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Schwere Hautreaktionen durch Medikamente (SJS/TEN)

Schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), die toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und DRESS können lebensbedrohlich sein. Die Packungsbeilagen nennen sie zum Beispiel bei Allopurinol, Carbamazepin, Lamotrigin, Cotrimoxazol und Metamizol und stufen SJS und TEN dort als selten oder sehr selten ein. Das höchste Risiko besteht laut den Packungsbeilagen von Allopurinol, Carbamazepin und Cotrimoxazol in den ersten Behandlungswochen. Bei Warnzeichen wie Blasen, sich ablösender Haut, wunden Stellen im Mund oder geröteten Augen holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Nach einem SJS oder einer TEN durch Allopurinol, Carbamazepin, Lamotrigin, Cotrimoxazol oder Metamizol darf das Mittel laut seiner Packungsbeilage nie wieder eingenommen werden.

Frau mit hellbraunem Haar sitzt auf dem Sofa und betrachtet besorgt gerötete Flecken an ihrem Unterarm
Bild: KI-generiert

Schwere Hautreaktionen sind Nebenwirkungen von Medikamenten, die lebensbedrohlich sein können [1, 3, 7]. Dazu zählen das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), die toxische epidermale Nekrolyse (TEN, in der Fachinformation von Carbamazepin auch Lyell-Syndrom genannt) und das Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) [4, 5]. Beim SJS bilden sich ausgedehnte Ausschläge mit Blasen und sich abschälender Haut, besonders um Mund, Nase, Augen und Genitalbereich; bei der TEN schält sich die Haut auf mehr als 30 Prozent der Körperoberfläche ab [5]. Bei DRESS kommt zu einem ausgedehnten Ausschlag eine Beteiligung von Leber, Blut und anderen Organen [5]. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) zählt SJS, TEN und DRESS zu den schweren Spätreaktionen der Haut auf Arzneimittel; laut ihrer Zeittabelle beginnen sie typischerweise Tage bis Wochen nach Beginn der Einnahme [13]. Einen gewöhnlichen Ausschlag behandelt die Seite Hautausschlag durch Medikamente.

Welche Medikamente schwere Hautreaktionen auslösen können

Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe und aus Mitteilungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Jede Häufigkeitsangabe gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht [1, 3, 5, 7, 9].

  • Allopurinol (Gichtmittel): Laut Packungsbeilage wurden schwere, möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen wie SJS und TEN im Zusammenhang mit Allopurinol berichtet; sie sind dort als sehr selten eingestuft (bis zu 1 von 10.000 Behandelten) [1]. Hautveränderungen mit offenen, schmerzenden Stellen an Mund, Hals, Nase oder Genitalien, geröteten, geschwollenen Augen und großflächiger Blasenbildung oder Ablösung der Haut stehen dort als selten (bis zu 1 von 1.000) [1]. Überempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol können sich laut Fachinformation auch als DRESS äußern [2].
  • Carbamazepin (Antiepileptika): Die Packungsbeilage stuft SJS und TEN als sehr selten ein, DRESS und die akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), einen akuten, großflächigen Ausschlag, mit nicht bekannter Häufigkeit [3]. Die AGEP nennt die Fachinformation im Vergleich zu SJS, TEN und DRESS weniger schwer [4]. Laut Fachinformation treten schwere und in einigen Fällen tödliche Hautreaktionen wie TEN und SJS in Ländern mit vorwiegend europäischstämmiger Bevölkerung bei schätzungsweise 1 bis 6 von 10.000 neuen Anwendern auf, in einigen asiatischen Ländern etwa 10-mal häufiger [4]. Hautentzündungen, bei denen sich Haut oder Schleimhäute schuppend ablösen (exfoliative Dermatitis), sind in der Packungsbeilage als gelegentlich eingestuft (bis zu 1 von 100) [3].
  • Lamotrigin (Antiepileptika): In der Packungsbeilage ist das SJS als selten eingestuft, TEN und DRESS als sehr selten [5]. Bei Erwachsenen mit Epilepsie, die in Studien nach den heutigen Dosierungsempfehlungen behandelt wurden, traten schwere Hautausschläge laut Fachinformation bei etwa 1 von 500 auf; etwa die Hälfte davon wurde als SJS berichtet [6]. In Studien bei bipolarer Störung lag die Rate schwerer Hautausschläge bei etwa 1 von 1.000 [6]. Bei Kindern ist das Risiko höher: Die Daten lassen auf stationär zu behandelnde Hautausschläge bei 1 von 300 bis 1 von 100 Kindern schließen [6].
  • Cotrimoxazol (Antibiotika): Die Packungsbeilage nennt schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie das Erythema exsudativum multiforme und die exfoliative Dermatitis als selten, SJS, TEN und DRESS als sehr selten [7]. Bei Menschen mit einer HIV-Infektion treten solche Hautreaktionen laut Packungsbeilage häufiger auf [7]. Ist ein Erythema exsudativum multiforme, ein SJS, eine TEN oder ein DRESS schon einmal aufgetreten, darf Cotrimoxazol laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden [7].
  • Metamizol (Nichtopioid-Schmerzmittel): SJS und TEN sind laut Packungsbeilage sehr selten, DRESS hat eine nicht bekannte Häufigkeit [9]. Laut Fachinformation können diese Reaktionen lebensbedrohlich oder tödlich sein [10].
  • Febuxostat (Gichtmittel): Über schwere Überempfindlichkeitsreaktionen unter Febuxostat, darunter das SJS, informierte ein Rote-Hand-Brief vom 21. Mai 2012; in den meisten Fällen traten sie im ersten Behandlungsmonat auf [11]. Bei einigen, aber nicht bei allen Betroffenen war bereits eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Allopurinol und/oder eine Nierenerkrankung bekannt [11].
  • Schleimlöser Ambroxol und Bromhexin (Hustenmittel): Nach einem europäischen Bewertungsverfahren bestätigte die zuständige Koordinierungsgruppe (CMDh), dass ihre Anwendung unabhängig vom Anwendungsgebiet mit dem Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion bis zur schweren Hautreaktion verbunden sein kann [12]. Die Europäische Kommission entschied am 14. Januar 2016, Fach- und Gebrauchsinformationen um einen Warnhinweis zu schweren Hautreaktionen zu ergänzen; das BfArM ordnete die Umsetzung am 11. Februar 2016 an [12].

