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Amoxicillin/Clavulansäure: Nebenwirkungen und Wirkung

Amoxicillin/Clavulansäure ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum mit zwei Wirkstoffen: dem Penicillin Amoxicillin und Clavulansäure, die verhindert, dass Amoxicillin unwirksam wird. Es wird bei Erwachsenen und Kindern gegen bakterielle Infektionen von Mittelohr und Nasennebenhöhlen, Atemwegen, Harnwegen, Haut und Weichteilen einschließlich des Zahnbereichs sowie Knochen und Gelenken eingesetzt. Sehr häufig ist Durchfall bei Erwachsenen. Bei Zeichen einer allergischen Reaktion nehmen Sie das Mittel nicht mehr ein und kontaktieren unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt.

Frau in den Fünfzigern sitzt in eine Strickjacke gehüllt auf dem Sofa und hält sich die Hand an die Wange, daneben eine Tasse Kräutertee
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Durchfall (bei Erwachsenen)[1, 2]
  • Häufig: Pilzinfektion (Candida), Hefepilz-Infektion im Bereich von Scheide, Mund oder Hautfalten (mukokutane Candidose)[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, insbesondere bei Einnahme hoher Dosen[1, 2]
  • Häufig: Erbrechen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche

Wofür wird Amoxicillin/Clavulansäure eingesetzt?

Amoxicillin/Clavulansäure ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum mit zwei Wirkstoffen: Amoxicillin aus der Gruppe der Penicilline und Clavulansäure [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird es bei Erwachsenen und Kindern zur Behandlung von Mittelohrentzündungen und Infektionen der Nasennebenhöhlen, Atemwegsinfektionen, Harnwegsinfektionen, Haut- und Weichteilinfektionen einschließlich Infektionen im Zahnbereich sowie Knochen- und Gelenkinfektionen angewendet [1].

Die Fachinformation nennt die Anwendungsgebiete genauer: akute bakterielle Nebenhöhlenentzündung und akute Verschlimmerung einer chronischen Bronchitis, jeweils nach angemessener Diagnosestellung, akute Mittelohrentzündung, außerhalb des Krankenhauses erworbene Lungenentzündung, Blasenentzündung, Nierenbeckenentzündung, Haut- und Weichteilinfektionen (insbesondere Infektionen der unteren Hautschichten, Tierbisse und schwere Zahnabszesse mit sich örtlich ausbreitender Infektion) sowie Knochen- und Gelenkinfektionen, insbesondere eine Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis). Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von Antibiotika sind dabei zu beachten [2].

Ist nachgewiesen, dass eine Infektion durch Erreger verursacht wird, die auf Amoxicillin empfindlich sind, sollte laut Fachinformation in Übereinstimmung mit den offiziellen Richtlinien ein Wechsel auf Amoxicillin allein erwogen werden [2]. Antibiotika wirken nur gegen bakterielle Infektionen, gegen virale Infektionen sind sie unwirksam. Manchmal spricht eine bakterielle Infektion nicht auf die Behandlung an; einer der häufigsten Gründe ist, dass die Bakterien gegen das Antibiotikum widerstandsfähig (resistent) sind. Der vorsichtige Einsatz von Antibiotika kann helfen, das Risiko dafür zu verringern: Laut Packungsbeilage sollten Sie ein Antibiotikum nur einnehmen, wenn es speziell für Sie verschrieben wurde, es nicht an andere weitergeben und übrig gebliebene Tabletten zur ordnungsgemäßen Entsorgung in eine Apotheke bringen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.

Wie wirkt Amoxicillin/Clavulansäure?

Amoxicillin ist ein halbsynthetisches Penicillin und gehört zu den Betalaktam-Antibiotika. Es hemmt Enzyme, die Bakterien zum Aufbau ihrer Zellwand brauchen, die sogenannten Penicillin-bindenden Proteine. Die Zellwand wird dadurch geschwächt, und die Bakterien sterben in der Regel ab [2]. Manche Bakterien bilden Enzyme, die Betalaktamasen, mit denen sie Amoxicillin abbauen können; gegen solche Erreger wirkt Amoxicillin allein nicht [2].

