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Schizophrenie und Psychosen
Eine Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung, bei der in Phasen Psychosen auftreten: Betroffene hören zum Beispiel Stimmen, haben Wahnvorstellungen oder erleben ihr Denken als von außen gesteuert. Bei einer ersten Erkrankung sollen laut S3-Leitlinie Schizophrenie (Version 5.0, 2026) Antipsychotika angeboten werden, ausgewählt vor allem nach ihren Nebenwirkungen (starke Empfehlung); Menschen mit Schizophrenie soll außerdem eine kognitive Verhaltenstherapie für Psychosen angeboten werden (starke Empfehlung). Bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen, oder wenn in einer akuten Psychose Gefahr für Sie oder andere besteht, holen Sie sofort Hilfe, bei akuter Gefahr über den Notruf 112.

Menschen mit einer Schizophrenie erleben laut IQWiG wiederkehrende Psychosen, also Phasen, in denen sie zum Beispiel Stimmen hören oder sich verfolgt fühlen [2]. Zur Behandlung gehören laut S3-Leitlinie Schizophrenie der DGPPN (Version 5.0, 2026) Antipsychotika, Psychotherapie und psychosoziale Hilfen; die Behandlung mit Medikamenten soll in ein solches Gesamtkonzept eingebettet sein (konsentierte Empfehlung) [1]. Wer daran denkt, sich das Leben zu nehmen, braucht sofort Hilfe; die Nummern stehen im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.
Was ist eine Schizophrenie?
Eine Schizophrenie ist laut Leitlinie durch typische Störungen in Wahrnehmung, Denken, Ich-Erleben, Gefühlen, Antrieb und Bewegung gekennzeichnet. Bezeichnend sind einerseits akute psychotische Phasen mit Wahn, Halluzinationen sowie Denk- und Ich-Störungen, andererseits Beeinträchtigungen, die abklingen oder lange bestehen bleiben können, etwa kognitive Störungen oder Störungen von Antrieb und Gefühlsleben [1]. Die oft mit dem Begriff ("gespaltener Geist") verbundene Vorstellung einer gespaltenen Persönlichkeit ist laut IQWiG falsch und befördert Vorurteile [2].
Schizophrenie und andere Psychosen: In einer akuten Psychose nehmen Menschen die Welt oft ganz anders wahr als sonst; manche verlieren den Bezug zur Realität fast völlig [2]. Die Schizophrenie gehört in der ICD-10 zu einer Gruppe, die auch die schizotype Störung, die anhaltende wahnhafte Störung, vorübergehende psychotische Störungen und die schizoaffektive Störung umfasst [1]. Wie deutlich sie sich von verwandten Erkrankungen wie der bipolaren Störung abgrenzen lässt, wird laut Leitlinie diskutiert [1].
Laut IQWiG wird bei etwa 0,5 Prozent aller Menschen im Laufe des Lebens eine Schizophrenie festgestellt [2]. Die Erkrankung beginnt laut Leitlinie bevorzugt zwischen dem 15. und dem 35. Lebensjahr, bei etwa 65 Prozent der Betroffenen vor dem 30. Lebensjahr [1]. Dem Vollbild geht in der Regel ein bis zu mehrere Jahre dauerndes Vorstadium voraus, mit Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit (Kognition), der Gefühle und des Sozialverhaltens [1]. Einige Betroffene erleben laut IQWiG nur einmal oder wenige Male eine psychotische Phase, andere haben dauerhafte Beschwerden [2]. Eine lange unbehandelte erste Psychose ist laut Leitlinie ein ungünstiger Faktor für das Ansprechen auf die Behandlung und den weiteren Verlauf [1].
Symptome
Die wesentlichen Symptome einer Schizophrenie sind laut IQWiG [2]:
- Halluzinationen wie Stimmenhören
- Wahnvorstellungen wie Verfolgungswahn oder das starke Gefühl, zu etwas Ungewöhnlichem berufen zu sein
- das Gefühl, das eigene Erleben und Denken werde durch andere gesteuert (Ich-Störung)
- Beeinträchtigung von Sprache und Denken, etwa fahrige Gedanken oder wirre Sprache
Hinzu können unter anderem Bewegungsauffälligkeiten, depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen und plötzliche Stimmungswechsel kommen [2]. Fachleute unterscheiden laut Leitlinie Positivsymptome wie Wahn und Halluzinationen von Negativsymptomen wie auffälliger Teilnahmslosigkeit (Apathie), Sprachverarmung und verflachtem Gefühlsausdruck [1].
