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Risperidon: Nebenwirkungen und Wirkung

Risperidon ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum gegen Schizophrenie und manische Episoden. Kurzzeitig wird es auch bei anhaltender Aggression eingesetzt: im Rahmen einer Alzheimer-Demenz sowie bei Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen mit Verhaltensstörung und unterdurchschnittlicher intellektueller Funktion. Sehr häufige Nebenwirkungen sind Schlafprobleme, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Bewegungsstörungen wie bei Parkinson; häufig sind Gewichtszunahme und ein erhöhter Prolaktinwert. Bei älteren Menschen mit Demenz steigt das Risiko für Schlaganfall und Tod.

Frau Mitte dreißig sitzt am Morgen ruhig mit einer Tasse Tee an einem Küchentisch am Fenster
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit)[1, 2]
  • Sehr häufig: Parkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, steife Muskeln mit ruckartigen Bewegungen, manchmal ein Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen; außerdem langsamer, schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter Speichelfluss und ein ausdrucksarmes Gesicht[1, 2]
  • Sehr häufig: Schläfrigkeit oder Unaufmerksamkeit (Sedierung, Somnolenz)[1, 2]
  • Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Lungenentzündung, Bronchitis, Erkältungsbeschwerden, Nasennebenhöhlenentzündung, Harnwegsinfektion, Ohrinfektion, grippeähnliches Gefühl[1, 2]
  • Häufig: Im Bluttest erhöhter Wert des Hormons Prolaktin (Hyperprolaktinämie); er kann Beschwerden verursachen, muss es aber nicht[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit, verminderter Appetit[1, 2]
  • Häufig: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Depression, Angst, innere Unruhe[1, 2]
  • Häufig: Dystonie: langsame oder anhaltende, unwillkürliche Muskelanspannungen, die jeden Körperteil betreffen und zu einer ungewöhnlichen Körperhaltung führen können; oft betroffen sind Teile des Gesichts mit ungewöhnlichen Bewegungen von Augen, Mund, Zunge oder Kiefer[1, 2]
  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Dyskinesie: unwillkürliche Muskelbewegungen, etwa wiederholte, krampfartige oder windende Bewegungen oder Zuckungen[1, 2]
  • Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen, Augeninfektion oder Bindehautentzündung[1, 2]
  • Häufig: Schneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]
  • Häufig: Hoher Blutdruck[1, 2]
  • Häufig: Kurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]
  • Häufig: Halsschmerzen, Husten, Nasenbluten, verstopfte Nase[1, 2]
  • Häufig: Bauchschmerzen, Bauchbeschwerden, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörung, Mundtrockenheit, Zahnschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Hautausschlag, Hautrötung (Erythem)[1, 2]
  • Häufig: Muskelkrämpfe, Knochen- oder Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Unfähigkeit, den Urin zu halten (Harninkontinenz)[1, 2]
  • Häufig: Schwellungen am Körper, an Armen oder Beinen (Ödeme), Fieber, Schmerzen im Brustkorb, Schwäche, Erschöpfung (Müdigkeit), Schmerzen[1, 2]
  • Häufig: Sturz[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Risperidon eingesetzt?

Risperidon ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Antipsychotika [1, 2]. Laut Packungsbeilage behandelt er eine Schizophrenie, bei der Betroffene Dinge sehen, hören oder fühlen können, die nicht da sind, Dinge glauben, die nicht stimmen, oder sich ungewöhnlich misstrauisch oder verwirrt fühlen. Außerdem wird er bei einer Manie eingesetzt, in der man sich sehr aufgeregt, euphorisch, getrieben oder überaktiv fühlt; eine Manie tritt im Rahmen einer bipolaren Störung auf, die auch als manisch-depressive Krankheit bezeichnet wird [1]. Die Fachinformation spricht genauer von mäßigen bis schweren manischen Episoden bei bipolaren Störungen [2].

Zwei weitere Anwendungsgebiete sind auf eine Kurzzeitbehandlung von bis zu 6 Wochen begrenzt. Das erste ist anhaltende Aggression bei Menschen mit mäßiger bis schwerer Alzheimer-Demenz, wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht helfen und ein Risiko besteht, dass sie sich selbst oder andere gefährden [1, 2]. Das zweite ist anhaltende Aggression bei einer Verhaltensstörung bei Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen mit unterdurchschnittlicher intellektueller Funktion oder geistiger Behinderung, wenn das aggressive oder störende Verhalten so schwer ist, dass es medikamentös behandelt werden muss. Die Behandlung sollte dann Teil eines umfassenden Programms mit psychosozialen und erzieherischen Maßnahmen sein; laut Fachinformation wird empfohlen, dass sie eine Fachärztin oder ein Facharzt für Kinderneurologie oder Kinder- und Jugendpsychiatrie oder eine Ärztin oder ein Arzt mit Erfahrung in der Behandlung solcher Verhaltensstörungen verordnet [2].

