BehandlungenBehandlung

Chemotherapie: Nebenwirkungen

Eine Chemotherapie kann laut IQWiG kurzfristig zu Haarausfall, Blutarmut, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Infektionen im Mund führen; gibt es zu wenige weiße Blutkörperchen, steigt laut Krebsinformationsdienst die Infektionsgefahr. Fieber über 38 Grad Celsius bei stark verminderten weißen Blutkörperchen (febrile Neutropenie) ist laut Krebsinformationsdienst ein Symptom einer schweren Infektion, die unter Umständen lebensbedrohlich sein kann; wenn Sie Fieber haben, sollten Sie es Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt mitteilen. Nebenwirkungen von Arzneimitteln können Sie über nebenwirkungen.bund.de melden.

Frau um die fünfzig mit hellgrünem Kopftuch und cremefarbener Strickjacke sitzt mit einer Tasse Tee an einem hellen Fenster
Bild: KI-generiert

Eine Chemotherapie kann laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kurzfristig zu Haarausfall, Blutarmut, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie zu Infektionen im Mund führen; die meisten dieser Nebenwirkungen sind kurzfristig [12]. Gibt es zu wenige weiße Blutkörperchen, steigt laut Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (KID) die Infektionsgefahr [4]. Fieber über 38 Grad Celsius bei stark verminderten weißen Blutkörperchen ist laut KID ein Symptom einer schweren Infektion, die unter Umständen lebensbedrohlich sein kann [7]. Welche Nebenwirkungen bei Ihnen wahrscheinlich sind, hängt laut KID vor allem von den einzelnen Wirkstoffen ab; auch ihre Kombination spielt eine Rolle [4]. Weitere Behandlungen finden Sie unter Behandlungen.

Was bei der Chemotherapie passiert

Bei einer Chemotherapie erhalten Patientinnen und Patienten laut KID Medikamente, sogenannte Zytostatika, die verhindern, dass sich Tumorzellen teilen und weiter vermehren. Man bekommt sie meist als Infusion, seltener als Tabletten; meistens verteilen sich die Wirkstoffe im ganzen Körper [2]. Weil Zytostatika auch gesunde Zellen schädigen können, kommt es laut KID zu Nebenwirkungen, besonders bei Zellen, die sich wie Krebszellen schnell teilen, etwa in Haut, Haarwurzeln oder Schleimhäuten [2]. Was eine zusätzliche Bestrahlung auslösen kann, beschreibt die Seite Strahlentherapie.

Ablauf

Vor einer Chemotherapie stehen laut KID in der Regel Voruntersuchungen an, darunter Blutuntersuchungen. Weil der Körper viele Chemotherapie-Medikamente überwiegend über Urin und Stuhl ausscheidet, ist eine ausreichende Funktion von Nieren und Leber notwendig; sonst können die Wirkstoffe zu lange im Körper bleiben und zu starke Nebenwirkungen auftreten [3]. Die Behandlung verläuft laut KID in Zyklen nach einem festen Therapie-Schema; wie viele Zyklen jemand bekommt, hängt von der individuellen Situation ab. Den meisten Patientinnen und Patienten werden die Medikamente direkt in die Vene gegeben, über einen Einmalzugang oder einen Port, einen fest unter die Haut gesetzten Zugang; bei vielen Chemotherapien ist eine ambulante Behandlung möglich [3].

Medikamente bei der Chemotherapie

Die meisten Patientinnen und Patienten erhalten laut KID eine Kombination aus verschiedenen Medikamenten [2]. Auch die Nebenwirkungen hängen laut KID vom eingesetzten Wirkstoff ab; als Beispiele für typische Nebenwirkungen einzelner Wirkstoffgruppen nennt der KID (Stand der Seite: Januar 2019) [4]:

  • Platinverbindungen (eine Gruppe der Alkylanzien): unter anderem Nierenschäden, Nervenschäden oder Beeinträchtigungen des Hörvermögens.
  • Antimetaboliten: Hautausschläge sowie schmerzhafte Rötungen und Schwellungen an Handflächen und Fußsohlen (Hand-Fuß-Syndrom).
  • Taxane und andere Mitosehemmer: Schädigungen des Nervensystems, zum Beispiel Missempfindungen und Taubheit an Armen und Beinen.
  • Topoisomerase-Hemmer: ein etwas höheres Risiko, einige Jahre nach der Behandlung erneut an einem Krebs zu erkranken, zum Beispiel an einer Leukämie.
  • Zytostatisch wirkende Antibiotika (zum Beispiel Anthracycline): Viele greifen den Herzmuskel an; der Urin kann sich in den ersten Tagen nach der Infusion verfärben.

