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Insulin aspart (Fiasp): Nebenwirkungen und Wirkung

Insulin aspart ist ein verschreibungspflichtiges, schnell wirkendes Mahlzeiteninsulin zur Behandlung von Diabetes mellitus ab 1 Jahr. Fiasp enthält zusätzlich Nicotinamid und wirkt anfangs schneller als NovoRapid; ein Wechsel erfolgt nur auf ärztliche Anweisung. Sehr häufig ist eine Unterzuckerung. Bei ersten Anzeichen nehmen Sie sofort schnell wirkende Kohlenhydrate zu sich.

Junge Frau in den Zwanzigern setzt sich in einem hellen Café an einen Tisch mit einem Teller Nudelsalat und beginnt ihre Mahlzeit
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Niedriger Blutzucker (Unterzuckerung, Hypoglykämie); bei zu starkem Abfall ist Bewusstlosigkeit möglich, schwere Unterzuckerungen können Hirnschäden verursachen und lebensbedrohlich sein. Nach einer Fiasp-Injektion kann eine Unterzuckerung früher auftreten als bei anderen Mahlzeiteninsulinen[1, 2]
  • Häufig: Örtliche Reaktionen an der Injektionsstelle, unter anderem Ausschlag, Rötung, Entzündung, Blutergüsse, Reizungen, Schmerzen und Juckreiz; sie verschwinden normalerweise nach einigen Tagen[1, 2]
  • Häufig: Allergische Hautreaktionen wie Ekzem, Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht oder Dermatitis[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Insulin aspart eingesetzt?

Insulin aspart ist ein verschreibungspflichtiges Insulin zur Behandlung von Diabetes mellitus [1, 4]. Fiasp ist ein schnell wirkendes, blutzuckersenkendes Insulin zu den Mahlzeiten für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 1 Jahr; die Behandlung hilft, Spätfolgen des Diabetes zu verhindern [1]. In der Regel wird es zusammen mit einem mittellang oder lang wirkenden Insulin angewendet [1]. Auch NovoRapid enthält Insulin aspart und ist für dieselbe Altersgruppe zugelassen [3]. Hintergründe lesen Sie unter Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2, einen Überblick über die Wirkstoffgruppe unter Insuline.

Diese Seite beruht auf der EMA-Produktinformation von Fiasp; Angaben zu NovoRapid sind eigens gekennzeichnet [1, 2, 3]. Fiasp gibt es mit 100 Einheiten je ml als FlexTouch-Fertigpen, Penfill-Patrone, PumpCart-Patrone für Insulinpumpen und Durchstechflasche [2]. Stellen Sie Ihr Insulin nicht von sich aus um: Bei einer Umstellung von einem anderen Insulin muss Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie möglicherweise zur Dosis beraten [1].

Wie wirkt Insulin aspart?

Insulin aspart bindet an Insulinrezeptoren; es senkt den Blutzucker, indem es die Aufnahme von Glucose in die Zellen von Skelettmuskulatur und Fettgewebe verstärkt und die Freisetzung von Glucose aus der Leber hemmt [2]. Außerdem hemmt Insulin laut Fachinformation den Abbau von Fett und Eiweiß und verstärkt den Aufbau von Eiweiß [2].

