NebenwirkungenNebenwirkung

Vergesslichkeit, Verwirrtheit und Demenz-Symptome durch Medikamente

Verwirrtheit, Gedächtnislücken und Konzentrationsstörungen nennen die Produktinformationen zum Beispiel bei Beruhigungs- und Schlafmitteln wie Diazepam und Zopiclon, beim Antidepressivum Amitriptylin, bei Mitteln mit anticholinerger Wirkung wie Dimenhydrinat, beim Antiepileptikum Topiramat und beim Muskelrelaxans Baclofen. Ältere Menschen können laut mehreren Fachinformationen empfindlicher reagieren. Laut IQWiG führen Nebenwirkungen von Medikamenten manchmal zu Beschwerden, die einer Demenz ähneln; solche Ursachen lassen sich oft gut behandeln. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber und holen Sie bei plötzlicher starker Verwirrtheit sofort ärztliche Hilfe. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Älterer Mann mit weißem Haar steht im Flur seiner Wohnung, hält einen Schlüsselbund in der Hand und überlegt
Bild: KI-generiert

Manche Medikamente können vergesslich, unkonzentriert oder verwirrt machen. Da Beschwerden wie Vergesslichkeit, Verhaltensänderungen und Orientierungsprobleme viele verschiedene Ursachen haben können, ist es laut IQWiG wichtig, nicht voreilig eine Demenz-Diagnose zu stellen: Neben Depressionen und manchen körperlichen Erkrankungen führen auch ein Flüssigkeits- oder Vitaminmangel oder Nebenwirkungen von Medikamenten manchmal zu solchen Beschwerden [1]. Diese Ursachen lassen sich laut IQWiG oft gut behandeln, und die Beschwerden gehen zurück oder verschwinden ganz [1]. In Packungsbeilagen und Fachinformationen heißen solche Beschwerden etwa Verwirrtheit, Desorientierung, Gedächtnislücken (Amnesie), Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen und Delirium [3, 5, 6]. Ein Delirium ist laut Packungsbeilage von Zopiclon eine plötzliche und starke Veränderung des geistigen Zustands, die eine Kombination aus Verwirrung, Desorientierung und/oder Aufmerksamkeitsdefizit verursachen kann [5].

Welche Medikamente Vergesslichkeit und Verwirrtheit auslösen können

Die folgenden Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe; jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Beruhigungs- und Schlafmittel: Benzodiazepine können laut Fachinformation von Diazepam zeitlich begrenzte Gedächtnislücken für die Zeit nach der Einnahme verursachen (anterograde Amnesie): Meist einige Stunden nach der Einnahme werden unter Umständen Handlungen ausgeführt, an die man sich später nicht erinnern kann [3]. Das kann bei üblichen Dosierungen vorkommen; das Risiko steigt mit höheren Dosierungen [3]. Verwirrtheit ist in der Fachinformation von Diazepam als sehr häufig eingestuft (mehr als 1 von 10 Behandelten); am Morgen nach der abendlichen Einnahme können Überhangeffekte wie Konzentrationsstörungen auftreten [3]. Die der Fachinformation beigefügten Empfehlungen des Sachverständigenausschusses der Bundesregierung nennen bei Benzodiazepinen unter anderem Gedächtnisstörungen und nach dem Absetzen delirante Syndrome [3]. Auch Schlafmittel wie Zopiclon können laut Packungsbeilage solche Gedächtnislücken verursachen [5].
  • Antidepressiva: Für Amitriptylin stuft die Fachinformation Verwirrtheit und Aufmerksamkeitsstörungen als häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten) und ein Delirium bei älteren Menschen als selten ein (bis zu 1 von 1.000) [6]. Amitriptylin hat laut Fachinformation ausgeprägte anticholinerge und dämpfende Eigenschaften [6]. Bei Citalopram kann Verwirrtheit Zeichen eines Natriummangels im Blut sein (mehr dazu unten) [7].
  • Mittel mit anticholinerger Wirkung: Dimenhydrinat, ein Mittel unter anderem gegen Reisekrankheit, Übelkeit und Erbrechen, hat laut Fachinformation eine besonders ausgeprägte anticholinerge Wirkung; gelegentlich kann es zu zentralnervösen Störungen wie Erregung, Unruhe und Delirien kommen [9]. Bei dem Blasenmittel Solifenacin nennt die Fachinformation Verwirrtheitszustände und Delirium; die Häufigkeit anticholinerger Nebenwirkungen ist dort dosisabhängig [10]. Mehr dazu: Mittel gegen Übelkeit und Prostata-, Blasen- und Potenzmittel.
  • Antiepileptika: Die Packungsbeilage von Topiramat nennt als häufig Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit, Konzentrationsprobleme, Langsamkeit im Denken, Gedächtnisverlust und Probleme mit dem Gedächtnis [11]. Laut Fachinformation wurde über eine Beeinträchtigung der geistigen (kognitiven) Funktion bei Erwachsenen berichtet, die eine niedrigere Dosis oder ein Ende der Behandlung erforderte [12].
  • Muskelrelaxanzien: Bei Baclofen sind laut Fachinformation zu Beginn der Behandlung häufigere Kontrollen nötig, um Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Verwirrtheitszustände rasch zu erkennen; bei älteren Menschen können Nebenwirkungen gravierendere Formen annehmen [13]. Bestehende Verwirrtheitszustände können durch Baclofen verschlimmert werden [13].
  • Statine: Im Zusammenhang mit der Einnahme von Statinen einschließlich Simvastatin wurde laut Fachinformation selten über kognitive Beeinträchtigungen berichtet, also Beeinträchtigungen des Denkens und Erinnerns wie Gedächtnisverlust, Vergesslichkeit und Verwirrung [14]. Sie sind im Allgemeinen nicht schwerwiegend und nach dem Absetzen der Statine umkehrbar [14].

Die erste Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Verwirrtheit, Desorientierung oder ein Delirium nennt:

