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Depressive Verstimmung durch Medikamente
Die Produktinformationen vieler Medikamente nennen depressive Verstimmungen und Depressionen, zum Beispiel die von Isotretinoin gegen Akne, dem Asthmamittel Montelukast, Glucocorticoiden wie Prednisolon, Antiepileptika wie Levetiracetam und Topiramat, Finasterid, Betablockern wie Propranolol und hormonellen Verhütungsmitteln. Laut Nationaler VersorgungsLeitlinie können Medikamente depressive Beschwerden mitverursachen, aufrechterhalten oder verstärken. Sprechen Sie Veränderungen Ihrer Stimmung bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, holen Sie sofort Hilfe. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Manche Medikamente können die Stimmung drücken, eine Depression auslösen oder eine bestehende verstärken. Laut Nationaler VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression können Medikamente, die wegen einer anderen Erkrankung eingenommen werden, eine depressive Symptomatik (mit-)verursachen, aufrechterhalten oder verstärken; als Beispiele nennt sie Mittel gegen Tuberkulose (Tuberkulostatika), Blutdrucksenker (Antihypertensiva), höher dosierte Kortikosteroide und Interferon alpha [1]. Typisch für eine Depression sind laut IQWiG eine gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit und wenig Interesse an Dingen, die einem vorher wichtig waren, sowie Antriebsmangel und schnelle Ermüdung [2]. In Packungsbeilagen heißen solche Nebenwirkungen etwa Depression, depressive Verstimmung, depressive Stimmungslage oder Stimmungsschwankungen [10, 19].
Welche Medikamente eine Depression auslösen können
Auch Arzneimittel, die keine Psychopharmaka sind, können psychiatrische Notfälle auslösen. Nach Erfahrung der Leitliniengruppe der NVL gilt das vor allem für höher dosierte Kortikosteroide, Interferon alpha und Isotretinoin; bei allen dreien gehören Depressionen zu den genannten Beschwerden [1]. Die Beispiele unten stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe. Jede Häufigkeit gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht.
- Isotretinoin (gegen schwere Akne): Die Packungsbeilage stuft eine Depression oder ähnliche Erkrankungen mit trauriger oder veränderter Stimmung, Angst und seelischem Unbehagen sowie die Verschlechterung einer vorhandenen Depression als selten ein, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten [3]. Sehr selten (bei bis zu 1 von 10.000) hatten Behandelte den Gedanken oder Wunsch, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, oder versuchten es; laut Packungsbeilage müssen solche Patientinnen und Patienten nicht depressiv erscheinen [3]. In einem Rote-Hand-Brief vom 3. September 2019 informierten die Zulassungsinhaber in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem BfArM über Depressionen und Stimmungsschwankungen unter Retinoiden zum Einnehmen [5]. Mehr zur Grunderkrankung: Akne.
- Montelukast (gegen Asthma): Laut Packungsbeilage wurden bei Behandelten aller Altersgruppen verschiedene neuropsychiatrische Ereignisse berichtet, etwa Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen, Depressionen und Selbstmordgefährdung [6]. Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen einschließlich Depression stuft die Packungsbeilage als gelegentlich ein (bis zu 1 von 100); bei diesen Nebenwirkungen sollen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren [6]. Nach einer Empfehlung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) vom 15. März 2019 beschloss die europäische Koordinierungsgruppe CMDh am 27. März 2019, einen eigenen Warnhinweis zu neuropsychiatrischen Ereignissen in die Fachinformationen aufzunehmen [8]. Mehr: Asthma- und COPD-Medikamente.
- Glucocorticoide (Nebennierenrindenhormone): Für Prednisolon nennen Packungsbeilage und Fachinformation unter anderem Depressionen, Gereiztheit, Stimmungslabilität, Angstgefühle, Selbstmordgefährdung und Selbstmordgedanken [14, 15]. Eine Häufigkeit geben sie nicht an: Bei einer Behandlung mit höheren Dosierungen als in der Hormonersatzbehandlung hängen diese Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Therapiedauer ab [14, 15]. Bei seelischen Erkrankungen, auch in der Vorgeschichte, einschließlich Selbstmordgefährdung, wird laut Packungsbeilage eine neurologische oder psychiatrische Überwachung empfohlen [14].
- Antiepileptika: Über Suizidgedanken und suizidales Verhalten wurde laut Fachinformation bei Patientinnen und Patienten berichtet, die mit Antiepileptika einschließlich Levetiracetam behandelt wurden; eine Metaanalyse von Studien mit Scheinmedikament (Placebo) zeigte ein leicht erhöhtes Risiko [9]. Bei Levetiracetam gehört Depression laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen (bis zu 1 von 10 Behandelten) [9]. Bei Topiramat, das gegen Epilepsie und zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt wird, ist eine neu aufgetretene oder verschlechterte Depression laut Packungsbeilage sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten) [16]. Laut Fachinformation wurde während der Behandlung mit Topiramat eine erhöhte Häufigkeit von Stimmungsschwankungen und Depression beobachtet [17].