Die Tabelle zeigt alle Wirkstoffe mit Steckbrief, deren Produktinformation schwere Hautreaktionen nennt:

Schwere Hautreaktionen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
CarbamazepinGelegentlichHautausschlag mit Blutbildveränderungen und Allgemeinsymptomen (DRESS) · Hautentzündung mit schuppender Ablösung von Haut oder Schleimhäuten (exfoliative Dermatitis) und den ganzen Körper betreffende Rötung und…
CefaclorGelegentlichSchwere Hautreaktionen mit lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen (wie z. B. exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom)
EnoxaparinGelegentlichGroße, rote, unregelmäßig geformte Hautmale mit oder ohne Blasen (bullöse Dermatitis) · Roter, schuppiger, großflächiger Ausschlag mit Pusteln und Bläschen und Fieber, meist zu Beginn der Behandlung (akute…
MethotrexatGelegentlichSchwere Hautausschläge (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), die mit rötlichen, zielscheibenartigen oder kreisrunden Flecken beginnen und lebensbedrohlich sein können · Arzneimittelreaktion mit…
RoxithromycinGelegentlichHautausschlag, der mit Blasenbildung einhergehen kann und an kleine Zielscheiben erinnert (Erythema multiforme) · Schwere Hautreaktionen mit großflächiger Blasenbildung und Hautablösung (Stevens-Johnson-Syndrom,…
AdalimumabSeltenStevens-Johnson-Syndrom (frühe Anzeichen sind Unwohlsein, Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschlag); entzündlicher Hautausschlag (Erythema multiforme)
AlendronsäureSeltenSchwere Hautreaktionen mit Hautausschlag, Blasenbildung oder anderen Veränderungen an Haut, Augen, Mund oder Geschlechtsorganen, Juckreiz oder Fieber (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)
AllopurinolSeltenHautveränderungen wie offene, schmerzende Stellen an Mund, Hals, Nase oder Genitalien, rote, geschwollene Augen (Konjunktivitis), großflächige Blasenbildung oder Ablösung der Haut · Schwere, möglicherweise…
Amoxicillin/ClavulansäureSeltenHautausschlag, möglicherweise mit Blasen, der wie kleine Zielscheiben aussieht: zentraler dunkler Fleck, umgeben von einem blasseren Bereich und einem dunklen Ring außen (Erythema multiforme) · Ausgedehnter…
AtorvastatinSeltenSchwere Hauterkrankungen mit Ablösung und Schwellung der Haut, Blasen auf der Haut, im Mund, im Genitalbereich und um die Augen und Fieber; fleckiger, roter Ausschlag vor allem an Handflächen und Fußsohlen, eventuell…
AzithromycinSeltenGroßflächiger Ausschlag mit hohem Fieber und vergrößerten Lymphknoten (DRESS-Syndrom, Arzneimittelüberempfindlichkeitssyndrom) · Großflächiger, roter, schuppiger Ausschlag mit Beulen unter der Haut und Bläschen,…
CefpodoximSeltenBlasenbildende Hautreaktionen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse; laut Fachinformation auch Lyell-Syndrom) · Ausgedehnter Ausschlag, hohe Körpertemperatur und vergrößerte…
ClindamycinSeltenLebensbedrohliche Erkrankung der Haut, teilweise mit Blasenbildung, Absterben der obersten Hautschichten oder großflächiger Ablösung der Haut (toxisch-epidermale Nekrolyse); weitere Erkrankungen der Haut:…
CodeinSeltenSchwere allergische Reaktionen einschließlich massiver Blasenbildung auf der Haut; laut Fachinformation einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom
Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim)SeltenSchwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Erythema exsudativum multiforme und exfoliative Dermatitis, unter Umständen lebensbedrohliche Erkrankungen, teilweise mit Hautablösung und eventuell…
DihydrocodeinSeltenSchwere allergische Reaktionen einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom; Schwellungen der Haut und Schleimhaut, vor allem im Bereich von Mund und Augen (Quincke-Ödeme)
DorzolamidSeltenSchwerwiegende Hautreaktionen mit Blasenbildung, die Mund, Augen und Geschlechtsorgane betreffen können (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)
DoxycyclinSeltenArzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) · Schwere Hautreaktionen mit lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen (Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom,…
DuloxetinSeltenStevens-Johnson-Syndrom, eine schwere Erkrankung mit Blasenbildung an Haut, Mund, Augen und Genitalien
EnalaprilSeltenHautreaktion "Erythema multiforme"; schwerwiegende Hauterkrankungen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse mit Rötung und Abschälen der Haut, Blasenbildung und Ablösung der oberen Hautschichten;…
EtanerceptSeltenHautausschlag, der zu schwerer Blasenbildung und Hautabschälung führen kann (laut Fachinformation Stevens-Johnson-Syndrom und Erythema multiforme) · Laut Fachinformation schwere Hautreaktion mit großflächiger Ablösung…
EtoricoxibSeltenSchwerwiegende Hautreaktionen (laut Fachinformation Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, fixes Arzneimittelexanthem)
FebuxostatSeltenMöglicherweise lebensbedrohliche Hautausschläge mit Blasenbildung und Abschälen von Haut und Schleimhäuten, schmerzhaften Geschwüren in Mund oder Genitalbereich, Fieber, Halsschmerzen und Müdigkeit…
FluconazolSeltenAusgedehnter blasenbildender Hautausschlag und Abschälen der Haut, schwere Hautreaktionen (laut Fachinformation toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, akute generalisierte exanthematische Pustulose,…
FluoxetinSeltenHautrötung, unterschiedlichste Hautreaktionen, Blasenbildung oder Schälen der Haut; laut Fachinformation Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse
InfliximabSeltenSchwerwiegende Hautprobleme wie toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
ItraconazolSeltenSchwere allergische Hautreaktionen (toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, akute generalisierte exanthematöse Pustulose, Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis, leukozytoklastische Vaskulitis) mit…
LamotriginSeltenHautreaktion mit roten Flecken, die wie eine Zielscheibe aussehen können: dunkelrote Mitte, umgeben von hellroten Ringen (Erythema multiforme) · Lebensbedrohliche Hautreaktion mit ausgedehntem Ausschlag, Blasen und…
LevetiracetamSeltenSchwerwiegende allergische Reaktionen: Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), anaphylaktische Reaktion, Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge und Rachen (Quincke-Ödem) · Schwere…
LevofloxacinSeltenGroßflächiger Hautausschlag mit hoher Körpertemperatur, erhöhten Leberenzymwerten, Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), vergrößerten Lymphknoten oder Beteiligung anderer Organe (DRESS) · Schwere…
LoperamidSeltenSchwere Hauterkrankungen mit Blasenbildung (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme)
MebendazolSeltenSchwere Hautreaktionen, die mit Blasen einhergehen können, Mund, Hals, Augen und Geschlechtsorgane betreffen und lebensbedrohlich sein können (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)
MinoxidilSeltenSchwerwiegende fieberhafte Erkrankung mit Entzündung und Bläschenbildung an Haut und Schleimhäuten, unter anderem an Mund, Nase oder Geschlechtsorganen (Stevens-Johnson-Syndrom); Hautentzündung mit Bläschenbildung…