Verwirrtheit als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
DiazepamSehr häufigVerwirrtheit
AlprazolamHäufigVerwirrtheit
AmitriptylinHäufigVerwirrtheit · Delirium (vor allem bei älteren Menschen), Halluzinationen
BaclofenHäufigDepression, Schlafstörungen, gehobene Stimmungslage (Euphorie), Halluzinationen, Albträume und Verwirrtheit, insbesondere bei älteren Menschen
CitalopramHäufigUnruhe (Agitiertheit), Nervosität, Verwirrtheit
FentanylHäufigSchlaflosigkeit, Depression, Angstzustände, Verwirrtheitszustand · Unruhezustände (Agitiertheit), Desorientiertheit · Delirium; die Anzeichen können eine Kombination aus gesteigerter körperlicher Erregbarkeit…
GabapentinHäufigFeindseligkeit gegenüber anderen, Verwirrtheit, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Angst, Nervosität, Denkstörungen
HydromorphonHäufigVerwirrtheit
LacosamidHäufigVerwirrtheit, Schlafstörung, Depression
Levodopa/CarbidopaHäufigDemenz, unnormales Hochgefühl (Euphorie), Verwirrtheit, Albträume, Antriebssteigerung · Erregung, Angst, Desorientierung
LevomethadonHäufigBenommenheit, Beruhigung (Sedation), Verwirrtheit, Desorientiertheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Unruhe, gelegentlich bis häufig
LorazepamHäufigVerwirrtheit
MirtazapinHäufigVerwirrtheit
MorphinHäufigVeränderungen der Aktiviertheit (meist verminderte Aktivität, aber auch erhöhte Aktivität oder Übererregbarkeit), Schlaflosigkeit, Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen (z. B. Halluzinationen), Verwirrtheitszustände
OxcarbazepinHäufigTeilnahmslosigkeit (Apathie), Erregung und Verwirrtheit
OxycodonHäufigAngstzustände, Verwirrtheitszustände und Depressionen
PramipexolHäufigBei Parkinson-Krankheit: Halluzinationen (Dinge sehen, hören oder fühlen, die gar nicht da sind) und Verwirrtheit · Bei Parkinson-Krankheit: Delir (verminderte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Realitätsverlust) · Bei…
PregabalinHäufigEuphorie, Verwirrtheit, Desorientierung, Reizbarkeit
PropranololHäufigInsbesondere zu Beginn der Behandlung Verwirrtheit, Nervosität, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Albträume oder Halluzinationen
RivastigminHäufigVerwirrtheit (laut Fachinformation Delirium)
RopinirolHäufigBei Parkinson-Krankheit zusammen mit Levodopa: Verwirrtheit · Bei Parkinson-Krankheit: psychische Probleme (andere als Halluzinationen) wie schwere Verwirrtheit (Delirium), Wahnvorstellungen oder irrationales…
TacrolimusHäufigAngst, Verwirrtheit und Desorientiertheit, Depression, Stimmungsschwankungen, Albträume, Halluzinationen, psychische Erkrankungen
TopiramatHäufigAngst, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit
ValproinsäureHäufigHalluzinationen, Verwirrtheit · Demenz, die vorübergehend sein kann, Beeinträchtigung geistiger Funktionen
VenlafaxinHäufigVerwirrtheit; Gefühl, von sich selbst abgetrennt zu sein (Depersonalisation) · Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit, oft mit Trugwahrnehmungen (Delirium)
AgomelatinGelegentlichVerwirrtheit
AmisulpridGelegentlichVerwirrtheit
BuprenorphinGelegentlichVerwirrtheit, Schlafstörungen, Unruhe
BupropionGelegentlichVerwirrtheit
CarbamazepinGelegentlichBei älteren Menschen Verwirrtheit und Unruhe (Agitation) · Sinnestäuschungen (optische und akustische Halluzinationen), Depression, depressive oder manische Verstimmungen, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten; laut…
CarvedilolGelegentlichVerwirrtheit, Halluzinationen
CefaclorGelegentlichVorübergehende Trugwahrnehmungen (Halluzinationen), Nervosität, Schlaflosigkeit oder Verwirrtheit
DigitoxinGelegentlichPsychische Veränderungen (z. B. Albträume, Agitiertheit, Verwirrtheit), Depressionen, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Psychosen
DimenhydrinatGelegentlichDesorientierung mit illusionärer bzw. wahnhafter Verkennung der Umgebung und psychomotorischer Unruhe; laut Fachinformation Delirien
DuloxetinGelegentlichSich desorientiert fühlen (Verwirrtheit)
EnalaprilGelegentlichVerwirrtheit, Schlaflosigkeit oder Schläfrigkeit, Nervosität
EscitalopramGelegentlichZähneknirschen, Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität, Panikattacken und Verwirrtheit
HaloperidolGelegentlichVerwirrtheit; Verlust oder Abnahme des sexuellen Verlangens
InfliximabGelegentlichVergesslichkeit, Gereiztheit, Verwirrung, Nervosität; laut Fachinformation auch Schläfrigkeit (Somnolenz)
LevetiracetamGelegentlichMentale (psychotische) Störungen, auffälliges Verhalten, Halluzinationen, Wut, Verwirrtheit, Panikattacken, emotionale Instabilität und Stimmungsschwankungen, Agitiertheit · Fieberwahn (Delirium)
LevofloxacinGelegentlichStressgefühl (Angst), Verwirrtheit, Nervosität · Niedergeschlagenheit (Depression), psychische Störungen, Unruhe (Agitiertheit), ungewöhnliche Träume, Albträume; laut Fachinformation auch Delirium
MemantinGelegentlichVerwirrtheit
MethotrexatGelegentlichHalbseitige Lähmung (Hemiparese), Verwirrtheit
MetronidazolGelegentlichSchläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Verwirrtheitszustände, Erregbarkeit, traurige Verstimmtheit (Depression)
MoxifloxacinGelegentlichVerwirrtheit und Desorientiertheit · Halluzinationen; laut Fachinformation auch Delirium
ParoxetinGelegentlichVerwirrtheit
QuetiapinGelegentlichVerwirrtheit
RanolazinGelegentlichBeklemmung, Schlafstörungen (Insomnie), Verwirrtheitszustände, Halluzinationen · Desorientiertheit
RisperidonGelegentlichErregungszustand (Manie), Verwirrtheit, verminderter sexueller Antrieb, Nervosität, Albträume
RizatriptanGelegentlichDesorientiertheit und Nervosität
SpironolactonGelegentlichKopfschmerzen, Schläfrigkeit, Verwirrtheitszustände, Störung der Bewegungsabläufe (Ataxie), Schwächegefühl, Schwindel
TapentadolGelegentlichDesorientiertheit, Verwirrtheit, Erregbarkeit (Agitiertheit), Wahrnehmungsstörungen, ungewöhnliche Träume, euphorische Stimmung · Delirium; laut Fachinformation bei Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Krebs…
TicagrelorGelegentlichVerwirrtheit
TrazodonGelegentlichVerwirrtheitszustände · Schlaflosigkeit, Angst, Nervosität, Unruhe (sehr selten verschärft zu einem Delirium)
ZolpidemGelegentlichVerwirrtheit, Reizbarkeit · Plötzliche, schwerwiegende Veränderung des Geisteszustands, durch die eine Person verwirrt oder desorientiert erscheint (Delirium)
