MedikamenteWirkstoff

Lacosamid: Nebenwirkungen und Wirkung

Lacosamid ist ein verschreibungspflichtiges Antiepileptikum gegen fokale Anfälle und, zusätzlich zu anderen Mitteln, gegen primär generalisierte tonisch-klonische Anfälle. Sehr häufig sind Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit und Doppeltsehen. Lacosamid kann den Herzrhythmus beeinflussen; bei langsamem, schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag oder Ohnmacht holen Sie unverzüglich ärztlichen Rat ein.

Frau Mitte dreißig sitzt in einem Regionalzug am Fenster und schaut entspannt auf die vorbeiziehende Landschaft
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Schwindelgefühl[1, 2]
  • Sehr häufig: Übelkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Doppeltsehen (Diplopie)[1, 2]
  • Häufig: Kurze Zuckungen eines Muskels oder einer Muskelgruppe (myoklonische Anfälle)[1, 2]
  • Häufig: Schwierigkeiten bei der Bewegungskoordination oder beim Gehen, Gleichgewichtsstörungen, Zittern (Tremor), Kribbeln (Parästhesie)[1, 2]
  • Häufig: Gedächtnisstörungen (Vergesslichkeit), Denk- oder Wortfindungsstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, vermindertes Empfindungsvermögen, Schwierigkeiten beim Artikulieren von Wörtern[1, 2]
  • Häufig: Schnelle, nicht kontrollierbare Augenbewegungen (Nystagmus)[1, 2]
  • Häufig: Schläfrigkeit[1, 2]
  • Häufig: Verwirrtheit, Schlafstörung, Depression[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen[1, 2]
  • Häufig: Drehschwindel (Vertigo); Ohrgeräusche wie Summen, Klingeln oder Pfeifen (Tinnitus)[1, 2]
  • Häufig: Erbrechen, trockener Mund, Verstopfung, Verdauungsstörungen, übermäßige Gase im Magen oder Darm, Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Muskelkrämpfe[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit, Schwächegefühl (Asthenie), Gefühl der Betrunkenheit, Reizbarkeit[1, 2]
  • Häufig: Sturzneigung, Blutergüsse und Hautwunden[1, 2]
  • Häufig: Juckreiz, Hautausschlag[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche

Wofür wird Lacosamid eingesetzt?

Lacosamid gehört zu den Antiepileptika und wird zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt; es soll die Häufigkeit der Anfälle senken [1]. Es wird allein oder zusammen mit anderen Antiepileptika bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren mit fokalen Anfällen angewendet, mit oder ohne sekundäre Generalisierung. Bei dieser Form beginnt der Anfall in einer Gehirnhälfte und kann sich unter Umständen auf beide Hälften ausbreiten [1, 2].

Zusammen mit anderen Antiepileptika wird Lacosamid außerdem bei primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen (sogenannten großen Anfällen mit Bewusstseinsverlust) bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 4 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie angewendet [1, 2]. Lacosamid ist verschreibungspflichtig [2]. Weitere Wirkstoffe dieser Gruppe sind zum Beispiel Levetiracetam und Lamotrigin.

Wie wirkt Lacosamid?

Laut Fachinformation ist der genaue Wirkmechanismus beim Menschen noch nicht vollständig aufgeklärt. In Laborstudien verstärkte Lacosamid gezielt die langsame Inaktivierung spannungsabhängiger Natriumkanäle und trug so zur Stabilisierung übererregbarer Nervenzellmembranen bei [2].

