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Pigmentstörungen durch Medikamente
Pigmentstörungen sind Veränderungen der Hautfarbe: Die Haut wird an manchen Stellen dunkler oder heller. Die Produktinformationen nennen dunkle Verfärbungen zum Beispiel bei Amiodaron und Hydroxychloroquin, vor allem an Hautstellen, die dem Licht ausgesetzt sind. Weitere Beispiele sind goldbraune Flecken im Gesicht (Chloasma) bei der Pille Mayra, eine Dunkelfärbung der Haut um das Auge bei den Augentropfen Bimatoprost und Latanoprost gegen Grünen Star und helle Flecken (Vitiligo) bei Nivolumab. Sprechen Sie Veränderungen der Hautfarbe in der Praxis an und setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Pigmentstörungen sind Veränderungen der Hautfarbe: Die Haut wird an manchen Stellen dunkler (Hyperpigmentierung) oder heller bis weiß (Hypo- oder Depigmentierung). Die Farbe der Haut stammt vom braunen Pigment Melanin, das bestimmte Hautzellen bilden, die Melanozyten [11, 12]. Verschiedene Medikamente können die Hautfarbe verändern. Die Produktinformationen nennen dunkle Verfärbungen zum Beispiel bei Amiodaron und Hydroxychloroquin, vor allem an Hautstellen, die dem Licht ausgesetzt sind [1, 3]. Unter der Pille Mayra können goldbraune Pigmentflecken im Gesicht (Chloasma) auftreten, unter dem Krebsmittel Nivolumab helle Flecken (Vitiligo) [5, 10]. Eine Rötung oder einen Sonnenbrand durch Medikamente behandelt die Seite Lichtempfindlichkeit der Haut.
Welche Medikamente Pigmentstörungen auslösen können
Die folgenden Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe. Jede Häufigkeitsangabe gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht [1, 3, 4, 5].
- Amiodaron (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen): Unter längerer Behandlung kann es laut Packungsbeilage zu einer verstärkten Pigmentierung mit schwarzvioletter bis schiefergrauer Verfärbung der Haut kommen, vor allem an Körperstellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind; sie ist als häufig eingestuft, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [1]. Die Fachinformation nennt diese Verfärbung auch Pseudozyanose [2]. Eine erhöhte Lichtempfindlichkeit mit stärkerer Neigung zu Sonnenbrand ist sogar sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 [1].
- Hydroxychloroquin (bei rheumatoider Arthritis, Lupus und Malaria): Die Packungsbeilage nennt als gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100, Pigmentierungsstörungen an Haut, Schleimhaut und Haaren: eine dunkle Verfärbung der dem Licht ausgesetzten Haut, eine Verfärbung der Mundschleimhaut und ein Ausbleichen oder Ergrauen der Haare [3].
- Doxycyclin (Antibiotika): Laut Fachinformation ist eine verstärkte Pigmentierung der Haut bei chronischer Anwendung selten, also bei bis zu 1 von 1.000; ebenfalls selten sind eine Ablösung und Verfärbung der Nägel [4]. Bei Kindern unter 8 Jahren können sich durch Doxycyclin die Zähne dauerhaft verfärben [4]. Mehr dazu: Zahnschäden durch Medikamente.
- Hormonelle Verhütung (Verhütungsmittel): Die Packungsbeilage der Pille Mayra mit Dienogest und Ethinylestradiol nennt goldbraune Pigmentflecken (Chloasma), Pigmentstörungen und eine verstärkte Pigmentierung als selten und beziffert das mit 1 bis 10 von 10.000 Anwenderinnen [5]. Gemeint sind fleckenförmige, gelbbräunliche Verfärbungen der Haut, besonders im Gesicht [5].
- Glucocorticoide (Kortison): Die Packungsbeilage von Prednisolon-Tabletten nennt bei Behandlung mit höheren Dosen als in der Hormonersatzbehandlung unter anderem Änderungen der Hautpigmentierung; die Häufigkeit gibt sie nicht an, weil die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen [6].
