NebenwirkungenNebenwirkung

Herzrasen durch Medikamente

Herzrasen (Tachykardie) und Herzklopfen (Palpitationen) sind bei vielen Medikamenten als Nebenwirkung beschrieben, laut den Produktinformationen zum Beispiel bei atemwegserweiternden Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol, bei dem Schilddrüsenhormon Levothyroxin, den ADHS-Mitteln Methylphenidat und Atomoxetin, abschwellenden Nasensprays mit Xylometazolin, dem trizyklischen Antidepressivum Amitriptylin und den gefäßerweiternden Blutdrucksenkern Nifedipin und Minoxidil. Nach plötzlichem Absetzen von Clonidin kann Herzjagen auftreten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Herzrasen mit Ohnmacht, schwerer Atemnot oder starken Brustschmerzen rufen Sie den Notruf 112.

Frau mit dunkelblondem Haar sitzt am Küchentisch, legt eine Hand auf die Brust und atmet ruhig durch
Bild: KI-generiert

Viele Medikamente können Herzrasen oder Herzklopfen auslösen. Beim Sport oder unter Stress schlägt das Herz auch bei gesunden Menschen manchmal sehr schnell; von Herzrasen (Tachykardie) spricht man, wenn das Herz aufgrund einer Erkrankung sehr schnell schlägt [1]. Laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) fällt ein unregelmäßiger Herzschlag manchen Menschen als Herzstolpern oder Herzklopfen auf (Palpitationen); schlägt das Herz ohne Anstrengung sehr schnell, kann der hohe Puls als Herzrasen spürbar sein [2]. Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung eine Herzrhythmusstörung auslösen [2]. In Packungsbeilagen und Fachinformationen heißen die Beschwerden etwa Herzrasen, Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag, erhöhter Puls oder Tachykardie [3, 5, 9, 11].

Welche Medikamente Herzrasen auslösen können

Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe; jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Atemwegserweiternde Mittel (Asthma- und COPD-Medikamente): Bei Salbutamol ist Herzrasen (Tachykardie) laut Fachinformation häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten); Herzklopfen gehört zu den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen [3, 4]. Diese Nebenwirkungen können sich laut Packungsbeilage bei fortgesetzter Behandlung innerhalb von 1 bis 2 Wochen zurückbilden [3]. Für Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol und Formoterol nennt auch die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische Herzinsuffizienz eine Erhöhung der Herzfrequenz und Herzrhythmusstörungen [26].
  • Schilddrüsenhormone: Wird bei Levothyroxin die Dosisstärke nicht vertragen oder liegt eine Überdosierung vor, können laut Packungsbeilage, besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung, die typischen Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten; Herzklopfen ist dort als sehr häufig eingestuft (mehr als 1 von 10 Behandelten), Herzrasen als häufig [5].
  • ADHS-Mittel: Bei Methylphenidat sind ein unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen) und ein rascher Herzschlag (Tachykardie) laut Packungsbeilage und Fachinformation häufig [7, 8]. Bei Atomoxetin ist ein erhöhter Puls laut Packungsbeilage bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sehr häufig [9].
  • Abschwellende Nasensprays: Die Packungsbeilage eines Nasensprays mit Xylometazolin nennt Herzklopfen und beschleunigten Herzschlag als seltene Nebenwirkungen (bis zu 1 von 1.000 Behandelten) [11]. Laut Fachinformation kann die über die Schleimhaut aufgenommene Menge gelegentlich ausreichen, um Wirkungen am Herz-Kreislauf-System hervorzurufen [12].
  • Antidepressiva: Bei dem trizyklischen Antidepressivum Amitriptylin sind Herzklopfen und ein unregelmäßiger oder schneller Herzschlag laut Packungsbeilage und Fachinformation sehr häufig [13, 14].
  • Gefäßerweiternde Blutdrucksenker: Bei dem Calciumkanalblocker Nifedipin ist Herzklopfen laut Packungsbeilage häufig, eine Erhöhung der Pulsfrequenz gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten) [15]. Bei Minoxidil ist eine Zunahme der Herzfrequenz laut Packungsbeilage sehr häufig [17].
  • Absetzen von Clonidin: Wird der Blutdrucksenker Clonidin plötzlich abgesetzt, kann es laut Packungsbeilage zu einem überschießenden Blutdruckanstieg mit Herzjagen, Unruhe, Nervosität, Zittern, Kopfschmerzen und/oder Übelkeit kommen (Rebound-Phänomen) [19]. Laut Fachinformation gilt das insbesondere nach langfristiger Behandlung und hohen Dosierungen [20].
  • Weitere Mittel: Laut IQWiG zählen zu den Medikamenten, die eine Herzrhythmusstörung auslösen können, einige Herzmittel und Blutdrucksenker, aber auch manche Antidepressiva, Antibiotika oder Krebsmedikamente [2]. Einen schnellen, unregelmäßigen Herzschlag mit Ohnmacht behandelt die Seite QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen.

Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Herzrasen, Herzklopfen oder einen schnellen Puls nennt:

Herzrasen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AmitriptylinSehr häufigHerzklopfen, unregelmäßiger oder schneller Herzschlag (Tachykardie)
AtomoxetinSehr häufigBei Kindern und Jugendlichen: Erhöhter Blutdruck und erhöhter Puls · Bei Kindern und Jugendlichen: Empfinden oder Vorhandensein eines sehr schnellen Herzschlags, Herzrhythmusstörungen; laut Fachinformation Herzklopfen,…
ClozapinSehr häufigSchneller Herzschlag (Tachykardie) · Stoßweises Pochen, Klopfen oder Flattern in der Brust (Herzrasen); schneller, unregelmäßiger Herzschlag (Vorhofflimmern), gelegentlich mit Herzklopfen, Ohnmacht, Kurzatmigkeit oder…
LevothyroxinSehr häufigHerzklopfen · Herzrasen (Tachykardie)
MinoxidilSehr häufigZunahme der Herzfrequenz (Tachykardie)
RituximabSehr häufigBei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: Herzerkrankungen wie Herzinfarkt, unregelmäßiger oder schneller Herzschlag · Bei rheumatoider Arthritis: Blutdruckveränderungen, Übelkeit, Ausschlag, Fieber, Juckreiz, laufende oder…
TrastuzumabSehr häufigUnregelmäßiger Herzschlag und Herzflattern, größtenteils im Zusammenhang mit Reaktionen auf die Infusion · Anfallsweise schneller Herzschlag, der von den Herzvorhöfen ausgeht (supraventrikuläre Tachyarrhythmie),…
AdalimumabHäufigHerzrasen
AmlodipinHäufigHerzklopfen (Palpitationen)
ApixabanHäufigBei Vorhofflimmern: niedriger Blutdruck mit möglichem Schwächegefühl und beschleunigtem Herzschlag
BaclofenHäufigHerzklopfen (Palpitationen)
Budesonid/FormoterolHäufigHerzklopfen (Palpitationen) · Schneller Herzschlag (Tachykardie)
CandesartanHäufigBei Kindern mit Bluthochdruck: beschleunigter Herzschlag (bei Erwachsenen nicht beobachtet)
ChlortalidonHäufigHerzklopfen (Palpitationen)
CitalopramHäufigHerzrasen (Palpitationen) · Beschleunigter oder verlangsamter Herzschlag (Tachykardie, Bradykardie)
DoxazosinHäufigHerzklopfen, beschleunigter Herzschlag (Palpitationen, Tachykardie)
DulaglutidHäufigErhöhter Puls (Sinustachykardie)
DuloxetinHäufigHerzklopfen · Schneller und/oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie; Herzrhythmusstörungen, überwiegend Vorhofflimmern)
EnalaprilHäufigNiedriger Blutdruck (laut Fachinformation auch beim Aufstehen), Veränderungen des Herzrhythmus, schneller Herzschlag, Engegefühl oder Schmerzen in der Brust (Angina pectoris) oder Schmerzen im Brustkorb · Schneller…
EtoricoxibHäufigSchneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) · Vorhofflimmern, schneller Herzschlag (Tachykardie)
FentanylHäufigSchneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen, Tachykardie)
FluoxetinHäufigGefühl eines schnellen und unregelmäßigen Herzschlags (Palpitationen)
FormoterolHäufigWahrnehmen des eigenen Herzschlags (Palpitationen), Herzklopfen oder Herzstolpern; wenn sie auftreten, sind sie meistens wenig ausgeprägt und verschwinden normalerweise bei fortgesetzter Anwendung · Schneller…
GlyceroltrinitratHäufigErhöhte Pulsfrequenz (Tachykardie)
HydrochlorothiazidHäufigHerzklopfen (Palpitationen)
InfliximabHäufigHerzrasen (Tachykardie) oder Herzklopfen
LercanidipinHäufigBeschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen)
LetrozolHäufigSchnelles und starkes Herzklopfen, schneller Herzschlag
LeuprorelinHäufigBei Männern mit Prostatakrebs: Veränderungen im EKG (Verlängerung der QT-Zeit), Herzklopfen · Bei Frauen (Enantone-Gyn): Herzklopfen, Kreislaufschwäche · Bei Frauen mit Brustkrebs (Enantone-Gyn): Herzklopfen
Levodopa/CarbidopaHäufigHerzklopfen, unregelmäßiger Herzschlag
LevomethadonHäufigHerzklopfen, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), gelegentlich bis häufig
LisdexamfetaminHäufigUnregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen) · Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie)
MethylphenidatHäufigUnregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen), rascher Herzschlag (Tachykardie) · Langsamer oder rascher Herzschlag, zusätzliche Herzschläge (Extrasystolen)
MetoprololHäufigVerlangsamter Puls (Bradykardie), unregelmäßiger Herzschlag oder Herzklopfen (Palpitationen) · Herzstolpern oder Herzjagen, Überleitungsstörungen (Arrhythmien)
NifedipinHäufigHerzklopfen (Palpitationen) · Erhöhte Pulsfrequenz (Tachykardie)
NitrendipinHäufigHerzklopfen (Palpitationen) · Erhöhte Herzschlagfolge (Tachykardie)
NivolumabHäufigSchneller Herzschlag, unnormaler Herzrhythmus (laut Fachinformation Vorhofflimmern)
PaliperidonHäufigSchneller Herzschlag (Tachykardie) · Störungen der Reizleitung im Herzen (AV-Block), Verlängerung des QT-Intervalls, schneller Herzschlag nach dem Aufstehen, langsamer Herzschlag, EKG-Veränderungen, Herzklopfen…
PipamperonHäufigBeschleunigter Herzschlag
PropranololHäufigHerzklopfen (Palpitationen)
QuetiapinHäufigErhöhter Herzschlag (Tachykardie) · Herzklopfen, Herzrasen oder Herzstolpern (Palpitationen) · Herzrasen mit Schwindel oder Ohnmacht; mögliches Zeichen schwerer Herzrhythmusstörungen, in schweren Fällen tödlich
RisperidonHäufigSchneller Herzschlag (Tachykardie) · Vorhofflimmern, gestörte Reizleitung zwischen Vorhöfen und Kammern (AV-Block) und andere Störungen der elektrischen Reizleitung, Verlängerung des QT-Intervalls, langsamer…
RizatriptanHäufigHerzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen) · Herzrhythmusstörungen oder Veränderung der Herzfrequenz (Arrhythmien), Veränderungen im EKG, Herzjagen (Tachykardie)
SalbutamolHäufigHerzrasen (Tachykardie)
SertralinHäufigHerzklopfen (Palpitationen) · Schneller Herzschlag (Tachykardie), Herzproblem
TacrolimusHäufigVerringerte Durchblutung der Herzkranzgefäße, beschleunigter Herzschlag · Unregelmäßiger Herzschlag, Herzstillstand, verminderte Herzleistung, Herzmuskelerkrankungen, Vergrößerung des Herzmuskels, starkes Herzklopfen,…
TianeptinHäufigHerzrasen (Tachykardie), Extraschläge des Herzens (Extrasystolen) und Schmerzen in der Herzgegend (präkordiale Schmerzen, Brustschmerz)
TirzepatidHäufigSchneller Puls (erhöhte Herzfrequenz)
TizanidinHäufigVerlangsamter oder beschleunigter Herzschlag (Bradykardie, Tachykardie) · Herzklopfen oder Herzrasen zusammen mit Schwindelgefühl oder Ohnmacht als mögliche Anzeichen schwerwiegender Herzrhythmusstörungen, die in…
TrazodonHäufigHerzrhythmusstörungen, zum Beispiel verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag (Bradykardie, Tachykardie) oder Rhythmusstörungen der Herzkammern, insbesondere bei bereits bestehenden Rhythmusstörungen · Herzklopfen,…
VenlafaxinHäufigHerzrasen (Tachykardie) und Herzklopfen (Palpitationen) · Abnormer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, der zur Ohnmacht führen kann (Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern, QT-Verlängerung…
XipamidHäufigHerzklopfen
