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Timolol-Augentropfen: Nebenwirkungen und Wirkung

Timolol ist ein verschreibungspflichtiger Betablocker, der in Deutschland als Augentropfen gegen erhöhten Augeninnendruck und Grünen Star (Glaukom) angewendet wird. Weil Timolol vom Auge aus in den ganzen Körper gelangen kann, sind dieselben Nebenwirkungen möglich wie bei Betablockern zum Einnehmen, etwa ein verlangsamter Puls, Blutdruckabfall oder Atemnot. Bei Asthma, chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen, verlangsamtem Herzschlag oder nicht eingestellter Herzschwäche dürfen Sie Timolol nicht anwenden.

Mann Anfang siebzig mit weißem Haar sitzt entspannt mit geschlossenen Augen in einem Gartenstuhl und atmet ruhig durch
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Sehstörungen (Verschwommensehen)[1]
  • Häufig: Augenschmerzen, Reizung der Augen (z. B. Brennen, Stechen) und Augenbeschwerden[1]
  • Häufig: Vermehrte Blutansammlung im Auge[1]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Timolol eingesetzt?

Timolol ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Betablocker (Betarezeptorenblocker) [1, 3]. Laut Embryotox wird er in Deutschland in der Augenheilkunde als Augentropfen angewendet [2]; diese Seite behandelt deshalb Timolol-Augentropfen. Laut Packungsbeilage wird Timolol angewendet bei [1]:

  • erhöhtem Augeninnendruck [1],
  • Grünem Star (Glaukom), auch nach einer Linsenentfernung [1],
  • kindlichem Glaukom, wenn andere therapeutische Maßnahmen nicht ausreichen [1].

Mehr zur Erkrankung lesen Sie unter Grüner Star (Glaukom). Die Behandlung ist in der Regel eine Langzeittherapie; bei Kindern und Jugendlichen wird Timolol als Übergangstherapie angewendet [1]. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wie wirkt Timolol?

Laut Embryotox ist Timolol ein nicht selektiver Betablocker: Er hemmt die Beta-2-Rezeptoren im Ziliarkörper des Auges. Dadurch wird weniger Kammerwasser gebildet, und der Augeninnendruck sinkt. Nach der Anwendung am Auge sind Blutspiegel allenfalls im sehr niedrigen Bereich nachweisbar [2].

Trotzdem kann Timolol wie andere am Auge angewendete Medikamente in den gesamten Körper aufgenommen werden. Deshalb können bei Timolol-Augentropfen dieselben Nebenwirkungen auftreten wie bei Betablockern zum Einnehmen [1]. Bei einseitiger Anwendung kann Timolol auch den Druck im unbehandelten Auge senken. Bei Menschen mit stark pigmentierter Iris kann die Drucksenkung verzögert oder abgeschwächt eintreten. Nach dem Absetzen kann die Wirkung noch mehrere Tage anhalten, nach längerer Gabe noch 2 bis 4 Wochen [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen aus der Packungsbeilage von Timolol 0,5 % AT - 1 A Pharma, die bei der Anwendung timololhaltiger Augentropfen in klinischen Prüfungen auftraten oder seit der Markteinführung berichtet wurden. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Neben Beschwerden am Auge selbst nennt die Packungsbeilage Nebenwirkungen an Herz und Kreislauf, wie sie von Betablockern bekannt sind: gelegentlich einen verlangsamten oder unregelmäßigen Puls und Blutdruckabfall, selten einen Herzinfarkt und mit nicht bekannter Häufigkeit Herzstillstand, AV-Block, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen [1]. An den Atemwegen sind gelegentlich Asthma, Bronchitis und Atemnot möglich, selten eine COPD und Verkrampfungen der Bronchien [1]. Mehr dazu unter Verlangsamter Herzschlag, Niedriger Blutdruck und Atemnot.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • AugenSehstörungen (Verschwommensehen)[1]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenAugenschmerzen, Reizung der Augen (z. B. Brennen, Stechen) und Augenbeschwerden[1]
  • AugenVermehrte Blutansammlung im Auge[1]