Wie wirkt Risperidon?

Risperidon blockiert im Gehirn vor allem Andockstellen für die Botenstoffe Dopamin (D2-Rezeptoren) und Serotonin (5-HT2-Rezeptoren). Außerdem bindet es an sogenannte alpha1-adrenerge Rezeptoren und schwächer an Histamin-H1- und alpha2-Rezeptoren [2]. Wegen dieser alpha-blockierenden Wirkung kann laut Fachinformation vor allem in der ersten Einstellungsphase der Blutdruck abfallen, auch beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie) [2]. Laut Packungsbeilage kann Risperidon die Beschwerden der Erkrankung lindern und helfen, ein Wiederauftreten zu verhindern [1].

Im Körper wandelt das Leberenzym CYP2D6 Risperidon in 9-Hydroxy-Risperidon um, das ähnlich wirkt und auch als eigener Wirkstoff unter dem Namen Paliperidon erhältlich ist [2, 3]. Risperidon wird nach der Einnahme vollständig aufgenommen; die höchsten Blutspiegel werden nach 1 bis 2 Stunden erreicht. Risperidon selbst hat eine Halbwertszeit von etwa 3 Stunden, die gesamte wirksame Fraktion von 24 Stunden. Ein gleichbleibender Spiegel von 9-Hydroxy-Risperidon stellt sich nach 4 bis 5 Tagen ein [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt; Organsystem und Fachbegriffe stammen aus der Fachinformation. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bei bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100, "selten" bei bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bei bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten sind laut Fachinformation Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit; Parkinsonismus und Bewegungsunruhe (Akathisie) hängen offenbar von der Dosis ab [2]. Häufig erhöht Risperidon den Wert des Hormons Prolaktin. Das kann ohne Beschwerden bleiben; gelegentlich kommt es zu Brustschwellung, Milchfluss, Zyklusstörungen oder sexuellen Funktionsstörungen [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Prolaktin und Brustbeschwerden. Unter Risperidon wurden außerdem Diabetes und die Verschlechterung eines bestehenden Diabetes beobachtet; bei Diabetes sollte der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden (siehe Blutzucker) [1, 2].

