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Amlodipin: Nebenwirkungen und Wirkung
Amlodipin ist ein verschreibungspflichtiger Calciumantagonist gegen Bluthochdruck und Angina pectoris. Sehr häufig sind Flüssigkeitsansammlungen im Körper (Ödeme), häufig unter anderem Knöchelschwellungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Hautrötung mit Wärmegefühl und Herzklopfen. Bei plötzlicher Atemnot, Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Kehle oder schweren Hautreaktionen suchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Flüssigkeitsansammlung im Körper (Ödeme)[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, vor allem zu Beginn der Behandlung[1, 2]
- Häufig: Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]
- Häufig: Hautrötung mit Wärmegefühl (Flush)[1, 2]
- Häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit[1, 2]
- Häufig: Veränderte Darmentleerungsgewohnheiten, Durchfall, Verstopfung, Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit, Schwächegefühl[1, 2]
- Häufig: Sehstörungen, auch Doppeltsehen[1, 2]
- Häufig: Muskelkrämpfe[1, 2]
- Häufig: Knöchelschwellungen[1, 2]
- Häufig: Atemnot (Dyspnoe)[2]
Wofür wird Amlodipin eingesetzt?
Amlodipin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Calciumantagonisten [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird er bei Bluthochdruck angewendet und bei Schmerzen im Brustbereich, die als Angina pectoris bezeichnet werden, einschließlich der seltenen vasospastischen Angina (Prinzmetal-Angina) [1, 2].
Akute Angina-pectoris-Schmerzen im Brustbereich lindert Amlodipin nicht sofort [1]. Bei Kindern unter 6 Jahren wurde Amlodipin nicht untersucht; es sollte daher nur bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren mit Bluthochdruck angewendet werden [1, 2].
Wie wirkt Amlodipin?
Amlodipin gehört zu den Calciumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ. Es hemmt den Einstrom von Calcium in die Zellen des Herzmuskels und der Gefäßmuskulatur; die glatte Muskulatur der Gefäße erschlafft, und der Blutdruck sinkt [2]. Bei hohem Blutdruck erweitern sich so die Blutgefäße, und das Blut kann leichter hindurchfließen [1].
Bei Angina pectoris erweitert Amlodipin die kleinen Arterien im Körper und senkt damit den Widerstand, gegen den das Herz arbeiten muss. Weil die Herzfrequenz dabei stabil bleibt, braucht der Herzmuskel weniger Energie und Sauerstoff. Wahrscheinlich erweitert Amlodipin außerdem die Herzkranzgefäße; das verbessert die Sauerstoffversorgung bei krampfartig verengten Herzkranzgefäßen [2]. Die Packungsbeilage fasst zusammen: Der Herzmuskel wird besser mit Sauerstoff versorgt, wodurch Schmerzen im Brustbereich verhindert werden [1].
Die höchste Konzentration im Blut ist 6 bis 12 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Halbwertszeit beträgt 35 bis 50 Stunden; das ermöglicht eine Einnahme einmal am Tag. Weil die Wirkung langsam einsetzt, ist laut Fachinformation nicht mit einem akuten Blutdruckabfall zu rechnen [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation sind die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Hautrötung mit Wärmegefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit, Knöchelschwellungen, Ödeme und Müdigkeit [2]. Flüssigkeitsansammlungen im Körper (Wassereinlagerungen) sind sehr häufig [1, 2]. Einige Nebenwirkungen nennt die Packungsbeilage nur als Warnzeichen ohne Häufigkeit, etwa allergische Reaktionen, einen Herzinfarkt oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse; für sie gilt in der Liste die Häufigkeit der Fachinformation [1, 2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenFlüssigkeitsansammlung im Körper (Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, vor allem zu Beginn der Behandlung[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindelMüdigkeit
- HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufHautrötung mit Wärmegefühl (Flush)[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
- Magen und DarmBauchschmerzen, Übelkeit[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenÜbelkeit
- Magen und DarmVeränderte Darmentleerungsgewohnheiten, Durchfall, Verstopfung, Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]Mehr dazu: DurchfallVerstopfungSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit, Schwächegefühl[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
- AugenSehstörungen, auch Doppeltsehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeKnöchelschwellungen[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- AtemwegeAtemnot (Dyspnoe)[2]Mehr dazu: Atemnot
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- PsycheStimmungsschwankungen, Angst, Depression, Schlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungAngstSchlafstörungen
- NervensystemZittern (Tremor), Geschmacksstörungen, kurze Bewusstlosigkeit (Synkope)[1, 2]Mehr dazu: ZitternGeschmacksstörungen