Fiasp hat sein Wirkmaximum zwischen 1 und 3 Stunden nach der Injektion, die Wirkung hält 3 bis 5 Stunden an [1]. Es enthält zusätzlich Nicotinamid (Vitamin B3), wodurch das Insulin anfangs schneller aufgenommen wird als bei NovoRapid: Laut Fachinformation setzte die Wirkung 5 Minuten früher ein, und die Zeit bis zur maximalen Wirkung war 11 Minuten kürzer [2]. NovoRapid wirkt im Vergleich zu löslichem Humaninsulin schneller und kürzer; die Wirkung tritt innerhalb von 10 bis 20 Minuten nach der Injektion unter die Haut ein und hält 3 bis 5 Stunden an [3].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von Fiasp eine Häufigkeit angeben [1, 2]. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10 und "gelegentlich" bis zu 1 von 100 [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Niedriger Blutzucker kommt bei einer Insulinbehandlung sehr häufig vor und kann sehr schwerwiegend sein [1]. Weil die blutzuckersenkende Wirkung von Fiasp schneller beginnt als bei anderen Mahlzeiteninsulinen, kann eine Unterzuckerung nach der Injektion früher auftreten [1]. Laut Fachinformation traten allergische Hautreaktionen bei 1,8 Prozent der mit Fiasp Behandelten auf, gegenüber 1,5 Prozent beim Vergleichspräparat; Reaktionen an der Injektionsstelle bei 1,3 gegenüber 1,0 Prozent [2]. Mehr dazu unter Blutzucker als Nebenwirkung und Arzneimittelallergie.

Bessert sich der Blutzucker rasch, kann sich eine diabetische Augenerkrankung vorübergehend verschlechtern, nervenbedingte Schmerzen sind möglich, und zu Beginn kann der Körper Wasser einlagern, mit Schwellungen an Knöcheln und anderen Gelenken [1]. Diese Hinweise stehen in der Packungsbeilage unter den Warnhinweisen; Sie finden sie im Abschnitt Vorsicht [1, 2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Blutzucker (Unterzuckerung, Hypoglykämie); bei zu starkem Abfall ist Bewusstlosigkeit möglich, schwere Unterzuckerungen können Hirnschäden verursachen und lebensbedrohlich sein. Nach einer Fiasp-Injektion kann eine Unterzuckerung früher auftreten als bei anderen Mahlzeiteninsulinen[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Allgemeine BeschwerdenÖrtliche Reaktionen an der Injektionsstelle, unter anderem Ausschlag, Rötung, Entzündung, Blutergüsse, Reizungen, Schmerzen und Juckreiz; sie verschwinden normalerweise nach einigen Tagen[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
  • HautAllergische Hautreaktionen wie Ekzem, Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht oder Dermatitis[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreizNesselsucht

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • ImmunsystemSchwere allergische Reaktion einschließlich anaphylaktischem Schock; Anzeichen können unter anderem sein: örtliche Reaktionen wie Ausschlag, Rötung und Juckreiz breiten sich auf andere Körperteile aus, plötzliches Unwohlsein mit Schwitzen, Erbrechen, Atembeschwerden, Herzrasen oder Schwindel[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagJuckreizVermehrtes SchwitzenErbrechenAtemnotHerzrasenSchwindel
  • HautKnoten unter der Haut durch Ansammlung des Eiweißes Amyloid (kutane Amyloidose); das Insulin wirkt möglicherweise nicht richtig, wenn in einen Bereich mit Knoten, Vertiefungen oder Verdickungen gespritzt wird[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Niedriger Blutzucker kann auftreten, wenn Sie Alkohol trinken, zu viel Insulin spritzen, sich mehr als sonst körperlich anstrengen, zu wenig essen oder eine Mahlzeit auslassen [1]. Sagen Sie allen Menschen in Ihrem Umfeld, dass Sie Diabetes haben, und erklären Sie ihnen, was bei einer Unterzuckerung passieren kann, einschließlich des Risikos, bewusstlos zu werden [1]. Wird eine anhaltende schwere Unterzuckerung nicht behandelt, kann das zu vorübergehenden oder dauerhaften Hirnschäden oder sogar zum Tod führen [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Dreißigern sitzt nach einer Radtour auf einer Wiese und isst eine Banane, das Fahrrad liegt neben ihr im Gras
Bild: KI-generiert

Unterzuckerungen vorbeugen: Tragen Sie immer einen Ersatz-Pen, etwas, das Sie als Diabetikerin oder Diabetiker ausweist, und zuckerhaltige Produkte bei sich [1]. Möchten Sie Ihre Ernährung umstellen, besprechen Sie das zunächst mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder dem medizinischen Fachpersonal, weil sich damit auch Ihr Insulinbedarf ändern kann [1]. Hatten Sie in letzter Zeit öfter einen zu niedrigen Blutzucker, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; möglicherweise müssen Dosierung oder Zeitpunkt der Injektionen, Ernährung oder Bewegung angepasst werden [1].