NivolumabSeltenSchwerwiegende, möglicherweise tödliche Ablösung der Haut (toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom)
NystatinSeltenSchwere Hautreaktion (Stevens-Johnson-Syndrom): rötliche, nicht erhabene, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Hautabschälungen, Geschwüre in Mund, Rachen, Nase, an…
OmeprazolSeltenGroßflächiger Hautausschlag mit hoher Körpertemperatur und vergrößerten Lymphknoten (DRESS-Syndrom, Arzneimittelüberempfindlichkeitssyndrom) · Roter, schuppiger, großflächiger Hautausschlag mit Beulen unter der Haut…
OxcarbazepinSeltenHautausschlag und/oder Fieber als Zeichen eines DRESS-Syndroms (Arzneimittelausschlag mit Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen und Allgemeinsymptomen) oder einer AGEP (akute generalisierte exanthematische…
PembrolizumabSeltenHautreaktion mit Juckreiz, Blasen, Abschälungen oder Wunden der Haut und/oder Geschwüren in Mund, Nase, Rachen oder Genitalbereich (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse); empfindliche rote Beulen…
PregabalinSeltenSchwere Hautreaktionen mit rötlichen, zielscheibenartigen oder kreisförmigen Flecken am Rumpf, Blasen, Abschälen der Haut und Geschwüren an Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische…
RamiprilSeltenStarke Schuppung oder Ablösung der Haut (exfoliative Dermatitis) · Schwere Hautreaktionen mit Rötung, Blasenbildung oder Ablösung der Haut (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme)
SecukinumabSeltenRötung und Abschälung der Haut an größeren Körperpartien, die jucken oder schmerzen kann (exfoliative Dermatitis); laut Fachinformation bei Menschen mit Psoriasis berichtet
SertralinSeltenSchwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und epidermale Nekrolyse; Hautentzündung mit Blasen (bullöse Dermatitis)
SildenafilSeltenSchwerwiegende Hautreaktionen mit schwerer Hautabschilferung und starken Hautschwellungen, Blasenbildung im Mund, an den Genitalien und um die Augen sowie Fieber (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)
SulfasalazinSeltenHautreaktion mit Blutbildveränderung (Eosinophilie) und Beteiligung von Organen des ganzen Körpers, teils ähnlich dem Pfeiffer’schen Drüsenfieber oder einer Serumkrankheit (DRESS-Syndrom); schwere allergische Reaktion…
TacrolimusSeltenToxische epidermale Nekrolyse: wunde Stellen und Blasen auf Haut oder Schleimhäuten, rote geschwollene Haut, die sich großflächig ablösen kann · Stevens-Johnson-Syndrom: unerklärliche großflächige Hautschmerzen,…
TadalafilSeltenSchwerwiegende Hautausschläge (Stevens-Johnson-Syndrom, exfoliative Dermatitis)
TamoxifenSeltenSchwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) mit rötlichen, zielscheibenartigen oder kreisrunden Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Hautabschuppung und Geschwüren an Mund,…
TinzaparinSeltenToxischer Hautausschlag (laut Fachinformation einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom)
TopiramatSeltenSchwerwiegende Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse: Hautausschläge mit oder ohne Blasen, Reizungen, Entzündungen oder Schwellungen an Mund, Rachen, Nase, Augen und Genitalien,…
UstekinumabSeltenRötung und Ablösen der Haut über eine größere Fläche des Körpers, die mit Juckreiz oder Schmerzen einhergehen können (exfoliative Dermatitis, Erythrodermie); ähnliche Beschwerden können sich manchmal im natürlichen…
ValproinsäureSeltenSchwere Hautreaktionen mit Blasenbildung, Abschälen oder Blutungen der Haut (auch an Lippen, Augen, Mund, Nase, Genitalien, Händen oder Füßen), mit oder ohne Ausschlag, manchmal mit Fieber, Schüttelfrost oder…
VenlafaxinSeltenStarker Ausschlag, der in starke Blasenbildung und Ablösung der Haut übergehen kann (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme)
AcetylcysteinSehr seltenSchwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und Lyell-Syndrom, berichtet im zeitlichen Zusammenhang mit der Anwendung
AcetylsalicylsäureSehr seltenNiedrig dosiert (100 mg): schwere, fieberhaft verlaufende Hautausschläge mit Beteiligung der Schleimhäute (Erythema exsudativum multiforme) · Als Schmerzmittel (500 mg): schwerwiegende Hautreaktionen wie…
Acetylsalicylsäure/Paracetamol/CoffeinSehr seltenSchwere Hautreaktionen wie toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), akutes generalisiertes pustulöses Exanthem und fixes Arzneimittelexanthem
AmlodipinSehr seltenSchwere Hautreaktionen (Erythema exsudativum multiforme, exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom) · Schwere Hautreaktion mit Blasenbildung und Abschälen der Haut (toxische epidermale Nekrolyse)
AmoxicillinSehr seltenHautreaktion "Erythema multiforme": juckende rötlich-violette Flecken vor allem an Handflächen und Fußsohlen, wabenartig erhabene Schwellungen, empfindliche Stellen im Mund, an den Augen und im Intimbereich, eventuell…
AnastrozolSehr seltenSehr schwerwiegende Hautreaktion mit Geschwüren und Blasen auf der Haut (Stevens-Johnson-Syndrom)
ApixabanSehr seltenBei Vorhofflimmern: Hautausschlag, der Blasen bilden kann und wie kleine Zielscheiben aussieht: dunkle Flecken in der Mitte, umgeben von einem helleren Bereich und einem dunklen Ring am Rand (Erythema multiforme)
AzathioprinSehr seltenSchwere Hautreaktionen mit Blasenbildung und/oder Ablösung der Haut, besonders an Armen und Beinen sowie im Mund-, Augen- und Genitalbereich, mit schlechtem Allgemeinbefinden und Fieber (Stevens-Johnson-Syndrom,…
BupropionSehr seltenHautreaktion mit rötlichen, nicht erhabenen, zielscheibenartigen oder kreisförmigen Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Ablösung der Haut und Geschwüren in Mund, Rachen, Nase, an Genitalien und Augen; vorher…
CarbimazolSehr seltenSchwere Verlaufsformen allergischer Hauterscheinungen bis zur generalisierten Dermatitis
CarvedilolSehr seltenSchwere Hautreaktionen mit Hautausschlag, Rötung, Blasen an den Lippen, um die Augen oder im Mund, schuppiger Haut, Wunden im Mund, an den Lippen und auf der Haut oder Ablösen der obersten Hautschicht am ganzen Körper…
CelecoxibSehr seltenSchwerwiegende Hautreaktionen mit Hautausschlag, Blasenbildung oder Abschälen der Haut (Stevens-Johnson-Syndrom, exfoliative Dermatitis, toxisch-epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme, bullöse Dermatitis) sowie…
CiprofloxacinSehr seltenSchwerer, lebensbedrohlicher Hautausschlag mit Blasen und Geschwüren an Mund, Hals, Nase, Augen und Genitalien, der zu ausgedehnter Blasenbildung und Abschälen der Haut führen kann (Stevens-Johnson-Syndrom,…
ClopidogrelSehr seltenBlasenbildung der Haut und allergische Hautreaktionen; laut Fachinformation u. a. blasenbildende Hautentzündungen (bullöse Dermatitis: toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme, akut…
DiclofenacSehr seltenSchwere Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Blasenbildung (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse/Lyell-Syndrom) und Hautentzündung mit Abschuppung (exfoliative Dermatitis) · Großflächige Form des…
ErythromycinSehr seltenSchwere Hautreaktionen (Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom oder toxisch-epidermale Nekrolyse), vor allem bei Kindern aller Altersstufen · Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP),…