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • NervensystemKopfschmerzen[1]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • AugenVerletzungen der Hornhaut, punktförmige Hornhautentzündung und Hornhautentzündung[1]
  • AugenEntzündung der Regenbogenhaut und der vorderen Augenkammer[1]
  • AugenBindehautentzündung und Lidrandentzündung[1]
  • AugenVerminderte Sehschärfe[1]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenLichtempfindlichkeit und Trockenheitsgefühl der Augen[1]
  • AugenVerstärkte Tränenbildung, Augenausfluss und Augenjucken[1]
  • AugenVerkrustung und Schwellung des Augenlids, vermehrte Blutansammlung in der Bindehaut[1]
  • HerzVerlangsamter oder unregelmäßiger Puls[1]Mehr dazu: Verlangsamter HerzschlagHerzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufBlutdruckabfall[1]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
  • AtemwegeAsthma, Bronchitis und Atemnot[1]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmGeschmacksstörungen[1]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1]Mehr dazu: Müdigkeit

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • AugenBei ausgeprägten Hornhautdefekten: Trübungen der Hornhaut durch die Bildung von Kalziumphosphat (berichtet bei phosphathaltigen Augentropfen)[1]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • ImmunsystemSystemischer Lupus erythematodes, eine schwere Autoimmunerkrankung unter anderem mit Fieber, Abgeschlagenheit, Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht, rheumaähnlichen Gelenkschmerzen und Hautausschlägen[1]
  • ImmunsystemSchwellung von Haut, Schleimhaut und angrenzenden Geweben, Überempfindlichkeit, Juckreiz und Überempfindlichkeit des Immunsystems[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenJuckreiz
  • Stoffwechsel und ErnährungVerdeckung von Anzeichen einer Unterzuckerung bei insulinabhängigen Diabetikern; Unterzuckerung[1]Mehr dazu: Unterzuckerung
  • PsycheSchlaflosigkeit, Gedächtnisverlust, Albträume und Halluzinationen[1]Mehr dazu: SchlafstörungenKonzentrations- und GedächtnisstörungenAlbträumePsychose und Halluzinationen
  • NervensystemSchlaganfall, Ohnmacht, Missempfindungen in Armen und Beinen und Schwindel[1]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlSchwindel
  • AugenHerabgesetzte Empfindlichkeit der Hornhaut, Herabhängen des Oberlids oder Aderhautabhebung nach fistulierenden Operationen[1]
  • Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1]Mehr dazu: Ohrgeräusche
  • HerzHerz-Kreislauf-Beschwerden, besonders bei herzkranken Menschen; Herzstillstand, AV-Block, Herzschwäche, Herzrhythmusstörung und Herzklopfen[1]Mehr dazu: HerzschwächeHerzrhythmusstörungenHerzrasen
  • Gefäße und KreislaufHinken und Durchblutungsstörungen in Händen und Füßen[1]
  • Magen und DarmErbrechen, Durchfall und Übelkeit[1]Mehr dazu: ErbrechenDurchfallÜbelkeit
  • HautNesselsucht, schuppenflechteähnlicher Hautausschlag oder Verschlechterung einer Schuppenflechte (Psoriasis), Ausschlag und Haarausfall[1]Mehr dazu: NesselsuchtSchuppenflechteHautausschlagHaarausfall
  • Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkerkrankung und Verstärkung der Beschwerden bei Myasthenia gravis, einer Form der Muskelschwäche[1]
  • Geschlechtsorgane und BrustSexualstörungen und vermindertes sexuelles Empfinden[1]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei Neugeborenen, Kleinkindern und Kindern soll Timolol mit größter Vorsicht angewendet werden; Patienten, insbesondere Neugeborene, sollen nach der ersten Dosis 1 bis 2 Stunden in medizinischen Räumlichkeiten streng überwacht werden [1]. Ein tragbarer Apnoe-Monitor kann bei Neugeborenen unter Timolol hilfreich sein; nähere Informationen gibt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ältere Frau ruht nach einem Spaziergang entspannt auf einer Parkbank im weichen Tageslicht
Bild: KI-generiert

Wirkungen im Körper verringern: Drücken Sie nach dem Eintropfen mit einem Finger so lange wie möglich, zum Beispiel 3 bis 5 Minuten, auf den Augenwinkel neben der Nase; das vermindert die Aufnahme von Timolol in den übrigen Körper und kann mögliche Wirkungen auf den Kreislauf verringern [1].

