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Risperidon absetzen

Risperidon beenden Sie laut Packungsbeilage nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen sagt, sonst können die Beschwerden Ihrer Erkrankung wieder auftreten; entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, es abzusetzen, wird die Dosis schrittweise über einige Tage verringert. Nach dem abrupten Ende einer hoch dosierten antipsychotischen Behandlung wurden laut Fachinformation sehr selten Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen und Schlaflosigkeit beschrieben; auch die psychotischen Beschwerden können zurückkehren. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Anfang fünfzig mit schulterlangem kastanienbraunem Haar sitzt mit ihrem älteren Vater mit dünnem weißem Haar auf dem Sofa, beide sprechen ruhig bei einer Tasse Tee
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Risperidon beenden Sie laut Packungsbeilage nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen sagt. Sonst können die Beschwerden Ihrer Erkrankung wieder auftreten. Entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, Risperidon abzusetzen, wird die Dosis schrittweise über einige Tage verringert. Symptome eines Arzneimittelentzugs zählen laut Packungsbeilage zu den seltenen Nebenwirkungen [1].

Risperidon ist ein verschreibungspflichtiges Mittel aus der Gruppe der Antipsychotika. Es wird bei Schizophrenie und bei manischen Episoden im Rahmen einer bipolaren Störung eingesetzt. Außerdem ist es für eine Kurzzeitbehandlung von bis zu 6 Wochen bei anhaltender Aggression zugelassen: bei Menschen mit mäßiger bis schwerer Alzheimer-Demenz, wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht helfen und ein Risiko für eine Gefährdung der eigenen Person oder anderer besteht, sowie bei Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen mit Verhaltensstörung und unterdurchschnittlicher intellektueller Funktion oder geistiger Behinderung [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Risperidon AbZ Filmtabletten [1, 2].

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Laut Packungsbeilage kann Risperidon helfen, die Beschwerden der Erkrankung zu lindern und ihr Wiederauftreten zu verhindern. Fällt die ärztliche Entscheidung zum Absetzen, wird die Dosis schrittweise über einige Tage herabgesetzt [1].

Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte empfiehlt bei einem Therapieabbruch ein ausschleichendes Absetzen [2]. In welchen Schritten die Dosis sinkt und wie lange das Ausschleichen insgesamt dauert, steht weder in der Packungsbeilage noch in der Fachinformation [1, 2].

Wie lange die Behandlung dauert

Das hängt vom Anwendungsgebiet ab. Bei anhaltender Aggression im Rahmen einer Alzheimer-Demenz und bei Verhaltensstörungen von Kindern und Jugendlichen soll die Behandlung laut Packungsbeilage nicht länger als 6 Wochen dauern [1]. Bei Alzheimer-Demenz müssen die Behandelten laut Fachinformation häufig und regelmäßig beurteilt werden, und der Bedarf einer weiteren Behandlung muss neu bewertet werden. Bei Manie und bei Verhaltensstörungen muss die fortgesetzte Anwendung laut Fachinformation fortwährend beurteilt und begründet werden [2]. Die Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Mehr dazu: Medikamente im Alter und Medikamente bei Kindern.

Wenn die Behandlung wegen einer Nebenwirkung endet

Bei einigen Nebenwirkungen spricht die Fachinformation das Ende der Behandlung ausdrücklich an. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt [2]:

  • Malignes neuroleptisches Syndrom: Fieber, Muskelsteifheit, Schweißausbrüche oder eine Bewusstseinsminderung [1]. In diesem Fall sollen laut Fachinformation alle Antipsychotika einschließlich Risperidon abgesetzt werden [2].
  • Spätdyskinesie: unwillkürliche rhythmische Bewegungen vor allem von Zunge und Gesicht. Treten Anzeichen auf, soll laut Fachinformation ein Absetzen sämtlicher Antipsychotika in Betracht gezogen werden; laut Packungsbeilage kann ein Absetzen notwendig sein [1, 2].
  • Zeichen eines Schlaganfalls bei Demenz: Plötzliche Erschlaffung, Taubheit in Gesicht, Armen oder Beinen sowie Sprach- und Sehstörungen sollen Behandelte oder Pflegende unverzüglich melden. Dann sind laut Fachinformation unverzüglich alle Behandlungsmöglichkeiten zu erwägen, auch der Abbruch der Behandlung mit Risperidon [2].
  • Zu wenige weiße Blutkörperchen: Bei Menschen, die schon früher zu wenige weiße Blutkörperchen hatten, sollte ein Absetzen laut Fachinformation bei den ersten Anzeichen eines klinisch bedeutsamen Abfalls erwogen werden, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind. Bei einer schweren Neutropenie, also sehr wenigen neutrophilen weißen Blutkörperchen, soll Risperidon abgesetzt werden [2].

