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Progesteron: Nebenwirkungen und Wirkung

Progesteron ist ein verschreibungspflichtiges Gelbkörperhormon. Kapseln zum Einnehmen werden bei Beschwerden durch Progesteronmangel wie unregelmäßigen Monatsblutungen und als Zusatz zu einem Östrogen bei Frauen nach den Wechseljahren eingesetzt, die noch eine Gebärmutter haben. Häufig sind Kopfschmerzen und Veränderungen der Monatsblutung; bei Zeichen eines Blutgerinnsels, Schlaganfalls, plötzlichen schweren Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Gelbsucht brechen Sie die Einnahme sofort ab.

Frau Mitte fünfzig mit kurzen grauen Haaren sitzt abends entspannt mit einer Tasse Tee auf einem Sofa in einem warm beleuchteten Wohnzimmer
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Änderungen der Monatsblutung, Ausbleiben der Monatsblutung oder Blutungen zu anderen Zeiten als die Entzugsblutung (unregelmäßige Menstruation, Amenorrhoe, Metrorrhagie)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Progesteron eingesetzt?

Progesteron ist ein natürliches, im weiblichen Körper gebildetes Geschlechtshormon, das Gelbkörperhormon (Gestagen). Als Arzneimittel ist es verschreibungspflichtig und gehört zu den Mitteln der Hormonersatztherapie [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Utrogest 100 mg Weichkapseln zum Einnehmen [1, 2].

Die Kapseln zum Einnehmen werden bei Beschwerden eingesetzt, die durch einen Mangel an Progesteron entstehen, also wenn der Gelbkörper in der zweiten Zyklushälfte weniger Progesteron bildet als normal. Dann können sie zur Behandlung von Unregelmäßigkeiten der Monatsblutung angewendet werden [1]. Außerdem dienen sie als Zusatz zu einer Östrogenbehandlung bei Frauen nach den Wechseljahren, die noch eine Gebärmutter haben [1, 2]. Mehr dazu lesen Sie unter Wechseljahre und Hormonersatztherapie.

Progesteron gibt es auch als Weichkapseln zur Anwendung in der Scheide. Sie sind eigene Präparate mit anderen Anwendungsgebieten: Utrogest Luteal wird bei Frauen angewendet, die im Rahmen einer künstlichen Befruchtung zusätzliches Progesteron benötigen, und zur Verhinderung einer Frühgeburt bei Frauen mit einer Einlingsschwangerschaft und einem kurzen Gebärmutterhals [3]. Für diese Präparate gelten eigene Packungsbeilagen; Nebenwirkungen, Dosierung und Warnhinweise auf dieser Seite beziehen sich auf die Kapseln zum Einnehmen.

Wie wirkt Progesteron?

Das Progesteron in den Kapseln ist chemisch identisch mit dem Progesteron, das der Gelbkörper im Eierstock während des Monatszyklus bildet. Nach der Einnahme steigt die Progesteron-Konzentration im Blut signifikant an; so gleicht das Arzneimittel einen Progesteronmangel aus [2]. Progesteron wirkt vor allem auf Gewebe, das zuvor durch Östrogene vorbereitet wurde: Es wandelt die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut in die sogenannte sekretorische Form um [2]. Laut Packungsbeilage trägt es zur Einstellung des hormonellen Gleichgewichts im Körper bei [1].

