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Halsschmerzen
Halsschmerzen bei einer Erkältung werden laut IQWiG meist durch Viren verursacht, und die meisten Halsschmerzen klingen auch ohne besondere Behandlung innerhalb einer Woche ab. Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol können laut IQWiG erkältungsbedingte Halsschmerzen lindern; Lutschtabletten mit örtlich betäubenden Wirkstoffen oder NSAR können laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) zur Linderung empfohlen werden (Empfehlungsgrad 0). Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Entzündungen, die meisten Menschen mit Halsschmerzen haben laut IQWiG keinen Vorteil davon. Bei Atembeeinträchtigung oder gestörter Flüssigkeitsaufnahme mit drohender Austrocknung soll laut dieser Leitlinie sofort eine Einweisung ins Krankenhaus erfolgen (Expertenkonsens); schwere Atemnot ist laut KBV ein Fall für den Notruf 112.

Die meisten Halsschmerzen klingen laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auch ohne besondere Behandlung innerhalb einer Woche ab; oft ist eine einfache Erkältung die Ursache [4]. Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder ASS können erkältungsbedingte Halsschmerzen lindern [2]. Antibiotika helfen nur bei einer bakteriellen Entzündung; die meisten Menschen haben von ihnen keinen Vorteil [4].
Was sind Halsschmerzen?
Halsschmerzen sind laut IQWiG ein häufiger Grund für einen Besuch in der Arztpraxis, vor allem in der Erkältungszeit [4]. Die S3-Leitlinie Halsschmerzen der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) in der Fassung von 2020 war bis Oktober 2025 gültig und wird derzeit überarbeitet [1].
Die DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) unterscheidet akute Halsschmerzen, die weniger als 14 Tage bestehen, von chronischen, die länger dauern [1]. Zu den akuten gehören die Entzündung des Rachens (Pharyngitis), die Entzündung von Nase und Rachen (Rhinopharyngitis) und die akute Mandelentzündung (Tonsillitis oder Tonsillopharyngitis). Chronische Halsschmerzen bestehen meist ohne Zeichen eines akuten Infekts [1].
Begleitende Beschwerden
Häufig gehören Halsschmerzen zu einer Erkältung, zusammen mit Schnupfen, Husten oder Kopfschmerzen [2, 4]. Schnupfen, Husten, Durchfall oder eine Bindehautentzündung weisen laut gesund.bund.de auf eine durch Viren verursachte Rachenentzündung hin. Bei einer Rachenentzündung durch Streptokokken setzen Beschwerden wie Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber typischerweise sehr plötzlich ein; anhand der Beschwerden lässt sie sich aber kaum von einer durch Viren verursachten Rachenentzündung unterscheiden [5]. Mehr dazu auf der Seite Mandelentzündung.
Ursachen: Infektionen, Reizungen, Medikamente
Meist sind Halsschmerzen laut IQWiG Folge einer Rachenentzündung durch Erkältungsviren, die auch die Mandeln befallen können; seltener ist eine bakterielle Entzündung der Gaumenmandeln [3]. Eine Rachenentzündung durch Streptokokken kommt laut gesund.bund.de am häufigsten bei Kindern und Jugendlichen von 5 bis 15 Jahren vor, bei Erwachsenen ist sie deutlich seltener [5]. Laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) können Halsschmerzen auch bei Grippe, COVID-19, Scharlach oder dem Pfeifferschen Drüsenfieber auftreten [1].
Nicht durch Infektionen bedingte Ursachen sind laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) unter anderem Rauchen, auch Passivrauchen, Schnarchen, eine vorangegangene Beatmung mit Schlauch in der Narkose, eine Überlastung der Stimme, ein Rückfluss von Magensaft (Reflux) und Schilddrüsenerkrankungen [1]. Mehr: Reflux und Sodbrennen.
