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Latanoprost: Nebenwirkungen und Wirkung

Latanoprost ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff in Augentropfen aus der Gruppe der Prostaglandin-Analoga. Er erhöht den Abfluss von Flüssigkeit aus dem Augeninneren und senkt so den erhöhten Augeninnendruck bei Offenwinkelglaukom, okulärer Hypertension und kindlichem Glaukom. Sehr häufig sind eine zunehmende Braunfärbung der Iris, gerötete und gereizte Augen sowie dunklere, längere Wimpern. Die Veränderung der Augenfarbe kann dauerhaft sein.

Grauhaariger Mann Anfang siebzig sitzt am Abend im Lampenlicht in einem Sessel, neigt den Kopf leicht zurück und hält ein kleines weißes Tropffläschchen in der Hand
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Zunehmende Veränderung der Augenfarbe durch mehr braunen Farbstoff in der Iris (Hyperpigmentierung der Iris); eher bei gemischtfarbigen Augen (blau-, grau-, gelb- oder grün-braun), normalerweise innerhalb von 8 Behandlungsmonaten, möglicherweise dauerhaft und auffälliger, wenn nur ein Auge behandelt wird[1, 2]
  • Sehr häufig: Rötung des Auges (leichte bis mittelschwere Bindehauthyperämie)[1, 2]
  • Sehr häufig: Augenreizung: brennendes, sandiges, juckendes oder stechendes Gefühl oder Fremdkörpergefühl im Auge[1, 2]
  • Sehr häufig: Veränderungen der Wimpern und Flaumhaare am behandelten Auge: Die Wimpern können dunkler, länger, dicker und zahlreicher werden; beobachtet hauptsächlich bei Menschen japanischer Herkunft[1, 2]
  • Häufig: Irritationen oder Störungen der Augenoberfläche (Keratitis; laut Fachinformation meist symptomfreie punktförmige Keratitis)[1, 2]
  • Häufig: Entzündung des Augenlidrandes (Blepharitis)[1, 2]
  • Häufig: Schmerzgefühl im Auge[1, 2]
  • Häufig: Lichtempfindlichkeit (Photophobie)[1, 2]
  • Häufig: Bindehautentzündung (Konjunktivitis)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Latanoprost eingesetzt?

Latanoprost ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff in Augentropfen und gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die Prostaglandin-Analoga genannt werden [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird er bei Erwachsenen zur Behandlung von Erkrankungen angewendet, die als Offenwinkelglaukom (Grüner Star) und okuläre Hypertension bekannt sind. Beide gehen mit einem erhöhten Augeninnendruck einher, der das Sehvermögen beeinträchtigen kann. Außerdem wird Latanoprost bei Kindern und Säuglingen aller Altersstufen zur Behandlung von erhöhtem Augeninnendruck und Glaukom angewendet [1]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie unter Grüner Star (Glaukom).

Die Fachinformation nennt als Anwendungsgebiete die Senkung des erhöhten Augeninnendrucks bei Erwachsenen einschließlich älterer Menschen mit Offenwinkelglaukom oder okulärer Hypertension sowie bei Kindern mit erhöhtem Augeninnendruck und kindlichem Glaukom [2]. Für Kinder von 0 bis unter 3 Jahren, die überwiegend an einem angeborenen Glaukom leiden, ist laut Fachinformation nach wie vor die Operation die Behandlung der ersten Wahl [2]. In Studien war Latanoprost allein wirksam und ebenso in Kombination mit Timolol [2].

Wie wirkt Latanoprost?

Latanoprost ist dem natürlich vorkommenden Prostaglandin F2α nachgebildet (Prostaglandin-F2α-Analogon). Es erhöht den natürlichen Abfluss von Flüssigkeit aus dem Augeninneren in das Blut und senkt so den Augeninnendruck [1, 2]. Laut Fachinformation geschieht das vor allem über den sogenannten uveoskleralen Abfluss; die Bildung von Kammerwasser beeinflusst Latanoprost in klinischen Studien nicht wesentlich [2].

