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Letrozol: Nebenwirkungen und Wirkung

Letrozol ist ein verschreibungspflichtiger Aromatasehemmer zur hormonellen Behandlung von Brustkrebs bei Frauen nach der Menopause. Er verringert die Bildung von Östrogen, das laut Packungsbeilage häufig das Wachstum von Brustkrebs anregt. Sehr häufig sind Hitzewallungen, Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Schwitzen und erhöhte Cholesterinwerte. Bei Zeichen eines Schlaganfalls, eines Blutgerinnsels oder bei Brustschmerzen informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Frau in den Sechzigern mit kurzem grauem Haar sitzt am Morgen mit einer Tasse Tee am hellen Fenster und blickt entspannt nach draußen
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Hitzewallungen[1]
  • Sehr häufig: Erhöhte Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie)[1]
  • Sehr häufig: Müdigkeit[1]
  • Sehr häufig: Vermehrtes Schwitzen[1]
  • Sehr häufig: Schmerzen in Knochen und Gelenken (Arthralgie)[1]
  • Häufig: Hautausschlag[1]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1]
  • Häufig: Schwindel[1]
  • Häufig: Allgemeines Unwohlsein[1]
  • Häufig: Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Erbrechen, Magenverstimmung, Verstopfung oder Durchfall[1]
  • Häufig: Mehr oder weniger Appetit[1]
  • Häufig: Muskelschmerzen[1]
  • Häufig: Abnahme der Knochendichte (Osteoporose), die in einigen Fällen zu Knochenbrüchen führen kann[1]
  • Häufig: Schwellungen an Armen, Händen, Füßen oder Knöcheln durch Wassereinlagerungen (Ödeme)[1]
  • Häufig: Niedergeschlagene Stimmung (Depression)[1]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1]
  • Häufig: Haarausfall[1]
  • Häufig: Erhöhter Blutdruck (Hypertonie)[1]
  • Häufig: Schmerzen im Bauchraum[1]
  • Häufig: Trockene Haut[1]
  • Häufig: Blutungen aus der Scheide[1]
  • Häufig: Schnelles und starkes Herzklopfen, schneller Herzschlag[1]
  • Häufig: Gelenksteifigkeit (Arthritis)[1]
  • Häufig: Schmerzen im Bereich der Brust[1]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Letrozol eingesetzt?

Letrozol ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Aromatasehemmer. Er dient der hormonellen (endokrinen) Behandlung von Brustkrebs bei Frauen nach der Menopause, also nach dem Aufhören der Monatsblutungen [1, 3]. Laut Packungsbeilage wird Letrozol angewendet, um einem erneuten Auftreten von Brustkrebs vorzubeugen: als erste Behandlung vor einer Brustoperation, wenn eine sofortige Operation nicht angemessen ist, als erste Behandlung nach einer Brustoperation oder im Anschluss an eine fünfjährige Behandlung mit Tamoxifen. Bei fortgeschrittener Erkrankung wird es angewendet, um einer Ausbreitung des Brustkrebses in andere Körperbereiche vorzubeugen [1].

Die Fachinformation beschreibt die Anwendungsgebiete genauer: Mehrere beziehen sich ausdrücklich auf hormonabhängigen beziehungsweise hormonrezeptor-positiven Brustkrebs; bei hormonrezeptor-negativem Brustkrebs ist die Wirksamkeit nicht belegt [2]. Das Wachstum von Brustkrebs wird laut Packungsbeilage häufig durch Östrogene angeregt [1]. Hintergründe zur Behandlung lesen Sie unter Brustkrebs: Antihormontherapie. Wenn Sie wissen möchten, warum Ihnen Letrozol verordnet wurde, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Wie wirkt Letrozol?

Letrozol hemmt die Aromatase, ein Enzym, das an der Bildung von Östrogen beteiligt ist. Dadurch sinkt die Menge an Östrogen, dem weiblichen Geschlechtshormon, im Körper. Laut Packungsbeilage kann Letrozol so das Wachstum von Brustkrebs blockieren, der Östrogen zum Wachsen braucht: Tumorzellen hören dann auf zu wachsen oder wachsen langsamer, und/oder ihre Ausbreitung in andere Körperbereiche wird verhindert oder verlangsamt [1].

