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Simvastatin: Nebenwirkungen und Wirkung

Simvastatin ist ein verschreibungspflichtiger Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine. Er wird zusätzlich zu einer Diät bei erhöhten Cholesterin- und Blutfettwerten eingesetzt, außerdem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, um das Risiko für Komplikationen zu senken. Die Packungsbeilage nennt keine häufigen Nebenwirkungen. Bei unklaren Muskelschmerzen, Muskelschwäche oder Muskelkrämpfen nehmen Sie Simvastatin nicht weiter ein und wenden sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Mann Ende fünfzig bereitet am Abend in einer hell beleuchteten Küche einen frischen Salat mit Tomaten und Gurken zu
Bild: KI-generiert

Wofür wird Simvastatin eingesetzt?

Simvastatin gehört zu den Statinen. Es senkt erhöhte Werte von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyceriden im Blut und erhöht das HDL-Cholesterin [1]. Simvastatin ist verschreibungspflichtig und wird zusätzlich zu einer cholesterinsenkenden Diät angewendet [1, 2].

Zugelassen ist Simvastatin bei erhöhten Cholesterinwerten (primäre Hypercholesterinämie) und erhöhten Blutfettwerten (gemischte Hyperlipidämie), wenn Diät und andere Maßnahmen wie körperliches Training oder Gewichtsabnahme allein nicht ausreichen. Bei der erblichen homozygoten familiären Hypercholesterinämie wird es zusätzlich zu anderen Maßnahmen wie der LDL-Apherese eingesetzt [1, 2]. Außerdem senkt Simvastatin bei Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit, einer anderen Gefäßkrankheit, nach einem Schlaganfall oder mit Diabetes das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen, unabhängig davon, wie hoch die Cholesterinwerte sind [1, 2]. Mehr zu erhöhten Blutfetten lesen Sie auf der Seite Cholesterin.

Hohe Cholesterinwerte verursachen meistens keine unmittelbaren Beschwerden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt misst sie mit einem Bluttest; die Packungsbeilage rät, regelmäßig zur Kontrolle zu gehen und die Behandlungsziele gemeinsam zu besprechen [1].

Wie wirkt Simvastatin?

Simvastatin selbst ist eine unwirksame Vorstufe. In der Leber entsteht daraus die wirksame Form, die das Enzym HMG-CoA-Reduktase hemmt. Dieses Enzym steuert einen frühen und geschwindigkeitsbestimmenden Schritt, mit dem der Körper Cholesterin herstellt [2]. Dadurch sinkt das LDL-Cholesterin, oft "schlechtes" Cholesterin genannt, weil es sich in den Wänden der Arterien ansammeln und dort Beläge (Plaques) bilden kann [1]. Laut Fachinformation beruht das wahrscheinlich darauf, dass weniger LDL entsteht und mehr davon abgebaut wird. Auch die Triglyceride sinken, das "gute" HDL-Cholesterin steigt mäßig an [1, 2].

Die höchste Konzentration der wirksamen Form im Blut ist etwa 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme erreicht; ob Sie die Tablette mit oder ohne Essen nehmen, beeinflusst die Aufnahme nicht. Die Leber ist zugleich der wichtigste Wirkort [2]. Abgebaut wird Simvastatin über das Enzym CYP3A4. Arzneimittel, die dieses Enzym hemmen, können die Menge von Simvastatin im Blut erhöhen und damit das Risiko für Muskelerkrankungen [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Packungsbeilage von Simvastatin-ratiopharm nennt keine sehr häufigen, häufigen oder gelegentlichen Nebenwirkungen. Alle Nebenwirkungen, für die sie eine Häufigkeit angibt, sind selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten, oder sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Laut Fachinformation beruht diese Einteilung auf großen placebokontrollierten Langzeitstudien (HPS mit 20.536 und 4S mit 4.444 Teilnehmenden): Nebenwirkungen, die unter Simvastatin nicht öfter auftraten als unter Placebo, und ähnliche Spontanberichte wurden als "selten" eingeordnet [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Besonders ausführlich behandeln Packungsbeilage und Fachinformation Erkrankungen der Muskulatur. Ihr Risiko steigt mit der Dosis: In einer Datenbank klinischer Studien mit 41.413 Behandelten lag die Häufigkeit einer Muskelerkrankung (Myopathie) je nach Tagesdosis bei etwa 0,03, 0,08 und 0,61 Prozent, am höchsten bei der höchsten Dosis. In einer Studie mit Menschen nach einem Herzinfarkt war sie laut Fachinformation unter der höchsten Tagesdosis häufig (ungefähr 1,0 Prozent der Behandelten), unter einer niedrigeren Dosis trat sie bei 0,02 Prozent auf [2]. Ein höheres Risiko haben laut Packungsbeilage außerdem Menschen über 65 Jahre, Frauen, Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion oder einer Schilddrüsenerkrankung, mit erheblichem Alkoholkonsum, mit früheren Muskelbeschwerden unter Statinen oder Fibraten oder mit einer erblichen Muskelerkrankung bei sich selbst oder bei nahen Verwandten [1]. Mehr dazu auf der Seite Muskelschmerzen durch Medikamente.