Vorboten: Akute Psychosen deuten sich laut IQWiG oft lange vorher an. In den Wochen oder Monaten davor sind Menschen oft ruhelos und angespannt, schlafen schlecht und haben Konzentrations- und Gedächtnisprobleme; manche haben schon leichte Halluzinationen oder fühlen sich beobachtet [2].
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind laut IQWiG bislang ungeklärt; wahrscheinlich wirken verschiedene Faktoren zusammen [2]. Manche Menschen haben anlagebedingt ein höheres Risiko, vor allem wenn ein Eltern- oder Geschwisterteil erkrankt ist; etwa 12 Prozent der Kinder von Müttern oder Vätern mit Schizophrenie erkranken später ebenfalls [2]. Bedeutende Risikofaktoren sind laut Leitlinie der Gebrauch von Cannabis und Amphetaminen; weitere Faktoren, die eine Schizophrenie begünstigen können, sind unter anderem Komplikationen in Schwangerschaft und Geburt, Traumata in der Kindheit und eine verminderte Stresstoleranz [1]. Eine Psychose tritt laut IQWiG häufig im Zusammenhang mit größeren Veränderungen im Leben auf [2].
Drogen, Medikamente und körperliche Ursachen: Psychotische Zustände, die einer Schizophrenie ähneln, werden laut Leitlinie am häufigsten durch Substanzen ausgelöst, in der Praxis vor allem durch Cannabis und Amphetamine; genannt werden auch Alkohol und Halluzinogene [1]. Auch Medikamente können eine Psychose auslösen; als Beispiele nennt die Leitlinie unter anderem L-Dopa und andere dopaminerge Mittel, Anticholinergika, Kortikosteroide und einzelne Antibiotika wie Chinolone und Clarithromycin. Bei jeder neu aufgetretenen Psychose nach Beginn eines Medikaments sollte laut Leitlinie an eine medikamentöse Ursache gedacht werden [1]. Mehr: Halluzinationen durch Medikamente.
Diagnose
Die Diagnose soll laut Leitlinie nach festgelegten Kriterien gestellt werden; nach der ICD-10 müssen die typischen Symptome fast ständig während eines Monats oder länger deutlich vorhanden sein. Bei einer eindeutigen Gehirnerkrankung, während einer Vergiftung oder eines Entzugs soll keine Schizophrenie diagnostiziert werden (konsentierte Empfehlung) [1]. Laut IQWiG werden dazu Gespräche geführt, auch mit Angehörigen; körperliche Untersuchungen und bildgebende Verfahren dienen vor allem dazu, andere Ursachen auszuschließen [2]. Bei einer ersten Erkrankung sollen laut Leitlinie unter anderem eine körperliche und neurologische Untersuchung, Blutuntersuchungen, ein Drogensuchtest im Urin und eine MRT des Gehirns angeboten werden (konsentierte Empfehlung) [1].
Behandlung ohne Medikamente

Psychotherapie kann laut IQWiG in allen Phasen der Erkrankung hilfreich sein, auch schon während einer akuten Psychose [2]. Menschen mit einer Schizophrenie soll laut Leitlinie die störungsspezifische kognitive Verhaltenstherapie für Psychosen angeboten werden (starke Empfehlung); sie sollte auch dann angeboten werden, wenn Betroffene Antipsychotika ablehnen (bedingte Empfehlung) [1]. Weitere Angebote nach der Leitlinie [1]:
- Psychoedukation: Eine strukturierte Psychoedukation über mehrere Sitzungen soll zur Vermeidung von Rückfällen angeboten werden; Angehörige oder andere Vertrauenspersonen sollen mit Zustimmung der Betroffenen einbezogen werden (starke Empfehlung) [1].