Kinder: Laut Fachinformation wird eine engmaschige Blutzuckerüberwachung empfohlen, wenn Fiasp nach Beginn der letzten Mahlzeit des Tages gespritzt wird, um eine nächtliche Unterzuckerung zu vermeiden [2].

Einstichstellen: Wechseln Sie die Injektionsstelle regelmäßig; das kann helfen, Verdickungen, Vertiefungen oder Knoten unter der Haut vorzubeugen [1]. In solche Bereiche gespritzt, wirkt das Insulin möglicherweise nicht richtig. Bemerken Sie Hautveränderungen, berichten Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt davon, und sprechen Sie vor einem Wechsel in einen anderen Bereich mit ihr oder ihm [1].

Reaktionen an der Injektionsstelle: Ausschlag, Rötung, Entzündung, Blutergüsse, Reizungen, Schmerzen oder Juckreiz verschwinden normalerweise nach einigen Tagen [1]. Allergische Reaktionen wie generalisierter Hautausschlag oder Schwellung des Gesichts sind gelegentlich; verschlimmern sie sich oder bessern sie sich nach wenigen Wochen nicht, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen: Einige wirken sich auf den Blutzucker aus, sodass die Insulindosis möglicherweise angepasst werden muss [1]. Laut Fachinformation können Betablocker die Anzeichen einer Unterzuckerung verschleiern [2]. Bei einer Kombination mit Pioglitazon wenden Sie sich so schnell wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Anzeichen einer Herzschwäche auftreten [1]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Insulin aspart
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere Arzneimittel gegen Diabetes (zum Einnehmen und zur Injektion; laut Fachinformation auch GLP-1-Rezeptoragonisten), Sulfonamid-Antibiotika, anabole Steroide (z. B. Testosteron), Betablocker, Salicylate, MAO-Hemmer (gegen Depressionen), ACE-HemmerBlutzucker kann sinken (Unterzuckerung)[1, 2]Die Insulindosis muss gegebenenfalls angepasst werden, ärztlich besprechen
Danazol, orale Verhütungsmittel (Pille), Schilddrüsenhormone, Wachstumshormon, Glucocorticoide ("Cortison"), Sympathomimetika (z. B. Epinephrin, Salbutamol, Terbutalin), ThiazideBlutzucker kann steigen (Überzuckerung)[1, 2]Die Insulindosis muss gegebenenfalls angepasst werden, ärztlich besprechen
Octreotid und LanreotidBlutzucker kann steigen oder sinken[1, 2]Ärztlich besprechen
BetablockerLaut Fachinformation können sie die Anzeichen einer Unterzuckerung verschleiern[2]Ärztlich besprechen
Pioglitazon (Tabletten gegen Typ-2-Diabetes)Laut Fachinformation Spontanmeldungen von Herzschwäche unter der Kombination mit Insulin, insbesondere bei Risikofaktoren dafür[1, 2]Anzeichen einer Herzschwäche so schnell wie möglich ärztlich mitteilen
AlkoholDer Insulinbedarf kann sich ändern, der Blutzucker kann steigen oder sinken[1, 2]Blutzucker öfter als gewöhnlich messen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Insulin aspart nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Fiasp dürfen Sie nicht anwenden, wenn Sie allergisch gegen Insulin aspart oder einen der sonstigen Bestandteile sind, wenn der Pen beschädigt ist oder nicht korrekt aufbewahrt wurde und wenn das Insulin nicht klar und farblos aussieht [1, 2]. Für Kinder unter 1 Jahr wird es nicht empfohlen; laut Fachinformation gibt es keine klinische Erfahrung bei Kindern unter 2 Jahren [1, 2]. Wenn Sie blind oder sehbehindert sind und die Dosisanzeige nicht ablesen können, verwenden Sie den Pen nur mit Hilfe einer geschulten Person mit gutem Sehvermögen [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Insulin aspart oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Beschädigter oder nicht korrekt aufbewahrter Pen und Insulin, das nicht klar (z. B. trüb) und farblos aussieht[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Die blutzuckersenkende Wirkung von Fiasp beginnt schneller als bei anderen Mahlzeiteninsulinen; eine Unterzuckerung kann nach der Injektion früher auftreten. Laut Fachinformation ist die Zeit bis zum Wirkeintritt bei Begleiterkrankungen oder Behandlungen zu beachten, die eine verzögerte Aufnahme der Nahrung erwarten lassen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche: Laut Fachinformation wird eine engmaschige Blutzuckerüberwachung empfohlen, wenn Fiasp nach Beginn der letzten Mahlzeit des Tages gespritzt wird, um eine nächtliche Unterzuckerung zu vermeiden[2]
  • Umstellung von einem anderen Insulin: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt muss Sie möglicherweise zur Insulindosis beraten. Laut Fachinformation muss die Umstellung auf einen anderen Insulintyp oder eine andere Insulinmarke unter strenger medizinischer Überwachung erfolgen[1, 2]
  • Rasche Verbesserung der Blutzuckereinstellung: Eine diabetische Augenerkrankung (diabetische Retinopathie) kann sich vorübergehend verschlechtern, nervenbedingte Schmerzen können auftreten, die in der Regel vorübergehend sind, und zu Beginn der Behandlung kann der Körper ungewöhnlich viel Wasser einlagern, mit Schwellungen an Knöcheln und anderen Gelenken, die normalerweise bald abklingen[1, 2]
  • Die Insulinbehandlung kann dazu führen, dass der Körper Antikörper gegen Insulin bildet; laut Packungsbeilage erfordert dies nur sehr selten eine Änderung der Insulindosis[1]
  • Funktionsstörungen von Nieren, Leber, Nebennieren, Hirnanhangdrüse oder Schilddrüse, mehr Bewegung als üblich, eine Änderung der Ernährung, Krankheit (Insulin weiter anwenden) und Reisen über Zeitzonen können den Insulinbedarf beeinflussen, ärztlich beraten lassen[1]
  • Injektionsstelle regelmäßig wechseln; das kann helfen, Verdickungen, Vertiefungen oder Knoten unter der Haut vorzubeugen; vor einem Wechsel aus einem betroffenen Bereich mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen, möglicherweise sind engmaschigere Blutzuckerkontrollen und eine Dosisanpassung nötig[1, 2]
  • Vor jeder Injektion das Insulinetikett prüfen, um Verwechslungen zu vermeiden. Wer blind oder sehbehindert ist und die Dosisanzeige nicht ablesen kann, verwendet den Pen nur mit Hilfe einer Person mit gutem Sehvermögen, die in der Anwendung geschult ist[1, 2]
  • Insulinpumpe: Laut Fachinformation sind dafür die Durchstechflasche oder die PumpCart-Patrone vorgesehen; bei Fehlfunktionen von Pumpe oder Infusionsset kann es schnell zu hohem Blutzucker und Ketose kommen, deshalb muss man in der Injektion geschult sein und eine alternative Insulintherapie bei sich haben[2]
  • Kinder unter 1 Jahr: Anwendung nicht empfohlen; laut Fachinformation gibt es keine klinische Erfahrung bei Kindern unter 2 Jahren[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Alkohol kann den Insulinbedarf verändern, weil der Blutzucker steigen oder sinken kann; messen Sie Ihren Blutzucker dann öfter als gewöhnlich [1]. Ist Ihr Blutzucker zu niedrig, kann Ihre Konzentrations- oder Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein; fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie fahren können, wenn Ihr Blutzucker oft zu niedrig ist oder Sie einen niedrigen Blutzucker schwer erkennen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 5].