Unter einigen Statinen wurden außerdem Schlafstörungen einschließlich Albträumen, Störungen der Sexualfunktion sowie Atemstörungen wie anhaltender Husten, Atemnot oder Fieber berichtet, für Simvastatin ohne Häufigkeitsangabe; die Fachinformation nennt dazu Ausnahmefälle einer Lungenerkrankung (interstitielle Lungenkrankheit), vor allem bei Langzeitbehandlung [1, 2]. Statine können zudem den Blutzucker erhöhen: Das Risiko, einen Diabetes zu entwickeln, ist größer bei erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten, Übergewicht und hohem Blutdruck [1, 2]. Laut Fachinformation wird dieses Risiko durch die Senkung des Gefäßrisikos aufgewogen und sollte nicht zum Abbruch der Statinbehandlung führen [2].

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • PsycheDepression[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
  • NervensystemMyasthenia gravis: Erkrankung mit allgemeiner Muskelschwäche, in einigen Fällen auch der Atemmuskulatur[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
  • AugenMuskelschwäche der Augen (okuläre Myasthenie)[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSehnenerkrankung (Tendinopathie), manchmal bis hin zu einem Sehnenriss[1, 2]Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss
  • Muskeln, Knochen und GelenkeAnhaltende Muskelschwäche (immunvermittelte nekrotisierende Myopathie)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
  • Geschlechtsorgane und BrustErektionsstörungen (erektile Dysfunktion)[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Erkrankungen der Muskulatur können in seltenen Fällen schwerwiegend sein und bis zum Zerfall von Skelettmuskelzellen (Rhabdomyolyse) mit nachfolgendem Nierenversagen führen; sehr selten kam es dabei zu Todesfällen [1]. Laut Fachinformation wurde in sehr seltenen Fällen während oder nach der Behandlung mit einigen Statinen eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie berichtet: Die Schwäche der rumpfnahen Muskeln und die erhöhten Kreatinkinase-Werte bestehen dabei trotz Absetzen des Statins fort [2]. Bei schweren Leberschäden mit Beschwerden oder Gelbsucht wird Simvastatin sofort abgesetzt [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Sechzigern sitzt nach einem Spaziergang auf einer Parkbank und reibt sich den Oberarm
Bild: KI-generiert

Muskelbeschwerden: Bemerken Sie unklare Muskelschmerzen, eine Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskulatur, wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Laut Fachinformation wird dann der CK-Wert im Blut bestimmt. Ist er ohne körperliche Anstrengung auf mehr als das Fünffache des oberen Normwerts erhöht, wird die Behandlung abgesetzt; sind die Muskelbeschwerden schwerwiegend und beeinträchtigend, sollte ein Absetzen auch bei geringer erhöhtem Wert erwogen werden [2]. Nach körperlicher Anstrengung sollte der CK-Wert nicht gemessen werden, weil das die Beurteilung der Werte erschwert [2]. Sind die Beschwerden abgeklungen und der Wert auf den Ausgangswert zurückgegangen, kann die Ärztin oder der Arzt eine erneute Behandlung mit diesem oder einem anderen Statin in der niedrigsten Dosis und mit engmaschiger Kontrolle erwägen [2].

Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel: Diese Beschwerden gehören zu den seltenen Nebenwirkungen [1, 2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, statt Simvastatin eigenmächtig abzusetzen, denn danach können die Cholesterinwerte wieder ansteigen [1]. Wird Ihnen schwindlig, berücksichtigen Sie das beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Grapefruitsaft und Alkohol: Grapefruitsaft enthält Bestandteile, die den Abbau von Simvastatin verändern; meiden Sie ihn während der Behandlung [1]. Laut Fachinformation stieg die Menge der wirksamen Form im Blut nach 240 Millilitern Grapefruitsaft am Morgen bei Einnahme von Simvastatin am Abend fast auf das Doppelte, nach großen Mengen von über einem Liter täglich auf das Siebenfache [2]. Hintergründe im Ratgeber Medikamente und Grapefruit. Trinken Sie in erheblichem Maße Alkohol, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, denn das erhöht das Risiko für Muskelschäden [1].