Clavulansäure ist mit den Penicillinen verwandt, macht einige Betalaktamasen unwirksam und verhindert so, dass Amoxicillin abgebaut wird. Allein übt Clavulansäure keine klinisch relevante antibakterielle Wirkung aus [2]. Die Packungsbeilage fasst das so zusammen: Amoxicillin kann manchmal unwirksam werden, der zweite Wirkstoff verhindert dies [1]. Auch gegen die Kombination können Bakterien widerstandsfähig sein, zum Beispiel wenn sie Betalaktamasen bilden, die Clavulansäure selbst nicht hemmt [2].

Beide Wirkstoffe werden nach der Einnahme schnell und gut aufgenommen: Die Bioverfügbarkeit (der Anteil, der ins Blut gelangt) liegt bei etwa 70 %, die höchste Konzentration im Blut ist jeweils nach etwa einer Stunde erreicht. Die mittlere Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt bei Gesunden bei etwa einer Stunde. Amoxicillin wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden, Clavulansäure sowohl über die Nieren als auch auf anderen Wegen [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, die die Packungsbeilage nennt; wo sie keine Häufigkeit angibt, gilt die Angabe der Fachinformation, die außerdem das übermäßige Wachstum unempfindlicher Erreger aufführt. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation werden Durchfall, Übelkeit und Erbrechen am häufigsten berichtet. Übelkeit tritt häufiger in Verbindung mit höheren Dosen auf; Magen-Darm-Beschwerden lassen sich verringern, wenn das Mittel mit einer Mahlzeit eingenommen wird [2]. Bei Menschen, die mit Betalaktam-Antibiotika behandelt wurden, wurde ein mäßiger Anstieg der Leberwerte AST und/oder ALT beobachtet, dessen Bedeutung laut Fachinformation allerdings unklar ist [2]. Mehr zu Beschwerden im Bauch lesen Sie auf den Seiten Durchfall und Übelkeit.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmDurchfall (bei Erwachsenen)[1, 2]Mehr dazu: Durchfall