Herz, Kreislauf und Atmung: Haben Sie eine koronare Herzerkrankung, eine Herzschwäche, einen niedrigen Blutdruck oder eine leichte bis mittelschwere chronische Atemwegserkrankung, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor der ersten Anwendung [1]. Halten Sie die Termine zur Kontrolle von Augeninnendruck und Hornhaut besonders sorgfältig ein [1].

Brennen und Reizung: Das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann Reizungen am Auge hervorrufen, besonders bei trockenen Augen oder Erkrankungen der Hornhaut. Spüren Sie nach der Anwendung ein ungewöhnliches Gefühl, Brennen oder Schmerz im Auge, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Bemerken Sie andere Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder anwenden [1]. Nehmen Sie zusätzlich Betablocker ein, etwa Metoprolol oder Bisoprolol, können sich die Wirkungen am Auge und an Herz und Gefäßen gegenseitig verstärken; zwei Betablocker gleichzeitig am Auge werden nicht empfohlen [1]. Zusammen mit Mitteln gegen Bluthochdruck oder Herzerkrankungen, mit Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen wie Amiodaron oder mit Parasympathomimetika können Blutdrucksenkung und eine deutliche Pulsverlangsamung verstärkt auftreten [1]. Auch mit Chinidin und mit Mitteln gegen Depressionen wie Fluoxetin oder Paroxetin können Wechselwirkungen auftreten [1].

Wechselwirkungen von Timolol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Betablocker zum Einnehmen (z. B. gegen Bluthochdruck oder Erkrankungen der Herzkranzgefäße)Wechselseitige Wirkungsverstärkung am Auge (Drucksenkung) und im Herz- und Gefäßsystem möglich[1]Ärztin oder Arzt informieren
Ein zweiter Betablocker am Auge[1]Gleichzeitige Anwendung von zwei Betablockern am Auge wird nicht empfohlen
Mittel gegen Bluthochdruck oder Herzerkrankungen (z. B. Kalziumantagonisten, Digitalis, Betablocker), Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (einschließlich Amiodaron) und ParasympathomimetikaBlutdrucksenkung und deutliche Pulsverlangsamung können verstärkt auftreten[1]Ärztin oder Arzt informieren
Adrenalinhaltige AugentropfenErweiterung der Pupille möglich; die drucksenkende Wirkung von Timolol wird verstärkt[1]Ärztin oder Arzt informieren
Pilocarpinhaltige AugentropfenDie drucksenkende Wirkung von Timolol wird verstärkt[1]Ärztin oder Arzt informieren
Chinidin und Mittel gegen Depressionen wie Fluoxetin oder ParoxetinWechselwirkungen können auftreten[1]Ärztin oder Arzt informieren
Andere Augentropfen[1]Zwischen den Anwendungen mindestens 10 Minuten Abstand

