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Bimatoprost: Nebenwirkungen und Wirkung
Bimatoprost ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff in Augentropfen, enthalten etwa in LUMIGAN. Er erhöht den Abfluss von Flüssigkeit aus dem Auge und senkt so bei Erwachsenen den erhöhten Augeninnendruck bei chronischem Offenwinkelglaukom und okulärer Hypertension. Sehr häufig sind längere Wimpern, gerötete und juckende Augen sowie Fettverlust um das Auge; dunklere Wimpern, Lidhaut und Iris sind häufig, und manche dieser Veränderungen können bleiben.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Längere Wimpern (Wimpernwachstum)[1, 2]
- Sehr häufig: Leichte Rötung der Augen (Bindehauthyperämie)[1, 2]
- Sehr häufig: Jucken der Augen[1, 2]
- Sehr häufig: Fettverlust in der Augenregion (Prostaglandinanaloga-assoziierte Periorbitopathie): Die Augenlidfurche vertieft sich, das Auge erscheint eingesunken (Enophthalmus), das obere Augenlid hängt herab (Ptosis), die Haut um das Auge wird straffer und der untere weiße Teil des Auges ist deutlicher sichtbar[1, 2]
- Häufig: Allergische Reaktion im Auge (allergische Konjunktivitis)[1, 2]
- Häufig: Müde Augen (Asthenopie)[1, 2]
- Häufig: Lichtempfindlichkeit der Augen (Photophobie)[1, 2]
- Häufig: Dunkelfärbung der Haut um das Auge (Pigmentierung der periokulären Haut)[1, 2]
- Häufig: Dunkelfärbung der Wimpern[1, 2]
- Häufig: Dunkelfärbung der Iris (verstärkte Irispigmentierung)[1, 2]
- Häufig: Augenschmerzen, Reizung und Brennen der Augen[1, 2]
- Häufig: Fremdkörpergefühl im Auge[1, 2]
- Häufig: Verklebte Augen (Augenfluss) und Tränen der Augen[1, 2]
- Häufig: Trockenheit der Augen[1, 2]
- Häufig: Schwierigkeiten, klar zu sehen, Verschlechterung der Sehfähigkeit und verschwommenes Sehen[1, 2]
- Häufig: Entzündete, gerötete und juckende Augenlider (Blepharitis, Erythem und Juckreiz des Augenlids)[1, 2]
- Häufig: Schwellung der durchsichtigen Schicht auf der Augenoberfläche (Bindehautödem)[1, 2]
- Häufig: Feine Risse in der Augenoberfläche, mit oder ohne Entzündung (Keratitis punctata superficialis, Hornhauterosion)[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Bluttestwerte, die die Funktion der Leber zeigen (Leberfunktionstest anomal)[1, 2]
- Häufig: Erhöhter Blutdruck (Hypertension)[1, 2]
Wofür wird Bimatoprost eingesetzt?
Bimatoprost ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff in Augentropfen, enthalten etwa in LUMIGAN [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird er zur Senkung eines erhöhten Augeninnendrucks eingesetzt, allein oder zusammen mit anderen Augentropfen aus der Gruppe der Betablocker. Wird ein erhöhter Druck nicht gesenkt, könnte das zu einem Glaukom (Grüner Star) führen, das das Sehvermögen gefährden kann [1]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie unter Grüner Star (Glaukom).
Die Fachinformation nennt als Anwendungsgebiet die Senkung des erhöhten Augeninnendrucks bei chronischem Offenwinkelglaukom und okulärer Hypertension bei Erwachsenen, als alleinige Behandlung oder zusätzlich zu einem Betablocker [2]. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde LUMIGAN nicht geprüft und sollte bei ihnen nicht angewendet werden [1]. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
LUMIGAN gibt es in den Stärken 0,3 mg/ml und 0,1 mg/ml, die Stärke 0,3 mg/ml auch im Einzeldosisbehältnis ohne Konservierungsmittel. Grundlage dieser Seite ist LUMIGAN 0,3 mg/ml in der Flasche; für die anderen Darreichungen gelten eigene Packungsbeilagen mit teils anderen Häufigkeiten [1, 2].
Wie wirkt Bimatoprost?