- Familie: Leben Betroffene und Familienmitglieder zusammen oder stehen in engem Kontakt, soll eine Psychotherapie unter Einbeziehung der Familie oder von Vertrauenspersonen angeboten werden (starke Empfehlung) [1].
- Metakognitives Training: Es soll zur Verringerung der Positivsymptome angeboten werden (starke Empfehlung) [1].
- Soziale und geistige Fähigkeiten: Bei relevanten Einschränkungen der sozialen Kompetenzen sowie bei anhaltenden Negativsymptomen soll ein Training sozialer Fertigkeiten angeboten werden, bei Problemen etwa mit Aufmerksamkeit und Gedächtnis eine kognitive Remediation (jeweils starke Empfehlung) [1].
- Bewegung: Bewegungsangebote sollen nach den Vorlieben der Betroffenen und als Teil eines Gesamtkonzepts zum Einsatz kommen (starke Empfehlung) [1].
- Krisenplan: Menschen mit Schizophrenie soll angeboten werden, Krisenpläne und Behandlungsvereinbarungen zu erstellen, um Zwangseinweisungen zu vermeiden (starke Empfehlung) [1].
Behandlung mit Medikamenten
Medikamente gegen die Beschwerden einer Psychose heißen Antipsychotika, früher auch Neuroleptika. Sie hemmen laut IQWiG die Aktivität bestimmter Nervenzellen im Gehirn, wirken dadurch beruhigend und mildern Halluzinationen und Wahnvorstellungen; heilen können sie die Schizophrenie nicht [3]. Alle Antipsychotika blockieren laut Leitlinie Andockstellen (Rezeptoren) für den Botenstoff Dopamin im sogenannten mesolimbischen System des Gehirns [1]. Gegen Antriebslosigkeit, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprobleme oder Depressionen wirken sie laut IQWiG weniger, aber auch diese können sich bessern [3].
Was die Leitlinie empfiehlt: Betroffene sollen über Wirkungen und Nebenwirkungen aufgeklärt werden; Wirkstoff und Darreichungsform sollen gemeinsam ausgewählt werden, unter anderem nach Vorerfahrungen, möglichen Nebenwirkungen und den Vorlieben der Betroffenen (konsentierte Empfehlungen) [1]. Vor Beginn sollen Laboruntersuchungen und ein EKG gemacht und bei Frauen im gebärfähigen Alter eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden (konsentierte Empfehlung) [1]. Außerdem nennt die Leitlinie [1]:
- Bei einer ersten Erkrankung sollen Antipsychotika nach Abwägung von Nutzen und Risiken angeboten werden; die Auswahl soll sich vor allem an den Nebenwirkungen orientieren (starke Empfehlung).
- Ein Antipsychotikum sollte allein (als Monotherapie) angeboten werden (bedingte Empfehlung). Die Dosis soll so niedrig wie möglich und so hoch wie nötig sein (starke Empfehlung).
- Das Ansprechen soll nach zwei bis vier Wochen überprüft werden (starke Empfehlung). Bei fehlendem Ansprechen trotz ausreichender Dosierung und nach Ausschluss anderer Ursachen soll ein Wechsel auf ein anderes Antipsychotikum angeboten werden (konsentierte Empfehlung).
- Zur Vorbeugung von Rückfällen soll nach individueller Abwägung eine Behandlung mit Antipsychotika angeboten werden, nach einer ersten Erkrankung wie bei wiederkehrenden Episoden (starke Empfehlung). Depotspritzen sollten dabei als Alternative zu Tabletten angeboten werden (bedingte Empfehlung).
- Bei vorherrschenden Negativsymptomen sollte Amisulprid in niedriger Dosis oder Cariprazin angeboten werden (bedingte Empfehlung).
- Bei gesicherter Behandlungsresistenz soll zunächst Clozapin allein angeboten werden, nach Abwägung von Nutzen und Risiken, Aufklärung und mit den nötigen Begleituntersuchungen (starke Empfehlung).
