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Benzydamin (Tantum Verde): Nebenwirkungen und Anwendung

Benzydamin ist ein Entzündungshemmer zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und Reizungen im Mund- und Rachenraum; Tantum Verde gibt es als Lutschtabletten, Spray und Lösung. Gelegentlich reagiert die Haut empfindlicher auf Sonnenlicht, selten treten Mundbrennen und Mundtrockenheit auf. Bessern sich die Beschwerden nach 3 Tagen nicht, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Frau in den Dreißigern mit Schal sitzt eingekuschelt auf einem Sofa und hält eine Tasse warmen Tee an den Hals
Bild: KI-generiert

Wofür wird Benzydamin eingesetzt?

Tantum Verde Lutschtabletten werden bei Erwachsenen und Kindern über 6 Jahren zur symptomatischen lokalen Behandlung von Schmerzen und Reizungen im Mund- und Rachenraum angewendet [1, 2]. Fühlen Sie sich nach 3 Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Spray und Lösung zur Anwendung in der Mundhöhle sind ebenfalls zur symptomatischen Behandlung dieser Beschwerden bestimmt: Das Spray wird direkt in den Mund- und Rachenraum gesprüht, die Lösung unverdünnt zum Spülen oder Gurgeln verwendet [3, 4]. Hintergründe zu möglichen Ursachen lesen Sie unter Halsschmerzen und Mandelentzündung.

Zur Anwendung im Mund- und Rachenraum ist Benzydamin als Lösung mit höchstens 1,5 mg je ml und als Lutschtablette mit höchstens 3 mg laut Arzneimittelverschreibungsverordnung nicht verschreibungspflichtig; andere Zubereitungen sind verschreibungspflichtig [5]. Was rezeptfrei, apothekenpflichtig und verschreibungspflichtig bedeutet, erklärt der Ratgeber Rezeptfrei und apothekenpflichtig.

Diese Seite beruht auf der Packungsbeilage der Tantum Verde Lutschtabletten mit Minzgeschmack (3 mg Benzydaminhydrochlorid je Lutschtablette) und auf den Pflichtangaben des Herstellers für Fachkreise [1, 2]. Angaben zu Spray und Lösung sind eigens gekennzeichnet; die Darreichungsformen unterscheiden sich unter anderem in den Altersgrenzen, der Anwendung und einzelnen Warnhinweisen [1, 3, 4].

Wie wirkt Benzydamin?

Benzydamin ist laut Packungsbeilage ein Entzündungshemmer und gehört zu den Arzneimitteln zur lokalen Behandlung im Mund [1]. Auch Spray und Lösung werden in ihren Packungsbeilagen als entzündungshemmende Mittel (Antiphlogistika) für Mund und Rachen beschrieben [3, 4]. Die Lutschtablette lassen Sie langsam im Mund zergehen; sie wird nicht heruntergeschluckt und nicht gekaut [1].

Laut Packungsbeilage der Lösung wird das Ziel der Behandlung, ein Rückgang der Entzündungserscheinungen und Schmerzfreiheit vor allem beim Schlucken, meist innerhalb der ersten 2 bis 4 Tage erreicht [4]. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle sind nur einige Tage Behandlung der akuten Entzündungszeichen erforderlich [3, 4].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die die Packungsbeilage der Lutschtabletten mit einer Häufigkeit angibt; die Pflichtangaben des Herstellers für Fachkreise nennen dieselben Klassen [1, 2]. "Gelegentlich" heißt laut dieser Packungsbeilage: bei 1 bis 10 von 1.000 Behandelten, "selten": bei 1 bis 10 von 10.000 [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Gelegentlich reagiert die Haut empfindlicher auf Sonnenlicht, mit Rötung oder Sonnenbrand [1]. Mehr dazu unter Lichtempfindlichkeit der Haut. Selten kommt es zu Mundbrennen und Mundtrockenheit; sehr selten zu einer plötzlichen Schwellung im Mund- und Rachenraum oder der Schleimhäute (Angioödem) und zu Schwierigkeiten beim Atmen durch einen Kehlkopfkrampf (Laryngospasmus) [1]. Mit nicht bekannter Häufigkeit sind ein örtlicher Empfindlichkeitsverlust der Mundschleimhaut, allergische Reaktionen und schwere allergische Reaktionen (anaphylaktischer Schock) beschrieben [1, 2]. Mehr dazu unter Mundtrockenheit und Arzneimittelallergie.