Im Auge wird ständig eine klare, wässrige Flüssigkeit gebildet und wieder abgeleitet. Kann sie nicht schnell genug abfließen, steigt der Druck im Auge. Bimatoprost sorgt dafür, dass mehr Flüssigkeit abgeleitet wird; dadurch sinkt der Augeninnendruck [1]. Laut Fachinformation verstärkt es den Abfluss des Kammerwassers über das Trabekelwerk und erhöht den sogenannten uveoskleralen Abfluss [2].
Die Packungsbeilage ordnet Bimatoprost den Prostamiden zu [1]. Laut Fachinformation ähnelt es in seiner Struktur dem Prostaglandin F2α, wirkt aber nicht über die bekannten Prostaglandinrezeptoren; in der Fachinformation wird es zu den Prostaglandin-Analoga gezählt [2]. Die Senkung des Augeninnendrucks beginnt etwa vier Stunden nach der ersten Anwendung, ist nach etwa 8 bis 12 Stunden am stärksten und hält mindestens 24 Stunden an. Ins Blut gelangt nach der Anwendung am Auge nur sehr wenig Bimatoprost, und es reichert sich dort nicht an [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation von LUMIGAN 0,3 mg/ml. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
In den zusammengefassten Studien mit LUMIGAN 0,3 mg/ml waren im ersten Jahr Wimpernwachstum (bei bis zu 45 Prozent), eine meist geringgradige bis leichte Rötung der Bindehaut (bis zu 44 Prozent) und Augenjucken (bis zu 14 Prozent) die am häufigsten berichteten Ereignisse; neue Fälle wurden in den Folgejahren seltener. Weniger als 9 Prozent brachen die Behandlung im ersten Jahr wegen eines unerwünschten Ereignisses ab [2]. Laut Fachinformation betrafen die Nebenwirkungen meistens das Auge und waren leicht bis mäßig ausgeprägt [2].
Prostaglandin-Analoga wie Bimatoprost können zu einem Fettverlust rund um das Auge führen (laut Fachinformation periorbitale Lipodystrophie). Die Lidfurche kann sich vertiefen, das Auge eingesunken erscheinen, das obere Lid herabhängen und der weiße Teil des Auges oberhalb des Unterlids sichtbar werden. Diese Veränderungen können schon einen Monat nach Behandlungsbeginn auftreten und möglicherweise das Blickfeld einschränken, selbst wenn Betroffene es nicht bemerken; laut Fachinformation bildeten sie sich nach dem Absetzen oder einer Umstellung teilweise oder vollständig zurück [1, 2]. Mehr zu Hautverfärbungen lesen Sie unter Pigmentstörungen der Haut.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- AugenLängere Wimpern (Wimpernwachstum)[1, 2]
- AugenLeichte Rötung der Augen (Bindehauthyperämie)[1, 2]
- AugenJucken der Augen[1, 2]
- AugenFettverlust in der Augenregion (Prostaglandinanaloga-assoziierte Periorbitopathie): Die Augenlidfurche vertieft sich, das Auge erscheint eingesunken (Enophthalmus), das obere Augenlid hängt herab (Ptosis), die Haut um das Auge wird straffer und der untere weiße Teil des Auges ist deutlicher sichtbar[1, 2]
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- AugenAllergische Reaktion im Auge (allergische Konjunktivitis)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- AugenMüde Augen (Asthenopie)[1, 2]
- AugenLichtempfindlichkeit der Augen (Photophobie)[1, 2]
- HautDunkelfärbung der Haut um das Auge (Pigmentierung der periokulären Haut)[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
- AugenDunkelfärbung der Wimpern[1, 2]
- AugenDunkelfärbung der Iris (verstärkte Irispigmentierung)[1, 2]
- AugenAugenschmerzen, Reizung und Brennen der Augen[1, 2]
- AugenFremdkörpergefühl im Auge[1, 2]
- AugenVerklebte Augen (Augenfluss) und Tränen der Augen[1, 2]
- AugenTrockenheit der Augen[1, 2]
- AugenSchwierigkeiten, klar zu sehen, Verschlechterung der Sehfähigkeit und verschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenEntzündete, gerötete und juckende Augenlider (Blepharitis, Erythem und Juckreiz des Augenlids)[1, 2]
- AugenSchwellung der durchsichtigen Schicht auf der Augenoberfläche (Bindehautödem)[1, 2]
- AugenFeine Risse in der Augenoberfläche, mit oder ohne Entzündung (Keratitis punctata superficialis, Hornhauterosion)[1, 2]
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Bluttestwerte, die die Funktion der Leber zeigen (Leberfunktionstest anomal)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Gefäße und KreislaufErhöhter Blutdruck (Hypertension)[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- AugenSchwellung der Netzhaut, die zu einer Verschlechterung der Sehfähigkeit führt (zystisches Makulaödem)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenEntzündung im Auge (Uveitis, Iritis)[1, 2]
