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Pfeiffersches Drüsenfieber

Pfeiffersches Drüsenfieber ist eine ansteckende Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus, die vor allem Jugendliche und junge Erwachsene trifft; typisch sind geschwollene Lymphknoten, Fieber und ein entzündeter Rachen, und in der Regel klingt sie innerhalb von 2 bis 4 Wochen von allein ab. Eine spezielle Behandlung gibt es laut gesund.bund.de nicht: Gegen Fieber und Schmerzen helfen entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac, bei Atembeschwerden durch starke Schwellungen im Rachen kann Kortison sinnvoll sein, Antibiotika kommen nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion zum Einsatz. Amoxicillin sollte laut Fachinformation schon bei Verdacht vermieden werden, weil ein masernartiger Ausschlag auftreten kann. Um einem Milzriss vorzubeugen, sind körperliche Aktivitäten laut gesund.bund.de für mindestens 4 bis 6 Wochen zu vermeiden; Atembeschwerden durch geschwollene Mandeln brauchen eine schnelle Behandlung.

Junge Frau Anfang zwanzig mit braunem Haar liegt in eine graue Decke gehüllt auf dem Sofa und hält eine Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) ist eine ansteckende Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV), das zu den Herpesviren gehört [1]. Am häufigsten erkranken Jugendliche und junge Erwachsene. Bei vielen verläuft die Erkrankung mild und klingt in der Regel innerhalb von 2 bis 4 Wochen von allein und ohne Folgen ab [1]. Eine spezielle Behandlung gibt es laut gesund.bund.de nicht; die Behandlung lindert die Beschwerden, etwa mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen. Bestimmte Antibiotika können bei dieser Infektion einen Hautausschlag auslösen [1].

Was ist Pfeiffersches Drüsenfieber?

Das Epstein-Barr-Virus befällt zunächst die Schleimhautzellen im Nasen-Rachen-Raum und vermehrt sich dort stark. Später greift es auf weiße Blutkörperchen über, die über Lymphe und Blut in die Lymphknoten und in andere Organe wie Milz und Leber gelangen; diese können dadurch anschwellen [1]. Weil das Virus meist über Speichel übertragen wird, zum Beispiel beim Küssen, und am häufigsten Jugendliche und junge Erwachsene erkranken, heißt die Erkrankung auch "Kusskrankheit" oder "Studentenfieber" [1].

Weltweit tragen über 90 Prozent der Menschen das Virus in sich, aber nicht jeder Infizierte erkrankt. Häufig betroffen sind junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Fachleute schätzen laut gesund.bund.de, dass sich fast jeder Mensch bis zum 30. Lebensjahr ansteckt und einen Immunschutz aufbaut [1]. Wer sich einmal angesteckt hat, ist ein Leben lang gegen eine erneute Ansteckung immun. Das Virus bleibt aber in einem Ruhezustand im Körper und kann bei geschwächter Abwehr wieder aktiv werden; bei sonst gesunden Menschen verläuft das meist ohne Beschwerden, sie können das Virus dann unbemerkt weitergeben [1].

Symptome und Verlauf

Nicht jede Ansteckung verursacht Beschwerden. Wer erkrankt, hat laut gesund.bund.de häufig einen entzündeten Rachen und entzündete Mandeln, dazu oft Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein und Abgeschlagenheit. Typisch sind beidseits geschwollene Lymphknoten am Hals und eine vergrößerte Milz; auch andere Lymphknoten können anschwellen. Manchmal zeigt sich nur eine Mandel- und Rachenentzündung [1]. Kinder unter 10 Jahren erkranken meist deutlich milder und haben in der Regel keine typischen Krankheitszeichen; bei Kleinkindern treten meist gar keine Beschwerden auf [1].