Bei Frauen nach den Wechseljahren fördern Östrogene das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Nehmen Frauen mit Gebärmutter nur Östrogene ein, steigt das Risiko für eine übermäßige Verdickung der Schleimhaut (Endometriumhyperplasie) oder für Gebärmutterschleimhautkrebs. Die zusätzliche Gabe von Progesteron verringert laut Fachinformation das durch Östrogene bedingte Risiko für eine Endometriumhyperplasie deutlich [2]. Nach der Einnahme steigt der Progesteronspiegel ab der ersten Stunde an und erreicht nach 1 bis 3 Stunden seinen Höchstwert; die Ausscheidung über die Nieren erfolgt zu etwa 95 Prozent in Form von Abbauprodukten [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die die Packungsbeilage der Kapseln zum Einnehmen mit einer Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Schläfrigkeit und vorübergehender Schwindel treten laut Fachinformation vor allem bei gleichzeitigem Östrogenmangel auf; sie verschwinden, wenn die Dosis verringert oder die Östrogenwirkung verstärkt wird [2]. Veränderungen der Periode, ein Ausbleiben der Blutung oder Zwischenblutungen sind allgemein mit der Anwendung von Progesteron verbunden [2]. Mehr dazu unter Zyklusstörungen.

Bei Hormonersatzbehandlung mit Östrogen und Gestagen wurden laut Packungsbeilage weitere unerwünschte Wirkungen berichtet, für die sie keine Häufigkeit nennt: östrogenabhängige gutartige Geschwülste sowie bösartige Tumoren, zum Beispiel Krebs der Gebärmutterschleimhaut; Blutgerinnsel in den Venen (venöse Thromboembolie), also Verschlüsse der tiefen Bein- oder Beckenvenen durch Blutgerinnsel sowie Lungenembolien, die bei Anwenderinnen einer Hormonersatzbehandlung häufiger auftreten als bei Nichtanwenderinnen; Herzinfarkt und Schlaganfall; Erkrankungen der Gallenblase; bräunliche Hautflecken (Chloasma) und verschiedene Hauterkrankungen mit Blasen- und Knötchenbildung (Erythema multiforme, Erythema nodosum, vaskuläre Purpura) sowie eine Hirnleistungsstörung [1]. Die Fachinformation nennt hier eine wahrscheinliche Demenz und verweist für Einzelheiten auf die Fachinformation des jeweiligen Östrogenpräparats [2]. Mehr zu Blutgerinnseln lesen Sie unter Thromboserisiko.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • Geschlechtsorgane und BrustÄnderungen der Monatsblutung, Ausbleiben der Monatsblutung oder Blutungen zu anderen Zeiten als die Entzugsblutung (unregelmäßige Menstruation, Amenorrhoe, Metrorrhagie)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Fachinformation sollte die Einnahme wegen Stoffwechsel- und Thromboserisiken, die sich nicht vollständig ausschließen lassen, abgesetzt werden, wenn Augenerkrankungen wie verschlechtertes Sehen, Doppeltsehen oder Schäden an den Blutgefäßen der Netzhaut, Blutgerinnsel in Venen oder schwere Kopfschmerzen auftreten [2]. Die Kapseln enthalten Phospholipide aus Sojabohnen und können laut Fachinformation Überempfindlichkeitsreaktionen (Nesselsucht und anaphylaktischen Schock) hervorrufen; bei einer Allergie gegen Soja oder Erdnuss dürfen Sie sie nicht einnehmen [1, 2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Mitte fünfzig schläft abends entspannt im Bett in einem ruhigen Schlafzimmer, im Hintergrund leuchtet eine Nachttischlampe
Bild: KI-generiert

Müdigkeit und Schwindel: Nehmen Sie die Kapseln vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen ein; laut Fachinformation lassen sich Schläfrigkeit und Schwindel so vermeiden [1, 2]. Wenn Sie sich schläfrig oder schwindelig fühlen, sollten Sie nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen [1]. Mehr dazu unter Müdigkeit.

Blutungen: Beginnen Sie die Einnahme zu früh im Monatszyklus, vor allem vor dem 15. Zyklustag, kann sich der Zyklus verkürzen oder es können Blutungen auftreten. Halten unerwartete Blutungen oder Schmierblutungen länger an oder treten sie am Ende oder nach der Behandlungsperiode auf, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [1]. Laut Fachinformation muss dann die Ursache geklärt und unter Umständen eine Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut entnommen werden [2].

