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Insulin glulisin (Apidra): Nebenwirkungen und Wirkung
Insulin glulisin ist ein verschreibungspflichtiges, schnell wirkendes Insulin zur Behandlung von Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren. Apidra wirkt innerhalb von 10 bis 20 Minuten und etwa 4 Stunden lang. Sehr häufig ist eine Unterzuckerung; dann spritzen Sie kein Insulin und nehmen sofort etwa 10 bis 20 g Zucker zu sich.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Unterzuckerung (Hypoglykämie), die sehr schwerwiegend sein kann: Fällt der Blutzucker zu stark ab, ist Bewusstlosigkeit möglich; eine schwere Unterzuckerung kann zu einem Gehirnschaden führen und lebensbedrohlich sein[1, 2]
- Häufig: Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, ungewohnt starker Schmerz beim Spritzen, Juckreiz, Quaddelbildung, Schwellung oder Entzündung (laut Fachinformation lokale Überempfindlichkeitsreaktionen); sie können sich auf die Umgebung ausbreiten, die meisten leichteren Reaktionen bilden sich gewöhnlich innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen zurück[1, 2]
Wofür wird Insulin glulisin eingesetzt?
Insulin glulisin ist ein verschreibungspflichtiges Insulin zur Senkung eines zu hohen Blutzuckers bei Diabetes mellitus; Apidra kann Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren gegeben werden [1, 3]. Laut Fachinformation ist es zugelassen, sofern die Behandlung mit Insulin erforderlich ist [2]. Diabetes mellitus ist laut Packungsbeilage eine Erkrankung, bei der der Körper nicht ausreichend Insulin produziert, um den Blutzucker zu kontrollieren [1]. Hintergründe lesen Sie unter Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2, einen Überblick über die Wirkstoffgruppe unter Insuline.
Apidra ist ein kurz wirksames Insulin; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet es möglicherweise zusammen mit einem Intermediär- oder lang wirksamen Insulin, einem Basalinsulin oder Tabletten gegen hohen Blutzucker [1]. Diese Seite beruht auf der EMA-Produktinformation von Apidra mit der Packungsbeilage des SoloStar-Fertigpens und der Fachinformation, Stand März 2026 [1, 2]. Apidra gibt es mit 100 Einheiten je ml als SoloStar-Fertigpen, Patrone und Durchstechflasche [2].
Wie wirkt Insulin glulisin?
Insulinglulisin ist laut Fachinformation ein Humaninsulinanalogon, das gleich wirksam ist wie humanes Normalinsulin, aber schneller einsetzt und kürzer wirkt [2]. Insulin senkt den Blutzucker, indem es die Aufnahme von Glucose vor allem in Skelettmuskulatur und Fettgewebe fördert und die Bildung von Glucose in der Leber hemmt [2].
Apidra wirkt laut Packungsbeilage innerhalb von 10 bis 20 Minuten und hat eine kurze Wirkdauer von etwa 4 Stunden [1]. Eine Einheit Insulinglulisin hat laut Fachinformation die gleiche blutzuckersenkende Wirkung wie eine Einheit humanes Normalinsulin; die angegebenen Einheiten beziehen sich jedoch ausschließlich auf Apidra und sind nicht identisch mit I. E. oder den Einheiten anderer Insulinanaloga [2]. Die Injektion in die Bauchdecke führt im Vergleich zu anderen Stellen zu einer etwas schnelleren Wirkung [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von Apidra eine Häufigkeit angeben [1, 2]. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Eine Unterzuckerung ist sehr häufig und kann sehr schwerwiegend sein: Fällt der Blutzucker zu stark ab, können Sie bewusstlos werden; eine schwere Unterzuckerung kann laut Packungsbeilage einen Herzanfall oder Gehirnschaden verursachen und lebensbedrohlich sein [1]. Laut Fachinformation kann eine Unterzuckerung nach einem schnell wirksamen Insulinanalogon rascher auftreten als nach normalem Humaninsulin [2]. Ein zu hoher Blutzucker ist mit nicht abschätzbarer Häufigkeit beschrieben; bei Anwendung mit einer Insulinpumpe führte er laut Fachinformation in Fällen zu einer diabetischen Ketoazidose, meist durch Anwendungsfehler oder ein Versagen des Pumpensystems [1, 2]. Mehr dazu unter Blutzucker als Nebenwirkung.