Bei Paliperidon, dem wirksamen Abbaustoff, wurde zusätzlich ein schneller Herzschlag nach dem Aufstehen beobachtet; er kann daher auch unter Risperidon auftreten, eine Häufigkeit nennt die Packungsbeilage dafür nicht [1, 2]. Kinder und Jugendliche von 5 bis 17 Jahren hatten in Studien unter anderem Schläfrigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, gesteigerten Appetit, Erbrechen, Erkältungsbeschwerden, Bauchschmerzen, Schwindel, Husten, Fieber, Zittern, Durchfall und Einnässen häufiger als Erwachsene [1, 2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • PsycheEin- oder Durchschlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
  • NervensystemParkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, steife Muskeln mit ruckartigen Bewegungen, manchmal ein Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen; außerdem langsamer, schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter Speichelfluss und ein ausdrucksarmes Gesicht[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-SymptomeZittern
  • NervensystemSchläfrigkeit oder Unaufmerksamkeit (Sedierung, Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitKonzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • InfektionenAtemwegsinfektion, Blaseninfektion, Augeninfektion, Mandelentzündung, Nagelpilz, Hautinfektion, auf eine Stelle begrenzte Infektion, Virusinfektion, durch Milben verursachte Hautentzündung[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitPilzinfektionen
  • Blut und LymphsystemWeniger weiße Blutkörperchen (auch der Infektionsabwehr dienende Neutrophile), weniger Blutplättchen, Blutarmut, weniger rote Blutkörperchen, mehr Eosinophile (eine Art weißer Blutkörperchen)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemAllergische Reaktion (Überempfindlichkeit)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • Stoffwechsel und ErnährungDiabetes oder Verschlechterung eines Diabetes, hoher Blutzucker, vermehrtes Trinken (Polydipsie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • Stoffwechsel und ErnährungGewichtsabnahme; Appetitverlust, der zu Mangelernährung und Gewichtsverlust führt (Anorexie)[1, 2]Mehr dazu: GewichtsabnahmeAppetitlosigkeit
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Cholesterinwert im Blut[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
  • PsycheErregungszustand (Manie), Verwirrtheit, verminderter sexueller Antrieb, Nervosität, Albträume[1, 2]Mehr dazu: VerwirrtheitWeniger Lust auf SexUnruhe und NervositätAlbträume
  • NervensystemKeine Reaktion auf Reize, Bewusstlosigkeit, eingeschränktes Bewusstsein[1, 2]
  • NervensystemKrampfanfälle, Ohnmachtsanfall (Synkope)[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemAnhaltender Drang, bestimmte Körperteile zu bewegen, Gleichgewichtsstörung, gestörte Koordination, Schwindel beim Aufstehen[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • NervensystemAufmerksamkeitsstörung und Sprachstörungen[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • NervensystemVerlust des Geschmackssinns oder veränderte Geschmackswahrnehmung[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
  • NervensystemVermindertes Schmerz- und Berührungsempfinden der Haut; Kribbeln, Stechen oder Taubheitsgefühl der Haut[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • NervensystemBei Menschen mit Demenz: plötzliche Veränderung des geistigen Zustands, plötzliche Schwäche oder Taubheit in Gesicht, Armen oder Beinen, besonders auf einer Seite, oder undeutliche Sprache, mögliche Zeichen eines Schlaganfalls (zerebrovaskuläre Ischämie)[1, 2]
  • NervensystemSpätdyskinesie (tardive Dyskinesie): unkontrollierbare zuckende oder ruckartige Bewegungen von Gesicht, Zunge oder anderen Körperteilen[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
  • AugenLichtempfindlichkeit der Augen, trockenes Auge, vermehrter Tränenfluss, gerötete Augen[1, 2]
  • Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo), Ohrgeräusche, Ohrenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelOhrgeräusche
  • HerzVorhofflimmern, gestörte Reizleitung zwischen Vorhöfen und Kammern (AV-Block) und andere Störungen der elektrischen Reizleitung, Verlängerung des QT-Intervalls, langsamer Herzschlag, veränderte EKG-Befunde, Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenVerlangsamter HerzschlagHerzrasen
  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck, auch beim Aufstehen, beim plötzlichen Aufstehen oder Aufrichten können Schwäche, Schwindel oder Ohnmacht auftreten; Erröten[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindelHitzewallungen
  • AtemwegeLungenentzündung durch versehentliches Einatmen von Nahrung (Aspirationspneumonie), Lungenstauung, verengte Atemwege, knisternde Lungengeräusche, Keuchen, Stimmstörung, Erkrankungen der Atemwege[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmMagen-Darm-Infektion, Stuhlinkontinenz, sehr harter Stuhl, Schluckbeschwerden, übermäßige Blähungen[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungBlähungen
  • HautNesselsucht, Juckreiz, Haarausfall, verdickte Haut, Ekzem, trockene Haut, Hautverfärbungen, Akne, schuppige, juckende (Kopf-)Haut, Hauterkrankungen und Hautveränderungen[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtJuckreizHaarausfallHautausschlagPigmentstörungen der HautAkne
  • Muskeln, Knochen und GelenkeErhöhter Wert des Enzyms CPK (Creatinphosphokinase) im Blut, das manchmal bei Muskelschäden freigesetzt wird[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
  • Muskeln, Knochen und GelenkeUngewöhnliche Körperhaltung, Gelenksteifheit, Gelenkschwellung, Muskelschwäche, Nackenschmerzen[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeHäufiges Wasserlassen, Unfähigkeit zu urinieren (Harnverhalt), Schmerzen beim Wasserlassen[1, 2]Mehr dazu: Häufiges WasserlassenProbleme beim Wasserlassen