Die Senkung des Augeninnendrucks beginnt etwa 3 bis 4 Stunden nach dem Eintropfen, erreicht nach 8 bis 12 Stunden ihr Maximum und hält mindestens 24 Stunden an [2]. Latanoprost selbst ist eine unwirksame Vorstufe, die beim Durchtritt durch die Hornhaut in die wirksame Form umgewandelt wird. Was in den Blutkreislauf gelangt, wird vor allem in der Leber abgebaut; die Halbwertszeit im Blutplasma beträgt 17 Minuten [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von Latanoprost-ratiopharm eine Häufigkeit angeben; beide Dokumente stufen sie gleich ein. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Die meisten Nebenwirkungen betreffen die Augen; Nebenwirkungen am Auge außer der Veränderung der Augenfarbe sind laut Fachinformation im Allgemeinen vorübergehend und treten während der Anwendung auf [2]. Zur Veränderung der Augenfarbe nennt die Fachinformation: In einer offenen Studie über 5 Jahre entwickelten 33 Prozent der Patientinnen und Patienten eine verstärkte Pigmentierung der Iris. Die Veränderung ist in den meisten Fällen geringfügig und wird häufig klinisch nicht wahrgenommen. Bei gemischtfarbiger Iris lag die Häufigkeit zwischen 7 und 85 Prozent, am höchsten bei gelb-brauner Iris; bei einheitlich blauen Augen wurden keine, bei einheitlich grauen, grünen oder braunen Augen nur selten Veränderungen beobachtet [2]. Das braune Pigment breitet sich typischerweise konzentrisch um die Pupille nach außen aus; Nävi und Sommersprossen der Iris wurden durch die Behandlung nicht beeinflusst [2].

Auch Wimpern und Flaumhaare am behandelten Auge können sich allmählich verändern; laut Fachinformation bilden sich diese Veränderungen nach dem Absetzen zurück [2]. Eine Verfärbung der Haut um die Augen wurde vorwiegend bei Menschen japanischer Herkunft beobachtet; nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen ist sie nicht dauerhaft [2]. Über eine Schwellung der Netzhaut (Makulaödem) wurde vor allem bei Menschen mit bestimmten Risikofaktoren berichtet [2]. Bei Kindern traten im Vergleich zu Erwachsenen häufiger eine laufende, juckende Nase und Fieber auf [1]. Mehr dazu unter Sehstörungen und Pigmentstörungen.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • AugenZunehmende Veränderung der Augenfarbe durch mehr braunen Farbstoff in der Iris (Hyperpigmentierung der Iris); eher bei gemischtfarbigen Augen (blau-, grau-, gelb- oder grün-braun), normalerweise innerhalb von 8 Behandlungsmonaten, möglicherweise dauerhaft und auffälliger, wenn nur ein Auge behandelt wird[1, 2]
  • AugenRötung des Auges (leichte bis mittelschwere Bindehauthyperämie)[1, 2]
  • AugenAugenreizung: brennendes, sandiges, juckendes oder stechendes Gefühl oder Fremdkörpergefühl im Auge[1, 2]
  • AugenVeränderungen der Wimpern und Flaumhaare am behandelten Auge: Die Wimpern können dunkler, länger, dicker und zahlreicher werden; beobachtet hauptsächlich bei Menschen japanischer Herkunft[1, 2]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • AugenIrritationen oder Störungen der Augenoberfläche (Keratitis; laut Fachinformation meist symptomfreie punktförmige Keratitis)[1, 2]
  • AugenEntzündung des Augenlidrandes (Blepharitis)[1, 2]
  • AugenSchmerzgefühl im Auge[1, 2]
  • AugenLichtempfindlichkeit (Photophobie)[1, 2]
  • AugenBindehautentzündung (Konjunktivitis)[1, 2]

