MedikamenteDetailfrage
Methylphenidat absetzen
Wird Methylphenidat plötzlich abgesetzt, können laut Packungsbeilage die ADHS-Beschwerden zurückkehren oder unerwünschte Wirkungen wie eine Depression auftreten; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verringert die Tagesdosis eventuell allmählich, bevor das Mittel ganz abgesetzt wird. Laut Fachinformation ist beim Absetzen eine sorgfältige Überwachung erforderlich, und bei einer Behandlung über mehr als 12 Monate prüft die Ärztin oder der Arzt mit behandlungsfreien Zeitabschnitten, ob das Mittel noch gebraucht wird. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wird Methylphenidat plötzlich abgesetzt, können laut Packungsbeilage die Symptome der ADHS zurückkehren oder unerwünschte Wirkungen wie eine Depression auftreten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verringert die tägliche Dosis eventuell allmählich, bevor das Mittel ganz abgesetzt wird; sprechen Sie vor dem Beenden mit ihr oder ihm [1, 5]. Laut Fachinformation ist beim Absetzen eine sorgfältige Überwachung erforderlich [2].
Methylphenidat wird bei ADHS bei Kindern ab 6 Jahren und Erwachsenen eingesetzt und ist ein verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel [1, 2, 4]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Methylphenidat-HCl-ratiopharm Retardtabletten, ergänzt um die Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung desselben Herstellers; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats [1, 2, 5]. Wirkung, alle Nebenwirkungen und die Einnahme beschreibt die Seite Methylphenidat.
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Laut Packungsbeilage muss Methylphenidat nicht für immer eingenommen werden. Bevor Sie oder Ihr Kind die Behandlung abbrechen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Sie oder er wird die tägliche Dosis eventuell allmählich verringern wollen, bevor das Mittel ganz abgesetzt wird [1]. Die Packungsbeilage der Hartkapseln sagt dasselbe [5]. In welchen Schritten und über welchen Zeitraum das geschieht, beschreiben weder Packungsbeilage noch Fachinformation [1, 2].
Behandlung über mehr als ein Jahr
Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Langzeitanwendung wurden laut Fachinformation nicht systematisch in kontrollierten Studien untersucht. Die Behandlung sollte und muss nicht unbegrenzt erfolgen; bei Kindern und Jugendlichen wird sie in der Regel während oder nach der Pubertät abgesetzt [2]. Ärztinnen und Ärzte, die Methylphenidat länger als 12 Monate anwenden, müssen laut Fachinformation den langfristigen Nutzen regelmäßig neu bewerten und dazu behandlungsfreie Zeitabschnitte einlegen, um das Verhalten ohne Medikament zu beurteilen. Empfohlen wird, dass sie Methylphenidat mindestens einmal im Jahr absetzen, bei Kindern vorzugsweise in den Schulferien. Eine Besserung kann möglicherweise anhalten, wenn das Mittel vorübergehend oder vollständig abgesetzt wurde [2].
In der Packungsbeilage der Retardtabletten heißt es: Wurde Methylphenidat länger als ein Jahr eingenommen, sollte die Ärztin oder der Arzt die Behandlung für kurze Zeit unterbrechen, das kann während der Schulferien sein; so lässt sich prüfen, ob das Mittel weiter gebraucht wird [1]. Die Packungsbeilage der Hartkapseln spricht von mindestens einmal pro Jahr [5].
Wann die Fachinformation ein Ende der Behandlung vorsieht
Die Fachinformation nennt außerdem Situationen, in denen die Ärztin oder der Arzt die Behandlung beendet, unterbricht oder ein Absetzen erwägt [2]:
- Keine Besserung: Werden die Beschwerden nach einer geeigneten Dosisanpassung über einen Monat nicht besser, muss die Behandlung beendet werden [2]. Fühlen Sie oder Ihr Kind sich nach einem Monat nicht besser, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er könnte dann entscheiden, dass eine andere Behandlung nötig ist [1].
- Verschlimmerung oder schwere Nebenwirkungen: Bei einer paradoxen Verschlimmerung der Beschwerden oder anderen schwerwiegenden Nebenwirkungen muss die Dosis verringert oder das Mittel abgesetzt werden [2].
- Herz und Kreislauf: Werden wiederholt ein zu schneller Herzschlag (Tachykardie), Herzrhythmusstörungen oder ein erhöhter oberer (systolischer) Blutdruckwert gemessen, sollte Methylphenidat abgesetzt werden [2].
- Psyche: Treten psychiatrische Beschwerden auf oder verschlimmert sich eine bestehende psychiatrische Erkrankung, sollte die Behandlung nicht fortgesetzt werden, wenn nicht der Nutzen das mögliche Risiko überwiegt. Bei manischen oder psychotischen Beschwerden und bei Suizidgedanken sollte ein Ende der Behandlung erwogen werden [2].