AmlodipinSeltenVerwirrung
AtenololSeltenVerwirrtheit
BiperidenSeltenBei höheren Dosen Unruhe, gesteigerte Erregbarkeit (Agitiertheit), Angst, Verwirrtheit, Sinnestäuschungen (delirante Syndrome und Halluzinationen), Schlaflosigkeit
CalcitriolSeltenGeistige Verwirrung (in einigen Fällen)
CelecoxibSeltenVerwirrtheit, Halluzinationen
CetirizinSeltenDepression, Halluzinationen, Aggression, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit
CiprofloxacinSeltenVerwirrtheit, Desorientiertheit, Angstzustände, Albträume, Depressionen (die möglicherweise zu Selbstmordgedanken, Selbstmordversuchen oder vollendetem Selbstmord führen können) oder Halluzinationen
ClonidinSeltenVorübergehende Verwirrtheitszustände
ClozapinSeltenVerwirrtheit und Delir
EsomeprazolSeltenErregung, Verwirrtheitszustände oder Depressionen
EtoricoxibSeltenVerwirrtheit, Ruhelosigkeit
FlecainidSeltenVerwirrtheit, Sehen von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen), und Gedächtnislücken (Amnesie)
FluoxetinSeltenUntypisches wildes Verhalten (laut Fachinformation Hypomanie und Manie), Halluzinationen, Erregtheit, Panikattacken, Verwirrtheit, Stottern, Aggression
LisinoprilSeltenVerwirrtheit
MelatoninSeltenDesorientiertheit
MethylphenidatSeltenOrientierungslosigkeit oder Verwirrtheit
MetoclopramidSeltenZustand der Verwirrtheit
NitrofurantoinSeltenVerwirrtheit, Depression, Euphorie und psychotische Reaktionen
OmeprazolSeltenAufregung (Erregungszustände), Verwirrtheit und Niedergeschlagenheit (Depressionen)
OpipramolSeltenErregungszustände; Verwirrtheitszustände und Delirien, vor allem bei älteren Menschen
PaliperidonSeltenKeine Bewegungen oder Reaktionen im wachen Zustand (Katatonie), Verwirrtheit, Schlafwandeln, Emotionslosigkeit, Orgasmusunfähigkeit
RamiprilSeltenVerwirrtheit
SimvastatinSeltenGedächtnisverlust, Vergesslichkeit und Verwirrung (kognitive Beeinträchtigungen); laut Fachinformation im Allgemeinen nicht schwerwiegend und nach dem Absetzen rückläufig
TramadolSeltenHalluzinationen, Verwirrtheitszustände, Schlafstörungen, Delirium, Ängstlichkeit und Albträume
ZopiclonSeltenUnruhe, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Aggressivität, Wut, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Psychosen (z. B. Wahnvorstellungen), unnormales Verhalten, möglicherweise mit Gedächtnisstörung, und andere…
AciclovirSehr seltenErscheinungen am Nervensystem: körperliche Unruhe, Verwirrtheit, Zittern, Bewegungs- und Sprachstörungen, Wahnvorstellungen, Entfremdungserlebnisse, Krampfanfälle, krankhafte Veränderung des Gehirns, Schläfrigkeit und…
ClopidogrelSehr seltenVerwirrtheitszustände, Halluzinationen
DiclofenacSehr seltenGedächtnisstörungen, Desorientierung
FamotidinSehr seltenVorübergehende (reversible) psychische Störungen wie Halluzinationen, Desorientiertheit, Verwirrtheits-, Angst- und Unruhezustände, Depression
LamotriginSehr seltenVerwirrtheit
MebeverinSehr seltenVerwirrtheit
MethocarbamolSehr seltenVerwirrtheit
MetoprololSehr seltenVergesslichkeit oder Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit, Halluzinationen, Persönlichkeitsveränderungen (z. B. Veränderung der Stimmung)
MidazolamSehr seltenVerringerte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Euphorie, Halluzinationen
MontelukastSehr seltenVerhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen: Halluzinationen, Desorientierung, Lebensmüdigkeit und entsprechendes Verhalten (laut Fachinformation suizidale Gedanken und Handlungen)
PantoprazolSehr seltenDesorientiertheit, auch Verschlechterung bei bestehender Desorientiertheit · Halluzinationen und Verwirrtheit, besonders wenn diese Beschwerden schon früher aufgetreten sind
PropiverinSehr seltenUnruhe, Verwirrtheit
SolifenacinSehr seltenHalluzinationen, Verwirrtheit · Delirium
Acetylsalicylsäure/Paracetamol/CoffeinNicht bekanntKopfschmerzen und geistige Verwirrung, Unruhe, Schlaflosigkeit
AmiodaronNicht bekanntVerwirrtheit (Delirium), Halluzinationen
AzithromycinNicht bekanntAggression, Angstgefühle und Besorgnis, akuter Verwirrtheitszustand (Delirium)
BromazepamNicht bekanntEmotionale Dämpfung, Verwirrtheit, verringerte Aufmerksamkeit, eingeschränktes Erinnerungsvermögen
ClarithromycinNicht bekanntDenkstörungen (Psychosen), Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Verwirrtheit, Desorientierung (nicht wissen, wo Sie sich befinden) und Entfremdungsgefühl sich selbst gegenüber (Depersonalisation)
DextromethorphanNicht bekanntVerwirrtheit
DoxylaminNicht bekannt"Paradoxe" Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Albträume, Verwirrtheit, Halluzinationen und Zittern
ErythromycinNicht bekanntVorübergehende Störungen des zentralen Nervensystems wie Verwirrtheitszustände, Krampfanfälle, Halluzinationen, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und Schwindelgefühl
HydrocortisonNicht bekanntVerlust des Realitätsbezugs (Psychose) mit Wahrnehmung von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen), und geistiger Verwirrtheit (Delirium)
HydroxychloroquinNicht bekanntDepression, Halluzinationen, Nervosität oder Angstzustände, Verwirrtheit, Unruhe, Schlafstörungen, Hochgefühl oder Überreizung (Manie), Wahnvorstellungen; auch der Ausbruch einer Psychose ist möglich
IsotretinoinNicht bekanntZerfall des Muskelgewebes (Rhabdomyolyse) mit möglicherweise lebensbedrohlicher Muskelschwäche, Bewegungsschwierigkeiten der Arme und Beine, schmerzenden, geschwollenen, blutunterlaufenen Körperbereichen, dunklem Urin,…
Levodopa/BenserazidNicht bekanntVerwirrtheit · Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Wahnvorstellungen, Störungen des Zeitgefühls
OxazepamNicht bekanntVerwirrtheit
PrednisolonNicht bekanntVerwirrtheit
RoxithromycinNicht bekanntHalluzinationen, Verwirrtheitszustände
TianeptinNicht bekanntVerwirrung und Halluzinationen
Tilidin/NaloxonNicht bekanntHalluzinationen, Verwirrtheitszustand, euphorische Stimmung
TizanidinNicht bekanntVerwirrtheitszustände
TorasemidNicht bekanntMinderdurchblutung des Gehirns, Verwirrtheitszustände
TrimipraminNicht bekanntVerwirrtheitszustände bei älteren Menschen und andere delirante Syndrome, z. B. mit krankhafter Unruhe und Bewusstseinstrübung