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmBei Kindern: Durchfall[1]Mehr dazu: Durchfall
  • InfektionenPilzinfektion (Candida), Hefepilz-Infektion im Bereich von Scheide, Mund oder Hautfalten (mukokutane Candidose)[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
  • Magen und DarmÜbelkeit, insbesondere bei Einnahme hoher Dosen[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
  • Magen und DarmErbrechen[1, 2]Mehr dazu: Erbrechen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • HautHautausschlag, möglicherweise mit Blasen, der wie kleine Zielscheiben aussieht: zentraler dunkler Fleck, umgeben von einem blasseren Bereich und einem dunklen Ring außen (Erythema multiforme)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • Blut und LymphsystemNiedrige Anzahl der an der Blutgerinnung beteiligten Zellen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Blut und LymphsystemNiedrige Anzahl der weißen Blutkörperchen (umkehrbare Leukopenie, einschließlich Neutropenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • InfektionenÜbermäßiges Wachstum von Erregern, gegen die das Mittel nicht wirkt (unempfindliche Organismen)[2]
  • Blut und LymphsystemStarke Verringerung der Anzahl der weißen Blutkörperchen (umkehrbare Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Blut und LymphsystemNiedrige Anzahl der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Blut und LymphsystemVerzögerung der Blutgerinnung (Verlängerung der Blutungszeit und der Prothrombinzeit)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • ImmunsystemAllergische Reaktionen mit Hautausschlag oder Kollaps; schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlag
  • ImmunsystemSchwellungen, manchmal im Gesicht oder Rachen, die Atemprobleme verursachen (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische ReaktionenAtemnot
  • ImmunsystemFieber, Gelenkschmerzen und vergrößerte Lymphknoten im Bereich von Hals, Achselhöhle oder Leistengegend als allergische Reaktion; die Fachinformation nennt eine Überempfindlichkeit wie bei Serumkrankheit[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenFieberGelenkschmerzen
  • ImmunsystemEntzündung von Blutgefäßen (allergische Vaskulitis), die sich in roten oder violetten erhabenen Flecken auf der Haut äußern, aber auch andere Körperbereiche betreffen kann[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlag
  • NervensystemÜberaktivität (umkehrbare Hyperaktivität)[1, 2]
  • NervensystemKrampfanfälle bei Personen, die hohe Dosen einnehmen oder Nierenprobleme haben[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemEntzündung der Häute, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben (aseptische Meningitis)[1, 2]
  • HerzBrustschmerzen im Zusammenhang mit allergischen Reaktionen, die ein Symptom eines allergisch bedingten Herzinfarkts sein können (Kounis-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • Magen und DarmEntzündung des Dickdarms (Antibiotika-assoziierte Kolitis, einschließlich pseudomembranöser und hämorrhagischer Kolitis), die wässrigen Durchfall, in der Regel mit Blut und Schleim, Magenschmerzen und/oder Fieber verursacht[1, 2]Mehr dazu: DurchfallBauchschmerzenFieber
  • Magen und DarmAkute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis); starke und anhaltende Schmerzen im Bauchraum können ein Anzeichen sein[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzen
  • Magen und DarmArzneimittelbedingtes Enterokolitissyndrom (DIES), hauptsächlich bei Kindern berichtet: allergische Reaktion mit dem Leitsymptom anhaltenden Erbrechens 1 bis 4 Stunden nach der Einnahme; weitere Symptome können Bauchschmerzen, Lethargie, Durchfall und niedriger Blutdruck sein[1, 2]Mehr dazu: ErbrechenBauchschmerzenDurchfallNiedriger BlutdruckMüdigkeit
  • Magen und DarmSchwarze, behaart aussehende Zunge (schwarze Haarzunge)[1, 2]
  • Leber und GalleEntzündung der Leber (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Leber und GalleGelbsucht (laut Fachinformation cholestatischer Ikterus), verursacht durch eine Zunahme des Bilirubins, einer von der Leber gebildeten Substanz, im Blut, was eine Gelbfärbung der Haut und der weißen Augenabschnitte verursachen kann[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautAusgedehnter Hautausschlag mit Blasen und Abschälen der Haut, insbesondere um Mund, Nase, Augen und Geschlechtsorgane (Stevens-Johnson-Syndrom), sowie eine schwerwiegendere Form mit ausgedehntem Abschälen der Haut auf mehr als 30 % der Körperoberfläche (toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • HautAusgedehnter roter Hautausschlag mit kleinen eiterhaltigen Blasen (bullöse exfoliative Dermatitis)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • HautRoter, schuppender Hautausschlag mit Beulen unter der Haut und Blasen (pustulöses Exanthem; laut Fachinformation akutes generalisiertes pustulöses Exanthem, AGEP)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • HautGrippeähnliche Symptome mit Hautausschlag, Fieber, geschwollenen Drüsen und auffälligen Blutwerten, darunter erhöhte Spiegel bestimmter weißer Blutzellen (Eosinophilie) und der Leberenzyme (Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, DRESS)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagLeberschäden und erhöhte LeberwerteFieberVeränderungen des Blutbilds
  • HautRoter Ausschlag, der häufig auf beiden Seiten des Gesäßes, an den oberen Innenseiten der Oberschenkel, in den Achselhöhlen und im Nacken auftritt (symmetrisches arzneimittelbedingtes intertriginöses und flexurales Exanthem, SDRIFE)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • HautAusschlag mit kreisförmig angeordneten Bläschen mit zentraler Verkrustung oder ähnlich einer Perlenkette (lineare IgA-Krankheit)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • Nieren und HarnwegeEntzündung von Nierenkanälchen (interstitielle Nephritis)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
  • Nieren und HarnwegeKristalle im Urin (Kristallurie), die zu einer akuten Nierenschädigung führen[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Packungsbeilage kann Amoxicillin/Clavulansäure bestehende Erkrankungen verschlechtern oder zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen, darunter allergische Reaktionen, Krampfanfälle und eine Entzündung des Dickdarms. Achten Sie deshalb während der Einnahme auf die oben genannten Zeichen [1]. Unter Penicillinen wurden schwerwiegende und gelegentlich tödlich verlaufende Überempfindlichkeitsreaktionen beschrieben; Menschen, die schon einmal überempfindlich auf ein Penicillin reagiert haben, und Menschen mit einer Neigung zu Allergien (Atopie) tragen ein erhöhtes Risiko [2]. Was eine Arzneimittelallergie ausmacht, erklärt die Seite Arzneimittelallergie; schwere Hautreaktionen beschreibt die Seite Schwere Hautreaktionen.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Ende dreißig isst am Küchentisch einen Teller Nudeln, daneben ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Übelkeit und Magenbeschwerden: Die Packungsbeilage sieht vor, Amoxicillin/Clavulansäure mit einer Mahlzeit einzunehmen, und weist bei Übelkeit noch einmal ausdrücklich darauf hin [1]. Laut Fachinformation sollte das Mittel mit einer Mahlzeit eingenommen werden, um eine mögliche Magen-Darm-Unverträglichkeit so weit wie möglich zu verringern [2].

