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Quetiapin absetzen
Beenden Sie Quetiapin laut Packungsbeilage nicht, auch wenn Sie sich besser fühlen, außer auf Anraten Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes. Nach einem plötzlichen Abbruch sind Absetzsymptome wie Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Gereiztheit sehr häufig; ratsam ist laut Packungsbeilage ein schrittweises Absetzen über mindestens 1 bis 2 Wochen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen, gehen Sie zu Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder unverzüglich in ein Krankenhaus.

Quetiapin beenden Sie laut Packungsbeilage nicht, auch wenn Sie sich besser fühlen, außer auf Anraten Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes. Nach einem plötzlichen Abbruch können Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Gereiztheit auftreten. Solche Absetzsymptome gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, und ein schrittweises Absetzen über mindestens 1 bis 2 Wochen ist laut Packungsbeilage ratsam [1].
Quetiapin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel aus der Gruppe der Antipsychotika. Es wird bei Schizophrenie und bipolaren Störungen eingesetzt, als Retardtablette außerdem bei Depressionen zusätzlich zu einem Antidepressivum [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der Retardtabletten von Quetiapin-ratiopharm; die Packungsbeilage der Filmtabletten nennt zum Absetzen dieselben Beschwerden und dieselbe Zeitspanne [1, 2, 3].
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Auch wenn es Ihnen besser geht, kann es laut Packungsbeilage sein, dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen Quetiapin weiterhin verordnet. Die Einnahme beenden Sie nur auf ihren oder seinen Rat. Soll die Behandlung enden, wird sie oder er Ihnen unter Umständen empfehlen, die Dosis schrittweise zu verringern. Bei den Nebenwirkungen hält die Packungsbeilage fest: Schrittweises Absetzen über einen Zeitraum von mindestens 1 bis 2 Wochen ist ratsam [1].
Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte beschreibt akute Absetzsymptome nach einem abrupten Absetzen und empfiehlt, Quetiapin über einen Zeitraum von mindestens 1 bis 2 Wochen ausschleichend abzusetzen [2]. Die Zeitspanne ist eine Untergrenze. In welchen Schritten die Dosis sinkt und wie lange das Ausschleichen insgesamt dauert, steht weder in der Packungsbeilage noch in der Fachinformation [1, 2].
Sprechen Sie laut Packungsbeilage auch zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie eines Ihrer anderen Arzneimittel absetzen [1]. Mit den Epilepsiemitteln Carbamazepin oder Phenytoin sinkt die Menge an Quetiapin im Blut laut Fachinformation erheblich, und es ist wichtig, dass jede Veränderung dieser Mittel ausschleichend erfolgt [2].
Wenn die Behandlung wegen einer Nebenwirkung endet
Bei einigen ernsthaften Nebenwirkungen verlangt die Packungsbeilage, die Einnahme zu beenden und umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufzusuchen oder direkt ins nächstgelegene Krankenhaus zu gehen. Dazu gehören [1]:
- plötzlich auftretendes Fieber, besonders mit Halsschmerzen und anderen grippeähnlichen Beschwerden, als mögliches Zeichen zu weniger weißer Blutzellen
- Hautreaktionen wie Ausschlag, Nesselsucht, Rötung oder Jucken, eventuell mit Schwellungen von Gesicht, Augenlidern und Lippen, die zu erschwerter Atmung, Schwindel oder Schock führen können
- Krampfanfälle
- unkontrollierbare Bewegungen, hauptsächlich von Gesicht oder Zunge (tardive Dyskinesie)
- Herzklopfen oder Herzrasen zusammen mit Schwindel oder Ohnmacht
- starke Schmerzen, Schwellung und Rötung in einem Bein, plötzlicher starker Brustschmerz oder plötzliche Atemlosigkeit als mögliche Zeichen von Blutgerinnseln
- starke Schmerzen im Oberbauch, die häufig in den Rücken ausstrahlen, Verstopfung mit hartnäckigen Bauchschmerzen oder Verstopfung, die auf eine Behandlung nicht anspricht
- Gelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht), tief dunkel gefärbter Urin, besonders zusammen mit ungewöhnlicher Müdigkeit oder Fieber
- eine lang anhaltende und schmerzhafte Erektion
- Fieber, Schwitzen und Muskelsteifheit zusammen mit starker Benommenheit oder Ohnmacht (malignes neuroleptisches Syndrom)
Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Bei Anzeichen schwerer Hautreaktionen sollte Quetiapin laut Fachinformation sofort abgesetzt und eine andere Behandlung in Betracht gezogen werden. Treten Anzeichen einer Spätdyskinesie auf, sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation erwägen, die Dosis zu verringern oder die Behandlung zu beenden [2].