Begleitend oder bereits vorab bekommen viele Patientinnen und Patienten laut KID Medikamente, die die Übelkeit vermindern [4]. Drei davon haben hier eine eigene Wirkstoffseite:

Mittel gegen Übelkeit mit eigener Wirkstoffseite (Auswahl ohne Wertung, Stand Oktober 2026)
WirkstoffAnwendungsgebiet im Zusammenhang mit einer ChemotherapieGrundlage
DexamethasonVorbeugung und Behandlung von Erbrechen durch Zytostatika im Rahmen von Behandlungsplänen gegen Erbrechen; außerdem Palliativtherapie bösartiger TumorenFachinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg/8 mg Tabletten, Stand 10/2025 [17]
Metoclopramidbei Erwachsenen Vorbeugung von verzögerter Übelkeit und verzögertem Erbrechen durch eine Chemotherapie (Einnahme und Zäpfchen); bei Kindern und Jugendlichen zwischen 1 und 18 Jahren Vorbeugung von verzögerter Übelkeit und verzögertem Erbrechen durch eine Chemotherapie als Zweitlinienoption (Gabe in die Vene und Einnahme); nicht mehr zur Vorbeugung akuter Übelkeit und akuten Erbrechens durch eine Chemotherapie (Abschnitt Sicherheitsinformationen)Zusammenfassung des BfArM vom 23.04.2014 zum Durchführungsbeschluss der EU-Kommission [18]
Ondansetronbei Erwachsenen Übelkeit und Erbrechen als Folge einer zytotoxischen Chemotherapie und einer Strahlentherapie; bei Kindern und Jugendlichen von 6 Monaten bis 17 Jahren Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unter einer Therapie mit ZytostatikaFachinformation Ondansetron-ratiopharm 4 mg Filmtabletten, Stand 08/2022 [16]

Maßgeblich ist die Packungsbeilage des Präparats, mit dem Sie behandelt werden.

Eigene Seiten haben Immun- und Antikörpertherapien (Pembrolizumab, Nivolumab, Trastuzumab, Rituximab) und die Antihormontherapie (Tamoxifen, Letrozol, Anastrozol, Brustkrebs und Antihormontherapie). Methotrexat (niedrig dosiert bei Rheuma und Schuppenflechte) ist eine andere Anwendung als die Chemotherapie.

Häufige Nebenwirkungen

Chemotherapie-Medikamente stören laut KID auch bei gesunden Zellen die Zellteilung, vor allem bei Zellen der Blutbildung, den Haarwurzeln und den Schleimhäuten, etwa im Mund, im Rachen oder im Verdauungsapparat [4]. Wie stark die Nebenwirkungen sind, hängt laut IQWiG auch von der Dosierung, vom Behandlungsschema und den jeweiligen Wirkstoffen ab; nicht alle Chemotherapien führen zu schweren Nebenwirkungen [12].

Mögliche Nebenwirkungen laut Krebsinformationsdienst und IQWiG, nach Bereich
BereichWas die Quelle nenntQuelle
Weiße Blutkörperchenzu wenige weiße Blutkörperchen: das Risiko für Infektionen während oder nach einer Chemotherapie kann steigenKID [3]
Rote BlutkörperchenBlutarmut (Anämie), bemerkbar durch Müdigkeit, Blässe, Konzentrationsschwierigkeiten und verminderte LeistungsfähigkeitKID [4]
Blutplättchenbei einem Mangel an Blutplättchen eine vermehrte Neigung zu BlutungenKID [3]
Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit zählen zu den häufigen Nebenwirkungen, nicht alle Zytostatika lösen sie aus (KID); Durchfall (IQWiG)KID [4], IQWiG [12]
Mund und SchleimhäuteSchleimhautentzündungen durch manche Chemotherapie-Medikamente, insbesondere im Mund können sie sehr schmerzhaft sein (KID); Infektionen im Mund (IQWiG)KID [4], IQWiG [12]
HaareHaarausfall durch einige Chemotherapie-Medikamente, auch an Körperhaaren, Augenbrauen und WimpernKID [4]
Haut und NägelRötung, Trockenheit, Schuppung, Juckreiz, Verfärbungen oder Hautausschläge; Nägel können rissig oder brüchig werden oder sich ablösenKID [4]
VenenReizung oder Entzündung der Venen, bemerkbar durch ein schmerzhaftes Brennen, auch wenn die Infusion korrekt gegeben wirdKID [4]
NervenTaubheit, Kribbeln oder "Ameisenlaufen" in Füßen oder Händen, Schmerzen, Muskelschwäche; schlechteres Hören oder Sehen; Verstopfung bei Schäden an Nerven des VerdauungstraktsKID [4]
ErschöpfungFatigue tritt bei einer Chemotherapie, Strahlentherapie oder Antihormontherapie häufiger auf als bei anderen KrebstherapienKID [9]
Hormone und FruchtbarkeitBremsung der Hormonproduktion in den Eierstöcken, bei manchen Frauen verfrühte Wechseljahre; Risiko, nach einer Chemotherapie keine Kinder mehr zeugen zu könnenKID [4]

Die Tabelle zeigt Beispiele aus den Quellen. Sie ist keine vollständige Liste und enthält keine Häufigkeitsklassen wie eine Packungsbeilage.