Wechselwirkungen

Die Packungsbeilage nennt zahlreiche Arzneimittel, die das Risiko für Muskelerkrankungen und Muskelzerfall erhöhen können, weil sie die Menge von Simvastatin im Blut steigern oder selbst auf die Muskeln wirken [1, 2]. Einige dürfen Sie gar nicht gleichzeitig einnehmen, etwa die Antibiotika Erythromycin und Clarithromycin, bestimmte Pilzmittel wie Itraconazol, den Cholesterinsenker Gemfibrozil oder Ciclosporin [1, 2]. Bei anderen, etwa Amlodipin, Amiodaron, Verapamil oder Diltiazem, begrenzt die Ärztin oder der Arzt die Simvastatin-Dosis [2]. Müssen Sie das Antibiotikum Fusidinsäure einnehmen, wird Simvastatin vorübergehend abgesetzt [1, 2]. Sagen Sie deshalb bei jeder neuen Verordnung, dass Sie Simvastatin einnehmen, und fragen Sie auch bei rezeptfreien Mitteln nach [1]. Wie Sie Wechselwirkungen vermeiden, erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Simvastatin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Starke CYP3A4-Hemmer: Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol, Voriconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin, HIV-Protease-Hemmer, Boceprevir, Telaprevir, Nefazodon, CobicistatDeutlich höheres Risiko für Muskelerkrankungen und Muskelzerfall (Rhabdomyolyse)[1, 2]Gleichzeitige Einnahme nicht erlaubt; ist eine solche Behandlung unumgänglich, wird Simvastatin für deren Dauer unterbrochen
Gemfibrozil, Ciclosporin, DanazolHöheres Risiko für Muskelerkrankungen und Muskelzerfall[1, 2]Gleichzeitige Einnahme nicht erlaubt
Fusidinsäure (Antibiotikum zum Einnehmen oder als Injektion)Muskelzerfall (Rhabdomyolyse), in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang[1, 2]Simvastatin wird während der gesamten Behandlung mit Fusidinsäure abgesetzt; laut Fachinformation kann es 7 Tage nach der letzten Dosis Fusidinsäure wieder eingenommen werden
Amiodaron (Herzrhythmusmittel), Amlodipin, Verapamil, Diltiazem (Blutdruck- und Herzmittel), Elbasvir oder Grazoprevir (gegen Hepatitis C)Höheres Risiko für Muskelerkrankungen[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt begrenzt die Simvastatin-Dosis (siehe Dosierung)
Andere Fibrate (Cholesterinsenker) wie Bezafibrat; FenofibratHöheres Risiko für Muskelerkrankungen[1, 2]Bei Fibraten außer Fenofibrat begrenzt die Ärztin oder der Arzt die Simvastatin-Dosis (siehe Dosierung); bei Fenofibrat ist Vorsicht geboten
Lomitapid (bei homozygoter familiärer Hypercholesterinämie)Höheres Risiko für Muskelerkrankungen und Muskelzerfall[1, 2]Simvastatin-Dosis begrenzt (siehe Dosierung)
Fluconazol (Pilzmittel)Selten Fälle von Muskelzerfall berichtet[1, 2]Vorsicht bei der Kombination
Niacin (Nicotinsäure) in lipidsenkenden DosenSelten Muskelerkrankungen oder Muskelzerfall[1, 2]Nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung; bei Menschen asiatischer Abstammung nicht empfohlen
Daptomycin (Antibiotikum)Höheres Risiko für Muskelerkrankungen[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt kann Simvastatin vorübergehend aussetzen
Colchicin (Gichtmittel)Bei eingeschränkter Nierenfunktion wurden Muskelerkrankungen und Muskelzerfall berichtet[1, 2]Engmaschige ärztliche Überwachung
Ticagrelor (Mittel gegen Blutgerinnsel)Mehr Simvastatin im Blut, mehr Nebenwirkungen möglich[1, 2]Höhere Simvastatin-Dosen werden nicht empfohlen (siehe Dosierung)
Palbociclib oder Ribociclib (gegen Brustkrebs)Höheres Risiko für Muskelerkrankungen[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren; laut Fachinformation wird die gleichzeitige Anwendung mit Palbociclib nicht empfohlen, mit Ribociclib sollte sie vermieden werden
Blutverdünner vom Cumarin-Typ wie Warfarin, Phenprocoumon oder AcenocoumarolDie gerinnungshemmende Wirkung kann verstärkt werden (Anstieg des INR-Werts)[1, 2]Gerinnungswerte zu Beginn der Behandlung, bei Dosisänderung und nach dem Absetzen häufig kontrollieren lassen
Rifampicin (Tuberkulosemittel)Weniger Simvastatin im Blut: In einer Studie sank die Menge der wirksamen Form um 93 Prozent[1, 2]Cholesterinwerte überwachen lassen