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (113 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Verwirrtheit als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (32 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Verwirrtheit als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
AmiodaronUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) mit Unwohlsein, Verwirrung oder Schwäche, Übelkeit, Appetitlosigkeit und ReizbarkeitSehr selten
BaclofenBeeinträchtigung der Gehirnfunktion (Enzephalopathie) mit vermehrter Schläfrigkeit, Benommenheit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder Koma; bildete sich nach dem Absetzen zurückNicht bekannt
CarbamazepinHoher Ammoniakspiegel im Blut (Hyperammonämie), möglicherweise mit Reizbarkeit, Verwirrtheit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und SchläfrigkeitNicht bekannt
CiclosporinZeichen einer Erkrankung des Gehirns (laut Fachinformation Enzephalopathie einschließlich PRES) wie plötzliche Krampfanfälle, geistige Verwirrung, Schlaflosigkeit, Orientierungslosigkeit, Sehstörungen, Bewusstlosigkeit, Schwächegefühl in den Gliedmaßen,…Gelegentlich
DapagliflozinZu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) bei Menschen mit Diabetes, die Dapagliflozin zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin anwenden; Anzeichen sind Zittern, Schwitzen, starkes Angstgefühl, schneller Herzschlag, Hungergefühl, Kopfschmerzen,…Sehr häufig
DapagliflozinDiabetische Ketoazidose bei Typ-2-Diabetes (erhöhte Konzentration von Ketonkörpern in Urin oder Blut), unabhängig vom Blutzuckerspiegel möglich, also auch bei normalem Blutzucker; Anzeichen sind Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, übermäßiger Durst,…Selten
DenosumabNiedriger Calciumspiegel im Blut (Hypokalzämie), schwergradig auch mit Krankenhausaufenthalt und lebensbedrohlichen Reaktionen; Beschwerden wie Spasmen, Zuckungen oder Muskelkrämpfe, Taubheit oder Kribbeln in Fingern, Zehen oder um den Mund, Krampfanfälle,…Selten
EmpagliflozinNiedrige Blutzuckerwerte (Hypoglykämie); das Risiko ist höher, wenn Sie zusätzlich ein anderes blutzuckersenkendes Mittel wie einen Sulfonylharnstoff oder Insulin nehmen, die Fachinformation ordnet "sehr häufig" dieser Kombination zu; mögliche Anzeichen sind…Sehr häufig
EmpagliflozinKetoazidose (erhöhte Konzentration von Ketonkörpern in Blut oder Urin), eine schwerwiegende, manchmal lebensbedrohliche Komplikation, die unabhängig vom Blutzuckerspiegel auftreten kann; Anzeichen sind unter anderem rascher Gewichtsverlust, Übelkeit oder…Gelegentlich
EnzalutamidPosteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES): eine seltene, sich zurückbildende Erkrankung des Gehirns, etwa mit Krampfanfall, sich verschlimmernden Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Blindheit oder anderen SehstörungenSelten
EscitalopramSerotonin-Syndrom mit hohem Fieber, Erregtheit (Agitiertheit), Verwirrtheit, Zittern und plötzlichen MuskelzuckungenSelten
EscitalopramZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), erkennbar an Unwohlsein mit Muskelschwäche oder VerwirrtheitNicht bekannt
EsomeprazolZu niedriger Magnesiumwert im Blut (Hypomagnesiämie), möglich bei Anwendung über mehr als 3 Monate; Zeichen können Erschöpfung, unwillkürliche Muskelanspannungen (Muskelkontraktionen), Verwirrtheit, Krämpfe, Schwindelgefühl und ein schnellerer Herzschlag…Nicht bekannt
FluoxetinSerotonin-Syndrom: Kombination von Beschwerden wie unerklärlichem Fieber mit schnellerer Atmung oder schnellerem Puls, Schwitzen, Muskelsteifheit oder Muskelzittern, Verwirrtheit, äußerster Erregung oder SchläfrigkeitSelten
GuanfacinHoher Blutdruck bei abruptem Absetzen als schwerwiegende Absetzreaktion; mögliche Zeichen sind Kopfschmerz, Verwirrtheit, Nervosität, Erregung und Zittern (hypertensive Enzephalopathie)Sehr selten
HaloperidolMalignes neuroleptisches Syndrom mit hohem Fieber, ausgeprägter Muskelsteife, Verwirrtheit und BewusstlosigkeitSelten
HydrochlorothiazidBei sehr starker Harnausscheidung mit verminderter Blutmenge und Flüssigkeitsmangel: Krampfanfälle, Benommenheit, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Kreislaufkollaps und akutes NierenversagenSelten
HydrochlorothiazidPlötzlich auftretendes Lungenödem mit Schockbeschwerden, vermutlich allergisch; akute Atemnot (akutes Atemnotsyndrom) mit starker Kurzatmigkeit, Fieber, Schwäche und VerwirrtheitSehr selten
IvermectinBei Menschen mit einer schweren Infektion durch den Wurm Loa loa: schwere, potenziell tödlich verlaufende Hirnfunktionsstörung (Enzephalopathie); dabei traten auch Rücken- und Nackenschmerzen, gerötete Augen, Blutung im Augenweiß, Atemnot, Verlust der…Selten
LevetiracetamEnzephalopathie, ein krankhafter Zustand des Gehirns mit Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Gedächtnisverlust, Vergesslichkeit, auffälligem Verhalten oder unwillkürlichen BewegungenSelten
LevetiracetamKombination aus Fieber, Muskelsteifigkeit, instabilem Blutdruck und instabiler Herzfrequenz, Verwirrtheit und herabgesetztem Bewusstsein (mögliche Zeichen eines malignen neuroleptischen Syndroms); bei japanischen Patienten deutlich häufigerSelten
MethotrexatKrampfanfälle; erhöhter Druck der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bluthochdruck oder Verwirrtheit; Schädigung des Nervensystems (Neurotoxizität), Entzündung der Spinnwebenhaut, Lähmung der Beine (Paraplegie),…Nicht bekannt
MetronidazolNicht entzündliche Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie) mit z. B. Verwirrtheit, Fieber, Kopfschmerzen, Halluzinationen, Lähmungen, Lichtempfindlichkeit, Störungen der Seh- und Bewegungsfähigkeit, Nackensteife sowie Erkrankung des Kleinhirns mit z. B.…Sehr selten
OxcarbazepinNiedriger Natriumspiegel durch eine unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) mit Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder deutlicher Verschlechterung der Krampfanfälle; laut Fachinformation auch Übelkeit, Schwindel,…Selten
PaliperidonMalignes neuroleptisches Syndrom (Verwirrtheit, eingeschränktes oder verlorenes Bewusstsein, hohes Fieber, schwere Muskelsteifheit)Selten
PembrolizumabGuillain-Barré-Syndrom (vorübergehende Nervenentzündung mit Schmerzen, Schwäche und Lähmung der Gliedmaßen); Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) mit Verwirrtheit, Fieber, Gedächtnisstörungen oder Krampfanfällen; Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) mit…Selten
PseudoephedrinSchwerwiegende Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn: posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) und reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom (RCVS); mögliche Anzeichen sind starke Kopfschmerzen mit plötzlichem Beginn, Übelkeit, Erbrechen,…Nicht bekannt
RamiprilUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH): dunkler, konzentrierter Urin, Übelkeit oder Erbrechen, Muskelkrämpfe, Verwirrtheit und KrampfanfälleNicht bekannt
RanolazinNiedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie), der zu Müdigkeit und Verwirrtheit, Muskelzucken, Krämpfen und Koma führen kannSelten
SemaglutidUnterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin; Warnzeichen können plötzlich auftreten: kalter Schweiß, kühle blasse Haut, Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, Übelkeit oder starkes Hungergefühl, Sehstörungen,…Sehr häufig
SertralinZeichen eines Serotonin-Syndroms oder eines malignen neuroleptischen Syndroms wie Erregtheit, Verwirrtheit, übermäßiges Schwitzen, Durchfall, Fieber, hoher Blutdruck, Muskelsteifheit (Rigidität) und schneller Herzschlag; in einigen Fällen zusammen mit der…Selten
TacrolimusPosteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) mit Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Stimmungsschwankungen, Krampfanfällen und SehstörungenNicht bekannt
TirzepatidNiedriger Blutzucker (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit einem Sulfonylharnstoff und/oder Insulin; mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwäche, Schwindel, Hungergefühl, Verwirrtheit, Reizbarkeit, schneller Herzschlag und SchwitzenSehr häufig
ValproinsäureUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) mit übermäßiger Flüssigkeitsansammlung und zu niedrigem Natriumwert im Blut, die Verwirrtheit verursachen kannGelegentlich
ValsartanErniedrigte Natriumwerte im Blut, die Müdigkeit, Verwirrtheit, Muskelzucken und/oder in schweren Fällen Krämpfe hervorrufen könnenNicht bekannt
VenlafaxinSerotonin-Syndrom (Unruhe, Halluzinationen, Koordinationsverlust, schneller Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, schnelle Blutdruckänderungen, überaktive Reflexe, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Koma); in der schwersten Form ähnlich einem malignen…Selten
XipamidKrampfanfälle, Benommenheit, Verwirrtheit und Kreislaufkollaps infolge einer verminderten Blutmenge bei sehr starker HarnausscheidungSelten