Clozapin darf laut Packungsbeilage nur eingenommen werden, wenn zuvor Behandlungsversuche mit mindestens zwei anderen Antipsychotika, darunter einem neueren atypischen, nicht gewirkt haben oder Nebenwirkungen hatten, die nicht behandelt werden konnten [10]. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen auf den Wirkstoffseiten, zum Beispiel bei Risperidon. Die Nebenwirkungen in der Tabelle stammen aus den Packungsbeilagen der dort genannten Wirkstoffe und gelten nur für diese ("sehr häufig": bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig": bei bis zu 1 von 10, "gelegentlich": bei bis zu 1 von 100); maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Antipsychotika der zweiten Generation | Risperidon, Olanzapin, Quetiapin, Aripiprazol, Amisulprid, Paliperidon | Risperidon blockiert laut Fachinformation vor allem Rezeptoren für Serotonin (5-HT2) und Dopamin (D2) [6] | Risperidon, sehr häufig: Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten, Parkinsonismus (langsame Bewegungen, steife Muskeln, Zittern in Ruhe), Schläfrigkeit, Kopfschmerzen; häufig unter anderem erhöhter Prolaktinwert und Gewichtszunahme [5]. Olanzapin, sehr häufig: Gewichtszunahme, Schläfrigkeit, erhöhte Prolaktinwerte, zu Beginn Schwindel oder Gefühl einer nahenden Ohnmacht, insbesondere beim Aufstehen [7] |
| Antipsychotika der ersten Generation | Haloperidol | Haloperidol blockiert laut Fachinformation stark Dopamin-D2-Rezeptoren und unterdrückt so Wahnvorstellungen und Halluzinationen [9] | Haloperidol, sehr häufig: unkontrollierte Bewegungen (extrapyramidale Störungen), etwa Bewegungen von Mund, Zunge und Kiefer, Unvermögen, ruhig zu sitzen, Muskelzittern oder Muskelsteife; Unruhe (Agitiertheit), Schlafstörungen, Kopfschmerzen [8] |
| Antipsychotikum bei Behandlungsresistenz | Clozapin | Blockiert laut Fachinformation Dopamin-Rezeptoren vom Typ D1, D2, D3 und D5 nur schwach, bindet aber stark an D4-Rezeptoren; wirkt außerdem stark gegen Noradrenalin (Alpha-Rezeptoren), Acetylcholin und Histamin [11] | Clozapin, sehr häufig: Schläfrigkeit, Benommenheit, vermehrte Speichelbildung, schwere Verstopfung, schneller Herzschlag; gelegentlich: Fehlen von weißen Blutkörperchen (Agranulozytose) [10] |
Als Depotspritze verwendet werden in Deutschland laut Leitlinie unter anderem Aripiprazol, Paliperidon, Risperidon und Haloperidol [1]. Depotspritzen enthalten laut IQWiG denselben Wirkstoff wie Tabletten, werden im Abstand von wenigen Wochen oder Monaten in den Muskel gespritzt; man muss also nicht täglich an die Einnahme denken [3]. Vor Beginn einer Depotbehandlung sollte laut Leitlinie in einer mindestens mehrwöchigen Behandlung mit demselben Wirkstoff zum Einnehmen sichergestellt worden sein, dass er wirkt und vertragen wird (konsentierte Empfehlung) [1]. Für das Depotpräparat Haldol Decanoat Depot (Haloperidol) gilt laut Rote-Hand-Brief vom 21. Dezember 2017: Vor der Umstellung müssen Patientinnen und Patienten stabil auf Haloperidol zum Einnehmen eingestellt sein [17].
Weitere Medikamente
Beruhigungsmittel: Bei ausgeprägter Erregung, Angst und innerer Unruhe kann laut Leitlinie zeitlich befristet zusätzlich ein Benzodiazepin wie Lorazepam angeboten werden; eine langfristige, dauerhafte Anwendung soll nicht erfolgen (konsentierte Empfehlung) [1]. Mehr: Schlafmittel und Benzodiazepine.
Antidepressiva: Depressive Beschwerden sind bei Schizophrenie im Verlauf häufig. Bestehen sie trotz optimierter antipsychotischer Behandlung fort und sind die Kriterien einer depressiven Episode erfüllt, soll laut Leitlinie zusätzlich ein Antidepressivum angeboten werden; dabei sollen Wechselwirkungen beachtet werden (starke Empfehlung) [1]. Mehr: Depression.
Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangeren mit Schizophrenie soll laut Leitlinie eine Behandlung mit Medikamenten nur dann angeboten werden, wenn die Folgen der unbehandelten Erkrankung die möglichen Gefahren für das Kind überwiegen; zur Bewertung der einzelnen Mittel sollen Datenbanken wie Embryotox und die Fachinformationen verwendet werden (konsentierte Empfehlung) [1]. Wenn Sie schwanger sind, stillen oder eine Schwangerschaft planen, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [5]. Bei Neugeborenen, deren Mütter in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten Antipsychotika eingenommen haben, können laut einem Stufenplanbescheid des BfArM vom 25. Juli 2012 Zittern, Muskelsteifheit oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten; entwickelt Ihr Baby eines dieser Zeichen, sollten Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden [18]. Was Embryotox zu einzelnen Antipsychotika schreibt, steht auf den Wirkstoffseiten, zum Beispiel bei Quetiapin und Risperidon. Allgemeines: Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen der Medikamente
Ob Nebenwirkungen auftreten und welche, hängt laut IQWiG vom Wirkstoff und der Dosis ab [3]. Nebenwirkungen sollen laut Leitlinie aktiv erfragt und dokumentiert werden; Betroffene und Angehörige sollen auch darüber informiert werden, woran man sie erkennt und was man dagegen tun kann (konsentierte Empfehlungen) [1]. Mehr: Beipackzettel verstehen.
- Bewegungsstörungen: Laut Leitlinie können sie bei jedem Antipsychotikum auftreten, vor allem bei Mitteln der ersten Generation mit starker Dopamin-Blockade. Frühe Formen wie Muskelverkrampfungen, Parkinson-ähnliche Beschwerden und Bewegungsunruhe (Akathisie) treten in der Regel in den ersten Tagen und Wochen auf und bilden sich zurück, wenn die Dosis verringert oder das Mittel abgesetzt wird; Spätdyskinesien treten in der Regel erst nach Monaten bis Jahren auf und bleiben oft auch nach dem Absetzen bestehen [1]. Eine Akathisie ist laut Leitlinie mit einem erhöhten Risiko für Suizidalität verbunden [1]. Frühe Muskelverkrampfungen werden laut Leitlinie durch eine geringere Dosis oder Absetzen behandelt und bessern sich in der Regel gut auf ein Anticholinergikum; in Deutschland kommt dabei insbesondere Biperiden zum Einsatz [1]. Mehr: Parkinsonismus und Unruhe und Angst.
- Gewicht und Stoffwechsel: Gewichtszunahme ist laut Leitlinie besonders bei Antipsychotika der zweiten Generation ein sehr ernstes Problem und eine Ursache für die erhöhte Sterblichkeit bei der Erkrankung [1]. Weil unter Risperidon ein Diabetes oder dessen Verschlechterung beobachtet wurde, sollte die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage auf Zeichen eines erhöhten Blutzuckers achten [5]. Mehr: Gewichtszunahme, Blutzucker und Quetiapin und Gewichtszunahme.
- Prolaktin: Ein erhöhter Prolaktinwert kann laut Leitlinie zu Libidoverlust, Milchfluss aus der Brust, Brustvergrößerung (Gynäkomastie) und Unfruchtbarkeit führen, bei Frauen auch zu ausbleibender oder seltener Monatsblutung [1]. Mehr: Prolaktin und Brustbeschwerden.
- Herz: Einige Antipsychotika können laut Leitlinie die QT-Zeit im EKG verlängern; dann steigt das Risiko gefährlicher Herzrhythmusstörungen, auch durch weitere Mittel mit dieser Wirkung wie bestimmte Makrolid-Antibiotika [1]. Mehr: QT-Verlängerung.
- Müdigkeit und Verkehr: Durch Sedierung steigen laut Leitlinie die Sturzgefahr und das Risiko einer Lungenentzündung [1]. Unter Risperidon können laut Packungsbeilage Schwindel, Müdigkeit und Sehstörungen auftreten; setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Maschinen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen [5]. Mehr: Müdigkeit und Medikamente und Autofahren.
