MedikamenteDetailfrage

Progesteron in der Schwangerschaft

Die Vaginalkapseln Utrogest Luteal können laut Packungsbeilage im ersten Schwangerschaftsdrittel bei einer künstlichen Befruchtung und von der 20. bis zur 34. Schwangerschaftswoche zur Verhinderung einer Frühgeburt bei Frauen mit einer Einlingsschwangerschaft und kurzem Gebärmutterhals angewendet werden; das Risiko angeborener Fehlbildungen durch Progesteron ist laut dieser Packungsbeilage nicht vollständig geklärt. Bei den Kapseln zum Einnehmen fragen Sie in der Schwangerschaft laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; laut deren Fachinformation zeigen umfangreiche Daten von Schwangeren keine Fehlbildungen und keine schädliche Wirkung auf das Kind. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an: Aus knapp 700 ausgewerteten Schwangerschaften mit Progesteron im ersten Drittel lässt sich kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ablesen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Mitte dreißig mit langem hellbraunem Haar und korallenroter Strickjacke sitzt entspannt mit einer Tasse Tee am Fenster auf einem Sofa
Bild: KI-generiert

Ob und wie Progesteron in der Schwangerschaft angewendet wird, hängt vom Präparat ab. Die Vaginalkapseln Utrogest Luteal können laut Packungsbeilage im ersten Schwangerschaftsdrittel bei Frauen angewendet werden, die bei einer künstlichen Befruchtung zusätzliches Progesteron benötigen, und von der 20. bis zur 34. Schwangerschaftswoche zur Verhinderung einer Frühgeburt bei Frauen mit einer Einlingsschwangerschaft und kurzem Gebärmutterhals [3]. Die Kapseln zum Einnehmen werden bei Zyklusstörungen und in den Wechseljahren eingesetzt; sind Sie schwanger oder möchten es werden, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [1].

Laut Fachinformation der Kapseln zum Einnehmen zeigen umfangreiche Daten von Schwangeren keine Fehlbildungen und keine schädliche Wirkung auf das ungeborene oder neugeborene Kind [2]. Die Packungsbeilage der Vaginalkapseln schreibt, das Risiko angeborener Fehlbildungen durch Progesteron in der Schwangerschaft sei nicht vollständig geklärt [3]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an [4]. Wie Progesteron wirkt und welche Nebenwirkungen die Kapseln zum Einnehmen haben, steht auf der Wirkstoffseite.

Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen

Grundlage sind Packungsbeilage und Fachinformation der Kapseln zum Einnehmen Utrogest 100 mg (Stand Januar 2023) und der Vaginalkapseln Utrogest Luteal 200 mg (Stand Februar 2026) [1, 2, 3, 11]. Die beiden Präparate haben verschiedene Anwendungsgebiete und eigene Packungsbeilagen, ebenso andere Präparate mit Progesteron. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Vaginalkapseln (Utrogest Luteal)

Anwendungsgebiete in der Schwangerschaft: Laut Fachinformation sind die Vaginalkapseln im ersten Schwangerschaftsdrittel im Rahmen einer künstlichen Befruchtung (assistierte Reproduktionstherapie) angezeigt. Außerdem sind sie etwa von der 20. bis zur 34. Schwangerschaftswoche zur Vorbeugung einer Frühgeburt bei Frauen mit einer Einlingsschwangerschaft angezeigt, die einen kurzen Gebärmutterhals haben oder die in der Vergangenheit eine spontane Frühgeburt hatten und einen kurzen Gebärmutterhals haben [11]. Als kurz gilt dabei laut Fachinformation ein Gebärmutterhals von höchstens 25 mm bei der Ultraschallmessung in der Mitte des zweiten Schwangerschaftsdrittels [11]. Bei einer künstlichen Befruchtung dürfen die Kapseln nur während der ersten 3 Monate der Schwangerschaft und ausschließlich in der Scheide angewendet werden [3, 11]. Zur Behandlung einer unmittelbar bevorstehenden Frühgeburt sind sie nicht bestimmt [11].

Fehlbildungsrisiko: Laut Packungsbeilage ist das Risiko angeborener Fehlbildungen, einschließlich Fehlbildungen der Geschlechtsorgane bei Jungen und Mädchen, durch in der Schwangerschaft zugeführtes Progesteron nicht vollständig geklärt [3]. Die Fachinformation spricht von nur begrenzten und nicht aussagekräftigen Daten zu diesem Risiko. Die Raten angeborener Fehlbildungen, spontaner Fehlgeburten und Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter (ektope Schwangerschaften), die in klinischen Prüfungen beobachtet wurden, sind laut Fachinformation mit der Rate in der Durchschnittsbevölkerung vergleichbar. Die Gesamtexposition ist laut Fachinformation aber zu gering, um daraus Rückschlüsse zu ziehen [11].

