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Oxazepam: Nebenwirkungen und Wirkung

Oxazepam ist ein verschreibungspflichtiges Beruhigungs- und Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine zur symptomatischen Behandlung von Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen und von Durchschlafstörungen. Häufig sind Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Übelkeit und Mundtrockenheit. Oxazepam kann bereits im therapeutischen Dosierungsbereich abhängig machen; die Behandlung ist zeitlich begrenzt und wird durch langsame Verringerung der Dosis beendet.

Frau in den Fünfzigern sitzt am Abend in einem ruhigen Wohnzimmer in einem Sessel und hält eine Tasse Kräutertee, warmes Lampenlicht
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit (Somnolenz), Beruhigung (Sedierung)[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Mundtrockenheit[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Oxazepam eingesetzt?

Oxazepam ist ein verschreibungspflichtiges Beruhigungs- und Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine [1, 2]. Tabletten mit 10 mg werden angewendet zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen und zur symptomatischen Behandlung von Durchschlafstörungen [1, 2]. Tabletten mit 50 mg sind nur zur ergänzenden kurzfristigen Behandlung schwerer Angst-, Spannungs- und Erregungszustände bei Patientinnen und Patienten im Krankenhaus vorgesehen, wenn eine hoch dosierte Behandlung mit Benzodiazepinen erforderlich ist [3].

Benzodiazepine beseitigen laut Packungsbeilage nicht die Ursache der Beschwerden; sie vermindern den Leidensdruck und können helfen, den Zugang zu einer weiterführenden Behandlung zu erleichtern [1]. Nicht alle Angst-, Spannungs- und Erregungszustände oder Schlafstörungen müssen mit Medikamenten behandelt werden: Sie sind häufig Folge körperlicher oder seelischer Erkrankungen und lassen sich durch andere Maßnahmen oder die gezielte Behandlung der Grunderkrankung beheben [1, 2]. Mehr dazu auf den Seiten Angststörung und Schlafstörungen.

Oxazepam steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Zubereitungen mit bis zu 50 mg Oxazepam je Tablette oder anderer abgeteilter Form ohne weiteren Stoff dieser Anlagen sind davon ausgenommen; sie sind nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig [4, 5].

Wie wirkt Oxazepam?

Laut Fachinformation dämpft Oxazepam Angst, Spannung und Erregung und wirkt beruhigend und schlaffördernd; in hohen Dosen senkt es außerdem die Muskelspannung und hemmt Krampfanfälle [2]. Es bindet an Benzodiazepin-Rezeptoren im zentralen Nervensystem und verstärkt so die hemmende Wirkung des Botenstoffs GABA [2].

Oxazepam wird nach dem Einnehmen langsam, aber nahezu vollständig aufgenommen; die höchsten Blutspiegel sind meist nach 1 bis 3 Stunden erreicht [2]. Die Halbwertszeit im Blut wird mit 6 bis 25 Stunden angegeben; bei Frauen war sie in Studien im Durchschnitt länger als bei Männern [2]. Die Leber wandelt Oxazepam in ein unwirksames Abbauprodukt um, das fast ausschließlich über die Nieren ausgeschieden wird; Lebererkrankungen verändern Abbau und Ausscheidung laut Fachinformation nicht wesentlich [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bei bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Nebenwirkungen sind häufig abhängig von der Dosis unterschiedlich stark ausgeprägt und treten vor allem in den ersten Tagen der Behandlung und bei älteren Menschen auf; durch eine sorgfältige, individuelle Einstellung der Tagesdosis lassen sie sich vermindern oder vermeiden [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Beruhigung, Schläfrigkeit, verlängerte Reaktionszeit, Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit und Benommenheit können auch am Folgetag noch bestehen [1, 2]. Eine bisher unerkannte Depression kann während der Einnahme von Benzodiazepinen zutage treten [1, 2]. Weitere Wirkungen, die bisher nicht für Oxazepam, aber für ähnliche Wirkstoffe berichtet wurden, sind laut Packungsbeilage unter anderem Zyklusstörungen, Blutbildveränderungen, verschwommenes Sehen, Doppelbilder und Inkontinenz [1, 2]. Mehr dazu auf den Seiten Müdigkeit und Abhängigkeit.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Psychische und sogenannte paradoxe Reaktionen, etwa Unruhe, Reizbarkeit oder Aggressivität, können laut Packungsbeilage insbesondere bei älteren Menschen und Kindern auftreten; in diesen Fällen sollte die Behandlung beendet werden [1, 2]. Wer Oxazepam zusammen mit Opioiden erhält, sollte laut Fachinformation engmaschig auf Zeichen einer gedämpften Atmung (Atemdepression) und einer Beruhigung (Sedierung) überwacht werden; auch Angehörige sollten diese Zeichen kennen [1, 2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Älterer Mann geht zu Hause vorsichtig eine helle Treppe hinunter und hält sich am Handlauf fest
Bild: KI-generiert