Ausgeprägte Schwankungen der Blutzuckereinstellung können das Sehvermögen vorübergehend beeinträchtigen; bei einer proliferativen Retinopathie können schwere Unterzuckerungen zu einem vorübergehenden Verlust der Sehschärfe führen [1]. Mehr dazu unter Sehstörungen.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungUnterzuckerung (Hypoglykämie), die sehr schwerwiegend sein kann: Fällt der Blutzucker zu stark ab, ist Bewusstlosigkeit möglich; eine schwere Unterzuckerung kann zu einem Gehirnschaden führen und lebensbedrohlich sein[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- HautReaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, ungewohnt starker Schmerz beim Spritzen, Juckreiz, Quaddelbildung, Schwellung oder Entzündung (laut Fachinformation lokale Überempfindlichkeitsreaktionen); sie können sich auf die Umgebung ausbreiten, die meisten leichteren Reaktionen bilden sich gewöhnlich innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen zurück[1, 2]Mehr dazu: JuckreizNesselsucht
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenSystemische Überempfindlichkeitsreaktion (generalisierte Insulinallergie) mit großflächigen Hautreaktionen (Hautausschlag und Juckreiz am ganzen Körper), starken Haut- und Schleimhautschwellungen (Angioödem), Atemnot, Blutdruckabfall mit schnellem Puls und Schwitzen; in schweren Fällen ist eine möglicherweise lebensgefährliche anaphylaktische Reaktion möglich[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagJuckreizSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnotNiedriger BlutdruckHerzrasenVermehrtes Schwitzen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Stoffwechsel und ErnährungZu hoher Blutzucker (Hyperglykämie); laut Fachinformation kann er zu einer diabetischen Ketoazidose führen, bei Anwendung mit einer Insulinpumpe ging das in den meisten Fällen auf Anwendungsfehler oder ein Versagen des Pumpensystems zurück[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- HautKnoten unter der Haut durch Ansammlung des Eiweißes Amyloid (kutane Amyloidose); das Insulin wirkt möglicherweise nicht richtig, wenn in einen Bereich mit Knoten gespritzt wird[1, 2]
- AugenVorübergehende Beeinträchtigung des Sehvermögens bei ausgeprägten Schwankungen der Blutzuckereinstellung; bei einer proliferativen Retinopathie können schwere Unterzuckerungen zu einem vorübergehenden Verlust der Sehschärfe führen[1]Mehr dazu: Sehstörungen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Eine Unterzuckerung kann zum Beispiel entstehen, wenn Sie mehr Insulin spritzen, als Sie brauchen, Mahlzeiten ausfallen lassen oder zu spät essen, zu wenig oder zu kohlenhydratarm essen, durch Erbrechen oder Durchfall Kohlenhydrate verlieren, Alkohol trinken (besonders bei wenig Essen), sich mehr als sonst belasten oder sich von einer Verletzung, Operation, Krankheit oder Fieber erholen [1]. Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe sind keine Kohlenhydrate [1]. Es ist ratsam, möglichst gleich nach der Einnahme von Zucker den Blutzucker zu bestimmen, um sich zu vergewissern, dass wirklich eine Unterzuckerung vorliegt [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Unterzuckerungen vorbeugen: Halten Sie sich bei Dosierung, Blutzuckerkontrollen, Ernährung und körperlicher Aktivität genau an die mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochenen Anweisungen [1]. Tragen Sie immer mindestens 20 Gramm Zucker und einen Ausweis bei sich, aus dem hervorgeht, dass Sie zuckerkrank sind [1]. Lassen Sie sich im Voraus von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Diätassistenz beraten, was Sie nach einer Unterzuckerung mit lang anhaltender blutzuckersteigernder Wirkung essen [1].