Lacosamid wird nach der Einnahme rasch und nahezu vollständig aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist nach etwa 0,5 bis 4 Stunden erreicht, und Nahrung beeinflusst die Aufnahme nicht. Die Halbwertszeit beträgt etwa 13 Stunden; bei zweimal täglicher Einnahme stellt sich nach drei Tagen ein gleichbleibender Spiegel ein. Ausgeschieden wird Lacosamid überwiegend über die Nieren [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation waren die häufigsten Nebenwirkungen meist leicht bis mäßig ausgeprägt; einige hingen von der Dosis ab und ließen sich durch eine niedrigere Dosis abmildern, und Nebenwirkungen am Nervensystem und Verdauungstrakt nahmen mit der Zeit in der Regel ab [2]. Nach einer einzelnen hohen Anfangsdosis (Aufsättigungsdosis) können Nebenwirkungen am Nervensystem wie Schwindel häufiger sein [1]. Bei Kindern wurden zusätzlich Fieber, laufende Nase, Rachenentzündung, verminderter Appetit, Verhaltensänderungen und Energielosigkeit beobachtet [1]. Mehr dazu auf den Seiten Schwindel, Kopfschmerzen und Sehstörungen.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HerzUngewöhnlich schneller Herzschlag (ventrikuläre Tachyarrhythmie)[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenHerzrhythmusstörungen
  • Blut und LymphsystemHalsschmerzen, Fieber und erhöhte Infektanfälligkeit; im Blut möglicherweise eine erhebliche Verringerung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsFieberErhöhte Infektanfälligkeit
  • ImmunsystemSchwere Hautreaktion, die mit Fieber und anderen grippeähnlichen Beschwerden einhergehen kann, mit Ausschlag im Gesicht, ausgedehntem Ausschlag und geschwollenen Lymphknoten; im Blut möglicherweise erhöhte Leberwerte und mehr Eosinophile (DRESS-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • HautAusgedehnter Ausschlag mit Blasen und abblätternder Haut, besonders um Mund, Nase, Augen und Genitalbereich (Stevens-Johnson-Syndrom), und eine schwerere Form mit Hautablösung an mehr als 30 Prozent der Körperoberfläche (toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
  • NervensystemSchüttelkrämpfe (Konvulsion)[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Fachinformation wurde in klinischen Studien unter Lacosamid eine dosisabhängige Verlängerung des PR-Intervalls der Herzkurve im EKG beobachtet. Seit der Markteinführung wurde über AV-Block berichtet, einschließlich AV-Block zweiten oder höheren Grades; bei Menschen mit Erkrankungen, die Herzrhythmusstörungen auslösen können, auch über schnelle Herzrhythmusstörungen der Herzkammern (ventrikuläre Tachyarrhythmien). In seltenen Fällen führten diese Ereignisse bei solchen Menschen zu Herzstillstand und Tod [2]. Mehr dazu unter Langsamer Puls. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Vierzigern sitzt auf dem Sofa und ertastet mit zwei Fingern seinen Puls am Handgelenk
Bild: KI-generiert

Schwindel und Stürze: Lacosamid kann Schwindelgefühl verursachen und so die Gefahr von Verletzungen und Stürzen erhöhen. Seien Sie vorsichtig, bis Sie sich an die Wirkungen gewöhnt haben [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente im Alter.

Herzschlag: Achten Sie auf Zeichen eines ungewöhnlichen Herzschlags (langsamer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Schwindel oder Ohnmacht) und holen Sie dann unverzüglich medizinischen Rat ein [1]. Bei Erkrankungen, die Herzrhythmusstörungen auslösen können, bei Mitteln mit Wirkung auf die Erregungsleitung des Herzens und bei älteren Menschen sollte laut Fachinformation ein EKG erwogen werden, bevor die Dosis in den oberen Bereich gesteigert wird und nachdem die Aufdosierung abgeschlossen ist [2].

Stimmung: Eine geringe Anzahl von Menschen, die Antiepileptika wie Lacosamid einnahmen, hatte Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Haben Sie solche Gedanken, setzen Sie sich sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung [1]. Laut Fachinformation sollte auch Angehörigen bzw. Betreuenden geraten werden, bei solchen Anzeichen medizinische Hilfe zu holen [2]. Mehr unter Depression.