Übelkeit und Erbrechen: Die S3-Leitlinie Supportive Therapie (Version 2.1, Juni 2026) teilt Übelkeit und Erbrechen durch eine Tumortherapie in drei Formen ein: akut (innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Tumortherapie), verzögert (später als 24 Stunden danach, Dauer bis zu fünf Tage) und antizipatorisch, als Folge einer Konditionierung etwa durch Geruch, Angst und Anspannung oder durch Übelkeit und Erbrechen bei einer früheren Tumortherapie (Statement 5.1, Expertenkonsens) [1]. Nach dem Risiko für Erbrechen ohne vorbeugende Medikamente teilt die Leitlinie Tumortherapien in die Vene in vier Gruppen ein: hoch (90 Prozent oder mehr), moderat (mehr als 30 bis 90 Prozent), gering (10 bis 30 Prozent) und minimal (10 Prozent oder weniger) (Statement 5.2, Evidenzlevel 3) [1].

Haare: In der Regel setzt der Haarausfall laut IQWiG 1 bis 3 Wochen nach Beginn der Chemotherapie ein; wenige Wochen nach ihrem Ende beginnen die Haare bei den allermeisten wieder nachzuwachsen [13]. Bei einigen kommt es laut KID nicht zum Haarausfall, sondern die Haare wachsen während der Krebstherapie nur langsamer [8].

Erschöpfung: Eine Fatigue bei einer Krebsbehandlung ist laut KID in der Regel auf die Zeit der Behandlung begrenzt; manchmal hält sie über Jahre an (chronische Fatigue) [9].

Mehr zu Übelkeit, Haarausfall, Infektanfälligkeit, Blutungen und Blutbild, Polyneuropathie, Geschmacksstörungen, Durchfall und Müdigkeit als Nebenwirkung von Medikamenten; die Tabellen dort zeigen Wirkstoffe mit eigener Seite, keine Chemotherapie-Schemata.

Seltene und schwere Nebenwirkungen

Febrile Neutropenie: Manche Krebsmedikamente verringern laut KID auch die Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen, der neutrophilen Granulozyten. Tritt gleichzeitig Fieber mit einer Körpertemperatur über 38 Grad Celsius auf, sprechen Fachleute von einer febrilen Neutropenie; häufig kommen Komplikationen wie eine Lungenentzündung oder eine Blutvergiftung (Sepsis) hinzu [7].

Schätzungen bei frühem Brustkrebs: Für Frauen mit frühem Brustkrebs gehen laut IQWiG Schätzungen davon aus, dass etwa 10 von 100 Frauen innerhalb eines Jahres aufgrund der Chemotherapie ins Krankenhaus oder in die Notaufnahme müssen; ein häufiger Grund ist, dass die Chemotherapie das Immunsystem so stark schwächt, dass der Körper auch gewöhnliche Infektionen nicht mehr ausreichend abwehren kann [15]. Herzschäden betreffen laut IQWiG schätzungsweise etwa 3 von 100 Frauen. Eine Chemotherapie erhöht laut IQWiG zudem das Risiko, dass Jahre später Blutkrebs (Leukämie) auftritt; daran erkranken weniger als 1 von 100 Frauen [15].

Weitere schwere Nebenwirkungen: Ist eine Mundschleimhautentzündung sehr stark ausgeprägt, muss die Krebsbehandlung laut KID unter Umständen sogar unterbrochen werden [10]. Manche Zytostatika können laut KID die Blut-Hirn-Schranke überwinden; dann können Verwirrtheit, Unruhe, Bewusstseinsstörungen oder Schläfrigkeit auftreten, auch epileptische Anfälle sind möglich [4]. Eine eingeschränkte Funktion des Enzyms DPD führt bei einer Behandlung mit 5-Fluorouracil oder seinen Vorstufen laut Rote-Hand-Brief vom 04.06.2020 zu einem erhöhten Risiko für schwere oder lebensbedrohliche Toxizität (Abschnitt Aktuelle Sicherheitsinformationen) [20].

Spätfolgen und Nachsorge

Die meisten Nebenwirkungen einer Chemotherapie klingen laut KID nach dem Absetzen der Therapie innerhalb einiger Wochen ab. Bleiben Symptome nach mehreren Wochen oder Monaten bestehen, spricht man von Langzeitfolgen; Spätfolgen treten verzögert auf und können sich nach Monaten oder erst nach Jahren bemerkbar machen [4]. Dazu gehören laut KID unter anderem Nervenschäden, Unfruchtbarkeit, Erschöpfung, Beeinträchtigungen der Nieren- oder Lungenfunktion, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen, Schmerzen oder eine Schädigung der Herzmuskelzellen und Herzkranzgefäße [4]. Manche Zytostatika erhöhen laut KID das Risiko für eine Leukämie; eine solche therapiebedingte Leukämie entsteht in der Regel frühestens 1 Jahr nach Abschluss einer ersten Chemotherapie, typischerweise in einem Zeitraum von 1 bis 5 Jahren nach Therapieende [3].