- AugenNetzhautblutung[1, 2]
- AugenGeschwollene Augenlider (Augenlidödem)[1, 2]
- AugenAugenlidzucken (Blepharospasmus)[1, 2]
- AugenSchrumpfung des Augenlids, das sich von der Augenoberfläche weg bewegt (Augenlidretraktion)[1, 2]
- AugenRötung der Haut um das Auge (periorbitales Erythem)[1, 2]
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- NervensystemSchwindel (Schwindelgefühl)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Allgemeine BeschwerdenSchwäche (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
- HautHaarwachstum in der Augengegend (Hirsutismus)[1, 2]
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- AugenAugenbeschwerden[1, 2]
- AtemwegeAsthma, Verschlechterung von Asthma oder einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und Kurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- ImmunsystemSymptome einer allergischen Reaktion (Schwellung, Augenrötung und Hautausschlag), laut Fachinformation einschließlich Augenallergie und allergischer Dermatitis[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlag
- HautHautverfärbung in der Augenumgebung[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, kann eine Schwellung der Netzhaut auftreten, die zu einer Verschlechterung der Sehfähigkeit führt (zystisches Makulaödem) [1]. Laut Fachinformation sollte LUMIGAN deshalb bei bekannten Risikofaktoren für ein Makulaödem nur mit Vorsicht angewendet werden [2]. Bemerken Sie, dass Sie schlechter sehen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Mehr dazu unter Sehstörungen.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Veränderungen an Wimpern, Lidhaut und Iris: Längere und dunklere Wimpern, eine dunklere Haut um das Auge und eine dunklere Iris können bleiben und stärker auffallen, wenn nur ein Auge behandelt wird [1]. Wenn LUMIGAN-Lösung wiederholt mit der Haut in Kontakt kommt, kann dort Haarwachstum auftreten; wischen Sie deshalb an der Wange herablaufende Flüssigkeit ab und wenden Sie das Mittel nur so an wie vorgesehen [1, 2].
Rötung, Brennen, Reizung: Das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann Reizungen am Auge hervorrufen, besonders bei trockenen Augen oder Erkrankungen der Hornhaut. Spüren Sie nach der Anwendung ein ungewöhnliches Gefühl, Brennen oder Schmerz im Auge, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr zu trockenen Augen unter Trockene Augen.
Verschwommenes Sehen: Kurz nach dem Eintropfen sehen Sie möglicherweise verschwommen. Setzen Sie sich erst ans Steuer und bedienen Sie erst Maschinen, wenn Sie wieder klar sehen [1]. Bemerken Sie andere Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Studien zu Wechselwirkungen wurden nicht durchgeführt; laut Fachinformation sind Wechselwirkungen beim Menschen nicht zu erwarten, weil die Blutspiegel nach der Anwendung am Auge extrem niedrig sind [2]. Werden zwei Prostaglandin-Analoga kombiniert, kann die drucksenkende Wirkung nachlassen; der Augeninnendruck muss dann überwacht werden [2]. Zusammen mit Betablocker-Augentropfen fanden sich in Studien keine Anzeichen von Wechselwirkungen [2]. Wenden Sie ein weiteres Augenmedikament an, warten Sie nach LUMIGAN mindestens 5 Minuten [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Augenmedikamente | Studien zu Wechselwirkungen wurden nicht durchgeführt; laut Fachinformation sind Wechselwirkungen beim Menschen wegen der extrem niedrigen Blutspiegel nicht zu erwarten; die gleichzeitige Anwendung mit anderen Glaukommitteln als Betablocker-Augentropfen wurde als Zusatzbehandlung nicht untersucht[1, 2] | Nach LUMIGAN mindestens 5 Minuten bis zum zweiten Augenmedikament warten |
| Andere Prostaglandin-Analoga | Die augeninnendrucksenkende Wirkung kann vermindert werden[2] | Laut Fachinformation Augeninnendruck überwachen |