Anfälle: Bemerken Sie eine neue Art von Anfällen oder eine Verschlechterung bestehender Anfälle, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel [1]. Besonders wichtig sind Mittel, die ebenfalls das Herz beeinflussen: Mittel gegen Herzkrankheiten, Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche und Mittel, die das PR-Intervall verlängern können, etwa Carbamazepin, Lamotrigin oder Pregabalin [1]. Pilzmittel wie Fluconazol, Itraconazol oder Ketoconazol, das HIV-Mittel Ritonavir und das Antibiotikum Clarithromycin können die Wirkung von Lacosamid verstärken, Rifampicin und Johanniskraut sie abschwächen [1, 2]. Laut Fachinformation wurden in einer Studie keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit der "Pille" (Ethinylestradiol und Levonorgestrel) festgestellt [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Lacosamid
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Mittel gegen Herzkrankheiten, gegen Herzrhythmusstörungen oder HerzschwächeAuch Lacosamid kann das Herz beeinflussen[1, 2]Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Mittel, die das PR-Intervall im EKG verlängern können, z. B. gegen Epilepsie oder Schmerzen wie Carbamazepin, Lamotrigin oder PregabalinWirkung auf die Erregungsleitung des Herzens; laut Fachinformation fand sich in Studien unter Carbamazepin oder Lamotrigin aber kein erhöhtes Risiko für PR-Verlängerungen[1, 2]Laut Fachinformation nur mit Vorsicht anwenden
Pilzmittel wie Fluconazol, Itraconazol oder Ketoconazol, HIV-Mittel wie Ritonavir, das Antibiotikum ClarithromycinDie Wirkung von Lacosamid kann verstärkt werden (laut Fachinformation höhere Lacosamid-Konzentration möglich)[1, 2]Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen; laut Fachinformation Vorsicht geboten
Rifampicin, JohanniskrautDie Wirkung von Lacosamid kann abgeschwächt werden[1, 2]Laut Fachinformation Vorsicht zu Beginn und am Ende einer solchen Behandlung
Andere Antiepileptika, die Leberenzyme anregen (Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital)Laut Fachinformation verringerte sich die Lacosamid-Menge im Körper um 25 Prozent bei Erwachsenen und 17 Prozent bei Kindern[2]Ärztin oder Arzt informieren
AlkoholLaut Fachinformation kann eine Wirkung auf das Nervensystem nicht ausgeschlossen werden[1, 2]Vorsichtshalber nicht zusammen mit Alkohol einnehmen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Lacosamid nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Lacosamid darf nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile und bei bestimmten Herzrhythmusstörungen, dem AV-Block 2. oder 3. Grades [1, 2]. Haben Sie eine Herzerkrankung mit verändertem Herzschlag, eine schwere Herzkrankheit oder hatten Sie einen Herzinfarkt, ist Ihnen häufig schwindelig oder stürzen Sie oft, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Lacosamid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Bestimmte Herzrhythmusstörungen: AV-Block 2. oder 3. Grades[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Herzkrankheit mit verändertem Herzschlag und oft sehr langsamem, schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag (z. B. AV-Block, Vorhofflimmern oder Vorhofflattern)[1, 2]
  • Schwerwiegende Herzkrankheit wie Herzschwäche oder früherer Herzinfarkt; laut Fachinformation auch strukturelle Herzerkrankung oder kardiale Natriumkanalopathien. In klinischen Studien wurde unter Lacosamid eine dosisabhängige Verlängerung des PR-Intervalls im EKG beobachtet; bei diesen Menschen, bei Einnahme von Mitteln mit Wirkung auf die Erregungsleitung und bei Älteren sollte vor einer Dosissteigerung über 400 mg pro Tag und nach Abschluss der Aufdosierung ein EKG erwogen werden[1, 2]
  • Häufiger Schwindel oder Stürze: Lacosamid kann Schwindelgefühl verursachen und dadurch die Gefahr versehentlicher Verletzungen und Stürze erhöhen; seien Sie vorsichtig, bis Sie sich an die Wirkungen gewöhnt haben[1, 2]
  • Suizidgedanken: Eine geringe Anzahl von Menschen, die Antiepileptika wie Lacosamid einnahmen, hatte Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen; laut Fachinformation zeigte eine Metaanalyse von Studien mit Antiepileptika ein leicht erhöhtes Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten; ein erhöhtes Risiko unter Lacosamid ist nach den verfügbaren Daten nicht ausgeschlossen[1, 2]
  • Primär generalisierte tonisch-klonische Anfälle: Laut Fachinformation wurde über ein neues Auftreten oder eine Verschlechterung myoklonischer Anfälle berichtet, vor allem während der Aufdosierung[2]
  • Kinder: nicht empfohlen unter 2 Jahren bei fokalen Anfällen und unter 4 Jahren bei primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen[1, 2]
  • Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion: Die Ärztin oder der Arzt verschreibt möglicherweise eine andere Dosis[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Nehmen Sie Lacosamid vorsichtshalber nicht zusammen mit Alkohol ein [1]. Führen Sie kein Fahrzeug und fahren Sie nicht Rad, bis Sie wissen, wie das Arzneimittel bei Ihnen wirkt [1]. Frauen im gebärfähigen Alter sollen die Verhütung mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen; in der Schwangerschaft wird die Behandlung nicht empfohlen, sie sollte aber nicht ohne Rücksprache abgebrochen werden [1]. Die Karten geben die Angaben von Packungsbeilage und Fachinformation wieder [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Schwangerschaft

