MedikamenteDetailfrage
Eisen(II)-sulfat in der Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage der Eisentabletten mit Eisen(II)-sulfat sollte eine Behandlung in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko und nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erfolgen; die hohe Dosierung sollte nicht über einen längeren Zeitraum verordnet werden. Berichte über unerwünschte Wirkungen oraler Eisenpräparate in therapeutischen Dosierungen zur Behandlung einer Blutarmut in der Schwangerschaft sind laut Fachinformation bisher nicht bekannt. Ein Eisenpräparat sollte laut gesund.bund.de erst eingenommen werden, wenn ärztlich ein Mangel festgestellt wurde, weil eine übermäßige Eisenzufuhr ebenfalls schaden kann. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Laut Packungsbeilage der Eisentabletten mit Eisen(II)-sulfat sollte eine Behandlung in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko und nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erfolgen; die hohe Dosierung sollte nicht über einen längeren Zeitraum verordnet werden [1, 3]. Berichte über unerwünschte Wirkungen oraler Eisenpräparate in therapeutischen Dosierungen zur Behandlung einer Blutarmut in der Schwangerschaft sind laut Fachinformation bisher nicht bekannt [2]. Ein Eisenpräparat sollte laut gesund.bund.de erst nach ärztlicher Feststellung eines Mangels eingenommen werden, weil eine übermäßige Eisenzufuhr auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann [11].
Eisentabletten mit Eisen(II)-sulfat sind ein apothekenpflichtiges Arzneimittel zur Behandlung von Eisenmangelzuständen [1, 2]. Eisen gibt es laut IQWiG auch als Nahrungsergänzung, rezeptfrei als Tabletten oder Tropfen [12]. Wie Eisen(II)-sulfat wirkt und welche Nebenwirkungen die Packungsbeilage nennt, steht auf der Wirkstoffseite.
Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen
Grundlage sind die Packungsbeilagen von Eisentabletten-ratiopharm 100 mg und Eisentabletten-ratiopharm N 50 mg (beide Stand April 2021) und die gemeinsame Fachinformation beider Stärken (Stand Januar 2026) [1, 2, 3]. Die Packungsbeilage beschreibt die Tabletten als Arzneimittel zur Behandlung von Eisenmangel [1]. Die Tabletten mit 100 mg sind für Erwachsene bestimmt, die Tabletten mit 50 mg für Erwachsene und Kinder ab 25 kg Körpergewicht [1, 3]. Sie sind apothekenpflichtig; verschreibungspflichtig sind Eisen-Verbindungen, die gespritzt oder als Infusion gegeben werden [2, 4]. Andere Eisenpräparate haben eigene Packungsbeilagen; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Schwangerschaft: Fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Eine Behandlung mit den Eisentabletten sollte nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung und Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erfolgen. Die hohe Dosierung, bei den Tabletten mit 100 mg 2-mal täglich 1 Tablette und bei den Tabletten mit 50 mg 4-mal täglich 1 Tablette, sollte nicht über einen längeren Zeitraum verordnet werden [1, 3]. Welche Menge Eisen nötig ist, hängt laut Packungsbeilage vom Stadium des Eisenmangels ab; die allgemeinen Angaben stehen im Abschnitt Dosierung der Wirkstoffseite [1].
Fachinformation: Zur Anwendung der Eisentabletten in der Schwangerschaft liegen keine kontrollierten Studien vor. Berichte über unerwünschte Wirkungen nach Einnahme oraler Eisenpräparate in therapeutischen Dosierungen zur Behandlung von Blutarmut (Anämie) in der Schwangerschaft sind bisher nicht bekannt. Nach akuten Eisenvergiftungen wurden Schädigungen des ungeborenen Kindes und Fehlgeburten beobachtet [2]. Eisenpräparate sind im Tierversuch nur unzureichend auf Wirkungen auf die Fortpflanzung (reproduktionstoxische Eigenschaften) geprüft; Tierstudien nach heutigem Standard zu Fruchtbarkeit und Entwicklung des Kindes liegen nicht vor [2]. Den täglichen Eisenbedarf gibt die Fachinformation für Schwangere höher an als für jüngere Frauen [2].