- Krampfanfälle: Nehmen Anfälle zu oder treten neue auf, sollte Methylphenidat abgesetzt werden [2].
- Augen: Steigt der Augeninnendruck, sollten eine Augenärztin oder ein Augenarzt hinzugezogen und ein Absetzen erwogen werden [2]. Bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt laut Packungsbeilage das Absetzen in Betracht ziehen [1].
- Serotoninsyndrom: Besteht der Verdacht darauf, muss Methylphenidat so schnell wie möglich abgesetzt werden [2]. Es kann laut Packungsbeilage zusammen mit bestimmten Antidepressiva auftreten; bei Verwirrtheit oder Ruhelosigkeit, Schwitzen, Schüttelfrost, Muskelzucken oder raschem Herzschlag suchen Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf [1].
- Wachstum bei Kindern: Wachsen Kinder nicht wie erwartet oder nehmen nicht erwartungsgemäß zu, müssen sie möglicherweise die Behandlung unterbrechen [2]. Laut Packungsbeilage kann die Behandlung dann für kurze Zeit unterbrochen werden [1].
Diese Entscheidungen trifft die Ärztin oder der Arzt. Bei unregelmäßigem Herzschlag, Stimmungsveränderungen, Suizidgedanken, Halluzinationen oder Krampfanfällen wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an eine Ärztin oder einen Arzt [1].
Andere Medikamente beim Absetzen
Laut Fachinformation gibt es Berichte mit Hinweisen, dass Methylphenidat den Abbau von Gerinnungshemmern vom Cumarin-Typ, von Mitteln gegen Epilepsie wie Phenobarbital, Phenytoin und Primidon und von einigen Antidepressiva (trizyklische Antidepressiva und SSRI) hemmen kann. Beim Beginn oder Absetzen einer Behandlung mit Methylphenidat kann es erforderlich werden, die Dosis dieser Mittel anzupassen und ihre Konzentration im Blut zu bestimmen, bei Cumarinen die Gerinnungszeit [2]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt laut Packungsbeilage über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen [1]. Mehr dazu: Blutverdünner und Antiepileptika.
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Für einen plötzlichen Abbruch nennt die Packungsbeilage zwei mögliche Folgen: Die Symptome der ADHS können wieder auftreten, oder es können unerwünschte Wirkungen wie eine Depression auftreten [1, 5]. Eine Liste weiterer Absetzbeschwerden und Angaben dazu, wie häufig solche Folgen sind und wie lange sie anhalten, enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2].
Depression und Überaktivität
Laut Fachinformation können beim Absetzen Depressionen und eine chronische Überaktivität zum Vorschein kommen; die Fachinformation spricht von Demaskierung. Deshalb ist beim Absetzen eine sorgfältige Überwachung erforderlich, und einige Behandelte brauchen möglicherweise über einen längeren Zeitraum Nachuntersuchungen [2, 11]. Laut IQWiG erscheinen die Symptome nach dem Absetzen von ADHS-Medikamenten oder bei nachlassender Wirkung manchmal ausgeprägter als zuvor; das Institut beschreibt das auf seiner Seite zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen [13].
Abhängigkeit und Missbrauch
Wird Methylphenidat nicht richtig angewendet, kann das laut Packungsbeilage zu anomalem Verhalten führen; es kann auch bedeuten, dass sich eine Abhängigkeit entwickelt [1]. Laut Fachinformation kann chronischer Missbrauch zu ausgeprägter Toleranz und psychischer Abhängigkeit mit abnormalem Verhalten in unterschiedlicher Ausprägung führen. Die Abhängigkeit steht dort mit nicht bekannter Häufigkeit; Fälle von Missbrauch und Abhängigkeit wurden beschrieben, häufiger bei schnell freisetzenden Formulierungen [2]. Während des Absetzens nach missbräuchlicher Anwendung ist laut Fachinformation eine sorgfältige Überwachung notwendig, weil schwere Depressionen auftreten können [2].
Hatten Sie oder Ihr Kind jemals einen Missbrauch oder eine Abhängigkeit von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Mehr dazu: Abhängigkeit und Absetzerscheinungen.
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Ob die Dosis vor dem Absetzen schrittweise verringert wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt [1]. Auch bei einer Änderung der Dosis werden laut Packungsbeilage Untersuchungen gemacht: Kontrolle von Appetit, Körpergewicht und Größe, Blutdruck und Puls sowie von Stimmung und Geisteszustand [1]. Laut Fachinformation werden Blutdruck und Puls bei jeder Dosisanpassung dokumentiert, und bei jeder Dosisanpassung wird erfasst, ob sich psychiatrische Erkrankungen neu entwickelt oder verschlechtert haben [2].