ZolmitriptanHäufigUnregelmäßiger Herzschlag, Herzklopfen (Palpitationen) · Sehr schneller Herzschlag (Tachykardie)
Acetylsalicylsäure/Paracetamol/CoffeinGelegentlichHerzklopfen · Herzrasen
AlfuzosinGelegentlichUnregelmäßiger und schneller Herzschlag, Gefühl von Herzklopfen oder Herzrasen (Tachykardie, Palpitationen)
AripiprazolGelegentlichBei Jugendlichen ab 13 Jahren zusätzlich: Oberbauchschmerzen, Trockenheitsgefühl im Mund, erhöhte Herzfrequenz, Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit, Muskelzucken, unkontrollierte Bewegungen der Gliedmaßen und…
AzithromycinGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen) · Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Herzrhythmusstörungen, Torsade-de-Pointes-Tachykardie); ungewöhnliche Herzaktivität im EKG (QT-Verlängerung)
Beclometason/FormoterolGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen) · Ungewöhnlich schneller Herzschlag und Herzrhythmusstörungen, Veränderungen im EKG; laut Fachinformation auch Verlängerung des QTc-Intervalls
BrinzolamidGelegentlichVerstärktes Herzklopfen, das auch beschleunigt oder unregelmäßig sein kann (Palpitationen); verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) · Erhöhte Herzschlagfrequenz (Tachykardie) und Herzrhythmusstörung (Arrhythmie)
BupropionGelegentlichSchneller Puls (Tachykardie) · Herzklopfen (Palpitationen)
ButylscopolaminGelegentlichSteigerung der Herzfrequenz
CelecoxibGelegentlichHerzschwäche (Herzversagen), Herzklopfen (bewusste Wahrnehmung des Herzschlags), schneller Herzschlag (Tachykardie)
ClarithromycinGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen) · Schnellerer Herzschlag, Herzrhythmusänderungen und lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (laut Fachinformation Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern)
DienogestGelegentlichUnspezifische Durchblutungsstörungen, ungewöhnliches Herzklopfen (Palpitationen)
DimenhydrinatGelegentlichErhöhung der Herzschlagfolge (Tachykardie)
EplerenonGelegentlichRascher Herzschlag (Tachykardie)
EscitalopramGelegentlichSchneller Herzschlag (Tachykardie) · Veränderung des Herzrhythmus im EKG (Verlängerung des QT-Intervalls) und Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich der lebensbedrohlichen Torsade de Pointes, erkennbar an…
EstradiolGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen)
FebuxostatGelegentlichAuffälligkeiten im EKG, unregelmäßiger oder schneller Herzschlag, Herzklopfen (Palpitationen); laut Fachinformation auch Vorhofflimmern sowie bei Chemotherapie gegen Blutkrebs (Tabletten mit 120 mg) eine Störung der…
FelodipinGelegentlichUngewöhnlich schneller Herzschlag (Tachykardie) und Herzstolpern (Palpitationen)
FlecainidGelegentlichErhöhte Herzfrequenz bei Menschen mit Vorhofflattern; laut Fachinformation durch eine 1:1-Überleitung der Vorhoferregung auf die Herzkammern · Langsamer oder schneller Herzschlag und spürbarer Herzschlag (Palpitationen)
GabapentinGelegentlichHerzklopfen, Herzrasen (Palpitationen)
GuanfacinGelegentlichBeschleunigter Herzschlag (Tachykardie)
HaloperidolGelegentlichHerzprobleme: Herzrhythmusstörungen, bei denen es zu Bewusstlosigkeit kommen kann, ungewöhnlich schneller Herzschlag ("Herzrasen"), Extraschläge ("Herzstolpern")
IpratropiumGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen) oder beschleunigter Herzschlag (supraventrikuläre Tachykardie) · Erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) oder Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern
IrbesartanGelegentlichErhöhter Herzschlag (Tachykardie)
IvabradinGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen) und zusätzliche Herzschläge aus den Vorhöfen (supraventrikuläre Extrasystolen)
LacosamidGelegentlichVerlangsamter Herzschlag, spürbarer Herzschlag (Palpitationen), unregelmäßiger Puls oder andere Veränderungen der elektrischen Herzaktivität (Reizleitungsstörungen); laut Fachinformation AV-Block, Bradykardie,…
LatanoprostGelegentlichSchmerzen im Brustraum (Angina pectoris) und Wahrnehmung des Herzschlags (Palpitationen)
LevocabastinGelegentlichAugentropfen: Herzklopfen · Nasenspray: Herzklopfen · Nasenspray: Herzrasen
LiraglutidGelegentlichErhöhter Puls (Tachykardie)
LisinoprilGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen), schneller Herzschlag
LosartanGelegentlichHerzklopfen oder Herzrasen (Palpitationen) · Herzrasen und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern
MorphinGelegentlichPulsbeschleunigung, Pulsverlangsamung (Tachykardie, Bradykardie) · Herzklopfen, Herzversagen
MoxifloxacinGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen), unregelmäßiger und schneller Herzschlag (laut Fachinformation Tachykardie, Vorhofflimmern), schwere Herzrhythmusstörungen · Anormal schneller Herzrhythmus (ventrikuläre Tachyarrhythmien)
MycophenolsäureGelegentlichSchneller Herzschlag (Tachykardie) oder unregelmäßiger Herzschlag (ventrikuläre Extrasystolen)
NaratriptanGelegentlichBeschleunigter oder verlangsamter Herzschlag oder veränderter Herzrhythmus; laut Fachinformation auch Herzklopfen
OpipramolGelegentlichBeschleunigter Herzschlag und Herzklopfen
OxycodonGelegentlichBeschleunigter Puls sowie Empfindung von unregelmäßigen Herzschlägen und starkem Herzklopfen, im Zusammenhang mit Absetzreaktionen
ParoxetinGelegentlichSchnellerer Herzschlag als üblich (Sinustachykardie)
PregabalinGelegentlichErhöhung der Herzschlagrate (Tachykardie), Herzrhythmusstörungen (AV-Block 1. Grades), verlangsamter Herzschlag (Sinusbradykardie)
PridinolGelegentlichHerzrasen (Tachykardie)
RamiprilGelegentlichSchneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie, Arrhythmie), Herzklopfen (Palpitationen) · Bei Kindern und Jugendlichen: schneller Herzschlag (Tachykardie)
RivaroxabanGelegentlichErhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) · Bei Kindern und Jugendlichen: schnellerer Herzschlag
RivastigminGelegentlichSchneller oder unregelmäßiger Herzschlag (laut Fachinformation Tachykardie, Vorhofflimmern, AV-Block, Sick-Sinus-Syndrom) · Bei Exelon Hartkapseln beobachtet und möglicherweise auch beim Pflaster: unregelmäßiger…
Salmeterol/FluticasonGelegentlichHerzrasen (Tachykardie), Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen)
SemaglutidGelegentlichSchneller Puls (erhöhte Herzfrequenz)
SildenafilGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen), schneller Herzschlag oder Herzjagen (Tachykardie), erhöhte Herzfrequenz
SilodosinGelegentlichBeschleunigter Herzschlag (Tachykardie) · Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen)
SulfasalazinGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen), erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie)
TadalafilGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen), Herzrasen (Tachykardie)
TamsulosinGelegentlichSchneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen) · Sehr schnelles, unkoordiniertes Zusammenziehen des Herzmuskels (Vorhofflimmern), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) und ungewöhnlich schneller Herzschlag…
TapentadolGelegentlichBeschleunigter Herzschlag, verlangsamter Herzschlag, Herzklopfen
TopiramatGelegentlichVerlangsamter oder unregelmäßiger Herzschlag, Herzklopfen
TramadolGelegentlichHerzklopfen, beschleunigter Herzschlag (Palpitationen, Tachykardie), vor allem bei aufrechter Körperhaltung und körperlicher Belastung
TrospiumchloridGelegentlichSchnelle Herzschlagfolge, Herzklopfen, Herzrasen (Tachykardie) · Schneller und unregelmäßiger Herzschlag (Tachyarrhythmie)
UrapidilGelegentlichHerzklopfen, beschleunigter oder verlangsamter Herzschlag (Tachykardie, Bradykardie)
VerapamilGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen), beschleunigter Herzschlag (Tachykardie)
BiperidenSeltenPulsbeschleunigung (Herzklopfen)
CetirizinSeltenZu schneller Herzschlag (Tachykardie)
CiprofloxacinSeltenHerzjagen (Tachykardie) · Anormal schneller Herzrhythmus, lebensbedrohlicher unregelmäßiger Herzschlag, Verlängerung des QT-Intervalls im EKG
ClemastinSeltenBeschleunigter Herzschlag (Tachykardie)
Dienogest/EthinylestradiolSeltenDurchblutungsstörungen des Herzens, schneller Herzrhythmus (Tachykardie)
EbastinSeltenHerzrasen, Pulsbeschleunigung
HydromorphonSeltenSchneller Herzschlag, langsamer Herzschlag sowie kräftiger, möglicherweise schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie, Bradykardie, Palpitationen)
LevofloxacinSeltenUngewöhnlich schneller Herzschlag (Tachykardie); laut Fachinformation auch Herzklopfen (Palpitationen) · Anormal schneller Herzrhythmus, lebensbedrohlicher unregelmäßiger Herzschlag einschließlich Herzstillstand,…
MelatoninSeltenHerzklopfen (Palpitationen)
MontelukastSeltenHerzklopfen (Palpitationen)
OxymetazolinSeltenHerzklopfen, beschleunigte Herztätigkeit (Tachykardie)
PropiverinSeltenSchneller Herzschlag (Tachykardie) · Herzklopfen (Palpitationen)
TelmisartanSeltenSchneller Herzschlag (Tachykardie)
TiotropiumSeltenUnregelmäßiger Herzschlag (supraventrikuläre Tachykardie), beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitation)
XylometazolinSeltenHerzklopfen, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie)
DesloratadinSehr seltenHerzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag, Herzjagen (Tachykardie)
DiclofenacSehr seltenHerzklopfen (Palpitationen)
IbuprofenSehr seltenHerzklopfen (Palpitationen)
LoratadinSehr seltenBeschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen bzw. Herzrasen (Palpitation)
OxcarbazepinSehr seltenUnregelmäßiger, sehr schneller oder langsamer Herzschlag; laut Fachinformation AV-Block und Herzrhythmusstörungen
PiroxicamSehr seltenHerzklopfen (Palpitationen), Wassereinlagerungen (Ödeme), Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Herzinfarkt
AlprazolamNicht bekanntHerzrasen (Tachykardie)
AmiodaronNicht bekanntTorsade de pointes (gefährliche Form des Herzrasens); Einzelfälle von Kammerflimmern oder Kammerflattern
BetahistinNicht bekanntHerzklopfen (Palpitationen)
ChininNicht bekanntHerzrhythmusstörungen und Herzstolpern
DihydralazinNicht bekanntSchneller Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen) und Beschwerden wie bei Angina pectoris (pektanginöse Beschwerden), insbesondere zu Beginn der Behandlung und bei zu rascher Dosissteigerung; laut…
DomperidonNicht bekanntHerzrhythmusstörungen mit schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag, die Anzeichen einer lebensbedrohlichen Herzerkrankung sein könnten; die Fachinformation nennt Kammerarrhythmien, QTc-Verlängerung, Torsade de pointes…
DonepezilNicht bekanntSchneller, unregelmäßiger Herzschlag und Ohnmacht als mögliche Zeichen einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung (Torsade de Pointes); laut Fachinformation polymorphe ventrikuläre Tachykardie einschließlich Torsade…
DorzolamidNicht bekanntKräftiger Herzschlag, der schnell oder unregelmäßig sein kann (Palpitationen) · Erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie)
DoxepinNicht bekanntBeschleunigter Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, Verlängerung des QT-Intervalls im EKG
DoxylaminNicht bekanntBeschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag, Zunahme einer bestehenden Herzschwäche (Herzleistungsschwäche) und EKG-Veränderungen
ErythromycinNicht bekanntVerlängerung des QT-Intervalls im EKG, Herzrhythmusstörungen der Herzkammern (ventrikuläre Arrhythmien wie Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardien), insbesondere bei bereits verlängertem QT-Intervall oder…
FexofenadinNicht bekanntBeschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag; laut Fachinformation Tachykardie und Palpitationen
FinasteridNicht bekanntHerzklopfen (Palpitationen)
LevocetirizinNicht bekanntHerzklopfen bzw. Herzrasen (Palpitationen), beschleunigter Herzschlag (Tachykardie)
OfloxacinNicht bekanntAnormal schneller Herzrhythmus, lebensbedrohlich unregelmäßiger Herzschlag und Veränderung des Herzrhythmus (Verlängerung des QT-Intervalls, sichtbar im EKG); laut Fachinformation ventrikuläre Arrhythmie und Torsade de…
PrednisonNicht bekanntBeschleunigter Herzschlag
PseudoephedrinNicht bekanntWirkungen am Herz, z. B. Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
PyridostigminNicht bekanntHerzrhythmusstörungen (zum Beispiel Herzrasen), beschleunigter Puls, verlangsamter Herzschlag, Störungen der Erregungsleitung im Herzen (AV-Block) und Verkrampfungen der Herzkranzgefäße (Prinzmetal-Angina)
RoxithromycinNicht bekanntVerlängerung der QT-Zeit im EKG und Herzrhythmusstörungen wie ventrikuläre Tachykardien und Torsade de pointes; laut Fachinformation wurden solche Fälle, wie bei anderen Makroliden, für Roxithromycin selten berichtet
SolifenacinNicht bekanntVeränderungen der elektrischen Aktivität des Herzens im EKG (QT-Verlängerung), unregelmäßiger Herzschlag (Torsade de Pointes), spürbarer Herzschlag (Palpitationen), beschleunigter Herzschlag (Tachykardie)
SumatriptanNicht bekanntHerzbeschwerden mit schnellerem, langsamerem oder unregelmäßigem Herzschlag, Herzklopfen (Palpitationen), vorübergehende Zeichen einer Minderdurchblutung des Herzens im EKG, Brustschmerzen (Angina pectoris),…
TimololNicht bekanntHerz-Kreislauf-Beschwerden, besonders bei herzkranken Menschen; Herzstillstand, AV-Block, Herzschwäche, Herzrhythmusstörung und Herzklopfen
TrimipraminNicht bekanntBesonders zu Beginn der Behandlung: Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen (orthostatische Hypotonie), Ohnmacht (Synkope) und beschleunigter Herzschlag (Tachykardie); Blutdrucksenkung