- NervensystemVerminderte Empfindlichkeit für Berührungsreize oder Kribbeln in Armen und Beinen, Verlust des Schmerzgefühls (Hypästhesie, Parästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (hypotone Kreislaufreaktionen)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- HerzHerzrhythmusstörungen (Arrhythmie), einschließlich verlangsamtem Herzschlag, Kammertachykardie und Vorhofflimmern[2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenVerlangsamter Herzschlag
- AtemwegeNiesen oder laufende Nase durch eine Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- AtemwegeHusten[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
- Magen und DarmMundtrockenheit, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: MundtrockenheitErbrechen
- HautHaarausfall, vermehrtes Schwitzen, Hautjucken, rote Flecken auf der Haut (Purpura), Hautverfärbung[1, 2]Mehr dazu: HaarausfallVermehrtes SchwitzenJuckreizPigmentstörungen der Haut
- HautHautausschlag, Nesselsucht (Urtikaria)[2]Mehr dazu: HautausschlagNesselsucht
- Nieren und HarnwegeStörungen beim Wasserlassen, vermehrter nächtlicher Harndrang, häufigeres Wasserlassen[1, 2]Mehr dazu: Häufiges WasserlassenProbleme beim Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustErektionsstörungen, Vergrößerung der Brustdrüsen beim Mann (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: ErektionsstörungenBrustspannen und Brustvergrößerung
- Allgemeine BeschwerdenSchmerzen, Unwohlsein; laut Fachinformation auch Schmerzen im Brustkorb[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenk- oder Muskelschmerzen, Rückenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzenRückenschmerzen
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme oder Gewichtsabnahme[1, 2]Mehr dazu: GewichtszunahmeGewichtsabnahme
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- PsycheVerwirrung[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerminderung der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen, was zu ungewöhnlichen blauen Flecken oder leichtem Bluten führen kann[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
- ImmunsystemAllergische Reaktionen[2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Blutzucker (Hyperglykämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- NervensystemNervenstörung (periphere Neuropathie), die zu Muskelschwäche, verminderter Berührungsempfindlichkeit oder Kribbeln führen kann[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlMuskelschwäche
- NervensystemErhöhte Muskelanspannung (erhöhter Muskeltonus)[1, 2]
- HerzHerzinfarkt[2]
- Gefäße und KreislaufEntzündliche Reaktionen der Blutgefäße (Vaskulitis), häufig mit Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- Magen und DarmSchwellung des Zahnfleischs (Gingivahyperplasie), Zahnfleischbluten[1, 2]Mehr dazu: ZahnfleischwucherungenBlutungen und blaue Flecken
- Magen und DarmAufgeblähter Bauch (Gastritis)[1, 2]Mehr dazu: Blähungen
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), die zu starken Bauch- und Rückenschmerzen mit ausgeprägtem Unwohlsein führen kann[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzen
- Leber und GalleGestörte Leberfunktion, Leberentzündung (Hepatitis), Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht), Anstieg der Leberenzyme[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautLichtempfindlichkeit[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
- HautSchwellung von Augenlidern, Gesicht, Lippen, Zunge oder Kehle (Angioödem, Quincke-Ödem)[2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische Reaktionen
- HautSchwere Hautreaktionen (Erythema exsudativum multiforme, exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom)[2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HautSchwere Hautreaktion mit Blasenbildung und Abschälen der Haut (toxische epidermale Nekrolyse)[2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
- NervensystemZittern, steife Körperhaltung, maskenartiges Gesicht, langsame Bewegungen und schlurfender, ungleichmäßiger Gang (extrapyramidale Erkrankung)[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-SymptomeZittern
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die Packungsbeilage nennt diese Warnzeichen ohne Häufigkeit [1]. Laut Fachinformation sind allergische Reaktionen, Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Kehle (Angioödem), das Stevens-Johnson-Syndrom, ein Herzinfarkt und eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse sehr selten, Herzrhythmusstörungen gelegentlich und Atemnot häufig; für die toxische epidermale Nekrolyse ist die Häufigkeit nicht bekannt [2]. Hinweise zu schweren Hautreaktionen finden Sie unter Arzneimittelallergie, Notrufnummern unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ödeme und geschwollene Knöchel: Flüssigkeitsansammlungen im Körper sind sehr häufig, Knöchelschwellungen häufig [1, 2]. Bereitet Ihnen das Probleme oder hält es länger als eine Woche an, suchen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1]. Setzen Sie Amlodipin nicht eigenmächtig ab, weil Ihre Beschwerden sonst zurückkehren können [1].