Weitere Beschwerden: Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Laut Fachinformation können Wirkstoffe, die das Leberenzym CYP3A4 anregen, den Abbau von Progesteron beschleunigen; dazu zählen Barbiturate, bestimmte Mittel gegen Epilepsie, Rifampicin und Johanniskraut [2]. Ketoconazol und andere Hemmer dieses Enzyms können dagegen dazu führen, dass mehr Progesteron in den Körper gelangt [2]. Haben Sie Diabetes, sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Bescheid: Progesteron kann die Wirkung von Diabetesmitteln beeinflussen [1, 2].

Wechselwirkungen von Progesteron
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Barbiturate (gegen Schlafstörungen oder Angst), Mittel gegen Epilepsie (Phenytoin, Carbamazepin), bestimmte Antibiotika (Ampicillin, Tetrazykline, Rifampicin), Phenylbutazon, Spironolacton, GriseofulvinKönnen die Wirkung von Progesteron beeinträchtigen; laut Fachinformation kann Progesteron schneller abgebaut werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Johanniskraut (pflanzliches Arzneimittel)Kann die Wirkung von Progesteron abschwächen[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Ketoconazol und andere Hemmer des Enzyms CYP3A4Laut Fachinformation kann mehr Progesteron in den Körper gelangen (erhöhte Bioverfügbarkeit)[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Mittel gegen DiabetesProgesteron kann ihre Wirkung beeinflussen; laut Fachinformation können Gestagene die Glukosetoleranz verringern[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
LaboruntersuchungenProgesteron kann laut Fachinformation die Ergebnisse von Leberfunktionstests und Tests der Hormonfunktionen beeinflussen[2]Vor Laboruntersuchungen auf die Einnahme hinweisen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Progesteron nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Vor Beginn einer Hormonbehandlung in den Wechseljahren und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen, ob eine Untersuchung der Brust und des Unterleibs durchzuführen ist [1]. Laut Fachinformation werden vor Beginn eine vollständige eigene und familiäre Krankengeschichte erhoben und während der Behandlung regelmäßige Kontrollen empfohlen, deren Art und Häufigkeit sich nach dem persönlichen Risiko richten; Frauen sollten wissen, welche Veränderungen der Brüste sie ihrer Ärztin oder ihrem Arzt mitteilen müssen [2]. Wird Progesteron zusammen mit einem Östrogen angewendet, gelten zusätzlich die Gegenanzeigen und Warnhinweise des Östrogenpräparats, etwa von Estradiol [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Progesteron, Soja, Erdnuss oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Blutungen aus der Scheide mit ungeklärter Ursache[1, 2]
  • Schwere Leberfunktionsstörung, Lebertumor[1, 2]
  • Bösartiger Tumor der Brust oder der Geschlechtsorgane oder Verdacht darauf[1, 2]
  • Blutgerinnsel in einer Vene (Thrombose), etwa in den Beinen, oder in der Lunge (Lungenembolie), bestehend oder früher[1, 2]
  • Hirnblutung[1, 2]
  • Porphyrie (seltene, erblich bedingte Blutkrankheit)[1, 2]
  • Bei Anwendung zusammen mit einem Östrogen in den Wechseljahren: zusätzlich alle Gegenanzeigen des Östrogenpräparats[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Die Kapseln zum Einnehmen sind unter den empfohlenen Bedingungen kein Verhütungsmittel[1, 2]
  • Vor Beginn einer Hormonbehandlung in den Wechseljahren und regelmäßig während der Behandlung: mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, ob eine Untersuchung der Brust und des Unterleibs nötig ist[1, 2]
  • Beginn zu früh im Monatszyklus (insbesondere vor dem 15. Zyklustag): Der Zyklus kann sich verkürzen oder es können Blutungen auftreten[1, 2]
  • Blutungen aus der Scheide: mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen; laut Fachinformation sollte Utrogest bei bestehender Blutung aus der Gebärmutter nicht verschrieben werden, bevor die Ursache durch eine Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut geklärt ist[1, 2]
  • Bleibt die Monatsblutung während der Behandlung aus, sollten Sie sicherstellen, dass Sie nicht schwanger sind[1, 2]
  • Während der Behandlung kann es wieder oder verstärkt zu übermäßigem Wachstum der Gebärmutterschleimhaut kommen (Endometriumhyperplasie)[1, 2]
  • Kinder: Sicherheit und Wirksamkeit sind nicht erwiesen; laut Fachinformation gibt es keinen relevanten Nutzen bei Kindern und Jugendlichen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was die Packungsbeilagen, die Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen; Angaben zu den Vaginalkapseln Utrogest Luteal sind eigens gekennzeichnet [1, 2, 3, 4]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen eigenen Hinweis. Laut Packungsbeilage kann das Arzneimittel von Frauen eingenommen werden, die Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden; schädliche Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit sind nicht bekannt [1]. Die Vaginalkapseln Utrogest Luteal können laut Packungsbeilage im ersten Schwangerschaftsdrittel bei einer künstlichen Befruchtung und von der 20. bis zur 34. Schwangerschaftswoche zur Verhinderung einer Frühgeburt bei Frauen mit einer Einlingsschwangerschaft und kurzem Gebärmutterhals angewendet werden [3]. Was Packungsbeilagen, Fachinformationen und Embryotox im Einzelnen sagen, auch zu Stillzeit und Kinderwunsch, lesen Sie auf der Seite Progesteron in der Schwangerschaft. Mehr zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat, wenn Sie schwanger sind, vermuten schwanger zu sein oder schwanger werden wollen. Laut Fachinformation zeigen umfangreiche Daten von Schwangeren keine Fehlbildungen und keine schädlichen Wirkungen auf das Ungeborene oder Neugeborene durch Progesteron.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Progesteron in der Schwangerschaft mit "hoch" an und ordnet es der Ampelfarbe grau zu (Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt). Aus knapp 700 ausgewerteten Schwangerschaften mit Progesteron im ersten Schwangerschaftsdrittel lässt sich laut Embryotox kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ablesen; auch ein wiederholt diskutierter Zusammenhang mit Auffälligkeiten der Geschlechtsorgane wie Hypospadien konnte nicht bestätigt werden. Für das zweite und dritte Schwangerschaftsdrittel bezeichnet Embryotox die Erfahrung inzwischen ebenfalls als hoch. Konsequenzen nach einer Anwendung in der Schwangerschaft ergeben sich laut Embryotox keine.[4]