| Betablocker-Augentropfen | In klinischen Studien keine Anzeichen von Wechselwirkungen[2] | Gemeinsame Anwendung ist ein vorgesehenes Anwendungsgebiet |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Bimatoprost nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Mussten Sie eine frühere Behandlung mit Augentropfen wegen einer Nebenwirkung des Konservierungsmittels Benzalkoniumchlorid abbrechen, dürfen Sie LUMIGAN nicht anwenden [1]. Haben Sie Asthma, eine COPD, einen niedrigen Blutdruck oder einen langsamen Puls, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Laut Fachinformation gab es Berichte über eine Verschlechterung von Atemwegserkrankungen sowie eine begrenzte Zahl von Berichten über verlangsamten Herzschlag oder niedrigen Blutdruck [1, 2]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Atemprobleme; laut Fachinformation gab es nach der Markteinführung Berichte über Asthma und über eine Verschlechterung von Asthma, Atemnot oder COPD, Menschen mit eingeschränkter Atemfunktion sollten mit Vorsicht behandelt werden[1, 2]
- Leber- oder Nierenerkrankung; laut Fachinformation bei eingeschränkter Nieren- oder mäßig bis schwer eingeschränkter Leberfunktion nicht untersucht und nur mit Vorsicht anzuwenden[1, 2]
- Frühere Kataraktoperation; laut Fachinformation Vorsicht bei Risikofaktoren für ein Makulaödem, etwa bei aphaken Patienten oder pseudophaken Patienten mit Ruptur des hinteren Kapselsacks[1, 2]
- Augentrockenheit oder Probleme mit der Hornhaut: Benzalkoniumchlorid kann Reizungen am Auge hervorrufen; laut Fachinformation ist bei häufiger oder langfristiger Anwendung eine Überwachung angezeigt[1, 2]
- Kontaktlinsen: Benzalkoniumchlorid kann von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und sie verfärben, Linsen vor dem Eintropfen herausnehmen und erst nach 15 Minuten wieder einsetzen[1, 2]
- Niedriger Blutdruck oder niedrige Herzfrequenz, jetzt oder früher; laut Fachinformation gab es eine begrenzte Zahl von Spontanberichten über verlangsamten Herzschlag oder niedrigen Blutdruck[1, 2]
- Frühere Virusinfektion oder Entzündung des Auges; laut Fachinformation gab es seltene Berichte über ein Wiederaufflammen früherer Hornhautinfiltrate oder Augeninfektionen, Vorsicht bei erheblichen Virusinfektionen des Auges (z. B. Herpes simplex) oder einer Uveitis/Iritis in der Vorgeschichte[1, 2]
- Veränderungen am Auge, die bleibend sein können: dunklere und längere Wimpern, dunklere Haut um das Augenlid, dunklere Iris; Fettverlust rund um das Auge kann bei starker Ausprägung das Blickfeld einschränken. Wird nur ein Auge behandelt, können die Veränderungen deutlicher sichtbar werden[1, 2]
- Haarwachstum ist möglich, wo die Lösung wiederholt mit der Haut in Kontakt kommt, an der Wange herablaufende Flüssigkeit abwischen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nicht geprüft, LUMIGAN sollte nicht angewendet werden[1, 2]
- Laut Fachinformation nicht untersucht bei entzündlichen Augenerkrankungen, neovaskulärem oder entzündlich bedingtem Glaukom, Winkelblockglaukom, angeborenem Glaukom und Engwinkelglaukom[2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft, Stillzeit, Verkehrstüchtigkeit und Anwendung sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis. Laut Embryotox ist Timolol das Glaukommittel der ersten Wahl für Schwangere; Prostaglandin-Analoga wie Latanoprost dürfen laut Embryotox auch in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Laut Fachinformation liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren vor; im Tierversuch zeigte sich bei hohen, für das Muttertier giftigen Dosen eine schädliche Wirkung auf die Fortpflanzung. LUMIGAN sollte in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden. Die Packungsbeilage rät, vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke zu fragen.[1, 2]
Embryotox nennt auf seiner Seite zum Glaukom Timolol das Glaukommittel der ersten Wahl für Schwangere; Prostaglandin-Analoga wie Latanoprost dürfen laut Embryotox auch in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Packungsbeilage kann LUMIGAN in die Muttermilch gelangen; während der Anwendung sollten Sie daher nicht stillen. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Bimatoprost beim Menschen in die Muttermilch übergeht; im Tierversuch ging es in die Milch über.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Für kurze Zeit nach der Anwendung sehen Sie möglicherweise verschwommen. Setzen Sie sich erst ans Steuer und bedienen Sie erst Maschinen, wenn Sie wieder klar sehen.[1, 2]