Colestyramin und andere Anionenaustauscher (Cholesterinsenker)Simvastatin wirkt allein oder zusammen mit Anionenaustauschern; beide werden zeitversetzt eingenommen[1, 2]Simvastatin mindestens 2 Stunden vor oder mindestens 4 Stunden nach dem Anionenaustauscher einnehmen
GrapefruitsaftMehr Simvastatin im Blut, dadurch höheres Risiko für Muskelerkrankungen[1, 2]Grapefruitsaft während der Behandlung meiden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Simvastatin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor der Behandlung über alle gesundheitlichen Probleme einschließlich Allergien [1]. Die Leberwerte sollten vor Beginn der Behandlung bestimmt werden [1, 2]. Bei Menschen asiatischer Abstammung sieht die Fachinformation vor, Simvastatin nur mit Vorsicht und in der niedrigsten erforderlichen Dosis zu verordnen: In einer Studie trat eine Muskelerkrankung bei chinesischen Teilnehmenden häufiger auf als bei nicht chinesischen (etwa 0,24 gegenüber 0,05 Prozent) [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Simvastatin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Bestehende Lebererkrankung oder unklare, anhaltende Erhöhung der Leberwerte (Serum-Transaminasen)[1, 2]
  • Schwangerschaft und Stillzeit[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme starker Hemmstoffe des Enzyms CYP3A4: Pilzmittel mit Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol oder Voriconazol; Antibiotika mit Erythromycin, Clarithromycin oder Telithromycin; HIV-Protease-Hemmer wie Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir oder Saquinavir; Boceprevir oder Telaprevir gegen Hepatitis C; Nefazodon gegen Depressionen; Arzneimittel mit Cobicistat[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Gemfibrozil (Cholesterinsenker), Ciclosporin (Mittel zur Unterdrückung des Immunsystems) oder Danazol (Hormon gegen Endometriose)[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Lomitapid bei homozygoter familiärer Hypercholesterinämie, wenn die Simvastatin-Dosis über der dafür festgelegten Grenze liegt (siehe Dosierung)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Erheblicher Alkoholkonsum[1, 2]
  • Lebererkrankung in der Vorgeschichte: Simvastatin ist möglicherweise nicht geeignet; die Leberwerte werden vor Beginn der Behandlung und bei Bedarf auch währenddessen kontrolliert[1, 2]
  • Erhöhtes Risiko für Muskelerkrankungen und Muskelzerfall: eingeschränkte Nierenfunktion, Schilddrüsenerkrankung, Alter über 65 Jahre, weibliches Geschlecht, frühere Muskelbeschwerden unter Statinen oder Fibraten, erbliche Muskelerkrankung bei sich selbst oder bei nahen Verwandten; das Risiko steigt mit der Dosis[1, 2]
  • Bevorstehende Operation: Die Behandlung muss möglicherweise einige Tage vorher unterbrochen werden, ebenso bei einer akuten schweren Erkrankung[1, 2]
  • Schwerwiegende Atemprobleme[1]
  • Asiatische Abstammung: Eine andere Dosis kann geeignet sein[1, 2]
  • Myasthenie oder okuläre Myasthenie, auch in der Vorgeschichte: Statine können sie manchmal auslösen oder verschlimmern[1, 2]
  • Diabetes mellitus oder erhöhtes Diabetesrisiko (erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte, Übergewicht, hoher Blutdruck): engmaschige ärztliche Überwachung[1, 2]
  • Behandlung mit Fusidinsäure, auch innerhalb der letzten 7 Tage[1, 2]
  • Kinder: Untersucht wurde Simvastatin bei Jungen von 10 bis 17 Jahren und bei Mädchen, deren erste Regelblutung mindestens 1 Jahr zurückliegt; bei Kindern unter 10 Jahren wurde es nicht untersucht[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Simvastatin darf in Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden, auch nicht, wenn Sie eine Schwangerschaft planen [1, 2]. Heranwachsende Mädchen sollten laut Fachinformation für die Dauer der Behandlung auf geeignete Verhütungsmethoden hingewiesen werden [2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3].