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (152 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Herzrasen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (37 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Herzrasen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
AcetylcysteinAllergische Reaktionen mit Juckreiz, Quaddelbildung, Hautausschlag, Atemnot, beschleunigtem Herzschlag, Blutdrucksenkung, Verkrampfung der Bronchien (Bronchospasmen) und Gesichtsschwellungen; laut Fachinformation auch AngioödemGelegentlich
BupropionSerotonin-Syndrom zusammen mit Antidepressiva wie Paroxetin, Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin oder Venlafaxin: Erregtheit, Halluzinationen, Koma, Körpertemperatur über 38 °C, schneller Herzschlag, schwankender Blutdruck, gesteigerte Reflexe, Muskelsteife,…Nicht bekannt
CefaclorSchwere, plötzlich auftretende Überempfindlichkeitserscheinungen, die sich zum Beispiel äußern als Blutdruckabfall bis hin zu bedrohlichem Schock, Herzjagen, Gesichtsschwellung (Gesichtsödem), innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege, Schwäche,…Gelegentlich
Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim)Schwere, plötzlich auftretende Überempfindlichkeitsreaktion, z. B. mit Blutdruckabfall bis hin zum anaphylaktischen Schock, Gesichtsschwellung, Herzjagen, Schwellung im Kehlkopf mit Einengung der Luftwege, Zungenschwellung oder AtemnotSehr selten
Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim)Kreislaufschock, häufig mit Fieber, meist bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem; Anzeichen können Fieber, sehr niedriger Blutdruck und eine erhöhte Herzfrequenz seinNicht bekannt
DapagliflozinZu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) bei Menschen mit Diabetes, die Dapagliflozin zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin anwenden; Anzeichen sind Zittern, Schwitzen, starkes Angstgefühl, schneller Herzschlag, Hungergefühl, Kopfschmerzen,…Sehr häufig
DapagliflozinVerlust von zu viel Körperflüssigkeit (Dehydratisierung, Volumenmangel); mögliche Anzeichen sind ein sehr trockener oder klebriger Mund, wenig oder kein Urin und schneller Herzschlag; die Fachinformation zählt auch einen zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie) dazuGelegentlich
DiclofenacUnverträglichkeitsreaktionen (anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen), einschließlich niedrigem Blutdruck, Herzjagen und SchockSelten
DoxycyclinÜberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen), darunter Entzündung kleiner Blutgefäße (Purpura Schönlein-Henoch), niedriger Blutdruck, Herzbeutelentzündung (Perikarditis), Schwellungen von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Verschlechterung…Häufig
EmpagliflozinNiedrige Blutzuckerwerte (Hypoglykämie); das Risiko ist höher, wenn Sie zusätzlich ein anderes blutzuckersenkendes Mittel wie einen Sulfonylharnstoff oder Insulin nehmen, die Fachinformation ordnet "sehr häufig" dieser Kombination zu; mögliche Anzeichen sind…Sehr häufig
EsomeprazolZu niedriger Magnesiumwert im Blut (Hypomagnesiämie), möglich bei Anwendung über mehr als 3 Monate; Zeichen können Erschöpfung, unwillkürliche Muskelanspannungen (Muskelkontraktionen), Verwirrtheit, Krämpfe, Schwindelgefühl und ein schnellerer Herzschlag…Nicht bekannt
HumaninsulinSchwere allergische Reaktion auf Actrapid oder einen seiner Bestandteile (systemische allergische Reaktion), die lebensbedrohlich werden kann; laut Fachinformation mit generalisiertem Hautausschlag, Jucken, Schwitzen, Magen-Darm-Störungen, Schwellungen…Sehr selten
IbuprofenSchwere allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schwellung von Gesicht, Zunge oder Kehlkopf, Luftnot, Herzrasen und Blutdruckabfall bis zum lebensbedrohlichen Schock, auch schon bei der ersten AnwendungSehr selten
Insulin aspartSchwere allergische Reaktion einschließlich anaphylaktischem Schock; Anzeichen können unter anderem sein: örtliche Reaktionen wie Ausschlag, Rötung und Juckreiz breiten sich auf andere Körperteile aus, plötzliches Unwohlsein mit Schwitzen, Erbrechen,…Nicht bekannt
Insulin degludecSchwere allergische Reaktion auf das Insulin oder einen der sonstigen Bestandteile; Anzeichen: örtliche Reaktionen breiten sich auf andere Körperteile aus, plötzliches Unwohlsein mit Schwitzen, Erbrechen, Atembeschwerden, Herzrasen oder SchwindelSelten
Insulin glarginSchwere allergische Reaktionen; Anzeichen können großflächige Hautreaktionen (Hautausschlag und Juckreiz am ganzen Körper), starke Haut- und Schleimhautschwellungen (Angioödem), Atemnot sowie ein Blutdruckabfall mit schnellem Puls und Schwitzen sein. Schwere…Selten
Insulin glulisinSystemische Überempfindlichkeitsreaktion (generalisierte Insulinallergie) mit großflächigen Hautreaktionen (Hautausschlag und Juckreiz am ganzen Körper), starken Haut- und Schleimhautschwellungen (Angioödem), Atemnot, Blutdruckabfall mit schnellem Puls und…Gelegentlich
Insulin lisproAllergische Reaktionen, die sehr schwer verlaufen können, mit Ausschlag und Juckreiz am ganzen Körper, Atemschwierigkeiten, keuchendem Atem, Blutdruckabfall, schnellem Herzschlag und SchwitzenHäufig
Levodopa/CarbidopaMalignes neuroleptisches Syndrom mit Schwitzen, schnellem Herzschlag, erhöhter Körpertemperatur, Muskelsteifigkeit und KomaSelten
LiraglutidSchwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) mit Problemen beim Atmen, Anschwellen von Hals und Gesicht und beschleunigtem Herzschlag; laut Fachinformation auch mit niedrigem Blutdruck und ÖdemenSelten
LoperamidEntzündung der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis) mit Oberbauchschmerzen, in den Rücken ausstrahlenden Bauchschmerzen, Druckempfindlichkeit des Bauches, Fieber, schnellem Puls, Übelkeit und ErbrechenNicht bekannt
MetamizolSchwere Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide oder anaphylaktische Reaktionen); typische Anzeichen leichterer Reaktionen sind Augenbrennen, Husten, laufende Nase, Niesen, Engegefühl in der Brust, Hautrötung, Nesselsucht und Schwellungen im Gesicht,…Selten
MethotrexatSchwere allergische Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock: Hautausschlag mit geröteter, juckender Haut, Schwellungen an Händen, Füßen, Knöcheln, Gesicht, Augenlidern, Lippen, Mund oder Rachen, Atemnot, Herzjagen, Gefühl, das Bewusstsein zu verlierenGelegentlich
MirtazapinKombination von Beschwerden wie unerklärlichem Fieber, Schwitzen, beschleunigtem Herzschlag, Durchfall, unkontrollierbaren Muskelkontraktionen, Schüttelfrost, übersteigerten Reflexen, Ruhelosigkeit, Stimmungsschwankungen, Bewusstlosigkeit und vermehrtem…Nicht bekannt
MoxifloxacinSchwere, plötzliche allergische Reaktionen (Anaphylaxie) mit z. B. Atemnot, Blutdruckabfall oder Pulsjagen, einschließlich eines sehr seltenen lebensbedrohlichen SchocksSelten
NaproxenSchwere allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Angioödem) mit Anschwellen von Gesicht, Zunge und Kehlkopf, Atemnot, erhöhtem Herzschlag und schweren Kreislaufstörungen bis zum lebensbedrohlichen Schock, auch schon bei der ersten AnwendungSehr selten
NivolumabUnterfunktion der Schilddrüse (kann Müdigkeit oder Gewichtszunahme verursachen), Überfunktion der Schilddrüse (kann schnelleren Herzschlag, Schwitzen und Gewichtsverlust verursachen), Schwellung bzw. Entzündung der SchilddrüseHäufig
OmalizumabSchwere allergische Reaktionen einschließlich Anaphylaxie; mögliche Zeichen sind Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge, Kehlkopf, Luftröhre oder anderen Körperteilen, schneller Herzschlag, Schwindel und Benommenheit,…Selten
OrlistatSchwere allergische Reaktionen mit schwerer Atemnot, Schweißausbrüchen, Hautausschlägen, Juckreiz, Schwellungen im Gesicht, Herzrasen oder Kreislaufzusammenbruch; laut Fachinformation Überempfindlichkeitsreaktionen wie anaphylaktischer Schock,…Nicht bekannt
PankreatinÜberempfindlichkeit, anaphylaktische Reaktionen und anaphylaktischer Schock, eine schwere, möglicherweise lebensbedrohliche allergische Reaktion; laut Fachinformation wurden nach der Markteinführung als Anzeichen einer Überempfindlichkeit generalisierter…Nicht bekannt
PantoprazolSchwere allergische Reaktionen (Überempfindlichkeit einschließlich anaphylaktischer Reaktionen und anaphylaktischem Schock) mit Schwellung von Zunge oder Hals, Schluckbeschwerden, Nesselsucht, Atembeschwerden, Schwellung im Gesicht (Quincke-Ödem, Angioödem),…Selten
PiroxicamSchwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schwellung von Gesicht, Zunge und Kehlkopf, Wassereinlagerungen, Atemnot, Herzjagen und schweren Kreislaufstörungen bis zum lebensbedrohlichen Schock, auch schon bei der ersten AnwendungSehr selten
SemaglutidUnterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin; Warnzeichen können plötzlich auftreten: kalter Schweiß, kühle blasse Haut, Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, Übelkeit oder starkes Hungergefühl, Sehstörungen,…Sehr häufig
SemaglutidSchwere allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen, Angioödem) mit Beschwerden wie Atemproblemen, Anschwellen von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder Rachen mit Schluckbeschwerden und beschleunigtem HerzschlagSelten
TirzepatidNiedriger Blutzucker (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit einem Sulfonylharnstoff und/oder Insulin; mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwäche, Schwindel, Hungergefühl, Verwirrtheit, Reizbarkeit, schneller Herzschlag und SchwitzenSehr häufig
TirzepatidSchwere allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktion, Angioödem) mit Symptomen wie Atemproblemen, plötzlichen Schwellungen von Lippen, Zunge und/oder Rachen mit Schluckbeschwerden und schnellem HerzschlagSelten
TopiramatStoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), die zu gestörter Atmung einschließlich Kurzatmigkeit, Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, übermäßiger Müdigkeit und schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag führen kannGelegentlich
TramadolSerotoninsyndrom: veränderter Gemütszustand (z. B. Unruhe, Halluzinationen, Koma), Fieber, beschleunigter Herzschlag, instabiler Blutdruck, unwillkürliches Zucken, Muskelsteifheit, Koordinationsstörungen und/oder Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit,…Nicht bekannt
TrazodonZeichen eines Serotoninsyndroms oder malignen neuroleptischen Syndroms, zum Beispiel Schwitzen, Durchfall, Fieber, Blutdruckschwankungen, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Erregtheit (Agitation), Muskelsteifigkeit (Rigidität) und BewusstseinsstörungenSehr selten
VedolizumabPlötzliche schwere allergische Reaktion mit Atembeschwerden, Schwellung, schnellem Herzschlag, Schwitzen, Blutdruckabfall, Benommenheit, Bewusstlosigkeit und Kollaps (anaphylaktische Reaktion und anaphylaktischer Schock)Sehr selten
VenlafaxinSerotonin-Syndrom (Unruhe, Halluzinationen, Koordinationsverlust, schneller Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, schnelle Blutdruckänderungen, überaktive Reflexe, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Koma); in der schwersten Form ähnlich einem malignen…Selten