- Finasterid: Bei Männern, die Finasterid gegen Haarausfall vom männlichen Typ oder bei gutartiger Vergrößerung der Prostata einnahmen, wurde laut den Packungsbeilagen über Stimmungsänderungen wie depressive Verstimmung, Depression und, seltener, Selbstmordgedanken berichtet [10, 12]. Ein Rote-Hand-Brief vom 15. September 2025 hält fest, dass Suizidgedanken eine Nebenwirkung von Finasterid zum Einnehmen sind; berichtet werden sie hauptsächlich bei der Behandlung von Haarausfall vom männlichen Typ (androgenetische Alopezie) [13]. Der Packung von Finasterid gegen Haarausfall liegt laut Packungsbeilage eine Patientenkarte bei, die an diese Hinweise erinnert [10]. Mehr: Haarausfall und Prostatavergrößerung.
- Betablocker: Bei Propranolol kann es laut Fachinformation häufig, insbesondere zu Beginn der Behandlung, zu Verwirrtheit, Nervosität, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen, Albträumen oder Halluzinationen kommen [18]. Blutdrucksenker (Antihypertensiva) nennt die NVL als ein Beispiel für Medikamente, die eine depressive Symptomatik (mit-)verursachen, aufrechterhalten oder verstärken können [1].
- Hormonelle Verhütungsmittel: Depressive Verstimmung und Depression sind laut Fachinformation einer Kombinationspille mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol allgemein bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel; Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein allgemein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid [20]. Die Packungsbeilage dieser Pille stuft Stimmungsschwankungen und eine depressive Stimmungslage als häufig ein; solche Nebenwirkungen können in den ersten Monaten nach Beginn der Einnahme auftreten und klingen normalerweise ab, sobald sich der Körper an die Pille gewöhnt hat [19].
- Antihormontherapie bei Brustkrebs: Bei Anastrozol, das bei Frauen nach den Wechseljahren gegen Brustkrebs angewendet wird, ist Depression laut Packungsbeilage sehr häufig [21]. Mehr: Brustkrebs: Antihormontherapie.
Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation eine Depression, depressive Verstimmung oder Stimmungsschwankungen nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Anastrozol | Sehr häufig | Depression |
| Leuprorelin | Sehr häufig | Bei Männern mit Prostatakrebs: Stimmungsschwankungen (bei Langzeitanwendung) und Depression · Bei Männern mit Prostatakrebs: Stimmungsschwankungen bei kurzer Anwendung · Bei Männern mit Prostatakrebs: Suizidgedanken,… |
| Rituximab | Sehr häufig | Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: gedrückte Stimmung, Verlust von Interesse und Freude an alltäglichen Tätigkeiten, Nervosität · Bei rheumatoider Arthritis: Angstgefühl, Depression · Bei Pemphigus vulgaris: anhaltende… |
| Topiramat | Sehr häufig | Depression, neu aufgetreten oder verschlechtert · Angst, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit · Panikstörung und Gefühl von Hoffnungslosigkeit |
| Adalimumab | Häufig | Stimmungsschwankungen, auch Depression, Angstgefühl, Schlafstörungen |
| Alprazolam | Häufig | Depression |
| Atomoxetin | Häufig | Bei Kindern und Jugendlichen: Gefühls- oder Stimmungsschwankungen · Bei Kindern und Jugendlichen: Depression, Gefühl von Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit, Angstgefühl · Bei Erwachsenen: Depression, Gefühl von… |
| Baclofen | Häufig | Depression, Schlafstörungen, gehobene Stimmungslage (Euphorie), Halluzinationen, Albträume und Verwirrtheit, insbesondere bei älteren Menschen |
| Brivaracetam | Häufig | Depression, Angst, Schlaflosigkeit (Insomnie), Reizbarkeit |
| Bromazepam | Häufig | Niedergeschlagenheit |
| Carvedilol | Häufig | Depression, depressive Verstimmung |
| Clonidin | Häufig | Schlafstörungen, depressive Verstimmungen |
| Desogestrel | Häufig | Veränderte Stimmungslage, depressive Verstimmung |
| Dienogest | Häufig | Depressive Stimmung, Schlafstörungen, Nervosität, Verlust des Interesses an Sex, Stimmungswandel · Angst, Depression, Stimmungsschwankungen |
| Drospirenon | Häufig | Verminderte sexuelle Lust (Libido), Stimmungsschwankungen · Depressive Stimmung, Depression, Angstzustände |
| Enalapril | Häufig | Depression |
| Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring) | Häufig | Depressive Verstimmung · Stimmungsänderungen, Stimmungsschwankungen (Affektlabilität) |
| Fentanyl | Häufig | Schlaflosigkeit, Depression, Angstzustände, Verwirrtheitszustand |