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • AugenGeschwollenes Augenlid (Augenlidödem)[1, 2]
  • AugenTrockenes Auge[1, 2]
  • AugenEntzündung oder Irritationen der Augenoberfläche (Keratitis)[1, 2]
  • AugenVerschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenRegenbogenhautentzündung (Uveitis)[1, 2]
  • AugenSchwellung der Netzhaut (Makulaödem), auch zystoides Makulaödem[1, 2]
  • NervensystemKopfschmerzen und Benommenheit[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenMüdigkeit
  • HerzSchmerzen im Brustraum (Angina pectoris) und Wahrnehmung des Herzschlags (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • AtemwegeAsthma und Atemnot (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmÜbelkeit und Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechen
  • HautHautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen (Myalgie) und Gelenkschmerzen (Arthralgie)[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenGelenkschmerzen
  • Allgemeine BeschwerdenBrustschmerzen[1, 2]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • InfektionenVirale Augeninfektion durch das Herpes-simplex-Virus (Keratitis herpetica)[1, 2]
  • AugenEntzündung der Iris (Iritis)[1, 2]
  • AugenSchwellung oder Jucken und Reizung der Augenoberfläche; laut Fachinformation Hornhautödem und Hornhauterosion[1, 2]
  • AugenSchwellungen im Bereich des Auges (periorbitale Ödeme)[1, 2]
  • AugenFehlgerichtet wachsende Wimpern (Trichiasis) oder eine zweite Reihe von Wimpernhärchen (Distichiasis)[1, 2]
  • AugenNarbenbildung an der Augenoberfläche; laut Fachinformation Pseudopemphigoid der Bindehaut[1, 2]
  • AugenMit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum in der farbigen Augenregion (Iriszyste)[1, 2]
  • AugenHautreaktionen auf dem Augenlid und Dunkelfärbung der Lidhaut[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
  • AtemwegeVerstärkung von bestehendem Asthma[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • HautStarkes Jucken der Haut (Pruritus)[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • HerzVerschlimmerung von Angina-pectoris-Beschwerden bei Patientinnen und Patienten mit zusätzlicher Herzerkrankung (instabile Angina pectoris)[1, 2]
  • AugenTiefliegend erscheinende Augen durch Veränderungen um das Auge und am Augenlid (Vertiefung des Oberlidsulkus)[1, 2]
  • AugenBei schwerer Schädigung der Hornhaut: Trübungen (wolkige Flecken) der Hornhaut durch Calciumanreicherung, verursacht durch die enthaltenen Phosphate[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Ist eine Augenreizung so stark, dass Ihr Auge übermäßig tränt, oder überlegen Sie deshalb, das Mittel abzusetzen, sprechen Sie unverzüglich (innerhalb einer Woche) mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; Ihre Behandlung muss eventuell überprüft werden [1]. Auch bei verstärkter Irispigmentierung sollten Patientinnen und Patienten laut Fachinformation regelmäßig untersucht und die Behandlung gegebenenfalls abgesetzt werden, wenn die klinische Situation es erfordert [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Ende fünfzig mit haselnussbraunen Augen betrachtet ihr Gesicht ruhig in einem runden Spiegel im hellen Badezimmer
Bild: KI-generiert

Augenfarbe und Wimpern: Laut Fachinformation sollten Sie vor Behandlungsbeginn über mögliche dauerhafte Veränderungen der Augenfarbe informiert werden; wird nur ein Auge behandelt, können die Augen dauerhaft unterschiedlich gefärbt bleiben [2]. Die 5-jährige klinische Erfahrung zeigte bisher keine negativen Folgen der verstärkten Irispigmentierung, und die Behandlung kann trotz Pigmentierung fortgesetzt werden [2]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Ihnen Veränderungen auffallen.

Weniger Wirkstoff im Körper: Drücken Sie nach dem Eintropfen 1 Minute lang bei geschlossenem Auge mit einem Finger auf den nasenseitigen Augenwinkel [1]. Laut Fachinformation wird das bei allen Augentropfen empfohlen, um eine mögliche Aufnahme in den Körper gering zu halten [2].