EsomeprazolSehr seltenSchwere Hautreaktionen: plötzlich auftretender schwerer Ausschlag, Hautrötung mit Blasenbildung oder Ablösen der Haut, Blasen und Blutungen an Lippen, Augen, Mund, Nase und Genitalien, möglicherweise mit hohem Fieber…
FamotidinSehr seltenSchwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)
GlyceroltrinitratSehr seltenSchwere entzündliche Hauterkrankung (exfoliative Dermatitis)
HydrochlorothiazidSehr seltenSchwerwiegende Hauterkrankung mit Blasenbildung (toxische epidermale Nekrolyse)
IbandronsäureSehr seltenSchwere Hautreaktionen; laut Fachinformation Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme und blasenbildende Hautentzündung (Dermatitis bullosa)
IbuprofenSehr seltenSchwere Hautreaktionen mit Flecken, Blasen, Abschälen der Haut und Geschwüren an Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen (exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale…
IndapamidSehr seltenSchwere Hautreaktionen mit ausgeprägtem Hautausschlag, Rötung der Haut am ganzen Körper, starkem Juckreiz, Blasenbildung, Abschälen und Anschwellen der Haut und Entzündung der Schleimhäute (Stevens-Johnson-Syndrom,…
IvermectinSehr seltenSchwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse): rötliche, nicht erhabene, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, häufig mit Blasen in der Mitte, Abschälen der Haut,…
LeflunomidSehr seltenSchwere, unter Umständen lebensbedrohliche Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme) · Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
LisinoprilSehr seltenSchwere Hautreaktionen mit leicht aufplatzenden Blasen, roten juckenden Flecken oder Abschälen der Haut (Pemphigus, toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme)
MetamizolSehr seltenSchwere Hautreaktionen mit rötlichen, zielscheibenartigen oder kreisförmigen Flecken am Rumpf, Blasen, Abschälen der Haut und Geschwüren in Mund, Rachen, Nase, an Genitalien und Augen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische…
MethylphenidatSehr seltenHautabschälung (exfoliative Dermatitis), kleine gerötete Hautflecken
MiconazolSehr seltenVerbrühungsähnliche Haut- und Schleimhauterscheinungen (Lyell-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) · Schwere Störung des Allgemeinbefindens mit hohem Fieber, begleitet von akutem fleckigem Hautausschlag mit späterer…
MontelukastSehr seltenSchwere Hautreaktionen (Erythema multiforme), die ohne Vorwarnung auftreten können
MoxifloxacinSehr seltenSchwere Hautausschläge (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse): rötliche, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Hautablösung, Geschwüre in Mund, Rachen,…
NaproxenSehr seltenSchwere Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Rötung und Blasenbildung (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) · Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS):…
NifedipinSehr seltenSchuppende Hautentzündung (exfoliative Dermatitis) · Schwerwiegende und lebensbedrohliche Hautveränderungen mit Ablösung und Blasenbildung der Oberhaut (Syndrom der verbrühten Haut, toxische epidermale Nekrolyse)
NitrofurantoinSehr seltenSchwere Hautausschläge mit Blasenbildung (Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom) · Großflächiger Hautausschlag gekoppelt mit Änderungen des Blutbilds und unter Beteiligung innerer Organe wie Leber, Niere, Schilddrüse…
OlanzapinSehr seltenSchwere allergische Reaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS): zuerst grippeähnliche Beschwerden und Ausschlag im Gesicht, dann großflächiger Ausschlag, hohes Fieber, vergrößerte Lymphknoten, erhöhte…
OndansetronSehr seltenAusgedehnter Ausschlag mit Blasenbildung und Hautablösung auf großen Teilen der Hautoberfläche (toxische epidermale Nekrolyse)
ParacetamolSehr seltenSchwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, akutes generalisiertes pustulöses Exanthem)
ParoxetinSehr seltenSchwere Hautreaktionen: Ausschlag mit Blasen, der wie kleine Zielscheiben aussieht (Erythema multiforme), oder ausgedehnter Ausschlag mit Blasen und sich abschälender Haut, besonders um Mund, Nase, Augen und…
PiroxicamSehr seltenSchwere und möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)
QuetiapinSehr seltenSchwerer Hautausschlag, Blasen oder rote Flecken auf der Haut · Stevens-Johnson-Syndrom (schwere Blasenbildung) · Gerötete Haut mit vielen kleinen Pusteln (AGEP) · Toxische epidermale Nekrolyse (Fieber, Blasen, Ablösen…
RituximabSehr seltenBei Non-Hodgkin-Lymphom, CLL, rheumatoider Arthritis, GPA oder MPA: schwere, lebensbedrohliche Hauterkrankungen mit Blasenbildung, Rötung, oft mit Blasen, auf der Haut oder den Schleimhäuten etwa im Mund, im…
RivaroxabanSehr seltenSich ausbreitender, starker Hautausschlag, Bläschenbildung oder Schleimhautwunden, etwa im Mund oder an den Augen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) · Arzneimittelreaktion mit Hautausschlag,…
TamsulosinSehr seltenSchwerer entzündlicher Ausschlag von Haut und Schleimhäuten als allergische Reaktion auf Arzneimittel oder andere Stoffe (Stevens-Johnson-Syndrom) · Schwere Hautausschläge (Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis)
TerbinafinSehr seltenSchwere Hautreaktionen: schwere Form von Hautausschlag (Erythema multiforme) mit Hautrötung, Fieber, Blasen- oder Geschwürbildung (Stevens-Johnson-Syndrom), starker Ausschlag mit Rötung, Abschälung und Blasenbildung…
ThiamazolSehr seltenSchwere allergische Hautreaktionen, die unter Umständen den ganzen Körper betreffen (generalisierte Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom)
TorasemidSehr seltenSchwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)
AmbroxolNicht bekanntSchwere Hautreaktionen (darunter Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und akute generalisierte exanthematische Pustulose)
AmiodaronNicht bekanntNesselsucht; schwere, lebensbedrohliche oder tödlich verlaufende Hautreaktionen mit Ausschlag, Blasen, sich schälender Haut und Schmerzen (toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, bullöse Dermatitis,…
AmitriptylinNicht bekanntSchwere Hautreaktion mit großflächigem Hautausschlag, hoher Körpertemperatur und vergrößerten Lymphknoten (DRESS, Arzneimittelüberempfindlichkeitssyndrom)
AripiprazolNicht bekanntSchwere allergische Reaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS): zunächst grippeähnliche Beschwerden und Ausschlag im Gesicht, dann sich ausbreitender Ausschlag, erhöhte Temperatur, vergrößerte…
BrinzolamidNicht bekanntSchwerwiegende, potenziell lebensbedrohliche Hautausschläge: rötliche, flache, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Abschälen der Haut, Geschwüre an Mund, Rachen, Nase,…
BrivaracetamNicht bekanntWeit ausgebreiteter Ausschlag mit Blasenbildung und Schälen der Haut, insbesondere um Mund, Nase, Augen und Genitalien (Stevens-Johnson-Syndrom)
CefuroximNicht bekanntHautreaktionen einschließlich schwerer Hautreaktionen: Nesselsucht, Juckreiz, zielscheibenartiger Ausschlag (Erythema multiforme), ausgedehnter Ausschlag mit Blasen und Abschälen der Haut (Stevens-Johnson-Syndrom,…