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Nach einem plötzlichen Abbruch nennt die Packungsbeilage diese Beschwerden [1]:
- Schlaflosigkeit (mehr dazu: Schlafstörungen durch Medikamente)
- Übelkeit und Erbrechen
- Kopfschmerzen
- Durchfall
- Schwindel
- Gereiztheit (mehr dazu: Aggressivität durch Medikamente)
Packungsbeilage und Fachinformation führen diese Absetzsymptome unter den sehr häufigen Nebenwirkungen; sie können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen [1, 2]. In placebokontrollierten Studien, die Beschwerden beim Ende der Behandlung erfassten, waren laut Fachinformation dieselben Beschwerden am häufigsten. Ihre Häufigkeit war 1 Woche nach dem Ende der Behandlung signifikant zurückgegangen [2]. Wie lange die Beschwerden im Einzelfall anhalten, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an [1, 2].
Unkontrollierbare Bewegungen nach dem Ende der Behandlung
Unkontrollierbare Bewegungen, hauptsächlich von Gesicht oder Zunge (Spätdyskinesie), nennt die Packungsbeilage als gelegentliche Nebenwirkung [1]. Laut Fachinformation können die Beschwerden einer Spätdyskinesie nach dem Ende der Behandlung schlimmer werden oder sogar erstmals auftreten [2]. Bemerken Sie solche Bewegungen, informieren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].
Gedanken, sich das Leben zu nehmen
Wenn Sie depressiv sind, können Sie laut Packungsbeilage manchmal Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Diese Gedanken können auch verstärkt sein, wenn Sie plötzlich aufhören, Ihre Arzneimittel einzunehmen [1]. Laut Fachinformation wurde über Suizidgedanken und suizidales Verhalten während der Behandlung mit Quetiapin und kurz nach ihrem Ende berichtet. Ärztinnen und Ärzte müssen das mögliche Risiko für Suizid-bezogene Ereignisse nach einem abrupten Ende der Behandlung berücksichtigen, das von den Risikofaktoren der behandelten Erkrankung ausgeht [2].
Absetzphänomene bei Antipsychotika
Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein beschreibt die S3-Leitlinie, dass Absetzsymptome in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen nach einer deutlichen Verringerung der Dosis oder einem schnellen Absetzen auftreten können. Als mögliche Reduktions- und Absetzphänomene nennt sie unter anderem [11]:
- Störungen von Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis
- körperliche Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Schwitzen, Schwindel, Herzrasen, Bluthochdruck, Zittern, grippeähnliche Beschwerden und Kopfschmerz
- emotionale Instabilität, Angst, Unruhe, Depression, Reizbarkeit, Aggressivität und manieähnliche Beschwerden
- unwillkürliche Bewegungen, etwa von Gesicht, Lippen, Zunge, Armen oder Beinen (Absetzdyskinesien); sie treten häufig in den ersten Wochen nach dem Absetzen auf und können Monate anhalten
- psychotische Beschwerden, die sich nicht immer von der ursprünglichen Erkrankung unterscheiden lassen; sie entstehen meist innerhalb von Tagen bis ungefähr sechs Wochen nach der Verringerung der Dosis und bessern sich oftmals erst nach Wochen
Am häufigsten scheinen laut Leitlinie vegetative und psychische Beschwerden Ausdruck solcher Absetzsyndrome zu sein. Sie von wiederkehrenden Beschwerden der ursprünglichen Erkrankung abzugrenzen, kann schwierig sein. Deswegen hält die Leitlinie es für hilfreich, vor einer Verringerung der Dosis eine Liste von Frühwarnzeichen zu erstellen [11]. Diese Angaben gelten für Antipsychotika als Gruppe, nicht speziell für Quetiapin.
