingehalten werden; MonoFer sollte nicht gleichzeitig mit Eisen zum Einnehmen angewendet werden [1, 2, 6, 7]. Wird Ferrlecit bei einer Behandlung mit ACE-Hemmern angewendet, können laut Fachinformation Häufigkeit und Schweregrad möglicher anaphylaktischer Reaktionen erhöht sein [4]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. MonoFer und CosmoFer können laut Fachinformation zu falsch erhöhten Bilirubinwerten und falsch erniedrigten Calciumwerten im Blut führen [1, 6]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Laut allen fünf Fachinformationen kann eine Eisenmangel-Anämie im ersten Schwangerschaftsdrittel in vielen Fällen mit Eisen zum Einnehmen behandelt werden; die Behandlung mit dem Präparat sollte auf das zweite und dritte Drittel begrenzt werden, sofern der Nutzen höher als das mögliche Risiko für Mutter und Kind eingeschätzt wird [1, 2, 4, 6, 7]. Nach der Gabe kann es laut allen fünf Fachinformationen zu einem verlangsamten Herzschlag beim ungeborenen Kind kommen; er ist in der Regel vorübergehend und Folge einer Überempfindlichkeitsreaktion der Mutter. Das ungeborene Kind sollte während der Gabe sorgfältig überwacht werden [1, 2, 4, 6, 7]. Laut Rote-Hand-Brief vom Oktober 2013 sollten Eisenpräparate zur Anwendung in die Vene in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist zwingend erforderlich; die Risiken für das ungeborene Kind können schwerwiegend sein, einschließlich einer Sauerstoffunterversorgung bis zur Anoxie (völliger Sauerstoffmangel) [9]. Laut IQWiG dürfen Schwangere erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat Eisen-Infusionen bekommen [14].
| Präparat | Schwangerschaft | Stillzeit |
|---|---|---|
| CosmoFer | Keine hinreichenden Studien; Tierversuche zeigten eine Reproduktionstoxizität. Sollte nicht angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich [1] | Nicht bekannt, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht; von einer Anwendung in der Stillzeit wird abgeraten [1] |
| Ferinject | Begrenzte Daten. Sollte nicht angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich. Tierversuche lassen darauf schließen, dass das Eisen die Plazenta passieren und die Skelettentwicklung des ungeborenen Kindes beeinflussen kann [2] | Übergang von Eisen in die Muttermilch laut klinischen Studien vernachlässigbar gering; ein Risiko für das gestillte Kind ist laut den begrenzten Daten unwahrscheinlich [2] |
| Ferrlecit | Keine hinreichenden Studien; Tierversuche zeigten eine Reproduktionstoxizität. Sollte nicht angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich. Weil Benzylalkohol die Plazenta passieren kann, sollte das Präparat in der Schwangerschaft nur mit Vorsicht angewendet werden. Wegen selten auftretender Kreislaufreaktionen besteht die potenzielle Gefahr von Ernährungsstörungen beim ungeborenen Kind durch eine Mangeldurchblutung der Plazenta [4] | Nicht bekannt, ob mehr Eisen in die Muttermilch übergeht; die Anwendung sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen [4] |
| MonoFer | Begrenzte Erfahrungen aus einer Studie mit 100 Schwangeren; vor der Anwendung ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich [6] | Übergang in die Muttermilch laut einer Studie sehr gering; bei therapeutischen Dosen werden keine Auswirkungen auf das gestillte Kind erwartet [6] |
| Venofer | Keine Studiendaten für das erste Drittel; Erfahrungen mit 300 bis 1.000 Schwangerschaften im zweiten und dritten Drittel gaben keinen Anlass für Bedenken bezüglich der Sicherheit für Mutter oder Neugeborenes. Sollte nicht angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich [7] | Kann in der Stillzeit angewendet werden, wenn klinisch notwendig [7] |
Wenn Sie schwanger sind, vermuten, schwanger zu sein, oder eine Schwangerschaft planen, sagen Sie es laut den Packungsbeilagen von Ferinject, Venofer und Ferrlecit vor der Anwendung Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; werden Sie während der Behandlung schwanger, müssen Sie um Rat fragen [3, 5, 8]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit; zu Eisen als Tablette in der Schwangerschaft die Seite Eisen(II)-sulfat in der Schwangerschaft.