- Augentropfen gegen Grünen Star: Bei Bimatoprost ist eine Dunkelfärbung der Haut um das Auge laut Packungsbeilage häufig [8]. Bei Latanoprost ist eine Dunkelfärbung der Lidhaut selten; sehr häufig kann sich durch mehr braunen Farbstoff in der Iris die Augenfarbe zunehmend verändern [7].
- Fixer Arzneimittelausschlag: Die Packungsbeilage von Diclofenac beschreibt eine allergische Hautreaktion mit runden oder ovalen geröteten, geschwollenen Stellen, Blasen und Juckreiz (fixes Arzneimittelexanthem), Häufigkeit nicht bekannt [9]. In den betroffenen Bereichen kann sich die Haut dunkel verfärben, und die Verfärbung kann nach der Heilung bestehen bleiben [9].
- Helle Flecken unter Nivolumab: Wird das Krebsmittel Nivolumab allein angewendet, nennt die Packungsbeilage eine fleckige Veränderung der Hautfarbe (Vitiligo) als häufig [10].
Die Tabelle zeigt alle Wirkstoffe mit Steckbrief, deren Produktinformation Pigmentstörungen der Haut nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Amiodaron | Häufig | Bei längerer Behandlung schwarzviolette bis schiefergraue Verfärbung der Haut (Hyperpigmentierung), vor allem an Stellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind; sie bildet sich nach dem Absetzen langsam innerhalb von 1… |
| Azelainsäure | Häufig | An der Auftragsstelle: Abschuppen der Haut (Exfoliation), Schmerzen, Hauttrockenheit, Veränderung der Hauttönung und Hautreizung · Vermehrte Talgproduktion (Seborrhoe), Akne und Aufhellung der Haut (Depigmentierung) |
| Bimatoprost | Häufig | Dunkelfärbung der Haut um das Auge (Pigmentierung der periokulären Haut) · Hautverfärbung in der Augenumgebung |
| Nivolumab | Häufig | Fleckige Veränderung der Hautfarbe (Vitiligo), trockene Haut, Hautrötung, ungewöhnlicher Haarverlust oder Ausdünnung der Haare |
| Pembrolizumab | Häufig | Roter, erhabener Hautausschlag, manchmal mit Blasen; Hautentzündung; fleckförmige Entfärbung der Haut (Weißfleckenkrankheit, Vitiligo); trockene, juckende Haut; Haarausfall; akneähnliche Hautprobleme |
| Amlodipin | Gelegentlich | Haarausfall, vermehrtes Schwitzen, Hautjucken, rote Flecken auf der Haut (Purpura), Hautverfärbung |
| Dienogest | Gelegentlich | Trockene Haut, extremes Schwitzen, starker Juckreiz am ganzen Körper, männliches Behaarungsmuster (Hirsutismus), brüchige Nägel, Schuppen, Hautentzündung (Dermatitis), abnormales Haarwachstum, Lichtüberempfindlichkeit,… |
| Febuxostat | Gelegentlich | Juckender Hautausschlag, Nesselsucht, Hautentzündung (Dermatitis), Ekzem, Hautrötung (Erythem), kleine rote oder violette Punkte (Petechien), fleckige oder knötchenförmige Ausschläge, Hautverfärbung und andere… |
| Hydroxychloroquin | Gelegentlich | Pigmentierungsstörungen an Haut, Schleimhaut und Haaren (dunkle Verfärbung der dem Licht ausgesetzten Haut, Verfärbung der Mundschleimhaut, Ausbleichen oder Ergrauen der Haare) oder Haarausfall; sie bilden sich nach… |
| Infliximab | Gelegentlich | Hautprobleme wie Blasenbildung, Warzen, abnormale Hautfärbung oder Pigmentierung, geschwollene Lippen, Verdickung der Haut oder rote, schuppige Haut |
| Levonorgestrel | Gelegentlich | Verfärbung der Haut, vor allem im Gesicht und am Hals (Chloasma, sogenannte Schwangerschaftsflecken), verstärkte Pigmentierung der Haut |
| Methotrexat | Gelegentlich | Quaddeln (Urtikaria), sonnenbrandähnliche Reaktionen durch erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, verstärkte Pigmentierung, schmerzhafte Abschürfung von Schuppenflechte-Herden, Knötchen unter der Haut (Nodulosis),… |
