ImpfungenImpfung

HPV-Impfung: Nebenwirkungen und Reaktionen

Sehr häufig nennen die Fachinformationen bei Cervarix Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit und Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Rötung und Schwellung, bei Gardasil 9 Kopfschmerzen sowie Schmerzen, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle. Besonders bei Jugendlichen kann es laut beiden Fachinformationen nach oder sogar vor der Impfung zu einer Ohnmacht kommen; laut Fachinformation von Gardasil 9 sollten Geimpfte nach der Impfung für ungefähr 15 Minuten beobachtet werden. Bei Zeichen einer allergischen Reaktion wie Atem- oder Schluckbeschwerden oder einer Schwellung von Augen und Gesicht heißt es in der Packungsbeilage von Cervarix: "Informieren Sie sofort einen Arzt". Einen Verdacht auf eine Nebenwirkung können Sie über das Impfstoff-Meldeformular auf nebenwirkungen.bund.de melden.

Frau Ende zwanzig mit kurzem braunem Haar und senfgelbem Pullover sitzt mit hochgekrempeltem Ärmel und kleinem runden Pflaster am Oberarm in einem hellen Wartezimmer
Bild: KI-generiert

Nach der Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) mit Cervarix sind laut Fachinformation Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit und Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Rötung und Schwellung sehr häufig [1]; bei Gardasil 9 sind es Kopfschmerzen sowie Schmerzen, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle [3]. Besonders bei Jugendlichen kann es nach oder sogar vor der Impfung zu einer Ohnmacht kommen; laut Fachinformation von Gardasil 9 sollten Geimpfte deshalb nach der Impfung für ungefähr 15 Minuten beobachtet werden [1, 3]. Bei Zeichen einer allergischen Reaktion verlangt die Packungsbeilage von Cervarix, sofort einen Arzt zu informieren [2]. Gardasil 9 ist laut Fachinformation auch gegen Genitalwarzen angezeigt; mehr dazu auf der Seite Warzen [3]. Alle Impfungen im Überblick finden Sie unter Impfungen.

Was die Impfung ist und wem die STIKO sie empfiehlt

Cervarix und Gardasil 9 sind adjuvantierte, nicht infektiöse, rekombinante Impfstoffe aus virusähnlichen Partikeln des HPV-Hauptkapsidproteins L1; diese Partikel können laut Fachinformation keine Zellen infizieren, sich nicht vermehren und keine Erkrankungen hervorrufen [1, 3]. Cervarix enthält die HPV-Typen 16 und 18 [1], Gardasil 9 die Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58 [3]. Laut Fachinformation ist Cervarix ab einem Alter von 9 Jahren zur Prävention von Krebsvorstufen an Gebärmutterhals, Vulva, Scheide und Anus sowie von Gebärmutterhals- und Analkrebs bestimmt, die durch bestimmte HPV-Typen verursacht werden [1]. Gardasil 9 ist ab 9 Jahren zur Immunisierung gegen Krebsvorstufen und Krebs an Gebärmutterhals, Vulva, Scheide und Anus, die durch die Impfstoff-HPV-Typen verursacht werden, und gegen Genitalwarzen durch bestimmte HPV-Typen angezeigt [3]. Beide sind laut Fachinformation nur zur Vorbeugung bestimmt und haben keinen Effekt auf aktive HPV-Infektionen oder bestehende Erkrankungen [1, 3].

Die STIKO führt die HPV-Impfung im Impfkalender 2026 als Standardimpfung (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026, Tabelle 1) und schreibt: "Zur Reduktion der Krankheitslast durch humane Papillomviren(HPV-)assoziierte Tumore ist eine generelle Impfung gegen HPV für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Spätestens bis zum Alter von 17 Jahren sollen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden." [5] An anderer Stelle heißt es, die Impfung "kann bis einen Tag vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden" [5].