Nach der Menopause entsteht Östrogen laut Fachinformation hauptsächlich durch die Aromatase, die Hormonvorstufen aus der Nebenniere (Androgene) in die Östrogene Östron und Östradiol umwandelt. Letrozol hemmt dieses Enzym hoch spezifisch; eine Unterdrückung der übrigen Hormonbildung in der Nebenniere wurde nicht beobachtet. Bei gesunden Frauen nach der Menopause sanken die Östron-Spiegel nach einer Einzeldosis um 75 bis 78 Prozent und die Östradiol-Spiegel um 78 Prozent; der stärkste Effekt wurde innerhalb von 48 bis 78 Stunden erreicht [2].

Der Wirkstoff wird rasch und vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Seine Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt etwa 2 bis 4 Tage; bei täglicher Einnahme stellen sich innerhalb von 2 bis 6 Wochen gleichbleibende Spiegel ein [2]. Weil Letrozol die Östrogene im Körper verringert, kann es die Knochendichte senken [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage oder die Fachinformation von Femara eine Häufigkeit angibt [1, 2]. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Packungsbeilage sind die meisten Nebenwirkungen leicht bis mittelschwer und verschwinden im Allgemeinen nach einigen Tagen bis Wochen der Behandlung. Einige, etwa Hitzewallungen, Haarausfall oder Blutungen aus der Scheide, können auf den Östrogenmangel im Körper zurückgehen [1]. Die Fachinformation nennt als in Studien am häufigsten berichtete Nebenwirkungen Hitzewallungen, erhöhte Cholesterinwerte, Gelenkschmerzen, Müdigkeit, verstärktes Schwitzen und Übelkeit. Als wichtige weitere Nebenwirkungen hebt sie Knochenschwund (Osteoporose) und Knochenbrüche sowie Ereignisse an Herz und Gefäßen hervor, darunter Schlaganfälle und Blutgerinnsel [2].