Nachsorge: Nach der Krebstherapie schließt sich für viele Patientinnen und Patienten laut KID eine Nachsorge an; Ziele sind unter anderem, Therapiefolgen sowie Langzeit- und Spätfolgen zu erkennen und zu behandeln. In welchen Abständen die Untersuchungen stattfinden, hängt von der persönlichen Erkrankungssituation ab [3].

Was Sie tun können

Mann um die sechzig mit kurzem grauem Haar und blauem Pullover sitzt in einem hellen, ruhigen Raum in einem Sessel am Fenster, neben ihm ein Glas Wasser auf einem kleinen Tisch
Bild: KI-generiert

Treten unter der Therapie belastende Nebenwirkungen auf, wenden Sie sich laut KID am besten an Ihr behandelndes Ärzteteam. Vor Beginn einer Chemotherapie ist es laut KID ratsam zu schauen, ob der Impfschutz vollständig ist [3]; mehr unter Impfungen.

Mund und Zähne: Standardisierte Mundpflege zur Vorbeugung einer Mundschleimhautentzündung soll laut S3-Leitlinie in allen Altersgruppen und bei allen Krebsbehandlungsarten mit einem Risiko dafür erfolgen (Empfehlung 7.2, Empfehlungsgrad A). Zur Pflege durch die Patientin oder den Patienten zählt die Leitlinie unter anderem Mundspülungen, die Pflege der Zähne mit einer weichen Zahnbürste und das Vermeiden von Reizstoffen wie Tabak, scharfen und heißen Speisen und säurehaltigen Lebensmitteln [1]. Für eine Chemotherapie mit 5-Fluorouracil als schnelle Gabe (Bolus) lautet Empfehlung 7.5 (Empfehlungsgrad A): "Orale Kryotherapie (Lutschen von Eiswürfeln) über 30 Minuten soll zur Prophylaxe der oralen Mukositis unter Chemotherapie mit Bolus 5-Fluorouracil angewendet werden." [1]

Haare: Zur Verhinderung eines höhergradigen Haarausfalls kann laut S3-Leitlinie bei taxanhaltigen Chemotherapien eine Kopfhautkühlung angeboten werden (Empfehlung 8.13, Empfehlungsgrad 0) [1]. Laut IQWiG ist die Methode bislang nicht gut untersucht; die häufigste Nebenwirkung der Kühlung sind Kopfschmerzen [14]. Patientinnen und Patienten sollen laut Leitlinie auf den Haarausfall vorbereitet werden; unterstützende Gespräche sollen angeboten und ein gewünschter Haarersatz frühzeitig verordnet werden (Statement 8.17, Expertenkonsens) [1].

Hände und Füße: Zur Vorbeugung des Hand-Fuß-Syndroms soll die Patientin oder der Patient laut S3-Leitlinie beraten werden, mechanische Belastung durch Druck, Reibung und Hitze, Reinigungsmittel und längeren Kontakt mit Wasser zu vermeiden und Vorerkrankungen der Haut behandeln zu lassen (Empfehlung 8.18, Empfehlungsgrad A) [1].

Übelkeit: Bei einer eintägigen Chemotherapie mit einem Risiko für Erbrechen von 90 Prozent oder mehr soll laut S3-Leitlinie vor der Behandlung eine Vorbeugung mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonisten, einem NK1-Rezeptorantagonisten und Dexamethason erfolgen (Empfehlung 5.4, Empfehlungsgrad A) [1]. Bekommen Sie Mittel gegen Übelkeit mit nach Hause, sollten Sie laut KID genau erklären lassen, wann und wie viel Sie benötigen, und die Dosierung nur dann verändern, wenn es die Ärztin oder der Arzt ausdrücklich erlaubt hat [5]. Mehr dazu: Mittel gegen Übelkeit und Übelkeit und Erbrechen.

Nerven: Eine wirksame medikamentöse Vorbeugung von Nervenschäden durch Chemotherapie gibt es laut S3-Leitlinie nicht (Statement 9.20); bei bestehender Polyneuropathie sollte eine Bewegungstherapie erfolgen, etwa mit Balance-, Koordinations- und sensomotorischem Training (Empfehlung 9.21, Empfehlungsgrad B) [1].

Erschöpfung: An die Erkrankungssituation angepasste Bewegung wird laut KID grundsätzlich während und nach einer Krebsbehandlung empfohlen; eine Überanstrengung sollten Sie möglichst vermeiden [9]. Fragen zur Chemotherapie beantworten die Ärztinnen und Ärzte des KID am Telefon kostenlos unter 0800 420 30 40, täglich von 8 bis 20 Uhr [3].

Beschwerden, Beginn und Dauer können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten, Fragen für das Aufklärungsgespräch mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch sammeln.