Ein schneller Herzschlag kann auch Zeichen einer anderen Nebenwirkung sein: Die Packungsbeilage von Naproxen etwa nennt einen erhöhten Herzschlag unter den Anzeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion [24]. Auch bei einer Unterzuckerung nennt die Fachinformation von Metoprolol eine Pulsbeschleunigung (Tachykardie) als Symptom [22]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie und Blutzucker.

Woran Sie Herzrasen durch ein Medikament erkennen

Ein Hinweis ist der zeitliche Zusammenhang mit dem Beginn der Behandlung oder einer Änderung der Dosis. Bei Levothyroxin treten die Zeichen einer Überfunktion laut Packungsbeilage besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung auf [5]. Bei Nifedipin kann es laut Fachinformation zu Beginn der Behandlung reflektorisch zu einer Zunahme der Herzfrequenz kommen [16]. Bei Salbutamol können sich Herzklopfen und andere häufige Nebenwirkungen laut Packungsbeilage im Verlauf von 1 bis 2 Wochen zurückbilden [3].

Wie stark sich der Puls ändert, ist unterschiedlich. Bei Atomoxetin zeigen die meisten Behandelten laut Fachinformation eine mäßige Erhöhung der Herzfrequenz, im Mittel um weniger als 10 Schläge pro Minute; bei etwa 6 bis 10 Prozent der Erwachsenen und 8 bis 12 Prozent der Kinder und Jugendlichen stieg sie um 20 Schläge pro Minute oder mehr [10]. Deshalb sehen die Fachinformationen von Atomoxetin und Methylphenidat vor, Puls und Blutdruck vor der Behandlung, nach jeder Dosisanpassung und danach mindestens alle 6 Monate zu messen und zu dokumentieren [8, 10].

Manche Mittel können einen schnellen Herzschlag auch verdecken: Ein Betablocker wie Nebivolol könnte laut Packungsbeilage die Warnzeichen eines niedrigen Blutzuckers wie Herzklopfen und schnellen Herzschlag verdecken, ebenso die Zeichen eines ungewöhnlich schnellen Herzschlags bei einer Schilddrüsenüberfunktion [23].

Ob eine Herzrhythmusstörung vorliegt und welche, lässt sich laut IQWiG mit einem Elektrokardiogramm (EKG) genau feststellen; tritt die Störung nur ab und zu auf, wird oft ein Langzeit-EKG oder ein Belastungs-EKG gemacht [2]. Laut gesund.bund.de kann auch eine Untersuchung der Schilddrüse dazugehören [1]. Was in Ihrer Packungsbeilage steht und wie die Häufigkeiten gemeint sind, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Warum Medikamente Herzrasen auslösen können

Gegenregulation bei erweiterten Gefäßen: Salbutamol regt laut Fachinformation Beta-2-Rezeptoren in den Gefäßwänden an; die Gefäße erweitern sich vor allem in der Körperperipherie, und infolgedessen steigt die Herzfrequenz reflektorisch [4]. Ähnlich bei Minoxidil: Weil es die Gefäße erweitert, können laut Fachinformation eine Reflextachykardie und möglicherweise eine Angina pectoris auftreten; über Druckfühler in den Gefäßen (Barorezeptoren) vermittelte Reflexe steigern Herzfrequenz und Herzzeitvolumen [18]. Deshalb ist laut Fachinformation eine Kombination mit Betablockern oder anderen Mitteln notwendig, die das sympathische Nervensystem dämpfen [18]. Bei Nifedipin kann die Herzfrequenz zu Beginn der Behandlung reflektorisch zunehmen; bei Langzeitbehandlung kehrt das anfangs erhöhte Herzminutenvolumen laut Fachinformation auf den Ausgangswert zurück [16].