Zur Einordnung nennt die Fachinformation Ergebnisse einer großen Studie zur Behandlung nach der Operation (adjuvante Therapie): Während der Behandlung, die im Median 5 Jahre dauerte, traten Knochenbrüche bei 10,2 Prozent der Frauen unter Letrozol und bei 7,2 Prozent unter Tamoxifen auf, Osteoporose bei 5,1 gegenüber 2,7 Prozent und Herzinfarkte bei 1,0 gegenüber 0,5 Prozent. Blutgerinnsel (thromboembolische Ereignisse) waren unter Letrozol seltener (2,1 gegenüber 3,6 Prozent), ebenso ein übermäßiges Wachstum oder Krebs der Gebärmutterschleimhaut (0,2 gegenüber 2,3 Prozent) [2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • NervensystemSchwäche, Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen in einem beliebigen Bereich des Körpers (besonders an Arm oder Bein), Koordinationsstörungen, Übelkeit, Probleme beim Sprechen oder Atmen als Zeichen einer Störung des Gehirns, etwa eines Schlaganfalls[1]
  • HerzPlötzliche, bedrückende Schmerzen in der Brust als Zeichen einer Herzerkrankung[1]
  • Gefäße und KreislaufÄußerst schmerzhafte, möglicherweise berührungsempfindliche Schwellung und Rötung entlang einer Vene[1]
  • Blut und LymphsystemHohes Fieber, Schüttelfrost oder Geschwüre im Mund durch Infektionen bei einem Mangel an weißen Blutkörperchen[1]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte InfektanfälligkeitFieber
  • AugenDauerhaft stark verschwommenes Sehen[1]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeEntzündung einer Sehne (Tendonitis)[1]Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss
  • NervensystemStörungen des Nervensystems wie Angst, Nervosität, Reizbarkeit, Benommenheit, Gedächtnisstörungen, Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit[1]Mehr dazu: AngstUnruhe und NervositätAggressivität und ReizbarkeitKonzentrations- und GedächtnisstörungenMüdigkeitSchlafstörungen
  • NervensystemSchmerzen oder brennendes Gefühl in den Händen oder am Handgelenk (Karpaltunnelsyndrom)[1]
  • NervensystemStörungen des Empfindens, vor allem des Berührungsempfindens[1]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • NervensystemStörungen des Geschmacksempfindens[1]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
  • AugenAugenbeschwerden wie verschwommenes Sehen oder gereizte Augen[1]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HautHauterkrankungen wie Juckreiz (Nesselsucht)[1]Mehr dazu: JuckreizNesselsucht
  • Geschlechtsorgane und BrustAusfluss aus der Scheide, trockene Scheide[1]
  • Geschlechtsorgane und BrustSchmerzen in der Brustdrüse[1]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
  • Allgemeine BeschwerdenFieber[1]Mehr dazu: Fieber
  • Allgemeine BeschwerdenDurst[1]
  • Magen und DarmMundtrockenheit[1]Mehr dazu: Mundtrockenheit
  • Allgemeine BeschwerdenTrockene Schleimhäute[1]
  • Laborwerte und UntersuchungenGewichtsabnahme[1]Mehr dazu: Gewichtsabnahme
  • InfektionenHarnwegsinfektionen[1]
  • Nieren und HarnwegeHäufigerer Harndrang[1]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
  • AtemwegeHusten[1]Mehr dazu: Reizhusten
  • Leber und GalleErhöhte Leberenzymwerte[1]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Leber und GalleGelbfärbung von Haut und Augen[1]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Leber und GalleHohe Blutspiegel von Bilirubin, einem Abbauprodukt der roten Blutkörperchen[1]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Gutartige und bösartige NeubildungenTumorschmerzen (nur bei Patientinnen im metastasierten Stadium berichtet)[2]
  • AugenGrauer Star (Katarakt)[2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AtemwegeAtemnot[2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmEntzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis; nur bei Patientinnen im metastasierten Stadium berichtet)[2]
  • Allgemeine BeschwerdenWassereinlagerungen im ganzen Körper (allgemeine Ödeme)[2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Gefäße und KreislaufAtembeschwerden, Brustschmerz, Ohnmachtsanfälle, beschleunigter Herzschlag, bläuliche Verfärbung der Haut oder plötzliche Schmerzen in Arm, Bein oder Fuß als Hinweis auf ein Blutgerinnsel[1]Mehr dazu: Blutgerinnsel
  • Muskeln, Knochen und GelenkeRiss einer Sehne[1]Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Als Nebenwirkungen, die ernsthaft sein könnten, nennt die Packungsbeilage mögliche Zeichen eines Schlaganfalls, einer Herzerkrankung oder eines Blutgerinnsels, Infektionen bei einem Mangel an weißen Blutkörperchen, dauerhaft stark verschwommenes Sehen sowie Entzündungen oder Risse einer Sehne. Bemerken Sie eines dieser Zeichen oder Anzeichen einer allergischen Reaktion, einer Leberentzündung oder einer Hauterkrankung, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr zu Blutgerinnseln als Nebenwirkung lesen Sie unter Thromboserisiko durch Medikamente.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Sechzigern macht in einem hellen Wohnzimmer langsame Dehnübungen auf einer Gymnastikmatte
Bild: KI-generiert

Gelenk-, Knochen- und Muskelschmerzen: Schmerzen in Knochen und Gelenken gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, Muskelschmerzen und Gelenksteifigkeit zu den häufigen. Beeinträchtigt Sie eine dieser Beschwerden erheblich, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Treten Schmerzen oder Schwellungen an einer Sehne auf, stellen Sie den schmerzenden Bereich ruhig und wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Hintergrund bietet die Seite Sehnenentzündung und Sehnenriss durch Medikamente.

Knochendichte: Letrozol kann die Knochendichte verringern; in einigen Fällen kann es dadurch zu Knochenbrüchen kommen. Deshalb kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihre Knochendichte vor, während und nach der Behandlung messen [1]. Laut Fachinformation sollte bei Frauen mit Osteoporose, früheren Knochenbrüchen oder erhöhtem Osteoporoserisiko vor einer Behandlung nach der Operation die Knochendichte gemessen und während und nach der Behandlung auf eine Osteoporose geachtet werden; wenn erforderlich, sollte eine Vorbeugung oder Behandlung eingeleitet und sorgfältig überwacht werden [2]. Mehr dazu unter Osteoporose durch Medikamente.