Aktuelle Sicherheitsinformationen
Rote-Hand-Brief vom Oktober 2013 (vom BfArM veröffentlicht am 28.10.2013): Die Zulassungsinhaber der Eisenpräparate zur Anwendung in die Vene informierten in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem BfArM, dass alle diese Präparate schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit tödlichem Ausgang verursachen können, auch wenn eine frühere Gabe oder eine Testdosis vertragen wurde. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis wurde weiter positiv bewertet, vorausgesetzt, die Empfehlungen des Briefs werden befolgt; dazu gehören: Eisen in die Vene sollte nur angewendet werden, wenn geschultes Fachpersonal und eine vollständige Ausrüstung zur Wiederbelebung sofort verfügbar sind; Behandelte sollten während und bis mindestens 30 Minuten nach jeder Gabe sorgfältig überwacht werden; bei erhöhtem Risiko sollte Eisen in die Vene nur angewendet werden, wenn der Nutzen das Risiko nach individueller Abwägung eindeutig überwiegt; vor jeder Behandlung sollte die Ärztin oder der Arzt über das Risiko aufklären. Testdosen werden nicht mehr empfohlen, weil sie ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln können. Zur Schwangerschaft siehe Schwangerschaft und Stillzeit [9].
Bescheid des BfArM vom 18.12.2013 (veröffentlicht am 07.02.2014): Damit setzte das BfArM den Durchführungsbeschluss der Europäischen Kommission um und ordnete neben geänderten Produktinformationen Informationsmaterialien für Ärztinnen, Ärzte und Behandelte sowie eine Studie nach der Zulassung an, um das Risiko schwerwiegender Überempfindlichkeitsreaktionen zu minimieren [17].
Stellungnahme der CMDh vom Juli 2020: Die europäische Koordinierungsgruppe CMDh stimmte dem Sicherheitsausschuss PRAC zu, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Eisencarboxymaltose und einer Knochenerweichung durch niedrigen Phosphatspiegel zumindest denkbar ist, und legte Ergänzungen der Produktinformationen von Eisencarboxymaltose fest [11]. Diese Hinweise stehen in der Fachinformation von Ferinject [2].
Risikobewertungsverfahren seit September 2026: Laut Risikoinformation des BfArM vom 04.09.2026 hat der PRAC der EMA eine Überprüfung aller Eisenpräparate zum Spritzen eingeleitet, mit den Wirkstoffen Eisencarboxymaltose, Eisenderisomaltose, Eisendextran, Eisengluconat, Eisenhydroxid-Polymaltose-Komplex und Eisensaccharose [10]. Anlass sind Bedenken wegen des Risikos für niedrige Phosphatspiegel im Blut und damit verbundene Knochenerkrankungen, einschließlich einer Knochenerweichung (Osteomalazie). Ausgelöst wurde die Überprüfung durch Berichte, die Zweifel an der Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen zur Risikominimierung bei Eisencarboxymaltose aufwarfen. Dazu gehörten schwere Fälle eines niedrigen Phosphatspiegels, von denen einige zu einer Osteomalazie führten, auch bei Personen, die nur eine oder zwei Dosen erhalten hatten und keine bekannten Risikofaktoren hatten. Weil ähnliche Fälle auch für andere Eisenpräparate zum Spritzen gemeldet wurden, umfasst die Überprüfung alle diese Arzneimittel. Beschwerden eines niedrigen Phosphatspiegels wie Müdigkeit, Muskelschmerzen und Knochenschmerzen können sich laut BfArM mit denen eines Eisenmangels überschneiden [10]. Das Verfahren läuft noch; die EMA nennt als Beginn des Verfahrens den 03.09.2026 und führt es am 21.10.2026 mit dem Status "Procedure started" [12]. Mehr über solche Mitteilungen im Ratgeber Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Auf eine schwerwiegende allergische Reaktion können laut Packungsbeilage von Ferinject