Die zweite Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen nennt:

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
DiazepamSehr häufigAbgestumpftheit (emotionale Dämpfung), Konzentrationsstörungen, verringerte Aufmerksamkeit · Zeitlich begrenzte Gedächtnislücken (anterograde Amnesie)
RisperidonSehr häufigSchläfrigkeit oder Unaufmerksamkeit (Sedierung, Somnolenz) · Aufmerksamkeitsstörung und Sprachstörungen
AlprazolamHäufigEingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen · Gedächtnisschwund (Amnesie) · Emotionale Stumpfheit, verminderte Aufmerksamkeit
AmitriptylinHäufigAufmerksamkeitsstörungen
BromazepamHäufigKonzentrationsstörungen · Emotionale Dämpfung, Verwirrtheit, verringerte Aufmerksamkeit, eingeschränktes Erinnerungsvermögen
CitalopramHäufigGedächtnisverlust (Amnesie) · Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
EnzalutamidHäufigSchwierigkeiten, sich zu erinnern, Vergesslichkeit, verminderte Konzentration, Schwierigkeiten, klar zu denken (laut Fachinformation Gedächtnisstörung, Amnesie, Aufmerksamkeitsstörung, kognitive Störung)
FluoxetinHäufigSchlechte Konzentrationsfähigkeit, Müdigkeit oder Schläfrigkeit, Schwindel, Geschmacksveränderungen, unkontrollierbare schüttelnde Bewegungen (Zittern) · Gedächtnisstörungen
GabapentinHäufigKrämpfe, ruckartige Bewegungen (Hyperkinesie), Sprachstörungen, Gedächtnisverlust, Zittern, Schlafstörungen, Kopfschmerzen · Bewegungsarmut (Hypokinesie), geistige Beeinträchtigung
LacosamidHäufigGedächtnisstörungen (Vergesslichkeit), Denk- oder Wortfindungsstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, vermindertes Empfindungsvermögen, Schwierigkeiten beim Artikulieren von Wörtern
MirtazapinHäufigGedächtnisstörungen (Amnesie), die in den meisten Fällen nach Behandlungsende abklangen
MoxonidinHäufigDenkstörungen, Schlafstörungen einschließlich Schlaflosigkeit
OxcarbazepinHäufigGedächtnis- und Konzentrationsstörungen
ParoxetinHäufigKonzentrationsschwierigkeiten
PregabalinHäufigNachlassende Aufmerksamkeit, Gedächtnisstörung, Gedächtnisverlust (Amnesie) · Geistige Beeinträchtigungen, Denkstörungen (kognitive Störungen), Sprachstörungen
RizatriptanHäufigVerminderte Aufmerksamkeit
SertralinHäufigAufmerksamkeitsmangel · Gedächtnisverlust (Amnesie), herabgesetzte Empfindung (Hypästhesie)
SulfasalazinHäufigFieber, Schläfrigkeit, Benommenheit, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit
TapentadolHäufigAufmerksamkeitsstörung, Zittern, Muskelzucken · Bewusstseinsstörungen, Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens, mentale Beeinträchtigung, Ohnmacht, Sedierung, Gleichgewichtsstörungen, Sprachstörungen,…
TestosteronHäufigSchwindel, "Ameisenlaufen" (Parästhesie), Gedächtnisverlust (Amnesie), gesteigertes Schmerzempfinden (Hyperästhesie), Kopfschmerzen
TopiramatHäufigKonzentrationsprobleme, Langsamkeit im Denken, Gedächtnisverlust und Gedächtnisprobleme (neu aufgetreten, plötzlich verändert oder zunehmend schlechter) · Verlangsamtes Denken, verminderte Wachsamkeit oder…
ValproinsäureHäufigAggression, Unruhe (Agitiertheit), Aufmerksamkeitsstörung, besonders bei Kindern · Schwindel, Bewusstseinsveränderungen einschließlich Koma, Krampfanfälle, Schläfrigkeit, Trägheit, abnormes Verhalten und…
ZolpidemHäufigSchwierigkeiten, sich an Dinge zu erinnern (Amnesie), was mit unangemessenem Verhalten verbunden sein kann, Gedächtnisstörungen, Unfähigkeit, sich an die jüngste Vergangenheit zu erinnern (anterograde Amnesie) ·…
AtorvastatinGelegentlichBenommenheit, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Fingern oder Zehen, verminderte Empfindlichkeit der Haut für leichte Berührung oder Schmerz, Geschmacksstörungen, Gedächtnisverlust (Amnesie)
BrinzolamidGelegentlichEingeschränktes Erinnerungsvermögen (Amnesie) · Eingeschränktes Erinnerungsvermögen und Schläfrigkeit (Somnolenz)
BupropionGelegentlichKonzentrationsschwierigkeiten · Kribbeln oder Taubheitsgefühl (Parästhesien), Gedächtnisverlust
DienogestGelegentlichUngleichgewicht des autonomen Nervensystems (es steuert unbewusste Körperfunktionen wie die Schweißbildung), Aufmerksamkeitsstörung
DuloxetinGelegentlichKonzentrationsstörung (Aufmerksamkeitsstörung)
EtoricoxibGelegentlichAngstgefühl, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Halluzinationen (Dinge sehen, fühlen oder hören, die nicht da sind)
FentanylGelegentlichGedächtnisschwund (Amnesie)
InfliximabGelegentlichVergesslichkeit, Gereiztheit, Verwirrung, Nervosität; laut Fachinformation auch Schläfrigkeit (Somnolenz)
LetrozolGelegentlichStörungen des Nervensystems wie Angst, Nervosität, Reizbarkeit, Benommenheit, Gedächtnisstörungen, Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit
LeuprorelinGelegentlichBei Frauen (Enantone-Gyn): migräneartige Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen
LevetiracetamGelegentlichGedächtnisverlust (Amnesie), Vergesslichkeit, Koordinationsstörungen (Ataxie), Kribbeln (Parästhesie), Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen · Persönlichkeitsstörungen (Verhaltensstörungen), auffälliges Denken…
Levodopa/CarbidopaGelegentlichBeeinträchtigung des Denkens, erhöhte Fallneigung (Ataxie), verstärktes Zittern der Hände
MetoprololGelegentlichDepression, Konzentrationsstörungen, Benommenheit oder Schlaflosigkeit, Albträume · Vergesslichkeit oder Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit, Halluzinationen, Persönlichkeitsveränderungen (z. B. Veränderung der Stimmung)
OlanzapinGelegentlichGedächtnisverlust oder Vergesslichkeit (Amnesie)
OxycodonGelegentlichGedächtnislücken und Konzentrationsstörungen
PaliperidonGelegentlichOhnmachtsanfall, andauernder Drang zur Bewegung bestimmter Körperteile, Schwindel beim Aufstehen, Aufmerksamkeitsstörung, Sprachstörungen, Verlust oder Veränderung des Geschmackssinns, vermindertes Empfinden der Haut…
PramipexolGelegentlichBei Parkinson-Krankheit: Gedächtnisstörung (Amnesie) · Bei Restless-Legs-Syndrom: motorische Fehlfunktionen (Dyskinesien); erhöhter Bewegungsdrang (Hyperkinesie) und Gedächtnisstörung (Amnesie), für diese beiden genaue…
TacrolimusGelegentlichKoma, Hirnblutungen, Schlaganfall, Lähmung, Erkrankung des Gehirns, Sprech- und Sprachstörungen, Gedächtnisausfall
BiperidenSeltenMüdigkeit, Schwindelgefühl, Benommenheit und Gedächtnisstörungen
BuprenorphinSeltenKonzentrationsstörungen, Sprachstörungen, Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen
FlecainidSeltenVerwirrtheit, Sehen von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen), und Gedächtnislücken (Amnesie)
LevofloxacinSeltenEingeschränktes Erinnerungsvermögen
MelatoninSeltenBeeinträchtigung der Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeitsstörung, Verträumtheit
MontelukastSeltenVerhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen: Aufmerksamkeitsstörung, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, unkontrollierte Muskelbewegungen (Tic)
MoxifloxacinSeltenGestörte Aufmerksamkeit, Sprachstörungen, teilweiser oder vollständiger Gedächtnisschwund (Amnesie)
PridinolSeltenStörungen der Aufmerksamkeit, der Koordination und des Geschmacks
RanolazinSeltenGedächtnisverlust (Amnesie), Schwinden oder Verlust des Bewusstseins, Koordinationsprobleme, Unfähigkeit zu laufen aufgrund von Gleichgewichtsstörungen, verändertes Geruchsempfinden (Parosmie)
SimvastatinSeltenGedächtnisverlust, Vergesslichkeit und Verwirrung (kognitive Beeinträchtigungen); laut Fachinformation im Allgemeinen nicht schwerwiegend und nach dem Absetzen rückläufig · Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens
TadalafilSeltenVorübergehender Gedächtnisverlust (vorübergehende Amnesie)
TramadolSeltenPsychische Veränderungen, je nach Persönlichkeit und Dauer der Anwendung unterschiedlich: Stimmungsveränderungen (meist gehobene, gelegentlich gereizte Stimmung), veränderte Aktivität (meist Dämpfung, gelegentlich…
ZopiclonSeltenGedächtnislücken für die Zeit nach der Einnahme (anterograde Amnesie) · Kognitive Störungen wie eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Aufmerksamkeitsstörung, Sprechstörung, vermindertes Reaktionsvermögen
DiclofenacSehr seltenGedächtnisstörungen, Desorientierung
MidazolamSehr seltenVerringerte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Euphorie, Halluzinationen · Begrenzte Erinnerungslücken für die Zeit nach der Injektion (anterograde Amnesie); die Dauer hängt von der Dosis ab und kann über das Ende des…
RosuvastatinSehr seltenGedächtnisverlust
AnastrozolNicht bekanntGedächtnisstörungen (laut Fachinformation eingeschränktes Erinnerungsvermögen)
CarbamazepinNicht bekanntGedächtnisstörung
CetirizinNicht bekanntGedächtnisverlust (Amnesie), Gedächtnisstörungen
DoxylaminNicht bekanntSchläfrigkeit, Schwindelgefühl, Benommenheit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen
LithiumNicht bekanntHalluzinationen, Schläfrigkeit (Somnolenz), Erinnerungsverlust (Amnesie)
LorazepamNicht bekanntGedächtnislücken (Amnesie) · Eingeschränkte Aufmerksamkeit und Konzentration
OxazepamNicht bekanntGedächtnislücken (Amnesie) und Aufmerksamkeitsstörung
RamiprilNicht bekanntKonzentrationsschwäche (Aufmerksamkeitsstörungen)
TimololNicht bekanntSchlaflosigkeit, Gedächtnisverlust, Albträume und Halluzinationen
TrazodonNicht bekanntSchläfrigkeit, Benommenheit (Somnolenz), verminderte Aufmerksamkeit · Sehstörungen, Gedächtnisstörungen