Hitzewallungen, Schwitzen, Müdigkeit: Diese Beschwerden gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen; Hitzewallungen können auf den Östrogenmangel zurückgehen [1]. Laut Packungsbeilage verschwinden die meisten Nebenwirkungen im Allgemeinen nach einigen Tagen bis Wochen der Behandlung. Fühlen Sie sich schwindelig, benommen, müde oder schläfrig, setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bis Sie sich wieder wohlfühlen [1].

Kontrollen: Erhöhte Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie) gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Letrozol sollte nur unter enger ärztlicher Kontrolle angewendet werden; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt untersucht Sie regelmäßig, um zu prüfen, ob die Behandlung wirkt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen, auch wenn es sich um rezeptfreie Mittel handelt [1]. Laut Fachinformation sollte Letrozol nicht gleichzeitig mit Tamoxifen, anderen Antiöstrogenen oder östrogenhaltigen Arzneimitteln gegeben werden, weil diese seine Wirkung vermindern könnten. Letrozol wird teilweise über die Enzyme CYP2A6 und CYP3A4 abgebaut; wie sich starke Hemmstoffe von Cytochrom-P450-Enzymen auswirken, ist nicht bekannt [2].

Wechselwirkungen von Letrozol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Tamoxifen, andere Antiöstrogene oder östrogenhaltige ArzneimittelKönnten die Wirkung von Letrozol vermindern; Tamoxifen senkt außerdem die Letrozol-Konzentration im Blut deutlich[2]Laut Fachinformation sollte die gleichzeitige Gabe vermieden werden
Arzneimittel mit enger therapeutischer Breite, die hauptsächlich über die Enzyme CYP2A6 oder CYP2C19 abgebaut werden, z. B. Phenytoin oder ClopidogrelLetrozol hemmt im Laborversuch CYP2A6 und in geringem Maße CYP2C19; die klinische Bedeutung ist unbekannt[2]Laut Fachinformation sollte die gleichzeitige Gabe mit Vorsicht erfolgen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Letrozol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Letrozol ist nur für Frauen bestimmt, bei denen die Menopause bereits eingetreten ist; Kinder und Jugendliche dürfen es nicht anwenden [1]. Ist unklar, ob die Menopause eingetreten ist, müssen laut Fachinformation vor Behandlungsbeginn bestimmte Hormonwerte im Blut bestimmt werden [2]. Trifft einer der Punkte unter "Besondere Vorsicht" auf Sie zu, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er berücksichtigt das während der Behandlung [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Letrozol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Noch bestehende Monatsblutungen, also vor dem Abschluss der Wechseljahre (Menopause)[1, 2]
  • Schwangerschaft[1, 2]
  • Stillzeit[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Schwere Nierenerkrankung[1]
  • Schwere Lebererkrankung; laut Fachinformation sind Patientinnen mit schweren Leberfunktionsstörungen engmaschig zu überwachen[1, 2]
  • Osteoporose oder frühere Knochenbrüche: Letrozol kann über die Verringerung der Östrogene die Knochendichte senken; deshalb kann die Ärztin oder der Arzt die Knochendichte vor, während und nach der Behandlung messen[1]
  • Unklarer Hormonstatus: Laut Fachinformation müssen vor Behandlungsbeginn die Hormone LH und FSH und/oder der Östradiol-Spiegel bestimmt werden, wenn unklar ist, ob die Menopause eingetreten ist[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; nur nach Rücksprache einnehmen. Lactose enthält geringe Mengen Milchprotein und kann deshalb allergische Reaktionen hervorrufen[1]
  • Dopingkontrollen: Die Anwendung kann zu positiven Ergebnissen führen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Zu Alkohol enthält die Packungsbeilage von Femara keine eigenen Hinweise. Was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit und Verkehrstüchtigkeit sagen, fassen die Karten zusammen [1, 2]. Wichtig für Frauen, die schon länger keine Periode mehr haben: Laut Fachinformation gibt es Berichte über Frauen, deren Eierstöcke während der Behandlung wieder zu arbeiten begannen, obwohl zu Beginn eindeutig die Menopause vorlag. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollte deshalb mit Ihnen über eine wirksame Empfängnisverhütung sprechen [1, 2].