Kopfschmerzen, Schwindel und Schläfrigkeit: Sie treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf [1, 2]. Ruft Amlodipin bei Ihnen ein Krankheitsgefühl, Schwindel, Müdigkeit oder Kopfschmerzen hervor, fahren Sie kein Auto, bedienen Sie keine Maschinen und suchen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1]. Mehr unter Kopfschmerzen durch Medikamente und Schwindel.
Hautrötung mit Wärmegefühl und Herzklopfen: Beides ist häufig [1, 2]. Hält eine häufige Nebenwirkung länger als eine Woche an oder bereitet sie Ihnen erhebliche Probleme, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Mehr zu Hitzewallungen und Herzrasen als Nebenwirkung.
Grapefruit meiden: Grapefruit und Grapefruitsaft können den Amlodipinspiegel im Blut erhöhen und die blutdrucksenkende Wirkung unkontrolliert verstärken; die Packungsbeilage rät deshalb davon ab [1, 2]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Grapefruit.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Bestimmte Pilzmittel, HIV-Mittel, die Antibiotika Erythromycin und Clarithromycin sowie die Herzmittel Verapamil und Diltiazem können die Menge an Amlodipin im Blut deutlich erhöhen und damit das Risiko für einen zu niedrigen Blutdruck steigern; bei älteren Menschen können die Folgen ausgeprägter sein [1, 2]. Rifampicin und Johanniskraut können den Amlodipinspiegel verändern [1, 2].
Amlodipin kann seinerseits die Spiegel von Tacrolimus, Ciclosporin und anderen Mitteln steigern, die das Immunsystem beeinflussen. Zusammen mit dem Cholesterinsenker Simvastatin stieg laut Fachinformation dessen Menge im Körper um 77 Prozent; die Fachinformation begrenzt deshalb die Simvastatin-Dosis [1, 2]. Auf die Pharmakokinetik von Atorvastatin, also Aufnahme und Abbau im Körper, hatte Amlodipin in Wechselwirkungsstudien keinen Einfluss [2]. Nehmen Sie bereits andere Blutdrucksenker, kann Amlodipin den Blutdruck weiter senken [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Ketoconazol, Itraconazol (Pilzmittel), Ritonavir, Indinavir, Nelfinavir (HIV-Mittel), Erythromycin, Clarithromycin (Antibiotika), Verapamil, Diltiazem | Mehr Amlodipin im Blut, höheres Risiko für einen Blutdruckabfall, bei älteren Menschen möglicherweise ausgeprägter[1, 2] | Ärztliche Kontrolle; eventuell Dosisanpassung, bei Clarithromycin engmaschige Überwachung |
| Rifampicin, Johanniskraut | Amlodipinspiegel im Blut kann sich verändern[1, 2] | Blutdruck überwachen lassen, eventuell Dosisanpassung |
| Grapefruit und Grapefruitsaft | Höherer Amlodipinspiegel, möglicherweise unkontrolliert verstärkte Blutdrucksenkung[1, 2] | Während der Behandlung keine Grapefruit essen und keinen Grapefruitsaft trinken |
| Dantrolen als Infusion (bei schwerer Störung der Körpertemperatur, maligne Hyperthermie) | Risiko eines zu hohen Kaliumwerts (im Tierversuch mit Verapamil tödliches Kammerflimmern und Kreislaufkollaps)[1, 2] | Bei Neigung zu maligner Hyperthermie sollen Calciumblocker wie Amlodipin vermieden werden |
| Tacrolimus | Tacrolimusspiegel im Blut kann steigen[1, 2] | Tacrolimusspiegel überwachen lassen |
| Sirolimus, Temsirolimus, Everolimus (mTOR-Hemmer) | Spiegel dieser Mittel können steigen[1, 2] | Ärztlich überwachen lassen |
| Ciclosporin | Bei Menschen nach Nierentransplantation stiegen die Ciclosporinspiegel unterschiedlich stark an[1, 2] | Nach Nierentransplantation sollte laut Fachinformation eine Überwachung der Ciclosporinspiegel erwogen werden |
| Simvastatin (Cholesterinsenker) | Mehr Simvastatin im Körper (in einer Studie um 77 %)[1, 2] | Die Fachinformation begrenzt die Simvastatin-Dosis bei gleichzeitiger Einnahme, ärztlich besprechen |
| Andere blutdrucksenkende Mittel | Blutdruck kann weiter sinken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Amlodipin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Amlodipin darf unter anderem bei stark erniedrigtem Blutdruck, bei einer schweren Verengung des Ausflusstrakts der linken Herzkammer (zum Beispiel einer höhergradigen Aortenstenose), bei einem Schock und bei einer Herzschwäche nach einem Herzinfarkt nicht eingenommen werden [1, 2]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt außerdem, wenn Sie kürzlich einen Herzinfarkt hatten, an einer Herzschwäche oder einer Lebererkrankung leiden oder älter sind und Ihre Dosis erhöht werden muss [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Amlodipin, andere Calciumantagonisten bzw. Dihydropyridine oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Stark erniedrigter Blutdruck (schwere Hypotonie)[1, 2]
- Schwere Verengung des Ausflusstrakts der linken Herzkammer (z. B. höhergradige Aortenstenose)[1, 2]
- Schock, auch kardiogener Schock[1, 2]
- Herzschwäche nach einem Herzinfarkt (laut Fachinformation: instabile Herzschwäche nach akutem Herzinfarkt)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Kürzlich erlittener Herzinfarkt[1]
- Herzschwäche: In einer Langzeitstudie bei schwerer Herzschwäche wurden unter Amlodipin häufiger Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödeme) berichtet als unter Placebo. Laut Fachinformation sollen Calciumkanalblocker bei dekompensierter Herzschwäche mit Vorsicht angewendet werden, da sie das Risiko künftiger Herz-Kreislauf-Ereignisse und das Sterberisiko erhöhen können[1, 2]