Verdacht melden: Über nebenwirkungen.bund.de melden Sie Nebenwirkungen von Arzneimitteln; die Meldung geht direkt an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder das Paul-Ehrlich-Institut [25]. Wie die Meldung abläuft, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wer die Behandlung nicht oder nur mit Vorsicht bekommen sollte

Ob eine Chemotherapie infrage kommt, hängt laut KID unter anderem von Krebsart, Krankheitsstadium, Behandlungsziel und Gesundheitszustand ab; auch Alter oder Begleiterkrankungen können die Entscheidung möglicherweise beeinflussen [2]. Bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion können die Ärztinnen und Ärzte laut KID die Dosis anpassen; je nach Therapie kann auch ein Wechsel des Medikaments notwendig sein [3].

DPD-Mangel: Die Behandlung mit Arzneimitteln, die 5-Fluorouracil, Capecitabin oder Tegafur enthalten, ist laut Rote-Hand-Brief vom 04.06.2020 bei bekanntem vollständigem DPD-Mangel kontraindiziert [20]. Patientinnen und Patienten, die wissen, dass bei ihnen ein teilweiser DPD-Mangel vorliegt oder dass ein Familienmitglied einen teilweisen oder vollständigen DPD-Mangel hat, sollten laut dem vom BfArM wiedergegebenen Gutachten des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA vor der Anwendung dieser Arzneimittel mit ihrer Ärztin, ihrem Arzt oder ihrer Apotheke sprechen [21].

Andere Medikamente

Brivudin, ein Mittel gegen Gürtelrose, ist laut Rote-Hand-Brief vom 12.05.2020 unter anderem bei einer kürzlichen, laufenden oder innerhalb von 4 Wochen geplanten Krebs-Chemotherapie mit Fluorouracil, seinen Vorstufen wie Capecitabin oder Tegafur oder anderen Fluoropyrimidinen kontraindiziert (Abschnitt Aktuelle Sicherheitsinformationen) [23]. Mehr zur Gürtelrose. Ohne Rücksprache sollte man laut KID keine Nahrungsergänzungsmittel einnehmen [4]. Einen Überblick über alle Ihre Medikamente gibt der Medikationsplan. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Schwangerschaft und Stillzeit

Ei- und Samenzellen reagieren laut KID empfindlich auf eine Chemotherapie. Ein ungeborenes Kind kann insbesondere in der Frühschwangerschaft durch eine Chemotherapie geschädigt werden; bei Männern können auch einige Zeit nach Therapieende noch beschädigte Spermien vorhanden sein. Ob eine Chemotherapie während einer Schwangerschaft überhaupt infrage kommt und welche Zytostatika möglich sind, sollten Patientinnen laut KID mit ihren Ärztinnen oder Ärzten besprechen [4].

Verhütung: Während einer Chemotherapie und einige Zeit danach sollten Männer und Frauen laut KID auf eine gute Verhütung achten [4]. Männern empfehlen laut KID (Stand der Seite: April 2019) viele Fachleute, im ersten Vierteljahr nach dem Behandlungsende zu verhüten, weil Spermien etwa drei Monate zur Reifung brauchen; für Frauen dient die Reifezeit der Eizellen von etwa sechs Monaten als Anhaltspunkt. Das Ausbleiben der Periode ist kein sicheres Anzeichen für Unfruchtbarkeit [11]. Für jedes Arzneimittel gelten die Angaben seiner Fachinformation. Bei Capecitabin (Xeloda) zum Beispiel muss laut Fachinformation bei Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung und für 6 Monate nach der letzten Dosis eine wirksame Verhütungsmethode angewendet werden; Männer mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für 3 Monate nach der letzten Dosis wirksam verhüten. In der Schwangerschaft ist Capecitabin kontraindiziert [19].

Kinderwunsch: Eine Chemotherapie kann sich laut KID möglicherweise auf die Fruchtbarkeit auswirken; deshalb ist es wichtig, sich möglichst vor der Therapie mit dem eigenen Kinderwunsch zu beschäftigen. Ob jemand davon betroffen sein wird, lässt sich nicht vorhersagen; die Ärztinnen und Ärzte können beraten, ob und welche Möglichkeiten es gibt, die Fruchtbarkeit zu erhalten [3].

Stillzeit: Auch für das Stillen gilt die Fachinformation des jeweiligen Arzneimittels. Bei Capecitabin (Xeloda) sollte laut Fachinformation während der Behandlung und für 2 Wochen nach der letzten Dosis nicht gestillt werden, weil das Gefährdungspotenzial für den gestillten Säugling nicht bekannt ist [19]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Aktuelle Sicherheitsinformationen

Zu den hier genannten Wirkstoffen hat das BfArM diese Sicherheitsinformationen veröffentlicht:

  • DPD-Mangel bei Fluoropyrimidinen: Im Rote-Hand-Brief vom 04.06.2020 informieren die Zulassungsinhaber von Arzneimitteln mit 5-Fluorouracil zur Anwendung in die Vene, Capecitabin oder Tegafur in Abstimmung mit der EMA und dem BfArM unter anderem: Patientinnen und Patienten mit teilweisem oder vollständigem Mangel des Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) haben ein erhöhtes Risiko für schwere Toxizität. Es wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung den Phänotyp und/oder Genotyp zu bestimmen; bei bekanntem vollständigem DPD-Mangel ist die Behandlung kontraindiziert, bei identifiziertem teilweisem DPD-Mangel ist eine reduzierte Anfangsdosis in Betracht zu ziehen. Trotz negativer Testergebnisse kann es dennoch zu schwerer Toxizität kommen [20]. Das BfArM hat mit Bescheid vom 29.07.2020 die Entscheidung der Europäischen Kommission vom 07.07.2020 dazu umgesetzt [21].
  • 5-Fluorouracil und eingeschränkte Nierenfunktion: Laut Rote-Hand-Brief vom 24.10.2024 sollten bei mittelschwerer oder schwerer Nierenfunktionsstörung die zur DPD-Bestimmung gemessenen Uracilspiegel im Blut mit Vorsicht interpretiert werden, da eine eingeschränkte Nierenfunktion zu erhöhten Uracilspiegeln führen kann. Folglich besteht ein erhöhtes Risiko einer falschen Diagnose eines DPD-Mangels, was zu einer Unterdosierung und damit zu einer verminderten Wirksamkeit der Behandlung führen kann [22].
  • Brivudin: Laut Rote-Hand-Brief vom 12.05.2020, vom BfArM am 13.05.2020 veröffentlicht, können Todesfälle infolge einer Wechselwirkung zwischen Brivudin und Fluoropyrimidinen wie Fluorouracil, Capecitabin, Tegafur oder Flucytosin auftreten. Nach Abschluss der Brivudin-Behandlung muss eine mindestens vierwöchige Wartezeit eingehalten werden, bevor die Behandlung mit einem Fluoropyrimidin begonnen werden kann [23].
  • Ondansetron: Laut Rote-Hand-Brief vom Oktober 2019 (veröffentlicht am 01.10.2019) wird vermutet, dass Ondansetron Fehlbildungen im Mund- und Gesichtsbereich verursacht, wenn es im ersten Trimenon der Schwangerschaft gegeben wird. Ondansetron sollte nicht im ersten Trimenon angewendet werden; Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine Schwangerschaftsverhütung in Erwägung ziehen [24].
  • Metoclopramid: Laut Zusammenfassung des BfArM vom 23.04.2014 zum Durchführungsbeschluss der Europäischen Kommission vom 20.12.2013 wurde für die Vorbeugung akuter Übelkeit und akuten Erbrechens durch eine Chemotherapie ein negatives Nutzen-Risiko-Verhältnis festgestellt; dieses Anwendungsgebiet ist zu streichen. Für die Vorbeugung verzögerter Übelkeit und verzögerten Erbrechens durch eine Chemotherapie bei Erwachsenen besteht unter Berücksichtigung der vorgesehenen Änderungen der Produktinformationen und der Einführung der Maßnahmen zur Risikominimierung nach wie vor ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis [18].

Was Rote-Hand-Briefe sind, erklärt der Ratgeber Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Fieber: Fieber über 38 Grad Celsius bei stark verminderten neutrophilen Granulozyten ist laut KID ein Symptom einer schweren Infektion, die unter Umständen lebensbedrohlich sein kann. Je länger die febrile Neutropenie andauert, desto schwerwiegender kann der Verlauf sein; deshalb muss die Therapie laut KID rasch erfolgen [7]. Krebspatientinnen und Krebspatienten sollten laut KID ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt mitteilen, wenn sie Fieber haben; bei älteren Menschen kann das Warnsignal der erhöhten Körpertemperatur fehlen [6].

Während der Infusion: Ein Kribbeln oder Brennen in der Nähe der Kanüle kann laut KID ein Zeichen dafür sein, dass das Zytostatikum aus Versehen ins Gewebe läuft (Paravasat); man sollte umgehend den Ärztinnen und Ärzten Bescheid sagen, damit sie die Infusion stoppen [4].

Erbrechen: Bei häufigem Erbrechen verliert man laut KID viel Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe; dieser Verlust muss rasch ausgeglichen werden. Ist Ihnen während einer Krebsbehandlung ständig schlecht, sagen Sie es laut KID Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt [5].

Notruf: Bewusstlosigkeit, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden, starke, nicht stillbare Blutungen sowie akute und anhaltende Krampfanfälle nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unter anderem als Fälle für den Notruf 112. Der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 hilft laut KBV, wenn die Praxen geschlossen sind, es sich um Beschwerden handelt, mit denen man sonst eine Praxis aufsuchen würde, und die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann [26].