Anregung des sympathischen Nervensystems: Xylometazolin ist laut Fachinformation ein alpha-adrenerg wirkendes Sympathomimetikum, das die Gefäße der Nasenschleimhaut verengt [12]. Bei Überdosierungen von Atomoxetin wurden laut Fachinformation Anzeichen einer leichten bis mäßigen Aktivierung des Sympathikus beobachtet, zum Beispiel Tachykardie [10]. Eine akute Überdosierung von Methylphenidat kann laut Fachinformation, hauptsächlich durch eine Überstimulation des zentralen und sympathischen Nervensystems, unter anderem zu Herzrasen führen [8]. Stresshormone (Katecholamine) regen das Herz an; Metoprolol blockiert diese Wirkung und senkt laut Fachinformation dadurch eine Tachykardie [22].

Zu viel Schilddrüsenhormon: Bei Levothyroxin entsprechen die Beschwerden einer nicht vertragenen Dosis oder einer Überdosierung laut Fachinformation den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion [6].

Rückprall nach dem Absetzen: Das plötzliche Absetzen von Clonidin kann laut Fachinformation akut einen überschießenden Blutdruckanstieg und eine Tachykardie hervorrufen (Rebound-Phänomen) [20].

Blutsalze: Beta-2-Sympathomimetika können laut Fachinformation von Salbutamol den Kaliumspiegel im Blut senken (Hypokaliämie); eine erhebliche Überschreitung der vorgegebenen Dosen kann wegen der Nebenwirkungen am Herzen gefährlich sein, insbesondere zusammen mit einem Kaliummangel [4]. Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel.

Was Sie tun können

Älterer Mann mit grauem Bart sitzt in einem hellen Sprechzimmer und spricht ruhig mit einer Ärztin
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Das gilt besonders für Blutdrucksenker: Clonidin soll laut Packungsbeilage nicht plötzlich und/oder ersatzlos abgesetzt werden, sondern stufenweise verringert werden [19]. Betablocker wie Metoprolol dürfen laut Packungsbeilage nicht abrupt abgesetzt werden; ein abruptes Absetzen kann zu einer Verschlechterung einer Herzschwäche führen und das Risiko eines Herzinfarkts und plötzlichen Herztodes erhöhen [21]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Bei Methylphenidat nennt die Packungsbeilage einen unregelmäßigen Herzschlag unter den Nebenwirkungen, bei denen Sie sich sofort an einen Arzt wenden sollen [7]. Treten unter Methylphenidat wiederholt Tachykardien auf, sollte es laut Fachinformation abgesetzt werden; das entscheidet die Ärztin oder der Arzt [8]. Wird bei Levothyroxin die Dosisstärke nicht vertragen, sieht die Fachinformation vor, die Tagesdosis zu verringern oder die Einnahme für mehrere Tage zu unterbrechen; auch das legt die Ärztin oder der Arzt fest [6].

Asthmaspray nicht selbst häufiger anwenden. Den Gebrauch von Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol selbst zu erhöhen, ist laut Packungsbeilage möglicherweise gefährlich; ein ansteigender Bedarf ist ein Anzeichen für eine Verschlechterung der Erkrankung [3]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt so schnell wie möglich, wenn das Mittel nicht so gut zu wirken scheint wie üblich [3].

Bei Herzerkrankungen vorher fragen. Wer eine schwere Herzerkrankung, Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Herzschlagfrequenz oder eine Schilddrüsenüberfunktion hat, sollte laut Packungsbeilage vor der Anwendung von Salbutamol mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen [3]. Auch vor der Anwendung eines Nasensprays mit Xylometazolin nennt die Packungsbeilage Herzerkrankungen und schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Grund für ein Gespräch mit der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke [11]. Bei koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen mit schnellem Herzschlag ist bei Levothyroxin laut Fachinformation auch eine leichte medikamentös bedingte Überfunktion unbedingt zu vermeiden [6].

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [3]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Gerät das Herz so aus dem Takt, dass es das Blut nicht mehr richtig durch den Körper pumpen kann, können laut IQWiG Schwindel oder Ohnmacht, Brustschmerzen, Atemnot und Schwäche auftreten [2]. Bei plötzlicher Bewusstlosigkeit besteht die Gefahr, zu stürzen und sich zu verletzen [2]. Lebensbedrohliche Komplikationen wie Kammerflimmern treten insbesondere auf, wenn das Herz bereits geschädigt ist, etwa nach einem Herzinfarkt [2]. Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot sowie starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [25].

Bei Salbutamol können laut Packungsbeilage einige Nebenwirkungen akut lebensbedrohlich sein, zum Beispiel lebensbedrohliche Tachykardien; tritt ein solches Ereignis plötzlich auf oder entwickelt es sich unerwartet stark, sollen Sie sofort einen Arzt informieren [3]. Zeichen einer Überdosierung von Salbutamol sind laut Packungsbeilage unter anderem Herzrasen, Herzklopfen, ein unregelmäßiger oder beschleunigter Herzschlag, Brustschmerzen und heftiges Zittern; dann soll unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden [3]. Wurde zu viel Methylphenidat eingenommen, verständigen Sie laut Packungsbeilage sofort einen Arzt oder rufen Sie den Rettungsdienst [7].

Herzrasen zusammen mit Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Kehlkopf, Atemnot und Kreislaufstörungen kann auf eine schwere allergische Reaktion hinweisen; laut Packungsbeilage von Naproxen ist das Arzneimittel dann sofort abzusetzen und der Arzt aufzusuchen [24]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Abgesehen von solchen in der Packungsbeilage genannten Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Andere Ursachen

Nicht jedes Herzrasen kommt vom Medikament. Sport, Stress oder Nervosität lassen das Herz auch bei gesunden Menschen schneller schlagen [1]. Auch bei einem gesunden Herzen kommt es mehrfach am Tag zu kurzen Stolperern, sogenannten Extrasystolen [2]. Bei der anfallsartigen Vorhoftachykardie tritt Herzrasen plötzlich auf, hält einige Minuten an und hört ebenso schnell wieder auf; ernste Folgen hat diese Herzrhythmusstörung für gewöhnlich nicht [1]. Auch Störungen im Salzhaushalt, Alkohol- oder Drogenkonsum sowie Stress können laut gesund.bund.de zu Herzrasen führen [1]. Mehr dazu: Herzrasen (Tachykardie) und Unruhe und Angst.

Ein zu schneller Herzschlag tritt laut IQWiG häufig bei Vorhofflimmern auf, zusätzlich zu einem unregelmäßigen Puls; auch ein Vorhofflattern oder Narben im Herzen können eine Tachykardie auslösen [2]. Diese Störungen sind meist selbst die Folge von Herzerkrankungen wie koronarer Herzkrankheit und Herzinfarkt, Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündungen oder einer Herzschwäche [2]. Bluthochdruck, Rauchen, Drogenkonsum und zu viel Alkohol erhöhen das Risiko; auch eine Schilddrüsenüberfunktion, eine chronische Nierenkrankheit oder Diabetes mellitus können zu Herzrhythmusstörungen führen [2]. Einen zu langsamen Herzschlag behandelt die Seite Verlangsamter Herzschlag.