Müdigkeit am nächsten Morgen: Nehmen Sie Oxazepam abends nicht auf vollen Magen ein; sonst setzt die Wirkung verzögert ein, und je nach Schlafdauer ist am nächsten Morgen mit stärkeren Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen zu rechnen [1]. Eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden kann außerdem das Risiko von Gedächtnislücken verringern [1, 2].

Stürze: Bei älteren Menschen ist wegen der Sturzgefahr Vorsicht geboten, besonders beim nächtlichen Aufstehen. Muskelschwäche gehört zu den möglichen Nebenwirkungen, und muskelentspannende Mittel können die muskelentspannende Wirkung verstärken; das erhöht die Sturzgefahr [1, 2]. Hinweise für ältere Menschen gibt der Ratgeber Medikamente im Alter.

Nachlassende Wirkung: Erhöhen Sie die verordnete Dosis nicht selbst und verkürzen Sie die Abstände zwischen den Einnahmen nicht, auch wenn die Wirkung nachlässt; das kann ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein [1]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie die Wirkung als zu stark oder zu schwach empfinden; zu Beginn der Behandlung ist laut Packungsbeilage ein Folgetermin zu vereinbaren [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Besonders wichtig sind Opioide: Zusammen mit Oxazepam erhöhen sie das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden und Koma, was lebensbedrohlich sein kann [1, 2]. Auch mit anderen Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen (etwa Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Neuroleptika oder sedierende Antihistaminika), kann sich die dämpfende Wirkung gegenseitig verstärken [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Oxazepam
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Opioide (starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel)Höheres Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; kann lebensbedrohlich sein[1, 2]Gleichzeitige Anwendung nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; Dosis und Dauer begrenzt die Ärztin oder der Arzt
Beruhigungs-, Schlaf- und Narkosemittel, starke Schmerzmittel, Mittel gegen Anfallsleiden (Antiepileptika), Mittel gegen geistig-seelische Störungen (Antidepressiva, angstlösende Mittel, Neuroleptika, Lithium), sedierende Antihistaminika (gegen Allergien oder Erkältungen) und BetablockerGegenseitige Verstärkung der dämpfenden Wirkung auf das zentrale Nervensystem[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Schmerzmittel vom OpiattypKönnen die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit fördern[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien)Verstärkte muskelentspannende Wirkung, besonders bei älteren Menschen und höherer Dosierung (Sturzgefahr)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Dauerbehandlung mit anderen Arzneimitteln, etwa gegen Bluthochdruck oder DiabetesArt und Umfang von Wechselwirkungen sind nicht sicher vorhersehbar[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt klärt solche Dauerbehandlungen vorher ab; besondere Vorsicht vor allem vor Beginn der Behandlung
AlkoholVerändert und verstärkt die Wirkung von Oxazepam in nicht vorhersehbarer Weise[1, 2]Möglichst keinen Alkohol trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Oxazepam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Oxazepam darf unter anderem nicht eingenommen werden, wenn Sie von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen abhängig waren oder sind, bei einer akuten Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln oder Mitteln gegen geistig-seelische Störungen, bei Myasthenia gravis und bei bestimmten Störungen der Bewegungskoordination [1, 2]. Die vollständige Liste und die Punkte, bei denen besondere Vorsicht geboten ist, stehen unten. Benzodiazepine sind laut Packungsbeilage ausschließlich zur Behandlung krankhafter Zustände geeignet und dürfen nur nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Oxazepam, andere Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Frühere oder bestehende Abhängigkeit von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen[1, 2]
  • Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln oder mit Arzneimitteln gegen geistig-seelische Störungen (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)[1, 2]
  • Eine bestimmte schwere, krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]
  • Störungen der Gang- und Bewegungskoordination (spinale und zerebellare Ataxien)[1, 2]
  • Tabletten mit 50 mg: Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren, wegen des hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet[3]