Die S3-Leitlinie Halsschmerzen der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, kurz DEGAM (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen), die derzeit überarbeitet wird, beschreibt den Verlauf genauer [2]: Die Halsschmerzen können über 3 bis 5 Tage sehr stark sein und klingen im Laufe von einer Woche bis 10 Tagen ab. Typisch ist eine kloßige, häufig auch nasale Sprache. Vergrößerte Mandeln mit Belag können in Einzelfällen das Schlucken stark behindern. Das Fieber klingt meist innerhalb von 10 bis 14 Tagen ab. Häufiger kommen unter anderem Muskel- und Gelenkschmerzen, Übelkeit, Husten und Hautausschläge dazu. Eine vergrößerte Leber und mäßig erhöhte Leberwerte kommen häufig vor und gehen innerhalb von 3 bis 4 Wochen zurück [2].

Die meisten Erkrankten erholen sich innerhalb weniger Wochen vollständig; manche sind noch einige Monate nach dem Abklingen der Infektion müde und erschöpft [1]. Sehr selten halten Erschöpfung, Fieber, Rachenentzündung und Lymphknotenschwellung länger als 6 Monate an (chronische Form) [1].

Komplikationen: Bei einigen Erkrankten kommt eine Infektion mit Bakterien dazu. Weil das Virus die Milz befällt, schwillt sie häufig an; vergrößert sie sich sehr stark, kann sie reißen. Ein Milzriss ist sehr selten, aber lebensbedrohlich und muss rasch ärztlich behandelt werden [1]. Entzündung und Schwellung von Rachen und Mandeln können das Atmen erschweren. Das betrifft vor allem Kinder und ist selten; auch hier ist eine schnelle Behandlung nötig [1]. Weitere seltene Komplikationen sind Entzündungen der Hirnhäute, des Herzmuskels, der Nieren oder der Leber [1]. Eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus kann außerdem zur Entstehung bestimmter Krebserkrankungen wie des Hodgkin-Lymphoms beitragen, insbesondere bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem [1].

Ursachen und Ansteckung

Das Virus wird hauptsächlich über Speichel übertragen, häufig beim Küssen; kleine Kinder stecken sich meist über Küsse der Eltern an. Auch wer aus denselben Gefäßen trinkt oder mit demselben Besteck isst, kann sich anstecken [1]. In sehr seltenen Fällen wird das Virus in der Schwangerschaft über den Mutterkuchen auf das ungeborene Kind übertragen [1].

Für Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem, etwa durch eine HIV-Infektion oder nach einer Transplantation, kann die Infektion gefährlich werden. Sie sollten den Kontakt zu Erkrankten meiden [1].

Medikamente als Ursache: Bei einem stark geschwächten Immunsystem, zum Beispiel durch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, sind bei dieser Infektion laut gesund.bund.de schwere Lymphknotenschwellungen möglich [1]. Mehr dazu: Infektanfälligkeit durch Medikamente. Beschwerden, die dem Pfeifferschen Drüsenfieber ähneln, können auch eine Nebenwirkung sein: Die Packungsbeilage von Sulfasalazin nennt als seltene Nebenwirkung eine Hautreaktion mit Blutbildveränderung und Beteiligung von Organen des ganzen Körpers, teilweise ähnlich dem Pfeifferschen Drüsenfieber (DRESS-Syndrom), und ohne bekannte Häufigkeit eine Pseudomononukleose [12]. Mehr: Schwere Hautreaktionen.

Diagnose

Fieber, Schwellungen am Hals und eine Rachenentzündung, besonders bei jungen Erwachsenen, geben laut gesund.bund.de Hinweise auf ein Pfeiffersches Drüsenfieber. Ob die Lymphknoten geschwollen oder Milz und Leber vergrößert sind, kann die Ärztin oder der Arzt durch Abtasten herausfinden; besteht der Verdacht auf Veränderungen an Milz oder Leber, lässt sich das mit einer Ultraschalluntersuchung genauer abklären [1]. Eindeutig nachweisen lässt sich die Infektion nur im Labor: Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus im Blut zeigen eine Infektion an, Veränderungen der weißen Blutkörperchen im Blutbild stützen die Diagnose [1].