Bemerken Sie Zeichen eines Schlaganfalls, einer Spätdyskinesie oder eines malignen neuroleptischen Syndroms, informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Was im Notfall zu tun ist, steht im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.

Vor einer Operation am grauen Star

Während einer Operation wegen grauen Stars kann unter Risperidon ein sogenanntes intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom auftreten. Sagen Sie Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt laut Packungsbeilage unbedingt, dass Sie Risperidon einnehmen oder eingenommen haben [1]. Dass ein Absetzen vor der Operation nützt, ist laut Fachinformation nicht erwiesen; der mögliche Nutzen muss gegen das Risiko abgewogen werden, die antipsychotische Behandlung zu beenden [2].

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Symptome eines Arzneimittelentzugs führt die Packungsbeilage unter den seltenen Nebenwirkungen; sie können also bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen [1]. Auch die Fachinformation nennt ein Arzneimittelentzugssyndrom selten [2]. Nach dem abrupten Ende einer hoch dosierten antipsychotischen Behandlung wurden laut Fachinformation sehr selten diese akuten Absetzsymptome beschrieben [2]:

Außerdem können beim Absetzen laut Fachinformation die psychotischen Beschwerden wieder auftreten, und über unwillkürliche Bewegungsstörungen wurde berichtet: Bewegungsunruhe (Akathisie), anhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen (Dystonie) und unwillkürliche Muskelbewegungen (Dyskinesie) [2]. Mehr dazu: Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen.

Wie lange solche Beschwerden anhalten, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an [1, 2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].

Bewegungsstörungen

Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein beschreibt die S3-Leitlinie unwillkürliche Bewegungen von Gesicht, Lippen, Kiefer, Zunge, Armen, Beinen und anderen Körperteilen als mögliches Absetzphänomen (Absetzdyskinesien). Sie treten häufig in den ersten Wochen nach dem Absetzen auf und können Monate anhalten [11].

Nehmen Sie zusätzlich ein Psychostimulans wie Methylphenidat ein, können laut Fachinformation Bewegungsstörungen auftreten, wenn eine oder beide Behandlungen verändert werden. Soll die Behandlung mit dem Psychostimulans enden, empfiehlt die Fachinformation den Behandelnden, sie schrittweise zu beenden [2]. Mehr dazu: Methylphenidat absetzen.

Absetzphänomene bei Antipsychotika

Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein beschreibt die S3-Leitlinie, dass Absetzsymptome in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen nach einer deutlichen Verringerung der Dosis oder einem schnellen Absetzen auftreten können. Als mögliche Reduktions- und Absetzphänomene nennt sie unter anderem Störungen von Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwitzen, Schwindel, Herzrasen, Zittern, grippeähnliche Beschwerden und Kopfschmerz. Dazu zählen auch emotionale Instabilität, Angst, Unruhe, Depression, Reizbarkeit und Aggressivität (mehr dazu: Unruhe und Angst) [11].

Psychotische Beschwerden nach einer Verringerung der Dosis lassen sich laut Leitlinie nicht immer von der ursprünglichen Erkrankung unterscheiden. Sie entstehen meist innerhalb von Tagen bis ungefähr sechs Wochen und bessern sich oftmals erst nach Wochen. Weil die Abgrenzung schwierig sein kann, hält die Leitlinie eine Liste von Frühwarnzeichen, erstellt vor der Verringerung der Dosis, für hilfreich [11]. Diese Angaben gelten für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein, nicht speziell für Risperidon.

Rückfall

Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sollten Antipsychotika bei Schizophrenie nicht plötzlich abgesetzt werden, da es sonst eher zu einem Rückfall kommt. Soll die Behandlung enden, ist es deshalb wichtig, das genaue Vorgehen mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen [13]. Bei einer schnellen Verringerung der Dosis oder einem abrupten, unkontrollierten Absetzen ist laut S3-Leitlinie Schizophrenie ein erhöhtes Rückfallrisiko anzunehmen. Ob nach dem Absetzen ein Rückfall auftritt, lässt sich im Einzelfall nicht vorhersagen [11].