- Starker Blutdruckanstieg (hypertensive Krise): Sicherheit und Wirksamkeit sind nicht belegt[1, 2]
- Lebererkrankung: Amlodipin wird langsamer abgebaut; die Fachinformation sieht einen Beginn am unteren Ende des Dosisbereichs und Vorsicht bei Dosiserhöhungen vor[1, 2]
- Ältere Menschen: Dosiserhöhungen nur mit Vorsicht[1, 2]
- Kinder unter 6 Jahren: nicht untersucht; Anwendung nur bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren mit Bluthochdruck[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol macht die Packungsbeilage von Amlodipin-ratiopharm keine eigene Angabe [1]. Die Sicherheit von Amlodipin in der Schwangerschaft ist nicht nachgewiesen; sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor der Einnahme, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder stillen [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3].
Schwangerschaft
Die Sicherheit von Amlodipin in der Schwangerschaft ist nicht nachgewiesen. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor der Einnahme, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen. Laut Fachinformation wird die Anwendung nur empfohlen, wenn es keine sicherere Alternative gibt und die Erkrankung ein höheres Risiko für Mutter und Kind bedeutet.[1, 2]
Embryotox beschreibt einen mittleren Erfahrungsumfang: Bisher fand sich weder für Amlodipin noch für Calciumantagonisten insgesamt ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Die Weiterführung einer Behandlung mit Amlodipin ist laut Embryotox akzeptabel, wenn besser untersuchte Mittel nicht infrage kommen; bei einer Neueinstellung des Bluthochdrucks sollten besser untersuchte Mittel bevorzugt werden. Nach Einnahme im ersten Drittel kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox, abhängig vom Anwendungsgebiet, bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol und Alpha-Methyldopa, im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel auch Nifedipin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Amlodipin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über; ob das Auswirkungen auf Säuglinge hat, ist nicht bekannt. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor der Einnahme, wenn Sie stillen oder stillen möchten. Laut Fachinformation sind bei der Entscheidung, ob weiter gestillt oder abgestillt oder ob die Behandlung fortgesetzt oder abgesetzt wird, der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Behandlung für die Mutter zu berücksichtigen.[1, 2]
Laut Embryotox wurden bei gestillten Kindern bisher keine Beschwerden beobachtet; Amlodipin kann nach Einschätzung von Embryotox in der Stillzeit eingesetzt werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Ruft Amlodipin bei Ihnen ein Krankheitsgefühl, Schwindel, Müdigkeit oder Kopfschmerzen hervor, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen, und suchen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Vorsicht ist vor allem zu Beginn der Behandlung angezeigt.[1, 2]
Einnahme
Jeden Tag zur gleichen Zeit mit einem Glas Wasser einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten, aber nicht mit Grapefruitsaft. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Nehmen Sie die Tabletten regelmäßig und warten Sie nicht, bis sie aufgebraucht sind, bevor Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen.[1]
Einnahme vergessen: diese Einnahme auslassen, die nächste Dosis zur gewohnten Zeit nehmen, nicht die doppelte Menge.[1]
Absetzen
Wie lange Sie Amlodipin einnehmen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Beenden Sie die Einnahme früher, können Ihre Beschwerden zurückkehren.[1]
Überdosierung
Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen, begeben Sie sich sofort in medizinische Überwachung. Der Blutdruck kann abfallen oder gefährlich niedrig werden; Sie können sich schwindelig, benommen und schwach fühlen oder ohnmächtig werden. Ist der Blutdruckabfall stark genug, kann es zu einem Schock kommen, mit kalter, feuchter Haut und möglichem Bewusstseinsverlust. Bis zu 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme kann sich Flüssigkeit in der Lunge ansammeln (Lungenödem) und Kurzatmigkeit verursachen.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt eine Anfangsdosis für Erwachsene, eine mögliche Erhöhung und eigene Angaben für Kinder und Jugendliche mit Bluthochdruck; die Fachinformation ergänzt Hinweise für ältere Menschen und bei eingeschränkter Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Amlodipin jeden Tag zur gleichen Zeit mit einem Glas Wasser ein, unabhängig von den Mahlzeiten, aber nicht mit Grapefruitsaft. Zum Teilen in gleiche Dosen beschreibt die Packungsbeilage, die Tablette mit der Inschrift nach oben auf eine ebene, harte Unterlage zu legen und mit den Zeigefingern beider Hände entlang der Bruchrille zu drücken; ist eine halbe Tablette am Tag verordnet, wird ein Tablettenteiler nicht empfohlen [1]. Allgemeines dazu im Ratgeber Tabletten teilen und mörsern.