Besondere Vorsicht bei

  • Chronische Atemwegserkrankungen oder Atemschwäche (zum Beispiel chronisch verengte Atemwege) und kurzzeitiges Aussetzen der Atmung im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom)[1, 2]
  • Abhängigkeit: Oxazepam kann körperlich und psychisch abhängig machen, nicht nur bei missbräuchlicher Anwendung besonders hoher Dosen, sondern bereits im therapeutischen Dosierungsbereich. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer der Behandlung und ist bei früherem Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch erhöht; bereits die tägliche Anwendung über wenige Wochen birgt die Gefahr einer Abhängigkeit[1, 2]
  • Wirkungsverlust: Nach Einnahme über einige Wochen kann die Wirkung nachlassen (Toleranz)[1, 2]
  • Gedächtnislücken (anterograde Amnesie): Handlungen nach der Einnahme werden später unter Umständen nicht mehr erinnert. Das Risiko steigt mit der Dosis und lässt sich durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden verringern[1, 2]
  • Depression: Oxazepam sollte nicht allein zur Behandlung von Depressionen oder von Angstzuständen mit Depression angewendet werden, da sich die depressiven Beschwerden verstärken und die Suizidgefahr steigen kann[1, 2]
  • Psychosen: Oxazepam wird nicht zur Grundbehandlung bestimmter seelischer Erkrankungen (Psychosen) empfohlen[1, 2]
  • Ältere und geschwächte Menschen, Herzschwäche oder niedriger Blutdruck (die Betroffenen sprechen auf Benzodiazepine oft stärker als erwünscht an), hirnorganische Veränderungen oder eingeschränkte Nierenfunktion: Vorsicht ist geboten; gegebenenfalls wird die Dosis verringert oder Oxazepam abgesetzt. Bei älteren Menschen ist wegen der Sturzgefahr besonders beim nächtlichen Aufstehen Vorsicht geboten[1, 2]
  • Blutdruckabfall: Vorsicht bei Menschen, bei denen ein Blutdruckabfall zu Komplikationen führen könnte, insbesondere im höheren Alter[1, 2]
  • Epilepsie: Ein plötzliches Absetzen kann Krampfanfälle auslösen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nur nach besonders sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko und so kurz wie möglich; Kinder unter 7 Jahren sollten nicht mit Oxazepam behandelt werden[1, 2]
  • Langzeitbehandlung: Laut Fachinformation werden Kontrollen des Blutbilds sowie der Leber- und Nierenfunktion empfohlen[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Möchten Sie während der Behandlung schwanger werden oder vermuten Sie eine Schwangerschaft, teilen Sie das umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit [1, 2]. Zum Thema Fahren gibt der Ratgeber Medikamente und Autofahren allgemeine Hinweise, zum Thema Alkohol der Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sollte Oxazepam nur in Ausnahmefällen aus zwingenden Gründen verordnet werden, da der Wirkstoff den Kreislauf des Kindes ungehindert erreichen kann. Möchten Sie schwanger werden oder vermuten Sie eine Schwangerschaft, teilen Sie das umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit. Nach längerer Einnahme in der Schwangerschaft können beim Neugeborenen Entzugserscheinungen auftreten; eine Anwendung gegen Ende der Schwangerschaft oder während der Geburt kann beim Neugeborenen zu erniedrigter Körpertemperatur, Atemdämpfung, herabgesetzter Muskelspannung und Trinkschwäche führen.[1, 2]