Das IQWiG nennt für Kinder und Jugendliche Medikamentenpausen, etwa am Wochenende oder in den Schulferien, als eine Möglichkeit, wenn der Verdacht auf ein etwas verzögertes Wachstum besteht. Bei einer Tic-Störung können eine Anpassung der Dosis oder eine Medikamentenpause zeigen, ob die Medikamente die Ursache sind. Wichtig ist laut IQWiG, dass Eltern bei Nebenwirkungen mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen und das Medikament nicht einfach weglassen [13].
Wie dringend und zu welcher Tageszeit ein Medikament benötigt wird, hängt laut IQWiG von der Ausprägung der Erkrankung ab: Bei Kindern, die vor allem mit ihrer Unaufmerksamkeit Probleme haben, kann es ausreichen, nur während der Schulzeit Medikamente zu nehmen [13]. Ob das auf Ihr Kind zutrifft, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Besondere Situationen
Schwangerschaft: Wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein, entscheidet laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, ob Methylphenidat eingenommen werden sollte [1]. Laut Fachinformation wird Methylphenidat in der Schwangerschaft nicht empfohlen, es sei denn, es ist klinisch entschieden, dass eine Verschiebung der Behandlung ein größeres Risiko für die Schwangerschaft bedeutet [2]. Embryotox, das Beratungszentrum der Charité, empfiehlt, die Verordnung in der Schwangerschaft, vor allem im ersten Drittel, kritisch zu prüfen. Ist das Absetzen mit einer eindeutigen und alltagsrelevanten Verschlechterung der ADHS verbunden, ist die Anwendung laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft akzeptabel. Embryotox bietet eine kostenlose individuelle Beratung an [3].
Stillzeit: Methylphenidat geht in die Muttermilch über [1]. Laut Fachinformation muss entschieden werden, ob abgestillt oder die Behandlung unterbrochen oder abgesetzt wird; dabei werden der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Behandlung für die Mutter abgewogen. Bekannt ist ein Säugling, der während der Behandlung der Mutter an Gewicht verlor und sich nach dem Absetzen erholte und wieder zunahm [2]. Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel; insbesondere sollte auf eine reguläre Gewichtszunahme geachtet werden [3].
Operation: Ist eine Operation geplant, informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Werden bestimmte Narkosemittel verwendet, sollte Methylphenidat am Tag der Operation nicht eingenommen werden, weil der Blutdruck während der Operation plötzlich steigen kann [1]. Laut Fachinformation betrifft das halogenierte Narkosemittel; auch die Herzfrequenz kann plötzlich steigen [2]. Mehr dazu: Medikamente vor der OP.
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Haben Sie oder Ihr Kind eine Einnahme vergessen, nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht die doppelte Menge. Warten Sie bis zum Zeitpunkt der nächsten Einnahme und setzen Sie die Einnahme dann wie verordnet fort [1].
Was Sie tun können
Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen:
- Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, die Behandlung zu beenden oder zu unterbrechen?
- Verringern wir die Dosis schrittweise, und wie lange dauert das?
- Woran erkenne ich, ob die ADHS-Beschwerden zurückkehren oder eine Depression beginnt, und wann soll ich mich melden?
- Müssen andere Medikamente angepasst oder Blutwerte kontrolliert werden?
- Welche Kontrolltermine sind während und nach dem Absetzen geplant?
Notieren Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert und wie sich Konzentration, Unruhe, Stimmung und Schlaf entwickeln.
Übrige Tabletten: Methylphenidat ist laut Packungsbeilage nur für die Person bestimmt, der es verordnet wurde; geben Sie es nicht an andere weiter, auch wenn diese ähnliche Beschwerden haben. Entsorgen Sie Arzneimittel nie über Toilette oder Waschbecken und fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie Sie sie entsorgen [1]. Mehr dazu: Medikamente entsorgen.
Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Mehr dazu: Medikamente absetzen und Methylphenidat und Alkohol.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Stimmung und Gedanken, sich etwas anzutun: Stimmungsveränderungen oder Veränderungen der Persönlichkeit, Suizidgedanken oder Suizidabsichten und Halluzinationen gehören laut Packungsbeilage zu den Zeichen, bei denen Sie sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt wenden [1]. Menschen, bei denen während der ADHS-Behandlung Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten, sollten laut Fachinformation sofort ärztlich beurteilt werden [2]. Suizidversuche sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für die Notrufnummer 112 [14]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Dauererektion: Andauernde und schmerzhafte Erektionen wurden laut Fachinformation vor allem in Verbindung mit einer Veränderung des Behandlungsregimes berichtet [2]. Hält eine Erektion länger als 2 Stunden an, insbesondere wenn sie schmerzhaft ist, suchen Sie laut Packungsbeilage unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt auf [1].