Medikamente als Ursache: Halsschmerzen sind laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) eine bekannte Nebenwirkung zum Beispiel von ACE-Hemmern und einigen Mitteln gegen Krebs (Chemotherapeutika). Bei Kortison zum Inhalieren (inhalative Kortikosteroide) sind sie ein häufiges Problem; außerdem machen Steroide anfälliger für infektbedingte Halsschmerzen, zum Beispiel durch Pilze [1]. Mehr: Mundsoor. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Halsschmerzen als Warnzeichen: Eine Infektion im Halsbereich kann laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) Ausdruck einer starken Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen sein (Agranulozytose). Ursache sind danach meistens Medikamente, insbesondere Mittel gegen eine Schilddrüsenüberfunktion (Thyreostatika) und Schmerzmittel wie Metamizol [1]. Treten unter Thiamazol Fieber, Halsschmerzen, eine Entzündung der Mundschleimhaut oder Furunkel auf, müssen Sie das Mittel laut Packungsbeilage sofort absetzen und eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen; Ursache kann ein starker Rückgang bestimmter Blutzellen (Agranulozytose) sein, vor allem in den ersten Behandlungswochen [11]. Zu den Frühzeichen einer Agranulozytose unter Metamizol gehören laut Rote-Hand-Brief vom 9. Dezember 2024 Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und schmerzhafte Schleimhautveränderungen, insbesondere in Mund, Nase und Rachen oder im Genital- oder Analbereich. Sie können jederzeit während der Behandlung und auch kurz danach auftreten; dann müssen Betroffene die Behandlung abbrechen und sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [14]. Wird Metamizol gegen Fieber angewendet, können laut Packungsbeilage einige Zeichen unbemerkt bleiben; unter einer Behandlung mit Antibiotika können sie verschleiert werden [13]. Auch unter Ibuprofen können laut Packungsbeilage Fieber, Halsschmerzen und oberflächliche Wunden im Mund erste Anzeichen einer sehr seltenen Störung der Blutbildung sein; dann ist das Mittel sofort abzusetzen und eine Ärztin oder ein Arzt aufzusuchen, und jede Selbstbehandlung mit Schmerz- oder Fiebermitteln sollte unterbleiben [7]. Mehr: Blutungen und Blutbild.
Diagnose
Bei akuten Halsschmerzen ohne Warnzeichen sollten Laborwerte wie weiße Blutkörperchen oder das C-reaktive Protein laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) nicht routinemäßig bestimmt werden (Expertenkonsens) [1]. Wird ein Antibiotikum erwogen, sollte bei Menschen ab 3 Jahren mit akuten Halsschmerzen ohne Warnzeichen ein klinischer Punktwert (Score) ermittelt werden (Empfehlungsgrad B); wie das abläuft, steht auf der Seite Mandelentzündung [1]. Ein Rachenabstrich auf Erreger kann erfolgen, wenn die Beschwerden nach einer antibiotischen Behandlung anhalten oder Warnzeichen bestehen (Expertenkonsens) [1].
Wer länger als 14 Tage Halsschmerzen ohne Warnzeichen hat, sollte laut Leitlinie erfahren, dass eine nicht infektiöse Ursache wahrscheinlicher ist und eine weitergehende Untersuchung angezeigt ist (Expertenkonsens) [1]. Halten die Beschwerden länger als 6 Wochen an, sollte an eine HNO-Praxis überwiesen werden (Expertenkonsens) [1]. Bringen Sie eine Liste Ihrer Medikamente mit, zum Beispiel einen Medikationsplan.
Behandlung ohne Medikamente
Bei akuten Halsschmerzen ohne Warnzeichen sollte laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) über den voraussichtlichen Verlauf und über Selbsthilfe beraten werden, zum Beispiel über Flüssigkeit, körperliche Schonung und andere nicht medikamentöse Maßnahmen (Expertenkonsens) [1]. Zur Linderung können auch Lutschtabletten ohne Wirkstoff empfohlen werden (Empfehlungsgrad 0) [1]. Viele Menschen empfinden es laut IQWiG als wohltuend, Halsbonbons zu lutschen oder die Beschwerden mit Hausmitteln zu lindern, etwa mit Halswickeln und Gurgeln mit Salzwasser oder Tee [3].
Pflanzliche Mittel und Homöopathie: Für naturheilkundliche Präparate oder homöopathische Mittel gegen Halsschmerzen gibt es laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) keinen gesicherten Wirkungsnachweis aus kontrollierten Studien (Expertenkonsens) [1]. Zu Salbeispray gibt es laut Leitlinie zwei Studien mit einer leichten Verbesserung. Lakritz (Süßholz) kann den Blutdruck erhöhen, sodass bei Bluthochdruck eher eine andere Behandlung in Betracht kommt [1]. Mehr: Bluthochdruck.