Impfstoffe in Deutschland

Berücksichtigt sind die beiden HPV-Impfstoffe, die die STIKO in ihrer Tabelle der Handelsnamen nennt [5]. In der Liste der HPV-Impfstoffe des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) stehen sie ohne Vermerk, dass sie nicht vermarktet werden [6]. Der Vierfach-Impfstoff Gardasil (HPV-Typen 6, 11, 16, 18) ist laut PEI-Liste ebenfalls zugelassen, in der Tabelle der STIKO aber nicht genannt [5, 6].

Berücksichtigte Impfstoffe (Auswahl ohne Wertung, Stand Oktober 2026)
ImpfstoffArtzugelassen ab (Fachinformation 4.1)ZulassungsinhaberGrundlage
CervarixHPV-Impfstoff gegen die Typen 16 und 18 (rekombinant, adjuvantiert, adsorbiert)ab 9 JahrenGlaxoSmithKline Biologicals S.A., Belgien (EU-Zulassung EU/1/07/419)Fachinformation und Packungsbeilage der EMA, aktualisiert 09.07.2026 [1, 2]
Gardasil 99-valenter HPV-Impfstoff (rekombinant, adsorbiert)ab 9 JahrenMerck Sharp & Dohme B.V., Niederlande (EU-Zulassung EU/1/15/1007)Fachinformation und Packungsbeilage der EMA, aktualisiert 08.09.2026 [3, 4]

Maßgeblich ist die Packungsbeilage des Impfstoffs, mit dem Sie oder Ihr Kind geimpft werden.

Impfreaktion oder Nebenwirkung?

Übliche Impfreaktionen beschreibt die STIKO als vorübergehende Lokal- und Allgemeinreaktionen, "die als Ausdruck der Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff anzusehen sind" [5]. Dazu zählt sie für 1 bis 3 Tage (gelegentlich länger) Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Einstichstelle und für 1 bis 3 Tage Fieber unter 39,5 °C (bei rektaler Messung), Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Übelkeit, Unruhe und eine Schwellung der Lymphknoten in der Umgebung [5]. Bei Cervarix waren Schmerzen an der Einstichstelle laut Fachinformation die häufigste Nebenwirkung; die meisten dieser Reaktionen waren mild oder mäßig und nicht langanhaltend [1]. Bei Gardasil 9 waren Reaktionen an der Einstichstelle innerhalb von 5 Tagen und Kopfschmerz innerhalb von 15 Tagen nach der Impfung die häufigsten Nebenwirkungen, in der Regel leicht oder mittelschwer ausgeprägt [3].

"Alle anderen Impfreaktionen sollen gemeldet werden", schreibt die STIKO [5]. Namentlich zu melden ist nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz der Verdacht "einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung" [9]; diese Meldung an das Gesundheitsamt gehört laut STIKO zu den ärztlichen Aufgaben [5]. Einen Impfschaden beschreibt die STIKO als "eine nicht vorübergehende, bereits seit mindestens 6 Monaten bestehende gesundheitliche Schädigung, die über das übliche Ausmaß einer Reaktion auf eine Schutzimpfung hinausgeht und für die ein kausaler Zusammenhang zur Impfung oder spezifischen Prophylaxe erwiesen oder wahrscheinlich ist" und verweist auf §§ 4, 5 und 24 SGB XIV [5, 10].

Nebenwirkungen laut Fachinformation

Jede Tabelle enthält alle Nebenwirkungen, für die die Fachinformation des jeweiligen Impfstoffs eine Häufigkeit angibt, dazu die Nebenwirkungen, die sie nach der Markteinführung ohne Häufigkeit nennt [1, 3].

Cervarix (HPV-Impfstoff, Mädchen, Frauen und Jungen ab 10 Jahren)