Ein Schnelltest ist laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) in der ersten Krankheitswoche häufig noch negativ. Damit falsch negative Befunde seltener werden, sollte eine Laboruntersuchung erst ab der zweiten Krankheitswoche erfolgen [2]. Bei Halsschmerzen und Verdacht auf ein Pfeiffersches Drüsenfieber sollte laut Leitlinie eine weitergehende individuelle Beratung, Diagnostik und Therapie erfolgen (Expertenkonsens) [2]. Mehr zu Halsschmerzen anderer Ursache: Halsschmerzen und Mandelentzündung.

Behandlung ohne Medikamente

Junger Mann Anfang zwanzig mit dunkelblondem Haar sitzt in einer roten Trainingsjacke auf einer Holzbank am Rand eines leeren Sportplatzes, neben ihm eine Sporttasche
Bild: KI-generiert

Wie bei anderen Virusinfektionen unterstützen Bettruhe und ausreichend Flüssigkeit die Genesung [1]. Bei ausgeprägtem Flüssigkeitsmangel kann laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) eine Einweisung ins Krankenhaus notwendig sein [2].

Sport und körperliche Anstrengung: Um Komplikationen wie einem Milzriss vorzubeugen, ist es laut gesund.bund.de wesentlich, körperliche Aktivitäten für mindestens 4 bis 6 Wochen zu vermeiden und auf Sport zu verzichten, bis sich die vergrößerte Milz vollständig zurückgebildet hat. Bei Leistungssport ist eine längere Erholungsphase sinnvoll [1]. Wann Sie wieder aktiv werden und Sport treiben können, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Sind Leber und Milz vergrößert, sind laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) Alkohol, körperliche Arbeit oder Sport für mindestens acht Wochen nach dem Abklingen der Beschwerden zu vermeiden; Leber- und Milzgröße müssen dann regelmäßig kontrolliert werden [2].

Behandlung mit Medikamenten

Gegen Fieber und Schmerzen helfen laut gesund.bund.de entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac. Treten wegen starker Schwellungen im Rachenraum Atembeschwerden auf, kann die Gabe abschwellend wirkender Medikamente wie Kortison sinnvoll sein. Antibiotika kommen nur zum Einsatz, wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion vorliegt [1].

Medikamente bei Pfeifferschem Drüsenfieber nach gesund.bund.de, mit Nebenwirkungen laut Packungsbeilage
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
NSAR (entzündungshemmende Schmerzmittel) gegen Fieber und Schmerzen [1]Ibuprofen, rezeptfreie Tabletten mit 400 mg ab 20 kg Körpergewicht (6 Jahre) [3]; Diclofenac, rezeptfreie Filmtabletten mit 25 mg, unter 16 Jahren nicht empfohlen [5]Hemmen die Bildung von Prostaglandinen, körpereigenen Botenstoffen; beim Menschen verringern sie entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber [4, 6]Ibuprofen, häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und geringfügige Magen-Darm-Blutverluste, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut verursachen können [3]. Diclofenac, sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und geringfügige Magen-Darm-Blutverluste; häufig unter anderem Verdauungsstörungen, Blähungen, Bauchkrämpfe, Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Geschwüre, Hautausschlag und Hautjucken, Kopfschmerzen, Schwindel und erhöhte Leberwerte [5]
Glucocorticoide (Kortison), nur bei Atembeschwerden durch starke Schwellungen im Rachenraum [1]Auswahl durch die Ärztin oder den ArztWirken abschwellend [1]Je nach Wirkstoff verschieden; Überblick auf der Seite Glucocorticoide
Antibiotika, nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion [1]Auswahl durch die Ärztin oder den Arzt; bestimmte Antibiotika dürfen laut gesund.bund.de nicht angewendet werden, weil sie bei dieser Infektion einen Hautausschlag auslösen können [1]Wirken gegen die Bakterien der zusätzlichen Infektion [1]Je nach Wirkstoff verschieden; unter Amoxicillin kann bei Pfeifferschem Drüsenfieber laut Fachinformation ein masernartiger Ausschlag auftreten [9]

Die Nebenwirkungen in der Tabelle stammen aus der Packungsbeilage des genannten Präparats und gelten nur für diesen Wirkstoff. Sehr häufig heißt bei mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig bei bis zu 1 von 10 [3, 5]. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Mehr dazu: Beipackzettel verstehen.