| Prednison | Gelegentlich | Punktförmige und andere Hautflecken; laut Fachinformation rosazea-ähnliche Entzündung um den Mund und Veränderungen der Hautpigmentierung |
| Risperidon | Gelegentlich | Nesselsucht, Juckreiz, Haarausfall, verdickte Haut, Ekzem, trockene Haut, Hautverfärbungen, Akne, schuppige, juckende (Kopf-)Haut, Hauterkrankungen und Hautveränderungen |
| Topiramat | Gelegentlich | Hautverfärbung |
| Triamcinolon | Gelegentlich | Bei lang andauernder (länger als 4 Wochen) oder großflächiger Anwendung (auf mehr als 20 Prozent der Körperoberfläche) oder unter luftdicht abschließenden Verbänden: Dehnungsstreifen (Striae), Dünnerwerden der Haut… |
| Dienogest/Ethinylestradiol | Selten | Allergische Hautentzündung (allergische Dermatitis), Neurodermitis, Ekzeme, Schuppenflechte (Psoriasis), starkes Schwitzen (Hyperhidrose), goldbraune Pigmentflecken (Chloasma), Pigmentstörungen, verstärkte… |
| Doxycyclin | Selten | Vermehrte Pigmentierung der Haut bei Langzeitanwendung |
| Latanoprost | Selten | Hautreaktionen auf dem Augenlid und Dunkelfärbung der Lidhaut |
| Levofloxacin | Selten | Scharf abgegrenzte, rötliche Flecken mit oder ohne Blasen, die sich innerhalb von Stunden nach der Einnahme bilden, mit verbleibender dunklerer Färbung abheilen und bei erneuter Einnahme in der Regel an derselben… |
| Pimecrolimus | Selten | Veränderungen der Hautfarbe: dunklere oder hellere Färbung als die umgebende Haut (Hyper- oder Hypopigmentierung) |
| Sulfasalazin | Selten | Blau-rote Verfärbung von Haut und Schleimhäuten durch Sauerstoffmangel im Blut (Zyanose), gelb-orange Verfärbung der Haut, schuppende entzündliche Hauterkrankung (exfoliative Dermatitis) |
| Carbamazepin | Sehr selten | Lichtempfindlichkeit, Hautrötungen mit scheiben- oder knotenförmigen Veränderungen und Einblutungen (Erythema exsudativum multiforme et nodosum), kleinfleckige Hautblutungen (Purpura), Haarausfall, vermehrtes… |
| Clobetasol | Sehr selten | Dünnerwerden der Haut, Faltenbildung, Trockenheit der Haut, Änderung der Hautfarbe (Pigmentierung) und verstärkter Haarwuchs (Hypertrichose) |
| Isotretinoin | Sehr selten | Entzündete, geschwollene und dunklere Haut, besonders im Gesicht; Hautausschlag (Exanthem), Verfärbung der Haut, rote erhabene Beulen, die leicht bluten (pyogenes Granulom) |
| Permethrin | Sehr selten | Hautabschürfungen (Exkoriationen), Haarbalgentzündung (Follikulitis), verminderte Hautpigmentierung |
| Progesteron | Sehr selten | Braune oder dunkle Verfärbung der Haut (Chloasma, sogenannte Schwangerschaftsmaske) |
| Buprenorphin | Nicht bekannt | Entzündlicher Hautausschlag, der mit Brennen einhergehen kann (Kontaktdermatitis), Hautverfärbung an der Anwendungsstelle |
| Clozapin | Nicht bekannt | Pigmentierungsstörungen der Haut |
| Dexamethason | Nicht bekannt | Änderungen der Hautpigmentierung |
| Diclofenac | Nicht bekannt | Fixes Arzneimittelexanthem: runde oder ovale Stellen mit Rötung und Schwellung der Haut, Blasen und Juckreiz; die Haut kann danach dunkel verfärbt bleiben, und die Reaktion kehrt bei erneuter Einnahme in der Regel an… |
| Dimenhydrinat | Nicht bekannt | Fixes Arzneimittelexanthem: allergische Hautreaktion, die runde oder ovale gerötete und geschwollene Stellen, Blasen und Juckreiz umfassen kann; die Haut kann sich dort dunkel verfärben, die Verfärbung kann nach der… |