  • Geschlechtsorgane und BrustErektionsprobleme, Störung des Samenergusses[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
  • Geschlechtsorgane und BrustAusbleiben der Monatsblutung, ausbleibende einzelne Monatsblutungen oder andere Zyklusprobleme[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Geschlechtsorgane und BrustBrustbildung bei Männern (Gynäkomastie), Milchabsonderung aus den Brüsten, sexuelle Funktionsstörungen, Brustschmerzen, Brustbeschwerden, vaginaler Ausfluss[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
  • Allgemeine BeschwerdenSchwellung von Gesicht, Mund, Augen oder Lippen (Gesichtsödem)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenSchüttelfrost, erhöhte Körpertemperatur[1, 2]Mehr dazu: Fieber
  • Allgemeine BeschwerdenVeränderter Gang[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenDurstgefühl, Unwohlsein, Beschwerden im Brustkorb, Gefühl, "nicht auf der Höhe" zu sein, Beschwerden[1, 2]
  • Leber und GalleErhöhte Leberwerte im Blut (Transaminasen, Gamma-Glutamyltransferase, Leberenzyme)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Verletzungen und VergiftungenAnwendungsbedingte Schmerzen[1, 2]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • InfektionenInfektion[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Blut und LymphsystemGefährlich niedrige Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen, die zur Abwehr von Infektionen gebraucht werden (Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemSchwere allergische Reaktion mit Fieber, Schwellung von Mund, Gesicht, Lippen oder Zunge, Kurzatmigkeit, Juckreiz, Hautausschlag oder Blutdruckabfall (anaphylaktische Reaktion)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
  • HormonsystemGestörte Ausschüttung des Hormons, das die Urinmenge steuert (inadäquate Sekretion des antidiuretischen Hormons)[1, 2]
  • HormonsystemZucker im Urin[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Blutzucker, erhöhte Blutfette (Triglyzeride), erhöhtes Insulin im Blut[1, 2]Mehr dazu: UnterzuckerungErhöhte Blutfette
  • Stoffwechsel und ErnährungGefährlich übermäßige Aufnahme von Wasser (Wasservergiftung)[1, 2]
  • PsycheSchlafwandeln, schlafbezogene Essstörung[1, 2]
  • PsycheEmotionslosigkeit (Abstumpfung), Unfähigkeit zum Orgasmus[1, 2]
  • PsycheKatatonie: keine Bewegungen oder Reaktionen im wachen Zustand[1, 2]
  • NervensystemMalignes neuroleptisches Syndrom: Fieber, Muskelsteifheit, Schweißausbrüche oder eingeschränktes Bewusstsein[1, 2]Mehr dazu: FieberVermehrtes Schwitzen
  • NervensystemProbleme mit den Blutgefäßen im Gehirn (zerebrovaskuläre Störung)[1, 2]
  • NervensystemKoma durch unkontrollierten Diabetes (diabetisches Koma)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • NervensystemKopfwackeln[1, 2]
  • AugenGrüner Star (Glaukom, erhöhter Augeninnendruck), Probleme mit den Augenbewegungen, Augenrollen, Verkrustung des Lidrandes[1, 2]
  • AugenKomplikation bei einer Operation des grauen Stars: intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom (IFIS)[1, 2]
  • HerzUnregelmäßiger Herzschlag (Sinusarrhythmie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (Schwellung, Schmerzen, Rötung), die in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen und Atemnot verursachen können (Venenthrombose, Lungenembolie)[1, 2]Mehr dazu: BlutgerinnselAtemnot
  • AtemwegeAtemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe), schnelle, flache Atmung[1, 2]
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Magen und DarmDarmverschluss (Blockierung im Darm)[1, 2]
  • Magen und DarmGeschwollene Zunge, aufgesprungene Lippen[1, 2]
  • Leber und GalleGelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautDurch Arzneimittel verursachter Hautausschlag, Schuppen[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • Muskeln, Knochen und GelenkeZerfall von Muskelfasern mit Muskelschmerzen (Rhabdomyolyse)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
  • Geschlechtsorgane und BrustLang anhaltende oder schmerzhafte Erektion (Priapismus)[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustVerspäteter Beginn der Monatsblutung, Vergrößerung der Brustdrüsen, Brustvergrößerung, Milchabsonderung aus den Brüsten[1, 2]Mehr dazu: ZyklusstörungenBrustspannen und Brustvergrößerung
  • Allgemeine BeschwerdenVerhärtung der Haut[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenSehr niedrige Körpertemperatur, Kältegefühl in Armen und Beinen[1, 2]
  • SchwangerschaftEntzugssyndrom beim Neugeborenen nach Anwendung in der Schwangerschaft (Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen)[2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
  • Allgemeine BeschwerdenSymptome eines Arzneimittelentzugs[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HautSchwerer oder lebensbedrohlicher Hautausschlag mit Blasen und Ablösung der Haut, der in und um Mund, Nase, Augen und Geschlechtsorgane beginnen und sich ausbreiten kann (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Das maligne neuroleptische Syndrom ist eine seltene Reaktion auf Antipsychotika mit Fieber, Muskelsteifheit, einer Instabilität des vegetativen Nervensystems (autonome Instabilität), Bewusstseinstrübung und erhöhten Werten des Muskelenzyms CPK im Blut; dazu können Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) und akutes Nierenversagen kommen. Laut Fachinformation werden dann alle Antipsychotika einschließlich Risperidon abgesetzt [2]. Treten Zeichen einer Spätdyskinesie auf, also unwillkürliche rhythmische Bewegungen vor allem von Zunge und Gesicht, soll ein Absetzen aller Antipsychotika erwogen werden [1, 2]. Im Zusammenhang mit Antipsychotika wurden Blutgerinnsel in den Venen berichtet, auch Lungenembolien; mehr dazu unter Thromboserisiko [1, 2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann um die fünfzig geht mit einem Freund im Herbst an einem Flussufer spazieren
Bild: KI-generiert