Reizung, Brennen und trockene Augen: Das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann Reizungen am Auge hervorrufen, besonders bei trockenen Augen oder Erkrankungen der Hornhaut. Tritt nach der Anwendung ein ungewöhnliches Gefühl, Brennen oder Schmerz im Auge auf, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr dazu unter Trockene Augen.

Verschwommenes Sehen: Fahren Sie kein Auto und benutzen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bis Sie wieder klar sehen [1]. Bemerken Sie andere Nebenwirkungen, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen; das gilt auch für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel und Augentropfen [1]. Abschließende Daten zu Wechselwirkungen liegen laut Fachinformation nicht vor; Wechselwirkungsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt [2]. Nach gleichzeitiger Anwendung von zwei Prostaglandin-Analoga am Auge wurde über einen paradoxen Anstieg des Augeninnendrucks berichtet; die Anwendung von zwei oder mehr Prostaglandinen, Prostaglandin-Analoga oder Prostaglandin-Derivaten wird deshalb nicht empfohlen [1, 2]. Zwischen Latanoprost und anderen Augentropfen lassen Sie mindestens 5 Minuten vergehen [1].

Wechselwirkungen von Latanoprost
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere Prostaglandine, Prostaglandin-Analoga oder Prostaglandin-DerivateNach gleichzeitiger Anwendung von zwei Prostaglandin-Analoga am Auge wurde über einen paradoxen Anstieg des Augeninnendrucks berichtet[1, 2]Die Anwendung von zwei oder mehr dieser Mittel wird nicht empfohlen; vorher mit der Ärztin, dem Arzt oder der Apotheke sprechen
Andere AugentropfenAbschließende Daten zu Wechselwirkungen liegen nicht vor[1, 2]Mindestens 5 Minuten Abstand zwischen den Anwendungen
Augentropfen mit dem Konservierungsmittel ThiomersalBeim Mischen mit Latanoprost kommt es im Labor zu einer Ausfällung (Präzipitation)[2]Mindestens 5 Minuten Abstand zwischen den Anwendungen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Latanoprost nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Latanoprost-ratiopharm kann von erwachsenen Männern und Frauen, auch von älteren Menschen, und von Kindern ab der Geburt bis 18 Jahre angewendet werden; bei Frühgeborenen wurde es nicht untersucht [1]. Sie dürfen es nicht anwenden, wenn Sie allergisch gegen Latanoprost oder einen der sonstigen Bestandteile sind, und laut Packungsbeilage nicht in Schwangerschaft und Stillzeit [1]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie oder Ihr Kind zu, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Latanoprost oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Laut Packungsbeilage dürfen Sie Latanoprost-ratiopharm dann nicht anwenden[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Bevorstehende oder kürzlich durchgeführte Augenoperation, auch eine Operation wegen Grauem Star; zur Anwendung rund um eine Kataraktoperation liegen laut Fachinformation nur begrenzte Erfahrungen vor[1, 2]
  • Augenprobleme wie Augenschmerzen, Augenirritationen, Augenentzündungen oder verschwommenes Sehen[1]