| Gabapentin | Häufig | Feindseligkeit gegenüber anderen, Verwirrtheit, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Angst, Nervosität, Denkstörungen |
| Guanfacin | Häufig | Depressionen, Angst oder Stimmungsschwankungen (Affektlabilität) |
| Haloperidol | Häufig | Schwerwiegende psychische Probleme wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen; Depression |
| Infliximab | Häufig | Depression, Schlafstörungen |
| Lacosamid | Häufig | Verwirrtheit, Schlafstörung, Depression |
| Letrozol | Häufig | Niedergeschlagene Stimmung (Depression) |
| Levetiracetam | Häufig | Depression, Feindseligkeit oder Aggression, Angst, Schlaflosigkeit, Nervosität oder Reizbarkeit |
| Levodopa/Carbidopa | Häufig | Psychische Veränderungen einschließlich Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Paranoia und Depression, laut Fachinformation mit oder ohne Suizidtendenzen; Phasen einer Psychose |
| Levonorgestrel | Häufig | Depressive Stimmung, Depression |
| Levonorgestrel/Ethinylestradiol | Häufig | Stimmungsschwankungen, depressive Stimmungslage |
| Lisdexamfetamin | Häufig | Gefühl der Erregung, Zerfahrenheit oder "Hippeligkeit", Angst, Depression, Aggressivität, Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen · Niedergeschlagenheit, Angst, traurige oder bedrückte Stimmung (Dysphorie) |
| Lorazepam | Häufig | Depression oder Hervortreten einer bisher verdeckten Depression |
| Medroxyprogesteron | Häufig | Depression |
| Methylphenidat | Häufig | Stimmungsveränderungen, Stimmungsschwankungen oder Veränderungen der Persönlichkeit · Depressive Stimmung |
| Metoclopramid | Häufig | Depression |
| Oxcarbazepin | Häufig | Angst und Nervosität, Depression, Stimmungsschwankungen |
| Oxycodon | Häufig | Angstzustände, Verwirrtheitszustände und Depressionen · Übererregbarkeit, Stimmungsschwankungen und euphorische Stimmung |
| Paliperidon | Häufig | Reizbarkeit (laut Fachinformation Agitiertheit), Depression, Angst |
| Pipamperon | Häufig | Depression |
| Propranolol | Häufig | Insbesondere zu Beginn der Behandlung Verwirrtheit, Nervosität, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Albträume oder Halluzinationen |
| Quetiapin | Häufig | Suizidgedanken und Verschlimmerung einer Depression |
| Risperidon | Häufig | Schlafstörungen, Reizbarkeit, Depression, Angst, innere Unruhe |
| Rivastigmin | Häufig | Angst und Depressionen |
| Sertralin | Häufig | Angst, Depression, Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität |
| Tacrolimus | Häufig | Angst, Verwirrtheit und Desorientiertheit, Depression, Stimmungsschwankungen, Albträume, Halluzinationen, psychische Erkrankungen |
| Tapentadol | Häufig | Ängstlichkeit, depressive Verstimmung, Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe |
| Terbinafin | Häufig | Depression; laut Fachinformation als Folge einer Geschmacksstörung |
| Testosteron | Häufig | Störungen der Stimmungslage; emotionale Beschwerden (Stimmungsschwankungen, affektive Störungen, Wut, Aggression, Ungeduld, Schlaflosigkeit, abnorme Träume, gesteigerte Libido) · Nervosität, Depression, Feindseligkeit |
| Trastuzumab | Häufig | Depression |
| Zolpidem | Häufig | Depression; laut Fachinformation können bereits bestehende Depressionen während der Anwendung zutage treten |
| Amlodipin | Gelegentlich | Stimmungsschwankungen, Angst, Depression, Schlaflosigkeit |
| Aripiprazol | Gelegentlich | Depression |
| Bisoprolol | Gelegentlich | Schlafstörungen, Depression |
| Brinzolamid | Gelegentlich | Depressionen, depressive Verstimmung, Nervosität, verringerte Anteilnahme (Apathie) und Albträume |
| Budesonid | Gelegentlich | Ängstlichkeit, Depression |
| Bupropion | Gelegentlich | Depressive Stimmung |
| Celecoxib | Gelegentlich | Angst, Depression, Müdigkeit (Ermüdung) |
| Diazepam | Gelegentlich | Niedergeschlagenheit (Depression) |
| Dienogest/Ethinylestradiol | Gelegentlich | Depressive Verstimmung · Depressionen, psychische Störungen, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen, Aggressionen · Stimmungsveränderungen, erhöhtes oder vermindertes sexuelles Verlangen (Libido) |
| Digitoxin | Gelegentlich | Psychische Veränderungen (z. B. Albträume, Agitiertheit, Verwirrtheit), Depressionen, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Psychosen |
| Dimenhydrinat | Gelegentlich | Gedrückte (depressive) oder gehobene (euphorische) Stimmungslage |
| Doxazosin | Gelegentlich | Angst, Depression, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit) |
| Dydrogesteron | Gelegentlich | Depressive Verstimmung |