Behandlung mit Medikamenten

Gegen die Schmerzen gibt es Mittel zum Lutschen, Gurgeln oder Sprühen und Schmerzmittel zum Einnehmen [1]. Die Nebenwirkungen in der Tabelle stammen aus der Packungsbeilage des genannten Präparats und gelten nur für diesen Wirkstoff ("häufig": bei bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich": bis zu 1 von 100, "selten": bis zu 1 von 1.000); maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Entzündungshemmende Lutschtabletten zur örtlichen Behandlung im Mund- und Rachenraum | Benzydamin [6] | Benzydamin ist laut Packungsbeilage ein Entzündungshemmer und gehört zu den Arzneimitteln zur lokalen Behandlung im Mund [6] | Gelegentlich: Rötung oder Sonnenbrand, weil die Haut empfindlicher auf Sonnenlicht reagiert; selten: Mundbrennen und Mundtrockenheit [6] |
| Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) | Ibuprofen [2] | Ibuprofen hemmt die Bildung von Prostaglandinen, körpereigenen Botenstoffen, und verringert entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber [8] | Häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt [7] |
| Schmerz- und Fiebermittel (Nichtopioid-Analgetika) | Paracetamol [2] | Wirkt schmerzstillend und fiebersenkend; wie genau, ist nicht eindeutig geklärt, nachgewiesen ist eine ausgeprägte Hemmung der Prostaglandinbildung im Gehirn [10] | Die Packungsbeilage nennt keine häufigen Nebenwirkungen; selten steigen bestimmte Leberenzyme leicht an [9] |
| Antibiotika (nur bei bakterieller Entzündung) | Auswahl durch die Ärztin oder den Arzt, siehe Mandelentzündung [5] | Wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren [4] | Können laut IQWiG unter anderem Durchfälle und Hautausschläge auslösen [4] |
Lutschtabletten, Gurgellösungen und Sprays
Medizinische Lutschtabletten mit örtlich betäubenden Wirkstoffen (Lokalanästhetika) und/oder NSAR können laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) mit dem Ziel der Linderung empfohlen werden (Empfehlungsgrad 0); als Beispiele nennt sie Benzocain, Hexylresorcinol oder Flurbiprofen [1]. Lutschtabletten mit Antiseptika oder Antibiotika zur örtlichen Schmerzlinderung sollen dagegen nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad A). Antiseptika wirken laut Leitlinie nur an der Oberfläche, während sich die Infektion in der Tiefe des Gewebes abspielt; die Anwendung von Lutschtabletten, Gurgellösungen und Rachensprays mit Antiseptika oder Antibiotika empfiehlt sie deshalb nicht [1]. Schwere Nebenwirkungen sind laut Leitlinie selten; bei fast allen Mitteln sind allergische Reaktionen möglich [1].
Benzydamin-Lutschtabletten werden laut Packungsbeilage bei Erwachsenen und Kindern über 6 Jahren zur Linderung von Schmerzen und Reizungen im Mund- und Rachenraum angewendet, nicht länger als 7 Tage [6]. Werden die Schmerzen innerhalb von 3 Tagen schlimmer oder bessern sie sich nicht, oder treten Fieber oder andere Beschwerden auf, sollten Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Zahnarztpraxis wenden [6]. Sprechen Sie vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke, wenn Sie Asthma haben oder hatten oder überempfindlich gegen ASS oder andere NSAR sind; die Minz-Lutschtabletten enthalten außerdem Aspartam, das bei Phenylketonurie schädlich sein kann [6]. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosis stehen unter Benzydamin.
Ambroxol: Lutschtabletten mit Ambroxol scheinen laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) für einzelne Menschen mit vor allem örtlichen Beschwerden eine Behandlungsmöglichkeit zu sein [1]. Formulierungen zum Lutschen werden laut BfArM zur Behandlung akuter Halsschmerzen eingesetzt; die Anwendung von Ambroxol kann danach, unabhängig vom Anwendungsgebiet, mit dem Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion bis zur schweren Hautreaktion verbunden sein [12]. Die Wirkstoffseite beschreibt Ambroxol am Beispiel von Tabletten gegen Husten.
