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Insulin degludec (Tresiba): Nebenwirkungen und Wirkung
Insulin degludec ist ein verschreibungspflichtiges, lang wirkendes Basalinsulin zur Behandlung von Diabetes mellitus ab 1 Jahr, das einmal täglich gespritzt wird. Laut Fachinformation wirkt es über 42 Stunden. Sehr häufig ist eine Unterzuckerung; weil die Wirkung lange anhält, kann sich die Erholung davon verzögern.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Niedriger Blutzucker (Unterzuckerung, Hypoglykämie); bei zu starkem Abfall ist Bewusstlosigkeit möglich, schwere Unterzuckerungen können Hirnschäden verursachen und lebensbedrohlich sein[1, 2]
- Häufig: Örtliche Reaktionen an der Injektionsstelle, unter anderem Schmerz, Rötung, Nesselsucht, Schwellung und Juckreiz; sie verschwinden normalerweise nach einigen Tagen. Laut Fachinformation auch Blutergüsse, Blutungen, Knötchen, Verfärbungen, Wärme und Ablagerungen an der Injektionsstelle[1, 2]
Wofür wird Insulin degludec eingesetzt?
Insulin degludec ist ein verschreibungspflichtiges, lang wirkendes Basalinsulin zur Behandlung von Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 1 Jahr [1, 3]. Bei Typ-1-Diabetes wird Tresiba immer zusammen mit einem schnell wirkenden Mahlzeiteninsulin angewendet [1]. Bei Typ-2-Diabetes kann es zusammen mit Tabletten gegen Diabetes oder spritzbaren Diabetesmitteln, die kein Insulin sind, angewendet werden [1]; laut Fachinformation auch allein oder zusammen mit Bolusinsulin [2]. Hintergründe lesen Sie unter Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2, einen Überblick über die Wirkstoffgruppe unter Insuline.
Diese Seite beruht auf der EMA-Produktinformation von Tresiba [1, 2]. Tresiba gibt es mit 100 Einheiten je ml als FlexTouch- und FlexPen-Fertigpen sowie als Penfill-Patrone und mit 200 Einheiten je ml als FlexTouch [2]. Bei beiden Stärken wird die benötigte Dosis in Einheiten eingestellt; die Dosisschritte unterscheiden sich jedoch [2]. Bei einem Wechsel der Insulinart, -marke oder des Herstellers muss die Dosis möglicherweise verändert werden; sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Laut Fachinformation muss die Umstellung unter medizinischer Überwachung erfolgen [2].
Wie wirkt Insulin degludec?
Insulin degludec bindet an den menschlichen Insulinrezeptor und wirkt wie Humaninsulin: Es verstärkt die Aufnahme von Glucose in Muskel- und Fettzellen und hemmt gleichzeitig die Freisetzung von Glucose aus der Leber [2]. Nach der Injektion unter die Haut bildet es laut Fachinformation lösliche Multihexamere; aus diesem Depot gelangt es langsam und gleichmäßig in den Blutkreislauf [2].
Die Wirkdauer liegt im therapeutischen Dosisbereich über 42 Stunden; ein gleichbleibender Zustand (Steady State) wird nach 2 bis 3 Tagen erreicht [2]. Die blutzuckersenkende Gesamtwirkung von Tresiba 100 Einheiten je ml und 200 Einheiten je ml ist nach gleicher Dosis vergleichbar [2]. Weil die Wirkung lange anhält, können Sie den Injektionszeitpunkt verschieben, wenn Sie Ihren gewohnten Zeitplan einmal nicht einhalten können [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von Tresiba eine Häufigkeit angeben [1, 2]. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Unterzuckerungen können bei einer Insulinbehandlung sehr häufig auftreten und sehr schwerwiegend sein [1]. Wie bei anderen Basalinsulinen kann die länger anhaltende Wirkung von Tresiba die Erholung von einer Unterzuckerung verzögern [1, 2]. Reaktionen an der Injektionsstelle sind laut Fachinformation in der Regel leicht und vorübergehend und verschwinden normalerweise im Laufe der Behandlung [2]. Mehr dazu unter Blutzucker als Nebenwirkung und Wassereinlagerungen.