Schmerz- und Fiebermittel in der Selbstbehandlung

Rezeptfreie Ibuprofen-Tabletten mit 400 mg sind laut Packungsbeilage zur kurzzeitigen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen und von Fieber bestimmt, für Kinder ab 20 kg Körpergewicht (6 Jahre), Jugendliche und Erwachsene [3]. Fühlen sich Erwachsene nach 3 Tagen mit Fieber oder 4 Tagen mit Schmerzen nicht besser oder gar schlechter, Kinder und Jugendliche nach 3 Tagen, wenden sie sich laut Packungsbeilage an eine Ärztin oder einen Arzt [3]. Ibuprofen kann Anzeichen einer Infektion wie Fieber und Schmerzen verdecken. Halten die Beschwerden einer Infektion während der Einnahme an oder verschlimmern sie sich, holen Sie deshalb unverzüglich ärztlichen Rat ein [3]. Die Angaben der Packungsbeilage zur Menge stehen auf der Seite Ibuprofen.

Rezeptfreie Diclofenac-Filmtabletten mit 25 mg sind ebenfalls zur kurzzeitigen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen und von Fieber zugelassen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren wird die Anwendung laut Packungsbeilage nicht empfohlen. Wer sich nach 4 Tagen mit Schmerzen oder 3 Tagen mit Fieber nicht besser oder gar schlechter fühlt, wendet sich an eine Ärztin oder einen Arzt [5].

Acetylsalicylsäure bei Kindern und Jugendlichen: Bei Kindern mit Viruserkrankungen, die mit Acetylsalicylsäure (ASS) behandelt wurden, wurde das Reye-Syndrom beobachtet, eine seltene, aber sehr schwerwiegende Erkrankung, die hauptsächlich das Nervensystem und die Leber schädigt. ASS darf Kindern mit einer Viruserkrankung laut Packungsbeilage deshalb nur nach vorheriger Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt gegeben werden. Treten bei einem Kind, das ASS erhalten hat, Schwindel oder Ohnmachtsanfälle, auffälliges Verhalten oder Erbrechen auf, muss sofort eine Ärztin oder ein Arzt informiert werden [10]. Die Packungsbeilage eines niedrig dosierten ASS-Präparats nennt ausdrücklich auch Jugendliche: Bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen soll ASS nur auf ärztliche Anweisung und nur dann angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht wirken. Lang anhaltendes Erbrechen kann dann ein Zeichen des Reye-Syndroms sein, einer sehr seltenen, aber lebensbedrohlichen Krankheit, die unbedingt sofort ärztlich behandelt werden muss [13]. Mehr: Medikamente bei Kindern.

Kortison bei Atembeschwerden

Mit einem Glucocorticoid und seiner abschwellenden Wirkung kann laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) versucht werden, bei einer drohenden Verlegung der oberen Atemwege durch stark vergrößerte Mandeln einen Luftröhrenschnitt, eine Entfernung der Mandeln oder eine künstliche Beatmung über einen Schlauch (Intubation) zu vermeiden [2]. Die Leitlinie betont, dass nach wie vor Todesfälle durch eine Verlegung der Atemwege bei dieser Infektion berichtet werden [2]. Ob ein Glucocorticoid infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Antibiotika nur bei zusätzlicher bakterieller Infektion