Gegenanzeigen in der Schwangerschaft: Laut Packungsbeilage dürfen die Vaginalkapseln unter anderem nicht angewendet werden, wenn der Embryo in der Gebärmutter gestorben ist (verhaltener Abort), wenn eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter festgestellt wurde und wenn die Fruchtblase platzt [3]. Glauben Sie, eine Fehlgeburt gehabt zu haben, müssen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen, da die Anwendung dann abgebrochen werden muss [3].

Leber und Blutgerinnsel: In seltenen Fällen kann die Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel laut Fachinformation zu einem Gallestau in der Schwangerschaft (Schwangerschaftscholestase) oder einer Erkrankung der Leberzellen führen; Juckreiz kann laut Packungsbeilage ein Anzeichen für Leberprobleme sein [3, 11]. Bei Frauen mit bekannten Risikofaktoren für Blutgerinnsel, etwa Thromboembolien in der eigenen oder familiären Vorgeschichte, muss laut Fachinformation der Nutzen der Behandlung gegen die Risiken abgewogen werden; dabei sollte beachtet werden, dass eine Schwangerschaft an sich das Risiko für Blutgerinnsel erhöht [11]. Mehr dazu: Thromboserisiko durch Medikamente.

Nebenwirkungen: In klinischen Studien traten Zwischenblutungen, Schmierblutungen und weißer bis gelber Scheidenausfluss auf. Ohne bekannte Häufigkeit nennt die Packungsbeilage Schwindel, Juckreiz, öligen Ausfluss aus der Scheide, Blutungen aus der Scheide, ein brennendes Gefühl und starke Müdigkeit [3]. Eventuell auftretende Blutungen aus der Scheide müssen laut Fachinformation immer abgeklärt werden [11].

Kapseln zum Einnehmen (Utrogest)

Die Kapseln zum Einnehmen werden bei Beschwerden durch einen Mangel an Progesteron, vor allem Unregelmäßigkeiten der Monatsblutung, und als Zusatz zu einer Östrogenbehandlung nach den Wechseljahren angewendet [1, 2]. Wenn Sie schwanger sind, vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme dieses oder anderer Arzneimittel Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [1].

Fachinformation: Umfangreiche Daten von Schwangeren zeigen keine zu Fehlbildungen führende Wirkung von Progesteron und keine schädliche Wirkung auf das ungeborene oder neugeborene Kind (fetale oder neonatale Toxizität) [2]. Die präklinischen Daten, unter anderem aus Studien zur Fortpflanzung (Reproduktionstoxizität), lassen laut Fachinformation keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen [2].

Die Kapseln sind unter den empfohlenen Bedingungen kein Verhütungsmittel. Bleibt die Monatsblutung während der Behandlung aus, sollten Sie laut Packungsbeilage sicherstellen, dass Sie nicht schwanger sind [1, 2].

Die Übersicht stellt die Angaben nebeneinander:

Progesteron in Schwangerschaft und Stillzeit: die Angaben im Vergleich
QuelleSchwangerschaftStillzeit
Packungsbeilage, Kapseln zum EinnehmenBei Schwangerschaft oder Kinderwunsch vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen [1]Sollten Sie nicht einnehmen [1]
Fachinformation, Kapseln zum EinnehmenUmfangreiche Daten zeigen keine Fehlbildungen und keine fetale oder neonatale Toxizität [2]Übergang in die Muttermilch nicht ausreichend untersucht; sollte nicht angewendet werden [2]
Packungsbeilage und Fachinformation, VaginalkapselnIm ersten Drittel bei künstlicher Befruchtung; 20. bis 34. Woche zur Vorbeugung einer Frühgeburt bei Einlingsschwangerschaft und kurzem Gebärmutterhals; Fehlbildungsrisiko nicht vollständig geklärt [3, 11]Nicht anwenden; nachweisbare Mengen gehen in die Muttermilch über [3, 11]
EmbryotoxErfahrungsumfang hoch; kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bei knapp 700 Schwangerschaften; Ampelfarbe grau [4]Keine Indikation; keine Folgen für gestillte Kinder beobachtet [4]

Einschätzung von Embryotox

Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Seine Kenntnisse zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft beruhen nach eigener Angabe größtenteils auf der Auswertung klinischer Erfahrungen [4].