  • Trockene Augen oder geschädigte Hornhaut: Das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann Reizungen am Auge und trockene Augen hervorrufen und den Tränenfilm und die Hornhautoberfläche beeinträchtigen; bei längerer Anwendung sollten Patientinnen und Patienten laut Fachinformation überwacht werden[1, 2]
  • Schweres oder nicht ausreichend behandeltes Asthma: Nach der Markteinführung wurde in einigen Fällen über eine Verstärkung von bestehendem Asthma und/oder Atemnot berichtet[1, 2]
  • Weiche Kontaktlinsen: Benzalkoniumchlorid kann von ihnen aufgenommen werden und sie verfärben. Linsen vor dem Eintropfen herausnehmen und erst nach 15 Minuten wieder einsetzen[1, 2]
  • Augeninfektion durch das Herpes-simplex-Virus jetzt oder früher; laut Fachinformation sollte die Anwendung bei aktiver Herpes-simplex-Keratitis und bei wiederkehrender Keratitis herpetica in der Vorgeschichte vermieden werden, besonders wenn sie mit Prostaglandin-Analoga zusammenhing[1, 2]
  • Bekannte Risikofaktoren für ein zystoides Makulaödem, etwa diabetische Retinopathie oder Netzhautvenenthrombosen, sowie aphake Patientinnen und Patienten und pseudophake mit gerissener Hinterkapsel oder Vorderkammerlinse: Anwendung laut Fachinformation mit Vorsicht[2]
  • Risikofaktoren für eine Iritis oder Uveitis: Anwendung laut Fachinformation mit Vorsicht möglich[2]
  • Chronisches Engwinkelglaukom, Pigmentglaukom oder Offenwinkelglaukom bei pseudophaken Patientinnen und Patienten: nur begrenzte Erfahrungen; bei entzündlich bedingtem Glaukom, Neovaskularisationsglaukom, entzündlichen Prozessen am Auge oder akuten Anfällen eines Engwinkelglaukoms keine Erfahrungen. Laut Fachinformation sollte Latanoprost bei diesen Erkrankungen nur mit Vorsicht angewendet werden[2]
  • Behandlung nur eines Auges: Die Veränderung der Augenfarbe ist dann auffälliger; laut Fachinformation kann eine einseitige Behandlung zu bleibend verschieden gefärbten Augen (Heterochromie) führen. Über mögliche dauerhafte Farbveränderungen sollte vor Behandlungsbeginn informiert werden[1, 2]
  • Schwere Schädigung der Hornhaut: Die enthaltenen Phosphate können in sehr seltenen Fällen durch Calciumanreicherung Trübungen der Hornhaut verursachen[1, 2]
  • Frühgeborene (weniger als 36 Schwangerschaftswochen): nicht untersucht; für Kinder unter 1 Jahr liegen laut Fachinformation nur sehr begrenzte Daten vor[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft, Stillzeit, Verkehrstüchtigkeit und Anwendung sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis. Packungsbeilage und Embryotox beurteilen Schwangerschaft und Stillzeit unterschiedlich: Laut Packungsbeilage dürfen Sie Latanoprost-ratiopharm dann nicht anwenden [1]; laut Embryotox dürfen Latanoprost-Augentropfen, wenn es notwendig ist, in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden und können in der Stillzeit angewendet werden [3]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage dürfen Sie Latanoprost-ratiopharm in der Schwangerschaft nicht anwenden. Laut Fachinformation ist die Sicherheit in der Schwangerschaft nicht belegt; die pharmakologischen Wirkungen stellen eine mögliche Gefahr für den Verlauf der Schwangerschaft, das ungeborene Kind oder das Neugeborene dar.[1, 2]