Frauen im gebärfähigen Alter sollen die Anwendung von Verhütungsmitteln mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen. In der Schwangerschaft wird die Behandlung nicht empfohlen, da nicht bekannt ist, wie Lacosamid den Verlauf der Schwangerschaft und das ungeborene Kind beeinflusst. Fragen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat, wenn Sie schwanger geworden sind oder eine Schwangerschaft planen, und brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache ab: Sonst könnten mehr Anfälle auftreten, und eine Verschlechterung der Epilepsie kann auch dem Baby schaden.[1]

Laut Fachinformation ist bei Kindern von Frauen mit Epilepsie, die Antiepileptika einnehmen, die Häufigkeit von Fehlbildungen zwei- bis dreimal so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung (dort etwa 3 Prozent); welchen Anteil Behandlung und Krankheit haben, ist ungeklärt. Für Lacosamid gibt es keine hinreichenden Daten; Lacosamid darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, die Ärztin oder der Arzt hält es für unverzichtbar. Eine wirksame antiepileptische Behandlung sollte in der Schwangerschaft nicht unterbrochen werden.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Das Stillen während der Einnahme wird laut Packungsbeilage nicht empfohlen, da Lacosamid in die Muttermilch übergeht; laut Fachinformation soll auf das Stillen verzichtet werden, weil ein Risiko für das Kind nicht ausgeschlossen werden kann.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Nehmen Sie Lacosamid vorsichtshalber nicht zusammen mit Alkohol ein. Laut Fachinformation liegen keine Daten zur Wechselwirkung vor, eine Wirkung auf das Nervensystem kann aber nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Führen Sie kein Fahrzeug, fahren Sie nicht Rad und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bis Sie wissen, wie das Arzneimittel bei Ihnen wirkt, denn Lacosamid kann zu Schwindelgefühl und verschwommenem Sehen führen.[1, 2]

Einnahme

Zweimal täglich im Abstand von etwa 12 Stunden einnehmen, möglichst jeden Tag ungefähr zur gleichen Uhrzeit; die Tablette mit einem Glas Wasser schlucken, zum Essen oder unabhängig davon. Die Behandlung ist eine Langzeittherapie: Nehmen Sie Lacosamid ein, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen sagt, dass Sie es absetzen sollen.[1]

Einnahme vergessen: Bis zu 6 Stunden nach dem geplanten Zeitpunkt nachholen, sobald es Ihnen einfällt; ist es länger her, die vergessene Tablette nicht mehr einnehmen, sondern zum nächsten normalen Zeitpunkt weitermachen. Nicht die doppelte Menge nehmen.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache ab, sonst können die epileptischen Anfälle wieder auftreten oder sich verschlechtern. Soll die Behandlung enden, erklärt Ihnen die Ärztin oder der Arzt, wie Sie die Dosis Schritt für Schritt verringern.[1]

Überdosierung

Haben Sie zu viel eingenommen, wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und fahren Sie nicht selbst Auto. Mögliche Beschwerden sind Schwindelgefühl, Übelkeit oder Erbrechen, Anfälle, Probleme mit dem Herzschlag, Koma oder Blutdruckabfall mit beschleunigtem Herzschlag und Schwitzen. Ein spezifisches Gegenmittel ist laut Fachinformation nicht bekannt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt Anfangs- und Erhaltungsdosen für Menschen ab 50 kg Körpergewicht; bei Kindern und Jugendlichen unter 50 kg richtet sich die Dosis nach dem Gewicht [1]. Die Fachinformation ergänzt Höchstdosen bei eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion [2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Lacosamid zweimal täglich im Abstand von etwa 12 Stunden ein, möglichst jeden Tag zur gleichen Uhrzeit, und schlucken Sie die Tablette mit einem Glas Wasser, zum Essen oder unabhängig davon [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie bis zu 6 Stunden nach dem geplanten Zeitpunkt nach; ist es länger her, lassen Sie sie aus und nehmen die nächste Dosis zur gewohnten Zeit [1]. Die Behandlung ist eine Langzeittherapie [1].