Progesteron in der Schwangerschaft: Progesteron ist laut Embryotox das natürlich vorkommende Gestagen und wird im Gelbkörper (Corpus luteum) gebildet. Während der Schwangerschaft bildet der Mutterkuchen (Plazenta) große Mengen Progesteron; es bewirkt unter anderem, dass Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur gehemmt werden und sich das Milchgangsystem der Brust entwickelt und reift [4].

Erfahrungsumfang: Embryotox gibt ihn für Progesteron mit "hoch" an [4]. Das bedeutet nach der Erläuterung von Embryotox: umfangreiche Erfahrungen oder mehr als 300 systematisch ausgewertete Schwangerschaften. Die Angabe bezieht sich auf Schwangerschaften, in denen das Mittel im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon) angewendet wurde [12].

Erstes Schwangerschaftsdrittel: Inzwischen liegen laut Embryotox Erfahrungen zu knapp 700 ausgewerteten Schwangerschaften vor, in denen Progesteron im ersten Drittel angewendet wurde. Daraus lässt sich kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ablesen. Auch ein wiederholt diskutierter Zusammenhang mit Auffälligkeiten der Geschlechtsorgane wie Hypospadien, also einer Fehlmündung der Harnröhre, konnte nicht bestätigt werden [4].

Zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel, Zeit um die Geburt: Die Erfahrung zur Anwendung von Progesteron in diesem Zeitraum ist laut Embryotox inzwischen hoch; zahlreiche Studien haben die Anwendung in der Scheide bei Risikoschwangerschaften untersucht [4].

Auswirkungen auf das Kind: Eine Progesteronbehandlung zur Vorbeugung einer drohenden Frühgeburt kann laut Embryotox ohne negative Auswirkungen für das Kind durchgeführt werden. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine [4]. Zur Behandlung einer unmittelbar bevorstehenden Frühgeburt sind die Vaginalkapseln Utrogest Luteal laut Fachinformation nicht bestimmt [11].

Ampel: Embryotox kennzeichnet Progesteron mit der Ampelfarbe "grau" und beschreibt es als Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt [4]. Bei grau gekennzeichneten Mitteln haben laut Erläuterung von Embryotox mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes Risiko für Embryo oder Fötus erkennen lassen; vor dem Gebrauch in der Schwangerschaft ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unbedingt erforderlich. Die Ampelfarbe bezieht sich auf eine Anwendung im passenden Anwendungsgebiet und in therapeutischer Dosis. Sie ersetzt nie die ausführlicheren Informationen im Text und darf nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage benutzt werden [13].

Andere Mittel: Unter "Besser geeignete Alternativen" steht bei Embryotox zu Progesteron: entfällt [4]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Stillzeit

Paar Mitte dreißig, die Frau mit lockigem rotem Haar im gestreiften Pullover, deckt gemeinsam einen Tisch auf einem sonnigen Balkon mit Pflanzen
Bild: KI-generiert

Kapseln zum Einnehmen: Wenn Sie stillen, sollten Sie das Arzneimittel laut Packungsbeilage nicht einnehmen [1]. Laut Fachinformation gibt es nicht genügend Informationen über die Ausscheidung von Progesteron oder seinen Abbauprodukten in die Muttermilch; ob Progesteron in die Muttermilch übergeht, wurde nicht ausreichend untersucht. Das Präparat sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden [2].

Vaginalkapseln: Utrogest Luteal darf laut Packungsbeilage während der Stillzeit nicht angewendet werden [3]. Laut Fachinformation ist es in der Stillzeit nicht angezeigt; nachweisbare Mengen Progesteron gehen in die Muttermilch über [11].

Embryotox: Es gibt laut Embryotox zahlreiche Studien zur Anwendung von Progesteron in der Scheide während der Stillzeit, in der Mehrzahl der Fälle niedrig dosiert zur Empfängnisverhütung. Folgen für die gestillten Kinder wurden dabei nicht beobachtet. Eine Indikation für Progesteron in der Stillzeit gibt es laut Embryotox nicht [4].