Gewichtszunahme: Risperidon kann zu einer Gewichtszunahme führen, und eine erhebliche Gewichtszunahme kann die Gesundheit gefährden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollte Ihr Gewicht deshalb regelmäßig überprüfen; bei Kindern und Jugendlichen empfiehlt die Fachinformation eine Messung schon vor Beginn [1, 2]. In Studien mit Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörung stieg das Gewicht nach 12 Monaten im Mittel um 7,3 kg; die erwartete Zunahme bei Kindern zwischen 5 und 12 Jahren liegt laut Fachinformation bei 3 bis 5 kg pro Jahr [2]. Mehr zum Thema lesen Sie unter Gewichtszunahme durch Medikamente.

Müdigkeit und Schwindel: Schläfrigkeit gehört zu den sehr häufigen, Schwindel zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Ein zu niedriger Blutdruck kann besonders in der Anfangsphase auftreten; beim plötzlichen Aufstehen oder Aufrichten können Sie sich dann schwach oder schwindelig fühlen oder ohnmächtig werden [1, 2]. Fahren Sie kein Auto und bedienen Sie keine Maschinen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen [1]. Weitere Hinweise finden Sie unter Müdigkeit und Schwindel.

Bewegungsstörungen: Steifheit, Zittern, verlangsamte Bewegungen oder unwillkürliche Muskelanspannungen gehören zu den sehr häufigen und häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Bei Kindern und Jugendlichen sollen sie laut Fachinformation während der Behandlung regelmäßig ärztlich überprüft werden [2]. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an und setzen Sie Risperidon nicht eigenmächtig ab [1].

Weitere Kontrollen: Weil eine gefährlich niedrige Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen beobachtet wurde, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Blutbild prüfen [1]. Bei Beschwerden, die auf einen erhöhten Prolaktinwert hindeuten, wird eine Blutuntersuchung empfohlen [1, 2].

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Risperidon wird vor allem über das Enzym CYP2D6 und in geringerem Maß über CYP3A4 abgebaut. Mittel, die diese Enzyme stark hemmen oder anregen, können die Wirkung von Risperidon verstärken oder abschwächen; beim Beginn oder Ende einer solchen Behandlung muss die Dosis gegebenenfalls neu bewertet werden [1, 2]. Bei Mitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen und das QT-Intervall verlängern können, ist Vorsicht geboten [1, 2]. Mehr dazu unter QT-Verlängerung.

Bei älteren Menschen mit Demenz war die Sterblichkeit in Studien unter Risperidon plus Furosemid höher als unter einem der beiden Mittel allein; mit anderen Entwässerungsmitteln zeigte sich kein ähnlicher Befund. Laut Fachinformation sind Risiken und Nutzen einer solchen Kombination vorher abzuwägen, und ein Flüssigkeitsmangel soll bei älteren Menschen mit Demenz sorgfältig vermieden werden [2].

Wechselwirkungen von Risperidon
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine, manche Schmerzmittel (Opiate), einige Allergiemittel (Antihistaminika)Risperidon kann deren beruhigende und müde machende Wirkung verstärken[1, 2]Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Arzneimittel, die die elektrische Aktivität des Herzens verändern können, z. B. Mittel gegen Malaria oder Herzrhythmusstörungen, Antihistaminika, einige Antidepressiva, andere Mittel gegen psychische Erkrankungen; außerdem Mittel, die den Herzschlag verlangsamen oder den Kaliumwert senken (z. B. bestimmte Entwässerungsmittel)Laut Fachinformation ist wegen des Risikos einer QT-Verlängerung Vorsicht geboten[1, 2]Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Mittel gegen BluthochdruckRisperidon kann zu niedrigem Blutdruck führen; laut Fachinformation wurde eine klinisch bedeutsame Hypotonie beobachtet[1, 2]Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Mittel gegen die Parkinson-Krankheit wie Levodopa und andere Dopamin-AgonistenRisperidon kann deren Wirkung abschwächen[1, 2]Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Psychostimulanzien wie MethylphenidatWird eine der beiden Behandlungen verändert, können Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) auftreten[1, 2]Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Entwässerungsmittel (Diuretika), besonders Furosemid, bei älteren Menschen mit DemenzRisperidon allein oder mit Furosemid kann das Risiko für Schlaganfall oder Tod erhöhen; in Studien starben unter Furosemid plus Risperidon 7,3 % gegenüber 3,1 % unter Risperidon allein[1, 2]Risiken und Nutzen müssen vorher ärztlich abgewogen werden
Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, PhenobarbitalDie Wirkung von Risperidon kann abnehmen[1, 2]Beim Beginn oder Ende einer solchen Behandlung kann eine andere Risperidon-Dosis nötig sein
Chinidin, Antidepressiva wie Paroxetin, Fluoxetin, Sertralin, Fluvoxamin oder trizyklische Antidepressiva, Betablocker, Phenothiazine, Cimetidin, Ranitidin, Itraconazol, Ketoconazol, Ritonavir und bestimmte andere HIV-Mittel, VerapamilDie Wirkung von Risperidon kann zunehmen[1, 2]Beim Beginn oder Ende einer solchen Behandlung kann eine andere Risperidon-Dosis nötig sein
PaliperidonPaliperidon ist der wirksame Abbaustoff von Risperidon; beide zusammen können die Menge der wirksamen Substanz im Körper addieren[2]Gleichzeitige Anwendung laut Fachinformation nicht empfohlen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Risperidon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht einnehmen dürfen Sie Risperidon bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile [1, 2]. Bei vielen Vorerkrankungen ist Vorsicht nötig; trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].