Rückfall
Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sollten Antipsychotika nicht plötzlich abgesetzt werden, da es sonst eher zu einem Rückfall kommt. Soll die Behandlung beendet werden, ist es deshalb wichtig, das genaue Vorgehen mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen [12]. Ob nach dem Absetzen ein Rückfall auftritt, lässt sich laut S3-Leitlinie im Einzelfall nicht vorhersagen. Bei einer schnellen Verringerung der Dosis oder einem abrupten, unkontrollierten Absetzen ist laut Leitlinie ein erhöhtes Rückfallrisiko anzunehmen [11].
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Ausführlicher als Packungsbeilage und Fachinformation ist die S3-Leitlinie Schizophrenie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Ihre Empfehlungen beziehen sich auf die Behandlung der Schizophrenie mit Antipsychotika allgemein, nicht speziell auf Quetiapin. Wie das Absetzen bei Ihnen abläuft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [11].
- Gemeinsame Entscheidung: Eine Verringerung der Dosis und gegebenenfalls das Absetzen können laut Leitlinie in allen Stadien der Erkrankung im Rahmen einer gemeinsamen Entscheidung von Patientin oder Patient und behandelnder Ärztin oder behandelndem Arzt angeboten werden. Voraussetzung sind ausreichende Stabilität, ausreichende psychosoziale Unterstützung und regelmäßige Verlaufskontrollen, und es dürfen keine Hinweise auf eine Gefährdung der eigenen Person oder anderer bestehen. Über das erhöhte Rückfallrisiko des Absetzens soll in jedem Fall aufgeklärt werden [11].
- Kleine Schritte: Ist eine Verringerung der Dosis beschlossen, sollte sie laut Leitlinie kontrolliert in kleinstmöglichen Schritten mit Abständen von 6 bis 12 Wochen angeboten werden, je nach Wunsch der Patientin oder des Patienten, unter Einbezug von Vertrauenspersonen und je nach bisherigem Verlauf und Verträglichkeit. Um Absetzphänomene zu vermeiden, hält die Leitlinie eine langsame Verringerung, teilweise über Monate, für sinnvoll [11].
- Vorbereitung: Als Voraussetzungen nennt die Leitlinie unter anderem eine gute Vorbereitung mit engmaschiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Begleitung, einen Krisenplan mit Frühwarnzeichen, eine gute soziale Unterstützung und, wenn die betroffene Person einverstanden ist, die Einbeziehung wichtiger Bezugspersonen, die über Absetzphänomene und Frühwarnzeichen aufgeklärt werden [11].
- Nach dem Absetzen: Laut Leitlinie soll mindestens zwei Jahre lang eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen und Beschwerden eines Rückfalls angeboten werden [11].
Eine allgemeine Dauer der Behandlung zur Vorbeugung von Rückfällen legt die Leitlinie nicht fest; sie wird zwischen Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient besprochen [11]. Laut IQWiG hängt die Dauer unter anderem davon ab, wie viele akute Psychosen bereits aufgetreten sind und wie schwer sie waren [12].
Kontrollen: Wegen des Risikos für Suizidgedanken sollte die Behandlung laut Fachinformation mit einer engmaschigen Überwachung einhergehen, vor allem bei Menschen mit hohem Risiko und insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen [2].
Schwangerschaft
Werden Sie unter Quetiapin schwanger, besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage sollten Sie Quetiapin in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen haben [1]. Bei Frauen mit Schizophrenie wird ein abruptes oder rasches Absetzen von Antipsychotika bei Feststellung einer Schwangerschaft laut S3-Leitlinie wegen des hohen Rückfallrisikos nicht empfohlen [11]. Laut Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin, kann Quetiapin bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch verordnet werden. Weil Quetiapin den Blutzuckerspiegel erhöhen kann, sollte ein Schwangerschaftsdiabetes ausgeschlossen werden. Da das Wochenbett eine besonders anfällige Phase für Rückfälle ist, sollten mit der Mutter laut Embryotox frühzeitig Strategien zur Vorbeugung geplant werden [5].