Cervarix: Nebenwirkungen laut Fachinformation (Stand 07/2026), Mädchen und Frauen von 10 bis 72 Jahren und Jungen von 10 bis 18 Jahren in klinischen Studien und Meldungen nach der Markteinführung
HäufigkeitNebenwirkungen
Sehr häufigKopfschmerzen; Muskelschmerzen (Myalgie); Reaktionen an der Einstichstelle einschließlich Schmerzen, Rötung und Schwellung; Müdigkeit [1, 2]
HäufigMagen-Darm-Beschwerden einschließlich Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen; Juckreiz (Pruritus), Hautausschlag, Nesselsucht (Urtikaria); Gelenkschmerzen (Arthralgie); Fieber (38 °C oder höher) [1, 2]
GelegentlichInfektion der oberen Atemwege; Schwindel; andere Reaktionen an der Einstichstelle wie Verhärtung und örtliche Missempfindungen (lokale Parästhesie) [1, 2]
Nicht bekanntNach der Markteinführung spontan berichtet: Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie); allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktischer und anaphylaktoider Reaktionen, Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem); Ohnmacht (Synkope) oder vasovagale Reaktionen auf die Injektion, manchmal begleitet von tonisch-klonischen Bewegungen [1, 2]

Diese Häufigkeiten gelten nur für Cervarix (Mädchen und Frauen von 10 bis 72 Jahren, Jungen von 10 bis 18 Jahren). Bei den sehr häufigen Muskelbeschwerden nennt die Packungsbeilage auch Muskelverspannung oder Muskelschwäche, nicht durch körperliche Tätigkeit verursacht [2].

Gardasil 9 (9-valenter HPV-Impfstoff, Personen ab 9 Jahren)

Gardasil 9: Nebenwirkungen laut Fachinformation (Stand 09/2026), Jugendliche ab 9 Jahren und Erwachsene in klinischen Studien und Meldungen nach der Markteinführung
HäufigkeitNebenwirkungen
Sehr häufigKopfschmerzen; Schmerzen, Schwellung und Rötung (Erythem) an der Einstichstelle [3, 4]
HäufigSchwindel; Übelkeit; Fieber, Abgeschlagenheit; Juckreiz (Pruritus) und Einblutung an der Einstichstelle [3, 4]
GelegentlichLymphknotenschwellung (Lymphadenopathie); Ohnmacht (Synkope), manchmal begleitet von tonisch-klonischen Bewegungen; Erbrechen; Nesselsucht (Urtikaria); Gelenkschmerzen (Arthralgie), Muskelschmerzen (Myalgie); Schwäche (Asthenie), Schüttelfrost, Unwohlsein, Knötchen an der Einstichstelle [3, 4]
SeltenÜberempfindlichkeit [3, 4]
Nicht bekanntAnaphylaktische Reaktionen; nach der Markteinführung des Vierfach-Impfstoffs (Gardasil) berichtet: Entzündung des Unterhautgewebes an der Einstichstelle (Zellulitis), idiopathische thrombozytopenische Purpura, anaphylaktoide Reaktionen, Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus), akute disseminierte Enzephalomyelitis, Guillain-Barré-Syndrom [3, 4]

Diese Häufigkeiten gelten nur für Gardasil 9 (Jugendliche ab 9 Jahren und Erwachsene in klinischen Studien). Ein Teil der Nebenwirkungen wurde erst nach der Markteinführung berichtet; ihre Häufigkeit schätzt die Fachinformation anhand der klinischen Studien. Die Meldungen zum Vierfach-Impfstoff sind laut Fachinformation für Gardasil 9 relevant, weil beide Impfstoffe vier gleiche HPV-Typen enthalten [3].

Jede Häufigkeit gilt nur für den Impfstoff, bei dem sie steht. Sie sagt nicht, welcher Impfstoff für Sie oder Ihr Kind besser verträglich ist. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde nach der Impfung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass die Impfung sie verursacht hat. Die Packungsbeilage von Cervarix bezieht die Klassen auf Impfdosen, die von Gardasil 9 auf Geimpfte: sehr häufig heißt mehr als 1 von 10, häufig bis zu 1 von 10, gelegentlich bis zu 1 von 100, selten bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" ist die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar [2, 4]. Umrechnen können Sie mit dem Werkzeug Häufigkeit übersetzen. Mehr zu Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Müdigkeit als Nebenwirkung von Medikamenten; die Tabellen dort zeigen keine Impfstoffe.