Treten Beschwerden auf, wenn die Praxen geschlossen sind, und kann die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [14].
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm 18 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Methylphenidat. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Methylphenidat. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Methylphenidat-ratiopharm Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung (10 bis 60 mg). ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Methylphenidat-ratiopharm Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung (10 bis 60 mg). ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 16.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Methylphenidat-ratiopharm Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung (10 bis 60 mg), Version 14. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 16.10.2026
- Was kann Kindern und Jugendlichen mit ADHS helfen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.05.2022. abgerufen am 16.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Methylphenidat einfach absetzen?
Nach einem plötzlichen Abbruch können laut Packungsbeilage die ADHS-Beschwerden zurückkehren oder unerwünschte Wirkungen wie eine Depression auftreten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verringert die Tagesdosis eventuell allmählich, bevor das Mittel ganz abgesetzt wird. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Welche Symptome können beim Absetzen von Methylphenidat auftreten?
Die Packungsbeilage nennt die Rückkehr der ADHS-Beschwerden und unerwünschte Wirkungen wie eine Depression. Laut Fachinformation können beim Absetzen Depressionen und eine chronische Überaktivität zum Vorschein kommen. Weitere Absetzbeschwerden nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; Kopfschmerzen und Müdigkeit stehen dort als Nebenwirkungen während der Einnahme, nicht als Folge des Absetzens. Laut IQWiG, auf seiner Seite zu Kindern und Jugendlichen, erscheinen die Symptome nach dem Absetzen von ADHS-Medikamenten oder bei nachlassender Wirkung manchmal ausgeprägter als zuvor.
Muss Methylphenidat ausgeschlichen werden?
Laut Packungsbeilage wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die tägliche Dosis eventuell allmählich verringern, bevor Methylphenidat ganz abgesetzt wird. Ein Schema mit Schritten oder eine Dauer nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Ob und wie die Dosis bei Ihnen verringert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Darf ich Methylphenidat am Wochenende oder in den Ferien weglassen?
Pausen am Wochenende erwähnen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Bei einer Behandlung über mehr als 12 Monate empfiehlt die Fachinformation, dass die Ärztin oder der Arzt Methylphenidat mindestens einmal im Jahr absetzt, um das Befinden zu beurteilen, bei Kindern vorzugsweise in den Schulferien. Laut IQWiG sind Medikamentenpausen bei Kindern mit Verdacht auf ein etwas verzögertes Wachstum eine Möglichkeit, etwa am Wochenende oder in den Schulferien; wichtig sei, dass Eltern bei Nebenwirkungen mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen und das Medikament nicht einfach weglassen. Eine Pause legen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest.
Muss Methylphenidat vor einer Operation abgesetzt werden?
Informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn eine Operation geplant ist. Werden bestimmte Narkosemittel verwendet, sollte Methylphenidat am Tag der Operation nicht eingenommen werden, weil der Blutdruck während der Operation plötzlich steigen kann. Laut Fachinformation betrifft das halogenierte Narkosemittel; auch die Herzfrequenz kann plötzlich steigen.
Wann wird die Behandlung mit Methylphenidat beendet?
Laut Fachinformation muss die Behandlung beendet werden, wenn sich die Beschwerden nach einer geeigneten Dosisanpassung über einen Monat nicht bessern. Bei Kindern und Jugendlichen wird sie in der Regel während oder nach der Pubertät abgesetzt. Auch bestimmte Nebenwirkungen, etwa an Herz, Kreislauf oder Psyche, können ein Grund sein. Die Entscheidung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Methylphenidat in der Schwangerschaft absetzen?
Ob Methylphenidat in der Schwangerschaft eingenommen werden sollte, entscheidet laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Embryotox empfiehlt, die Verordnung in der Schwangerschaft, vor allem im ersten Drittel, kritisch zu prüfen. Ist das Absetzen mit einer eindeutigen und alltagsrelevanten Verschlechterung der ADHS verbunden, ist die Anwendung laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft akzeptabel. Embryotox bietet eine kostenlose individuelle Beratung an.
Was mache ich nach dem Absetzen mit übrigen Tabletten?
Methylphenidat ist laut Packungsbeilage nur für die Person bestimmt, der es verordnet wurde, und darf nicht an andere weitergegeben werden, auch wenn diese ähnliche Beschwerden haben. Entsorgen Sie Arzneimittel nie über Toilette oder Waschbecken und fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie Sie sie entsorgen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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