Wurde Quetiapin im letzten Schwangerschaftsdrittel eingenommen, können beim Neugeborenen laut Packungsbeilage Zittern, Muskelsteifheit oder Muskelschwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten, möglicherweise als Entzugssymptome. Zeigt Ihr Baby eines dieser Symptome, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen [1]. Die Fachinformation sieht vor, Neugeborene sorgfältig zu überwachen [2]; laut Embryotox sollte die Entbindung in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin (Neonatologie) erfolgen. Embryotox bietet eine kostenlose individuelle Beratung an [5]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie sie laut Packungsbeilage ein, sobald Sie es bemerken. Ist es schon fast Zeit für die nächste Dosis, warten Sie bis dahin. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um die vergessene Einnahme nachzuholen [1, 3].
Was Sie tun können
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Möchten Sie die Behandlung beenden oder die Dosis verringern, sprechen Sie das offen an. Bei Schizophrenie lässt sich laut IQWiG nach einiger Zeit besprechen, ob die Einnahme irgendwann beendet werden kann oder ob es sinnvoller ist, die Medikamente längerfristig einzunehmen [12]. Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen:
- Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, oder spricht etwas dafür, Quetiapin noch länger einzunehmen?
- Über welchen Zeitraum verringern wir die Dosis, und wann sehen wir uns zur Kontrolle?
- Welche Absetzsymptome sind möglich, und was tue ich, wenn sie auftreten?
- Erstellen wir vorher einen Krisenplan mit meinen Frühwarnzeichen?
- Wer hilft mir, wenn es mir nachts oder am Wochenende schlechter geht?
- Wie lange bleiben wir nach der letzten Einnahme in Kontakt?
- Was muss ich bei meinen anderen Medikamenten beachten?
Notieren Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert und welche Beschwerden wann auftreten. Laut Packungsbeilage empfinden Sie es möglicherweise als hilfreich, einer verwandten oder befreundeten Person zu erzählen, dass Sie depressiv sind, und sie zu bitten, die Packungsbeilage zu lesen. Sie kann Ihnen dann sagen, wenn sie den Eindruck hat, dass sich Ihre Depression verschlimmert, oder wenn sie sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Verhalten macht [1].
Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Mehr dazu: Medikamente absetzen und Quetiapin und Gewichtszunahme.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Gedanken, sich etwas anzutun: Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, gehen Sie laut Packungsbeilage zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Hilfe bekommen Betroffene und Angehörige laut IQWiG auch beim Sozialpsychiatrischen Dienst, in Krisenzentren oder bei der Telefonseelsorge, notfalls anonym und rund um die Uhr; ist jemand akut gefährdet, sollte die 112 angerufen werden [13]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Die Erkrankung verschlechtert sich: Behandelte und ihre Betreuungspersonen sind laut Fachinformation darauf hinzuweisen, auf jede Verschlechterung, auf suizidales Verhalten oder Suizidgedanken und auf ungewöhnliche Verhaltensänderungen zu achten und dann unverzüglich ärztlichen Rat einzuholen [2].
Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei einem Suizidversuch, bei Bewusstlosigkeit oder bei akuten und anhaltenden Krampfanfällen rufen Sie den Notruf 112 [14].
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 50/150/200/300/400 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 100 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Filmtabletten (25/100/150/200/300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Quetiapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie (Living Guideline), Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Register-Nr. 038-009), Kapitel 9.5 mit Empfehlungen 24 bis 26 und Tabellen 15 bis 17, Kapitel 11.11. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0 vom 13.06.2026, veröffentlicht Juli 2026. abgerufen am 16.10.2026
- Medikamente bei Schizophrenie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 29.04.2026. abgerufen am 16.10.2026
- Depression (Abschnitt "Leben und Alltag"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 16.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Quetiapin einfach absetzen?