| Estradiol | Nicht bekannt | Haarausfall (Alopezie), gold-braune Hautverfärbungen vor allem im Gesicht (Chloasma), Hautverfärbung, nach der Markteinführung berichtet |
| Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring) | Nicht bekannt | Gelblich-braune Pigmentflecken in der Haut, vorwiegend im Gesicht (Chloasma) |
| Methylprednisolonaceponat | Nicht bekannt | Streifenbildung der Haut (Striae), Entzündung der Haut im Mundbereich (periorale Dermatitis), Hautverfärbung und allergische Hautreaktionen |
| Moxifloxacin | Nicht bekannt | Scharf abgegrenzte, rötliche Flecken mit oder ohne Blasen, die sich innerhalb von Stunden nach der Einnahme bilden, mit verbleibender dunklerer Färbung abheilen und bei erneuter Anwendung in der Regel an derselben… |
| Paliperidon | Nicht bekannt | Schwerer oder lebensbedrohlicher Hautausschlag mit Blasenbildung und Ablösen der Haut, der in und um Mund, Nase, Augen und Geschlechtsorgane beginnen kann (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse);… |
| Prednisolon | Nicht bekannt | Änderungen der Hautpigmentierung |
| Valproinsäure | Nicht bekannt | Dunklere Bereiche von Haut und Schleimhaut (Hyperpigmentierung) |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (39 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Pigmentstörungen der Haut als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (2 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Azathioprin | Vitamin-B3-Mangel (Pellagra) mit pigmentiertem Ausschlag, Durchfall und Gedächtnisverlust | Nicht bekannt |
| Budesonid/Formoterol | Unterdrückung der Nebennierenfunktion; mögliche Beschwerden sind Müdigkeit, Schwäche, Magenprobleme einschließlich Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen und Durchfall, Dunkelfärbung der Haut und Gewichtsverlust | Sehr selten |
Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Woran Sie Pigmentstörungen durch ein Medikament erkennen
Zeitpunkt: Viele dieser Veränderungen entwickeln sich erst mit der Zeit. Bei Amiodaron entsteht die Verfärbung laut Packungsbeilage unter längerer Behandlung, bei Doxycyclin laut Fachinformation bei chronischer Anwendung [1, 4]. Veränderungen der Augenfarbe durch Latanoprost können sich über Jahre entwickeln, treten aber normalerweise innerhalb von 8 Behandlungsmonaten auf [7]. Ein fixer Arzneimittelausschlag tritt bei erneuter Einnahme in der Regel wieder an derselben Stelle oder denselben Stellen auf [9].
Ort und Farbe: Unter Amiodaron und Hydroxychloroquin sind vor allem Hautstellen betroffen, die dem Licht ausgesetzt sind; bei Amiodaron ist die Verfärbung schwarzviolett bis schiefergrau [1, 3]. Ein Chloasma zeigt sich mit gelbbräunlichen Flecken, besonders im Gesicht [5]. Bei Bimatoprost und Latanoprost betrifft die Dunkelfärbung die Haut um das behandelte Auge; die Veränderungen können deutlicher sichtbar werden, wenn nur ein Auge behandelt wird [7, 8]. Hydroxychloroquin kann außerdem die Mundschleimhaut verfärben und Haare ausbleichen oder ergrauen lassen [3]. Mehr dazu: Haarausfall durch Medikamente.
Packungsbeilage und Gespräch: Ob Ihr Mittel die Hautfarbe verändern kann, steht in der Packungsbeilage, meist in Abschnitt 4 bei den Nebenwirkungen der Haut [1, 3, 5]. Bei Vitiligo berücksichtigen Ärztinnen und Ärzte laut gesund.bund.de im Gespräch unter anderem, ob und welche Medikamente eingenommen werden und wie sich die Flecken ausbreiten und verändern [11].