Schwangerschaft

Fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat, wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten. Fiasp kann während der Schwangerschaft angewendet werden; die Insulindosis muss möglicherweise in der Schwangerschaft und nach der Entbindung angepasst werden. Der Insulinbedarf sinkt in der Regel in den ersten 3 Monaten und steigt in den restlichen 6 Monaten an; nach der Geburt geht er wahrscheinlich auf die Menge vor der Schwangerschaft zurück. Eine engmaschige Kontrolle des Diabetes ist erforderlich, die Vermeidung von Unterzuckerungen ist insbesondere für die Gesundheit des Babys wichtig.[1]

Laut Fachinformation lassen Daten aus zwei randomisierten kontrollierten Studien mit Insulin aspart (322 und 27 exponierte Schwangerschaften) im Vergleich mit löslichem Humaninsulin nicht auf Nebenwirkungen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Ungeborenen oder Neugeborenen schließen.[2]

Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als hoch: Mehrere Studien, darunter eine randomisierte kontrollierte, zeigten bei etwa 300 im ersten Schwangerschaftsdrittel behandelten Schwangeren keinen Anhalt für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; ein schlecht eingestellter Diabetes ist dagegen mit einem höheren Risiko für Fehlbildungen und Fehlgeburten verbunden. Bei vorbestehendem Diabetes darf eine bestehende Behandlung mit Insulin aspart laut Embryotox fortgesetzt werden, auch eine Neueinstellung in der Schwangerschaft ist möglich; beim Schwangerschaftsdiabetes ist Insulin aspart ebenfalls eine Option.[5]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Es gibt keine Einschränkungen für die Behandlung mit Fiasp während der Stillzeit. Laut Fachinformation stellt die Insulinbehandlung einer stillenden Mutter kein Risiko für das Kind dar; eventuell muss die Dosis angepasst werden.[1, 2]

Laut Embryotox kann Insulin aspart in der Stillzeit uneingeschränkt verwendet werden; bei Einsetzen der Milchproduktion sinkt der Insulinbedarf häufig.[5]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Wenn Sie Alkohol trinken, kann sich Ihr Insulinbedarf ändern, weil der Blutzucker steigen oder sinken kann. Messen Sie Ihren Blutzucker dann öfter als gewöhnlich. Alkohol gehört laut Packungsbeilage zu den möglichen Ursachen sowohl eines zu niedrigen als auch eines zu hohen Blutzuckers.[1]

Autofahren und Maschinen

Ein zu niedriger Blutzucker kann Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit einschränken und damit die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge und Maschinen zu bedienen. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie fahren können, wenn Ihr Blutzucker oft zu niedrig ist oder Sie einen zu niedrigen Blutzucker schwer erkennen. Laut Fachinformation sollte in diesen Fällen überlegt werden, ob das Führen eines Fahrzeugs ratsam ist.[1, 2]

Einnahme

Erwachsene spritzen Fiasp direkt (0 bis 2 Minuten) vor Beginn der Mahlzeit; die Anwendung ist auch bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit möglich. Bei Kindern ebenfalls direkt (0 bis 2 Minuten) vor Beginn der Mahlzeit; bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit ist die Anwendung in Situationen möglich, in denen ungewiss ist, wie das Kind essen wird, dazu die Ärztin oder den Arzt um Rat fragen.[1]

Nur unter die Haut spritzen, am besten in die Bauchdecke oder die Oberarme, nicht in eine Vene oder einen Muskel; jeden Tag die Einstichstelle innerhalb der gewählten Körperregion wechseln. Immer einen Ersatz-Pen, etwas, das Sie als Diabetikerin oder Diabetiker ausweist, und zuckerhaltige Produkte bei sich tragen.[1]