Ausschlag, zum Beispiel Quaddeln, Jucken, Schwierigkeiten beim Atmen, pfeifendes Atemgeräusch und/oder Schwellung der Lippen, der Zunge, des Rachens oder des Körpers sowie Brustkorbschmerzen hinweisen; teilen Sie diese Anzeichen Ihrem Arzt umgehend mit [3]. Laut Packungsbeilage von Venofer kann sich eine allergische Reaktion auch durch Blutdruckabfall mit Schwindelgefühl, Benommenheit oder Schwarzwerden vor den Augen und durch Gesichtsschwellungen äußern; Sie müssen dann Ihren Arzt oder das Pflegepersonal sofort informieren [8]. Brustkorbschmerzen können laut Packungsbeilage von Ferrlecit auf eine schwere allergische Reaktion hinweisen; informieren Sie dann unverzüglich Ihren Arzt [5]. Für alle Eisenpräparate zur Anwendung in die Vene gilt laut Rote-Hand-Brief: Behandelte sind aufzufordern, sich bei einer solchen Reaktion sofort in ärztliche Behandlung zu begeben [9].
Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot und starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als Fälle für den Notruf 112 [16]. Zunehmende Müdigkeit, Muskel- oder Knochenschmerzen nach Ferinject teilen Sie laut Packungsbeilage Ihrem Arzt mit; das könnte ein Hinweis auf einen niedrigen Phosphatspiegel sein [3].
Quellen
- Fachinformation Fachinformation CosmoFer 50 mg/ml Injektionslösung und Infusionslösung (Eisen(III)-hydroxid-Dextran-Komplex), Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1 bis 5.2; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Pharmacosmos A/S (Zulassungsinhaber), Pharmacosmos GmbH. Stand 03/2023 (Stand der Information 23.03.2023). abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ferinject 50 mg Eisen/ml Injektions- und Infusionsdispersion (Eisencarboxymaltose), Abschnitte 4.1 bis 4.8, 5.1 und 6.6; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Vifor France (Zulassungsinhaber), Vifor Pharma Deutschland GmbH (Mitvertreiber). Stand 03/2025 (Stand der Information 12.03.2025). abgerufen am 21.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ferinject 50 mg Eisen/ml Injektions- und Infusionsdispersion, Abschnitte 1 bis 4; Herstellerdokument, einzeln über den PatientenInfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Vifor France (Zulassungsinhaber), Vifor Pharma Deutschland GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ferrlecit 40 mg/Ferrlecit 62,5 mg Injektionslösung bzw. Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 06/2023. abgerufen am 21.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ferrlecit 62,5 mg Injektionslösung bzw. Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Abschnitte 1 bis 4. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 06/2023. abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation MonoFer 100 mg/ml Lösung zur Injektion/Infusion (Eisen(III)-Derisomaltose), Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Pharmacosmos A/S (Zulassungsinhaber), Pharmacosmos GmbH. Stand 05/2025 (Stand der Informationen 07.05.2025). abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Venofer 20 mg Fe/ml Injektionslösung (Eisen(III)hydroxid-Sucrose-Komplex), Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Vifor France (Zulassungsinhaber), Vifor Pharma Deutschland GmbH (Vertrieb). Stand 04/2023. abgerufen am 21.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Venofer 20 mg Fe/ml Injektionslösung, Abschnitte 1 bis 4; Herstellerdokument, einzeln über den PatientenInfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Vifor France (Zulassungsinhaber), Vifor Pharma Deutschland GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 21.