Eine rasche Verbesserung der Blutzuckereinstellung kann eine diabetische Augenerkrankung vorübergehend verschlechtern; laut Fachinformation mindert eine langfristig verbesserte Einstellung dagegen das Risiko, dass sie fortschreitet [1, 2]. Bemerken Sie Probleme mit Ihren Augen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Blutzucker (Unterzuckerung, Hypoglykämie); bei zu starkem Abfall ist Bewusstlosigkeit möglich, schwere Unterzuckerungen können Hirnschäden verursachen und lebensbedrohlich sein[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenÖrtliche Reaktionen an der Injektionsstelle, unter anderem Schmerz, Rötung, Nesselsucht, Schwellung und Juckreiz; sie verschwinden normalerweise nach einigen Tagen. Laut Fachinformation auch Blutergüsse, Blutungen, Knötchen, Verfärbungen, Wärme und Ablagerungen an der Injektionsstelle[1, 2]Mehr dazu: JuckreizNesselsucht
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- HautSchrumpfen (Lipoatrophie) oder Verdickung (Lipohypertrophie) des Fettgewebes, wenn Insulin in dieselbe Stelle gespritzt wird (Lipodystrophie)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenSchwellungen an Knöcheln und anderen Gelenken, weil der Körper zu Beginn der Anwendung möglicherweise ungewöhnlich viel Wasser einlagert (laut Fachinformation peripheres Ödem); normalerweise klingen sie bald ab[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeit) wie Nesselsucht, Schwellungen von Zunge und Lippen, Durchfall, Übelkeit, Müdigkeit und Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenJuckreizDurchfallÜbelkeitMüdigkeit
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion auf das Insulin oder einen der sonstigen Bestandteile; Anzeichen: örtliche Reaktionen breiten sich auf andere Körperteile aus, plötzliches Unwohlsein mit Schwitzen, Erbrechen, Atembeschwerden, Herzrasen oder Schwindel[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenVermehrtes SchwitzenErbrechenAtemnotHerzrasenSchwindel
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Zu niedriger Blutzucker kann auftreten, wenn Sie Alkohol trinken, zu viel Insulin spritzen, sich mehr als sonst körperlich anstrengen, zu wenig essen oder eine Mahlzeit auslassen [1]. Sagen Sie allen Menschen in Ihrem Umfeld, dass Sie Diabetes haben, und erklären Sie ihnen, was bei einer Unterzuckerung passieren kann [1]. Eine anhaltende schwere Unterzuckerung kann unbehandelt vorübergehende oder dauerhafte Hirnschäden verursachen oder sogar zum Tod führen [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Nach einer Unterzuckerung: Messen Sie Ihren Blutzucker falls möglich und ruhen Sie sich aus; möglicherweise müssen Sie mehrmals messen, weil sich die Erholung bei Basalinsulinen verzögern kann [1]. Hatten Sie eine Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit, wurde Glucagon angewendet oder hatten Sie in letzter Zeit öfter einen zu niedrigen Blutzucker, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; möglicherweise müssen Dosierung, Zeitpunkt der Injektionen, Ernährung oder Bewegung angepasst werden [1].
Ernährung und Bewegung: Möchten Sie Ihre bisherige Ernährung umstellen, besprechen Sie das zunächst mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder dem medizinischen Fachpersonal [1]. Laut Fachinformation können das Auslassen einer Mahlzeit oder ungeplante anstrengende körperliche Aktivität zu einer Unterzuckerung führen; bei Kindern sollte die Insulindosis mit Nahrungsaufnahme und körperlicher Aktivität abgestimmt sein [2].
Einstichstellen: Wechseln Sie die Injektionsstelle jeden Tag; das kann helfen, Verdickungen, Vertiefungen oder Knoten unter der Haut vorzubeugen [1]. Spritzen Sie derzeit in einen betroffenen Bereich, sprechen Sie vor einem Wechsel mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; möglicherweise müssen Sie den Blutzucker engmaschiger überwachen [1].