| Estradiol | Gelegentlich | Depressive Verstimmung, Schlaflosigkeit |
| Etoricoxib | Gelegentlich | Angstgefühl, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Halluzinationen (Dinge sehen, fühlen oder hören, die nicht da sind) |
| Finasterid | Gelegentlich | Depressionen (Filmtabletten mit 5 mg) · Depression (Filmtabletten mit 1 mg gegen Haarausfall) |
| Hydromorphon | Gelegentlich | Übererregbarkeit (Agitiertheit), Depressionen, euphorische Stimmung |
| Lisinopril | Gelegentlich | Stimmungsschwankungen; Sehen oder Hören von Dingen, die nicht da sind (Halluzinationen) · Anzeichen einer Depression |
| Methotrexat | Gelegentlich | Depressionen |
| Metoprolol | Gelegentlich | Depression, Konzentrationsstörungen, Benommenheit oder Schlaflosigkeit, Albträume |
| Metronidazol | Gelegentlich | Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Verwirrtheitszustände, Erregbarkeit, traurige Verstimmtheit (Depression) |
| Montelukast | Gelegentlich | Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen: Erregbarkeit einschließlich aggressiven oder feindseligen Verhaltens, Depression |
| Moxonidin | Gelegentlich | Depression, Angst, Nervosität, vermindertes sexuelles Verlangen (Libidoverlust) |
| Nebivolol | Gelegentlich | Depression |
| Pregabalin | Gelegentlich | Depressionen, Niedergeschlagenheit, Stimmungsschwankungen, gehobene Stimmung |
| Ramipril | Gelegentlich | Depressive Verstimmung, Angst, Nervosität oder Unruhe |
| Sulfasalazin | Gelegentlich | Depression |
| Telmisartan | Gelegentlich | Depression |
| Ustekinumab | Gelegentlich | Depression |
| Atenolol | Selten | Depressive Verstimmungen |
| Carbamazepin | Selten | Sinnestäuschungen (optische und akustische Halluzinationen), Depression, depressive oder manische Verstimmungen, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten; laut Packungsbeilage auch Verwirrtheit und Unruhe |
| Cetirizin | Selten | Depression, Halluzinationen, Aggression, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit |
| Ciprofloxacin | Selten | Verwirrtheit, Desorientiertheit, Angstzustände, Albträume, Depressionen (die möglicherweise zu Selbstmordgedanken, Selbstmordversuchen oder vollendetem Selbstmord führen können) oder Halluzinationen |
| Dihydralazin | Selten | Depressive Verstimmungen |
| Esomeprazol | Selten | Erregung, Verwirrtheitszustände oder Depressionen |
| Febuxostat | Selten | Nervosität, Niedergeschlagenheit (depressive Verstimmung), Schlafstörung |
| Flecainid | Selten | Depression; die Packungsbeilage spricht von schwerer Depression |
| Folsäure | Selten | Nach sehr hohen Folsäure-Dosierungen: Schlafstörungen, Erregung oder Depressionen |
| Hydrochlorothiazid | Selten | Depressionen, Schlaflosigkeit |
| Isotretinoin | Selten | Depression oder ähnliche Erkrankungen mit trauriger oder veränderter Stimmung, Angst und seelischem Unbehagen; Verschlechterung einer bestehenden Depression; laut Fachinformation auch Stimmungsschwankungen · Gedanken… |
| Levofloxacin | Selten | Niedergeschlagenheit (Depression), psychische Störungen, Unruhe (Agitiertheit), ungewöhnliche Träume, Albträume; laut Fachinformation auch Delirium |
| Melatonin | Selten | Depressionen, gedrückte Stimmung, veränderte Stimmungslage, Weinerlichkeit |
| Moxifloxacin | Selten | Depressionen (sehr selten bis zur Selbstgefährdung wie Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuchen), Gemütsschwankungen (emotionale Labilität) |
| Nitrofurantoin | Selten | Verwirrtheit, Depression, Euphorie und psychotische Reaktionen |
| Omeprazol | Selten | Aufregung (Erregungszustände), Verwirrtheit und Niedergeschlagenheit (Depressionen) |
| Pantoprazol | Selten | Depressionen, auch Verschlechterung einer bestehenden Depression |
| Prednison | Selten | Depressionen (Traurigkeit), Gereiztheit, Glücksgefühle, die nicht der Realität entsprechen (Euphorie), und erhöhter Antrieb |
| Pridinol | Selten | Angstgefühl, Depression |
| Timolol | Selten | Depressionen |
| Budesonid/Formoterol | Sehr selten | Depression; Verhaltensänderungen, insbesondere bei Kindern |
| Buprenorphin | Sehr selten | Abhängigkeit, Stimmungsschwankungen |
| Diclofenac | Sehr selten | Depression |
| Famotidin | Sehr selten | Vorübergehende (reversible) psychische Störungen wie Halluzinationen, Desorientiertheit, Verwirrtheits-, Angst- und Unruhezustände, Depression |
| Ibuprofen | Sehr selten | Depression |
| Progesteron | Sehr selten | Depression |