Durchfall: Durchfall ist bei Erwachsenen sehr häufig, bei Kindern häufig [1]. Laut Fachinformation ist es wichtig, bei Durchfall während oder nach einer Antibiotika-Behandlung an eine Antibiotika-bedingte Darmentzündung (Kolitis) zu denken, die leicht bis lebensbedrohlich verlaufen kann. Tritt eine solche Darmentzündung auf, muss das Mittel sofort abgesetzt, eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht und eine angemessene Behandlung begonnen werden; Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen dann nicht angewendet werden [2]. Haben Sie wässrigen Durchfall, in der Regel mit Blut und Schleim, Magenschmerzen und/oder Fieber, fragen Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [1]. Hintergründe stehen auf der Seite Durchfall durch Medikamente.

Leber: Laut Fachinformation wurden Ereignisse an der Leber vorwiegend bei Männern und älteren Menschen beschrieben; sie können mit einer längerfristigen Behandlung einhergehen, bei Kindern wurden sie sehr selten beschrieben. Die Anzeichen treten in der Regel während oder kurz nach der Behandlung auf, in einigen Fällen aber erst mehrere Wochen nach Behandlungsende. In der Regel bilden sie sich zurück. Sie können aber schwerwiegend sein; in sehr seltenen Fällen wurde über Todesfälle berichtet, fast immer bei Menschen mit schwerwiegender Grunderkrankung oder bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie Nebenwirkungen an der Leber verursachen können [2]. Die Packungsbeilage nennt eine Entzündung der Leber und Gelbsucht, die sich als Gelbfärbung der Haut und der weißen Augenabschnitte zeigen kann [1]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Mehr dazu auf der Seite Leberwerte.

Pilzinfektionen: Hefepilz-Infektionen (Candida) im Bereich von Scheide, Mund oder Hautfalten sind häufig [1, 2]. Bei längerfristiger Anwendung kann es laut Fachinformation gelegentlich zu einem übermäßigen Wachstum von Erregern kommen, gegen die das Mittel nicht wirkt [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Nehmen Sie ein Arzneimittel zur Vermeidung von Blutgerinnseln wie Warfarin oder Phenprocoumon ein, sind möglicherweise zusätzliche Blutuntersuchungen erforderlich [1]. Laut Fachinformation sollten Prothrombinzeit oder INR-Wert dann zu Beginn und am Ende der Behandlung sorgfältig überwacht werden; die Dosis des Gerinnungshemmers muss eventuell angepasst werden [2]. Zusammen mit Allopurinol gegen Gicht ist eine allergische Hautreaktion wahrscheinlicher, und Methotrexat kann langsamer ausgeschieden werden [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Amoxicillin/Clavulansäure
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Allopurinol (gegen Gicht)Allergische Hautreaktionen werden wahrscheinlicher[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Arzneimittel zur Vermeidung von Blutgerinnseln wie Warfarin oder PhenprocoumonErhöhte INR-Werte (längere Gerinnungszeit) beschrieben, wenn zusätzlich Amoxicillin gegeben wurde; in seltenen Fällen verlängerte Prothrombinzeit unter Amoxicillin/Clavulansäure[1, 2]Möglicherweise zusätzliche Blutuntersuchungen; Prothrombinzeit oder INR zu Beginn und am Ende der Behandlung sorgfältig überwachen, ggf. Dosis des Gerinnungshemmers anpassen
Methotrexat (gegen Krebs und schwere Schuppenflechte)Penicilline können die Ausscheidung von Methotrexat verringern; mehr Nebenwirkungen möglich[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Probenecid (gegen Gicht)Amoxicillin wird langsamer ausgeschieden; höhere und länger anhaltende Blutspiegel von Amoxicillin, nicht von Clavulansäure[1, 2]Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen
Mycophenolatmofetil (gegen die Abstoßung transplantierter Organe)Wirksamkeit kann beeinflusst werden; nach Beginn einer Behandlung mit Amoxicillin/Clavulansäure zum Einnehmen wurde ein Absinken der Talspiegel des aktiven Abbauprodukts Mycophenolsäure um ca. 50 % berichtet[1, 2]Engmaschige ärztliche Kontrolle während der Kombination und kurz danach; ohne Zeichen einer Funktionsstörung des Transplantats ist eine Dosisänderung normalerweise nicht notwendig