CetirizinNicht bekanntAkut generalisiertes pustulöses Exanthem (Ausschlag mit eitergefüllten Blasen)
ClarithromycinNicht bekanntStevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse (schweres Abschälen und Blasenbildung der Haut) · Allergische Reaktionen einschließlich Ausschlag und entzündlichem Hautausschlag (DRESS-Syndrom;…
ClozapinNicht bekanntArzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
DimenhydrinatNicht bekanntSchwere Hautreaktion (Stevens-Johnson-Syndrom), die laut Fachinformation lebensbedrohlich oder tödlich sein kann
EnzalutamidNicht bekanntSchwerwiegende Hautreaktion mit rötlichen, nicht erhabenen, zielscheibenähnlichen oder kreisrunden Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Hautabschälung und Geschwüren in Mund, Rachen, Nase, an den Genitalien…
FurosemidNicht bekanntSchwere Haut- und Schleimhautreaktionen, z. B. mit Blasenbildung oder Ablösung der Haut (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, akute generalisierte exanthematische Pustulose [AGEP],…
GabapentinNicht bekanntSchwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, DRESS), Erythema multiforme, Schwellungen von Haut und Schleimhaut…
HaloperidolNicht bekanntAblösen oder Abschälen der Haut (exfoliative Dermatitis); entzündete kleine Blutgefäße mit Ausschlag aus kleinen roten oder violetten Beulen (leukozytoklastische Vaskulitis)
HydroxychloroquinNicht bekanntArzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS): Hautausschlag mit Fieber, grippeähnlichen Beschwerden und vergrößerten Lymphknoten · Akutes generalisiertes pustulöses Exanthem (AGEP): Blasen,…
IsotretinoinNicht bekanntSchwere Hautreaktionen (Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse): anfangs rötliche, nicht erhabene, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, oft mit Blasen…
LacosamidNicht bekanntSchwere Hautreaktion, die mit Fieber und anderen grippeähnlichen Beschwerden einhergehen kann, mit Ausschlag im Gesicht, ausgedehntem Ausschlag und geschwollenen Lymphknoten; im Blut möglicherweise erhöhte Leberwerte…
LetrozolNicht bekanntHauterkrankungen (toxische epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme); Anzeichen laut Packungsbeilage: Hautausschlag, gerötete Haut, Blasen an Lippen, Augen oder Mund, Ablösen der Haut, Fieber
LeuprorelinNicht bekanntBei Männern mit Prostatakrebs: schwere Hautreaktionen mit rötlichen, zielscheibenartigen oder kreisförmigen Flecken, Blasen, Abschälen der Haut und Geschwüren an Schleimhäuten (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische…
LisdexamfetaminNicht bekanntHautschwellungen (Angioödem) oder schwerer Hautausschlag mit Blasenbildung an Haut und Schleimhäuten (Stevens-Johnson-Syndrom)
LithiumNicht bekanntGroßflächiger Hautausschlag, hohe Körpertemperatur, erhöhte Leberenzyme, veränderte Blutwerte (Eosinophilie), vergrößerte Lymphknoten und Beteiligung anderer Körperorgane (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und…
MesalazinNicht bekanntSchwere Hautreaktionen (DRESS-Syndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse): rötliche, nicht erhabene, zielscheibenähnliche oder kreisrunde Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Abschälen…
MetronidazolNicht bekanntAkute entzündliche Erkrankungen von Haut oder Schleimhaut (Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, fixes Arzneimittelexanthem), zum Teil mit Störung des…
MirtazapinNicht bekanntSchwere Hautreaktionen: rötliche, zielscheibenähnliche oder kreisförmige Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Abschälen der Haut, Geschwüre an Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen…
MorphinNicht bekanntSchwere Hautreaktion mit Blasenbildung, großflächig schuppiger Haut und eitergefüllten Stellen zusammen mit Fieber (akute generalisierte exanthematische Pustulose, AGEP)
OfloxacinNicht bekanntPotenziell lebensbedrohliche Hautausschläge (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), anfangs als rötliche, zielscheibenähnliche Punkte oder kreisförmige Flecken am Rumpf, oft mit Bläschen in der Mitte
PaliperidonNicht bekanntSchwerer oder lebensbedrohlicher Hautausschlag mit Blasenbildung und Ablösen der Haut, der in und um Mund, Nase, Augen und Geschlechtsorgane beginnen kann (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse);…
PantoprazolNicht bekanntSchwere Hautreaktionen mit Blasen, Ablösen der Haut und Geschwüren an Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse bzw. Lyell-Syndrom, Erythema multiforme) ·…
PhenprocoumonNicht bekanntSchwere Hautnekrosen (Absterben von Hautbezirken), manchmal mit Todesfolge (Purpura fulminans) oder dauerhafter Behinderung; allergische Hautreaktionen
PipamperonNicht bekanntSchwerwiegende Hautveränderungen mit Blasenbildung und Abschälen der Haut (toxische epidermale Nekrolyse)
PivmecillinamNicht bekanntSchwere Hautausschläge (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse): rötliche, nicht erhabene, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Abschälen der Haut,…
PseudoephedrinNicht bekanntPlötzlich einsetzendes Fieber, Hautrötung oder viele kleine Pusteln als mögliche Anzeichen einer akuten generalisierten exanthematischen Pustulose (AGEP), innerhalb der ersten 2 Tage der Behandlung möglich
RisedronsäureNicht bekanntSchwerwiegende Hautreaktionen mit Blasen unter der Haut; Entzündung kleiner Blutgefäße mit erhabenen roten Flecken (leukozytoklastische Vaskulitis); Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse mit Blasen…
RisperidonNicht bekanntSchwerer oder lebensbedrohlicher Hautausschlag mit Blasen und Ablösung der Haut, der in und um Mund, Nase, Augen und Geschlechtsorgane beginnen und sich ausbreiten kann (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale…
RizatriptanNicht bekanntSchwere Hautablösung mit oder ohne Fieber (toxische epidermale Nekrolyse, Lyell-Syndrom)
RosuvastatinNicht bekanntSchwere Hautreaktionen: Stevens-Johnson-Syndrom und Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
SitagliptinNicht bekanntSchwere Hautreaktionen mit Ablösung der Haut (exfoliative Hauterkrankungen) einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom · Bullöses Pemphigoid, eine Hauterkrankung mit Blasenbildung
SolifenacinNicht bekanntSchwere Hautreaktion mit Schuppung und Ablösung der Haut (exfoliative Dermatitis)
SpironolactonNicht bekanntSchwere Hautreaktionen mit ausgedehntem Ausschlag, Blasen und sich abschälender Haut (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) oder schwere allergische Reaktion mit Hautausschlag, Beteiligung innerer…
TianeptinNicht bekanntAußergewöhnliche Hautreaktionen mit Blasenbildung (bullöse Reaktionen)
TrospiumchloridNicht bekanntSchwere Hautreaktionen mit Blutungen und Blasenbildung, gegebenenfalls auch mit Beteiligung der Schleimhäute (laut Fachinformation Stevens-Johnson-Syndrom und toxisch-epidermale Nekrolyse); ein ursächlicher…
VerapamilNicht bekanntSchwere allergische Hautreaktion mit schwerer Störung des Allgemeinbefindens (Stevens-Johnson-Syndrom), Erythema multiforme