Einnahme
Nur am Auge anwenden. Hände waschen, den Kopf in den Nacken legen und nach oben sehen, das Unterlid vorsichtig nach unten ziehen und einen Tropfen in die entstandene Tasche fallen lassen; dann das Unterlid loslassen und das Auge 30 Sekunden geschlossen halten. An der Wange herablaufende Flüssigkeit abwischen. Die Tropferspitze darf weder das Auge noch andere Oberflächen berühren. Gelangt ein Tropfen nicht ins Auge, erneut versuchen.[1]
Anwendung vergessen: einen Tropfen eintropfen, sobald Sie es bemerken, und dann wie geplant weitermachen; nicht die doppelte Menge anwenden. Spätestens vier Wochen nach dem Anbrechen den Rest verwerfen und das Anbruchdatum auf dem Umkarton notieren.[1]
Absetzen
LUMIGAN sollte täglich angewendet werden, damit es richtig wirken kann. Brechen Sie die Anwendung ab, könnte sich der Druck in Ihrem Auge erhöhen, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation bildeten sich die Veränderungen rund um das Auge nach dem Absetzen oder einer Umstellung teilweise oder vollständig zurück; die verstärkte Färbung der Iris ist wahrscheinlich bleibend.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie zu viel angewendet, ist es laut Packungsbeilage unwahrscheinlich, dass ernsthafte Probleme entstehen; führen Sie die nächste Anwendung zum vorgesehenen Zeitpunkt durch und sprechen Sie bei Bedenken mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Laut Fachinformation wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt, wie oft und zu welcher Tageszeit LUMIGAN eingetropft wird; die Fachinformation ergänzt Hinweise zu eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Behandlung für Sie gilt, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
LUMIGAN darf nur am Auge angewendet werden. Verwenden Sie die Flasche nicht, wenn das Schutzsiegel am Flaschenhals vor dem ersten Anbrechen beschädigt ist. Waschen Sie sich die Hände, legen Sie den Kopf in den Nacken und sehen Sie nach oben. Ziehen Sie das Unterlid vorsichtig nach unten, bis sich eine kleine Tasche bildet, und lassen Sie einen Tropfen hineinfallen. Lassen Sie das Unterlid los und halten Sie das Auge 30 Sekunden lang geschlossen. Berühren Sie mit der Tropferspitze weder das Auge noch andere Oberflächen, um Infektionen und Verletzungen zu vermeiden [1].
Haben Sie eine Anwendung vergessen, tropfen Sie einen Tropfen ein, sobald Sie es bemerken, und machen dann wie geplant weiter; wenden Sie nicht die doppelte Menge an [1]. LUMIGAN sollte täglich angewendet werden, damit es richtig wirken kann. Brechen Sie die Anwendung ab, könnte sich der Druck in Ihrem Auge erhöhen; sprechen Sie deshalb vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen.
Präparate mit Bimatoprost
Grundlage dieser Seite ist die Produktinformation von LUMIGAN, das über die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen ist [1, 2]. Bimatoprost-Augentropfen gibt es auch von anderen Anbietern; maßgeblich ist jeweils die Packungsbeilage Ihres Präparats. Für Präparate, die Bimatoprost zusammen mit einem weiteren Wirkstoff enthalten, gelten eigene Packungsbeilagen.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| LUMIGAN | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG | Augentropfen mit 0,3 mg/ml (Grundlage dieser Seite) oder 0,1 mg/ml, mit Benzalkoniumchlorid; 0,3 mg/ml auch im Einzeldosisbehältnis ohne Konservierungsmittel; verschreibungspflichtig |
| Bimatoprost - 1 A Pharma | 1 A Pharma GmbH | Augentropfen mit 0,3 mg/ml, auch im Einzeldosisbehältnis; verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation LUMIGAN (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage LUMIGAN 0,3 mg/ml Augentropfen, Lösung. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2024. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation LUMIGAN (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels LUMIGAN 0,3 mg/ml (Fachinformation), und Anhang II. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glaukom. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Werden die Wimpern durch Bimatoprost länger?