Auch einige Hilfsstoffe können Reaktionen auslösen: Bei entsprechend sensibilisierten Personen kann Levomenthol in den Lutschtabletten Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Atemnot auslösen, und die Allergene in den enthaltenen Duftstoffen können allergische Reaktionen hervorrufen [1]. Die Packungsbeilagen von Spray und Lösung nennen dieselben Nebenwirkungen mit denselben Häufigkeitsklassen, nur keinen örtlichen Empfindlichkeitsverlust der Mundschleimhaut [3, 4]. Bei Spray und Lösung kann das Minz-Aroma bei entsprechend sensibilisierten Personen Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Atemnot auslösen; Methyl-4-hydroxybenzoat kann Überempfindlichkeitsreaktionen, auch zeitverzögert, hervorrufen, und die Allergene im Duftstoff sowie Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen [3, 4].

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Eine schwere allergische Reaktion kann sich laut Packungsbeilage durch Atemnot, Brustschmerz, Brustenge, Schwindel, Schwächegefühl, starken Juckreiz, tastbare Knoten auf der Haut oder Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Kehle zeigen und potenziell lebensbedrohlich sein [1]. Werden die Schmerzen in Mund oder Hals innerhalb von 3 Tagen schlimmer oder bessern sie sich nicht, treten Fieber oder andere Beschwerden auf, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Zahnarztpraxis [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Älterer Mann mit hellem Hautton sitzt im Schatten eines Sonnenschirms auf einer Terrasse und trinkt schluckweise ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Mundbrennen und Mundtrockenheit: Laut Packungsbeilage können Sie schluckweise ein Glas Wasser trinken, um den Effekt zu verringern [1].

Sensibilisierung: Laut den Packungsbeilagen von Spray und Lösung kann die Anwendung, vor allem die längerfristige, zu einer Sensibilisierung führen; dann setzen Sie das Arzneimittel vorübergehend ab und kontaktieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [3, 4]. Laut Packungsbeilage der Lösung gilt das auch, wenn eine der dort angeführten Nebenwirkungen eintritt [4]. Eine langfristige Anwendung könnte außerdem die Bakterienflora der Mundhöhle beeinträchtigen [3, 4].

Haut und andere Beschwerden: Bemerken Sie eine Rötung oder einen Sonnenbrand durch die erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut oder andere Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Die Packungsbeilage der Lutschtabletten nennt keine bestimmten Wechselwirkungen; informieren Sie trotzdem Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Laut den Packungsbeilagen von Spray und Lösung sind keine Wechselwirkungen bekannt [3, 4]. Nahrungsmittel und Getränke haben laut Packungsbeilage der Lutschtabletten keinen Einfluss [1]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wer Benzydamin nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Tantum Verde Lutschtabletten dürfen Sie nicht anwenden, wenn Sie allergisch gegen Benzydaminhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile sind [1, 2]. Für Kinder unter 6 Jahren ist die Lutschtablette nicht geeignet; Kinder von 6 bis 11 Jahren wenden sie unter Aufsicht eines Erwachsenen an [1]. Die Lösung darf bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden, das Spray nicht bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren [3, 4]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie Asthma haben oder hatten, wenn Sie gegen Acetylsalicylsäure oder andere schmerz- oder entzündungshemmende Mittel überempfindlich sind und wenn Sie an Phenylketonurie leiden [1]. Bei Überempfindlichkeit gegen Salicylsäure oder andere entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) raten die Packungsbeilagen von Spray und Lösung von der Anwendung ab; bei Asthma bronchiale in der Vorgeschichte sollten Spray und Lösung mit Vorsicht angewendet werden, da Verkrampfungen der Bronchien (Bronchospasmen) auftreten können [3, 4]. Die Lutschtabletten mit Minzgeschmack enthalten 3,5 mg Aspartam je Lutschtablette, eine Quelle für Phenylalanin, und Isomalt [1]. Mehr zu Asthma lesen Sie unter Asthma.