Stillende Mütter berät Embryotox aus Kapazitätsgründen nicht selbst. Embryotox bittet Stillende, sich an ihre Kinderärztin oder ihren Kinderarzt, ihre Gynäkologin oder ihren Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke zu wenden [14]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Kinderwunsch und Fruchtbarkeit

Kapseln zum Einnehmen: Laut Packungsbeilage können die Kapseln von Frauen eingenommen werden, die Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden; schädliche Auswirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit sind nicht bekannt [1]. Die Fachinformation nennt im Abschnitt zur Fertilität die Behandlung einer Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz) bei Frauen mit eingeschränkter Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit und schreibt, dass keine schädliche Wirkung auf die Fruchtbarkeit bekannt ist [2]. Planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [1].

Vaginalkapseln: Sie sind laut Fachinformation zur Unterstützung der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase) im Rahmen einer künstlichen Befruchtung angezeigt [11]. Progesteron ist laut Fachinformation notwendig, um die Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung eines Embryos zu erhöhen; nach der Einnistung hält es die Schwangerschaft aufrecht [11]. Wann die Anwendung beginnt und wie lange sie dauert, steht auf der Seite Progesteron absetzen.

Für Fragen zur Planung einer Schwangerschaft im Zusammenhang mit Medikamenten hat Embryotox einen eigenen Online-Fragebogen "Kinderwunsch" [14].

Was Sie tun können

Schwanger geworden unter Progesteron: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sagen Sie in der Praxis, dass Sie schwanger sind oder es vermuten, welches Präparat Sie anwenden und seit wann. Ob und wann eine Behandlung mit den Vaginalkapseln Utrogest Luteal endet, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; laut deren Packungsbeilage fragen Sie vor dem Beenden um Rat [3]. Was beim Beenden gilt, steht auf der Seite Progesteron absetzen.

Beratung durch Embryotox: Embryotox berät kostenlos und bittet bei einer konkreten Schwangerschaft um Einzelheiten einschließlich der verwendeten Medikamente [4]. Die Beratung erfolgt telefonisch; Embryotox bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen Online-Fragebogen zu schicken. Es gibt Fragebögen zum Kinderwunsch, zu einer bestehenden und zu einer zurückliegenden Schwangerschaft [14].

Fragen für das Gespräch in der Praxis:

  • Wofür wende ich Progesteron an, und ist mein Präparat für meine Situation in der Schwangerschaft vorgesehen?
  • Bis zu welcher Schwangerschaftswoche ist die Anwendung geplant, und wann sprechen wir über das Ende?
  • Welche Blutungen oder Beschwerden soll ich sofort melden?
  • Habe ich Risikofaktoren für Blutgerinnsel, und was bedeutet das für die Behandlung?
  • Ich nehme weitere Arzneimittel: Passen sie zu Progesteron und zur Schwangerschaft?
  • Was gilt, wenn ich nach der Geburt stillen möchte?

Anwendung notieren: Halten Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch fest, seit wann Sie welches Präparat anwenden und wann Beschwerden auftreten. Das hilft im Gespräch in der Praxis und beim Fragebogen von Embryotox, der um möglichst genaue Angaben bittet [14]. Allgemeines steht im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1, 3]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Vaginalkapseln: Platzt die Fruchtblase während der Anwendung, müssen Sie laut Packungsbeilage so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen; es kann ein unmittelbares Risiko für Sie und Ihr Baby bestehen [3]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt laut Packungsbeilage unverzüglich, wenn Sie während der Behandlung oder einige Tage nach der letzten Anwendung Zeichen eines Blutgerinnsels oder eine Verschlechterung einer Depression bemerken [3]. Welche Zeichen die Packungsbeilage nennt, steht auf der Seite Progesteron absetzen.

Kapseln zum Einnehmen: Steht in der Liste unten "Einnahme sofort abbrechen", sieht die Packungsbeilage genau das vor [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Utrogest 100 mg Weichkapseln. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Utrogest 100 mg / 200 mg Weichkapseln. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 10.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Utrogest Luteal 200 mg Weichkapseln zur vaginalen Anwendung. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 16.10.2026
  4. Embryotox Embryotox: Progesteron. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 16.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Utrogest Luteal 200 mg Weichkapseln zur vaginalen Anwendung. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 16.10.2026
  6. Embryotox Embryotox: Glossar, Erfahrungsumfang. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  7. Embryotox Embryotox: Glossar, Erläuterungen zur Ampel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 14.11.2023 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  8. Embryotox Embryotox: Beratung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 18.09.2026 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Darf man Progesteron in der Schwangerschaft nehmen?