Besonders wichtig ist das für ältere Menschen mit Demenz. In Studien mit mehreren atypischen Antipsychotika einschließlich Risperidon war die Sterblichkeit älterer Menschen mit Demenz höher als unter Scheinmedikament. In Studien mit Risperidon traten unerwünschte Ereignisse an den Blutgefäßen des Gehirns (zerebrovaskuläre Ereignisse) bei 3,3 % der Behandelten auf, unter Scheinmedikament bei 1,2 %. Bei gemischter oder gefäßbedingter Demenz war dieses Risiko höher als bei der Alzheimer-Demenz; deshalb sollen Menschen mit anderen Demenzformen als der Alzheimer-Demenz laut Fachinformation nicht mit Risperidon behandelt werden [2]. Die Packungsbeilage nennt ausdrücklich eine Demenz, die auf einen Schlaganfall zurückgeht, und rät zu regelmäßigen Arztbesuchen während der Behandlung [1]. Zeichen eines Schlaganfalls sollen Betroffene oder Pflegende sofort melden [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Risperidon oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Ältere Menschen mit Demenz: höheres Risiko für einen Schlaganfall; in Studien mit Risperidon zum Einnehmen starben 4,0 % der Behandelten gegenüber 3,1 % unter Scheinmedikament. Bei einer Demenz, die auf einen Schlaganfall zurückgeht, sollten Sie Risperidon nicht einnehmen; laut Fachinformation sollen Menschen mit anderen Demenzformen als der Alzheimer-Demenz nicht damit behandelt werden. Während der Behandlung regelmäßig die Ärztin oder den Arzt aufsuchen[1, 2]
  • Herzprobleme wie unregelmäßiger Herzrhythmus, Neigung zu niedrigem Blutdruck oder Einnahme von Blutdruckmitteln: Risperidon kann den Blutdruck senken, die Dosis muss gegebenenfalls angepasst werden[1, 2]
  • Bekannte Risikofaktoren für einen Schlaganfall, etwa hoher Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Probleme mit den Blutgefäßen des Gehirns[1, 2]
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, QT-Verlängerung in der Familie, langsamer Herzschlag oder Störungen der Blutsalze (niedriges Kalium oder Magnesium): das Risiko für Herzrhythmusstörungen kann erhöht sein[2]
  • Früher aufgetretene unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Mund oder Gesicht[1, 2]
  • Früheres malignes neuroleptisches Syndrom (Fieber, Muskelsteifheit, Schweißausbrüche, eingeschränktes Bewusstsein)[1, 2]
  • Parkinson-Krankheit oder Demenz; laut Fachinformation auch Demenz mit Lewy-Körperchen: die Parkinson-Krankheit kann sich verschlechtern[1, 2]
  • Früher niedrige Zahl weißer Blutkörperchen, auch durch andere Arzneimittel[1, 2]
  • Diabetes: Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen; Diabetes oder dessen Verschlechterung wurde unter Risperidon beobachtet[1, 2]
  • Epilepsie[1, 2]
  • Männer, die schon einmal eine lang anhaltende oder schmerzhafte Erektion hatten[1, 2]
  • Schwierigkeiten, die Körpertemperatur zu regulieren oder Überhitzung zu vermeiden[1, 2]
  • Nieren- oder Leberprobleme[1, 2]
  • Erhöhter Prolaktinwert im Blut oder ein möglicherweise prolaktinabhängiger Tumor[1, 2]
  • Venöse Thrombosen (Blutgerinnsel) bei Ihnen oder in der Familie[1, 2]
  • Gewichtszunahme: Risperidon kann zu einer Gewichtszunahme führen; die Ärztin oder der Arzt sollte das Gewicht regelmäßig überprüfen[1, 2]
  • Geplante Operation am Auge wegen grauen Stars: Augenärztin oder Augenarzt über die Einnahme informieren[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörung: Vor Beginn sollten andere Gründe für das aggressive Verhalten ausgeschlossen sein; laut Fachinformation werden eine Messung des Körpergewichts vor Behandlungsbeginn und regelmäßige Gewichtskontrollen empfohlen[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Packungsbeilage rät, während der Behandlung keinen Alkohol zu trinken [1]; allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Alkohol. Risperidon erhöht den Prolaktinwert, was die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern beeinträchtigen kann [1, 2]. Wenn Sie schwanger sind oder werden möchten, besprechen Sie die Behandlung frühzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Grundsätzliches erklärt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3].