Schmerzmittel zum Einnehmen
Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen und Paracetamol können laut IQWiG erkältungsbedingte Hals-, Kopf-, Glieder- und Ohrenschmerzen lindern und Fieber senken [2].
Ohne ärztlichen Rat nehmen Sie Paracetamol laut Packungsbeilage nicht länger als 3 Tage ein [9]. Ist Ibuprofen bei Erwachsenen länger als 3 Tage bei Fieber oder 4 Tage bei Schmerzen nötig, bei Kindern und Jugendlichen länger als 3 Tage, oder verschlimmern sich die Beschwerden, sollte laut Packungsbeilage ärztlicher Rat eingeholt werden [7]. Ibuprofen kann Anzeichen einer Infektion wie Fieber und Schmerzen verdecken; halten die Beschwerden an oder verschlimmern sie sich, wenden Sie sich unverzüglich an eine Ärztin oder einen Arzt [7]. Die Angaben der Packungsbeilagen zur Dosis stehen auf den Seiten zu Ibuprofen und Paracetamol. Mehr im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
Kortison
Kortikosteroide ("Kortison") sollen laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) nicht zur Schmerzbehandlung bei Halsschmerzen eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Bei einem gut mit Selbsthilfe behandelbaren Symptom wie Halsschmerzen hält die Leitlinie die Verordnung eines verschreibungspflichtigen Mittels wegen der uneinheitlichen Studienlage nicht für gerechtfertigt [1].
Antibiotika
Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Erkältungsbedingte Halsschmerzen werden laut IQWiG meist durch Viren verursacht; Antibiotika helfen nur Menschen mit einer bakteriellen Entzündung, zum Beispiel der Mandeln [4]. Auch wenn eine Rachenentzündung durch Bakterien verursacht wurde, muss man laut gesund.bund.de nicht grundsätzlich Antibiotika einnehmen; ob ein Antibiotikum sinnvoll ist, entscheiden Ärztinnen und Ärzte anhand der Beschwerden und der Vorgeschichte [5]. Hinweise auf eine bakterielle Mandelentzündung können laut IQWiG Fieber ohne Husten und geschwollene, belegte Mandeln sein [4]. Bei leichten bakteriellen Infektionen kann die Ärztin oder der Arzt auch ein Rezept auf Vorrat ausstellen, das Sie erst einlösen, wenn die Beschwerden nach ein paar Tagen nicht besser sind [2]. Welche Antibiotika infrage kommen, steht auf der Seite Mandelentzündung.
Kinder
Bei Schmerzmitteln gelten Körpergewicht und Alter laut Packungsbeilage des jeweiligen Präparats: Die hier zitierten Paracetamol-Tabletten mit 500 mg sind ab 17 kg Körpergewicht (ab 4 Jahren) bestimmt; für Jüngere gibt es geeignete andere Stärken und Darreichungsformen [9]. Die Ibuprofen-Tabletten mit 400 mg sind für Kinder unter 20 kg (unter 6 Jahren) in der Regel nicht geeignet [7]. Benzydamin-Lutschtabletten sind für Kinder unter 6 Jahren nicht geeignet; Kinder von 6 bis 11 Jahren sollten sie unter Aufsicht eines Erwachsenen anwenden [6]. ASS kommt laut IQWiG für Kinder und Jugendliche bei fieberhaften Erkrankungen nicht infrage, weil sie bei ihnen eine seltene, aber gefährliche Nebenwirkung haben kann, das Reye-Syndrom [2]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Schwangerschaft und Stillzeit
Paracetamol kann laut Packungsbeilage falls erforderlich in der Schwangerschaft eingenommen werden, in der geringstmöglichen Dosis und für den kürzestmöglichen Zeitraum [9]; mehr unter Paracetamol in der Schwangerschaft. Ibuprofen dürfen Sie im letzten Drittel der Schwangerschaft nicht einnehmen; in den ersten 6 Monaten sollten Sie es nur einnehmen, wenn es absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt [7]. Benzydamin-Lutschtabletten sollten Sie laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, dies ist eindeutig notwendig und wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt empfohlen; ist eine Behandlung erforderlich, sollten Sie die niedrigste Dosis über die kürzeste erforderliche Dauer verwenden. In der Stillzeit sollten sie nicht angewendet werden. Fragen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [6]. Mehr: Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen der Medikamente
Benzydamin: Gelegentlich, also bei 1 bis 10 von 1.000 Behandelten, kommt es laut Packungsbeilage zu Rötung oder Sonnenbrand, weil die Haut empfindlicher auf Sonnenlicht reagiert; selten zu Mundbrennen und Mundtrockenheit; dann rät die Packungsbeilage, schluckweise ein Glas Wasser zu trinken, um den Effekt zu verringern [6]. Sehr selten, also bei weniger als 1 von 10.000, treten eine plötzliche Schwellung im Mund- und Rachenraum (Angioödem) oder Atemprobleme durch eine Verkrampfung des Kehlkopfs auf. Eine schwere allergische Reaktion mit Atemnot, Brustenge, Schwindel oder Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Kehle ist laut Packungsbeilage potenziell lebensbedrohlich [6]. Mehr: Lichtempfindlichkeit und Arzneimittelallergie.