Embryotox: Latanoprost-Augentropfen dürfen, wenn es notwendig ist, in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden; als besser geeignete Alternative nennt Embryotox Timolol. Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko haben sich bisher nicht ergeben, die Erfahrungen sind aber gering. Die Aufnahme in den Körper sollte durch Verschließen des Tränenkanals (nasolakrimale Okklusion) und Schließen der Augenlider für wenige Minuten verringert werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage dürfen Sie Latanoprost-ratiopharm in der Stillzeit nicht anwenden. Laut Fachinformation können Latanoprost und seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen; Latanoprost soll daher nicht von stillenden Frauen angewendet werden, oder es sollte abgestillt werden.[1, 2]

Embryotox: Latanoprost-Augentropfen können in der Stillzeit angewendet werden; über Beschwerden bei gestillten Säuglingen wurde bisher nicht berichtet. Die Aufnahme in den Körper kann durch Verschließen des Tränenkanals und Schließen der Augenlider für wenige Minuten verringert werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Nach dem Eintropfen kann es vorübergehend zu verschwommenem Sehen kommen. Fahren Sie dann kein Auto und benutzen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bis Sie wieder klar sehen.[1, 2]

Einnahme

Hände waschen, Kappe abdrehen, das untere Augenlid vorsichtig herunterziehen und die Tropfspitze nahe an das Auge bringen, ohne es zu berühren; nur einen Tropfen ins Auge fallen lassen. Danach 1 Minute lang bei geschlossenem Auge mit einem Finger auf den nasenseitigen Augenwinkel drücken. Kontaktlinsen vorher herausnehmen und erst nach 15 Minuten wieder einsetzen.[1, 2]

Im Kühlschrank (2 bis 8 °C) lagern und die Flasche im Umkarton aufbewahren, um sie vor Licht zu schützen; nach dem Anbruch nicht über 25 °C lagern; die Flasche sollte 4 Wochen nach Anbruch entsorgt werden, auch wenn noch Lösung übrig ist. Anwendung vergessen: mit der üblichen Dosis zum normalen Zeitpunkt weitermachen, nicht die doppelte Menge anwenden.[1, 2]

Absetzen

Wollen Sie die Anwendung abbrechen, besprechen Sie das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation nimmt das braune Irispigment nach dem Absetzen nicht weiter zu; die Veränderungen an den Wimpern bilden sich nach dem Absetzen zurück.[1, 2]

Überdosierung

Sind zu viele Tropfen ins Auge gelangt, kann es zu leichten Reizungen kommen; die Augen können tränen und sich röten, was bald vorübergehen sollte. Wenn Sie besorgt sind, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wurde Latanoprost versehentlich verschluckt, wenden Sie sich so schnell wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; laut Fachinformation werden mehr als 90 Prozent bei der ersten Leberpassage abgebaut.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die Dosierung für Erwachsene und Kinder, die Fachinformation ergänzt Angaben zu Kindern und Jugendlichen [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Wenden Sie Latanoprost immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke an [1].

Einnahme und Absetzen

Waschen Sie sich die Hände und setzen oder stellen Sie sich bequem hin. Drehen Sie die Kappe ab, ziehen Sie das untere Augenlid vorsichtig mit dem Finger herunter und bringen Sie die Tropfspitze nahe an das Auge heran, ohne es zu berühren. Drücken Sie die Flasche vorsichtig, sodass nur ein Tropfen ins Auge fällt, und lassen Sie das Lid wieder los. Halten Sie danach 1 Minute lang einen Finger auf den nasenseitigen Augenwinkel, bei geschlossenem Auge. Das andere Auge behandeln Sie nur, wenn es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet hat [1].

Was bei einer vergessenen Anwendung zu tun ist, beschreibt die Packungsbeilage [1]. Lagern Sie die Flasche im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C und im Umkarton, um sie vor Licht zu schützen; nach dem Anbruch nicht über 25 °C. Laut Packungsbeilage sollte die Flasche 4 Wochen nach dem Anbruch entsorgt werden, auch wenn noch Lösung übrig ist [1]. Weitere Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente im Kühlschrank.

Wollen Sie die Anwendung abbrechen, besprechen Sie das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Laut Fachinformation nimmt das braune Irispigment nach dem Absetzen nicht weiter zu [2].

Präparate mit Latanoprost

Latanoprost-Augentropfen gibt es von mehreren Anbietern. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Latanoprost-ratiopharm 50 Mikrogramm/ml Augentropfen, Lösung [1, 2]. Für Präparate, die Latanoprost zusammen mit Timolol enthalten, gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Latanoprost
PräparatAnbieterHinweis
Latanoprost-ratiopharmratiopharm GmbHAugentropfen, Lösung mit 50 Mikrogramm/ml; mit Benzalkoniumchlorid; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Latanoprost-ratiopharm comp.ratiopharm GmbHAugentropfen mit Latanoprost und Timolol; verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage
XalatanViatrisAugentropfen mit 50 Mikrogramm/ml

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Latanoprost-ratiopharm 50 Mikrogramm/ml Augentropfen, Lösung. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Latanoprost-ratiopharm 50 Mikrogramm/ml Augentropfen, Lösung (Version 6). ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Latanoprost. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Verändert Latanoprost die Augenfarbe?