Warnzeichen kennen: Die ersten Warnzeichen können im höheren Alter, bei lange bestehendem Diabetes, bei diabetischer autonomer Neuropathie, nach einer kürzlichen Unterzuckerung, bei fast normalen Werten oder unter bestimmten Arzneimitteln abgeschwächt sein oder fehlen [1]. Häufigere Blutzuckerkontrollen können dann helfen, leichte Unterzuckerungen zu entdecken; sind Sie sich beim Erkennen nicht sicher, meiden Sie Situationen wie das Autofahren, in denen Sie oder andere gefährdet wären [1].
Einstichstellen: Wechseln Sie die Einstichstelle innerhalb des gewählten Bereichs bei jeder Injektion, um Knoten unter der Haut vorzubeugen [1]. Spritzen Sie derzeit in einen Bereich mit Knoten, sprechen Sie vor dem Wechsel in einen anderen Bereich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Packungsbeilage kann auch der Wechsel des Hautbereichs, zum Beispiel vom Oberschenkel zum Oberarm, die Neigung zu Unterzuckerungen erhöhen [1].
Reaktionen an der Einstichstelle: Treten bei Ihnen Rötung, ungewohnt starker Schmerz beim Spritzen, Juckreiz, Quaddeln, Schwellung oder Entzündung auf (sie können sich auch auf die Umgebung der Einstichstelle ausbreiten), informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal; die meisten leichteren Reaktionen bilden sich gewöhnlich innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen zurück [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Manche Arzneimittel senken oder erhöhen den Blutzucker oder beides, je nach Situation; dann kann es notwendig sein, die Insulinmenge anzupassen [1]. Fragen Sie vor der Anwendung eines anderen Arzneimittels Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob es Ihren Blutzucker beeinflussen kann, und berücksichtigen Sie das auch, wenn Sie ein Arzneimittel absetzen [1]. Betablocker und andere Sympatholytika können die ersten Warnzeichen einer Unterzuckerung abschwächen oder ganz unterdrücken [1]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Arzneimittel gegen Diabetes, ACE-Hemmer, Disopyramid, Fluoxetin, Fibrate, MAO-Hemmer, Pentoxifyllin, Propoxyphen, Salicylate (z. B. Acetylsalicylsäure), Sulfonamid-Antibiotika | Blutzucker kann sinken (Unterzuckerung)[1, 2] | Die Insulinmenge muss eventuell angepasst werden, vor Beginn und vor dem Ende einer solchen Behandlung ärztlich besprechen |
| Kortikosteroide ("Kortison"), Danazol, Diazoxid, Diuretika (Entwässerungsmittel), Glukagon, Isoniazid, Östrogene und Progestagene (z. B. in der Pille), Phenothiazin-Abkömmlinge, Somatropin (Wachstumshormon), Sympathomimetika (z. B. Epinephrin, Salbutamol, Terbutalin), Schilddrüsenhormone, Proteaseinhibitoren (gegen HIV), atypische Antipsychotika (z. B. Olanzapin, Clozapin) | Blutzucker kann steigen (Überzuckerung)[1, 2] | Die Insulinmenge muss eventuell angepasst werden, ärztlich besprechen |
| Betablocker, Clonidin, Lithiumsalze | Blutzucker kann sowohl ansteigen als auch abfallen[1, 2] | Ärztlich besprechen |
| Pentamidin (gegen bestimmte Infektionen durch Parasiten) | Kann eine Unterzuckerung auslösen, die manchmal in eine Überzuckerung übergeht[1, 2] | Ärztlich besprechen |
| Betablocker und andere Sympatholytika (z. B. Clonidin, Guanethidin, Reserpin) | Die ersten Warnzeichen einer Unterzuckerung können abgeschwächt oder ganz unterdrückt sein[1, 2] | Ärztlich besprechen |
| Pioglitazon (Tabletten gegen Typ-2-Diabetes) | Einige Patientinnen und Patienten mit seit Längerem bestehendem Typ-2-Diabetes und Herzerkrankung oder früherem Schlaganfall entwickelten unter Pioglitazon und Insulin eine Herzschwäche[1, 2] | Anzeichen so schnell wie möglich ärztlich mitteilen |