Quellen

  1. Leitlinie S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen, Langversion 2.1 (Statements 5.1, 5.2, 8.17, 9.20; Empfehlungen 5.4, 7.2, 7.5, 8.13, 8.18, 9.21), AWMF-Registernummer 032-054OL. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF). Stand Version 2.1, Juni 2026; gültig bis zur nächsten Aktualisierung, höchstens 5 Jahre. abgerufen am 21.10.2026
  2. Chemotherapie: Mit Zytostatika gegen Krebs (Überblick, Wirkweise und Stellenwert). Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 25.03.2025 (Archivfassung vom 17.10.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  3. Wie läuft eine Chemotherapie ab?. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 24.10.2025 (Archivfassung vom 08.10.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  4. Chemotherapie-Medikamente: Wirkstoffe und Nebenwirkungen. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 26.01.2019 (Archivfassung vom 17.04.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  5. Übelkeit und Erbrechen während der Krebsbehandlung. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 10.03.2017 (Archivfassung vom 11.05.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  6. Fieber bei Krebs. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 01.03.2021 (Archivfassung vom 18.06.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  7. Häufige Entzündungen und Infektionen bei Krebs (Abschnitt Febrile Neutropenie). Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 01.03.2021 (Archivfassung vom 10.07.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  8. Haarausfall bei Krebs. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 16.07.2021 (Archivfassung vom 11.05.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  9. Fatigue bei Krebs: Was tun bei Müdigkeit und Erschöpfung?. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 19.01.2026 (Archivfassung vom 03.10.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  10. Zahnpflege und Mundhygiene. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 05.12.2022 (Archivfassung vom 11.05.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  11. Kinderwunsch nach Krebs: Risiken für Kinder. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 02.04.2019 (Archivfassung vom 08.03.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  12. Wie funktioniert eine Chemotherapie?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 09.03.2022. abgerufen am 21.10.2026
  13. Haarausfall bei Chemotherapie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 02.01.2023. abgerufen am 21.10.2026
  14. Lässt sich Haarausfall bei Chemotherapie vorbeugen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 02.01.2023. abgerufen am 21.10.2026
  15. Früher Brustkrebs: Ist eine Chemotherapie sinnvoll? (Abschnitt Welche Nachteile hat eine Chemotherapie?). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.02.2026. abgerufen am 21.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Ondansetron-ratiopharm 4 mg Filmtabletten (Abschnitt 4.1). TEVA GmbH, Mitvertrieb ratiopharm GmbH. Stand 08/2022 (Archivfassung vom 07.08.2025, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  17. Fachinformation Fachinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg/8 mg Tabletten (Abschnitt 4.1). ratiopharm GmbH. Stand 10/2025 (Archivfassung vom 23.01.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  18. Behörde Metoclopramidhaltige Arzneimittel: Umsetzung des Durchführungsbeschlusses der EU-Kommission, mit Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen und Hintergründe (Durchführungsbeschluss vom 20.12.2013, Bescheid vom 09.04.2014). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 23.04.2014 (Zusammenfassung aktualisiert am 29.04.2014). abgerufen am 21.10.2026
  19. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xeloda (Capecitabin), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Abschnitte 4.3 und 4.6), EU/1/00/163. CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH (Zulassungsinhaber); Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02.05.2025. abgerufen am 21.10.2026
  20. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu 5-Fluorouracil- (i.v.), Capecitabin- und Tegafur-haltigen Arzneimitteln: Tests vor Behandlungsbeginn zur Identifizierung von Patienten mit DPD-Mangel, die ein erhöhtes Risiko für schwere Toxizität haben. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 04.06.2020. abgerufen am 21.10.2026
  21. Behörde Fluorouracil, Capecitabin, Tegafur und Flucytosin: Empfehlung zur Testung und Behandlung (Bescheid im Stufenplanverfahren vom 29.07.2020, Gutachten des CHMP). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 04.08.2020. abgerufen am 21.10.2026
  22. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu 5-Fluorouracil (i.v.): Risiko der Fehlinterpretation des Uracilspiegels zur Bestimmung eines DPD-Mangels bei mittelschwerer oder schwerer Nierenfunktionsstörung. Zulassungsinhaber fluorouracilhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 24.10.2024. abgerufen am 21.10.2026
  23. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu brivudinhaltigen Arzneimitteln: Potenziell tödliche Toxizität von Fluoropyrimidinen bei der Anwendung kurz vor, gleichzeitig mit oder innerhalb von 4 Wochen nach Ende der Behandlung mit Brivudin (Brief vom 12.05.2020). Zulassungsinhaber brivudinhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 13.05.2020. abgerufen am 21.10.2026
  24. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Ondansetron: Erhöhtes Risiko orofazialer Fehlbildungen bei der Anwendung im ersten Trimenon der Schwangerschaft. Zulassungsinhaber ondansetronhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit dem BfArM. Stand Oktober 2019 (veröffentlicht vom BfArM am 01.10.2019). abgerufen am 21.10.2026
  25. Behörde Nebenwirkungen melden: Startseite (Abschnitt "Sie möchten eine Nebenwirkung melden?"). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und Paul-Ehrlich-Institut, nebenwirkungen.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
  26. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat eine Chemotherapie?

Laut IQWiG kann eine Chemotherapie kurzfristig zu Haarausfall, Blutarmut, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie zu Infektionen im Mund führen. Der Krebsinformationsdienst nennt außerdem eine höhere Infektionsgefahr bei zu wenigen weißen Blutkörperchen, Haut- und Nagelveränderungen, Venenreizungen, Nervenschäden und Erschöpfung (Fatigue). Welche Nebenwirkungen bei Ihnen wahrscheinlich sind, hängt laut Krebsinformationsdienst vor allem von den einzelnen Wirkstoffen ab; auch ihre Kombination spielt eine Rolle. Die Übersicht steht im Abschnitt Häufige Nebenwirkungen.