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Amoxicillin/Clavulansäure nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Bei einer Allergie gegen Penicillin dürfen Sie Amoxicillin/Clavulansäure nicht einnehmen, ebenso nach einer früheren schweren allergischen Reaktion gegen irgendein anderes Antibiotikum [1]. Laut Fachinformation ist vor Beginn der Behandlung sorgfältig nach früheren Überempfindlichkeitsreaktionen auf Penicilline, Cephalosporine oder andere Betalaktam-Antibiotika zu fragen [2]. Sind Sie sich nicht sicher, ob einer der Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Bei Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber sollte das Mittel vermieden werden, weil es unter Amoxicillin zu einem masernartigen Hautausschlag kommen kann [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Amoxicillin, Clavulansäure, Penicillin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Frühere schwere allergische Reaktion gegen irgendein anderes Antibiotikum, dabei kann es sich um einen Hautausschlag oder Schwellungen von Gesicht oder Rachen gehandelt haben[1]
  • Schwere allergische Sofortreaktion (z. B. Anaphylaxie) gegen ein anderes Betalaktam-Antibiotikum, z. B. ein Cephalosporin, Carbapenem oder Monobactam, in der Vorgeschichte[2]
  • Probleme mit der Leber oder Gelbsucht während der Einnahme eines Antibiotikums in der Vorgeschichte; laut Fachinformation Gelbsucht oder Leberfunktionsstörung, die durch Amoxicillin/Clavulansäure hervorgerufen wurde[1, 2]
  • Nach einem akuten generalisierten pustulösen Exanthem (AGEP) unter Amoxicillin/Clavulansäure ist jede weitere Gabe von Amoxicillin ausgeschlossen[2]