- Blutbild bei Clozapin: Clozapin kann laut Packungsbeilage eine schwerwiegende Verringerung der weißen Blutkörperchen verursachen (Agranulozytose). Deshalb müssen vor, während und nach der Behandlung regelmäßig Blutuntersuchungen erfolgen [10]. Seit einem Rote-Hand-Brief vom 8. September 2025 wird dabei nur noch die Zahl der neutrophilen Granulozyten (einer Art weißer Blutkörperchen) überwacht, nicht mehr die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen: wöchentlich in den ersten 18 Behandlungswochen, danach monatlich für die folgenden 34 Wochen bis zum Ende des ersten Behandlungsjahres. Ist im ersten Jahr keine Neutropenie (zu wenige neutrophile Granulozyten) aufgetreten, kann auf einmal alle 12 Wochen verringert werden; ist in den ersten zwei Jahren keine aufgetreten, sollte einmal jährlich kontrolliert werden [12]. Mehr: Blutbildveränderungen und Verstopfung.
- Augenoperation: Laut Rote-Hand-Brief vom 9. September 2013 besteht unter Risperidon und Paliperidon bei einer Operation des grauen Stars ein Risiko für ein intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom [13]. Ist eine Operation am Auge geplant, informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Augenärztin oder Ihren Augenarzt über die Einnahme [5].
Absetzen
Antipsychotika sollten laut IQWiG nicht plötzlich abgesetzt werden, da es sonst eher zu einem Rückfall kommt; wenn die Behandlung enden soll, ist das Vorgehen mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen [3]. Eine Verringerung und gegebenenfalls das Absetzen können laut Leitlinie gemeinsam angeboten werden, sofern die Erkrankung ausreichend stabil ist, genug psychosoziale Unterstützung und regelmäßige Kontrollen gewährleistet sind und keine Hinweise auf eine Gefährdung der eigenen Person oder anderer bestehen; über das erhöhte Rückfallrisiko soll in jedem Fall aufgeklärt werden (konsentierte Empfehlung) [1]. Nach dem Absetzen soll eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls für mindestens zwei Jahre angeboten werden (konsentierte Empfehlung) [1]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Was die Packungsbeilagen zum Beenden sagen, steht auf den Absetz-Seiten zu Risperidon, Olanzapin, Quetiapin und Aripiprazol, Allgemeines im Ratgeber Medikamente absetzen.
Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Leben mit einer Schizophrenie
Menschen mit Schizophrenie sterben laut IQWiG im Schnitt etwa 15 Jahre früher als der Durchschnitt der Bevölkerung, unter anderem wegen Sucht und körperlicher Erkrankungen; wird die Schizophrenie gut behandelt, steigt die Lebenserwartung [2]. Unabhängig von der Krankheitsphase soll laut Leitlinie eine regelmäßige Überwachung der körperlichen Gesundheit angeboten werden (konsentierte Empfehlung) [1]. Menschen mit Schizophrenie und Tabakabhängigkeit sollen laut Leitlinie, unter Berücksichtigung der Besonderheiten der Psychose, grundsätzlich dieselben Hilfen zum Verringern oder Beenden des Rauchens angeboten werden wie Rauchern ohne psychische Erkrankung, mit Aufklärung darüber, dass sich die Blutspiegel der Antipsychotika ändern können (konsentierte Empfehlung) [1]. Mehr: Nikotinabhängigkeit.