Brechen Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache ab, sonst können Ihre epileptischen Anfälle wieder auftreten oder sich verschlechtern. Soll die Behandlung enden, erklärt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, wie Sie die Dosis Schritt für Schritt verringern [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.

Präparate mit Lacosamid

Lacosamid gibt es als Filmtabletten in mehreren Stärken, als Sirup und als Infusionslösung, vom Originalhersteller und als Generikum. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Vimpat, hier die Packungsbeilage und Fachinformation der Filmtabletten [1, 2]. Für Sirup und Infusionslösung gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Lacosamid
PräparatAnbieterHinweis
Lacosamid-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten, Sirup
VimpatUCB Pharma S.A.verschreibungspflichtig; Filmtabletten, Sirup, Infusionslösung; Grundlage dieser Seite: Filmtabletten

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Vimpat (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Vimpat 50 mg/100 mg/150 mg/200 mg Filmtabletten. UCB Pharma S.A. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Vimpat (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Vimpat Filmtabletten, und Anhang II. UCB Pharma S.A. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Lacosamid eingesetzt?

Lacosamid wird allein oder zusammen mit anderen Antiepileptika bei Epilepsie mit fokalen Anfällen angewendet, ab einem Alter von 2 Jahren. Zusammen mit anderen Antiepileptika wird es außerdem bei primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen ("große Anfälle") bei idiopathischer generalisierter Epilepsie angewendet, ab 4 Jahren. Es soll die Häufigkeit der Anfälle senken.

Wie wirkt Lacosamid?

Laut Fachinformation ist der genaue Wirkmechanismus beim Menschen noch nicht vollständig aufgeklärt. In Laborstudien verstärkte Lacosamid die langsame Inaktivierung bestimmter Natriumkanäle in Nervenzellen und trug so dazu bei, übererregbare Nervenzellen zu stabilisieren.

Macht Lacosamid schwindelig?

Ja, Schwindelgefühl gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen und kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Es kann die Gefahr von Stürzen und Verletzungen erhöhen; seien Sie deshalb vorsichtig, bis Sie sich an die Wirkungen gewöhnt haben. Laut Fachinformation waren die häufigsten Nebenwirkungen meist leicht bis mäßig ausgeprägt, teils dosisabhängig, und Nebenwirkungen am Nervensystem und Verdauungstrakt nahmen mit der Zeit in der Regel ab.

Kann Lacosamid das Herz beeinflussen?

Ja. In klinischen Studien wurde unter Lacosamid eine dosisabhängige Verlängerung des PR-Intervalls im EKG beobachtet; gelegentlich treten ein verlangsamter oder unregelmäßiger Herzschlag, AV-Block oder Vorhofflimmern auf. Bei AV-Block 2. oder 3. Grades darf Lacosamid nicht eingenommen werden. Bemerken Sie einen langsamen, schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag, Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Schwindel oder Ohnmacht, holen Sie unverzüglich medizinischen Rat ein.

Darf ich mit Lacosamid Auto fahren?

Laut Packungsbeilage sollten Sie kein Fahrzeug führen, nicht Rad fahren und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen, bis Sie wissen, wie Lacosamid bei Ihnen wirkt, denn es kann Schwindelgefühl und verschwommenes Sehen verursachen.

Darf ich während der Einnahme Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage sollten Sie Lacosamid vorsichtshalber nicht zusammen mit Alkohol einnehmen. Laut Fachinformation liegen dazu zwar keine Daten zur Wechselwirkung vor, eine Wirkung auf das Nervensystem kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Was gilt in Schwangerschaft und Stillzeit?

In der Schwangerschaft wird die Behandlung nicht empfohlen, weil die Auswirkungen auf das ungeborene Kind nicht bekannt sind. Brechen Sie die Behandlung aber nicht ohne Rücksprache ab, denn mehr Anfälle können auch dem Baby schaden. Fragen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten. Das Stillen wird während der Einnahme nicht empfohlen, da Lacosamid in die Muttermilch übergeht.

Wie hoch ist die Dosis von Lacosamid?

Üblicherweise beginnt die Behandlung mit einer geringen Dosis, die die Ärztin oder der Arzt im Verlauf einiger Wochen langsam steigert, bis die passende Erhaltungsdosis erreicht ist. Bei Kindern unter 50 kg richtet sich die Dosis nach dem Körpergewicht. Die Angaben von Packungsbeilage und Fachinformation stehen im Abschnitt "Dosierung" auf dieser Seite.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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