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Mann Anfang vierzig mit kurzem dunkelbraunem Haar und kurzem Bart im blau-weiß gestreiften Pullover spricht in einem hellen Sprechzimmer ruhig mit einer Ärztin mit kinnlangem grauem Haar und Brille
Bild: KI-generiert

Das ärztliche Vorgehen beschreiben auch zwei Leitlinien, die die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) federführend herausgibt. Sie beziehen sich auf Antipsychotika allgemein, nicht speziell auf Risperidon [11, 12]. Wie das Absetzen bei Ihnen abläuft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Bei Schizophrenie

  • Gemeinsame Entscheidung: Eine Verringerung der Dosis und gegebenenfalls das Absetzen können laut S3-Leitlinie in allen Stadien der Erkrankung im Rahmen einer gemeinsamen Entscheidung von Patientin oder Patient und behandelnder Ärztin oder behandelndem Arzt angeboten werden. Voraussetzung sind ausreichende Stabilität, ausreichende psychosoziale Unterstützung und regelmäßige Verlaufskontrollen; Hinweise auf eine Gefährdung der eigenen Person oder anderer dürfen nicht bestehen. Über das erhöhte Rückfallrisiko des Absetzens soll in jedem Fall aufgeklärt werden [11].
  • Kleine Schritte: Ist eine Verringerung der Dosis beschlossen, sollte sie laut Leitlinie kontrolliert in kleinstmöglichen Schritten mit Abständen von 6 bis 12 Wochen angeboten werden, je nach Wunsch der Patientin oder des Patienten, unter Einbezug von Vertrauenspersonen und je nach bisherigem Verlauf und Verträglichkeit. Um Absetzphänomene zu vermeiden, hält die Leitlinie eine langsame Verringerung, teilweise über Monate, für sinnvoll [11].
  • Vorbereitung: Als Voraussetzungen nennt die Leitlinie unter anderem eine gute Vorbereitung mit engmaschiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Begleitung, klare Ziele, einen Krisenplan mit Frühwarnzeichen, eine gute soziale Unterstützung und, mit Einverständnis der betroffenen Person, die Einbeziehung wichtiger Bezugspersonen [11].
  • Nach dem Absetzen: Laut Leitlinie soll mindestens zwei Jahre lang eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls angeboten werden [11].

Bei Demenz

Für Antipsychotika bei Demenz allgemein enthält die S3-Leitlinie Demenzen eine Empfehlung zum Absetzen mit dem Empfehlungsgrad "schwach dafür". Sie lautet: "Wir schlagen vor, Absetzversuche von Antipsychotika bei Demenz regelmäßig im Abstand von wenigen Wochen durchzuführen." Die Empfehlung richtet sich an die Behandelnden; ob und wann ein Absetzversuch stattfindet, entscheidet die Ärztin oder der Arzt [12]. Das Absetzen kann die Betroffenen laut Leitlinie vor Nebenwirkungen schützen. Verhaltenssymptome können danach wieder auftreten, häufig treten sie aber nicht wieder auf. Im Einzelfall kann die Befürchtung von Betroffenen oder Pflegenden, dass die Verhaltenssymptome zurückkehren, gegen ein Absetzen sprechen [12].

Wechsel auf ein anderes Mittel

Für den Wechsel zwischen Antipsychotika bei Schizophrenie beschreibt die S3-Leitlinie allgemein mehrere Wege. Zumeist wird eine überlappende Behandlung bevorzugt, bei der das erste Mittel allmählich verringert wird. Ein plötzliches Absetzen im Austausch gegen ein anderes Mittel sollte Fällen vorbehalten bleiben, in denen das erste Mittel wegen Nebenwirkungen rasch abgesetzt werden muss. Auch bei einer Umstellung können Absetzphänomene auftreten, bisweilen vorübergehend verstärkte Bewegungsstörungen [11].