Warum Medikamente die Hautfarbe verändern können
Licht: Bei Amiodaron und Hydroxychloroquin tritt die dunkle Verfärbung vor allem an Hautstellen auf, die dem Licht ausgesetzt sind [1, 3]. Amiodaron macht die Haut laut Packungsbeilage zudem sehr häufig lichtempfindlicher, mit stärkerer Neigung zu Sonnenbrand [1]. Auch unter Doxycyclin kann es laut Fachinformation durch Lichtsensibilisierung zu Reaktionen der belichteten Haut kommen, selten mit Beteiligung der Nägel [4].
Mehr Pigment in den Zellen: Die verstärkte Färbung der Iris durch Bimatoprost entsteht laut Fachinformation durch einen erhöhten Gehalt an Melanin in den Melanozyten und nicht durch mehr Melanozyten [8].
Allergische Reaktion: Das fixe Arzneimittelexanthem ist laut Packungsbeilage von Diclofenac eine allergische Hautreaktion; nach der Heilung kann eine dunkle Verfärbung zurückbleiben [9].
Was Sie tun können

In der Praxis ansprechen, nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Das gilt zum Beispiel für Amiodaron und für Augentropfen wie Latanoprost, deren Packungsbeilagen das Absetzen nur nach ärztlicher Rücksprache vorsehen [1, 7]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.
Was sich zurückbildet: Die Verfärbung unter Amiodaron bildet sich nach dem Absetzen langsam innerhalb von 1 bis 4 Jahren zurück, die Pigmentierungsstörungen unter Hydroxychloroquin nach dem Ende der Behandlung meist rasch [1, 3]. Die Farbveränderung der Iris durch Latanoprost kann dauerhaft sein; nach dem Ende der Behandlung verändert sich die Augenfarbe aber nicht mehr weiter [7]. Auch die Veränderungen durch Bimatoprost können laut Packungsbeilage bleibend sein [8].
Lichtschutz, wo die Packungsbeilage ihn verlangt: Unter Amiodaron sollen Sie laut Packungsbeilage Sonnenbestrahlung, UV-Licht-Anwendungen und Solarien meiden; ist das nicht möglich, schützen Sie unbedeckte Hautstellen, besonders das Gesicht, mit einem hohen Lichtschutzfaktor, auch noch einige Zeit nach dem Absetzen [1]. Unter Doxycyclin sollte laut Fachinformation während der Behandlung auf Sonnenbaden im Freien und im Solarium verzichtet werden [4]. Haben Sie ein Chloasma oder hatten Sie es in einer früheren Schwangerschaft, ist laut Packungsbeilage von Mayra stärkere Sonnen- und UV-Bestrahlung zu meiden [5]. Haut ohne Pigment, etwa bei Vitiligo, reagiert laut gesund.bund.de sehr empfindlich auf Sonnenlicht; Cremes oder Sprays mit hohem UV-A- und UV-B-Lichtschutzfaktor können den fehlenden Eigenschutz ausgleichen, und im Sommer schützt auch lange Kleidung vor zu viel Sonnenlicht [11].
Bei einem fixen Arzneimittelausschlag: Er tritt laut Packungsbeilage von Diclofenac in der Regel wieder an derselben Stelle oder denselben Stellen auf, wenn das Mittel erneut eingenommen wird [9]. Beim ersten Anzeichen eines Hautausschlags verlangt sie, die Anwendung abzubrechen und sich umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt zu wenden [9]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Notieren Sie, welches Medikament Sie vor dem Ausschlag eingenommen haben. Mehr dazu: Hautausschlag durch Medikamente.
Kontrollen bei Hydroxychloroquin: Unter Hydroxychloroquin kann es gelegentlich auch zu Netzhautveränderungen mit veränderter Pigmentierung kommen; laut Packungsbeilage sollen die Augen vor Beginn und während einer längerfristigen Behandlung regelmäßig augenärztlich untersucht werden [3]. Mehr dazu: Sehstörungen durch Medikamente.