Wann die Tabletten nicht eingenommen werden dürfen: Bei einer Blutarmut, die nicht auf einem Eisenmangel beruht, dürfen die Tabletten laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden, etwa bei einer Blutarmut durch Infektionen oder Krebserkrankungen ohne gleichzeitigen Eisenmangel. Das gilt auch bei Eisenverwertungsstörungen und einer Anhäufung von Eisen im Körper [1, 2]. Die Fachinformation nennt als Beispiele für Eisenverwertungsstörungen unter anderem die Thalassämie und für eine Eisenanhäufung die Hämochromatose [2].
Weitere Eisenquellen: Verwenden Sie zusätzlich eisenhaltige Nahrungsergänzungen oder andere Eisensalze, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, um das Risiko einer Eisenüberdosierung zu vermeiden [1, 2].
Einnahme: Die Filmtabletten werden laut Packungsbeilage morgens nüchtern oder jeweils 1 Stunde vor den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen, damit keine Tablette stecken bleibt und die Schleimhaut schädigt; lutschen oder zerkauen Sie sie nicht [1, 2]. Milch, Kaffee, Tee, Getreide, Spinat und Rhabarber hemmen die Aufnahme von Eisen. Magensäurebindende Mittel (Antacida mit Calcium, Magnesium oder Aluminium), Calcium-, Magnesium- und Zinkpräparate setzen sie herab; nach diesen Mitteln sollten Sie die Tabletten nicht innerhalb der folgenden 2 bis 3 Stunden einnehmen [1, 2]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente mit Milch und Medikamente und Kaffee.
Eisenmangel in der Schwangerschaft: wie er festgestellt und behandelt wird
Schwangere haben einen höheren Eisenbedarf; deshalb kommt es bei ihnen laut IQWiG häufiger zu einer Blutarmut infolge eines Eisenmangels. Nimmt man zu wenig Eisen auf, leert der Körper zunächst seine Eisenspeicher. Sind sie leer, können trotz normaler Werte des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) bereits Beschwerden wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen auftreten; mit der Zeit kann eine Eisenmangel-Anämie entstehen [12].
Folgen: Eine Eisenmangel-Anämie kann sich laut IQWiG durch Müdigkeit und Erschöpfung bemerkbar machen. Eine starke Anämie in der Schwangerschaft kann zu Komplikationen führen: Sie kann die Abwehrkraft schwächen und das Infektionsrisiko erhöhen, und das Risiko steigt, dass das Baby bei der Geburt zu wenig wiegt. Eine leichte Blutarmut hat laut IQWiG in der Regel keine Nachteile für das Kind, und eine starke Anämie kommt bei gesunden Schwangeren, die sich ausgewogen ernähren, selten vor [12]. Ein Eisenmangel in der Schwangerschaft erhöht laut den Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben das Risiko für eine Frühgeburt und ein geringes Geburtsgewicht; ein erhöhter Eisenstatus der Mutter ist danach aber ebenso mit Frühgeburt, geringem Geburtsgewicht und zusätzlich mit Schwangerschaftsdiabetes verbunden [13].
Feststellung: Bei den Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft werden die Blutwerte laut IQWiG mehrfach kontrolliert. Liegen die Hämoglobin-Werte zu niedrig, wird außerdem der Eisenwert im Blut gemessen, um festzustellen, ob tatsächlich zu wenig Eisen die Ursache ist; der Ferritin-Wert zeigt, wie gut die Eisenspeicher gefüllt sind [12]. Nach der Mutterschafts-Richtlinie sollte das Hämoglobin laut Netzwerk Gesund ins Leben bei der ersten Vorsorgeuntersuchung nach Feststellung der Schwangerschaft bestimmt und bei normalem Wert ab dem 6. Schwangerschaftsmonat im Abstand von 4 Wochen erneut gemessen werden; die Handlungsempfehlungen des Netzwerks empfehlen, zugleich weitere Werte wie Ferritin zu prüfen [13]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie unter Eisenmangel.