Quellen

  1. Behörde Herzrasen bei anfallsartiger Vorhoftachykardie. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 08.12.2023. abgerufen am 12.10.2026
  2. Herzrhythmusstörungen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.10.2022. abgerufen am 12.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol. ratiopharm GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation L-Thyroxin Henning 100 (Levothyroxin). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation L-Thyroxin Henning 25 bis 200 (Levothyroxin). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 06/2023. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm 18 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atomoxetin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Atomoxetin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NasenSpray-ratiopharm Erwachsene (Xylometazolinhydrochlorid 0,1 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation NasenSpray-ratiopharm Erwachsene (Xylometazolinhydrochlorid 0,1 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  14. Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Nifedipin AbZ 20 mg Retardtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 10/2020. abgerufen am 12.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Nifedipin AbZ 20 mg Retardtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 10/2020. abgerufen am 12.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Minoxidil POA Pharma 2,5 mg / 10 mg Tabletten. POA Pharma Scandinavia AB (örtlicher Vertreter POA Pharma GmbH). Stand 09/2023. abgerufen am 12.10.2026
  18. Fachinformation Fachinformation Minoxidil POA Pharma 2,5 mg / 10 mg Tabletten. POA Pharma Scandinavia AB. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clonidin-ratiopharm 150 (150 Mikrogramm Tabletten). ratiopharm GmbH. Stand 09/2020. abgerufen am 12.10.2026
  20. Fachinformation Fachinformation Clonidin-ratiopharm 150. ratiopharm GmbH. Stand 09/2020. abgerufen am 12.10.2026
  21. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metoprolol-ratiopharm Succinat 47,5 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
  22. Fachinformation Fachinformation Metoprolol-ratiopharm Succinat Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
  23. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Nebivolol STADA 5 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 01/2020. abgerufen am 12.10.2026
  24. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  25. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  26. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz, Langfassung, Version 4.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-006), Tabelle 18. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 4.0, 2023 (Kapitel "Medikamentöse Therapie" gültig bis 12.12.2028). abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können Herzrasen auslösen?

Laut den Produktinformationen gehören dazu unter anderem atemwegserweiternde Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol, das Schilddrüsenhormon Levothyroxin, die ADHS-Mittel Methylphenidat und Atomoxetin, abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin, das trizyklische Antidepressivum Amitriptylin und die gefäßerweiternden Blutdrucksenker Nifedipin und Minoxidil. Auch das plötzliche Absetzen von Clonidin kann Herzjagen auslösen. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation Herzrasen oder Herzklopfen nennt.

Ist Herzrasen durch ein Asthmaspray gefährlich?

Bei Salbutamol ist Herzrasen laut Fachinformation häufig, und Herzklopfen kann sich bei fortgesetzter Anwendung innerhalb von 1 bis 2 Wochen zurückbilden. Laut Packungsbeilage können einige Nebenwirkungen aber akut lebensbedrohlich sein, etwa lebensbedrohliche Tachykardien; dann sollen Sie sofort einen Arzt informieren. Den Gebrauch selbst zu erhöhen, ist laut Packungsbeilage möglicherweise gefährlich; ein steigender Bedarf ist ein Anzeichen dafür, dass sich das Asthma verschlechtert.

Können Schilddrüsentabletten Herzrasen verursachen?

Ja. Wird die Dosisstärke nicht vertragen oder liegt eine Überdosierung vor, können laut Packungsbeilage von Levothyroxin, besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung, die typischen Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten; Herzklopfen ist dort als sehr häufig, Herzrasen als häufig eingestuft. Wie es weitergeht, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Kann Nasenspray Herzrasen auslösen?

Bei einem abschwellenden Nasenspray mit Xylometazolin ist das selten möglich: Die Packungsbeilage nennt Herzklopfen und beschleunigten Herzschlag als seltene Nebenwirkungen. Laut Fachinformation kann die über die Nasenschleimhaut aufgenommene Menge gelegentlich ausreichen, um Wirkungen am Herz-Kreislauf-System hervorzurufen. Wer eine Herzerkrankung oder eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung hat, sollte laut Packungsbeilage vor der Anwendung mit der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke sprechen.

Darf ich einen Betablocker oder Clonidin einfach absetzen?

Nein. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nach plötzlichem Absetzen von Clonidin kann es laut Packungsbeilage zu einem überschießenden Blutdruckanstieg mit Herzjagen, Unruhe, Nervosität, Zittern, Kopfschmerzen oder Übelkeit kommen. Betablocker wie Metoprolol dürfen laut Packungsbeilage nicht abrupt abgesetzt werden; ein abruptes Absetzen kann eine Herzschwäche verschlechtern und das Risiko eines Herzinfarkts und plötzlichen Herztodes erhöhen.

Wann muss ich bei Herzrasen den Notruf wählen?

Bei Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot sowie starken Brustschmerzen oder Herzbeschwerden rufen Sie den Notruf 112. Laut IQWiG kann eine Herzrhythmusstörung zu Schwindel, Ohnmacht, Brustschmerzen, Atemnot und Schwäche führen, wenn das Herz das Blut nicht mehr richtig durch den Körper pumpen kann. Lebensbedrohliche Komplikationen treten insbesondere auf, wenn das Herz bereits geschädigt ist.

Kann Herzrasen auch andere Ursachen haben?

Ja. Beim Sport oder unter Stress schlägt das Herz auch bei gesunden Menschen manchmal sehr schnell. Laut IQWiG tritt ein zu schneller Herzschlag häufig bei Vorhofflimmern auf; auch Herzerkrankungen und eine Schilddrüsenüberfunktion können zu Herzrhythmusstörungen führen. Laut gesund.bund.de können auch Störungen im Salzhaushalt sowie Alkohol- oder Drogenkonsum Herzrasen auslösen. Welche Herzrhythmusstörung vorliegt, lässt sich laut IQWiG mit einem EKG genau feststellen; ob ein Medikament die Ursache sein kann, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Nebenwirkungen Verstopfte Nase durch Medikamente

    Manche Medikamente können die Nase verstopfen, etwa Potenzmittel, Alphablocker oder abschwellende Nasensprays.

  • Nebenwirkungen Hitzewallungen durch Medikamente

    Hitzewallungen und Gesichtsrötung können Nebenwirkungen sein, etwa bestimmter Antihormone, Blutdrucksenker und Potenzmittel.

  • Nebenwirkungen Verlangsamter Herzschlag durch Medikamente

    Manche Medikamente können den Herzschlag verlangsamen, etwa Betablocker, Verapamil oder Digitoxin.

  • Werkzeuge Nebenwirkungs-Finder

    Beschwerde eingeben und sehen, bei welchen Wirkstoffen die Produktinformation sie als Nebenwirkung nennt, mit Häufigkeit.