Liegt zusätzlich eine bakterielle Infektion vor, kommen laut gesund.bund.de Antibiotika zum Einsatz, die gegen diese Bakterien wirksam sind. Bestimmte Antibiotika können bei einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus aber einen Hautausschlag auslösen und dürfen deshalb nicht angewendet werden [1]. Amoxicillin sollte laut Fachinformation schon bei Verdacht auf ein Pfeiffersches Drüsenfieber vermieden werden, weil nach der Anwendung ein masernartiger Ausschlag auftreten kann [9]. Die DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) nennt neben Amoxicillin auch Ampicillin: Werden sie etwa unter der Annahme einer Mandelentzündung durch Streptokokken gegeben, kann es bei Pfeifferschem Drüsenfieber zu einem ausgeprägten, juckenden, fleckig-knotigen Ausschlag kommen [2]. Laut Packungsbeilage sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie Pfeiffersches Drüsenfieber haben [8]. Mehr: Antibiotika richtig einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Ibuprofen und Diclofenac dürfen laut Packungsbeilage in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. In den ersten 6 Monaten sollten sie nur eingenommen werden, wenn es absolut notwendig ist und die Ärztin oder der Arzt es empfiehlt [3, 5]. Diclofenac sollte nicht während der Stillzeit eingenommen werden; bei Ibuprofen ist bei kurzfristiger Einnahme laut Packungsbeilage eine Stillpause in der Regel nicht erforderlich [3, 5]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Ibuprofen und Diclofenac: Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen betreffen laut Packungsbeilagen den Verdauungstrakt. Geschwüre, Durchbrüche oder Blutungen in Magen und Zwölffingerdarm können auftreten, manchmal tödlich, besonders bei älteren Menschen [3, 5]. Bei stärkeren Schmerzen im Oberbauch, Bluterbrechen, schwarzem Stuhl oder Blut im Stuhl brechen Sie die Einnahme von Diclofenac laut Packungsbeilage ab und informieren sofort eine Ärztin oder einen Arzt [5]. Mehr: Magenbeschwerden durch Medikamente. Arzneimittel wie Diclofenac sind laut Packungsbeilage mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden, vor allem bei hohen Dosen und Langzeitbehandlung [5]. Mittel wie Ibuprofen können mit einem geringfügig erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall einhergehen, insbesondere in hohen Dosen [3].

Nach einem Rote-Hand-Brief vom Juli 2013, den das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am 16.07.2013 veröffentlichte, ist Diclofenac mit einem erhöhten Risiko für Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel in den Arterien verbunden, vergleichbar mit selektiven COX-2-Hemmern. Seitdem darf es bei bestehender Herzschwäche (NYHA-Stadien II bis IV), Durchblutungsstörungen des Herzens, einer peripheren Arterienerkrankung (Durchblutungsstörungen etwa der Beine) oder Erkrankungen der Hirngefäße nicht angewendet werden. Bei erheblichen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, Diabetes oder Rauchen sollte die Behandlung nur nach sorgfältiger Abwägung begonnen werden [7].

Antibiotika: Unter Amoxicillin kann bei Pfeifferschem Drüsenfieber laut Fachinformation ein masernartiger Ausschlag auftreten [9]. Welche Hautreaktionen Medikamente sonst auslösen können, steht auf den Seiten Hautausschlag durch Medikamente und Arzneimittelallergie.

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [3]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Im Alltag: Ansteckung vermeiden

Eine Impfung gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber gibt es nicht. Wichtig ist es laut gesund.bund.de, den Kontakt zu Erkrankten zu meiden. Weil das Virus über Speichel übertragen wird, ist es ratsam, während der Erkrankung beim Essen kein Besteck und keine Getränke zu teilen und niemanden zu küssen [1].