Das ist möglich und sehr häufig, betrifft also mehr als 1 von 10 Behandelten: Durch mehr braunen Farbstoff in der Iris kann sich die Augenfarbe zunehmend verändern, vor allem bei gemischtfarbigen Augen wie blau-, grau-, gelb- oder grün-braunen. Normalerweise zeigt sich das innerhalb von 8 Behandlungsmonaten. Die Veränderung kann dauerhaft sein und fällt stärker auf, wenn nur ein Auge behandelt wird. Laut Fachinformation entwickelten in einer Studie über 5 Jahre 33 Prozent der Patientinnen und Patienten eine Irispigmentierung; nach dem Absetzen nahm das braune Pigment nicht weiter zu.

Werden die Wimpern durch Latanoprost länger?

Sehr häufig können Wimpern und Flaumhaare am behandelten Auge dunkler, länger, dicker und zahlreicher werden; laut Packungsbeilage wurde das hauptsächlich bei Menschen japanischer Herkunft beobachtet. Selten wachsen Wimpern fehlgerichtet, oder es bildet sich eine zweite Wimpernreihe. Laut Fachinformation bilden sich die Veränderungen an den Wimpern nach dem Absetzen zurück.

Kann Latanoprost die Haut um die Augen dunkler machen?

Selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten, kommt es zu Hautreaktionen auf dem Augenlid und zu einer Dunkelfärbung der Lidhaut. Laut Fachinformation wurde eine Verfärbung der Haut um die Augen vorwiegend bei Menschen japanischer Herkunft beobachtet; nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen ist sie nicht dauerhaft und bildete sich in einigen Fällen auch unter fortgesetzter Behandlung zurück. Sehr selten können die Augen durch Veränderungen am Augenlid tiefliegend erscheinen.

Warum soll Latanoprost abends getropft werden?

Die Packungsbeilage sieht die Anwendung möglichst am Abend vor; laut Fachinformation wird dann eine optimale Wirkung erreicht. Wenden Sie Latanoprost nicht häufiger an als in der Packungsbeilage angegeben, denn laut Packungsbeilage kann sich die Wirksamkeit bei häufigerer Anwendung verringern. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosierung stehen im Abschnitt Dosierung.

Muss Latanoprost im Kühlschrank aufbewahrt werden?

Laut Packungsbeilage lagern Sie Latanoprost-ratiopharm im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C und bewahren die Flasche im Umkarton auf, um sie vor Licht zu schützen. Nach dem Anbruch lagern Sie die Flasche nicht über 25 °C; sie sollte 4 Wochen nach Anbruch entsorgt werden, auch wenn noch Lösung übrig ist.

Darf ich Latanoprost mit Kontaktlinsen anwenden?

Nehmen Sie die Kontaktlinsen vor dem Eintropfen heraus und setzen Sie sie erst nach 15 Minuten wieder ein. Das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und sie verfärben; es kann außerdem Reizungen am Auge hervorrufen, besonders bei trockenen Augen oder Erkrankungen der Hornhaut.

Darf ich Latanoprost in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?

Laut Packungsbeilage von Latanoprost-ratiopharm dürfen Sie es in Schwangerschaft und Stillzeit nicht anwenden. Das Beratungszentrum Embryotox schreibt, dass Latanoprost-Augentropfen, wenn es notwendig ist, in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden dürfen und in der Stillzeit angewendet werden können; als besser geeignete Alternative in der Schwangerschaft nennt es Timolol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann Latanoprost Asthma verschlechtern?

Asthma und Atemnot gehören zu den gelegentlichen Nebenwirkungen; selten verstärkt sich ein bestehendes Asthma. Laut Fachinformation liegen bei Menschen mit Asthma nur begrenzte Erfahrungen vor; sie sollten mit Vorsicht behandelt werden. Leiden Sie an schwerem oder nicht ausreichend behandeltem Asthma, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

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    Gentamicin-Augentropfen und -Augensalbe behandeln bakterielle Infektionen am Auge.

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    Ketotifen-Augentropfen lindern Augenbeschwerden bei Heuschnupfen.

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