Die Vaginalkapseln Utrogest Luteal können laut deren Packungsbeilage im ersten Schwangerschaftsdrittel von Frauen angewendet werden, die bei einer künstlichen Befruchtung zusätzliches Progesteron benötigen, und von der 20. bis zur 34. Schwangerschaftswoche zur Verhinderung einer Frühgeburt bei Frauen mit einer Einlingsschwangerschaft und kurzem Gebärmutterhals. Das Risiko angeborener Fehlbildungen (Anomalien), einschließlich solcher der Geschlechtsorgane bei Jungen und Mädchen, durch in der Schwangerschaft zugeführtes Progesteron ist laut dieser Packungsbeilage nicht vollständig geklärt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Wenn Sie stillen, sollten Sie Utrogest nicht einnehmen; laut Fachinformation ist nicht ausreichend untersucht, ob Progesteron in die Muttermilch übergeht.[1, 2]

Laut Embryotox gibt es keine Indikation für Progesteron in der Stillzeit; in zahlreichen Studien zur vaginalen Anwendung in der Stillzeit, meist niedrig dosiert zur Verhütung, wurden keine Folgen für gestillte Kinder beobachtet.[4]

Die Vaginalkapseln Utrogest Luteal dürfen laut deren Packungsbeilage während der Stillzeit nicht angewendet werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Auto fahren und das Bedienen von Maschinen sollten Sie vermeiden, wenn bei Ihnen Schläfrigkeit oder Schwindelgefühl auftreten. Laut Fachinformation lassen sich diese Beschwerden durch die Einnahme vor dem Schlafengehen vermeiden.[1, 2]