| Alkohol | Blutzucker kann ansteigen oder abfallen; laut Packungsbeilage kann es besonders dann zu einer Unterzuckerung kommen, wenn gleichzeitig nur wenig gegessen wird[1, 2] |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Insulin glulisin nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Apidra dürfen Sie nicht anwenden, wenn Sie allergisch gegen Insulinglulisin oder einen der sonstigen Bestandteile sind oder wenn Ihr Blutzucker zu niedrig ist [1, 2]. Apidra enthält Metacresol, das allergische Reaktionen hervorrufen kann [1]. Haben Sie Leber- oder Nierenprobleme, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, da Sie möglicherweise eine niedrigere Dosis benötigen [1]. Für Kinder unter 6 Jahren liegen keine hinreichenden klinischen Informationen vor [1, 2].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Wechsel von einem anderen Insulin: Die Dosierung muss möglicherweise von der Ärztin oder dem Arzt angepasst werden. Laut Fachinformation muss eine Umstellung auf einen anderen Insulintyp oder eine andere Insulinmarke unter strenger ärztlicher Überwachung erfolgen; jede Änderung von Stärke, Marke, Insulintyp, Ursprung oder Herstellungsmethode kann eine Änderung der Dosierung erforderlich machen[1, 2]
- Die Warnzeichen einer Unterzuckerung können verändert, abgeschwächt oder ganz fehlen: im höheren Alter, bei lange bestehendem Diabetes, bei einer bestimmten Nervenerkrankung (diabetische autonome Neuropathie), nach einer kürzlich erlittenen Unterzuckerung (z. B. am Vortag) oder wenn sie sich langsam entwickelt, bei fast normalen oder stark gebesserten Blutzuckerwerten und bei bestimmten anderen Arzneimitteln. Dann ist eine schwere Unterzuckerung möglich, ohne dass Sie die Gefahr rechtzeitig bemerken; sind Sie sich beim Erkennen der Warnzeichen nicht sicher, meiden Sie Situationen wie das Autofahren, in denen Sie oder andere gefährdet wären[1, 2]
- Erhöhte Neigung zu Unterzuckerungen: nach Beginn der Behandlung oder einem Wechsel der Insulinzubereitung, bei fast normalem oder stark schwankendem Blutzucker, nach einem Wechsel des Hautbereichs für die Injektion (z. B. vom Oberschenkel zum Oberarm) sowie bei schweren Nieren- oder Lebererkrankungen oder bestimmten anderen Erkrankungen wie einer Schilddrüsenunterfunktion[1]
- Leber- oder Nierenprobleme: Möglicherweise ist eine niedrigere Dosis nötig, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1, 2]
- Krankheit oder größere Verletzungen: Der Blutzucker kann ansteigen; essen Sie nicht genug, kann er absinken. In den meisten Fällen ist ärztliche Hilfe nötig. Bei Typ-1-Diabetes die Insulinbehandlung nicht unterbrechen und ausreichend Kohlenhydrate zu sich nehmen; alle behandelnden und betreuenden Personen darüber informieren, dass Sie Insulin brauchen[1]
- Reisen: Fragen zur Behandlung vorher mit der Ärztin oder dem Arzt klären, zum Beispiel Verfügbarkeit des Insulins im Reiseland, ausreichender Vorrat an Insulin und Nadeln, richtige Aufbewahrung, Essenszeiten und Insulingabe unterwegs, Umstellung auf andere Zeitzonen, neue Gesundheitsrisiken und was bei Unwohlsein oder Krankheit zu tun ist[1]
- Laut Fachinformation kann eine Unterzuckerung nach einem schnell wirksamen Insulinanalogon rascher auftreten als nach normalem Humaninsulin; körperliche Aktivität unmittelbar nach der Mahlzeit kann das Risiko erhöhen. Bei vermehrter körperlicher Aktivität oder geänderten Ernährungsgewohnheiten kann eine Dosisanpassung nötig sein; der Insulinbedarf kann sich während einer Krankheit oder bei seelischer Belastung verändern[2]
- Injektionsstelle regelmäßig wechseln, um Knoten unter der Haut vorzubeugen; spritzen Sie derzeit in einen Bereich mit Knoten, vor dem Wechsel in einen anderen Bereich mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen, möglicherweise sind engmaschigere Blutzuckerkontrollen und eine Dosisanpassung nötig[1, 2]
- Vor jeder Injektion die Bezeichnung des Insulins prüfen; laut Fachinformation wurden Fälle berichtet, in denen versehentlich andere Insuline, insbesondere lang wirksame, statt Insulinglulisin gespritzt wurden[1, 2]