| Beclometason | Nicht bekannt | Unruhe (psychomotorische Hyperaktivität), Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Aggressivität, Verhaltensänderungen (insbesondere bei Kindern) |
| Beclometason/Formoterol | Nicht bekannt | Schlafprobleme, Depressionen oder ein Gefühl der Besorgtheit, Ruhelosigkeit, Nervosität, Übererregung oder Reizbarkeit, eher bei Kindern; laut Fachinformation auch Aggression und Verhaltensänderungen |
| Clarithromycin | Nicht bekannt | Depression und Albträume |
| Codein | Nicht bekannt | Stimmungsschwankungen |
| Desloratadin | Nicht bekannt | Depressive Verstimmung |
| Dexamethason | Nicht bekannt | Depressionen, Gereiztheit, Euphorie und Antriebssteigerung |
| Doxylamin | Nicht bekannt | Depressionen |
| Ezetimib | Nicht bekannt | Depression |
| Hydroxychloroquin | Nicht bekannt | Depression, Halluzinationen, Nervosität oder Angstzustände, Verwirrtheit, Unruhe, Schlafstörungen, Hochgefühl oder Überreizung (Manie), Wahnvorstellungen; auch der Ausbruch einer Psychose ist möglich |
| Levocetirizin | Nicht bekannt | Depression, Schlaflosigkeit, Albträume |
| Levodopa/Benserazid | Nicht bekannt | Depressionen, die bei der Parkinson-Krankheit oder dem Syndrom der unruhigen Beine aber auch Teil der Erkrankung sein können |
| Losartan | Nicht bekannt | Depression |
| Oxazepam | Nicht bekannt | Depression, depressive Stimmung |
| Prednisolon | Nicht bekannt | Depressionen, Gereiztheit, Euphorie und Antriebssteigerung · Stimmungsschwankungen (Stimmungslabilität) und Angstgefühle |
| Rosuvastatin | Nicht bekannt | Depressionen |
| Salmeterol/Fluticason | Nicht bekannt | Depressionen oder Aggression, in erster Linie bei Kindern |
| Simvastatin | Nicht bekannt | Depression |
| Trimipramin | Nicht bekannt | Stimmungsschwankungen |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (121 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Depressive Verstimmung als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (2 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Pramipexol | Nach dem Absetzen oder einer Verringerung der Dosis: Depression, Teilnahmslosigkeit (Apathie), Angst, Müdigkeit, Schwitzen oder Schmerzen (Dopaminagonistenentzugssyndrom, DAWS) | Nicht bekannt |
| Ropinirol | Nach dem Beenden oder Verringern der Behandlung: Depression, Teilnahmslosigkeit (Apathie), Angst, Antriebslosigkeit, Schwitzen oder Schmerzen (Dopaminagonisten-Absetzsyndrom, DAWS) | Nicht bekannt |
Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen. Verwandte Beschwerden: Unruhe und Angst, Aggressivität, Schlafstörungen.
Woran Sie eine Depression durch ein Medikament erkennen
Ob eine Depression vorliegt, klären Fachleute laut IQWiG in zwei Schritten: Sie fragen nach Beschwerden, die auf eine Depression hinweisen können, und versuchen, andere Erkrankungen oder Probleme mit ähnlichen Beschwerden auszuschließen [2]. Als Hauptsymptome nennt das IQWiG eine gedrückte, depressive Stimmung, Freudlosigkeit und wenig Interesse an Dingen, die einem vorher wichtig waren, sowie Antriebsmangel und schnelle Ermüdung; als Nebensymptome gelten unter anderem verminderte Konzentration, Schuldgefühle, innere Unruhe, Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit sowie Gedanken an Selbsttötung oder Selbsttötungsversuche [2]. Halten mehrere Haupt- und Nebensymptome zwei Wochen oder länger an, wird eine Depression festgestellt [2].
Einige Produktinformationen nennen einen zeitlichen Bezug zur Behandlung. Laut Fachinformation von Propranolol können depressive Verstimmungen insbesondere zu Beginn der Behandlung auftreten [18]. Bei der Kombinationspille sollte Frauen laut Fachinformation geraten werden, sich bei Stimmungsschwankungen und depressiven Beschwerden an die Ärztin oder den Arzt zu wenden, auch wenn diese kurz nach Beginn der Behandlung auftreten [20]. Bei Montelukast führten neuropsychiatrische Ereignisse laut der europäischen Bewertung in gemeldeten Fällen zu erheblicher Behinderung und Leiden, bevor sie als wahrscheinliche Nebenwirkungen erkannt wurden; sie traten scheinbar unregelmäßig auf [8].
Laut Packungsbeilage von Isotretinoin kann es sein, dass Sie einige Veränderungen in Ihrer Stimmung und in Ihrem Verhalten nicht wahrnehmen; deshalb ist es sehr wichtig, Freunden und Familie zu erzählen, dass Sie dieses Arzneimittel einnehmen, damit sie solche Veränderungen bemerken können [3]. Auch bei Montelukast sollen laut Fachinformation Patientinnen, Patienten und Pflegepersonen auf neuropsychiatrische Ereignisse achten und die Ärztin oder den Arzt informieren, wenn sie auftreten [7].