Seltene und schwere Nebenwirkungen

Ohnmacht: Besonders bei Jugendlichen kann es laut den Fachinformationen beider Impfstoffe als psychogene Reaktion auf den Einstich nach oder sogar vor einer Impfung zu einer Ohnmacht (Synkope) kommen, laut der von Gardasil 9 manchmal verbunden mit Stürzen; in der Erholungsphase können vorübergehende Sehstörungen, Missempfindungen und tonisch-klonische Bewegungen der Gliedmaßen hinzukommen [1, 3]. Die Fachinformation von Gardasil 9 nennt die Ohnmacht als gelegentlich und schreibt: "Daher sollten geimpfte Personen nach der Impfung für ungefähr 15 Minuten beobachtet werden. Es ist wichtig, dass im Vorfeld Maßnahmen ergriffen werden, um Verletzungen durch die Ohnmacht zu verhindern." [3] Die von Cervarix nennt die Ohnmacht ohne bekannte Häufigkeit und ebenfalls Maßnahmen gegen Verletzungen [1]. Personen, die beim Impfen oder anderen medizinischen Interventionen schon einmal ohnmächtig geworden sind, "sollten im Liegen geimpft werden", schreibt die STIKO [5]; laut den Packungsbeilagen sagen Sie es dann vorher der Ärztin, dem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal [2, 4].

Allergische Reaktionen: Überempfindlichkeit nennt die Fachinformation von Gardasil 9 als selten, anaphylaktische Reaktionen ohne bekannte Häufigkeit; die von Cervarix nennt allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktischer und anaphylaktoider Reaktionen sowie das Angioödem ohne bekannte Häufigkeit [1, 3]. Für den seltenen Fall einer anaphylaktischen Reaktion sollten laut beiden Fachinformationen geeignete Behandlungs- und Überwachungsmöglichkeiten sofort bzw. unmittelbar zur Verfügung stehen [1, 3]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie.

Nerven und Blut: Nach der Markteinführung des Vierfach-Impfstoffs Gardasil wurden laut Fachinformation von Gardasil 9 eine akute disseminierte Enzephalomyelitis, das Guillain-Barré-Syndrom und eine idiopathische thrombozytopenische Purpura berichtet; da diese Meldungen freiwillig aus einer Population unbekannter Größe kamen, lässt sich laut Fachinformation weder ihre Häufigkeit zuverlässig abschätzen noch für alle Ereignisse ein kausaler Zusammenhang mit der Impfung herstellen [3]. Die Packungsbeilage beschreibt dazu Muskelschwäche, Missempfindungen, Kribbeln in Armen, Beinen und Oberkörper oder Verwirrtheit sowie schnellere Blutungen oder Blutergüsse als normalerweise [4]. Mehr zu Blutungen und Blutbildveränderungen als Nebenwirkung.

Was Sie nach der Impfung tun können

Paar Mitte vierzig in bunten Strickpullovern sitzt auf einem Sofa in einem hellen Wohnzimmer und unterhält sich ruhig bei einer Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Wenn Sie oder Ihr Kind Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, die Apotheke oder das medizinische Fachpersonal; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen [2, 4]. Laut Packungsbeilage von Cervarix sollten Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder Maschinen bedienen, wenn Sie sich unwohl fühlen [2]; laut der von Gardasil 9 kann die Impfung leichte und vorübergehende Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit haben [4]. Beschwerden, Beginn und Dauer können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten, Fragen für das Aufklärungsgespräch mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch sammeln. Hinweise für Eltern gibt der Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Verdacht melden: Für Nebenwirkungen eines Impfstoffs gibt es auf nebenwirkungen.bund.de ein eigenes Impfstoff-Meldeformular; die Meldung geht direkt an die Bundesoberbehörden, das Paul-Ehrlich-Institut oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [7]. Wenn möglich, sollte die Meldung unter anderem die Bezeichnung des Impfstoffs und die Chargenbezeichnung enthalten, die auf der Verpackung angegeben ist [7]. Ärztinnen und Ärzte melden den Verdacht einer Impfkomplikation zusätzlich dem Gesundheitsamt [5, 9]. Wie die Meldung abläuft, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wer nicht oder erst später geimpft werden sollte

Beide Fachinformationen nennen als Gegenanzeige eine Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile [1, 3]. Wer nach einer früheren Gabe von Gardasil 9 oder Gardasil/Silgard überempfindlich reagiert hat, sollte laut Fachinformation kein Gardasil 9 erhalten [3]. Bei einer akuten, schweren, mit Fieber einhergehenden Erkrankung sollte die Impfung laut beiden Fachinformationen verschoben werden; ein leichter Infekt wie eine Erkältung ist keine Gegenanzeige [1, 3].