Behandlung: Eisenpräparate sind laut IQWiG nur sinnvoll, wenn die Ärztin oder der Arzt eine Blutarmut oder einen deutlichen Eisenmangel festgestellt hat; empfohlen werden sie Schwangeren meist schon, wenn sich die Eisenspeicher leeren. Bei einem stärkeren Eisenmangel oder einer Eisenmangel-Anämie verschreibt die Ärztin oder der Arzt meist höher dosierte Präparate, die je nach Schwere täglich oder alle paar Tage eingenommen werden [12]. Schwangere sollen Eisen laut den Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben nur nach einem im Labor festgestellten Mangel ergänzen; eine routinemäßige Eisengabe wird in Deutschland nicht empfohlen [13]. Eisen-Infusionen werden laut IQWiG nur empfohlen, wenn der Körper über den Darm zu wenig Eisen aufnimmt, und kommen erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat infrage [12]. Mehr dazu auf der Seite Eiseninfusion.
Ernährung: Ein Großteil der Schwangeren kann den Eisenbedarf laut gesund.bund.de bereits durch eine ausgewogene Ernährung decken. Vor allem Fleisch enthält gut verwertbares Eisen; Eisen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln kann der Körper schlechter verwerten. Wegen des erhöhten Risikos für einen Eisenmangel sollten Schwangere bei vegetarischer Ernährung laut gesund.bund.de eisenreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte zusammen mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln wie Zitrusfrüchten essen [11].
Die Übersicht stellt zusammen, was die einzelnen Stellen zur Einnahme von Eisen in der Schwangerschaft sagen:
| Quelle | Was sie zur Schwangerschaft sagt |
|---|---|
| Packungsbeilage, Eisentabletten (Arzneimittel) | Behandlung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt; die hohe Dosierung nicht über einen längeren Zeitraum [1, 3] |
| Fachinformation | Keine kontrollierten Studien; keine Berichte über unerwünschte Wirkungen in therapeutischen Dosierungen bei Anämie; Schädigungen des ungeborenen Kindes und Fehlgeburten nach akuten Eisenvergiftungen [2] |
| gesund.bund.de | Eisenspiegel wird in den Vorsorgeuntersuchungen geprüft; Eisenpräparat erst nach ärztlicher Feststellung eines Mangels [11] |
| IQWiG | Bei Eisenmangel-Anämie ist ein Eisenpräparat sinnvoll; bei normalen Blutwerten hat eine vorsorgliche Einnahme vermutlich keine Vorteile [12] |
| Netzwerk Gesund ins Leben | Eisen nur nach einem im Labor festgestellten Mangel ergänzen; keine routinemäßige Eisengabe [13] |
Einschätzung von Embryotox
Das Beratungszentrum Embryotox der Charité geht auf seiner Seite zu Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft (Emesis und Hyperemesis gravidarum) auf die Einnahme von Eisen ein [14]. Zu den Empfehlungen ohne Medikamente gehört laut Embryotox, Auslöser zu meiden. Als Beispiele nennt Embryotox fettes, scharfes Essen, als unangenehm empfundene Gerüche oder die Einnahme von Eisen über den Mund (orale Eiseneinnahme). Außerdem werden regelmäßige kleine, kohlenhydrat- und proteinreiche Mahlzeiten und ausreichendes Trinken empfohlen [14]. Ob Sie Ihre Eisentabletten bei Übelkeit anders einnehmen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr zum Thema lesen Sie unter Schwangerschaftsübelkeit.
Bei Fragen zu Arzneimitteln in einer bestehenden Schwangerschaft berät Embryotox telefonisch und bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen Online-Fragebogen zu schicken [15].
Stillzeit

Auch während der Stillzeit sollten die Eisentabletten laut Packungsbeilage nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt verordnet werden [1, 3]. Die Fachinformation sagt dasselbe [2].
Stillende Mütter berät Embryotox aus Kapazitätsgründen nicht selbst. Embryotox bittet Stillende, sich an ihre Kinderärztin oder ihren Kinderarzt, ihre Gynäkologin oder ihren Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke zu wenden [15]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Kinderwunsch und Fruchtbarkeit
Fruchtbarkeitsstudien zu den Eisentabletten liegen laut Fachinformation nicht vor [2]. Für Fragen zur Planung einer Schwangerschaft im Zusammenhang mit Medikamenten hat Embryotox einen eigenen Online-Fragebogen "Kinderwunsch" [15]. Was vor einer Schwangerschaft für Folsäure empfohlen wird, steht auf der Seite Folsäure in der Schwangerschaft.