Besondere Vorsicht bei

  • Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose): Bei Verdacht sollte Amoxicillin/Clavulansäure vermieden werden, da es bei Anwendung von Amoxicillin zu einem masernartigen Hautausschlag kommen kann[1, 2]
  • Behandlung wegen Leber- oder Nierenproblemen: bei nachweislich eingeschränkter Leberfunktion mit Vorsicht anwenden und die Leberfunktion regelmäßig kontrollieren; bei eingeschränkter Nierenfunktion die Dosis dem Schweregrad anpassen[1, 2]
  • Nur unregelmäßiges Wasserlassen: Bei verminderter Harnausscheidung wurden in sehr seltenen Fällen Kristalle im Urin (einschließlich akuter Nierenschädigung) beobachtet, vorwiegend bei Gabe in die Vene; bei hohen Amoxicillin-Dosen auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Harnausscheidung achten, bei Blasenkatheter dessen Durchgängigkeit regelmäßig kontrollieren[1, 2]
  • Leberschäden wurden vorwiegend bei Männern und älteren Menschen beschrieben und können mit einer längerfristigen Behandlung einhergehen; bei Kindern wurden sie sehr selten beschrieben. Die Anzeichen treten in der Regel während oder kurz nach der Behandlung auf, in einigen Fällen aber erst mehrere Wochen nach Behandlungsende. In der Regel sind die Leberschäden umkehrbar; sie können aber schwerwiegend sein, in sehr seltenen Fällen wurde über Todesfälle berichtet, fast immer bei Menschen mit schwerwiegender Grunderkrankung oder bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die bekanntermaßen Nebenwirkungen an der Leber verursachen können[2]
  • Eingeschränkte Nierenfunktion oder hohe Dosen: Krampfanfälle können auftreten[2]
  • Frühere Überempfindlichkeit gegen Penicilline oder Neigung zu Allergien (Atopie): erhöhtes Risiko für schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen[2]
  • Längerfristige Behandlung: Nieren-, Leber- und Blutbildungsfunktion sollten regelmäßig kontrolliert werden; gelegentlich können sich unempfindliche Erreger übermäßig vermehren[2]
  • Blut- und Urinuntersuchungen: Das Mittel kann die Ergebnisse von Blutuntersuchungen (etwa eines Tests der roten Blutzellen oder der Leberwerte) und von Urintests auf Glucose beeinflussen, laut Fachinformation auch den Coombs-Test und einen bestimmten Aspergillus-Test, Ärztin, Arzt oder Pflegepersonal informieren[1, 2]
  • Kinder unter 25 kg Körpergewicht: Die Filmtabletten mit 875 mg/125 mg sind für sie nicht geeignet[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis [1, 2]. Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, Schwindel oder Krampfanfälle können die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen [2]. Zur Schwangerschaft äußern sich die Quellen unterschiedlich: Laut Fachinformation sollte die Anwendung vermieden werden, es sei denn, die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt hält sie für unverzichtbar [2]. Embryotox ordnet die Kombination als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig [3]. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, vermuten, schwanger zu sein, oder es werden möchten, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Laut Fachinformation lassen Tierstudien nicht auf schädliche Wirkungen schließen, und begrenzte Daten beim Menschen weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler hin. In einer einzigen Studie an Frauen mit vorzeitigem Blasensprung ging die vorbeugende Anwendung mit einem erhöhten Risiko für eine Darmerkrankung beim Neugeborenen (nekrotisierende Enterokolitis) einher. Die Anwendung in der Schwangerschaft sollte vermieden werden, es sei denn, die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt hält sie für unverzichtbar.[1, 2]

Embryotox ordnet Amoxicillin und Clavulansäure als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Zur Kombination liegen Daten zu mehr als 6.000 Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel vor, zu Amoxicillin allein zu über 20.000 und zu den Penicillinen insgesamt zu mehreren zehntausend; aus diesen Daten ergeben sich in der Gesamtschau keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder Fehlgeburten durch die Kombination. Ob die Gabe bei vorzeitigem Blasensprung das Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis beim Neugeborenen erhöht, ist laut Embryotox weiter Gegenstand der Diskussion; die Datenlage reicht für eine abschließende Bewertung nicht aus. Bei entsprechendem Erregerspektrum kann die Kombination laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Fragen Sie in der Stillzeit vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Laut Fachinformation gehen beide Wirkstoffe in die Muttermilch über; über die Auswirkungen von Clavulansäure auf den gestillten Säugling ist nichts bekannt. Beim Säugling sind Durchfall und eine Pilzinfektion der Schleimhäute möglich, sodass eventuell abgestillt werden muss; die Möglichkeit einer Sensibilisierung ist zu berücksichtigen. In der Stillzeit nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt.[1, 2]

Laut Embryotox haben die meisten unter Amoxicillin und Clavulansäure gestillten Kinder keine Symptome; gelegentlich kann eine Antibiotika-Therapie der Mutter beim gestillten Kind zum Beispiel zu vorübergehendem Durchfall oder Soor führen. Bei entsprechendem Erregerspektrum kann die Kombination laut Embryotox in der Stillzeit eingesetzt werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Das Mittel kann Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, Schwindel oder Krampfanfälle verursachen, die die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen können. Wenn Sie sich nicht wohlfühlen, setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Mit einer Mahlzeit einnehmen; die Tabletten im Ganzen mit einem Glas Wasser schlucken. Bei Schwierigkeiten beim Schlucken können sie an der Bruchkerbe geteilt werden; dann beide Teile direkt nacheinander einnehmen. Die Einnahmezeiten gleichmäßig über den Tag verteilen, mit mindestens 4 Stunden Abstand, und nicht zwei Dosen innerhalb von 1 Stunde nehmen.[1]