Bei Thrombozytopenie oder einer anderen Blutgerinnungsstörung sollte Gardasil 9 laut Fachinformation nur mit Vorsicht verabreicht werden, Cervarix ist laut Fachinformation mit Vorsicht zu verabreichen, weil es nach der Injektion in den Muskel zu Blutungen kommen kann [1, 3]. Menschen, deren Immunantwort durch stark wirksame Immunsuppressiva, einen genetischen Defekt, eine HIV-Infektion oder andere Ursachen eingeschränkt ist, entwickeln laut Fachinformation von Gardasil 9 möglicherweise keine Immunantwort auf den Impfstoff [3]; bei Personen mit eingeschränkter Immunantwort, etwa unter immunsuppressiver Behandlung, wird laut der von Cervarix möglicherweise keine ausreichende Immunantwort erzielt [1]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr zu HIV.

Andere Medikamente und Impfungen

Gardasil 9 kann laut Fachinformation zeitgleich mit Tdap-, Td-IPV- und Tdap-IPV-Impfstoffen gegeben werden, also Impfstoffen gegen Diphtherie und Tetanus, kombiniert mit Keuchhusten- und/oder Polio-Komponente; in einer Studie, in der Jugendliche von 11 bis 15 Jahren einen Tdap-IPV-Impfstoff zeitgleich mit der ersten Impfung mit Gardasil 9 erhielten, wurde häufiger über Schwellung und Rötung an der Einstichstelle, Kopfschmerz und Fieber berichtet [3]. Cervarix kann laut Fachinformation gleichzeitig mit dTpa- und dTpa-IPV-Impfstoffen, einem Meningokokken-ACWY-Konjugatimpfstoff, einem kombinierten Hepatitis-A- und -B-Impfstoff oder einem Hepatitis-B-Impfstoff gegeben werden [1]. Die Impfstoffe sollten dann laut Fachinformation von Cervarix immer in verschiedene Gliedmaßen, laut Packungsbeilage von Gardasil 9 an unterschiedlichen Injektionsstellen verabreicht werden [1, 4]. Wer in den 3 Monaten vor der Impfung Immunglobuline oder Blutprodukte erhalten hatte, wurde in den klinischen Studien beider Impfstoffe nicht untersucht [1, 3]. Mehr zur Keuchhusten-Impfung, zur Tetanus-Impfung und zur Hepatitis-B-Impfung.

Schwangerschaft und Stillzeit

Laut Fachinformation von Gardasil 9 deuten Daten nach der Markteinführung bei Schwangeren nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine Schädigung des Ungeborenen oder Neugeborenen hin; sie gelten aber als nicht ausreichend, um die Anwendung in der Schwangerschaft zu empfehlen: "Die Impfung sollte erst nach Ende der Schwangerschaft durchgeführt werden." [3] Für Cervarix reichen die Daten laut Fachinformation nicht aus, um auf einen Einfluss auf das Risiko eines ungünstigen Schwangerschaftsausgangs einschließlich Fehlgeburt zu schließen; als Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, die Impfung während der Schwangerschaft zu vermeiden, und Frauen, die schwanger sind oder es werden möchten, wird geraten, sie bis nach dem Ende der Schwangerschaft zu verschieben oder auszusetzen [1]. Tritt während der Impfserie eine Schwangerschaft ein, empfehlen beide Packungsbeilagen, die Impfung bis nach dem Ende der Schwangerschaft zu verschieben bzw. zu unterbrechen [2, 4].