Was Sie tun können
Vor der Einnahme: Ob tatsächlich zu wenig Eisen die Ursache niedriger Blutwerte ist, lässt sich laut IQWiG über weitere Blutwerte feststellen [12]. Ein Eisenpräparat sollte laut gesund.bund.de erst nach ärztlicher Feststellung eines Mangels eingenommen werden [11]. Fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1].
Wenn Ihnen Eisentabletten verordnet wurden: Nehmen Sie sie laut Packungsbeilage genau so ein, wie es dort beschrieben ist oder wie Sie es mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke abgesprochen haben [1]. Bevor Sie die Einnahme abbrechen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; das gilt auch, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist [1]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht die doppelte Menge, sondern machen wie vorgesehen weiter [1].
Beschwerden: Eine Verstopfung kann laut Packungsbeilage durch ausgleichende Ernährung behoben werden [1]. Mehr dazu unter Verstopfung durch Medikamente. Ist Ihnen übel, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Embryotox nennt die Eiseneinnahme als möglichen Auslöser von Übelkeit in der Schwangerschaft [14].
Arzneimittel oder Nahrungsergänzung: Eisen gibt es laut IQWiG auch als Nahrungsergänzung, rezeptfrei als Tabletten oder Tropfen [12]. Die Angaben aus Packungsbeilage und Fachinformation auf dieser Seite gelten für die Eisentabletten mit Eisen(II)-sulfat. Nehmen Sie ein Kombinationspräparat oder eine Nahrungsergänzung mit Eisen ein, sagen Sie das in der Praxis. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.
Für Kinder unzugänglich aufbewahren: Bewahren Sie die Tabletten laut Packungsbeilage für Kinder unzugänglich auf [1]. Eine versehentliche Überdosierung kann für Kinder laut IQWiG lebensbedrohlich sein [12]. Tipps gibt der Ratgeber Medikamente aufbewahren.
Beratung durch Embryotox: Embryotox bietet Online-Fragebögen zum Kinderwunsch, zu einer aktuellen und zu einer zurückliegenden Schwangerschaft an. Die Beratung erfolgt telefonisch; zu Nahrungsergänzungsmitteln berät Embryotox nicht [15].
Fragen für das Gespräch in der Praxis:
- Wie sind meine Blutwerte, und habe ich einen Eisenmangel?
- Brauche ich ein Eisenpräparat, oder reicht eine Umstellung der Ernährung?
- Wie lange soll ich die Tabletten einnehmen, und wann werden die Werte erneut kontrolliert?
- Ich nehme weitere Mittel wie Calcium, Magnesium, Schilddrüsenhormon oder Mittel gegen Sodbrennen: Mit welchem Abstand nehme ich sie ein?
- Was kann ich tun, wenn mir die Tabletten auf den Magen schlagen oder Verstopfung machen?
- Was gilt in der Stillzeit?
Einnahme notieren: Halten Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch fest, seit wann Sie welches Eisenpräparat einnehmen und wann Beschwerden auftreten. Das hilft im Gespräch in der Praxis und beim Fragebogen von Embryotox, der um möglichst genaue Angaben bittet [15].
Nebenwirkungen melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Zu viele Tabletten: Haben Sie eine größere Menge eingenommen oder besteht der Verdacht einer Überdosierung, vor allem bei Kindern, ist laut Packungsbeilage unverzüglich eine Ärztin oder ein Arzt zu verständigen [1]. Nach akuten Eisenvergiftungen wurden laut Fachinformation Schädigungen des ungeborenen Kindes und Fehlgeburten beobachtet [2]. Hat ein Kind Eisentabletten eingenommen, sollten Angehörige laut IQWiG zuerst den Notruf 112 und danach eine Giftnotrufzentrale anrufen [12]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf. Weitere Warnzeichen der Packungsbeilage zeigt der Kasten unten.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Eisentabletten-ratiopharm 100 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2021. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Eisentabletten-ratiopharm N 50 mg/100 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Eisentabletten-ratiopharm N 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2021. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Eisen-Verbindungen. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Injizierbare eisenhaltige Arzneimittel: Überprüfung des Risikos für niedrige Phosphatspiegel im Blut und damit zusammenhängende Knochenerkrankungen (Start des Verfahrens). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 04.09.2026. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Ernährung in der Schwangerschaft. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (geprüft durch den Deutschen Hebammenverband). Stand 01.12.2025. abgerufen am 16.10.2026
- Eisenmangel in der Schwangerschaft. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 05.04.2023 (aktualisiert). abgerufen am 16.10.2026
- Behörde Handlungsempfehlungen: Supplement Eisen. Netzwerk Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Stand 06.07.2026. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Emesis gravidarum / Hyperemesis gravidarum. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Beratung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 18.09.2026 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Darf ich Eisentabletten in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage sollte eine Behandlung mit den Eisentabletten in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erfolgen. Kontrollierte Studien liegen laut Fachinformation nicht vor; Berichte über unerwünschte Wirkungen oraler Eisenpräparate in therapeutischen Dosierungen zur Behandlung einer Blutarmut in der Schwangerschaft sind bisher nicht bekannt. Ein Eisenpräparat sollte laut gesund.bund.de erst nach ärztlicher Feststellung eines Mangels eingenommen werden.