Beginnen oder beenden Sie bestimmte andere Arzneimittel, brauchen Sie laut Packungsbeilage gegebenenfalls eine andere Dosierung von Risperidon. Dazu gehören zum Beispiel Rifampicin, die Epilepsiemittel Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital sowie einige Antidepressiva [1]. Nach dem Absetzen von Carbamazepin oder ähnlichen Mitteln, die bestimmte Leberenzyme anregen, kann es laut Fachinformation mindestens 2 Wochen dauern, bis diese Anregung zurückgegangen ist [2].

Schwangerschaft

Werden Sie unter Risperidon schwanger, besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er entscheidet laut Packungsbeilage, ob Sie Risperidon einnehmen können [1]. Laut Fachinformation sollte Risperidon in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich. Ist ein Absetzen erforderlich, sollte es nicht abrupt geschehen [2]. Bei Frauen mit Schizophrenie wird ein abruptes oder rasches Absetzen von Antipsychotika bei Feststellung einer Schwangerschaft laut S3-Leitlinie wegen des hohen Rückfallrisikos nicht empfohlen [11].

Laut Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin, kann Risperidon bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch verordnet werden. Als besser geeignete Alternative nennt Embryotox Quetiapin; bei einer Neueinstellung sollte es vorgezogen werden, falls es ebenso geeignet ist [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Da das Wochenbett eine besonders anfällige Phase für Rückfälle ist, sollten laut Embryotox frühzeitig vorbeugende Strategien mit der Mutter geplant werden, vor allem Reizabschirmung und die Vermeidung von Schlafmangel. Die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen [3]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie sie laut Packungsbeilage ein, sobald Sie es bemerken. Ist es fast Zeit für die nächste Dosis, lassen Sie die vergessene aus und machen wie gewohnt weiter. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein. Haben Sie zwei oder mehr Einnahmen verpasst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Was Sie tun können

Möchten Sie die Behandlung beenden, sprechen Sie das offen an. Laut IQWiG lässt sich bei Schizophrenie nach einiger Zeit besprechen, ob die Einnahme irgendwann beendet werden kann oder ob es sinnvoller ist, die Medikamente längerfristig einzunehmen [13]. Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen:

  • Spricht in meiner Situation etwas dafür, Risperidon noch länger einzunehmen?
  • Über welchen Zeitraum verringern wir die Dosis, und wann sehen wir uns zur Kontrolle?
  • Welche Absetzerscheinungen sind möglich, und wann soll ich mich melden?
  • Erstellen wir vorher einen Krisenplan mit meinen Frühwarnzeichen?
  • Wer aus meinem Umfeld soll Bescheid wissen?
  • Was ändert sich bei meinen anderen Medikamenten?

Notieren Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert und welche Beschwerden wann auftreten.

Nebenwirkung melden: Nebenwirkungen können Sie laut Packungsbeilage auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Allgemeines zum Thema: Medikamente absetzen.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Zeichen eines Schlaganfalls bei Demenz: Bemerken Sie oder Ihre Betreuungsperson eine plötzliche Veränderung des geistigen Zustands, eine plötzliche Schwäche oder ein Taubheitsgefühl in Gesicht, Armen oder Beinen, besonders auf einer Seite, oder eine undeutliche Sprache, selbst nur kurz, ist laut Packungsbeilage unverzüglich eine medizinische Behandlung erforderlich [1]. Bei jedem Verdacht auf einen Schlaganfall ist es laut gesund.bund.de wichtig, schnell den Notruf 112 zu wählen und nicht darauf zu warten, dass die Beschwerden wieder verschwinden [14]. Mehr dazu: Schlaganfall.

Fieber mit Muskelsteifheit: Bemerken Sie Fieber, Muskelsteifheit, Schweißausbrüche oder eine Bewusstseinsminderung, informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; eine sofortige medizinische Behandlung könnte erforderlich sein [1]. Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot sowie akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für die Notrufnummer 112 [15].

Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [15]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Risperidon AbZ 1 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Risperidon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie (Living Guideline), Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Register-Nr. 038-009), Kapitel 9.5 mit Empfehlungen 24 bis 26 und Tabellen 15 und 16, Kapitel 9.7, Kapitel 11.11. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0 vom 13.06.2026, veröffentlicht Juli 2026. abgerufen am 16.10.2026
  5. Leitlinie S3-Leitlinie Demenzen (Living Guideline), Langfassung, Version 6.1 (AWMF-Register-Nr. 038-013), Kapitel 5.3.4.4.2 mit Empfehlung 91. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand Version 6.1, Fassung vom 27.04.2026. abgerufen am 16.10.2026
  6. Medikamente bei Schizophrenie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 29.04.2026. abgerufen am 16.10.2026
  7. Behörde Schlaganfall (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 16.12.2022. abgerufen am 16.10.2026
  8. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Risperidon einfach absetzen?