Dosis vergessen: Der Blutzucker kann zu hoch werden. Laut Fachinformation wird bei einer vergessenen Mahlzeitendosis der Blutzucker gemessen, um zu entscheiden, ob eine Insulindosis notwendig ist; bei der nächsten Mahlzeit geht es mit dem gewohnten Schema weiter.[1, 2]

Absetzen

Beenden Sie die Insulinbehandlung nicht, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen: Ein sehr hoher Blutzucker (schwere Hyperglykämie) und eine Ketoazidose, eine möglicherweise lebensbedrohliche Übersäuerung des Blutes, können die Folge sein.[1]

Überdosierung

Zu viel Insulin kann den Blutzucker zu stark senken; dann gelten die Maßnahmen bei Unterzuckerung. Laut Fachinformation werden leichte Unterzuckerungen mit Glucose oder zuckerhaltigen Lebensmitteln behandelt, schwere, bei denen man sich nicht selbst helfen kann, mit Glucagon durch eine geschulte Person oder mit Glucose in die Vene durch eine Ärztin, einen Arzt oder Fachpersonal; nach dem Erwachen empfehlen sich Kohlenhydrate zum Einnehmen, um einen Rückfall zu vermeiden.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt keine feste Dosis: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet mit Ihnen, wie viel Fiasp Sie zu jeder Mahlzeit benötigen und wann Sie den Blutzucker messen [1]. Für Typ-2-Diabetes beschreibt die Packungsbeilage zusätzlich, wie die Dosis an die Blutzuckerwerte des Vortags angepasst wird [1]. Die Fachinformation ergänzt Hinweise zur Umstellung, zu älteren Menschen und zu Kindern [2]. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung [1, 2].

Anwendung und Absetzen

Erwachsene spritzen Fiasp direkt, also 0 bis 2 Minuten, vor Beginn der Mahlzeit; die Anwendung ist auch bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit möglich [1]. Bei Kindern ist die spätere Gabe für Situationen vorgesehen, in denen ungewiss ist, wie das Kind essen wird; fragen Sie dafür Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Fiasp ist nur zur Injektion unter die Haut bestimmt, am besten in die Bauchdecke oder die Oberarme, nicht in eine Vene oder einen Muskel [1]. Vor der ersten Anwendung zeigt Ihnen Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder das medizinische Fachpersonal die korrekte Anwendung des Pens [1].

Vor dem ersten Gebrauch lagern Sie den Pen im Kühlschrank bei 2 °C bis 8 °C, nicht eingefroren und fern vom Kühlaggregat [1]. Nach dem ersten Öffnen oder als Ersatz können Sie ihn bei Raumtemperatur bis 30 °C oder im Kühlschrank bis zu 4 Wochen aufbewahren; lassen Sie die Kappe aufgesetzt, um den Inhalt vor Licht zu schützen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente im Kühlschrank.

Beenden Sie die Insulinbehandlung nicht, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen: Ein sehr hoher Blutzucker und eine Ketoazidose, eine möglicherweise lebensbedrohliche Übersäuerung des Blutes, können die Folge sein [1]. Haben Sie eine Dosis zu einer Mahlzeit vergessen, messen Sie laut Fachinformation Ihren Blutzucker, um zu entscheiden, ob eine Insulindosis nötig ist; bei der nächsten Mahlzeit kehren Sie zum gewohnten Schema zurück [2].

Präparate mit Insulin aspart

Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Fiasp mit der Packungsbeilage des Fiasp FlexTouch und der Fachinformation; Angaben zu NovoRapid stammen aus dessen Fachinformation [1, 2, 3]. Zulassungsinhaber beider Präparate ist Novo Nordisk A/S [2, 3]. Embryotox nennt NovoRapid und Fiasp als Produktnamen [5]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage des Präparats, das Ihnen verordnet wurde.