Ja, das ist sehr häufig: Längere Wimpern betreffen laut Packungsbeilage von LUMIGAN 0,3 mg/ml bis zu 45 Prozent der Anwenderinnen und Anwender. Laut Fachinformation nahm die Zahl neuer Fälle im zweiten Jahr auf 7 Prozent und im dritten auf 2 Prozent ab. Häufig werden die Wimpern auch dunkler. Diese Veränderungen können bleibend sein und stärker auffallen, wenn nur ein Auge behandelt wird. Das Anwendungsgebiet laut Fachinformation ist die Senkung des erhöhten Augeninnendrucks.
Kann Bimatoprost die Augenfarbe verändern?
Ja. Eine Dunkelfärbung der Iris gehört zu den häufigen Nebenwirkungen, betrifft also bis zu 1 von 10 Behandelten. Laut Fachinformation ist die verstärkte Färbung wahrscheinlich bleibend und wird möglicherweise erst nach Monaten oder Jahren sichtbar; nach 12 Monaten trat sie bei 1,5 Prozent der Behandelten auf und nahm nach drei Jahren nicht zu.
Warum wirken die Augen unter Bimatoprost eingesunken?
Sehr häufig kommt es zu einem Fettverlust in der Augenregion: Die Lidfurche vertieft sich, das Auge wirkt eingesunken, das obere Lid hängt herab und die Haut um das Auge wird straffer. Laut Packungsbeilage sind die Veränderungen in der Regel leicht, können bei starker Ausprägung aber das Blickfeld einschränken; sie können verschwinden, wenn LUMIGAN abgesetzt wird. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an, setzen Sie das Mittel aber nicht eigenmächtig ab.
Warum soll Bimatoprost nur einmal am Tag angewendet werden?
Laut Packungsbeilage kann die Wirksamkeit der Behandlung nachlassen, wenn Sie es häufiger anwenden. Die Fachinformation beschreibt, dass eine häufigere Anwendung die augeninnendrucksenkende Wirkung vermindern kann. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosierung stehen im Abschnitt Dosierung.
Darf ich Bimatoprost mit Kontaktlinsen anwenden?
Nicht, während Sie die Linsen tragen. LUMIGAN enthält das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid, das von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und sie verfärben kann. Nehmen Sie die Linsen vor dem Eintropfen heraus und setzen Sie sie erst nach 15 Minuten wieder ein.
Kann Bimatoprost Asthma verschlechtern?
Nach der Markteinführung wurde über Asthma, eine Verschlechterung von Asthma oder einer COPD und Kurzatmigkeit berichtet; wie häufig das vorkommt, ist nicht bekannt. Laut Fachinformation sollten Menschen mit COPD, Asthma oder anders eingeschränkter Atemfunktion mit Vorsicht behandelt werden. Haben Sie Atemprobleme, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Darf ich Bimatoprost in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?
Laut Fachinformation liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren vor; LUMIGAN sollte in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden. Weil LUMIGAN in die Muttermilch gelangen kann, sollten Sie laut Packungsbeilage während der Anwendung nicht stillen. Das Beratungszentrum Embryotox nennt auf seiner Seite zum Glaukom Timolol das Glaukommittel der ersten Wahl für Schwangere; Prostaglandin-Analoga wie Latanoprost dürfen laut Embryotox auch in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie lange darf ich eine geöffnete Flasche verwenden?
Spätestens vier Wochen nach dem Anbrechen verwerfen Sie den Restinhalt, um Infektionen vorzubeugen. Notieren Sie das Anbruchdatum auf dem dafür vorgesehenen Feld auf dem Umkarton. Eine Flasche LUMIGAN 0,3 mg/ml reicht laut Packungsbeilage für einen Bedarf von 4 Wochen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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Medikamente Levonorgestrel (Mirena)Die Hormonspirale Mirena gibt Levonorgestrel in die Gebärmutter ab.
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Werkzeuge Was heißt "häufig"?"Häufig" heißt in der Packungsbeilage: bei bis zu 1 von 10 Behandelten.