Reaktionen an der Injektionsstelle: Schmerz, Rötung, Nesselsucht, Schwellung oder Juckreiz verschwinden normalerweise nach einigen Tagen [1]. Sind sie nach einigen Wochen nicht verschwunden, suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf; bei schwerwiegenden Reaktionen brechen Sie die Behandlung ab und holen sofort ärztliche Hilfe [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden: Einige wirken sich auf den Blutzucker aus, sodass die Insulindosis angepasst werden muss [1]. Betablocker können das Erkennen der Warnzeichen eines zu niedrigen Blutzuckers erschweren [1]. Wird Insulin mit Pioglitazon kombiniert, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt sofort, wenn Anzeichen einer Herzschwäche auftreten; mehr dazu unter Herzschwäche als Nebenwirkung [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Arzneimittel gegen Diabetes (zum Einnehmen und zur Injektion; laut Fachinformation auch GLP-1-Rezeptoragonisten), Sulfonamide, anabole Steroide (z. B. Testosteron), Betablocker, Acetylsalicylsäure und andere Salicylate, MAO-Hemmer (gegen Depressionen), ACE-Hemmer | Blutzucker kann sinken (Unterzuckerung)[1, 2] | Die Insulindosis muss gegebenenfalls angepasst werden, ärztlich besprechen |
| Danazol, orale Verhütungsmittel (Pille), Schilddrüsenhormone, Wachstumshormon, Glucocorticoide ("Cortison"), Sympathomimetika (z. B. Epinephrin, Salbutamol, Terbutalin), Thiazide | Blutzucker kann steigen (Überzuckerung)[1, 2] | Die Insulindosis muss gegebenenfalls angepasst werden, ärztlich besprechen |
| Octreotid und Lanreotid | Blutzucker kann steigen oder sinken[1, 2] | Ärztlich besprechen |
| Betablocker | Können das Erkennen der Warnzeichen eines zu niedrigen Blutzuckers erschweren[1, 2] | Ärztlich besprechen |
| Pioglitazon (Tabletten gegen Typ-2-Diabetes) | Einige Patientinnen und Patienten mit lange bestehendem Typ-2-Diabetes und Herzerkrankung oder Schlaganfall entwickelten unter Pioglitazon und Insulin eine Herzschwäche[1, 2] | Anzeichen wie ungewöhnliche Kurzatmigkeit, schnelle Gewichtszunahme oder Schwellungen sofort ärztlich mitteilen |
| Alkohol | Der Insulinbedarf kann sich verändern, der Blutzucker kann steigen oder sinken[1, 2] | Blutzucker öfter als gewöhnlich messen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Insulin degludec nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Tresiba dürfen Sie nicht anwenden, wenn Sie allergisch gegen Insulin degludec oder einen der sonstigen Bestandteile sind [1, 2]. Es darf nicht in Insulininfusionspumpen verwendet und nicht in eine Vene oder einen Muskel gespritzt werden; laut Fachinformation kann die Gabe in die Vene zu schweren Unterzuckerungen führen [1, 2]. Bei Kindern unter 1 Jahr liegen keine Erfahrungen vor [1]. Wenn Sie blind oder sehbehindert sind und die Dosisanzeige nicht ablesen können, verwenden Sie den Pen nur mit Hilfe einer geschulten Person mit gutem Sehvermögen [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Insulin degludec oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Anwendung in Insulininfusionspumpen[1, 2]
- Injektion in eine Vene oder einen Muskel; laut Fachinformation kann die Gabe in die Vene zu schweren Unterzuckerungen führen[1, 2]
- Beschädigter oder nicht korrekt aufbewahrter Pen und Insulin, das nicht klar und farblos aussieht[1]
Besondere Vorsicht bei
- Umstellung von einer anderen Insulinart, -marke oder einem anderen Hersteller: Die Insulindosis muss möglicherweise verändert werden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation muss die Umstellung unter medizinischer Überwachung erfolgen[1, 2]
- Rasche Verbesserung der Blutzuckereinstellung kann eine diabetische Augenerkrankung (diabetische Retinopathie) vorübergehend verschlechtern; bemerken Sie Probleme mit den Augen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1, 2]
- Tresiba gibt es in zwei Stärken: Vor jeder Injektion das Etikett prüfen, um Verwechslungen der Stärken oder mit anderen Insulinen zu vermeiden. Die Dosisanzeige zeigt immer die Anzahl der Einheiten an; nehmen Sie keine Neuberechnung der Dosis vor[1, 2]
- Die Lösung nie mit einer Spritze aus dem Pen aufziehen, so werden Dosierungsfehler und eine mögliche Überdosierung vermieden. Für jede Injektion eine neue Nadel verwenden; wiederverwendete Nadeln können verstopfen und zu einer ungenauen Dosierung führen[1, 2]