In der Stillzeit kann Gardasil 9 laut Fachinformation angewendet werden [3]. Cervarix sollte laut Fachinformation während der Stillzeit nur verabreicht werden, wenn die möglichen Vorteile die möglichen Risiken überwiegen; die Auswirkungen auf gestillte Kinder wurden in klinischen Studien nicht untersucht [1].

Die STIKO schreibt: "Nicht empfohlene oder nicht dringend indizierte Impfungen sollten während einer Schwangerschaft nicht durchgeführt werden." [5] Laut Embryotox (Seite "Impfstoffe", Ampel grau: "Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt") sollte bei Kinderwunsch der Impfstatus überprüft und fehlende Impfungen sollten nachgeholt werden [8]. Zur Stillzeit schreibt Embryotox: "Die üblichen, in Deutschland empfohlenen und verwendeten Impfstoffe können auch stillenden Müttern verabreicht werden und erfordern keine Einschränkung des Stillens. Ausnahmen bestehen bei der Gelbfieber- und Dengue-Impfung." [8] Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Impfschema laut STIKO und Fachinformation

Hier stehen die Angaben der STIKO und der Fachinformation, keine Impfempfehlung. Wann und wie oft Sie geimpft werden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Impfschema: Angaben der STIKO und der Fachinformation
PersonengruppeAngabe der STIKO (wörtlich)Angabe der Fachinformation (wörtlich)
Beginn der Impfserie mit 9 bis 14 Jahren (Standardimpfung)"Zwei Impfstoffdosen im Abstand von mind. 5 Monaten" (Tabelle 1, Fußnote g, S. 8) "Die Impfserie sollte vor dem ersten Sexualkontakt abgeschlossen sein. Bei Beginn der Impfserie im Alter von 9 bis 14 Jahren (Cervarix, Gardasil-9) ist ein 2-Dosen-Impfschema mit einem Impfabstand von 5 Monaten zugelassen." (Kapitel 3.2, S. 25) [5]Cervarix: "Die zweite Dosis kann im Abstand von 5 bis 13 Monaten nach der ersten Dosis verabreicht werden." "Wenn die zweite Impfstoffdosis früher als 5 Monate nach der ersten Dosis verabreicht wird, sollte immer eine dritte Dosis gegeben werden." [1] Gardasil 9: "Die zweite Dosis sollte zwischen 5 und 13 Monaten nach der ersten Dosis verabreicht werden. Wenn die zweite Impfdosis früher als 5 Monate nach der ersten Dosis verabreicht wird, sollte immer eine dritte Dosis verabreicht werden." [3] (jeweils Abschnitt 4.2)
Beginn mit 15 Jahren oder später"Bei Nachholimpfungen ≥ 15 Jahre oder bei einem Impfabstand von < 5 Monaten zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis ist eine 3. Impfstoffdosis erforderlich (Angaben in den Fachinformationen beachten)." (Kapitel 3.2, S. 25 f.) [5]Cervarix, 15 Jahre und älter: "3 Dosen (…) im Monat 0, 1 und 6" [1] Gardasil 9: "Gardasil 9 sollte nach einem 3-Dosen-Impfschema (0, 2, 6 Monate) verabreicht werden." [3] (jeweils Abschnitt 4.2)
Wechsel des Impfstoffs"Eine begonnene Impfserie sollte möglichst mit dem gleichen HPV-Impfstoff vervollständigt werden." (Kapitel 3.2, S. 26) [5]Cervarix: "Es wird empfohlen, dass die Personen, die bereits eine Dosis Cervarix erhalten haben, die komplette Impfserie mit Cervarix abschließen" [1] Gardasil 9: "Bei Personen, die bereits eine Dosis Gardasil 9 erhalten haben, wird empfohlen, das Impfschema auch mit Gardasil 9 abzuschließen" [3] (jeweils Abschnitt 4.2)
Auffrischimpfungkeine AngabeCervarix: "Es ist noch nicht bekannt, ob eine Auffrischimpfung erforderlich ist" [1] Gardasil 9: "Ob eine Auffrischimpfung erforderlich ist, ist derzeit noch nicht bekannt." [3] (jeweils Abschnitt 4.2)