Schwierig ist die Zuordnung, wenn die Grunderkrankung selbst die Psyche belastet. Laut Rote-Hand-Brief zu den Retinoiden zeigt die verfügbare Evidenz widersprüchliche Ergebnisse: Ein eindeutiger Anstieg des Risikos für psychiatrische Erkrankungen unter Retinoiden zum Einnehmen ließ sich nicht nachweisen, und Menschen mit schweren Hauterkrankungen haben an sich ein erhöhtes Risiko für psychiatrische Erkrankungen [5]. Bei Antidepressiva ist laut Fachinformation von Sertralin die depressive Erkrankung selbst mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken, selbstschädigendes Verhalten und Suizid verbunden, bis die Beschwerden deutlich nachlassen [25]. Bei Terbinafin-Tabletten gegen Pilzinfektionen der Haut und der Nägel nennt die Packungsbeilage Depression als Nebenwirkung; laut Fachinformation treten Angstzustände und Depressionssymptome als Folge einer Geschmacksstörung auf [22, 23]. Mehr: Geschmacksstörungen.
Ob ein Medikament beteiligt ist, beurteilt die Ärztin oder der Arzt. Die NVL empfiehlt ("soll", starke Empfehlung), die Einnahme von Medikamenten, die mit depressiven Symptomen einhergehen können, sorgfältig zu prüfen [1]. Wie Sie die Angaben Ihrer Packungsbeilage lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen; wenn Sie mehrere Mittel einnehmen, hilft der Ratgeber Viele Medikamente gleichzeitig.
Warum Medikamente eine Depression auslösen können
Allgemein hält die NVL fest, dass Medikamente eine depressive Symptomatik mitverursachen, aufrechterhalten oder verstärken können [1]. Für Suizidgedanken und suizidales Verhalten unter Antiepileptika wie Levetiracetam und Topiramat ist der Mechanismus laut Fachinformation nicht bekannt [9, 17].
Manchmal trägt eine andere Nebenwirkung zur Verstimmung bei. Laut Fachinformation von Finasterid gegen Haarausfall wurde bei einigen Patienten über sexuelle Funktionsstörungen berichtet, die zu Stimmungsänderungen einschließlich Suizidgedanken beitragen können [11]. Auch der Rote-Hand-Brief vom 15. September 2025 beschreibt Fälle, in denen sexuelle Funktionsstörungen zur Entwicklung von Stimmungsänderungen beitrugen [13]. Mehr: Libido- und Potenzstörungen.
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Prednisolon sollen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage auf keinen Fall selbst abbrechen; treten psychische Verstimmungen auf, sollen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren [14]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen.
Veränderungen ansprechen. Treten unter einer Kombinationspille Stimmungsschwankungen und depressive Beschwerden auf, lassen Sie sich laut Packungsbeilage so schnell wie möglich ärztlich beraten [19]. Unter Montelukast wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihr Kind solche Beschwerden entwickeln [6]. Laut Fachinformation können die Beschwerden schwerwiegend sein und anhalten, wenn die Behandlung nicht abgesetzt wird. Die Fachinformation sieht für diesen Fall vor, die Behandlung abzubrechen oder sie nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken durch die verordnende Person fortzuführen [7]. Bei Isotretinoin kann die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage das Absetzen anordnen; möglicherweise reicht das nicht aus, um die Probleme zu beenden, und Sie benötigen weitere Hilfe [3]. Laut Fachinformation kann dann eine weitere psychiatrische oder psychologische Abklärung notwendig sein [4].
Vorerkrankungen vorher nennen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt laut Packungsbeilage von Isotretinoin, wenn Sie schon einmal eine psychische Erkrankung hatten, etwa eine Depression, Suizidgedanken oder eine Psychose, oder wenn Sie Medikamente gegen eine dieser Erkrankungen einnehmen [3]. Auch die Packungsbeilage der Kombinationspille bittet Sie, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu informieren, wenn Sie unter Depressionen leiden [19]. Eine Liste aller Mittel hilft dabei; dafür gibt es den Medikationsplan. Fragen für das Gespräch sammeln Sie mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch.
Vertraute Menschen einbeziehen. Laut Packungsbeilage von Sertralin kann es hilfreich sein, einer Freundin, einem Freund oder Verwandten zu erzählen, dass Sie depressiv sind, und sie zu bitten, Ihnen mitzuteilen, wenn sie den Eindruck haben, dass sich Ihre Depression verschlimmert, oder wenn sie sich Sorgen über Veränderungen Ihres Verhaltens machen [24]. Laut IQWiG ist die Unterstützung durch nahestehende Menschen sehr wichtig [2].
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können Nebenwirkungen außerdem direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [6]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden; über Rote-Hand-Briefe informiert der Ratgeber Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Gibt es Anzeichen dafür, dass sich jemand das Leben nehmen könnte, ist es laut IQWiG enorm wichtig, sie ernst zu nehmen und mit anderen darüber zu sprechen; ist jemand akut gefährdet, sollte die 112 angerufen werden [2]. Suizidversuche aller Art nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Fall für die Notrufnummer 112 [27]. In Notfällen wie akuter Suizidgefahr stehen laut IQWiG auch psychiatrisch-psychotherapeutische Praxen mit Notfalldienst und die Notfallambulanzen psychiatrisch-psychotherapeutischer Krankenhäuser zur Verfügung [2]. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 [26].