- Wer blind oder sehbehindert ist und die Dosisanzeige nicht ablesen kann, verwendet den Pen nur mit Hilfe einer Person mit gutem Sehvermögen, die in der Anwendung geschult ist[1, 2]
- Laut Fachinformation erhöhen Begleiterkrankungen, insbesondere Infektionen und Fieber, in der Regel den Insulinbedarf; Erkrankungen von Nieren, Leber, Nebennieren, Hirnanhang- oder Schilddrüse können eine Dosisanpassung erfordern. Das Auslassen einer Mahlzeit oder ungeplante anstrengende körperliche Aktivität kann zu einer Unterzuckerung führen[2]
- Laut Fachinformation kann die länger anhaltende Wirkung von Tresiba die Erholung von einer Unterzuckerung verzögern; in Situationen mit schwerer Überzuckerung wird schnell wirkendes Insulin empfohlen[2]
- Laut Fachinformation können sich die Warnzeichen einer Unterzuckerung bei deutlich verbesserter Blutzuckereinstellung verändern; bei lange bestehendem Diabetes verschwinden die üblichen Warnzeichen möglicherweise[2]
- Injektionsstelle regelmäßig wechseln; das kann helfen, Verdickungen, Vertiefungen oder Knoten unter der Haut vorzubeugen. Vor einem Wechsel aus einem betroffenen Bereich mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen, möglicherweise sind engmaschigere Blutzuckerkontrollen und eine Dosisanpassung nötig[1, 2]
- Kinder: Es liegen keine Erfahrungen bei Kindern unter 1 Jahr vor. Laut Fachinformation sollte bei Kindern darauf geachtet werden, dass die Insulindosis mit Nahrungsaufnahme und körperlicher Aktivität abgestimmt ist[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Alkohol kann den Insulinbedarf verändern, weil der Blutzucker steigen oder sinken kann; messen Sie Ihren Blutzucker dann öfter als gewöhnlich [1]. Ein zu niedriger oder zu hoher Blutzucker kann Konzentration und Reaktionsfähigkeit einschränken; fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie fahren können, wenn Ihr Blutzucker oft zu niedrig ist oder Sie einen niedrigen Blutzucker schwer erkennen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 4].
Schwangerschaft
Fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat, wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten. Die Insulindosis muss möglicherweise während der Schwangerschaft und nach der Entbindung angepasst werden; eine engmaschige Kontrolle des Diabetes und die Vorbeugung von Unterzuckerungen sind besonders für die Gesundheit des Babys wichtig.[1]
Laut Fachinformation weisen eine moderate Menge an Studiendaten und Daten nach der Markteinführung (mehr als 400 Schwangerschaftsausgänge) nicht auf Fehlbildungen oder eine schädigende Wirkung auf Ungeborene oder Neugeborene hin; falls klinisch notwendig, kann eine Behandlung mit Tresiba in der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden. Der Insulinbedarf nimmt im ersten Schwangerschaftsdrittel gewöhnlich ab, steigt im zweiten und dritten wieder an und kehrt nach der Entbindung gewöhnlich schnell auf das Niveau vor der Schwangerschaft zurück.[2]
Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als mittel: In einer 2023 veröffentlichten randomisierten Studie mit 111 Schwangeren mit Typ-1-Diabetes war Insulin degludec Insulin detemir nicht unterlegen; weder dort noch in kleineren Untersuchungen ergaben sich Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Ob die Behandlung bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft fortgeführt wird, ist laut Embryotox eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung; bei einer Neueinstellung sollten möglichst besser untersuchte lang wirksame Insuline bevorzugt werden. Humaninsuline sowie Insulin detemir und Insulin glargin sind laut Embryotox in der Schwangerschaft besser untersucht. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Fragen Sie in der Stillzeit Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Laut Fachinformation liegen keine klinischen Erfahrungen mit Tresiba in der Stillzeit vor; ob Insulin degludec beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt, Auswirkungen auf den Stoffwechsel des gestillten Kindes werden nicht erwartet.[1, 2]