Einnahme

Die Kapseln mit etwas Wasser schlucken, nicht zusammen mit einer Mahlzeit, vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen; eine zweite Dosis morgens.[1, 2]

Einnahme vergessen: die Dosis nehmen, sobald Sie daran denken; liegt dieser Zeitpunkt kurz vor der nächsten Einnahme, die vergessene Dosis auslassen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, wie lange Sie Progesteron einnehmen sollen. Brechen Sie die Behandlung nicht vorzeitig ab.[1]

Für die Vaginalkapseln Utrogest Luteal gilt laut deren Packungsbeilage: Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat, wenn Sie die Behandlung beenden möchten oder beendet haben; ein plötzliches Absetzen der Progesteron-Behandlung kann Angstgefühle, Stimmungsschwankungen und eine erhöhte Empfindlichkeit für Krampfanfälle hervorrufen.[3]

Überdosierung

Bei einer Überdosis können Beschwerden wie Schwindel, Müdigkeit, Unwohlsein oder schmerzhafte Monatsblutungen auftreten. Wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; die Dosis kann dann verringert werden.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage der Kapseln zum Einnehmen nennt je Anwendungsgebiet die empfohlene Dosis und ein Einnahmeschema innerhalb des Zyklus [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Nehmen Sie das Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1]. Für Vaginalkapseln gelten andere Angaben in deren eigener Packungsbeilage [3].

Einnahme und Absetzen

Schlucken Sie die Kapseln mit etwas Wasser, nicht zusammen mit einer Mahlzeit und vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen; eine zweite Dosis nehmen Sie morgens [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie daran denken. Liegt dieser Zeitpunkt kurz vor der nächsten Einnahme, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Wie lange Sie Progesteron einnehmen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; brechen Sie die Behandlung nicht vorzeitig ab [1]. Bei der Hormonersatzbehandlung in den Wechseljahren folgt auf die Einnahmephase ungefähr eine Woche ohne Hormonersatzbehandlung, in der Entzugsblutungen auftreten können [1, 2]. Für die Vaginalkapseln Utrogest Luteal nennt deren Packungsbeilage eigene Zeiträume; ein plötzliches Absetzen kann laut dieser Packungsbeilage Angstgefühle, Stimmungsschwankungen und eine erhöhte Empfindlichkeit für Krampfanfälle hervorrufen [3]. Was Packungsbeilagen und Fachinformationen zum Beenden der Behandlung sagen, lesen Sie auf der Seite Progesteron absetzen. Bei einer Überdosis können Schwindel, Müdigkeit, Unwohlsein oder schmerzhafte Monatsblutungen auftreten; wenden Sie sich dann sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Präparate mit Progesteron

Progesteron gibt es als Weichkapseln zum Einnehmen und als Präparate zur Anwendung in der Scheide, etwa Weichkapseln zur vaginalen Anwendung [3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Utrogest 100 mg Weichkapseln [1, 2]. Präparate mit anderer Darreichungsform oder anderem Anwendungsgebiet haben eigene Packungsbeilagen; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Progesteron
PräparatAnbieterHinweis
Crinoneverschreibungspflichtig
Famenitaverschreibungspflichtig
ProgestanBesins Healthcare Germany GmbHverschreibungspflichtig; Weichkapseln mit 100 mg
UtrogestBesins Healthcare Germany GmbHverschreibungspflichtig; Weichkapseln zum Einnehmen mit 100 oder 200 mg; Grundlage dieser Seite (100 mg)
Utrogest LutealBesins Healthcare Germany GmbHverschreibungspflichtig; Weichkapseln zur Anwendung in der Scheide mit 200 oder 300 mg

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Utrogest 100 mg Weichkapseln. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Utrogest 100 mg / 200 mg Weichkapseln. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 10.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Utrogest Luteal 200 mg Weichkapseln zur vaginalen Anwendung. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 16.10.2026
  4. Embryotox Embryotox: Progesteron. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Progesteron eingesetzt?