Das hängt vom Präparat ab. Die Vaginalkapseln Utrogest Luteal können laut Packungsbeilage im ersten Schwangerschaftsdrittel bei Frauen angewendet werden, die bei einer künstlichen Befruchtung zusätzliches Progesteron benötigen, und von der 20. bis zur 34. Schwangerschaftswoche zur Verhinderung einer Frühgeburt bei Frauen mit einer Einlingsschwangerschaft und kurzem Gebärmutterhals. Die Kapseln zum Einnehmen werden bei Zyklusstörungen und in den Wechseljahren angewendet; sind Sie schwanger, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Embryotox kennzeichnet Progesteron mit der Ampelfarbe grau; vor dem Gebrauch in der Schwangerschaft ist laut Embryotox eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unbedingt erforderlich.

Ist Progesteron im 1. Trimester ein Risiko für mein Kind?

Laut Embryotox lässt sich aus knapp 700 ausgewerteten Schwangerschaften mit Progesteron im ersten Drittel kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ablesen; ein wiederholt diskutierter Zusammenhang mit Auffälligkeiten der Geschlechtsorgane wie Hypospadien konnte nicht bestätigt werden. Laut Fachinformation der Kapseln zum Einnehmen zeigen umfangreiche Daten keine Fehlbildungen und keine schädliche Wirkung auf das Kind. Die Packungsbeilage der Vaginalkapseln schreibt dagegen, das Risiko angeborener Fehlbildungen, auch der Geschlechtsorgane, sei nicht vollständig geklärt. Embryotox berät bei einer bestehenden Schwangerschaft auch individuell.

Wie lange wird Progesteron in der Schwangerschaft angewendet?

Bei einer künstlichen Befruchtung beginnt die Anwendung der Vaginalkapseln Utrogest Luteal laut Packungsbeilage mit der Injektion des Hormons Choriongonadotropin und dauert mindestens bis zur 7. und nicht länger als bis zur 12. Schwangerschaftswoche. Zur Verhinderung einer Frühgeburt sieht die Packungsbeilage die Anwendung von der 20. bis zur 34. Schwangerschaftswoche vor. Wie lange die Behandlung bei Ihnen dauert, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was beim Beenden gilt, steht auf der Seite Progesteron absetzen.

Was gilt im 2. und 3. Trimester?

Zur Vorbeugung einer Frühgeburt bei Frauen mit einer Einlingsschwangerschaft und kurzem Gebärmutterhals sind die Vaginalkapseln Utrogest Luteal laut Fachinformation etwa von der 20. bis zur 34. Schwangerschaftswoche angezeigt; zur Behandlung einer unmittelbar bevorstehenden Frühgeburt sind sie nicht bestimmt. In seltenen Fällen kann die Anwendung im zweiten und dritten Drittel laut Packungsbeilage zu Leberproblemen führen; Juckreiz kann ein Anzeichen dafür sein. Die Erfahrung mit Progesteron im zweiten und dritten Drittel bezeichnet Embryotox als inzwischen hoch.

Ich habe Progesteron genommen und bin schwanger. Was nun?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sagen Sie in der Praxis, welches Präparat Sie seit wann anwenden. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine. Embryotox berät außerdem kostenlos und bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über den Online-Fragebogen für eine bestehende Schwangerschaft zu schicken.

Welche Nebenwirkungen können die Vaginalkapseln haben?

In klinischen Studien traten laut Packungsbeilage von Utrogest Luteal Zwischenblutungen, Schmierblutungen und weißer bis gelber Scheidenausfluss auf. Ohne bekannte Häufigkeit nennt sie Schwindel, Juckreiz, öligen Ausfluss aus der Scheide, Blutungen aus der Scheide, ein brennendes Gefühl und starke Müdigkeit. Haben Sie Blutungen aus der Scheide, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Nebenwirkungen der Kapseln zum Einnehmen stehen auf der Seite Progesteron.

Darf ich Progesteron in der Stillzeit nehmen?

Die Kapseln zum Einnehmen sollten Sie laut Packungsbeilage nicht einnehmen, wenn Sie stillen, und die Vaginalkapseln dürfen in der Stillzeit nicht angewendet werden. Laut Embryotox gibt es keine Indikation für Progesteron in der Stillzeit; in zahlreichen Studien zur Anwendung in der Scheide während der Stillzeit, meist niedrig dosiert zur Verhütung, wurden keine Folgen für die gestillten Kinder beobachtet. Stillende berät Embryotox nicht selbst; wenden Sie sich an Ihre Kinderärztin, Ihren Kinderarzt, Ihre Gynäkologin, Ihren Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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