Wann fallen die Haare aus und wann wachsen sie nach?

In der Regel setzt der Haarausfall laut IQWiG 1 bis 3 Wochen nach Beginn der Chemotherapie ein; betroffen sein können auch Augenbrauen, Wimpern, Barthaare und die Körperhaare. Wenige Wochen nach dem Ende der Chemotherapie beginnen die Haare laut IQWiG bei den allermeisten wieder nachzuwachsen. Zur Verhinderung eines höhergradigen Haarausfalls kann laut S3-Leitlinie bei taxanhaltigen Chemotherapien eine Kopfhautkühlung angeboten werden (Empfehlungsgrad 0); laut IQWiG ist die Methode bislang nicht gut untersucht.

Was hilft gegen Übelkeit bei der Chemotherapie?

Bei einer eintägigen Chemotherapie mit einem Risiko für Erbrechen von 90 Prozent oder mehr soll laut S3-Leitlinie Supportive Therapie vor der Behandlung eine Vorbeugung mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonisten, einem NK1-Rezeptorantagonisten und Dexamethason erfolgen (Empfehlungsgrad A). Abhängig von den zu erwartenden Nebenwirkungen können die Ärztinnen und Ärzte laut Krebsinformationsdienst Mittel gegen Übelkeit schon in die Therapie einplanen. Bekommen Sie Mittel gegen Übelkeit mit nach Hause, sollten Sie laut Krebsinformationsdienst die Dosierung nur dann verändern, wenn es die Ärztin oder der Arzt ausdrücklich erlaubt hat. Die Mengen laut Packungsbeilage stehen auf den Seiten Ondansetron, Dexamethason und Metoclopramid.

Wie lange dauern die Nebenwirkungen einer Chemotherapie?

Die meisten Nebenwirkungen klingen laut Krebsinformationsdienst nach dem Absetzen der Therapie innerhalb einiger Wochen ab. Bleiben Beschwerden nach mehreren Wochen oder Monaten bestehen, spricht man von Langzeitfolgen; Spätfolgen können sich erst nach Monaten oder Jahren bemerkbar machen. Laut IQWiG können vor allem bei jungen Menschen Nebenwirkungen manchmal auch erst nach Behandlungsende auftreten. Mehr im Abschnitt Spätfolgen und Nachsorge.

Darf ich nach der Chemotherapie selbst Auto fahren?

Klären Sie laut Krebsinformationsdienst bei einer ambulanten Therapie vorab, ob Sie nach der Chemotherapie selbst Auto fahren dürfen oder sich besser abholen lassen sollten.

Muss ich während der Chemotherapie Abstand zu meiner Familie halten?

Eine Chemotherapie erfordert laut Krebsinformationsdienst in der Regel nicht, Abstand zu Patientinnen und Patienten zu halten; es empfiehlt sich dennoch, auf Hygieneregeln zu achten, besonders während der ersten 48 Stunden nach einer Chemotherapie. Dazu nennt der Krebsinformationsdienst unter anderem regelmäßiges Händewaschen, die Toilette zweimal mit geschlossenem Deckel zu spülen, Schutzhandschuhe beim möglichen Kontakt mit Ausscheidungen und Kondome bei Sexualkontakten.

Darf ich während einer Chemotherapie schwanger werden oder stillen?

Ein ungeborenes Kind kann laut Krebsinformationsdienst insbesondere in der Frühschwangerschaft durch eine Chemotherapie geschädigt werden; während einer Chemotherapie und einige Zeit danach sollten Männer und Frauen auf eine gute Verhütung achten. Für das Stillen und die Dauer der Verhütung gelten die Angaben der Fachinformation des jeweiligen Arzneimittels. Bei Capecitabin (Xeloda) zum Beispiel sollte laut Fachinformation während der Behandlung und für 2 Wochen nach der letzten Dosis nicht gestillt werden. Mehr im Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit.

Wann muss ich sofort ärztliche Hilfe holen?

Fieber über 38 Grad Celsius bei stark verminderten weißen Blutkörperchen ist laut Krebsinformationsdienst ein Symptom einer schweren Infektion, die unter Umständen lebensbedrohlich sein kann. Je länger die febrile Neutropenie andauert, desto schwerwiegender kann der Verlauf sein; deshalb muss die Therapie laut Krebsinformationsdienst rasch erfolgen. Spüren Sie während einer Infusion ein Kribbeln oder Brennen in der Nähe der Kanüle, sollten Sie laut Krebsinformationsdienst umgehend den Ärztinnen und Ärzten Bescheid sagen. Bei Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot, starken Brustschmerzen oder starken, nicht stillbaren Blutungen nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung den Notruf 112. Mehr im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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