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Benzydaminhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Kinder unter 6 Jahren: Lutschtabletten sind für sie nicht geeignet[1]
  • Lösung zur Anwendung in der Mundhöhle: Kinder unter 12 Jahren; Spray: Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren (enthält Menthol)[3, 4]

Besondere Vorsicht bei

  • Phenylketonurie: Die Lutschtabletten mit Minzgeschmack enthalten 3,5 mg Aspartam je Lutschtablette, eine Quelle für Phenylalanin[1]
  • Asthma, auch früher; Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure oder andere schmerz- oder entzündungshemmende Mittel (nichtsteroidale Antiphlogistika). Laut den Packungsbeilagen von Spray und Lösung wird bei Überempfindlichkeit gegen Salicylsäure oder andere entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) von der Anwendung abgeraten; bei Asthma bronchiale in der Vorgeschichte sollten sie mit Vorsicht angewendet werden, da Verkrampfungen der Bronchien (Bronchospasmen) auftreten können[1, 3, 4]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Lutschtabletten enthalten Isomalt; erst nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt anwenden[1]
  • Lutschtabletten: Levomenthol kann bei entsprechend sensibilisierten Personen Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Atemnot auslösen; die Duftstoffe in Minz- und Zitronenaroma enthalten die Allergene Benzylalkohol, Citral, Citronellol, D-Limonen, Eugenol, Geraniol und Linalool, die allergische Reaktionen hervorrufen können; Butylhydroxyanisol im Zitronenaroma kann örtlich begrenzt Hautreizungen sowie Reizungen der Augen und der Schleimhäute hervorrufen[1]
  • Kinder von 6 bis 11 Jahren wenden die Lutschtabletten unter Aufsicht eines Erwachsenen an[1]
  • Spray und Lösung: Die Anwendung, vor allem die längerfristige, kann zu einer Sensibilisierung führen, dann vorübergehend absetzen und die Ärztin oder den Arzt kontaktieren; laut Packungsbeilage der Lösung gilt das auch, wenn eine der dort angeführten Nebenwirkungen eintritt. Eine langfristige Anwendung könnte die Bakterienflora der Mundhöhle beeinträchtigen. Beide enthalten 80 mg Alkohol (Ethanol) je ml (10,1 Vol.-%), beim Spray 13,6 mg je Sprühstoß, bei der Lösung 1.200 mg je 15 ml; bei geschädigter Mundschleimhaut können sie ein brennendes Gefühl hervorrufen[3, 4]
  • Spray und Lösung: Das Minz-Aroma (enthält Menthofurat) kann bei entsprechend sensibilisierten Personen Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Atemnot auslösen; Methyl-4-hydroxybenzoat kann Überempfindlichkeitsreaktionen, auch zeitverzögert, hervorrufen; die Allergene Benzylalkohol, Citral, Citronellol, Eugenol, Geraniol, Isoeugenol, D-Limonen, Linalool und Zimtalkohol im Duftstoff des Minz-Aromas sowie Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen[3, 4]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Lutschtabletten und die Lösung beeinträchtigen laut ihren Packungsbeilagen die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen nicht; das Spray hat darauf keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss [1, 3, 4]. Spray und Lösung enthalten 80 mg Alkohol (Ethanol) je ml, das entspricht 10,1 Vol.-%: beim Spray 13,6 mg je Sprühstoß, bei der Lösung 1.200 mg je 15 ml. Bei geschädigter Mundschleimhaut können sie ein brennendes Gefühl hervorrufen [3, 4].

In der Schwangerschaft sollten Sie Tantum Verde laut den Packungsbeilagen von Lutschtabletten, Spray und Lösung nicht anwenden, es sei denn, es ist eindeutig notwendig und wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt empfohlen; ist eine Behandlung erforderlich, sollten Sie die niedrigste Dosis über die kürzeste erforderliche Dauer anwenden [1, 3, 4]. In der Stillzeit sollten die Lutschtabletten laut ihrer Packungsbeilage nicht angewendet werden; bei Spray und Lösung fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1, 3, 4]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

Laut den Packungsbeilagen von Lutschtabletten, Spray und Lösung sollten Sie Tantum Verde in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, es ist eindeutig notwendig und wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt empfohlen; ist eine Behandlung erforderlich, sollten Sie die niedrigste Dosis über die kürzeste erforderliche Dauer anwenden. Sind Sie schwanger, vermuten Sie eine Schwangerschaft oder planen Sie eine, fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.[1, 3, 4]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage der Lutschtabletten sollte Tantum Verde in der Stillzeit nicht angewendet werden. Für Spray und Lösung raten ihre Packungsbeilagen, in der Stillzeit vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat zu fragen.[1, 3, 4]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Die Lutschtabletten und die Lösung beeinträchtigen laut ihren Packungsbeilagen die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen nicht; das Spray hat darauf keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss.[1, 3, 4]