Ibuprofen: Häufig sind laut Packungsbeilage Magen-Darm-Beschwerden [7]. Bei Zeichen einer Magen-Darm-Blutung wie Blut im Stuhl oder schwarzem Stuhl, bei Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz oder Asthmaanfällen und bei Sehstörungen nehmen Sie Ibuprofen nicht weiter ein und begeben sich sofort in ärztliche Behandlung [7]. Mehr: Magenbeschwerden durch Medikamente.
Paracetamol: Die Packungsbeilage nennt keine häufigen Nebenwirkungen. Sehr selten kommt es zu allergischen Reaktionen bis zur Schockreaktion, zu schweren Hautreaktionen und zu Veränderungen des Blutbilds [9]. Damit es nicht zu einer Überdosierung kommt, sollten gleichzeitig angewendete andere Arzneimittel kein Paracetamol enthalten [9]. Mehr: Leberwerte.
Ambroxol: Nach einem europäischen Risikobewertungsverfahren ordnete das BfArM mit Bescheid vom 11. Februar 2016 an, Fach- und Gebrauchsinformationen ambroxol- und bromhexinhaltiger Arzneimittel um einen Warnhinweis zu schweren Hautreaktionen zu ergänzen; Anlass waren Hinweise auf mehr akute und verzögerte Überempfindlichkeitsreaktionen [12]. Mehr: Schwere Hautreaktionen.
Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [6]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Im Alltag: andere schützen
Eine Rachenentzündung ist ansteckend. Wer erkrankt ist, sollte laut gesund.bund.de zum Schutz anderer den engen Kontakt mit Menschen vermeiden [5]. Vorbeugen lässt sich, indem man Kontakt zu akut Erkrankten vermeidet, sich häufig und sorgfältig die Hände mit Seife wäscht und Gegenstände wie Spielzeug oder Türklinken regelmäßig desinfiziert [5]. Rauchen und Passivrauchen gehen laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) nachweislich mit Halsschmerzen und Husten einher [1].
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Komplikationen sind laut IQWiG selten [3]. Eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus soll laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) erfolgen, wenn zu den Halsschmerzen Folgendes hinzukommt (Expertenkonsens) [1]:
- Atemgeräusche beim Einatmen (Stridor) oder eine Beeinträchtigung der Atmung,
- Hinweise auf eine schwere Allgemeinerkrankung, etwa eine Hirnhautentzündung,
- Hinweise auf schwere eitrige Komplikationen wie eine Eiteransammlung um die Mandeln, neben oder hinter dem Rachen,
- eine gestörte Flüssigkeitsaufnahme mit drohender Austrocknung.