Schwangerschaft

Letrozol dürfen Sie nur einnehmen, wenn die Menopause bereits eingetreten ist. Weil trotzdem die Möglichkeit besteht, während der Behandlung schwanger zu werden, sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen über eine wirksame Empfängnisverhütung sprechen. Sind Sie schwanger, dürfen Sie Letrozol nicht einnehmen, weil es Ihrem Baby schaden könnte.[1]

Laut Fachinformation besteht wegen einzelner Berichte über Geburtsdefekte beim Menschen (zusammengewachsene Lippen, nicht eindeutige Genitalien) der Verdacht, dass Letrozol in der Schwangerschaft angeborene Fehlbildungen auslösen könnte; Tierstudien haben eine fruchtschädigende Wirkung gezeigt. Es gibt Berichte über Frauen, deren Eierstöcke während der Behandlung wieder zu arbeiten begannen, obwohl zu Behandlungsbeginn eindeutig die Menopause vorlag.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

In der Stillzeit dürfen Sie Letrozol nicht einnehmen, weil es Ihrem Baby schaden könnte. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Letrozol in die Muttermilch übergeht; ein Risiko für das Neugeborene kann nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Wenn Ihnen schwindelig ist oder Sie sich benommen, müde, schläfrig oder allgemein unwohl fühlen, setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bis Sie sich wieder wohlfühlen. Laut Fachinformation hat Letrozol einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit; weil Müdigkeit, Schwindel und gelegentlich Schläfrigkeit beobachtet wurden, ist Vorsicht angezeigt.[1, 2]

Einnahme

Einmal am Tag einnehmen, am besten jeden Tag zur gleichen Zeit; mit oder ohne Nahrung, im Ganzen mit einem Glas Wasser schlucken. Die Behandlung dauert so lange, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen sagt, unter Umständen Monate oder sogar Jahre. Während der Behandlung untersucht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie regelmäßig.[1]

Einnahme vergessen: Ist es fast Zeit für die nächste Tablette (in 2 oder 3 Stunden), die vergessene Dosis auslassen und die nächste Tablette zur gewohnten Zeit nehmen; sonst die vergessene Tablette einnehmen, sobald Sie daran denken. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht ab, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, dass Sie das tun sollen.[1]

Überdosierung

Haben Sie zu viel eingenommen oder hat jemand anderes versehentlich Ihre Tabletten eingenommen, wenden Sie sich unverzüglich an eine Ärztin, einen Arzt oder ein Krankenhaus und zeigen Sie dort die Tablettenpackung vor; möglicherweise ist eine ärztliche Behandlung nötig. Laut Fachinformation ist eine spezielle Behandlung der Überdosierung nicht bekannt; behandelt wird nach den Beschwerden.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt eine übliche Dosis für Frauen nach der Menopause und Hinweise für ältere Menschen sowie für Kinder und Jugendliche [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Nehmen Sie Letrozol immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Tablette jeden Tag möglichst zur gleichen Zeit ein, dann fällt es leichter, an die Einnahme zu denken. Sie können sie mit oder ohne Nahrung einnehmen und schlucken sie im Ganzen mit einem Glas Wasser [1]. Wie lange Sie Letrozol nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; es kann sein, dass Sie es über Monate oder sogar Jahre einnehmen müssen [1].