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Verschärfte Empfehlungen bezüglich des Risikos schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen auf Eisen-Präparate zur intravenösen Applikation. Zulassungsinhaber von Eisen-Präparaten zur intravenösen Anwendung in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand Oktober 2013, veröffentlicht 28.10.2013. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Injizierbare eisenhaltige Arzneimittel: Überprüfung des Risikos für niedrige Phosphatspiegel im Blut und damit zusammenhängende Knochenerkrankungen (Start des Verfahrens). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 04.09.2026. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde CMDh-Stellungnahme zum PSUR-Verfahren parenterale Eisenpräparate (außer Eisen-Dextran), Anhänge I bis III (PSUSA/00010236/202001). Koordinierungsgruppe CMDh, Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 07/2020. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Parenteral iron-containing medicinal products, referral (Artikel-31-Verfahren, Status "Procedure started", Referenz EMA/REF/0000369747). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand erstmals veröffentlicht 04.09.2026, Status am 21.10.2026. abgerufen am 21.10.2026
- Leitfaden für die sichere Anwendung, Patienten (behördlich genehmigtes Schulungsmaterial zu Ferrlecit, mit dem BfArM abgestimmt), Version 3. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 21.10.2026
- Wie lässt sich ein Eisenmangel behandeln? (Abschnitte "Welche Medikamente gibt es?" und "Wann kommen Infusionen infrage?"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 19.04.2023. abgerufen am 21.10.2026
- Eisenmangel und Eisenmangel-Anämie (Abschnitt Diagnose). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 19.04.2023. abgerufen am 21.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Eisenhaltige Arzneimittel zur parenteralen Anwendung: Umsetzung des Durchführungsbeschlusses der EU-Kommission (Bescheid vom 18.12.2013, Abwehr von Gefahren durch Arzneimittel, Stufe II). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand Bescheid 18.12.2013, veröffentlicht 07.02.2014. abgerufen am 21.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat eine Eiseninfusion?
Das hängt vom Präparat ab. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind laut Fachinformation Übelkeit und Reaktionen an der Einstichstelle bei Ferinject, MonoFer und Venofer, Kopfschmerzen, Schwindel, Gesichtsrötung, hoher Blutdruck und ein niedriger Phosphatspiegel bei Ferinject, Hautausschlag bei MonoFer sowie Geschmacksstörungen, niedriger und hoher Blutdruck bei Venofer. Bei CosmoFer ist keine Nebenwirkung häufig, gelegentlich sind dort unter anderem Übelkeit, Erbrechen und Hitzegefühl. Alle Angaben je Präparat stehen im Abschnitt Nebenwirkungen laut Fachinformation.
Wie lange dauern die Nebenwirkungen nach einer Eiseninfusion?
Verspätete Reaktionen mit Gelenk- und Muskelschmerzen und manchmal Fieber können laut Fachinformation von MonoFer und von CosmoFer einige Stunden bis vier Tage nach der Gabe auftreten und dauern gewöhnlich zwei bis vier Tage. Grippeähnliche Beschwerden können laut Fachinformation von Ferinject, MonoFer, Venofer, Ferrlecit und CosmoFer innerhalb weniger Stunden oder mehrerer Tage einsetzen. Geschmacksveränderungen nach Venofer halten laut Packungsbeilage in der Regel nicht sehr lange an. Nebenwirkungen, die Sie erheblich beeinträchtigen, sollten Sie laut Packungsbeilage von Ferinject Ihrem Arzt mitteilen.
Warum muss ich nach der Eiseninfusion noch 30 Minuten bleiben?