Laut Embryotox kann Insulin degludec in der Stillzeit eingesetzt werden; bei Einsetzen der Milchproduktion sinkt der Insulinbedarf häufig.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Wenn Sie Alkohol trinken, kann sich Ihr Insulinbedarf verändern, weil der Blutzucker steigen oder sinken kann. Messen Sie Ihren Blutzucker dann öfter als gewöhnlich. Alkohol gehört laut Packungsbeilage zu den möglichen Ursachen sowohl eines zu niedrigen als auch eines zu hohen Blutzuckers.[1]
Autofahren und Maschinen
Ein zu niedriger oder zu hoher Blutzucker kann Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit einschränken und damit die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge und Maschinen zu bedienen. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie fahren können, wenn Ihr Blutzucker oft zu niedrig ist oder Sie einen zu niedrigen Blutzucker schwer erkennen. Laut Fachinformation hat Tresiba selbst keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit.[1, 2]
Einnahme
Tresiba wird einmal am Tag gespritzt, vorzugsweise jeden Tag zur gleichen Tageszeit. Ist das einmal nicht möglich, kann es zu einem anderen Zeitpunkt des Tages angewendet werden; zwischen zwei Injektionen müssen aber mindestens 8 Stunden liegen. Für Kinder und Jugendliche liegen keine Erfahrungen mit einem flexiblen Zeitpunkt vor.[1]
Unter die Haut spritzen, am besten in Oberschenkel, Oberarme oder Bauchdecke, nicht in eine Vene oder einen Muskel; jeden Tag die Einstichstelle wechseln. Für jede Injektion eine neue Nadel verwenden und die Lösung nie mit einer Spritze aus dem Pen aufziehen.[1]
Dosis vergessen: Spritzen Sie die vergessene Dosis, sobald Sie es bemerken, mit mindestens 8 Stunden Abstand zwischen zwei Dosen. Ist es bereits Zeit für die nächste reguläre Dosis, spritzen Sie nicht die doppelte Menge, sondern kehren zu Ihrem einmal täglichen Zeitplan zurück.[1]
Absetzen
Beenden Sie die Insulinbehandlung nicht, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen: Ein sehr hoher Blutzucker und eine Ketoazidose, eine Übersäuerung des Blutes, können die Folge sein.[1]
Überdosierung
Zu viel Insulin kann den Blutzucker zu stark senken; dann gelten die Maßnahmen bei Unterzuckerung. Laut Fachinformation können leichte Unterzuckerungen mit Glucose oder zuckerhaltigen Lebensmitteln behandelt werden, schwere, bei denen man sich nicht selbst helfen kann, mit Glucagon oder mit Glucose in die Vene durch eine Ärztin oder einen Arzt; nach dem Erwachen empfehlen sich Kohlenhydrate zum Einnehmen, um einen Rückfall zu vermeiden.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt keine feste Dosis: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet mit Ihnen, wie viel Tresiba Sie täglich benötigen, und kann die Dosis anhand Ihres Blutzuckers anpassen [1]. Die Fachinformation nennt zusätzlich eine Anfangsdosis bei Typ-2-Diabetes und Regeln für die Umstellung und die Kombination mit GLP-1-Rezeptoragonisten [2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung [1, 2].
Anwendung und Absetzen
Tresiba wird einmal am Tag unter die Haut gespritzt, vorzugsweise jeden Tag zur gleichen Tageszeit, am besten in Oberschenkel, Oberarme oder Bauchdecke [1]. Ist der gewohnte Zeitpunkt einmal nicht möglich, kann es zu einer anderen Tageszeit angewendet werden; zwischen zwei Injektionen müssen aber mindestens 8 Stunden liegen [1]. Verwenden Sie für jede Injektion eine neue Nadel, denn wiederverwendete Nadeln können verstopfen und zu einer ungenauen Dosierung führen; ziehen Sie die Lösung nie mit einer Spritze aus dem Pen auf [1].
Prüfen Sie vor jeder Injektion Bezeichnung und Stärke auf dem Etikett [1]. Laut Packungsbeilage sind Packung und Etikett von Tresiba 100 Einheiten je ml hellgrün, die von Tresiba 200 Einheiten je ml dunkelgrün mit Streifen und einem roten Feld, das die Stärke hervorhebt [1]. Die Dosisanzeige zeigt die Anzahl der Einheiten an, die gespritzt werden; nehmen Sie keine Neuberechnung der Dosis vor [1].
Vor dem ersten Gebrauch lagern Sie den Pen im Kühlschrank bei 2 °C bis 8 °C, nicht eingefroren und fern vom Kühlaggregat [1]. Nach dem ersten Öffnen oder als Ersatz können Sie ihn bei Raumtemperatur bis 30 °C oder im Kühlschrank bis zu 8 Wochen aufbewahren, mit aufgesetzter Kappe zum Schutz vor Licht [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente im Kühlschrank. Beenden Sie die Insulinbehandlung nicht, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen: Ein sehr hoher Blutzucker und eine Ketoazidose können die Folge sein [1].