Ob ein Kind oder ein Erwachsener nach der Erkrankung wieder eine Gemeinschaftseinrichtung wie Kita oder Schule besuchen kann, ist laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) eine Einzelfallentscheidung, weil Erkrankte auch in der Erholungsphase noch ansteckend sein können [2]. Die Arbeit kann laut Leitlinie nach dem Abklingen der Beschwerden und einer Einschätzung der Belastung wieder aufgenommen werden, soweit sie körperliche Schonung zulässt [2].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Schwellungen von Rachen und Mandeln, die das Atmen erschweren, brauchen eine schnelle Behandlung. Ein Milzriss ist lebensbedrohlich und muss rasch ärztlich behandelt werden [1]. Laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) soll bei Halsschmerzen mit einem pfeifenden Atemgeräusch (Stridor) oder einer Beeinträchtigung der Atmung bei Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber sofort eine Einweisung ins Krankenhaus erfolgen, ebenso bei Zeichen, dass jemand nicht mehr genug trinken kann und auszutrocknen droht (Expertenkonsens) [2].

Schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung und akute, anhaltende stärkste Schmerzen nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als Fälle für den Notruf 112. Sind die Praxen geschlossen, handelt es sich um Beschwerden, mit denen Sie sonst eine Praxis aufsuchen würden, und kann die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117; als Beispiel nennt die KBV starke Halsschmerzen [11].

Quellen

  1. Behörde Pfeiffersches Drüsenfieber (Abschnitte Definition, Symptome, Ursachen, Häufigkeit, Verlauf, Vorbeugung, Diagnostik, Behandlung). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie). Stand 22.01.2025. abgerufen am 18.10.2026
  2. Leitlinie S3-Leitlinie Halsschmerzen (DEGAM-Leitlinie Nr. 14, AWMF-Register-Nr. 053-010), Langfassung, Abschnitte 6.4 "Infektiöse Mononukleose" und 7 mit Empfehlungen 7.3 und 7.4; laut DEGAM gültig bis 10/2025, wird überarbeitet. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand 10/2020, redaktionell geändert 12/2021. abgerufen am 18.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten (Abschnitt 5.1). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclo-ratiopharm bei Schmerzen und Fieber 25 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Diclo-ratiopharm bei Schmerzen und Fieber 25 mg Filmtabletten (Abschnitt 5.1). ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
  7. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Diclofenac-haltigen Arzneimitteln: Kardiovaskuläre Risiken (Neue Kontraindikationen und Warnhinweise nach europaweiter Überprüfung der kardiovaskulären Sicherheit). Zulassungsinhaber systemisch angewendeter Diclofenac-haltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht vom BfArM am 16.07.2013). Stand Juli 2013. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amoxicillin-ratiopharm 1000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation Amoxicillin-ratiopharm Filmtabletten (Abschnitt 4.4). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation ASS-ratiopharm 500 mg Tabletten (Abschnitt 2, Kinder). ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
  11. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer", "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sulfasalazin-Heyl 500 mg magensaftresistente Filmtabletten (Abschnitt 4). Heyl Chem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG. Stand 02/2025. abgerufen am 18.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation ASS-ratiopharm 100 mg TAH Tabletten (Abschnitt 2, Kinder und Jugendliche). ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft gegen Pfeiffersches Drüsenfieber?

Eine spezielle Behandlung gibt es laut gesund.bund.de nicht; behandelt werden die Beschwerden. Bettruhe und ausreichend Flüssigkeit unterstützen die Genesung. Gegen Fieber und Schmerzen helfen entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac. Acetylsalicylsäure (ASS) soll laut Packungsbeilage eines ASS-Präparats bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden (Gefahr eines Reye-Syndroms). Treten wegen starker Schwellungen im Rachen Atembeschwerden auf, kann ein abschwellend wirkendes Medikament wie Kortison sinnvoll sein. Antibiotika kommen nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion zum Einsatz.

Wie lange dauert Pfeiffersches Drüsenfieber?

In der Regel klingt die Infektion laut gesund.bund.de innerhalb von 2 bis 4 Wochen von allein und ohne Folgen ab. Manche sind aber noch einige Monate nach dem Abklingen müde und erschöpft. Laut der DEGAM-Leitlinie Halsschmerzen (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) klingt das Fieber meist innerhalb von 10 bis 14 Tagen ab.