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [9]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Bilden sich unter einem Medikament Blasen, löst sich die Haut ab oder kommen wunde Stellen an den Schleimhäuten hinzu, kann eine schwere Hautreaktion dahinterstecken; die Packungsbeilage von Diclofenac nennt zum Beispiel sehr selten schwere Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Blasenbildung [9]. Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen.
Eine Gelbverfärbung der Haut oder des Weißen im Auge ist keine Pigmentstörung im engeren Sinn; laut Packungsbeilage von Carbamazepin kann sie ein Anzeichen einer Leberentzündung sein, bei dem Sie sofort ärztliche Hilfe suchen sollen [15]. Mehr dazu: Leberwerte. Bei schwerer Atemnot oder Bewusstlosigkeit rufen Sie den Notruf 112 [13].
Ein neu entstehendes oder sich veränderndes Pigmentmal sollten Sie hautärztlich abklären lassen: Schwarzer Hautkrebs fällt laut gesund.bund.de meist auf, weil ein Leberfleck oder Muttermal sich verändert oder neu entsteht [12]. Als verdächtig gilt eine Hautveränderung nach der dort beschriebenen ABCDE-Regel zum Beispiel bei asymmetrischem Aufbau, unregelmäßiger Begrenzung oder einem Durchmesser von mehr als 5 Millimetern [12].
Andere Ursachen
Nicht jede Veränderung der Hautfarbe kommt von einem Medikament.
- Weißfleckenkrankheit (Vitiligo): Die Haut bildet an bestimmten Stellen kein Pigment mehr, sodass weiße Flecken entstehen, meist im Gesicht, an Händen und Füßen [11]. Vitiligo beginnt meist zwischen 10 und 30 Jahren und betrifft weltweit bis zu 2 Prozent der Menschen; die genauen Ursachen sind nicht bekannt [11].
- Kleienpilzflechte: Bei dieser Hauterkrankung bilden sich weiße oder braune Flecken, vor allem am Oberkörper, an den Armen oder im Gesicht; Ursache ist ein Hefepilz, der bei fast allen Menschen auf der Haut vorkommt [14]. Die Erkrankung ist nicht ansteckend [14]. Mehr dazu: Hautpilz.
- Schwangerschaft: Gelbbräunliche Flecken im Gesicht (Chloasma) können auch während einer Schwangerschaft auftreten; die Packungsbeilage von Mayra nennt unter den Warnhinweisen auch ein Chloasma in einer früheren Schwangerschaft [5].
- Schwarzer Hautkrebs: Er geht von den pigmentbildenden Zellen aus und kann als bräunliche bis rötliche, bläuliche oder schwärzliche, ungleichmäßige Hautveränderung erscheinen [12]. Ab 35 Jahren können gesetzlich Versicherte alle 2 Jahre eine Untersuchung auf Hautkrebs in Anspruch nehmen [12].
Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; nennen Sie dabei alle Medikamente, die Sie einnehmen oder anwenden [11].
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amiodaron-ratiopharm® 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Amiodaron-ratiopharm® 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quensyl® 200 mg Filmtabletten (Hydroxychloroquin). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Doxy-M-ratiopharm® 100 mg / 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mayra 0,03 mg/2 mg Filmtabletten (Dienogest/Ethinylestradiol). Exeltis Germany GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg (Prednisolon). Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Latanoprost-ratiopharm 50 Mikrogramm/ml Augentropfen, Lösung. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation LUMIGAN (Bimatoprost), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage LUMIGAN 0,3 mg/ml Augentropfen, Lösung. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclofenac-ratiopharm® 50 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Opdivo (Nivolumab), Anhang III B: Packungsbeilage Opdivo 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Bristol-Myers Squibb Pharma EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Weißfleckenkrankheit (Vitiligo). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 20.04.2021. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Schwarzer Hautkrebs (Melanom). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 02.03.2021. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Kleienpilzflechte. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 23.02.2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Carbamazepin-ratiopharm® 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können Pigmentstörungen der Haut auslösen?