Sollte ich in der Schwangerschaft vorsorglich Eisen nehmen?
Für Frauen mit normalen Blutwerten hat eine vorsorgliche Einnahme laut IQWiG vermutlich keine gesundheitlichen Vorteile; es genügt dann, ausreichend Eisen über die Nahrung aufzunehmen. Nach den Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben sollen Schwangere Eisen nur nach einem im Labor festgestellten Mangel ergänzen; eine routinemäßige Eisengabe in der Schwangerschaft wird in Deutschland danach nicht empfohlen. Zu viel Eisen kann laut IQWiG ebenfalls schaden.
Wann nehme ich Eisentabletten am besten ein?
Laut Packungsbeilage morgens nüchtern oder jeweils 1 Stunde vor den Mahlzeiten, unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit; eventuell ist auch die Einnahme zwischen den Mahlzeiten möglich. Milch, Kaffee, Tee, Getreide, Spinat und Rhabarber hemmen die Aufnahme von Eisen. Nach magensäurebindenden Mitteln, Calcium-, Magnesium- oder Zinkpräparaten nehmen Sie die Tabletten laut Packungsbeilage nicht innerhalb der folgenden 2 bis 3 Stunden ein.
Wie viel Eisen brauche ich in der Schwangerschaft?
Die Menge Eisen, die der Körper zugeführt bekommen sollte, hängt laut Packungsbeilage vom Stadium des Eisenmangels ab; fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die allgemeinen Angaben der Packungsbeilagen stehen auf der Seite Eisen(II)-sulfat im Abschnitt zur Dosierung. Für die Schwangerschaft sieht die Packungsbeilage vor, dass die hohe Dosierung nicht über einen längeren Zeitraum verordnet wird.
Machen Eisentabletten in der Schwangerschaft Verstopfung?
Magen-Darm-Störungen und Verstopfung sind laut Packungsbeilage gelegentliche Nebenwirkungen; eine Verstopfung kann durch ausgleichende Ernährung behoben werden. In höherer Dosierung können Eisenpräparate laut IQWiG Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen. Halten die Beschwerden an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Ist schwarzer Stuhl durch Eisentabletten in der Schwangerschaft schlimm?
Eine Dunkelfärbung des Stuhls ist laut Packungsbeilage eine häufige Folge der Einnahme oraler Eisenpräparate und nicht schädlich; laut Fachinformation entsteht sie durch schwarzes Eisensulfid. Sind Sie unsicher, ob eine Verfärbung von den Tabletten kommt, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Darf ich Eisentabletten in der Stillzeit nehmen?
Auch während der Stillzeit sollten die Eisentabletten laut Packungsbeilage nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt verordnet werden; die Fachinformation sagt dasselbe. Stillende berät Embryotox nicht selbst; wenden Sie sich an Ihre Kinderärztin, Ihren Kinderarzt, Ihre Gynäkologin, Ihren Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke.
Mir ist übel, seit ich Eisen nehme. Was kann ich tun?
Bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft gehört laut Embryotox zu den Empfehlungen ohne Medikamente, Auslöser zu meiden; als Beispiele nennt Embryotox fettes, scharfes Essen, als unangenehm empfundene Gerüche oder die Einnahme von Eisen über den Mund. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und wie Sie die Eisentabletten weiter einnehmen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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