Präparate mit Insulin degludec
Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Tresiba mit der Packungsbeilage des Tresiba 100 Einheiten/ml FlexTouch und der Fachinformation [1, 2]. Zulassungsinhaber ist Novo Nordisk A/S [2]. Embryotox nennt Tresiba als Produktnamen [4]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage des Präparats, das Ihnen verordnet wurde.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Tresiba | Novo Nordisk A/S | 100 Einheiten/ml (FlexTouch, FlexPen, Penfill-Patrone) und 200 Einheiten/ml (FlexTouch); Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Tresiba (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Tresiba 100 Einheiten/ml FlexTouch Injektionslösung im Fertigpen. Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 06/2025. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Tresiba (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) 100 Einheiten/ml und 200 Einheiten/ml. Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 06/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Insulin degludec. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Insulin degludec. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie lange wirkt Tresiba?
Laut Fachinformation liegt die Wirkdauer von Tresiba im therapeutischen Dosisbereich über 42 Stunden; ein gleichbleibender Zustand stellt sich nach 2 bis 3 Tagen ein. Tresiba wird trotzdem einmal täglich angewendet, vorzugsweise jeden Tag zur gleichen Tageszeit.
Kann ich die Tresiba-Spritze zu einer anderen Uhrzeit setzen?
Laut Packungsbeilage kann Tresiba, wenn der gewohnte Zeitpunkt einmal nicht möglich ist, zu einer anderen Tageszeit angewendet werden; zwischen zwei Injektionen müssen aber mindestens 8 Stunden liegen. Für Kinder und Jugendliche liegen keine Erfahrungen mit einem flexiblen Zeitpunkt vor.
Was tun, wenn ich Tresiba vergessen habe?
Spritzen Sie die vergessene Dosis, sobald Sie es bemerken, wobei zwischen zwei Dosen mindestens 8 Stunden liegen müssen. Ist es bereits Zeit für die nächste reguläre Dosis, spritzen Sie nicht die doppelte Menge, sondern kehren zu Ihrem einmal täglichen Zeitplan zurück.
Welche Nebenwirkungen hat Insulin degludec?
Sehr häufig, bei mehr als 1 von 10 Behandelten, ist eine Unterzuckerung. Häufig, bei bis zu 1 von 10, sind Reaktionen an der Injektionsstelle; gelegentlich Veränderungen des Fettgewebes an der Einstichstelle und Schwellungen an den Gelenken zu Beginn der Behandlung; selten allergische Reaktionen. Alle Angaben finden Sie im Abschnitt Nebenwirkungen.
Was ist der Unterschied zwischen Tresiba 100 und 200 Einheiten/ml?
Beide Stärken enthalten Insulin degludec. Die Dosisanzeige zeigt immer die Anzahl der Einheiten, und Sie nehmen keine Neuberechnung der Dosis vor. Die Dosisschritte der beiden Stärken unterscheiden sich; die Angaben dazu finden Sie im Abschnitt Dosierung. Prüfen Sie vor jeder Injektion das Etikett, um die Stärken nicht zu verwechseln, und ziehen Sie die Lösung nie mit einer Spritze aus dem Pen auf.
Warum kann sich die Erholung von einer Unterzuckerung unter Tresiba verzögern?
Laut Packungsbeilage kann sich wie bei allen Basalinsulinen die Erholung von einer Unterzuckerung verzögern; die Fachinformation nennt dafür die länger anhaltende Wirkung von Tresiba. Deshalb kann es nötig sein, den Blutzucker nach der Behandlung mit Traubenzucker mehrmals zu messen.
Darf ich Tresiba in der Schwangerschaft anwenden?
Laut Fachinformation kann eine Behandlung mit Tresiba in der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden, falls klinisch notwendig; Daten aus mehr als 400 Schwangerschaften weisen nicht auf Fehlbildungen hin. Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als mittel und nennt Humaninsuline, Insulin detemir und Insulin glargin als besser untersucht. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Planen Sie eine Schwangerschaft, besprechen Sie das frühzeitig mit ihr oder ihm.
Wie hoch ist die Dosis von Tresiba?
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet mit Ihnen, wie viel Tresiba Sie täglich benötigen, und kann die Dosis anhand Ihres Blutzuckers anpassen. Die Angaben der Packungsbeilage und Fachinformation finden Sie im Abschnitt Dosierung. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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