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (141 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Schwere Hautreaktionen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (1 Wirkstoff)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Schwere Hautreaktionen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
PhenprocoumonSchmerzhafter Hautausschlag; in seltenen Fällen schwere Hauterkrankungen wie die Kalziphylaxie, die mit einem schmerzhaften Hautausschlag beginnt und zu schweren Komplikationen führen kann, häufiger bei chronischer NierenerkrankungNicht bekannt

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen; allergische Sofortreaktionen behandelt die Seite Medikamentenallergie.

Woran Sie eine schwere Hautreaktion durch ein Medikament erkennen

Erste Anzeichen

SJS und TEN zeigen sich laut den Packungsbeilagen von Allopurinol, Carbamazepin und Cotrimoxazol anfänglich als rötliche, schießscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Körperstamm, oft mit einer Blase in der Mitte [1, 3, 7]. Der Ausschlag kann zu großflächiger Blasenbildung oder Ablösung der Haut führen [1, 3, 7]. Weitere Zeichen sind offene, schmerzende Stellen in Mund, Hals, Nase und im Genitalbereich sowie gerötete, geschwollene Augen (Bindehautentzündung) [1, 3, 7]. Oft werden diese Hautreaktionen von grippeähnlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen begleitet; laut Packungsbeilage von Metamizol können Fieber und grippeähnliche Beschwerden dem Ausschlag vorangehen [1, 3, 7, 9].

Bei DRESS nennt die Packungsbeilage von Metamizol einen großflächigen Ausschlag, hohe Körpertemperatur und vergrößerte Lymphknoten [9]. Zu den Zeichen solcher Reaktionen zählt die Packungsbeilage von Lamotrigin außerdem Schwellungen im Gesicht, geschwollene Drüsen an Hals, Achseln oder Leiste, erhöhte Leberenzymwerte, einen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophile) und eine Beteiligung von Organen wie Leber und Nieren [5]. Frühe Zeichen einer solchen Überempfindlichkeitsreaktion wie Fieber oder geschwollene Lymphknoten können laut Fachinformation von Lamotrigin auch ohne Ausschlag auftreten [6]. Mehr dazu: Fieber durch Medikamente und Leberwerte.

Nicht jede Hautreaktion auf ein Medikament ist schwer. Leichte, vereinzelte Ausschläge unter Carbamazepin sind laut Fachinformation meist vorübergehend und nicht gefährlich; die frühen Zeichen schwerer Hautreaktionen können aber schwer von leichten, vorübergehenden Ausschlägen zu unterscheiden sein [4]. Auch bei Lamotrigin ist die Mehrzahl der Hautausschläge laut Fachinformation leicht und klingt von selbst ab; trotzdem sollen alle, die unter Lamotrigin einen Ausschlag bekommen, umgehend ärztlich untersucht werden [6].

Zeitlicher Zusammenhang

Das höchste Risiko für SJS und TEN besteht laut den Packungsbeilagen von Allopurinol, Carbamazepin und Cotrimoxazol in den ersten Behandlungswochen [1, 3, 7]. Bei Lamotrigin treten die Reaktionen eher in den ersten Monaten auf, besonders wenn die Anfangsdosis zu hoch ist, die Dosis zu schnell gesteigert wird oder der Wirkstoff Valproat dazukommt [5]. Laut Leitlinie der DGAKI beginnen die Reaktionen typischerweise in diesen Zeiträumen nach Beginn der Einnahme [13]:

  • SJS und TEN: 4 bis 28 Tage, bei Allopurinol manchmal länger
  • DRESS: 2 bis 8 Wochen
  • AGEP: 1 bis 12 Tage, bei Antibiotika zumeist 1 bis 2 Tage, bei anderen Arzneimitteln oft 7 bis 12 Tage

Für die Einordnung kann laut Leitlinie eine Fotodokumentation der Hautveränderungen in der akuten Phase sehr hilfreich sein; bei mehreren Arzneimitteln kann ein Zeitstrahl erstellt werden, wann welches Mittel gegeben wurde [13]. Bei Kindern kann ein erster Ausschlag laut Fachinformation von Lamotrigin fälschlicherweise für eine Infektion gehalten werden; entwickeln Kinder in den ersten 8 Behandlungswochen Ausschlag und Fieber, sollte die Möglichkeit einer Reaktion auf das Mittel in Betracht gezogen werden [6]. Mehr dazu: Medikamente bei Kindern.

Warum Medikamente schwere Hautreaktionen auslösen können

Reaktion des Immunsystems: Eine allergische Überempfindlichkeit vom Spättyp, an der bestimmte Abwehrzellen (T-Zellen) beteiligt sind, zeigt sich laut Leitlinie typischerweise als Spätreaktion; zu den Spätreaktionen zählt die Leitlinie SJS, TEN und DRESS [13]. Wird das Immunsystem erst während der Behandlung empfindlich gemacht (sensibilisiert), beträgt die typische Zeit bis dahin laut Leitlinie 7 bis 10 Tage; SJS, TEN und DRESS können aber auch erst nach Wochen auftreten [13].

Erbanlagen: Laut Fachinformation von Carbamazepin gibt es vermehrt Hinweise, dass bestimmte Gewebemerkmale des Immunsystems (HLA-Allele) Menschen für solche immunvermittelten Reaktionen anfällig machen [4]. Das Merkmal HLA-B*1502 ist bei Menschen, die von Han-Chinesen oder Thailändern abstammen, stark mit dem Risiko eines SJS durch Carbamazepin verbunden; in diesen Bevölkerungsgruppen tragen es etwa 10 Prozent, bei Menschen europäischer Abstammung ist es zu vernachlässigen (unter 1 Prozent) [4]. Bei Menschen europäischer und japanischer Abstammung ist das Merkmal HLA-A*3101 mit einem erhöhten Risiko für Hautreaktionen durch Carbamazepin verbunden, in den meisten Fällen von geringem Schweregrad [4]. Bei Allopurinol steht das Merkmal HLA-B*5801 mit dem Risiko eines Überempfindlichkeitssyndroms oder von SJS und TEN in Verbindung; es kommt laut Fachinformation bei bis zu 20 Prozent der Han-Chinesen vor, bei 8 bis 15 Prozent der Thai, bei etwa 12 Prozent der Koreaner und bei 1 bis 2 Prozent der Menschen japanischer oder europäischer Abstammung [2]. Auch bei Lamotrigin ist HLA-B*1502 bei Menschen asiatischer Herkunft mit dem Risiko von SJS und TEN verbunden [6].

Genetische Tests können laut Fachinformation von Carbamazepin eine sorgfältige ärztliche Betreuung niemals ersetzen: Viele Menschen mit dem Merkmal bekommen kein SJS und keine TEN, und Menschen ohne das Merkmal können sie trotzdem entwickeln [4]. Auch unter Allopurinol kann ein SJS oder eine TEN bei Menschen ohne HLA-B*5801 auftreten, unabhängig von ihrer Herkunft [2].

Weitere Risikofaktoren: Bei chronisch eingeschränkter Nierenfunktion kann das Risiko einer schweren Hautreaktion unter Allopurinol erhöht sein [1, 2]. Bei Lamotrigin scheint das Risiko eines Hautausschlags laut Fachinformation eng mit hohen Anfangsdosen, einer zu schnellen Dosissteigerung und der gleichzeitigen Anwendung von Valproat zusammenzuhängen; wer früher auf andere Antiepileptika allergisch reagiert hat, bekam unter Lamotrigin etwa dreimal so häufig einen nicht schwerwiegenden Ausschlag [6]. Bei Menschen mit AIDS sind Hautreaktionen unter Cotrimoxazol laut Fachinformation außergewöhnlich häufig, bedingt durch die hohen Dosen bei der Behandlung einer bestimmten Lungenentzündung (Pneumocystis-Pneumonie) [8]. Wer auf Carbamazepin allergisch reagiert, reagiert laut Packungsbeilage mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 25 Prozent auch auf den verwandten Wirkstoff Oxcarbazepin allergisch [3].