- Apidra enthält Metacresol, das allergische Reaktionen hervorrufen kann[1, 2]
- Kinder unter 6 Jahren: Es liegen keine hinreichenden klinischen Informationen zur Anwendung vor[1, 2]
- Insulinpumpe (nur Durchstechflasche): Laut Fachinformation sind Infusionsset und Reservoir alle 48 Stunden zu wechseln; Funktionsstörungen der Pumpe, des Infusionssets oder Anwendungsfehler können schnell zu hohem Blutzucker, Ketose oder diabetischer Ketoazidose führen. Wer eine Pumpe nutzt, muss in der Injektion geschult sein und ein alternatives System zur Insulingabe bereithalten[2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Wenn Sie Alkohol trinken, kann Ihr Blutzucker sowohl ansteigen als auch abfallen; zu einer Unterzuckerung kann es besonders dann kommen, wenn Sie gleichzeitig nur wenig essen [1]. Bei zu niedrigem oder zu hohem Blutzucker kann Ihre Konzentrations- oder Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein [1]. Lassen Sie sich ärztlich beraten, ob Sie ein Kraftfahrzeug führen sollten, wenn Unterzuckerungen häufig auftreten oder die Warnzeichen abgeschwächt sind oder fehlen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 4].
Schwangerschaft
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder schwanger sind: Der Insulinbedarf kann sich während der Schwangerschaft und nach der Geburt verändern; für die Gesundheit des Kindes ist es wichtig, die Blutzuckerwerte sorgfältig zu überwachen und Unterzuckerungen zu vermeiden. Mit Insulinglulisin bei Schwangeren liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen vor.[1]
Laut Fachinformation liegen weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge vor; Tierstudien zeigten keine Unterschiede zu Humaninsulin. Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten, eine sorgfältige Blutzuckerüberwachung ist besonders wichtig. Der Insulinbedarf kann im ersten Schwangerschaftsdrittel abnehmen, steigt im zweiten und dritten in der Regel an und fällt unmittelbar nach der Entbindung rasch ab.[2]
Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als gering: Herstellerdaten zu etwa 130 Schwangerschaften weisen bei unzureichender Datenqualität nicht auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko hin, eine differenzierte Risikobewertung ist bisher nicht möglich. Ob die Behandlung bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft fortgeführt wird, ist laut Embryotox eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung; bei einer Neueinstellung sollten möglichst besser untersuchte kurz wirksame Insuline bevorzugt werden, Humaninsulin, Insulin lispro und Insulin aspart sind besser untersucht. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Fragen Sie in der Stillzeit Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Insulindosis und Ernährung angepasst werden müssen. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Insulinglulisin in die Muttermilch übergeht; im Allgemeinen tritt Insulin nicht in die Muttermilch über und wird nach dem Schlucken nicht aufgenommen.[1, 2]
Laut Embryotox kann Insulin glulisin in der Stillzeit verwendet werden; bei Einsetzen der Milchproduktion sinkt der Insulinbedarf häufig.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Wenn Sie Alkohol trinken, kann Ihr Blutzucker sowohl ansteigen als auch abfallen. Zu einer Unterzuckerung kann es besonders dann kommen, wenn Sie Alkohol trinken und gleichzeitig nur wenig essen.[1]
Autofahren und Maschinen
Bei zu niedrigem oder zu hohem Blutzucker können Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein, bedenken Sie das in allen Situationen, in denen Sie sich und andere gefährden könnten, etwa beim Autofahren. Lassen Sie sich ärztlich beraten, ob Sie ein Kraftfahrzeug führen sollten, wenn Sie häufig Unterzuckerungen haben oder deren erste Warnzeichen abgeschwächt sind oder fehlen. Laut Fachinformation können auch Sehstörungen die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.[1, 2]