Eine Eiteransammlung um die Mandeln kann sich laut IQWiG durch sehr starke einseitige Halsschmerzen, Beschwerden beim Schlucken, vor allem einseitige Ohrenschmerzen, eine kloßige Sprache und Schwierigkeiten, den Mund zu öffnen, bemerkbar machen [3]. Eine weitergehende ärztliche Beratung und Untersuchung sollte laut Leitlinie unter anderem bei Verdacht auf Scharlach oder Pfeiffersches Drüsenfieber, bei stark geschwächter Abwehr, etwa durch eine Chemotherapie, und bei schweren Begleiterkrankungen erfolgen (Expertenkonsens) [1]. Verschlechtern sich die Beschwerden oder bessern sie sich nach 3 bis 4 Tagen nicht, sollte erneut ärztlich untersucht werden (Expertenkonsens) [1].
Auch die Packungsbeilagen ziehen Grenzen: Verschlimmern sich die Beschwerden, tritt nach 3 Tagen keine Besserung ein oder besteht hohes Fieber, müssen Sie laut Packungsbeilage von Paracetamol eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [9]. Starke Hals- oder Ohrenschmerzen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Praxen geschlossen sind und die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann; schwere Atemnot ist ein Fall für den Notruf 112 [15].
Quellen
- Leitlinie S3-Leitlinie Halsschmerzen (DEGAM-Leitlinie Nr. 14, AWMF-Register-Nr. 053-010), Langfassung und Kurzversion; Gültigkeit abgelaufen (gültig bis 10/2025), laut DEGAM in Überarbeitung. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand 10/2020, redaktionell geändert 12/2021. abgerufen am 17.10.2026
- Schnupfen, Husten und Halsschmerzen lindern. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.10.2023. abgerufen am 17.10.2026
- Mandelentzündung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 30.11.2022. abgerufen am 17.10.2026
- Verschwinden Halsschmerzen schneller durch Antibiotika?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 30.11.2022. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Bakterielle Rachenentzündung (Pharyngitis), geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 13.06.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tantum Verde mit Minzgeschmack 3 mg Lutschtabletten (Benzydaminhydrochlorid). Angelini Pharma S.p.A., Rom. Stand 09/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten (Abschnitt 5.1). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten (Abschnitt 5.1). ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Thiamazol 5 mg Henning Filmtabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Ambroxol und Bromhexin: Erhöhte Zahl von akuten und verzögerten Hypersensitivitätsreaktionen (Risikobewertungsverfahren). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 23.02.2016. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten (Metamizol). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu metamizolhaltigen Arzneimitteln: Wichtige Maßnahmen zur Minimierung der schwerwiegenden Folgen des bekannten Risikos für Agranulozytose. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom BfArM am 09.12.2024. Stand 09.12.2024. abgerufen am 17.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Was hilft schnell gegen Halsschmerzen?
Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder ASS können laut IQWiG Halsschmerzen bei einer Erkältung lindern; ASS kommt für Kinder und Jugendliche bei fieberhaften Erkrankungen nicht infrage. Laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) können außerdem Lutschtabletten ohne Wirkstoff oder mit örtlich betäubenden Wirkstoffen oder NSAR zur Linderung empfohlen werden (Empfehlungsgrad 0). Viele Menschen empfinden laut IQWiG auch Halsbonbons, Halswickel oder Gurgeln mit Salzwasser oder Tee als wohltuend.
Welche Lutschtabletten helfen bei Halsschmerzen?
Laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) können Lutschtabletten mit örtlich betäubenden Wirkstoffen oder NSAR zur Linderung empfohlen werden (Empfehlungsgrad 0); sie nennt etwa Benzocain, Hexylresorcinol oder Flurbiprofen, und Ambroxol scheint danach für einzelne Menschen mit vor allem örtlichen Beschwerden eine Behandlungsmöglichkeit zu sein. Lutschtabletten mit Antiseptika oder Antibiotika sollen nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad A). Lutschtabletten mit Benzydamin sind laut Packungsbeilage für Erwachsene und Kinder über 6 Jahren bestimmt und werden nicht länger als 7 Tage angewendet.
Ibuprofen oder Paracetamol bei Halsschmerzen?
Beide können laut IQWiG erkältungsbedingte Halsschmerzen lindern und Fieber senken. Ohne ärztlichen Rat nehmen Sie Paracetamol laut Packungsbeilage nicht länger als 3 Tage ein; bei Ibuprofen sollten Erwachsene ärztlichen Rat einholen, wenn es länger als 3 Tage bei Fieber oder 4 Tage bei Schmerzen nötig ist, Kinder und Jugendliche nach 3 Tagen. Mehr im Ratgeber Ibuprofen oder Paracetamol.