Haben Sie eine Einnahme vergessen, lassen Sie diese vollständig aus und nehmen Sie die nächste Dosis zur gewohnten Zeit, nicht die doppelte Menge. Nehmen Sie die Tabletten regelmäßig und warten Sie nicht, bis sie aufgebraucht sind, bevor Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Wie lange Sie Amlodipin einnehmen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; beenden Sie die Einnahme früher, können Ihre Beschwerden zurückkehren [1]. Absetzerscheinungen oder einen Rückprall-Effekt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Was nach einer Änderung der Behandlung wichtig ist und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Amlodipin absetzen.
Präparate mit Amlodipin
Amlodipin ist unter verschiedenen Präparatenamen erhältlich, unter anderem als Norvasc [3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Amlodipin-ratiopharm 5 mg N [1, 2]; andere Präparate haben eigene Packungsbeilagen.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Amlodipin-ratiopharm N | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Amlodipin HEXAL | HEXAL AG | verschreibungspflichtig |
| Amlodipin-1A Pharma N | 1A Pharma GmbH | verschreibungspflichtig |
| Amlodipin Winthrop | Zentiva Pharma GmbH | verschreibungspflichtig |
| Norvasc | Viatris Healthcare GmbH | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amlodipin-ratiopharm 5 mg N Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2022. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Amlodipin-ratiopharm 5 mg N Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Amlodipin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Wofür nimmt man Amlodipin?
Amlodipin ist zugelassen zur Behandlung von Bluthochdruck und von Angina pectoris, auch der seltenen vasospastischen Prinzmetal-Angina. Akute Angina-pectoris-Schmerzen lindert es nicht sofort.
Warum bekomme ich von Amlodipin dicke Beine?
Flüssigkeitsansammlungen im Körper (Ödeme) sind die häufigste Nebenwirkung von Amlodipin: Sie können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Knöchelschwellungen sind häufig. Bereitet Ihnen das Probleme oder hält es länger als eine Woche an, sollten Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen.
Macht Amlodipin dick?
Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, kommt es zu einer Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme. Häufiger sind Wassereinlagerungen: Ödeme sind sehr häufig, Knöchelschwellungen häufig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie ungewollt zunehmen.
Wie lange halten die Nebenwirkungen von Amlodipin an?
Kopfschmerzen, Schwindel und Schläfrigkeit treten laut Packungsbeilage vor allem zu Beginn der Behandlung auf. Bereitet Ihnen eine sehr häufige oder häufige Nebenwirkung erhebliche Probleme oder hält sie länger als eine Woche an, suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.
Darf ich Amlodipin einfach absetzen?
Wie lange Sie Amlodipin einnehmen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Beenden Sie die Einnahme früher, können Ihre Beschwerden zurückkehren. Besprechen Sie das Absetzen deshalb vorher.
Darf ich zu Amlodipin Grapefruitsaft trinken?
Nein. Grapefruit und Grapefruitsaft können den Amlodipinspiegel im Blut erhöhen und die blutdrucksenkende Wirkung unkontrolliert verstärken. Die Packungsbeilage rät deshalb, während der Behandlung keine Grapefruit zu essen und keinen Grapefruitsaft zu trinken.
Darf ich Amlodipin in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
Die Sicherheit in der Schwangerschaft ist nicht nachgewiesen. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor der Einnahme, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder stillen. Amlodipin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Das Beratungszentrum Embryotox hält Amlodipin in der Stillzeit für einsetzbar.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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