Nein. Laut Packungsbeilage sollten Sie die Einnahme nicht beenden, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt es Ihnen, sonst können Ihre Beschwerden wieder auftreten. Entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, Risperidon abzusetzen, wird die Dosis schrittweise über einige Tage verringert. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Welche Entzugserscheinungen kann Risperidon machen?

Symptome eines Arzneimittelentzugs nennt die Packungsbeilage als seltene Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten. Laut Fachinformation wurden nach dem abrupten Ende einer hoch dosierten antipsychotischen Behandlung sehr selten Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen und Schlaflosigkeit beschrieben. Auch die psychotischen Beschwerden können zurückkehren, und unwillkürliche Bewegungsstörungen wurden berichtet.

Wie lange dauern Absetzerscheinungen bei Risperidon?

Eine Dauer nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein beschreibt die S3-Leitlinie, dass Absetzsymptome in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen nach einer deutlichen Verringerung der Dosis oder einem schnellen Absetzen auftreten können; unwillkürliche Bewegungen treten häufig in den ersten Wochen nach dem Absetzen auf und können Monate anhalten. Halten Beschwerden an oder werden sie stärker, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie wird Risperidon ausgeschlichen?

Entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, Risperidon abzusetzen, wird die Dosis laut Packungsbeilage schrittweise über einige Tage verringert; die Fachinformation empfiehlt ein ausschleichendes Absetzen. Einzelne Schritte nennen beide nicht. Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein sollte eine beschlossene Verringerung der Dosis laut S3-Leitlinie kontrolliert in kleinstmöglichen Schritten mit Abständen von 6 bis 12 Wochen angeboten werden. Wie das bei Ihnen abläuft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Wird Risperidon bei Demenz wieder abgesetzt?

Bei anhaltender Aggression im Rahmen einer Alzheimer-Demenz soll die Behandlung laut Packungsbeilage nicht länger als 6 Wochen dauern. Laut Fachinformation muss während der Behandlung der Bedarf einer weiteren Behandlung neu bewertet werden. Für Antipsychotika bei Demenz allgemein schlägt die S3-Leitlinie Demenzen den Behandelnden in einer Empfehlung mit dem Empfehlungsgrad "schwach dafür" vor, Absetzversuche regelmäßig im Abstand von wenigen Wochen durchzuführen. Ob und wann das geschieht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Nimmt man nach dem Absetzen von Risperidon wieder ab?

Dazu machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angabe. Gewichtszunahme und gesteigerter Appetit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen von Risperidon, und die Ärztin oder der Arzt sollte das Gewicht regelmäßig überprüfen. Allgemeines zum Thema lesen Sie unter Gewichtszunahme durch Medikamente.

Muss ich Risperidon vor einer Operation am grauen Star absetzen?

Sagen Sie Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt laut Packungsbeilage unbedingt, dass Sie Risperidon einnehmen oder eingenommen haben, denn während der Operation kann ein sogenanntes Floppy-Iris-Syndrom auftreten. Laut Fachinformation ist nicht erwiesen, dass ein Absetzen vor der Operation nützt; dieser mögliche Nutzen muss gegen das Risiko abgewogen werden, die antipsychotische Behandlung zu beenden. Das entscheiden die behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

Darf ich Risperidon in der Schwangerschaft absetzen?

Nicht auf eigene Faust. Ist während der Schwangerschaft ein Absetzen erforderlich, sollte es laut Fachinformation nicht abrupt geschehen. Bei Schizophrenie wird ein abruptes oder rasches Absetzen von Antipsychotika bei Feststellung einer Schwangerschaft laut S3-Leitlinie wegen des hohen Rückfallrisikos nicht empfohlen. Laut Embryotox kann Risperidon bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft verordnet werden; Embryotox bietet eine kostenlose individuelle Beratung an.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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