Wie lange ist man mit Pfeifferschem Drüsenfieber ansteckend?

Laut DEGAM-Leitlinie Halsschmerzen (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) können Erkrankte auch in der Erholungsphase noch ansteckend sein; ob jemand wieder eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen darf, ist deshalb eine Einzelfallentscheidung. Das Virus bleibt laut gesund.bund.de nach der Erstinfektion im Körper und kann wieder aktiv werden; bei sonst gesunden Menschen verläuft das meist ohne Beschwerden, sie können das Virus dann aber unbemerkt weitergeben. Laut gesund.bund.de ist es ratsam, während der Erkrankung beim Essen kein Besteck und keine Getränke zu teilen und niemanden zu küssen.

Warum sollte man bei Pfeifferschem Drüsenfieber kein Amoxicillin nehmen?

Bestimmte Antibiotika können bei einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus laut gesund.bund.de einen Hautausschlag auslösen und dürfen deshalb nicht angewendet werden. Amoxicillin sollte laut Fachinformation schon bei Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber vermieden werden, weil nach der Anwendung ein masernartiger Ausschlag auftreten kann. Die DEGAM-Leitlinie Halsschmerzen (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) nennt dafür neben Amoxicillin auch Ampicillin. Eine spezielle Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers gibt es nicht; Antibiotika kommen nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion zum Einsatz.

Wann darf ich nach Pfeifferschem Drüsenfieber wieder Sport machen?

Um einem Milzriss vorzubeugen, ist es laut gesund.bund.de wesentlich, körperliche Aktivitäten für mindestens 4 bis 6 Wochen zu vermeiden und auf Sport zu verzichten, bis sich die vergrößerte Milz vollständig zurückgebildet hat; bei Leistungssport ist eine längere Erholungsphase sinnvoll. Wann Sie wieder aktiv werden können, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Sind Leber und Milz vergrößert, sind Sport oder körperliche Arbeit laut DEGAM-Leitlinie Halsschmerzen (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) für mindestens acht Wochen nach dem Abklingen der Beschwerden zu vermeiden.

Darf ich bei Pfeifferschem Drüsenfieber Alkohol trinken?

Bei vergrößerter Leber und Milz ist Alkohol laut DEGAM-Leitlinie Halsschmerzen (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) für mindestens acht Wochen nach dem Abklingen der Beschwerden zu vermeiden. Eine vergrößerte Leber und mäßig erhöhte Leberwerte kommen bei Pfeifferschem Drüsenfieber laut Leitlinie häufig vor und gehen innerhalb von 3 bis 4 Wochen zurück. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Ihre Leber oder Milz vergrößert ist. Während der Einnahme von Ibuprofen oder Diclofenac sollten Sie laut Packungsbeilage möglichst keinen Alkohol trinken.

Kann man zweimal Pfeiffersches Drüsenfieber bekommen?

Wer sich einmal mit dem Epstein-Barr-Virus angesteckt hat, ist laut gesund.bund.de ein Leben lang gegen eine erneute Ansteckung immun. Das Virus bleibt aber in einem Ruhezustand im Körper und kann bei geschwächter Abwehr wieder aktiv werden. Bei sonst gesunden Menschen verläuft eine solche Reaktivierung meist ohne Beschwerden.

Ist Pfeiffersches Drüsenfieber gefährlich?

Bei vielen verläuft die Erkrankung laut gesund.bund.de mild und klingt ohne Folgen ab. Es können aber Komplikationen auftreten: Ein Milzriss ist sehr selten, aber lebensbedrohlich; Schwellungen im Rachen, die das Atmen erschweren, brauchen schnelle Behandlung. Für Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem, etwa durch eine HIV-Infektion oder nach einer Transplantation, kann die Infektion gefährlich werden.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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