Nein. Laut Packungsbeilage beenden Sie die Einnahme nicht, auch wenn Sie sich besser fühlen, außer auf Anraten Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes. Nach einem plötzlichen Abbruch sind Absetzsymptome sehr häufig. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen unter Umständen empfehlen, die Dosis schrittweise zu verringern, bevor die Behandlung endet.
Welche Symptome können beim Absetzen von Quetiapin auftreten?
Nach einem plötzlichen Abbruch nennt die Packungsbeilage Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Gereiztheit. Laut Fachinformation können außerdem die Beschwerden einer Spätdyskinesie, also unkontrollierbare Bewegungen hauptsächlich von Gesicht oder Zunge, nach dem Ende der Behandlung schlimmer werden oder erst dann auftreten. Informieren Sie in diesem Fall unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wie lange dauern Absetzsymptome bei Quetiapin?
Eine Dauer für den Einzelfall nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. In Studien, die Beschwerden beim Behandlungsende erfassten, war deren Häufigkeit laut Fachinformation 1 Woche nach dem Ende der Behandlung signifikant zurückgegangen. Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein beschreibt die S3-Leitlinie, dass unwillkürliche Bewegungen häufig in den ersten Wochen nach dem Absetzen auftreten und Monate anhalten können. Halten Beschwerden an oder werden sie stärker, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Gibt es einen Plan zum Ausschleichen von Quetiapin?
Packungsbeilage und Fachinformation enthalten keinen Plan mit einzelnen Schritten. Sie halten ein schrittweises Absetzen über mindestens 1 bis 2 Wochen für ratsam; das ist eine Untergrenze. Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein sollte eine beschlossene Verringerung der Dosis laut S3-Leitlinie kontrolliert in kleinstmöglichen Schritten mit Abständen von 6 bis 12 Wochen angeboten werden. Den Plan für Sie legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Nimmt man nach dem Absetzen von Quetiapin wieder ab?
Eine ausdrückliche Aussage dazu machen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Gewichtszunahme gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Quetiapin. Was die Quellen dazu sagen, auch zu Langzeitstudien, lesen Sie unter Quetiapin und Gewichtszunahme.
Macht Quetiapin abhängig?
Ausdrücklich beantworten Packungsbeilage und Fachinformation diese Frage nicht. Laut Fachinformation wurden Fälle von nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch und Missbrauch berichtet, und bei Menschen mit Alkohol- oder Drogenabhängigkeit in der Vorgeschichte ist bei der Verordnung Vorsicht geboten. Haben Sie früher Alkohol oder Drogen missbräuchlich angewendet, sagen Sie das laut Packungsbeilage Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was tun, wenn nach dem Absetzen die Beschwerden der Erkrankung zurückkommen?
Sprechen Sie umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut IQWiG kommt es eher zu einem Rückfall, wenn Antipsychotika plötzlich abgesetzt werden. Laut S3-Leitlinie Schizophrenie kann es schwierig sein, Absetzbeschwerden von wiederkehrenden Beschwerden der ursprünglichen Erkrankung abzugrenzen. Bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen, gehen Sie zu Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder unverzüglich in ein Krankenhaus; bei akuter Gefahr rufen Sie die 112.
Darf ich Quetiapin in der Schwangerschaft absetzen?
Besprechen Sie das zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage sollten Sie Quetiapin in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen haben. Bei Schizophrenie empfiehlt die S3-Leitlinie nicht, Antipsychotika bei Feststellung einer Schwangerschaft abrupt oder rasch abzusetzen, weil das Rückfallrisiko hoch ist. Laut Embryotox kann Quetiapin bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft verordnet werden; Embryotox bietet eine kostenlose individuelle Beratung an.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Medikamente Quetiapin und GewichtszunahmeGewichtszunahme ist eine sehr häufige Nebenwirkung von Quetiapin.
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Nebenwirkungen Medikamente, die abhängig machenManche Medikamente können abhängig machen, etwa Schlaf- und Beruhigungsmittel oder Opioide.