Schwangerschaft

Sie dürfen Simvastatin nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder vermuten, schwanger zu sein. Werden Sie während der Behandlung schwanger, unterbrechen Sie die Einnahme sofort und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation muss die Behandlung unterbrochen werden, bis die Schwangerschaft beendet oder sicher ausgeschlossen ist.[1, 2]

Embryotox ordnet Simvastatin den Mitteln mit widersprüchlichen oder noch unzureichenden Studienergebnissen zu. Ausgewertet wurden etwa 1.000 Schwangerschaften mit Simvastatin und etwa 3.000 mit Statinen insgesamt; die Ergebnisse sprechen insgesamt gegen ein wesentlich erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Eine Registerstudie beschrieb ein geringfügig erhöhtes Risiko für Defekte der Herzscheidewand, einige Auswertungen ein gering erhöhtes Fehlgeburtsrisiko nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel; ein ursächlicher Zusammenhang mit der Statineinnahme ist nicht gesichert. Embryotox empfiehlt, die Behandlung in der Schwangerschaft zu pausieren; nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Während der Stillzeit dürfen Sie Simvastatin nicht einnehmen, weil nicht bekannt ist, ob es in die Muttermilch übergeht.[1, 2]

Laut Embryotox liegen keine Daten zum Übergang in die Muttermilch vor. Vor allem Neugeborene und Frühgeborene sollten unter einer Statinbehandlung nicht gestillt werden; ist die Behandlung der Mutter nach kritischer Prüfung nötig, kann das Stillen laut Embryotox erwogen werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie in erheblichem Maße Alkohol trinken: Das erhöht das Risiko für einen Zerfall von Muskelzellen, und Simvastatin sollte dann nur mit Vorsicht eingesetzt werden.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Eine Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit wird nicht erwartet. Manchen Menschen wird nach der Einnahme jedoch schwindlig; das ist beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen zu berücksichtigen.[1, 2]

Einnahme

Die Tablette am Abend einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten, und so lange, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet hat. Die cholesterinsenkende Diät während der Behandlung fortsetzen und Grapefruitsaft meiden.[1]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern am nächsten Tag mit der verordneten Dosis fortfahren.[1]

Absetzen

Besprechen Sie das Absetzen vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, denn Ihre Cholesterinwerte können wieder ansteigen.[1]

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn eine Operation bevorsteht: Laut Fachinformation sollte Simvastatin einige Tage vor geplanten Operationen und bei einer akuten schweren Erkrankung vorübergehend unterbrochen werden.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie zu viel eingenommen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation wurden einige Fälle einer Überdosierung berichtet, bei keinem kam es zu Folgeerscheinungen. Spezielle Erfahrungen zur Behandlung einer Überdosierung liegen nicht vor; behandelt wird nach den Beschwerden.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt übliche Anfangsdosen und eine Höchstdosis; die Fachinformation ergänzt Grenzen für bestimmte Begleitmedikamente und für eine schwer eingeschränkte Nierenfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Tablettenstärke für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihrer Erkrankung, Ihrer bisherigen Behandlung und Ihren Risikofaktoren fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Simvastatin am Abend ein, mit oder ohne Essen, und so lange, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet hat. Die cholesterinsenkende Diät setzen Sie während der Behandlung fort [1]. Verordnet Ihnen die Ärztin oder der Arzt zusätzlich Colestyramin oder einen anderen Anionenaustauscher, nehmen Sie Simvastatin mindestens 2 Stunden davor oder mindestens 4 Stunden danach ein [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern machen Sie am nächsten Tag wie verordnet weiter [1].

Besprechen Sie ein Absetzen vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, denn die Cholesterinwerte können wieder ansteigen [1]. Steht eine Operation bevor, sagen Sie rechtzeitig Bescheid: Laut Fachinformation sollte Simvastatin einige Tage vor geplanten Operationen und bei einer akuten schweren Erkrankung vorübergehend unterbrochen werden [1, 2]. Tipps dazu im Ratgeber Medikamente vor der OP. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Simvastatin

Simvastatin gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken, außerdem in festen Kombinationen, etwa mit Ezetimib; für Kombinationspräparate gelten eigene Packungsbeilagen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Simvastatin-ratiopharm [1, 2].