Kapseln mit Progesteron zum Einnehmen werden bei Beschwerden durch einen Mangel an Progesteron eingesetzt, vor allem bei unregelmäßigen Monatsblutungen. Außerdem dienen sie als Zusatz zu einem Östrogen bei Frauen nach den Wechseljahren, die noch eine Gebärmutter haben. Vaginalkapseln mit Progesteron sind eigene Präparate, etwa zur Unterstützung bei einer künstlichen Befruchtung.

Macht Progesteron müde?

Müdigkeit beziehungsweise Schläfrigkeit und ein vorübergehendes Schwindelgefühl gehören zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten. Laut Fachinformation treten sie vor allem bei gleichzeitigem Östrogenmangel auf und lassen sich durch die Einnahme vor dem Schlafengehen vermeiden. Bei Schläfrigkeit oder Schwindel sollten Sie nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen.

Warum soll ich Progesteron abends einnehmen?

Die Packungsbeilage sieht vor, die Kapseln vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen und nicht zusammen mit einer Mahlzeit einzunehmen; eine zweite Dosis wird morgens genommen. Laut Fachinformation lassen sich so Schläfrigkeit und Schwindel vermeiden. Welche Dosis und welches Einnahmeschema für Sie gelten, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Erhöht Progesteron das Thromboserisiko?

Hatten Sie oder haben Sie ein Blutgerinnsel in einer Vene oder in der Lunge, dürfen Sie die Kapseln nicht einnehmen. Unter einer Hormonersatzbehandlung mit Östrogen und Gestagen treten Blutgerinnsel in den tiefen Bein- oder Beckenvenen und Lungenembolien laut Packungsbeilage häufiger auf als bei Frauen ohne diese Behandlung. Bei Anzeichen eines Blutgerinnsels, etwa in den Beinen oder im Becken, brechen Sie die Einnahme sofort ab.

Kann ich mit Progesteron verhüten?

Nein. Laut Packungsbeilage ist das Arzneimittel unter den empfohlenen Bedingungen kein Verhütungsmittel. Bleibt die Monatsblutung während der Behandlung aus, sollten Sie sicherstellen, dass Sie nicht schwanger sind.

Darf ich Progesteron in der Schwangerschaft nehmen?

Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder es werden wollen. Laut Fachinformation zeigen umfangreiche Daten von Schwangeren keine Fehlbildungen und keine schädlichen Wirkungen auf das Kind. Laut Embryotox lässt sich aus knapp 700 ausgewerteten Schwangerschaften mit Progesteron im ersten Schwangerschaftsdrittel kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ablesen. Vaginalkapseln sind für bestimmte Anwendungen in der Schwangerschaft zugelassen, etwa bei künstlicher Befruchtung.

Kann Progesteron Zwischenblutungen verursachen?

Ja. Veränderungen der Monatsblutung, ein Ausbleiben der Blutung oder Blutungen zu anderen Zeiten als die Entzugsblutung sind häufige Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Beginnen Sie zu früh im Zyklus, vor allem vor dem 15. Zyklustag, kann sich der Zyklus verkürzen. Halten unerwartete Blutungen länger an oder treten sie am Ende oder nach der Behandlung auf, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.

Was ist der Unterschied zwischen Progesteron-Kapseln zum Einnehmen und Vaginalkapseln?

Es sind verschiedene Präparate mit unterschiedlichen Anwendungsgebieten und eigenen Packungsbeilagen. Die Kapseln zum Einnehmen, auf denen diese Seite beruht, werden bei Progesteronmangel und in den Wechseljahren eingesetzt. Vaginalkapseln wie Utrogest Luteal werden bei künstlicher Befruchtung und zur Verhinderung einer Frühgeburt bei bestimmten Frauen angewendet. Für sie gelten eigene Angaben zu Nebenwirkungen und Anwendung.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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