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (67 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (6 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
AzathioprinGedächtnisverlust, Schwierigkeiten beim Denken oder Gehen oder Verlust der Sehkraft; dabei kann es sich um eine progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) handeln, eine schwere, lebensbedrohliche Erkrankung des Gehirns; laut Fachinformation durch das…Sehr selten
AzathioprinVitamin-B3-Mangel (Pellagra) mit pigmentiertem Ausschlag, Durchfall und GedächtnisverlustNicht bekannt
LevetiracetamEnzephalopathie, ein krankhafter Zustand des Gehirns mit Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Gedächtnisverlust, Vergesslichkeit, auffälligem Verhalten oder unwillkürlichen BewegungenSelten
SemaglutidUnterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin; Warnzeichen können plötzlich auftreten: kalter Schweiß, kühle blasse Haut, Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, Übelkeit oder starkes Hungergefühl, Sehstörungen,…Sehr häufig
TacrolimusProgressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML), eine schwerwiegende, möglicherweise lebensbedrohliche Hirninfektion mit Gedächtnisverlust, Schwierigkeiten beim Denken oder Gehen oder SehverlustSehr selten
TopiramatHoher Ammoniakspiegel im Blut (Hyperammonämie), der die Hirnfunktion verändern kann (hyperammonämische Enzephalopathie); Anzeichen sind Schwierigkeiten zu denken, sich zu erinnern oder Probleme zu lösen, verringerte Aufmerksamkeit und Wahrnehmung, Müdigkeit…Selten
ValproinsäureErhöhter Ammoniakgehalt im Blut (Hyperammonämie), erkennbar etwa an Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Teilnahmslosigkeit oder verminderter Aufmerksamkeit mit Erbrechen; laut Fachinformation ist eine isolierte, mäßige Erhöhung ohne veränderte…Sehr häufig
ValproinsäureChronische Hirnerkrankung (Enzephalopathie) mit Störungen der Hirnfunktion einschließlich der geistigen Leistungsfähigkeit, vor allem bei höherer Dosierung oder zusammen mit anderen Mitteln gegen KrampfanfälleGelegentlich

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Woran Sie Vergesslichkeit und Verwirrtheit durch ein Medikament erkennen

Zeitlicher Zusammenhang. Gedächtnislücken durch Schlaf- und Beruhigungsmittel betreffen laut Produktinformation meist die Stunden nach der Einnahme [3, 5]. Bei Zopiclon steigt das Risiko laut Packungsbeilage mit der Höhe der Dosis sowie dann, wenn man nicht unmittelbar nach der Einnahme zu Bett geht oder der Schlaf unterbrochen wird [5]. Besonders der Behandlungsbeginn ist laut Fachinformation bei Baclofen zu beachten [13]. Bei Statinen lag die Zeit bis zum Auftreten laut Fachinformation zwischen 1 Tag und Jahren; das Abklingen dauerte im Median 3 Wochen [14]. Die Packungsbeilage von Topiramat nennt neu aufgetretene, plötzlich veränderte oder zunehmend schlechtere Gedächtnisprobleme [11].