Die Produktinformationen nennen dunkle Verfärbungen zum Beispiel bei Amiodaron (häufig), Hydroxychloroquin (gelegentlich) und Doxycyclin bei Langzeitanwendung (selten), Chloasma unter der Pille Mayra (selten), eine Dunkelfärbung der Haut um das Auge bei den Augentropfen Bimatoprost (häufig) und Latanoprost (selten) und helle Flecken (Vitiligo) unter Nivolumab (häufig). Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Wirkstoffe mit Steckbrief, deren Produktinformation Pigmentstörungen nennt.
Geht eine Hautverfärbung durch Medikamente wieder weg?
Das hängt vom Wirkstoff ab. Die Verfärbung unter Amiodaron bildet sich laut Packungsbeilage nach dem Absetzen langsam innerhalb von 1 bis 4 Jahren zurück, die Pigmentstörungen unter Hydroxychloroquin meist rasch. Die Dunkelfärbung der Iris durch Latanoprost kann dagegen dauerhaft sein, und auch die Veränderungen durch Bimatoprost können laut Packungsbeilage bleiben. Nach einem fixen Arzneimittelausschlag kann eine dunkle Verfärbung der Haut nach der Heilung bestehen bleiben.
Kann die Pille Pigmentflecken im Gesicht verursachen?
Für die Pille Mayra ist das beschrieben: Ihre Packungsbeilage (Dienogest und Ethinylestradiol) nennt goldbraune Pigmentflecken (Chloasma), Pigmentstörungen und verstärkte Pigmentierung als seltene Nebenwirkungen. Haben Sie ein Chloasma oder hatten Sie es in einer früheren Schwangerschaft, ist laut Packungsbeilage stärkere Sonnen- und UV-Bestrahlung zu meiden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Warum verfärbt sich die Haut unter Amiodaron grau?
Laut Packungsbeilage kann es unter längerer Behandlung zu einer schwarzvioletten bis schiefergrauen Verfärbung der Haut kommen, vor allem an Stellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind; die Fachinformation spricht von Pseudozyanose. Amiodaron macht die Haut außerdem sehr häufig lichtempfindlicher. Unter der Behandlung sollen Sie laut Packungsbeilage Sonne, UV-Licht und Solarien meiden; ist das nicht möglich, schützen Sie unbedeckte Haut, besonders das Gesicht, mit einer Lichtschutzsalbe mit hohem Lichtschutzfaktor. Auch nach dem Absetzen ist ein Lichtschutz noch einige Zeit erforderlich.
Können Augentropfen die Haut um die Augen dunkler machen?
Ja. Bei Bimatoprost nennt die Packungsbeilage eine Dunkelfärbung der Haut um das Auge als häufig, bei Latanoprost eine Dunkelfärbung der Lidhaut als selten. Beide können auch die Iris dunkler färben; bei Latanoprost ist das sehr häufig. Die Veränderungen fallen stärker auf, wenn nur ein Auge behandelt wird. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Was bedeuten helle, weiße Flecken auf der Haut?
Weiße Flecken können zum Beispiel bei der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) entstehen, bei der die Haut an bestimmten Stellen kein Pigment mehr bildet; laut gesund.bund.de betrifft sie weltweit bis zu 2 Prozent der Menschen. Als Nebenwirkung nennt die Packungsbeilage von Nivolumab eine fleckige Veränderung der Hautfarbe (Vitiligo) als häufig. Auch eine Kleienpilzflechte kann weiße oder braune Flecken verursachen. Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Wann sollte ich mit einem dunklen Fleck zur Hautärztin oder zum Hautarzt?
Wenn ein Pigmentmal neu entsteht oder sich verändert, etwa in Größe oder Farbe. Laut gesund.bund.de gilt eine Hautveränderung zum Beispiel als verdächtig, wenn sie asymmetrisch aufgebaut oder unregelmäßig begrenzt ist oder einen Durchmesser von mehr als 5 Millimetern hat; solche Veränderungen sollten hautärztlich abgeklärt werden. Bilden sich unter einem Medikament Blasen oder löst sich die Haut ab, holen Sie sofort ärztliche Hilfe.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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