Brauche ich bei Halsschmerzen ein Antibiotikum?
Meist nicht. Halsschmerzen bei einer Erkältung werden laut IQWiG meist durch Viren verursacht, gegen die Antibiotika nicht wirken; die meisten Menschen haben von Antibiotika keinen Vorteil. Auch wenn eine Rachenentzündung durch Bakterien verursacht wurde, muss man laut gesund.bund.de nicht grundsätzlich Antibiotika einnehmen. Ob eines sinnvoll ist, klärt die Ärztin oder der Arzt; mehr auf der Seite Mandelentzündung.
Wann sollte ich mit Halsschmerzen zum Arzt?
Bei Atemgeräuschen oder Atembeeinträchtigung, Zeichen einer schweren Allgemeinerkrankung, Hinweisen auf schwere eitrige Komplikationen wie eine Eiteransammlung um die Mandeln oder im Rachenraum oder gestörter Flüssigkeitsaufnahme mit drohender Austrocknung soll laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) sofort eine Einweisung ins Krankenhaus erfolgen (Expertenkonsens). Verschlechtern sich die Beschwerden oder bessern sie sich nach 3 bis 4 Tagen nicht, sollte erneut ärztlich untersucht werden (Expertenkonsens). Dauern Halsschmerzen länger als 14 Tage, ist laut Leitlinie eine nicht infektiöse Ursache wahrscheinlicher und eine weitergehende Untersuchung angezeigt (Expertenkonsens).
Können Medikamente Halsschmerzen verursachen?
Ja. Laut DEGAM-Leitlinie (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen) sind Halsschmerzen eine bekannte Nebenwirkung zum Beispiel von ACE-Hemmern und einigen Mitteln gegen Krebs; bei Kortison zum Inhalieren sind sie ein häufiges Problem. Bei Metamizol können laut Packungsbeilage Schüttelfrost, Fieber, Halsschmerzen und schmerzhafte wunde Stellen an den Schleimhäuten in Mund, Nase und Rachen oder im Genital- oder Analbereich auf eine starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) hinweisen. Tritt eines dieser Zeichen auf, dürfen Sie Metamizol nicht mehr einnehmen und müssen sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen; das verlangt auch der Rote-Hand-Brief vom 9. Dezember 2024. Nehmen Sie Thiamazol gegen eine Schilddrüsenüberfunktion ein, müssen Sie es laut Packungsbeilage beim Auftreten von Fieber, Halsschmerzen, Mundschleimhautentzündung oder Furunkelbildung sofort absetzen und eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
Was hilft Kindern bei Halsschmerzen?
Maßgeblich sind Körpergewicht und Alter laut Packungsbeilage: Paracetamol-Tabletten mit 500 mg sind ab 17 kg Körpergewicht (ab 4 Jahren) bestimmt, Ibuprofen-Tabletten mit 400 mg sind unter 20 kg (unter 6 Jahren) in der Regel nicht geeignet; für Jüngere gibt es andere Stärken und Darreichungsformen. Lutschtabletten mit Benzydamin sind für Kinder unter 6 Jahren nicht geeignet, Kinder von 6 bis 11 Jahren sollten sie unter Aufsicht eines Erwachsenen anwenden. ASS kommt laut IQWiG für Kinder und Jugendliche bei fieberhaften Erkrankungen nicht infrage.
Was darf ich bei Halsschmerzen in der Schwangerschaft nehmen?
Paracetamol kann laut Packungsbeilage falls erforderlich in der Schwangerschaft eingenommen werden, in der geringstmöglichen Dosis und für den kürzestmöglichen Zeitraum. Ibuprofen dürfen Sie im letzten Drittel der Schwangerschaft nicht einnehmen; in den ersten 6 Monaten sollten Sie es laut Packungsbeilage nur einnehmen, wenn es absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt. Lutschtabletten mit Benzydamin sollten Sie laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, dies ist eindeutig notwendig und wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt empfohlen; in der Stillzeit sollten sie nicht angewendet werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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