Schwangerschaft

Sind Sie schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet, ob Sie Risperidon einnehmen können. Laut Fachinformation sollte Risperidon in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es eindeutig erforderlich ist, und ein nötiges Absetzen sollte nicht abrupt erfolgen. Nach Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel können beim Neugeborenen Zittern, Muskelsteifheit oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten; wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Laut Embryotox sind fast 2.000 Schwangerschaften mit Risperidon veröffentlicht, ohne eindeutig erhöhte Fehlbildungsrate. Risperidon kann bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch verordnet werden; für eine Neueinstellung nennt Embryotox Quetiapin als vorzuziehen, falls es ebenso geeignet ist. Embryotox empfiehlt außerdem, einen Schwangerschaftsdiabetes auszuschließen und in einer Klinik mit Neugeborenen-Station zu entbinden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme in der Stillzeit Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Risperidon und sein Abbaustoff gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über; Daten zu Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen fehlen. Der Nutzen des Stillens wird gegen mögliche Risiken für das Kind abgewogen.[1, 2]

Laut Embryotox stützen sich die Erfahrungen auf 8 Mutter-Kind-Paare; bei den untersuchten Kindern wurden keine durch das Medikament verursachten Beschwerden beobachtet. Stillen ist nach Embryotox bei alleiniger Behandlung mit Risperidon und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Vermeiden Sie Alkohol, solange Sie Risperidon einnehmen. Laut Fachinformation soll Risperidon wegen eines erhöhten Risikos einer Sedierung (beruhigende und müde machende Wirkung) zusammen mit Alkohol nur mit Vorsicht angewendet werden.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Risperidon kann Schwindel, Müdigkeit und Sehstörungen verursachen. Fahren Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Laut Fachinformation gilt das, bis bekannt ist, wie Sie persönlich auf das Mittel reagieren.[1, 2]

Einnahme

Die Filmtabletten mit Wasser einnehmen, zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon; Nahrung beeinflusst die Aufnahme nicht. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]

Dosis vergessen: nehmen, sobald Sie es bemerken; ist es fast Zeit für die nächste Dosis, die vergessene auslassen und wie gewohnt weitermachen. Nicht die doppelte Menge nehmen. Haben Sie zwei oder mehr Einnahmen verpasst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]

Absetzen

Beenden Sie die Einnahme nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt, sonst können die Beschwerden zurückkehren. Entscheidet sie oder er, Risperidon abzusetzen, wird die Dosis schrittweise über einige Tage verringert.[1]

Laut Fachinformation wird ein ausschleichendes Absetzen empfohlen. Nach abruptem Ende einer hoch dosierten antipsychotischen Behandlung wurden sehr selten akute Absetzbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen und Schlaflosigkeit beschrieben; auch ein erneutes Auftreten psychotischer Beschwerden und unwillkürliche Bewegungsstörungen wurden berichtet.[2]

Überdosierung

Bei einer Überdosierung sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen und die Packung mitnehmen. Mögliche Zeichen sind Schläfrigkeit oder Müdigkeit, ungewöhnliche Körperbewegungen, Probleme beim Stehen oder Gehen, Schwindel durch zu niedrigen Blutdruck, ungewöhnliche Herzschläge oder Krampfanfälle. Laut Fachinformation wurden auch QT-Verlängerungen berichtet; ein spezielles Gegenmittel gibt es nicht.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt je nach Anwendungsgebiet und Personengruppe eine Anfangsdosis, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt anschließend anpasst; für Kinder richtet sie sich nach dem Körpergewicht [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Risperidon immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1]. Die Filmtabletten werden mit Wasser eingenommen, zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon; Nahrung beeinflusst die Aufnahme nicht. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie es bemerken, außer es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge, und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie zwei oder mehr Einnahmen verpasst haben [1].

Beenden Sie die Einnahme nicht eigenmächtig, sonst können die Beschwerden zurückkehren. Soll Risperidon abgesetzt werden, verringert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis schrittweise über einige Tage [1]. Laut Fachinformation wird ein ausschleichendes Absetzen empfohlen; nach abruptem Ende einer hoch dosierten antipsychotischen Behandlung wurden sehr selten Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen und Schlaflosigkeit beschrieben [2]. Symptome eines Arzneimittelentzugs gehören laut Packungsbeilage zu den seltenen Nebenwirkungen [1]. Nach dem Absetzen können laut Fachinformation die psychotischen Beschwerden zurückkehren, und über unwillkürliche Bewegungsstörungen wurde berichtet [2]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Leitlinien zum Absetzen sagen, auch bei Demenz, erklärt die Seite Risperidon absetzen, Allgemeines der Ratgeber Medikamente absetzen. Ist eine Operation am Auge wegen grauen Stars geplant, sagen Sie Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt, dass Sie Risperidon einnehmen oder eingenommen haben [1]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Risperidon

Risperidon gibt es von mehreren Anbietern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken und als Lösung zum Einnehmen; daneben gibt es eine Depotspritze, für die eine eigene Packungsbeilage gilt. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Risperidon AbZ Filmtabletten [1, 2]. Verwandte Wirkstoffe derselben Gruppe sind zum Beispiel Quetiapin, Olanzapin und Aripiprazol.