Einnahme vergessen: die Dosis nehmen, sobald Sie daran denken, mit der nächsten Dosis etwa 4 Stunden warten und nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Nehmen Sie das Mittel ein, bis die Behandlung abgeschlossen ist, auch wenn Sie sich bereits besser fühlen: Für die Bekämpfung der Infektion brauchen Sie alle verordneten Dosen; überlebende Bakterien können dazu führen, dass die Infektion erneut auftritt. Nehmen Sie es nicht länger als 2 Wochen ein; fühlen Sie sich dann noch nicht besser, suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt noch einmal auf.[1]

Bei einer allergischen Reaktion muss die Behandlung beendet werden. Tritt eine Antibiotika-assoziierte Darmentzündung (Kolitis) auf, muss Amoxicillin/Clavulansäure sofort abgesetzt, ärztliche Hilfe gesucht und eine angemessene Behandlung begonnen werden; Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen dann nicht angewendet werden.[2]

Überdosierung

Zu viel eingenommen: Möglich sind Magenprobleme wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sowie Krampfanfälle. Kontaktieren Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und nehmen Sie die Packung mit. Laut Fachinformation kann es außerdem zu Störungen des Flüssigkeits- und Salzhaushalts (Elektrolyte) und zu Kristallen im Urin kommen, die in einigen Fällen zu einer Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz) führten; die Wirkstoffe lassen sich durch Blutwäsche (Hämodialyse) aus dem Blut entfernen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage der Filmtabletten mit 875 mg Amoxicillin und 125 mg Clavulansäure nennt eine übliche und eine erhöhte Dosis ab 40 kg Körpergewicht sowie Hinweise für Kinder unter 40 kg und für Menschen mit Nieren- oder Leberproblemen; die Fachinformation ergänzt Angaben zur Dosis je Kilogramm Körpergewicht bei Kindern unter 40 kg, zur eingeschränkten Nierenfunktion und zu älteren Menschen [1, 2]. Laut Fachinformation gibt es Zubereitungen mit höheren Amoxicillin-Dosen oder einem anderen Verhältnis von Amoxicillin zu Clavulansäure [2]; für sie und für den Saft gelten eigene Packungsbeilagen. Die Übersicht gibt die Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie oder Ihr Kind richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Amoxicillin/Clavulansäure immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein. Nehmen Sie die Tabletten zu einer Mahlzeit ein und schlucken Sie sie im Ganzen mit einem Glas Wasser. Haben Sie Schwierigkeiten beim Schlucken, können Sie eine Tablette an der Bruchkerbe teilen und beide Teile direkt nacheinander einnehmen. Wie Sie die Einnahmen über den Tag verteilen, beschreibt die Packungsbeilage [1]. Die Bruchkerbe dient nur dazu, das Schlucken zu erleichtern, nicht zum Teilen in gleiche Dosen [1, 2]. Tipps dazu im Ratgeber Tabletten schlucken.

Nehmen Sie das Mittel so lange ein, bis die Behandlung abgeschlossen ist, auch wenn Sie sich schon besser fühlen: Für die Bekämpfung der Infektion brauchen Sie alle verordneten Dosen, und überlebende Bakterien können dazu führen, dass die Infektion erneut auftritt. Nehmen Sie Amoxicillin/Clavulansäure nicht länger als 2 Wochen ein; fühlen Sie sich dann noch nicht besser, suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt noch einmal auf [1]. Während einer längerfristigen Behandlung sollten laut Fachinformation Nieren-, Leber- und Blutbildungsfunktion regelmäßig kontrolliert werden [2]. Haben Sie zu viel eingenommen, kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Krampfanfällen kommen; kontaktieren Sie dann so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und nehmen Sie die Packung mit [1]. Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Amoxicillin/Clavulansäure

Amoxicillin/Clavulansäure gibt es als Filmtabletten in verschiedenen Stärken und als Pulver für einen Saft. Laut Fachinformation können Kinder mit Tabletten oder mit einer Suspension zum Einnehmen behandelt werden; außerdem kann eine Behandlung mit einer Zubereitung für die Vene begonnen und mit einer zum Einnehmen fortgesetzt werden [2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Amoxicillin-ratiopharm comp. 875/125 mg Filmtabletten [1, 2]. Für andere Stärken, für den Saft und für Präparate, die nur Amoxicillin enthalten, gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Amoxicillin/Clavulansäure
PräparatAnbieterHinweis
Amoxi-Clavulan STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig
Amoxicillin-ratiopharm comp.ratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 875 mg/125 mg (Grundlage dieser Seite) oder 500 mg/125 mg, Pulver für einen Saft
Augmentanverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amoxicillin-ratiopharm comp. 875/125 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Amoxicillin-ratiopharm comp. 875/125 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Amoxicillin und Clavulansäure. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Amoxicillin und Amoxicillin/Clavulansäure?