Präparate mit Simvastatin
PräparatAnbieterHinweis
Simvastatin AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig
Simvastatin-CTAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig
Simvastatin-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 10, 20, 40 oder 80 mg; Grundlage dieser Seite
ZocorOrganon Healthcare GmbHverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Simvastatin-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Simvastatin-ratiopharm 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Simvastatin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Warum soll ich Simvastatin abends einnehmen?

Die Packungsbeilage sieht die Einnahme am Abend vor, die Fachinformation eine Einzeldosis am Abend. Ob Sie dabei etwas essen, spielt keine Rolle. Einen Grund für die abendliche Einnahme nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Halten Sie sich an die Verordnung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.

Was soll ich bei Muskelschmerzen unter Simvastatin tun?

Bemerken Sie Muskelschmerzen, eine Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskeln oder Muskelkrämpfe, nehmen Sie Simvastatin laut Packungsbeilage nicht weiter ein und wenden sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Erkrankungen der Muskulatur sind selten; sie können in seltenen Fällen schwerwiegend sein und bis zum Zerfall von Muskelzellen mit Nierenversagen führen. Laut Fachinformation werden dann unter anderem die Werte des Muskelenzyms Kreatinkinase (CK) im Blut bestimmt.

Darf ich Grapefruitsaft trinken, wenn ich Simvastatin nehme?

Die Packungsbeilage rät, Grapefruitsaft während der Behandlung zu meiden, weil er Bestandteile enthält, die den Abbau von Simvastatin verändern. Laut Fachinformation stieg die Menge der wirksamen Form im Blut nach großen Mengen Grapefruitsaft (über einem Liter am Tag) auf das Siebenfache, nach 240 Millilitern am Morgen bei Einnahme von Simvastatin am Abend fast auf das Doppelte. Mehr Simvastatin im Blut bedeutet ein höheres Risiko für Muskelerkrankungen.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Simvastatin nehme?

Die Packungsbeilage nennt kein allgemeines Alkoholverbot. Trinken Sie aber in erheblichem Maße Alkohol, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Das erhöht das Risiko für einen Zerfall von Muskelzellen, und Simvastatin sollte dann nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Welche Medikamente darf ich nicht zusammen mit Simvastatin nehmen?

Nicht gleichzeitig eingenommen werden dürfen unter anderem die Antibiotika Erythromycin, Clarithromycin und Telithromycin, die Pilzmittel Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol und Voriconazol, HIV-Protease-Hemmer, der Cholesterinsenker Gemfibrozil, Ciclosporin und Danazol. Müssen Sie Fusidinsäure einnehmen, wird Simvastatin vorübergehend abgesetzt. Bei weiteren Mitteln wie Amlodipin, Amiodaron, Verapamil oder Diltiazem begrenzt die Ärztin oder der Arzt die Dosis. Sagen Sie deshalb bei jeder neuen Verordnung, dass Sie Simvastatin einnehmen.

Kann Simvastatin den Blutzucker erhöhen?

Ja, Statine können den Blutzucker erhöhen. Das Risiko, einen Diabetes zu entwickeln, ist größer, wenn Sie erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte haben, übergewichtig sind und einen hohen Blutdruck haben; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt überwacht Sie dann engmaschig. Laut Fachinformation wird dieses Risiko durch die Senkung des Gefäßrisikos aufgewogen und sollte nicht zum Abbruch der Statinbehandlung führen.

Welche Dosis Simvastatin ist üblich?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihrer Erkrankung, Ihrer bisherigen Behandlung und Ihren Risikofaktoren fest. Bei bestimmten Begleitmedikamenten oder Nierenerkrankungen kann sie niedriger sein. Die Angaben der Packungsbeilage zu Anfangs- und Höchstdosis finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Darf ich Simvastatin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Nein. Simvastatin darf nicht eingenommen werden, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder vermuten, schwanger zu sein, und auch nicht in der Stillzeit. Werden Sie während der Behandlung schwanger, unterbrechen Sie die Einnahme sofort und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Das Beratungszentrum Embryotox empfiehlt, die Behandlung in der Schwangerschaft zu pausieren und nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel eine weiterführende Ultraschalluntersuchung anzubieten.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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