Präparate mit Insulin aspart
PräparatAnbieterHinweis
FiaspNovo Nordisk A/S100 Einheiten/ml als FlexTouch-Fertigpen, Penfill-Patrone, PumpCart-Patrone (für Insulinpumpen) und Durchstechflasche; enthält zusätzlich Nicotinamid (Vitamin B3); Grundlage dieser Seite
NovoRapidNovo Nordisk A/S100 Einheiten/ml als Durchstechflasche, Penfill- und PumpCart-Patrone, FlexPen, InnoLet und FlexTouch

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Fiasp (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Fiasp 100 Einheiten/ml FlexTouch Injektionslösung im Fertigpen. Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2021. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Fiasp (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2021. abgerufen am 11.10.2026
  3. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation NovoRapid (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 05/2025. abgerufen am 11.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Insulin aspart. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  5. Embryotox Embryotox: Insulin aspart. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Fiasp und NovoRapid?

Beide enthalten Insulin aspart. Fiasp enthält zusätzlich Nicotinamid (Vitamin B3), wodurch das Insulin anfangs schneller aufgenommen wird als bei NovoRapid; laut Fachinformation setzte die Wirkung 5 Minuten früher ein. Ein Wechsel zwischen den Präparaten erfolgt nur nach ärztlicher Anweisung und unter engmaschiger Blutzuckerkontrolle.

Wann spritzt man Fiasp?

Laut Packungsbeilage direkt, also 0 bis 2 Minuten, vor Beginn der Mahlzeit; die Anwendung ist auch bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit möglich. Bei Kindern ist die spätere Gabe für Situationen vorgesehen, in denen ungewiss ist, wie das Kind essen wird. Fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Welche Nebenwirkungen hat Insulin aspart am häufigsten?

Sehr häufig, bei mehr als 1 von 10 Behandelten, ist eine Unterzuckerung; nach einer Fiasp-Injektion kann sie früher auftreten als bei anderen Mahlzeiteninsulinen. Häufig, bei bis zu 1 von 10, sind Reaktionen an der Injektionsstelle und allergische Hautreaktionen wie Ekzem, Ausschlag, Juckreiz oder Nesselsucht.

Was soll ich bei einer Unterzuckerung tun?

Wenn Sie bei Bewusstsein sind, behandeln Sie sie laut Packungsbeilage sofort mit 15 bis 20 g schnell wirkender Kohlenhydrate, etwa Traubenzucker oder Fruchtsaft. Empfohlen wird, den Blutzucker nach 15 bis 20 Minuten erneut zu messen und sich nochmals zu behandeln, wenn er noch unter 4 mmol/l liegt. Bei Bewusstlosigkeit müssen andere Sie in die stabile Seitenlage bringen und sofort ärztliche Hilfe holen.

Kann Fiasp in einer Insulinpumpe verwendet werden?

Laut Fachinformation sind dafür die Durchstechflasche und die PumpCart-Patrone vorgesehen, nicht der FlexTouch-Fertigpen. Bei einer Störung von Pumpe oder Infusionsset kann es schnell zu hohem Blutzucker und Ketose kommen; deshalb müssen Sie in der Injektion geschult sein und eine alternative Insulintherapie bei sich haben.

Darf ich Insulin aspart in der Schwangerschaft anwenden?

Fiasp kann laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft angewendet werden; die Dosis muss möglicherweise angepasst werden. Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang mit Insulin aspart als hoch, sieht keinen Anhalt für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko und nennt Insulin aspart auch beim Schwangerschaftsdiabetes als Option. In der Stillzeit gibt es keine Einschränkungen.

Wie hoch ist die Dosis von Fiasp?

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt legt mit Ihnen fest, wie viel Insulin Sie zu jeder Mahlzeit benötigen und wann Sie den Blutzucker messen. Die Angaben der Packungsbeilage und Fachinformation finden Sie im Abschnitt Dosierung. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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