Alle Eisenpräparate zur Anwendung in die Vene können laut Rote-Hand-Brief vom Oktober 2013 schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit tödlichem Ausgang verursachen, auch wenn eine frühere Gabe vertragen wurde. Um das Risiko so weit wie möglich zu minimieren, empfiehlt der Rote-Hand-Brief unter anderem: Behandelte sollten während und bis mindestens 30 Minuten nach jeder Gabe sorgfältig auf Anzeichen solcher Reaktionen überwacht werden. Auch die Packungsbeilagen von Ferinject, Venofer und Ferrlecit nennen nach jeder Gabe eine Überwachung von 30 Minuten.
Darf ich nach einer Eiseninfusion Auto fahren?
Das hängt vom Präparat ab. Bei Ferinject und Venofer ist ein Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit laut Fachinformation unwahrscheinlich. Kommt es nach Venofer jedoch zu Schwindel, Verwirrtheit oder Benommenheit, dürfen Sie sich laut Packungsbeilage nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen. Für MonoFer, CosmoFer und Ferrlecit wurden laut Fachinformation keine Studien dazu durchgeführt. Fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Kann eine Eiseninfusion den Phosphatspiegel senken?
Ja. Ein niedriger Phosphatspiegel im Blut (Hypophosphatämie) ist laut Fachinformation bei Ferinject häufig und bei MonoFer gelegentlich. Bei Ferinject wurde nach der Markteinführung auch eine Knochenerweichung (Osteomalazie) mit Knochenbrüchen beobachtet. Laut Packungsbeilage von Ferinject informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie an zunehmender Müdigkeit, Muskel- oder Knochenschmerzen leiden. Laut BfArM-Risikoinformation vom 04.09.2026 prüft der Sicherheitsausschuss PRAC der EMA dieses Risiko seit September 2026 bei allen Eisenpräparaten zum Spritzen; das Verfahren läuft noch.
Was passiert, wenn die Infusion neben die Vene läuft?
Läuft die Lösung neben die Vene ins Gewebe, kann das laut Fachinformation bei Ferinject und MonoFer zu Hautreizungen und möglicherweise lang anhaltenden braunen Verfärbungen führen, bei Venofer zu Schmerzen, Entzündungen und lang anhaltenden Braunverfärbungen. Bei Ferrlecit ist eine solche Injektion laut Fachinformation schmerzhaft und kann rotbraune Verfärbungen der Haut verursachen. Laut Packungsbeilage von Ferinject und Fachinformation von MonoFer muss die Gabe dann sofort unterbrochen werden.
Darf ich in der Schwangerschaft oder Stillzeit eine Eiseninfusion bekommen?
Laut Rote-Hand-Brief vom Oktober 2013 sollten Eisenpräparate zur Anwendung in die Vene in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist zwingend erforderlich; die Behandlung sollte auf das zweite und dritte Schwangerschaftsdrittel begrenzt werden, sofern der Nutzen der Therapie eindeutig die möglichen Risiken für Mutter und ungeborenes Kind überwiegt. Diese Begrenzung steht auch in allen fünf Fachinformationen. Für die Stillzeit unterscheiden sich die Angaben je Präparat, zum Beispiel wird von CosmoFer in der Stillzeit laut Fachinformation abgeraten. Einzelheiten stehen im Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit.
Kann ich nach der Infusion gleich wieder Eisentabletten nehmen?
Bei gleichzeitiger Gabe wird laut den Fachinformationen von CosmoFer, Ferinject und MonoFer weniger Eisen zum Einnehmen aufgenommen, laut Fachinformation von Venofer kann die Aufnahme vermindert sein. Mit einer Behandlung mit Eisen zum Einnehmen ist laut Fachinformation von Venofer frühestens 5 Tage nach der letzten Injektion zu beginnen, bei CosmoFer sollte sie frühestens fünf Tage nach der letzten Injektion aufgenommen werden; bei Ferinject sollte gegebenenfalls ein Mindestabstand von 5 Tagen nach der letzten Gabe eingehalten werden. MonoFer sollte nicht gleichzeitig mit Eisen zum Einnehmen angewendet werden. Wann Sie wieder Tabletten nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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