Präparate mit Risperidon
PräparatAnbieterHinweis
RisperdalJanssen-Cilag GmbHverschreibungspflichtig
Risperidon AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Risperidon HEXALHEXAL AGverschreibungspflichtig
Risperidon PURENPUREN Pharma GmbH & Co. KGverschreibungspflichtig
Risperidon-1A Pharma1A Pharma GmbHverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Risperidon AbZ 1 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Risperidon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Macht Risperidon dick?

Gewichtszunahme und gesteigerter Appetit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. In 6- bis 8-wöchigen Studien mit Erwachsenen mit Schizophrenie nahmen laut Fachinformation 18 % unter Risperidon mindestens 7 % ihres Körpergewichts zu, unter Scheinmedikament 9 %. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollte Ihr Gewicht regelmäßig überprüfen; sprechen Sie mit ihr oder ihm, wenn Sie zunehmen.

Was bewirkt der erhöhte Prolaktinwert unter Risperidon?

Risperidon erhöht häufig den Wert des Hormons Prolaktin. Das kann ohne Beschwerden bleiben. Gelegentlich führt es bei Männern zu Brustschwellung, Erektionsproblemen oder weniger Lust auf Sex, bei Frauen zu Brustbeschwerden, Milchabsonderung, ausbleibender Monatsblutung oder Problemen mit der Fruchtbarkeit. Treten solche Beschwerden auf, wird laut Packungsbeilage eine Bestimmung des Prolaktinwerts im Blut empfohlen.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Risperidon nehme?

Die Packungsbeilage rät, während der Behandlung keinen Alkohol zu trinken. Laut Fachinformation soll Risperidon wegen eines erhöhten Risikos einer Sedierung (beruhigende und müde machende Wirkung) zusammen mit Alkohol nur mit Vorsicht angewendet werden. Risperidon selbst kann schon schläfrig machen und Schwindel verursachen.

Macht Risperidon müde?

Ja, Schläfrigkeit oder Unaufmerksamkeit gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten; Erschöpfung ist häufig. Bei Kindern und Jugendlichen kann laut Packungsbeilage ein anderer Einnahmezeitpunkt die Aufmerksamkeit verbessern; den Zeitpunkt legt die Ärztin oder der Arzt fest. Solange Sie nicht wissen, wie Sie auf das Mittel reagieren, fahren Sie nicht Auto, ohne vorher ärztlich nachzufragen.

Kann ich Risperidon einfach absetzen?

Nein. Beenden Sie die Einnahme nur nach ärztlicher Anweisung, sonst können die Beschwerden der Erkrankung zurückkehren. Soll Risperidon abgesetzt werden, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis schrittweise über einige Tage. Nach abruptem Ende hoch dosierter Antipsychotika wurden sehr selten Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen und Schlaflosigkeit beschrieben.

Darf man Risperidon in der Schwangerschaft nehmen?

Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; laut Fachinformation nur, wenn es eindeutig erforderlich ist, und ein Absetzen sollte nicht abrupt geschehen. Nach Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel können beim Neugeborenen Zittern, Muskelsteifheit, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden oder Schwierigkeiten beim Stillen auftreten. Embryotox sieht bei fast 2.000 veröffentlichten Schwangerschaften keine eindeutig erhöhte Fehlbildungsrate.

Welche Risiken hat Risperidon bei älteren Menschen mit Demenz?

Bei älteren Menschen mit Demenz ist das Risiko für einen Schlaganfall erhöht; in Studien starben unter Risperidon zum Einnehmen 4,0 % gegenüber 3,1 % unter Scheinmedikament. Zusammen mit dem Entwässerungsmittel Furosemid war die Sterblichkeit höher. Zugelassen ist Risperidon hier nur für die Kurzzeitbehandlung anhaltender Aggression bei Alzheimer-Demenz; bei einer Demenz infolge eines Schlaganfalls sollte es nicht eingenommen werden.

Wie hoch ist die Dosis von Risperidon?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie hängt vom Anwendungsgebiet, vom Alter, bei Kindern vom Körpergewicht und von Nieren- und Leberfunktion ab. Was die Packungsbeilage dazu sagt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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