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Timolol nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Timolol-Augentropfen dürfen Sie nicht anwenden bei Asthma (auch früherem), bei einer erhöhten Reaktionsbereitschaft der Atemwege und bei chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen wie der COPD. Ebenso ausgeschlossen sind ein verlangsamter Herzschlag, ein Herzblock 2. oder 3. Grades, eine medikamentös nicht eingestellte Herzschwäche und ein herzbedingter Schock [1]. Vorsicht gilt unter anderem bei Myasthenia gravis und bei einer Schilddrüsenüberfunktion, deren Anzeichen Timolol verschleiern kann [1]. Vor einer Operation informieren Sie die Narkoseärztin oder den Narkosearzt [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Timolol oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Erhöhte Reaktionsbereitschaft der Atemwege, bestehendes oder früheres Bronchialasthma, chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen[1]
  • Verlangsamter Herzschlag, Herzblock (AV-Block) 2. und 3. Grades, medikamentös nicht eingestellte Herzschwäche oder herzbedingter Schock[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Koronare Herzerkrankung, Herzschwäche oder niedriger Blutdruck[1]
  • Allergische Reaktionen in der Vorgeschichte, z. B. Asthma oder Heuschnupfen[1]
  • Schwere Durchblutungsstörungen in Armen, Beinen oder im Gehirn[1]
  • Leichte bis mittelschwere chronische Atemwegserkrankungen[1]
  • Bestehende Zuckerkrankheit (Diabetes): Bei insulinabhängigen Diabetikern können Anzeichen einer Unterzuckerung verdeckt werden[1]
  • Vorerkrankungen am Auge (Hornhauterkrankungen); Termine zur Kontrolle von Augeninnendruck und Hornhaut besonders sorgfältig einhalten[1]
  • Einnahme von Betablockern gegen zu hohen Blutdruck, z. B. Metoprolol oder Bisoprolol[1]
  • Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1]
  • Überfunktion der Schilddrüse: Timolol kann deren Anzeichen und Symptome verschleiern[1]
  • Geplante Operation: die Narkoseärztin oder den Narkosearzt über die Anwendung informieren[1]
  • Kinder und Jugendliche: Anwendung generell vorsichtig, bei Neugeborenen, Kleinkindern und Kindern mit größter Vorsicht; vorher ist eine ausführliche medizinische Untersuchung nötig[1]
  • Kontaktlinsen: Benzalkoniumchlorid kann von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und sie verfärben, Linsen vor der Anwendung herausnehmen und erst nach 15 Minuten wieder einsetzen; es kann außerdem Reizungen am Auge hervorrufen, besonders bei trockenen Augen oder Hornhauterkrankungen[1]
  • Schwere Schädigung der Hornhaut: Die enthaltenen Phosphate können in sehr seltenen Fällen Trübungen der Hornhaut durch Kalkablagerungen verursachen[1]
  • Stark pigmentierte Iris: Die Drucksenkung kann verzögert oder abgeschwächt eintreten[1]
  • Doping: Die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was die Packungsbeilage und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alkohol, Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 4]. Laut Packungsbeilage soll Timolol in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es ausdrücklich für erforderlich hält, und in der Stillzeit nicht [1]. Laut Embryotox dürfen Timolol-Augentropfen, wenn es notwendig ist, in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden und können in der Stillzeit angewendet werden; Embryotox nennt Timolol auf seiner Seite zum Glaukom das Glaukommittel der ersten Wahl für Schwangere [2, 4]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente und Alkohol.

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage liegen keine ausreichenden Erfahrungen zur Anwendung in der Schwangerschaft vor; Timolol AT - 1 A Pharma soll daher nur angewendet werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es ausdrücklich für erforderlich hält.[1]

Embryotox: Timolol-Augentropfen dürfen, wenn es notwendig ist, in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden; bisherige Erfahrungen lassen kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erkennen, größere Untersuchungen liegen aber nicht vor. Auf seiner Seite zum Glaukom nennt Embryotox Timolol das Glaukommittel der ersten Wahl für Schwangere. Geburtshelfer und Kinderärzte sollten über die Behandlung der Mutter informiert sein. Die Aufnahme in den Körper sollte durch Verschließen des Tränenkanals und Schließen der Augenlider für wenige Minuten verringert werden.[2, 4]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage sollen Sie Timolol AT - 1 A Pharma nicht anwenden, wenn Sie stillen; Timolol kann in die Muttermilch gelangen. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.[1]

Embryotox: Timolol-Augentropfen können in der Stillzeit angewendet werden; Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen wurden bisher nicht beschrieben. Die Aufnahme in den Körper sollte durch Verschließen des Tränenkanals und Schließen der Augenlider für wenige Minuten verringert werden.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Laut Packungsbeilage ist die Beeinträchtigung von Sehleistung und Reaktionsvermögen zusammen mit Alkohol stärker.[1]

Autofahren und Maschinen

Laut Packungsbeilage beeinflusst Timolol AT - 1 A Pharma auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch Sehleistung und Reaktionsvermögen so weit, dass Ihre Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen und zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist. Es können Sehstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl und Übelkeit auftreten; sehr selten wurde über Doppeltsehen und ein herabhängendes Augenlid berichtet.[1]