Was Sie tun können

Ältere Frau mit grauem Haar im ruhigen Gespräch mit einer Hautärztin in einem hellen Sprechzimmer
Bild: KI-generiert

Bei Warnzeichen sofort ärztliche Hilfe holen. Bei einem Hautausschlag oder den anderen genannten Zeichen an der Haut verlangen die Packungsbeilagen von Allopurinol, Cotrimoxazol und Metamizol, die Anwendung zu beenden und sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen [1, 7, 9]. Bei Carbamazepin sollen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen; eigenmächtig unterbrechen dürfen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage nicht, weil sonst erneut epileptische Anfälle auftreten können [3]. Bei Lamotrigin entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob die Einnahme beendet wird; ohne ärztlichen Rat brechen Sie sie laut Packungsbeilage nicht ab [5]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe und sagen Sie, welche Medikamente Sie einnehmen; die Packungsbeilagen von Allopurinol, Carbamazepin und Cotrimoxazol verlangen das ausdrücklich [1, 3, 7]. Laut den Fachinformationen wird der Verlauf maßgeblich von der frühen Diagnose und dem sofortigen Absetzen aller verdächtigen Arzneimittel bestimmt; frühes Absetzen verbessert die Prognose [2, 4, 8].

Nicht eigenmächtig absetzen. Abgesehen von solchen in der Packungsbeilage genannten Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sprechen Sie auch einen Ausschlag ohne diese Warnzeichen in der Praxis an: Bei Lamotrigin sollen laut Fachinformation alle mit Ausschlag umgehend untersucht werden, und bei Allopurinol verlangt die Packungsbeilage schon bei einem Hautausschlag, die Einnahme zu beenden und sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen [1, 6]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Nie wieder einnehmen, wenn die Packungsbeilage das verlangt. Nach einem SJS oder einer TEN im Zusammenhang mit Carbamazepin darf es laut Packungsbeilage nie wieder angewendet werden, nach einer schweren Hautreaktion durch Allopurinol gilt dasselbe [1, 3]. Bei Cotrimoxazol gilt das nach SJS, TEN oder DRESS, bei Metamizol nach jeder schweren Hautreaktion [7, 9]. Stellt die Ärztin oder der Arzt ein SJS oder eine TEN durch Lamotrigin fest, dürfen Sie es nie wieder einnehmen; laut Fachinformation gilt das auch nach DRESS [5, 6]. Bei Febuxostat darf die Behandlung nach einer Überempfindlichkeitsreaktion wie einem SJS laut Rote-Hand-Brief zu keinem Zeitpunkt wieder aufgenommen werden [11].

Allergiepass und allergologische Abklärung. Eine festgestellte Überempfindlichkeit auf ein Arzneimittel soll laut Leitlinie in einem Allergiepass dokumentiert werden, damit zukünftig auf dieses Mittel verzichtet wird [13]. Den Allergiepass sollten Sie laut gesund.bund.de immer bei sich tragen, damit Ärztinnen und Ärzte im Notfall auf die Angaben zurückgreifen können [14]. Die allergologische Diagnostik sollte laut Leitlinie innerhalb von 4 Wochen bis 6 Monaten nach der Reaktion angestrebt werden [13]. Die Empfindlichkeit (Sensitivität) der Haut- und Labortests schätzt die Leitlinie beim SJS-TEN-Spektrum als sehr gering ein (unter 25 Prozent), und bei der Gefahr einer sehr schweren Reaktion wie SJS, TEN oder DRESS gilt ein Provokationstest mit dem verdächtigen Mittel als Gegenanzeige [13]. Mehr dazu: Medikamentenallergie.

Vor einer Behandlung Bescheid sagen. Hatten Sie schon einmal nach Lamotrigin oder einem anderen Mittel gegen Epilepsie oder bipolare Störung einen Hautausschlag, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme von Lamotrigin mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [5]. Wenn Sie von Han-Chinesen oder Thailändern abstammen, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vor Carbamazepin mit einem Bluttest erkennen, ob Sie ein erhöhtes Risiko für schwere Hautreaktionen haben [3]. Wurden Sie als Träger von HLA-B*1502 erkannt, besprechen Sie das laut Packungsbeilage vor der Einnahme von Lamotrigin [5].

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem BfArM melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Was hinter Rote-Hand-Briefen steckt, erklärt der Ratgeber Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Schwere Hautreaktionen können lebensbedrohlich verlaufen [1, 3, 7]. Laut Packungsbeilage von Lamotrigin können sie sich zu ernsten Problemen wie Organversagen entwickeln, wenn sie nicht behandelt werden [5]. Laut Fachinformation bilden sie sich nach dem Absetzen von Lamotrigin meist zurück, bei einigen Betroffenen bleiben aber dauerhafte Narben; selten verliefen die Reaktionen tödlich [6]. Die Packungsbeilage von Carbamazepin beschreibt Zeichen schwerer Hautreaktionen als mögliche frühe Anzeichen einer schweren Schädigung, die möglicherweise dringend medizinisch behandelt werden muss: Hautausschlag, Hautrötung, Bläschen auf Lippen, Augen oder im Mund und Abschälen der Haut zusammen mit Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Husten oder Schmerzen am ganzen Körper [3].

In lebensbedrohlichen Fällen alarmieren Sie den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112, zum Beispiel bei Bewusstlosigkeit oder schwerer Atemnot [15]. Schwellungen von Gesicht, Augen oder Zunge, Schluckbeschwerden, pfeifender Atem, Atemnot oder Bewusstlosigkeit können laut Packungsbeilage von Carbamazepin Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion sein [3]. Bei einem allergischen Schock unter Allopurinol muss laut Packungsbeilage sofort die nächst erreichbare Ärztin oder der nächst erreichbare Arzt verständigt werden [1]. Mehr dazu: Anaphylaxie.

Andere Ursachen

Nicht jeder Ausschlag mit Bläschen oder Fieber kommt von einem Medikament. Hautausschläge können laut gesund.bund.de auch Anzeichen von Masern oder Röteln sein; eine Medikamentenallergie lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres an den Beschwerden erkennen [14]. Für die Abklärung ist laut Leitlinie unter anderem wichtig, ob zur Zeit der Reaktion eine akute Erkrankung bestand, etwa eine Infektion [13].

  • Windpocken: Typisch sind laut gesund.bund.de ein stark juckender Hautausschlag mit roten Bläschen und leichtes Fieber; vorher fühlen sich Erkrankte allgemein krank mit Kopf- und Gliederschmerzen [16].
  • Gürtelrose: Es bildet sich typischerweise ein halbseitig begrenzter Ausschlag mit kleinen rötlichen Bläschen, meist am Rumpf; vorher treten in der Mehrheit der Fälle Schmerzen, Brennen oder Juckreiz auf [17].
  • Aphthen: Das sind weißlich-rötliche, entzündete Stellen an der Mundschleimhaut, die meistens von selbst abheilen [18]. Sind sehr viele oder große Stellen entzündet, die nicht von allein abheilen, ist eine ärztliche oder zahnärztliche Behandlung wichtig; bei weiteren Beschwerden wie geschwollenen Lymphknoten ist ein Arzt- oder Zahnarztbesuch nötig [18].
  • Pfeiffersches Drüsenfieber: Typische Zeichen sind geschwollene Lymphknoten, Fieber und ein entzündeter Rachen [19]. Bestimmte Antibiotika können bei dieser Virusinfektion einen Hautausschlag auslösen [19].

Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; bei Warnzeichen wie Blasen, sich ablösender Haut oder wunden Schleimhäuten unter einem Medikament holen Sie sofort ärztliche Hilfe [1, 3, 7].

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Allopurinol-ratiopharm® 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Allopurinol-ratiopharm® 100 mg/300 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Carbamazepin-ratiopharm® 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Carbamazepin-ratiopharm® 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lamotrigin-ratiopharm® 100 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Lamotrigin-ratiopharm® Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cotrim forte-ratiopharm® 800 mg/160 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Cotrim-ratiopharm® 400 mg/80 mg Tabletten / Cotrim forte-ratiopharm® 800 mg/160 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm® 500 mg Tabletten (Metamizol). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Novaminsulfon-ratiopharm® 500 mg Tabletten (Metamizol). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  11. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Adenuric® (Febuxostat): Risiko für schwere Hypersensitivitätsreaktionen, darunter auch Stevens-Johnson-Syndrom und akute anaphylaktische Reaktionen/Schock. Berlin-Chemie AG in Übereinstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht vom BfArM). Stand 21.05.2012. abgerufen am 12.10.2026
  12. Behörde Risikoinformation: Ambroxol und Bromhexin, erhöhte Zahl von akuten und verzögerten Hypersensitivitätsreaktionen (Empfehlungen des PRAC 10.03.2015, Durchführungsbeschluss der Europäischen Kommission). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 23.02.2016. abgerufen am 12.10.2026
  13. Leitlinie S2k-Leitlinie Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel (AWMF-Register-Nr. 061-021), Version 3.1. Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) mit DDG, ÄDA, GPA, DKG, DGP, ÖGAI, ÖGDV, DAAU und dZh. Stand gültig ab 01.07.2023 (nächste Überprüfung geplant 06/2028). abgerufen am 12.10.2026
  14. Behörde Medikamentenallergie. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 14.03.2024. abgerufen am 12.10.2026
  15. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  16. Behörde Windpocken. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 02.05.2024. abgerufen am 12.10.2026
  17. Behörde Gürtelrose (Herpes zoster). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 18.07.2025. abgerufen am 12.10.2026
  18. Behörde Aphthen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 03.02.2023. abgerufen am 12.10.2026
  19. Behörde Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 22.01.2025. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Was ist das Stevens-Johnson-Syndrom?

Das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) ist eine schwere, möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktion, die in Packungsbeilagen als Nebenwirkung beschrieben ist. Laut Packungsbeilage von Lamotrigin handelt es sich um einen ausgedehnten Ausschlag mit Blasen und sich abschälender Haut, besonders um Mund, Nase, Augen und Genitalbereich. Schält sich die Haut auf mehr als 30 Prozent der Körperoberfläche ab, spricht die Packungsbeilage von toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN); die Fachinformation von Carbamazepin nennt sie auch Lyell-Syndrom.

Welche Medikamente können ein Stevens-Johnson-Syndrom auslösen?

Die Packungsbeilagen nennen SJS und TEN zum Beispiel bei Allopurinol, Carbamazepin und Metamizol als sehr selten, bei Lamotrigin das SJS als selten und bei Cotrimoxazol als sehr selten. Über das SJS unter Febuxostat informierte ein Rote-Hand-Brief vom 21. Mai 2012, und für die Schleimlöser Ambroxol und Bromhexin ordnete das BfArM 2016 einen Warnhinweis zu schweren Hautreaktionen in den Produktinformationen an. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Wirkstoffe mit Steckbrief, deren Produktinformation schwere Hautreaktionen nennt.

Wie schnell tritt eine schwere Hautreaktion nach Beginn der Einnahme auf?

Laut Leitlinie der DGAKI beginnen SJS und TEN typischerweise 4 bis 28 Tage nach Beginn der Einnahme, bei Allopurinol manchmal später, DRESS typischerweise nach 2 bis 8 Wochen. Die Packungsbeilagen von Allopurinol, Carbamazepin und Cotrimoxazol nennen die ersten Behandlungswochen als Zeit mit dem höchsten Risiko. Bei Lamotrigin treten die Reaktionen eher in den ersten Monaten auf, besonders bei zu hoher Anfangsdosis, zu schneller Dosissteigerung oder zusammen mit Valproat.

Was ist DRESS?

DRESS steht für Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen. Laut Packungsbeilage von Metamizol zeigt es sich mit großflächigem Ausschlag, hoher Körpertemperatur und vergrößerten Lymphknoten; laut Packungsbeilage von Lamotrigin können Leber, Blut und andere Organe beteiligt sein. Frühe Zeichen einer solchen Überempfindlichkeitsreaktion wie Fieber oder geschwollene Lymphknoten können laut Fachinformation von Lamotrigin auch ohne Ausschlag auftreten.

Was muss ich tun, wenn sich unter einem Medikament Blasen bilden oder die Haut sich ablöst?

Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe und sagen Sie, welche Medikamente Sie einnehmen. Die Packungsbeilagen von Allopurinol, Cotrimoxazol und Metamizol verlangen bei solchen Zeichen, die Anwendung zu beenden; bei Lamotrigin entscheidet die Ärztin oder der Arzt, und Carbamazepin dürfen Sie laut Packungsbeilage nicht eigenmächtig absetzen. Wirkt der Zustand lebensbedrohlich, rufen Sie den Notruf 112.

Darf ich das Medikament nach einer schweren Hautreaktion wieder einnehmen?

Bei Allopurinol, Carbamazepin, Cotrimoxazol, Lamotrigin und Metamizol nein, so steht es in ihren Packungsbeilagen: Nach einem SJS oder einer TEN durch Carbamazepin oder Lamotrigin, nach einem SJS, einer TEN oder einem DRESS durch Cotrimoxazol und nach einer schweren Hautreaktion durch Allopurinol darf das Mittel nie wieder eingenommen werden; Metamizol darf nach einer schweren Hautreaktion zu keinem Zeitpunkt wieder eingenommen werden. Bei Lamotrigin gilt das laut Fachinformation auch nach einem DRESS. Die Überempfindlichkeit soll laut Leitlinie in einem Allergiepass stehen, den Sie laut gesund.bund.de immer bei sich tragen sollten.

Warum gibt es vor Carbamazepin oder Allopurinol manchmal einen Gentest?

Bestimmte Gewebemerkmale des Immunsystems (HLA-Allele) sind mit einem höheren Risiko verbunden. Laut Fachinformation sollten Menschen, die von Han-Chinesen oder Thailändern abstammen, vor Carbamazepin nach Möglichkeit auf das Merkmal HLA-B*1502 untersucht werden. Vor Allopurinol sollte bei Bevölkerungsgruppen, in denen HLA-B*5801 häufig vorkommt, etwa Han-Chinesen, Thailändern und Koreanern, ein Test erwogen werden. Ein unauffälliger Test schließt eine schwere Hautreaktion aber nicht aus.

Kann ein Ausschlag mit Blasen auch andere Ursachen haben?

Ja. Laut gesund.bund.de können Hautausschläge zum Beispiel auch Zeichen von Masern oder Röteln sein. Bläschen entstehen etwa bei Windpocken, die mit einem stark juckenden Ausschlag mit roten Bläschen und leichtem Fieber einhergehen, und bei einer Gürtelrose, typischerweise halbseitig begrenzt und meist am Rumpf. Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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