Laut Fachinformation scheint das Fehlbildungsrisiko nach therapeutischen Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft gering zu sein, obwohl einige epidemiologische Studien Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten ergaben.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Oxazepam geht in die Muttermilch über und kann sich nach mehrmaliger Gabe dort anreichern. Bei wiederholter Einnahme muss deshalb abgestillt bzw. das Stillen unterbrochen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol, da er die Wirkung von Oxazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Oxazepam kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zum Autofahren, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol. Unterlassen Sie diese Tätigkeiten deshalb ganz, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung; die Entscheidung im Einzelfall trifft die Ärztin oder der Arzt. Beruhigung, Schläfrigkeit, verlängerte Reaktionszeit, Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit und Benommenheit können auch am Folgetag noch bestehen.[1, 2]

Einnahme

Die Tabletten sind teilbar und werden unabhängig von den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit eingenommen. Abends nicht auf vollen Magen einnehmen, sonst setzt die Wirkung verzögert ein, und je nach Schlafdauer ist am nächsten Morgen mit stärkeren Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen zu rechnen.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt die verordnete Dosis. Erhöhen Sie die verordnete Dosis nicht und verkürzen Sie die Abstände zwischen den Einnahmen nicht, auch wenn die Wirkung nachlässt, das kann ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein. Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen an und geben Sie sie nie an andere weiter.[1]

Absetzen

Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Die Behandlung wird nicht plötzlich, sondern durch langsame Verringerung der Dosis beendet: Nach einer Anwendung von mehr als 1 Woche können bei plötzlichem Absetzen die behandelten Beschwerden vorübergehend verstärkt zurückkehren (Rebound).[1, 2]

Mögliche Entzugserscheinungen, vor allem nach längerer Behandlung: Schlafstörungen, vermehrtes Träumen, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Angst, innere Unruhe, Schwitzen, Zittern, Spannungszustände, Stimmungswechsel, Verwirrtheit und Reizbarkeit; in schweren Fällen auch Verwirrtheitszustände, Wahrnehmungsstörungen der eigenen Person oder der Umwelt, Überempfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Berührung, Taubheit und Missempfindungen in Armen und Beinen, Sinnestäuschungen oder epileptische Anfälle. Laut Packungsbeilage verschwinden Absetzerscheinungen nach einigen Tagen bis Wochen.[1, 2]

Überdosierung

Bei einer Überdosierung oder Vergiftung in jedem Fall unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt um Rat fragen, zum Beispiel über den Vergiftungsnotruf. Alkohol und andere auf das Gehirn dämpfend wirkende Mittel verstärken die Zeichen. Eine leichte Überdosierung kann sich etwa durch Benommenheit, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Teilnahmslosigkeit, Sehstörungen, undeutliches Sprechen, Gang- und Bewegungsunsicherheit, Muskelschwäche und Blutdrucksenkung zeigen; bei schweren Vergiftungen kann es zu Tiefschlaf bis Bewusstlosigkeit, Atemstörungen und Kreislaufschwäche kommen. Laut Fachinformation steht als spezifisches Gegenmittel Flumazenil zur Verfügung.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage der Tabletten mit 10 mg nennt die übliche Dosis bei Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen und bei Durchschlafstörungen, geringere Dosen für ältere und geschwächte Menschen, Angaben für Kinder sowie die Dauer der Anwendung [1]. Grundsätzlich soll die Dosis so gering und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden [1]. Die Übersicht gibt die Angaben der Packungsbeilage wieder und ersetzt nicht die Verordnung.

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Oxazepam immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1]. Die Tabletten sind teilbar und werden unabhängig von den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit eingenommen [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt die verordnete Dosis, keinesfalls die doppelte Menge [1]. Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen an und geben Sie sie nie weiter [1].

Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Die Behandlung wird nicht plötzlich, sondern durch langsame Verringerung der Dosis beendet, weil sonst die behandelten Beschwerden vorübergehend verstärkt zurückkehren und Entzugserscheinungen auftreten können [1, 2]. Bei Menschen mit Epilepsie kann ein plötzliches Absetzen Krampfanfälle auslösen [1, 2]. Absetzerscheinungen verschwinden laut Packungsbeilage nach einigen Tagen bis Wochen [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen; Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Oxazepam

Oxazepam gibt es als Tabletten. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Oxazepam-ratiopharm 10 mg Tabletten mit Stand November 2022 und die Fachinformation desselben Präparats mit Stand September 2018 [1, 2]. Andere Präparate und Stärken haben eigene Packungsbeilagen; Tabletten mit 50 mg sind für die Behandlung im Krankenhaus bestimmt [3].

Präparate mit Oxazepam
PräparatAnbieterHinweis
durazepam forteViatrisverschreibungspflichtig; Tabletten mit 50 mg
Oxazepam-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 10 mg (Grundlage dieser Seite) und mit 50 mg (nur für die Behandlung im Krankenhaus)

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxazepam-ratiopharm 10 mg Tabletten (Versionscode Z10). ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Oxazepam-ratiopharm 10 mg Tabletten (Version 2). ratiopharm GmbH. Stand 09/2018. abgerufen am 11.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxazepam-ratiopharm 50 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 11.10.2026
  4. Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Oxazepam. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  5. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag "Betäubungsmittel, soweit sie Zubereitungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Betäubungsmittelgesetzes sind". Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Macht Oxazepam abhängig?

Ja. Oxazepam kann bereits im therapeutischen Dosierungsbereich zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen, nicht nur bei missbräuchlicher Anwendung besonders hoher Dosen. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer der Behandlung; schon die tägliche Anwendung über wenige Wochen ist mit der Gefahr einer Abhängigkeit verbunden. Erhöhen Sie die verordnete Dosis nicht selbst.

Wie lange darf man Oxazepam nehmen?

Die Dauer bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei akuten Zuständen ist die Anwendung auf Einzelgaben oder wenige Tage zu beschränken; bei chronischen Zuständen sollte nach etwa 2 Wochen geprüft werden, ob eine weitere Behandlung noch erforderlich ist. Laut Packungsbeilage sollte die Behandlungsdauer 4 Wochen nicht überschreiten.

Was passiert, wenn man Oxazepam plötzlich absetzt?

Nach plötzlichem Absetzen können die behandelten Beschwerden vorübergehend verstärkt zurückkehren. Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, wird ein plötzlicher Abbruch laut Packungsbeilage von Entzugserscheinungen begleitet. Möglich sind etwa Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Angst, innere Unruhe, Schwitzen, Zittern und Reizbarkeit, in schweren Fällen auch Sinnestäuschungen oder epileptische Anfälle. Die Behandlung wird deshalb durch langsame Verringerung der Dosis beendet.

Darf ich mit Oxazepam Auto fahren?

Oxazepam kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol. Laut Packungsbeilage sollten Sie das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen ganz, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung unterlassen; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Darf ich Oxazepam mit Alkohol einnehmen?

Trinken Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol. Er verändert und verstärkt die Wirkung von Oxazepam in nicht vorhersehbarer Weise. Auch die Zeichen einer Überdosierung treten unter Alkohol verstärkt auf.

Darf ich Oxazepam in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

In der Schwangerschaft sollte Oxazepam nur in Ausnahmefällen aus zwingenden Gründen verordnet werden, da der Wirkstoff den Kreislauf des Kindes ungehindert erreichen kann; nach längerer Einnahme können beim Neugeborenen Entzugserscheinungen auftreten. Oxazepam geht in die Muttermilch über und kann sich dort anreichern; bei wiederholter Einnahme muss abgestillt oder das Stillen unterbrochen werden.

Wie hoch ist die Dosis von Oxazepam?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie soll so gering und die Behandlung so kurz wie möglich sein. Die Angaben der Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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