Brechen Sie die Einnahme nicht ab, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, dass Sie das tun sollen [1]. Absetzerscheinungen oder ein Ausschleichen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Wie lange die Behandlung je nach Anwendungsgebiet dauert und was bei belastenden Gelenkschmerzen möglich ist, lesen Sie auf der Seite Letrozol absetzen. Haben Sie zu viel eingenommen, wenden Sie sich unverzüglich an eine Ärztin, einen Arzt oder ein Krankenhaus und nehmen Sie die Tablettenpackung mit [1]; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Letrozol

Letrozol gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten mit 2,5 mg. Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage des Originalpräparats Femara; Angaben zu Wirkweise, Wechselwirkungen, Studienergebnissen, Schwangerschaft und zu einzelnen Nebenwirkungen stammen zusätzlich aus der Fachinformation von Femara [1, 2].

Präparate mit Letrozol
PräparatAnbieterHinweis
FemaraNovartis Pharma GmbHFilmtabletten mit 2,5 mg; Grundlage dieser Seite
Letrozol-ratiopharmratiopharm GmbHFilmtabletten mit 2,5 mg
Letrozol WinthropWinthrop Arzneimittel GmbHFilmtabletten mit 2,5 mg

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Femara 2,5 mg Filmtabletten. Novartis Pharma GmbH. Stand 04/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Femara 2,5 mg Filmtabletten. Novartis Pharma GmbH. Stand 04/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Letrozol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat Letrozol am häufigsten?

Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, treten Hitzewallungen, erhöhte Cholesterinwerte, Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen sowie Schmerzen in Knochen und Gelenken auf. Laut Packungsbeilage sind die meisten Nebenwirkungen leicht bis mittelschwer und verschwinden im Allgemeinen nach einigen Tagen bis Wochen der Behandlung. Beeinträchtigt Sie eine Nebenwirkung erheblich, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Verursacht Letrozol Gelenkschmerzen?

Ja, Schmerzen in Knochen und Gelenken gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen; Muskelschmerzen und Gelenksteifigkeit sind häufig. Gelegentlich kommt es zu einer Sehnenentzündung, selten zu einem Sehnenriss. Bemerken Sie Schmerzen oder Schwellungen an einer Sehne, stellen Sie den Bereich ruhig und wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Bekommt man von Letrozol Haarausfall?

Haarausfall gehört zu den häufigen Nebenwirkungen und kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Wie Hitzewallungen oder Blutungen aus der Scheide kann er laut Packungsbeilage auf den Östrogenmangel zurückgehen, den Letrozol bewirkt. Belastet Sie der Haarausfall erheblich, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Nimmt man mit Letrozol zu?

Eine Gewichtszunahme ist eine häufige Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Ebenfalls häufig sind mehr oder weniger Appetit und Schwellungen an Armen, Händen, Füßen oder Knöcheln durch Wassereinlagerungen. Gelegentlich wird dagegen eine Gewichtsabnahme beobachtet. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn sich Ihr Gewicht deutlich verändert.

Schadet Letrozol den Knochen?

Letrozol kann über die Verringerung der Östrogene die Knochendichte senken (Osteoporose); in einigen Fällen kann es dadurch zu Knochenbrüchen kommen. Beides gehört zu den häufigen Nebenwirkungen. Deshalb kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Knochendichte vor, während und nach der Behandlung messen. In einer großen Studie traten während der Behandlung, die im Median 5 Jahre dauerte, unter Letrozol bei 10,2 Prozent der Frauen Knochenbrüche auf, unter Tamoxifen bei 7,2 Prozent.

Wie lange muss man Letrozol nehmen?

Das legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Laut Packungsbeilage kann es sein, dass Sie Letrozol über Monate oder sogar Jahre einnehmen müssen. Brechen Sie die Einnahme nicht ab, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, dass Sie das tun sollen. Die Dosis laut Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt Dosierung.

Darf ich Letrozol nehmen, wenn ich noch meine Periode habe?

Nein. Letrozol darf nur eingenommen werden, wenn die Menopause bereits eingetreten ist; bei noch bestehenden Monatsblutungen, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit ist es nicht erlaubt. Ist unklar, ob die Menopause eingetreten ist, müssen laut Fachinformation vor Behandlungsbeginn bestimmte Hormonwerte gemessen werden. Weil trotzdem eine Schwangerschaft möglich ist, sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen über eine wirksame Verhütung sprechen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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    Ob ein Medikament vor, zum oder nach dem Essen eingenommen wird, steht in seiner Packungsbeilage.