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Allergische Reaktionen können sich laut Packungsbeilage von Cervarix durch juckenden Hautausschlag an Händen und Füßen, Schwellung der Augen und des Gesichts, Atem- oder Schluckbeschwerden, plötzlichen Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit äußern; sie treten im Allgemeinen auf, noch bevor Sie die Arztpraxis verlassen. Dazu heißt es: "Informieren Sie sofort einen Arzt, wenn Sie irgendeines dieser Symptome bemerken." [2] Die Packungsbeilage von Gardasil 9 nennt schwerwiegende allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktion) und, aus Berichten zum Vierfach-Impfstoff, Atembeschwerden und pfeifendes Atemgeräusch, aber keine eigene Handlungsanweisung [4]. Bei einem anaphylaktischen Schock, bei dem es zu Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder sogar einem Kreislaufstillstand kommen kann, sollte laut gesund.bund.de sofort die Notrufnummer 112 gerufen werden [11].

Quellen

  1. EMA-Produktinformation Cervarix (Humaner Papillomvirus-Impfstoff Typen 16, 18), Produktinformation Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8 und 5.1. GlaxoSmithKline Biologicals S.A. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 07/2026 (EMA, deutsche Produktinformation aktualisiert am 09.07.2026). abgerufen am 21.10.2026
  2. EMA-Produktinformation Cervarix, Produktinformation Anhang III B: Packungsbeilage (Gebrauchsinformation: Information für Anwender), Abschnitte 1 bis 4. GlaxoSmithKline Biologicals S.A. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 07/2026 (EMA, aktualisiert am 09.07.2026). abgerufen am 21.10.2026
  3. EMA-Produktinformation Gardasil 9 (9-valenter Humaner Papillomvirus-Impfstoff), Produktinformation Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8 und 5.1. Merck Sharp & Dohme B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 09/2026 (EMA, deutsche Produktinformation aktualisiert am 08.09.2026). abgerufen am 21.10.2026
  4. EMA-Produktinformation Gardasil 9, Produktinformation Anhang III B: Packungsbeilage (Gebrauchsinformation: Information für Anwender), Abschnitte 1 bis 4. Merck Sharp & Dohme B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 09/2026 (EMA, aktualisiert am 08.09.2026). abgerufen am 21.10.2026
  5. Behörde Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026: Kapitel 2 (S. 7), Tabelle 1 (S. 8), Kapitel 3.2 (S. 25 f.), 4.6 (S. 42), 4.7 (S. 43), 4.10 (S. 46 f.), Tabelle 12 (S. 69); Lizenz CC BY 4.0. Ständige Impfkommission (STIKO), Robert Koch-Institut. Stand 22.01.2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026. abgerufen am 21.10.2026
  6. Behörde HPV-Impfstoffe (Liste der zugelassenen Impfstoffe, Stand: PEI-Bekanntmachung Nr. 544 im BAnz AT 12.08.2026 B6). Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Stand 13.08.2026 (aktualisiert). abgerufen am 21.10.2026
  7. Behörde Nebenwirkungen melden: Startseite (Impfstoff-Meldeformular; Welche Angaben sollte ich machen?; Wie funktioniert das Melden?). Paul-Ehrlich-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, nebenwirkungen.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
  8. Embryotox Embryotox: Impfstoffe (Schwangerschaft und Stillzeit). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026
  9. Behörde § 6 Infektionsschutzgesetz (IfSG): Meldepflichtige Krankheiten (Absatz 1 Satz 1 Nummer 3). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand IfSG zuletzt geändert durch Art. 3 Abs. 1 G v. 04.03.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 60); Änderung durch Art. 7 G v. 26.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 195) textlich nachgewiesen. abgerufen am 21.10.2026
  10. Behörde § 24 SGB XIV: Geschädigte durch Schutzimpfungen oder andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand SGB XIV zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 17.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 179). abgerufen am 21.10.2026
  11. Behörde Medikamentenallergie (Abschnitte Symptome und Behandlung). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 14.03.2024. abgerufen am 21.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat die HPV-Impfung?