Einnahme

Lassen Sie die Lutschtablette langsam im Mund zergehen; nicht herunterschlucken und nicht kauen. Nahrungsmittel und Getränke haben keinen Einfluss.[1]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Erwachsene und Kinder über 6 Jahren: nicht mehr als 3 Lutschtabletten am Tag und nicht länger als 7 Tage. Halten die Schmerzen an oder werden sie schlimmer, suchen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke auf; fühlen Sie sich nach 3 Tagen nicht besser, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]

Überdosierung

Bei versehentlicher Anwendung zu vieler Lutschtabletten sofort Ärztin, Arzt oder Apotheke verständigen oder das nächstliegende Krankenhaus aufsuchen und die Packung mitnehmen. In sehr seltenen Fällen traten bei Kindern nach Einnahme von Benzydamin in etwa 100-mal höheren Dosen als in den Lutschtabletten Erregung, Krampfanfälle, Schweißausbrüche, Bewegungsstörungen (Ataxie), Zittern und Erbrechen auf. Werden Spray oder Lösung in größeren Mengen geschluckt, können laut ihren Packungsbeilagen Erbrechen, Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Unruhe, Angst, Krämpfe, Bewegungsstörungen (Ataxie), Fieber, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie) und eventuell Atemlähmungen auftreten; dann umgehend Ärztin, Arzt oder Apotheke verständigen.[1, 3, 4]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilagen nennen die Dosis je Darreichungsform: für Lutschtabletten nach Alter, für das Spray bei kleinen Kindern nach Körpergewicht [1, 3, 4]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Anwendung verordnet, gilt diese [1].

Anwendung und Absetzen

Lassen Sie die Lutschtablette langsam im Mund zergehen; schlucken Sie sie nicht herunter und kauen Sie sie nicht [1]. Wenden Sie die Lutschtabletten nicht länger als 7 Tage an; halten die Schmerzen an oder verschlimmern sie sich, suchen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke auf [1]. Lagern Sie die Lutschtabletten mit Minzgeschmack nicht über 25 °C und in der Originalverpackung, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen [1].

Die Lösung ist zum Gurgeln im Mund- und Rachenbereich vorgesehen und darf nicht geschluckt werden; sie darf deshalb nur angewendet werden, wenn Sie den Schluckreflex unterdrücken und die Lösung nach dem Spülen oder Gurgeln ausspucken können [4]. Beim Spray betätigen Sie den Sprühkopf vor der ersten Anwendung einige Male, bis ein gleichmäßiger Sprühstoß austritt, und richten ihn auf die entzündete Stelle [3].

Haben Sie versehentlich zu viele Lutschtabletten angewendet, verständigen Sie sofort Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke oder suchen das nächstliegende Krankenhaus auf und nehmen die Packung mit [1]. In sehr seltenen Fällen traten bei Kindern nach Einnahme von etwa 100-mal höheren Dosen als in den Lutschtabletten Erregung, Krampfanfälle, Schweißausbrüche, Bewegungsstörungen, Zittern und Erbrechen auf [1].

Präparate mit Benzydamin

Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage der Tantum Verde Lutschtabletten mit Minzgeschmack, Stand September 2025, und die Pflichtangaben des Herstellers für Fachkreise, Stand November 2024 [1, 2]. Zulassungsinhaber ist laut Pflichtangaben Angelini Pharma S.p.A. in Rom [2]. Die Lutschtabletten gibt es außerdem mit Zitronen- und mit Orange-Honiggeschmack; ihre Hilfsstoffe unterscheiden sich [2]. Spray und Lösung sind in eigenen Packungsbeilagen beschrieben, ebenfalls Stand September 2025 [3, 4]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Benzydamin
PräparatAnbieterHinweis
Tantum Verde mit Minzgeschmack 3 mg LutschtablettenAngeliniGrundlage dieser Seite; auch mit Zitronen- und Orange-Honiggeschmack
Tantum Verde 1,5 mg/ml Spray zur Anwendung in der MundhöhleAngelininicht bei Kindern unter 2 Jahren
Tantum Verde 1,5 mg/ml Lösung zur Anwendung in der MundhöhleAngelinizum Spülen und Gurgeln, nicht bei Kindern unter 12 Jahren