Laut Packungsbeilage von Sertralin können bei Menschen mit Depression oder Angststörung Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, bei der erstmaligen Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein, weil diese Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken (gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger); entwickeln Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, sollen Sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gehen oder unverzüglich ein Krankenhaus aufsuchen [24]. Unter Isotretinoin kontaktieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Anzeichen eines psychischen Problems auftreten [3]. Unter Levetiracetam benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Anzeichen von Depression oder Suizidgedanken haben [9]. Bei einer neu aufgetretenen oder verschlechterten Depression unter Topiramat informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder begeben sich umgehend in ärztliche Behandlung [16]. Bei Finasterid gegen Haarausfall sollen Sie bei depressiver Verstimmung, Depression oder Selbstmordgedanken die Einnahme laut Packungsbeilage beenden und unverzüglich ärztlichen Rat einholen [10, 13]; bei Finasterid gegen die gutartige Prostatavergrößerung fragen Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [12]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Abgesehen von solchen in der Packungsbeilage genannten Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Andere Ursachen
Nicht jede Depression unter einem Medikament kommt vom Medikament. Jeder Mensch ist laut IQWiG ab und an niedergeschlagen und lustlos; solche Phasen gehen normalerweise nach einer Weile vorüber, während bei einer Depression die traurigen Gefühle und negativen Gedanken andauern [2]. Wie Depressionen entstehen, ist laut IQWiG bisher nicht genau bekannt; man geht davon aus, dass biologische Vorgänge, psychische und soziale Faktoren, die persönliche Situation und besondere Ereignisse im Leben zusammenwirken [2].
Zur Entstehung beitragen können laut IQWiG zum Beispiel eine erbliche Veranlagung, belastende Erlebnisse wie eine Trennung oder der Tod eines geliebten Menschen, andere psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Suchterkrankungen, Veränderungen des Stoffwechsels und hormonelle Veränderungen, belastende Lebensumstände wie anhaltender Stress, Überforderung oder Einsamkeit sowie Lichtmangel in den dunklen Herbst- und Wintermonaten [2]. Auch körperliche Erkrankungen kommen infrage, etwa ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt, eine Krebserkrankung oder eine Schilddrüsenunterfunktion [2]. Die NVL nennt außerdem Tumorerkrankungen, Erkrankungen von Muskeln und Skelett, des Hormonsystems, des Herz-Kreislauf-Systems und der Lunge, Stoffwechselstörungen, Allergien, Infektionen und Erkrankungen des Gehirns als mögliche Begleiter depressiver Symptome [1].
Über die Hälfte der Menschen mit einer Depression hat laut IQWiG noch weitere Erkrankungen; sie können zur Entstehung einer Depression beitragen, aber auch eine Folge der Depression sein [2]. Es kann außerdem zu Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch kommen, was die Depression noch verstärken kann [2]. Bei einer bipolaren Erkrankung kommt es laut IQWiG neben depressiven auch zu euphorischen Phasen [2]. Mehr dazu: Depression, Bipolare Störung und Alkoholabhängigkeit.
Quellen
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023 (gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 12.10.2026
- Depression. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Isotretinoin-ratiopharm® 20 mg Weichkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Isotretinoin-ratiopharm® Weichkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Retinoiden (Acitretin, Adapalen, Alitretinoin, Bexaroten, Isotretinoin, Tazaroten, Tretinoin): Aktualisierungen zu Teratogenität und neuropsychiatrischen Erkrankungen. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht vom BfArM am 09.09.2019). Stand 03.09.2019. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Montelukast-ratiopharm® 10 mg Filmtabletten (Versionscode Z08). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Montelukast-ratiopharm® 10 mg Filmtabletten (Version 5). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Position der CMDh zum PSUR-Bewertungsverfahren Montelukast (PSUSA/00002087/201807) mit wissenschaftlichen Schlussfolgerungen des PRAC. Koordinierungsgruppe CMDh, Europäische Arzneimittel-Agentur (veröffentlicht vom BfArM). Stand 27.03.2019 (PRAC-Empfehlung 15.03.2019). abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Keppra (Levetiracetam), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. UCB Pharma S.A. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Finasterid STADA® 1 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Finasterid STADA® 1 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Finasterid STADA® 5 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Finasterid und Dutasterid: Neue Maßnahmen zur Minimierung des Risikos für Suizidgedanken. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht vom BfArM). Stand 15.09.2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Topiramat-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Topiramat-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Propranolol STADA® 40 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Asumate® 30 150/30 Mikrogramm Filmtabletten (Levonorgestrel/Ethinylestradiol). Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Asumate® 30 150/30 Mikrogramm Filmtabletten (Levonorgestrel/Ethinylestradiol). Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Anastrozol-ratiopharm® 1 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Terbinafin-ratiopharm® 250 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Terbinafin-ratiopharm® 250 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Sertralin-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- TelefonSeelsorge Deutschland (Startseite). TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können Depressionen auslösen?
Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression nennt als Beispiele Mittel gegen Tuberkulose, Blutdrucksenker, höher dosierte Kortikosteroide und Interferon alpha. Außerdem stehen Depressionen oder depressive Verstimmungen etwa in den Produktinformationen von Isotretinoin, Montelukast, Prednisolon, Levetiracetam, Topiramat, Finasterid, Propranolol, Anastrozol und hormonellen Verhütungsmitteln. Welche Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief betroffen sind und wie häufig, zeigt die Tabelle auf dieser Seite. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Kann Isotretinoin gegen Akne depressiv machen?
Die Packungsbeilage von Isotretinoin nennt Depression oder ähnliche Erkrankungen sowie die Verschlechterung einer bestehenden Depression als seltene Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten. Sehr selten kam es zu Suizidgedanken oder Suizidversuchen. Laut Rote-Hand-Brief vom 3. September 2019 ließ sich ein eindeutiger Anstieg des Risikos nicht nachweisen; Menschen mit schweren Hauterkrankungen haben an sich ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen. Bemerken Sie Anzeichen eines psychischen Problems, kontaktieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Kann Montelukast die Stimmung verändern?
Ja. Laut Packungsbeilage wurden bei Behandelten aller Altersgruppen verschiedene neuropsychiatrische Ereignisse berichtet, etwa Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen, Depressionen und Selbstmordgefährdung. Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen einschließlich Depression stuft die Packungsbeilage als gelegentlich ein. Wenn Sie oder Ihr Kind solche Beschwerden bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Ob die Behandlung beendet wird, entscheidet sie oder er.
Kann eine Kortisonbehandlung depressiv machen?
Für das Glucocorticoid Prednisolon nennen Packungsbeilage und Fachinformation unter anderem Depressionen, Gereiztheit, Stimmungslabilität, Angstgefühle und Selbstmordgedanken. Eine Häufigkeit geben sie nicht an, weil diese Nebenwirkungen bei höheren Dosierungen sehr stark von Dosis und Therapiedauer abhängen. Psychische Verstimmungen sollen Sie sofort Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitteilen; die Behandlung sollen Sie laut Packungsbeilage auf keinen Fall selbst abbrechen.
Kann die Pille depressiv machen?
Depressive Verstimmung und Depression sind laut Fachinformation einer Kombinationspille mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol allgemein bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Die Packungsbeilage dieser Pille stuft Stimmungsschwankungen und eine depressive Stimmungslage als häufig ein. Wenn bei Ihnen Stimmungsschwankungen und depressive Beschwerden auftreten, auch kurz nach Beginn der Einnahme, lassen Sie sich so schnell wie möglich ärztlich beraten.
Was tun bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen?
Holen Sie sofort Hilfe. Bei akuter Gefahr rufen Sie den Notruf 112. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Laut Packungsbeilage von Sertralin sollen Sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gehen oder unverzüglich ein Krankenhaus aufsuchen, wenn Sie Gedanken entwickeln, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Weitere Nummern stehen unter Notfall und Giftnotruf.
Soll ich das Medikament absetzen, wenn ich mich depressiv fühle?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sprechen Sie die Veränderungen Ihrer Stimmung zeitnah an. Einzelne Packungsbeilagen sehen etwas anderes vor: Bei Finasterid gegen Haarausfall sollen Sie bei depressiver Verstimmung, Depression oder Selbstmordgedanken die Einnahme beenden und unverzüglich ärztlichen Rat einholen. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
Woran erkenne ich, ob die Depression vom Medikament kommt?
Das klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Laut IQWiG können auch belastende Erlebnisse, Stress sowie andere psychische und körperliche Erkrankungen zu einer Depression beitragen. Bei Isotretinoin weist der Rote-Hand-Brief darauf hin, dass Menschen mit schweren Hauterkrankungen an sich ein erhöhtes Risiko für psychiatrische Erkrankungen haben. Die Nationale VersorgungsLeitlinie empfiehlt, die eingenommenen Medikamente sorgfältig zu prüfen. Notieren Sie, seit wann Sie welches Mittel einnehmen und seit wann sich Ihre Stimmung verändert hat, und nehmen Sie eine Liste aller Medikamente mit in die Praxis.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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Nebenwirkungen Vermehrtes Schwitzen durch MedikamenteManche Medikamente können vermehrtes Schwitzen auslösen, etwa einige Antidepressiva und Opioide.
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Nebenwirkungen Natriummangel (Hyponatriämie) durch MedikamenteManche Medikamente können den Natriumwert im Blut senken, etwa Entwässerungsmittel und einige Antidepressiva.
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Nebenwirkungen Magenbeschwerden und Sodbrennen durch MedikamenteViele Medikamente können Magenschmerzen, Sodbrennen oder Verdauungsbeschwerden auslösen, etwa Schmerzmittel wie Ibuprofen.
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