Plötzlich oder schleichend? Ein Delirium ist laut Packungsbeilage von Zopiclon eine plötzliche und starke Veränderung des geistigen Zustands [5]. Bei einer Alzheimer-Demenz lassen die geistigen Fähigkeiten dagegen laut gesund.bund.de mit der Zeit immer mehr nach; meist macht sich das zuerst beim Kurzzeitgedächtnis bemerkbar [2]. Im Alter kann man sich laut gesund.bund.de auch ohne Demenz nicht mehr so schnell auf Neues einstellen, bleibt aber orientiert, eigenständig und urteilsfähig [2]. Die Diagnose Alzheimer-Demenz wird erst gestellt, wenn die Beschwerden ein halbes Jahr bestehen und andere Ursachen unwahrscheinlich sind [1, 2].

Ältere Menschen. Mehrere Fachinformationen weisen auf eine höhere Empfindlichkeit im Alter hin: Bei Zopiclon und Diazepam kann es vor allem bei älteren Menschen zu sogenannten paradoxen Reaktionen kommen, bei Zopiclon unter anderem mit Verwirrtheit und Delirium [3, 4]. Ältere Menschen reagieren laut Fachinformation möglicherweise empfindlicher auf Lorazepam [15]. Bei Amitriptylin ist das Delirium ausdrücklich für ältere Menschen genannt [6]. Mehr dazu: Medikamente im Alter.

In der Arztpraxis. Bei Verdacht auf eine Demenz fragt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG auch nach der Medikamenteneinnahme; es kann hilfreich sein, wenn eine nahestehende Person mitkommt, denn oft fallen Angehörigen oder Freunden Veränderungen auf, die Betroffene selbst gar nicht wahrnehmen [1]. Ob Ihr Medikament das Denken oder Gedächtnis beeinflussen kann, steht in der Packungsbeilage in Abschnitt 4 bei den Nebenwirkungen [5, 11].

Warum Medikamente vergesslich oder verwirrt machen können

Dämpfung des Gehirns. Diazepam bindet laut Fachinformation an Benzodiazepin-Rezeptoren im zentralen Nervensystem, die eng mit dem System des hemmenden Botenstoffs GABA verbunden sind, und verstärkt dessen hemmende Wirkung [3]. Zopiclon wirkt laut Fachinformation ebenfalls über den GABA-Rezeptor-Komplex, bindet aber an einer anderen Stelle als Benzodiazepine [4].

Anticholinerge Wirkung. Amitriptylin hat laut Fachinformation ausgeprägte anticholinerge Eigenschaften, Dimenhydrinat eine besonders ausgeprägte anticholinerge Wirkung [6, 9]. Trizyklische Antidepressiva können die Wirkung anderer anticholinerger Mittel unter anderem auf das zentrale Nervensystem verstärken [6]. Auch bei Solifenacin kann die gleichzeitige Gabe anderer Mittel mit anticholinergen Eigenschaften laut Fachinformation die Nebenwirkungen verstärken; als schwere zentrale anticholinerge Nebenwirkungen bei einer Überdosierung nennt sie Halluzinationen und ausgeprägte Erregungszustände [10]. Mehr dazu: Viele Medikamente gleichzeitig.

Langsamerer Abbau im Alter. Bei älteren Menschen sind laut Fachinformation von Amitriptylin längere Halbwertszeiten und eine niedrigere Clearance (Ausscheidungsrate) nachgewiesen worden [6]. Bei Diazepam ist die Halbwertszeit bei älteren Menschen möglicherweise verlängert; zu Beginn der Behandlung sollte die Reaktion kontrolliert werden, um mögliche relative Überdosierungen durch eine Anreicherung (Akkumulation) möglichst schnell zu erkennen, insbesondere bei älteren Menschen [3].

Zeichen einer anderen Nebenwirkung. Vorwiegend bei älteren Frauen kann Citalopram laut Packungsbeilage selten zu einem Natriummangel im Blut und zu einer gestörten Ausschüttung eines Hormons führen, das den Wasserhaushalt steuert (SIADH); Müdigkeit, Verwirrtheit und Unwohlsein mit Muskelschwäche können Anzeichen sein [7]. Laut Fachinformation war der Natriummangel unter SSRI-Antidepressiva in der Regel nach dem Absetzen umkehrbar [8]. Mehr dazu: Natriummangel.

Was Sie tun können

Ältere Frau mit grauem Haar und ihre erwachsene Tochter sitzen gemeinsam am Wohnzimmertisch und sprechen ruhig miteinander
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Manche Mittel können beim plötzlichen Absetzen selbst Verwirrtheit auslösen: Nach mehrmonatiger hoch dosierter Behandlung mit Baclofen kann es laut Fachinformation nach plötzlichem Absetzen zu Konzentrationsstörungen, Delirium und Verwirrtheit kommen [13]. Mehr dazu: Medikamente absetzen und Medikamente, die abhängig machen.

Ärztlich abklären lassen. Sprechen Sie Vergesslichkeit oder Verwirrtheit in der Praxis an und nennen Sie alle Mittel. Was dann infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt je nach Wirkstoff: Bei Topiramat erforderte eine Beeinträchtigung der geistigen Funktion laut Fachinformation in berichteten Fällen eine niedrigere Dosis oder ein Ende der Behandlung [12]. Bei Baclofen dienen die häufigeren Kontrollen zu Behandlungsbeginn laut Fachinformation dazu, die Dosis anpassen zu können [13]. Bei Citalopram sollen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, wenn Sie sich krank und unwohl fühlen und Muskelschwäche und Verwirrtheit auftreten [7].

Schlafmittel richtig einnehmen. Das Risiko für Gedächtnislücken durch Zopiclon lässt sich laut Packungsbeilage verringern, wenn die Tablette unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen wird und eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden möglich ist [5]. Während der Einnahme sollen Sie keinen Alkohol trinken und keine anderen Substanzen einnehmen, die auf die Psyche wirken [5].

Vorsicht im Straßenverkehr. Gedächtnislücken und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit können sich laut Fachinformation von Diazepam nachteilig auf die Fahrtüchtigkeit auswirken, besonders nach zu kurzem Schlaf oder zusammen mit Alkohol [3]. Am Tag nach der Einnahme von Zopiclon können Sie sich laut Packungsbeilage benommen, schläfrig, schwindelig oder verwirrt fühlen und weniger aufmerksam sein; zwischen Einnahme und Autofahren werden mindestens 12 Stunden empfohlen [5]. Mehr dazu: Medikamente und Autofahren.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [7]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Eine plötzliche starke Verwirrtheit kann ein Warnzeichen sein. Bei Topiramat sollen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren oder sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben, wenn Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit, Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme auftreten [11]. Müdigkeit, Verwirrtheit und Unwohlsein mit Muskelschwäche unter Citalopram können Anzeichen eines Natriummangels sein; dann sollen Sie laut Packungsbeilage sofort ärztlichen Rat suchen [7]. Hohes Fieber mit ausgeprägter Muskelsteife, Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit kann laut Packungsbeilage von Haloperidol Zeichen eines seltenen, schwerwiegenden Problems sein, des malignen neuroleptischen Syndroms; informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [16].