Einnahme

Hände waschen und die Flasche nicht verwenden, wenn der Originalverschluss vor der ersten Anwendung aufgebrochen ist. Kopf nach hinten beugen, das Unterlid leicht herabziehen und durch sanften Druck auf den Flaschenboden einen Tropfen in die Tasche zwischen Lid und Auge geben; die Tropferspitze darf Auge und Umgebung nicht berühren. Danach mit einem Finger so lange wie möglich (z. B. 3 bis 5 Minuten) auf den Augenwinkel neben der Nase drücken, das vermindert die Aufnahme in den übrigen Körper. Bei weiteren Augentropfen mindestens 10 Minuten Abstand.[1]

Anwendung vergessen: nicht die doppelte Dosis anwenden, sondern wie in der Dosierungsanleitung beschrieben weitermachen. Nicht über 25 °C lagern; nach dem Anbruch 28 Tage verwendbar.[1]

Absetzen

Die Behandlung ist in der Regel eine Langzeittherapie; eine Unterbrechung oder Änderung der Dosierung darf nur auf ärztliche Anweisung erfolgen. Ein erhöhter Augeninnendruck kann lange ohne erkennbare Beschwerden bestehen und das Auge trotzdem dauerhaft schädigen; eine regelmäßige Behandlung ist deshalb wichtig für den Erhalt des Sehvermögens.[1]

Überdosierung

Gefahren für das Auge durch eine Überdosierung sind nicht bekannt. Bei starker oder häufiger Überdosierung können allgemeine Beschwerden an Herz und Kreislauf, Atmung und Zentralnervensystem verstärkt auftreten; dann sollte unverzüglich eine Ärztin oder ein Arzt gerufen werden.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt, wie oft Erwachsene zu Beginn tropfen und wann die Ärztin oder der Arzt die Häufigkeit verringern kann; für Kinder und Jugendliche beschreibt sie ein eigenes Vorgehen [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Eine Unterbrechung oder Änderung der Dosierung darf nur auf ärztliche Anweisung erfolgen [1].

Einnahme und Absetzen

Waschen Sie sich vor dem Eintropfen die Hände. Verwenden Sie die Flasche nicht, wenn der Originalverschluss vor der ersten Anwendung aufgebrochen ist. Halten Sie die Flasche mit der Spitze nach unten, beugen Sie den Kopf nach hinten und ziehen Sie das Unterlid leicht herab, damit sich zwischen Lid und Auge eine Tasche bildet. Ein sanfter Druck auf den Flaschenboden löst jeweils einen Tropfen. Lassen Sie die Tropferspitze nicht mit dem Auge oder seiner Umgebung in Berührung kommen: Sie kann mit Bakterien verunreinigt werden, was zu Augeninfektionen und schweren Augenschäden führen kann [1]. Wenden Sie weitere Augentropfen an, halten Sie mindestens 10 Minuten Abstand [1].

Haben Sie eine Anwendung vergessen, wenden Sie nicht die doppelte Dosis an, sondern machen Sie wie vorgesehen weiter [1]. Nach dem Anbruch ist die Flasche 28 Tage verwendbar [1]. Ein erhöhter Augeninnendruck kann lange ohne erkennbare Beschwerden bestehen und das Auge trotzdem dauerhaft schädigen; eine regelmäßige Behandlung ist deshalb wichtig für den Erhalt Ihres Sehvermögens [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen.