Das hängt vom Impfstoff ab. Sehr häufig sind laut Fachinformation bei Cervarix Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit und Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Rötung und Schwellung, bei Gardasil 9 Kopfschmerzen sowie Schmerzen, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle. Fieber nennen beide Fachinformationen als häufig. Alle Angaben je Impfstoff stehen im Abschnitt Nebenwirkungen laut Fachinformation.

Warum soll man nach der HPV-Impfung noch in der Praxis bleiben?

Besonders bei Jugendlichen kann es laut den Fachinformationen von Cervarix und Gardasil 9 als psychogene Reaktion auf den Einstich nach oder sogar vor einer Impfung zu einer Ohnmacht kommen. Laut Fachinformation von Gardasil 9 sollten geimpfte Personen deshalb nach der Impfung für ungefähr 15 Minuten beobachtet werden. Sind Sie oder Ihr Kind bei einer früheren Injektion schon einmal ohnmächtig geworden, sagen Sie das laut Packungsbeilage vorher der Ärztin, dem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal; solche Personen sollten laut STIKO im Liegen geimpft werden (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Stand 10.09.2026).

Kann die HPV-Impfung eine HPV-Infektion auslösen?

Beide Impfstoffe bestehen laut Fachinformation aus virusähnlichen Partikeln, die keine Zellen infizieren, sich nicht vermehren und keine Erkrankungen hervorrufen können. Die Impfung mit Cervarix führt laut Packungsbeilage nicht zu einer Infektion; Gardasil 9 kann laut Packungsbeilage keine HPV-bedingten Erkrankungen verursachen. Vor Erkrankungen durch einen HPV-Typ, mit dem die Person bei der Impfung schon infiziert ist, schützen die Impfstoffe laut Fachinformation bzw. Packungsbeilage nicht.

Bis zu welchem Alter empfiehlt die STIKO die HPV-Impfung?

Die STIKO empfiehlt eine generelle Impfung gegen HPV für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 9 bis 14 Jahren; spätestens bis zum Alter von 17 Jahren sollen versäumte Impfungen nachgeholt werden (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Stand 10.09.2026). Zugelassen sind Cervarix und Gardasil 9 laut Fachinformation ab 9 Jahren. Wie oft geimpft wird, steht im Abschnitt Impfschema.

Darf ich in der Schwangerschaft oder Stillzeit gegen HPV geimpft werden?

Laut Fachinformation von Gardasil 9 sollte die Impfung erst nach Ende der Schwangerschaft durchgeführt werden; laut der von Cervarix wird als Vorsichtsmaßnahme empfohlen, die Impfung während der Schwangerschaft zu vermeiden. In der Stillzeit kann Gardasil 9 laut Fachinformation angewendet werden, Cervarix sollte laut Fachinformation nur verabreicht werden, wenn die möglichen Vorteile die möglichen Risiken überwiegen. Mehr im Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit.

Ersetzt die HPV-Impfung die Krebsfrüherkennung?

Nein. Laut den Fachinformationen beider Impfstoffe ist die Impfung kein Ersatz für die Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs, und sie schützt nicht vor allen HPV-Typen. Die STIKO schreibt: "Frauen sollen deshalb die Früherkennungsuntersuchungen zum Gebärmutterhalskrebs weiterhin in Anspruch nehmen." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Stand 10.09.2026)

Kann gleichzeitig gegen HPV und andere Krankheiten geimpft werden?

Gardasil 9 kann laut Fachinformation zeitgleich mit Impfstoffen gegen Diphtherie und Tetanus gegeben werden, die mit Keuchhusten- und/oder Polio-Komponente kombiniert sind (Tdap, Td-IPV, Tdap-IPV). Cervarix kann laut Fachinformation gleichzeitig mit solchen Kombinationsimpfstoffen (dTpa, dTpa-IPV), einem Meningokokken-ACWY-Konjugatimpfstoff, einem kombinierten Hepatitis-A- und -B-Impfstoff oder einem Hepatitis-B-Impfstoff gegeben werden. Die Einzelheiten stehen im Abschnitt Wer nicht oder erst später geimpft werden sollte.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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