Amoxicillin ist ein Penicillin. Manche Bakterien bilden Enzyme, sogenannte Betalaktamasen, mit denen sie Amoxicillin abbauen können; dann wirkt Amoxicillin allein nicht. Clavulansäure macht einige dieser Enzyme unwirksam und verhindert so, dass Amoxicillin abgebaut wird. Ist nachgewiesen, dass die Erreger auf Amoxicillin empfindlich sind, sollte laut Fachinformation ein Wechsel auf Amoxicillin erwogen werden.

Welche Nebenwirkungen hat Amoxicillin/Clavulansäure am häufigsten?

Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, ist Durchfall bei Erwachsenen. Häufig, bei bis zu 1 von 10, sind Durchfall bei Kindern, Pilzinfektionen im Bereich von Scheide, Mund oder Hautfalten, Übelkeit (insbesondere bei hohen Dosen) und Erbrechen. Gelegentlich treten Hautausschlag, Juckreiz, Quaddeln, Magenverstimmung, Schwindel, Kopfschmerzen und erhöhte Leberenzyme auf.

Was tun bei Durchfall durch Amoxicillin/Clavulansäure?

Durchfall ist bei Erwachsenen sehr häufig, bei Kindern häufig. Wässriger Durchfall, in der Regel mit Blut und Schleim, mit Magenschmerzen und/oder Fieber kann auf eine Entzündung des Dickdarms hinweisen. Fragen Sie dann so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat. Laut Fachinformation dürfen bei einer solchen Darmentzündung keine Mittel angewendet werden, die die Darmbewegung hemmen.

Kann Amoxicillin/Clavulansäure der Leber schaden?

Leberschäden sind als Nebenwirkung beschrieben. Gelegentlich steigen bestimmte Leberenzyme im Blut an; Leberentzündung und Gelbsucht sind mit nicht bekannter Häufigkeit beschrieben. Laut Fachinformation wurden Leberschäden vorwiegend bei Männern und älteren Menschen beschrieben und können mit einer längerfristigen Behandlung einhergehen. Die Anzeichen zeigen sich in der Regel während oder kurz nach der Behandlung, in einigen Fällen erst mehrere Wochen danach. Hatten Sie unter einem Antibiotikum schon einmal Leberprobleme oder Gelbsucht, dürfen Sie das Mittel nicht einnehmen.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Amoxicillin/Clavulansäure nehme?

Packungsbeilage und Fachinformation von Amoxicillin-ratiopharm comp. enthalten keinen Hinweis zu Alkohol. Ob Alkohol während Ihrer Infektion und Behandlung infrage kommt, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Allgemeine Informationen finden Sie im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Darf ich Amoxicillin/Clavulansäure in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?

Laut Fachinformation sollte die Anwendung in der Schwangerschaft vermieden werden, es sei denn, die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt hält sie für unverzichtbar; in der Stillzeit nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung. Das Beratungszentrum Embryotox ordnet die Kombination als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig; bei entsprechendem Erregerspektrum kann sie laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft und in der Stillzeit eingesetzt werden.

Soll ich Amoxicillin/Clavulansäure vor oder nach dem Essen einnehmen?

Die Packungsbeilage sieht die Einnahme mit einer Mahlzeit vor. Laut Fachinformation lässt sich damit eine mögliche Magen-Darm-Unverträglichkeit so weit wie möglich verringern. Schlucken Sie die Tabletten im Ganzen mit einem Glas Wasser; wie Sie die Einnahmen über den Tag verteilen, beschreibt die Packungsbeilage.

Wie hoch ist die Dosis von Amoxicillin/Clavulansäure?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich unter anderem nach Art und Schwere der Infektion, bei Kindern nach dem Körpergewicht und nach der Nierenfunktion. Die Angaben der Packungsbeilage und der Fachinformation finden Sie weiter oben auf dieser Seite im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation".

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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