Präparate mit Timolol

Timolol-Augentropfen gibt es von mehreren Herstellern, mit und ohne Konservierungsmittel und in verschiedenen Konzentrationen. Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Timolol 0,5 % AT - 1 A Pharma [1]. Für Präparate, die Timolol zusammen mit einem weiteren Wirkstoff enthalten, etwa mit Dorzolamid, Latanoprost oder Bimatoprost, gelten eigene Packungsbeilagen; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Timolol
PräparatAnbieterHinweis
Timolol 0,5 % AT - 1 A Pharma1 A Pharma GmbHAugentropfen mit 5 mg/ml, mit Benzalkoniumchlorid; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Timolol 0,25 % AT - 1 A Pharma1 A Pharma GmbHAugentropfen mit niedrigerer Konzentration; eigene Packungsbeilage
Timo-COMODURSAPHARM Arzneimittel GmbHAugentropfen mit 0,1 %, 0,25 % oder 0,5 %, ohne Konservierungsmittel; eigene Packungsbeilage
TimoEDODr. Gerhard Mann chem.-pharm. Fabrik GmbHAugentropfen in Einzeldosisbehältnissen; eigene Packungsbeilage
Tim-OphtalDr. Robert Winzer Pharma GmbHAugentropfen; eigene Packungsbeilage

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Timolol 0,5% AT - 1 A Pharma 5 mg/ml Augentropfen, Lösung. 1 A Pharma GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 11.10.2026
  2. Embryotox Embryotox: Timolol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  3. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Timolol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  4. Embryotox Embryotox: Glaukom. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Kann Timolol als Augentropfen auf Herz und Lunge wirken?

Ja. Wie andere am Auge angewendete Medikamente kann Timolol in den gesamten Körper aufgenommen werden; deshalb können dieselben Nebenwirkungen auftreten wie bei Betablockern zum Einnehmen. Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, kommt es zu verlangsamtem oder unregelmäßigem Puls, Blutdruckabfall, Asthma, Bronchitis und Atemnot. Drücken Sie nach dem Eintropfen so lange wie möglich, zum Beispiel 3 bis 5 Minuten, auf den Augenwinkel neben der Nase; das vermindert die Aufnahme in den übrigen Körper.

Darf ich Timolol bei Asthma anwenden?

Nein. Bei erhöhter Reaktionsbereitschaft der Atemwege, bestehendem oder früherem Bronchialasthma und chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen dürfen Sie Timolol-Augentropfen laut Packungsbeilage nicht anwenden. Bei leichten bis mittelschweren chronischen Atemwegserkrankungen oder allergischen Reaktionen wie Heuschnupfen in der Vorgeschichte informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor der ersten Anwendung.

Darf ich Timolol-Augentropfen nehmen, wenn ich Betablocker-Tabletten einnehme?

Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei gleichzeitiger Einnahme von Betablockern, etwa Metoprolol oder Bisoprolol, ist eine wechselseitige Wirkungsverstärkung sowohl am Auge als auch an Herz und Gefäßen möglich. Zwei Betablocker gleichzeitig am Auge anzuwenden, wird nicht empfohlen.

Kann Timolol bei Diabetes eine Unterzuckerung verschleiern?

Ja, das ist möglich. Laut Packungsbeilage können Anzeichen einer Unterzuckerung bei insulinabhängigen Diabetikern verdeckt werden; auch Unterzuckerungen selbst sind als Nebenwirkung genannt, ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Haben Sie Diabetes, informieren Sie vor der ersten Anwendung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf ich mit Timolol-Augentropfen Auto fahren?

Laut Packungsbeilage beeinflusst Timolol auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch Sehleistung und Reaktionsvermögen so weit, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen und zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol. Möglich sind Sehstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl und Übelkeit. Klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, was das für Sie bedeutet.

Darf ich Timolol in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden?

Laut Packungsbeilage soll Timolol in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es ausdrücklich für erforderlich hält, und in der Stillzeit nicht. Das Beratungszentrum Embryotox schreibt, dass Timolol-Augentropfen, wenn es notwendig ist, in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden dürfen und in der Stillzeit angewendet werden können, und nennt Timolol das Glaukommittel der ersten Wahl für Schwangere. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie lange wirkt Timolol nach dem Absetzen nach?

Laut Packungsbeilage kann die Wirkung auf den Augeninnendruck nach dem Absetzen noch mehrere Tage anhalten, nach längerer Gabe noch 2 bis 4 Wochen. Die Behandlung ist in der Regel eine Langzeittherapie; unterbrechen Sie sie nur auf ärztliche Anweisung, denn ein erhöhter Augeninnendruck kann das Auge auch ohne Beschwerden dauerhaft schädigen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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  • Werkzeuge Reise-Checkliste Medikamente

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