Zopiclon kann laut Packungsbeilage zu Schlafwandeln und anderen ungewöhnlichen Verhaltensweisen im Schlaf führen, etwa Autofahren oder Essen, ohne vollständig wach zu sein; am nächsten Morgen erinnert man sich womöglich nicht daran. Bemerken Sie so etwas, sollen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage sofort abbrechen und sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden [5]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung sowie akute und anhaltende Krampfanfälle sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [18].

Andere Ursachen

Nicht jede Vergesslichkeit kommt vom Medikament. Laut IQWiG können Beschwerden wie Vergesslichkeit, Verhaltensänderungen und Orientierungsprobleme zum Beispiel durch Depressionen und manche körperlichen Erkrankungen ausgelöst werden, etwa eine Hirnhautentzündung, einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung, außerdem durch einen Flüssigkeits- oder Vitaminmangel [1].

  • Demenz: Bei einer Alzheimer-Demenz lassen die geistigen Fähigkeiten mit der Zeit immer mehr nach; Betroffene vergessen gerade Erlebtes, haben zunehmend Probleme, die richtigen Worte zu finden, und können sich in ihrem Verhalten verändern [2]. Im Frühstadium sind Menschen laut IQWiG zunehmend vergesslich und haben Probleme, sich zu konzentrieren [1].
  • Depression: Depressionen führen laut IQWiG oft zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen; verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit zählen zu den möglichen Beschwerden [17].
  • Schilddrüsenunterfunktion: Zu den möglichen Beschwerden zählt das IQWiG Konzentrations- und Gedächtnisstörungen [19].

Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; die erste Anlaufstelle ist laut IQWiG und gesund.bund.de meist die Hausarztpraxis, gerade in frühen Stadien kann eine Gedächtnisambulanz hilfreich sein [1, 2].

Quellen

  1. Alzheimer-Demenz. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.05.2025. abgerufen am 12.10.2026
  2. Behörde Alzheimer-Demenz. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 01.07.2022. abgerufen am 12.10.2026
  3. Fachinformation Fachinformation Diazepam STADA® 10 mg Tabletten (mit Empfehlungen des Sachverständigenausschusses der Bundesregierung zu Benzodiazepinen). STADAPHARM GmbH. Stand 08/2018. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Zopiclon-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zopiclon-ratiopharm® 7,5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm® 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Citalopram-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 12.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation Reisetabletten-ratiopharm® 50 mg Tabletten (Dimenhydrinat). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Solifenacin-ratiopharm® 5 mg/10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Topiramat-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Topiramat-ratiopharm® Filmtabletten (Version 7). ratiopharm GmbH. Stand 11/2023. abgerufen am 12.10.2026
  13. Fachinformation Fachinformation Baclofen-ratiopharm® Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
  14. Fachinformation Fachinformation Simvastatin-ratiopharm® 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Haloperidol-ratiopharm® 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
  17. Depression. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 12.10.2026
  18. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112?"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  19. Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.04.2024. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können vergesslich oder verwirrt machen?

Die Produktinformationen nennen solche Nebenwirkungen zum Beispiel bei Beruhigungs- und Schlafmitteln wie Diazepam, Lorazepam und Zopiclon, beim Antidepressivum Amitriptylin, bei Mitteln mit anticholinerger Wirkung wie Dimenhydrinat oder Solifenacin, beim Antiepileptikum Topiramat, beim Muskelrelaxans Baclofen und selten bei Statinen wie Simvastatin. Welche Wirkstoffe auf dieser Website Verwirrtheit oder Konzentrations- und Gedächtnisstörungen nennen, zeigen die Tabellen oben; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Können Medikamente eine Demenz vortäuschen?

Laut IQWiG können Beschwerden wie Vergesslichkeit, Verhaltensänderungen und Orientierungsprobleme viele Ursachen haben; auch Nebenwirkungen von Medikamenten führen manchmal zu solchen Beschwerden. Diese Ursachen lassen sich oft gut behandeln, und die Beschwerden gehen zurück oder verschwinden ganz. Die Diagnose Alzheimer-Demenz wird erst gestellt, wenn die Beschwerden ein halbes Jahr bestehen und andere Ursachen unwahrscheinlich sind.

Machen Schlaftabletten vergesslich?

Das ist möglich. Benzodiazepine und Schlafmittel wie Zopiclon können laut Produktinformation zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen: Meist einige Stunden nach der Einnahme werden unter Umständen Handlungen ausgeführt, an die man sich später nicht erinnern kann. Bei Zopiclon lässt sich das Risiko laut Packungsbeilage verringern, wenn die Tablette unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen wird und 7 bis 8 Stunden ununterbrochener Schlaf möglich sind.

Können Cholesterinsenker das Gedächtnis beeinträchtigen?

Im Zusammenhang mit Statinen einschließlich Simvastatin wurde laut Fachinformation selten über Gedächtnisverlust, Vergesslichkeit und Verwirrung berichtet. Diese Beschwerden sind laut Fachinformation im Allgemeinen nicht schwerwiegend und nach dem Absetzen umkehrbar; das Abklingen dauerte im Median 3 Wochen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Sind ältere Menschen häufiger betroffen?

Mehrere Fachinformationen weisen auf eine höhere Empfindlichkeit im Alter hin. Bei Zopiclon und Diazepam kann es vor allem bei älteren Menschen zu paradoxen Reaktionen kommen, bei Amitriptylin ist ein Delirium ausdrücklich für ältere Menschen genannt, und bei Baclofen können Nebenwirkungen bei älteren Menschen gravierendere Formen annehmen. Bei Amitriptylin ist die Halbwertszeit im Alter verlängert, bei Diazepam möglicherweise verlängert.

Was ist ein Delirium?

Laut Packungsbeilage von Zopiclon ist ein Delirium eine plötzliche und starke Veränderung des geistigen Zustands, die eine Kombination aus Verwirrung, Desorientierung und/oder Aufmerksamkeitsdefizit verursachen kann. Die Fachinformationen nennen es etwa bei Amitriptylin (bei älteren Menschen selten), Dimenhydrinat und Solifenacin. Eine plötzliche starke Verwirrtheit gehört sofort ärztlich abgeklärt.

Was soll ich tun, wenn ich vergesslich geworden bin, seit ich ein neues Medikament nehme?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sprechen Sie die Beschwerden in der Praxis an und nennen Sie alle Mittel, auch rezeptfreie; laut IQWiG kann es helfen, wenn eine nahestehende Person mitkommt. Je nach Wirkstoff kommen etwa eine niedrigere Dosis oder ein Ende der Behandlung infrage; bei Topiramat war das laut Fachinformation in berichteten Fällen erforderlich. Das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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