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tantum Verde mit Minzgeschmack 3 mg Lutschtabletten. Angelini Pharma S.p.A., Rom. Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Pflichtangaben für Fachkreise: Tantum Verde mit Minzgeschmack/mit Zitronengeschmack/mit Orange-Honiggeschmack 3 mg Lutschtabletten (Kurzfassung der Produktinformation). Angelini Pharma S.p.A. (Zulassungsinhaber); Angelini Pharma Deutschland GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 11.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tantum Verde 1,5 mg/ml Spray zur Anwendung in der Mundhöhle, Lösung. Angelini Pharma S.p.A., Rom. Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tantum Verde 1,5 mg/ml Lösung zur Anwendung in der Mundhöhle. Angelini Pharma S.p.A., Rom. Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
  5. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Benzydamin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Tantum Verde angewendet?

Die Lutschtabletten dienen der symptomatischen lokalen Behandlung von Schmerzen und Reizungen im Mund- und Rachenraum bei Erwachsenen und Kindern über 6 Jahren. Spray und Lösung zur Anwendung in der Mundhöhle sind ebenfalls zur symptomatischen Behandlung dieser Beschwerden zugelassen.

Wie oft darf man Tantum Verde Lutschtabletten nehmen?

Laut Packungsbeilage nehmen Erwachsene und Kinder über 6 Jahren 3-mal täglich eine Lutschtablette und nicht mehr als 3 Lutschtabletten am Tag. Wenden Sie die Lutschtabletten nicht länger als 7 Tage an; fühlen Sie sich nach 3 Tagen nicht besser, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wie oft darf man Tantum Verde Spray anwenden?

Laut Packungsbeilage des Sprays im Allgemeinen 2- bis 6-mal täglich: Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren je 4 bis 8 Sprühstöße, Kinder zwischen 6 und 12 Jahren 4 Sprühstöße und Kinder zwischen 2 und 6 Jahren 1 Sprühstoß je 4 kg Körpergewicht, höchstens 4 Sprühstöße. Bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren darf das Spray nicht angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen hat Benzydamin?

Gelegentlich, bei bis zu 1 von 100 Behandelten, reagiert die Haut empfindlicher auf Sonnenlicht, mit Rötung oder Sonnenbrand. Selten, bei bis zu 1 von 1.000, kommen Mundbrennen und Mundtrockenheit vor; sehr selten Schwellungen im Mund- und Rachenraum (Angioödem) und Atemprobleme durch einen Kehlkopfkrampf. Allergische Reaktionen und ein Taubheitsgefühl der Mundschleimhaut sind mit nicht bekannter Häufigkeit beschrieben.

Was hilft gegen Mundbrennen nach Tantum Verde?

Laut Packungsbeilage können Sie schluckweise ein Glas Wasser trinken, um den Effekt zu verringern. Mundbrennen und Mundtrockenheit sind selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten.

Darf ich Tantum Verde in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden?

Laut den Packungsbeilagen von Lutschtabletten, Spray und Lösung sollten Sie Tantum Verde in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, es ist eindeutig notwendig und wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt empfohlen; ist eine Behandlung erforderlich, sollten Sie die niedrigste Dosis über die kürzeste erforderliche Dauer anwenden. In der Stillzeit sollten die Lutschtabletten laut ihrer Packungsbeilage nicht angewendet werden. Fragen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.

Enthalten Tantum Verde Spray und Lösung Alkohol?

Ja. Laut ihren Packungsbeilagen enthalten Spray und Lösung 80 mg Alkohol (Ethanol) je ml, das entspricht 10,1 Vol.-%; ein Sprühstoß enthält 13,6 mg, 15 ml Lösung enthalten 1.200 mg. Bei geschädigter Mundschleimhaut können sie ein brennendes Gefühl hervorrufen.

Ist Tantum Verde rezeptfrei?

Benzydamin zur Anwendung im Mund- und Rachenraum ist laut Arzneimittelverschreibungsverordnung als Lösung mit höchstens 1,5 mg je ml und als Lutschtablette mit höchstens 3 mg nicht verschreibungspflichtig. Andere Zubereitungen von Benzydamin sind verschreibungspflichtig.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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