Einnahme
Apidra wird kurz (0 bis 15 Minuten) vor einer Mahlzeit oder kurz nach einer Mahlzeit unter die Haut gespritzt, in Bauchdecke, Oberschenkel oder Oberarm; in der Bauchdecke wirkt es etwas schneller. Wechseln Sie die Einstichstelle innerhalb des gewählten Bereichs bei jeder Injektion. Laut Fachinformation muss darauf geachtet werden, dass kein Blutgefäß getroffen wird; die Injektionsstelle sollte danach nicht massiert werden.[1, 2]
SoloStar-Fertigpen: Jeder Pen darf nur von einer Person benutzt werden. Vor jedem Gebrauch eine neue, für SoloStar geeignete Nadel befestigen und einen Sicherheitstest durchführen; nur klare, farblose Lösung ohne sichtbare Teilchen verwenden, nicht schütteln oder mischen. Verschlechtert sich die Blutzuckereinstellung unerwartet, einen neuen SoloStar verwenden.[1]
Tragen Sie immer etwas Zucker (mindestens 20 Gramm) und einen Ausweis bei sich, aus dem hervorgeht, dass Sie zuckerkrank sind. Dosis vergessen oder zu wenig gespritzt: Der Blutzucker kann zu stark ansteigen; kontrollieren Sie ihn häufig und wenden Sie nicht die doppelte Menge an.[1]
Laut Fachinformation darf Apidra bei der Injektion unter die Haut nur mit humanem NPH-Insulin gemischt werden, mit keinem anderen Arzneimittel.[2]
Absetzen
Brechen Sie die Behandlung mit Apidra nicht ab, ohne mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen: Eine schwere Überzuckerung und eine Ketoazidose, eine Übersäuerung des Blutes bei schwerem Insulinmangel, könnten die Folge sein.[1]
Überdosierung
Haben Sie zu viel Apidra gespritzt, kann der Blutzucker zu stark abfallen. Kontrollieren Sie ihn häufig und essen Sie mehr, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Laut Fachinformation sollte nach einer Glukagon-Behandlung eine Überwachung im Krankenhaus erfolgen, um die Ursache der schweren Unterzuckerung zu ermitteln.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt keine feste Dosis: Entsprechend Ihrer Lebensweise, Ihren Blutzuckerwerten und Ihrer bisherigen Insulinbehandlung bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, wie viel Apidra Sie benötigen [1]. Die Fachinformation ergänzt Hinweise zu den Einheiten, zu eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion und zu älteren Menschen [2]. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung [1, 2].
Anwendung und Absetzen
Apidra wird kurz, also 0 bis 15 Minuten, vor einer Mahlzeit oder kurz nach einer Mahlzeit unter die Haut gespritzt [1]. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zeigt Ihnen, in welchen Hautbereich Sie spritzen; infrage kommen Bauchdecke, Oberschenkel und Oberarm [1]. Es kann auch unter strenger ärztlicher Überwachung in die Vene gegeben werden [1], laut Fachinformation mit der Durchstechflasche [2]. Laut Fachinformation muss darauf geachtet werden, dass kein Blutgefäß getroffen wird; die Injektionsstelle sollte danach nicht massiert werden [2].
Der SoloStar-Fertigpen ist nur für Injektionen unter die Haut geeignet und darf nur von einer einzigen Person benutzt werden [1]. Befestigen Sie vor jedem Gebrauch eine neue, geeignete Nadel und führen Sie einen Sicherheitstest durch; verwenden Sie nur klare, farblose Lösung ohne sichtbare Teilchen und schütteln oder mischen Sie sie nicht [1]. Wird Ihre Blutzuckereinstellung unerwartet schlechter, verwenden Sie einen neuen SoloStar [1]. Noch nicht verwendete Pens lagern Sie im Kühlschrank bei 2 °C bis 8 °C, nicht eingefroren; in Verwendung befindliche Pens höchstens 4 Wochen bei nicht über 25 °C und nicht im Kühlschrank [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente im Kühlschrank.
Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen: Eine schwere Überzuckerung und eine Ketoazidose könnten die Folge sein [1]. Haben Sie eine Dosis ausgelassen oder zu wenig gespritzt, kontrollieren Sie häufig Ihren Blutzucker und wenden Sie nicht die doppelte Menge an [1]. Klären Sie vor Reisen Fragen zur Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, etwa Insulinvorrat, Aufbewahrung, Essenszeiten und Zeitzonen; mehr dazu im Ratgeber Medikamente ins Ausland [1].
Präparate mit Insulin glulisin
Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Apidra mit der Packungsbeilage des Apidra SoloStar und der Fachinformation, Stand März 2026 [1, 2]. Zulassungsinhaber ist Sanofi-Aventis Deutschland GmbH [2]. Embryotox nennt Apidra als Produktnamen [4]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage des Präparats, das Ihnen verordnet wurde.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Apidra | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | 100 Einheiten/ml als SoloStar-Fertigpen, Patrone und Durchstechflasche; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Apidra (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Apidra (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Insulin glulisin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Insulin glulisin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wann spritzt man Apidra?
Laut Packungsbeilage kurz, also 0 bis 15 Minuten, vor einer Mahlzeit oder kurz nach einer Mahlzeit. Apidra setzt innerhalb von 10 bis 20 Minuten ein und wirkt etwa 4 Stunden.
Welche Nebenwirkungen hat Insulin glulisin?
Sehr häufig, bei mehr als 1 von 10 Behandelten, ist eine Unterzuckerung. Häufig, bei bis zu 1 von 10, sind Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, ungewohnt starker Schmerz beim Spritzen, Juckreiz, Quaddeln oder Schwellung; gelegentlich eine generalisierte Insulinallergie und selten Veränderungen des Fettgewebes an der Einstichstelle. Alle Angaben finden Sie im Abschnitt Nebenwirkungen.
Wie viel Zucker soll ich bei einer Unterzuckerung nehmen?
Laut Packungsbeilage nehmen Sie sofort ungefähr 10 bis 20 g Zucker zu sich, etwa Traubenzucker, Würfelzucker oder ein zuckergesüßtes Getränk, und spritzen kein Insulin. Künstliche Süßstoffe helfen nicht. Danach essen Sie etwas mit lang anhaltender blutzuckersteigernder Wirkung, etwa Brot oder Nudeln. Tritt die Unterzuckerung wieder auf, nehmen Sie erneut 10 bis 20 g Zucker und informieren umgehend eine Ärztin oder einen Arzt.
Ab welchem Alter ist Apidra zugelassen?
Apidra ist für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 6 Jahren zugelassen. Für Kinder unter 6 Jahren liegen keine hinreichenden klinischen Informationen vor.
Darf Apidra mit anderen Insulinen gemischt werden?
Laut Fachinformation darf Apidra bei der Injektion unter die Haut nur mit humanem NPH-Insulin gemischt werden. In einer Insulinpumpe darf es mit keinem anderen Insulin und keinem Verdünnungsmittel gemischt werden.
Darf ich Insulin glulisin in der Schwangerschaft anwenden?
Laut Packungsbeilage liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren vor; die Fachinformation rät zur Vorsicht und zu sorgfältiger Blutzuckerüberwachung. Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als gering und nennt Humaninsulin, Insulin lispro und Insulin aspart als besser untersucht. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Planen Sie eine Schwangerschaft, besprechen Sie das ebenfalls mit ihr oder ihm.
Wie hoch ist die Dosis von Apidra?
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bestimmt die Dosis nach Ihrer Lebensweise, Ihren Blutzuckerwerten und Ihrer bisherigen Insulinbehandlung. Die Angaben der Packungsbeilage und Fachinformation finden Sie im Abschnitt Dosierung. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Nebenwirkungen Haarausfall durch MedikamenteHaarausfall kann eine Nebenwirkung von Medikamenten sein, etwa von Methotrexat, Valproinsäure oder Krebsmitteln.