Spüren Sie Anzeichen einer akuten Psychose, kann es laut IQWiG sinnvoll sein, mögliche Einflüsse wie Stress, Ängste, schlechten Schlaf oder Konflikte zu prüfen und sich an Ihre Psychotherapeutin, Ihren Psychotherapeuten, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu wenden [4]. In einer Behandlungsvereinbarung, die mit der behandelnden Klinik abgeschlossen wird, lässt sich festhalten, wie man bei einer erneuten akuten Psychose behandelt werden möchte [4]. Im Alltag können laut IQWiG zum Beispiel Sport und Bewegung, Hobbys, eine klare Tagesstruktur und das Eingebundensein in eine Gruppe helfen; Selbsthilfegruppen ermöglichen den Austausch mit anderen Betroffenen [4]. Während der Einnahme von Risperidon vermeiden Sie laut Packungsbeilage Alkohol [5]. Mehr: Medikamente und Alkohol.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Gedanken, sich das Leben zu nehmen. Menschen mit Schizophrenie haben laut Leitlinie ein erheblich erhöhtes Suizidrisiko [1]. Besonders gefährdet sind laut IQWiG Menschen in unbehandelten akuten psychotischen Phasen und in der Zeit direkt nach der Entlassung aus einer Klinik [2]. Suizidversuche aller Art nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Fall für die Notrufnummer 112 [15]. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 [14]. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117, rund um die Uhr und kostenfrei [15].
Akute Psychose. Psychiatrische Kliniken bieten laut IQWiG rund um die Uhr Hilfe in Notfällen an, wenn sofort behandelt werden muss [4]. Eine Zwangseinweisung ist laut IQWiG rechtlich nur möglich, wenn jemand akut gefährdet ist oder andere gefährdet und die Gefahr nicht anders abgewendet werden kann [2].
Warnzeichen unter Antipsychotika. Bei Fieber, Muskelsteifheit, Schweißausbrüchen oder einer Bewusstseinsminderung (malignes neuroleptisches Syndrom) informieren Sie laut Packungsbeilage von Risperidon umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; eine sofortige Behandlung könnte erforderlich sein [5]. Die Leitlinie beschreibt dieses Syndrom als lebensbedrohliche Notfallsituation [1]. Bei Schwellung, Schmerzen und Rötung eines Beins, Brustschmerzen oder Schwierigkeiten beim Atmen (mögliches Blutgerinnsel) holen Sie laut Packungsbeilage unverzüglich ärztlichen Rat ein [5]; Warnhinweise zum Risiko venöser Thrombosen hat das BfArM 2011 für Antipsychotika angeordnet [16]. Unwillkürliche rhythmische Bewegungen von Zunge, Mund und Gesicht teilen Sie laut Packungsbeilage Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sofort mit [5]. Unter Clozapin informieren Sie laut Packungsbeilage bei Anzeichen einer Erkältung, Fieber, grippeartigen Beschwerden, Halsschmerzen oder einer anderen Infektion sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen; es muss dringend eine Blutuntersuchung erfolgen [10]. Mehr: Thromboserisiko.
Quellen
- Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Langfassung, Version 5.0, Living Guideline (AWMF-Register-Nr. 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Stand 13.06.2026, veröffentlicht 15.07.2026, gültig bis 12.07.2027. abgerufen am 18.10.2026
- Schizophrenie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 29.04.2026. abgerufen am 18.10.2026
- Medikamente bei Schizophrenie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 29.04.2026. abgerufen am 18.10.2026
- Schizophrenie: Hilfe und Selbsthilfe. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 29.04.2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Risperidon AbZ 1 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten (2,5 mg bis 20 mg). ratiopharm GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Clozapin: Überarbeitete Empfehlungen zur routinemäßigen Blutbildkontrolle im Hinblick auf das Risiko einer Agranulozytose. Zulassungsinhaber clozapinhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand 08.09.2025. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu risperidonhaltigen oder paliperidonhaltigen Arzneimitteln: Risiko eines intraoperativen Floppy Iris Syndroms (IFIS). Zulassungsinhaber; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand 09.09.2013. abgerufen am 18.10.2026
- TelefonSeelsorge Deutschland (Startseite). TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Antipsychotika: Risiko venöser Thromboembolien; zusätzlich erhöhtes Mortalitätsrisiko für Demenzpatienten durch konventionelle Antipsychotika (Stufenplanverfahren, Bescheide vom 18.07.2011). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 22.07.2011. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Haldol und Haldol Decanoat Depot (Haloperidol): Änderungen der Indikationen und Dosierung. Janssen-Cilag GmbH; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand Brief vom 21.12.2017, veröffentlicht am 22.12.2017. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Antipsychotika: Nebenwirkungen bei Neugeborenen nach Anwendung im letzten Schwangerschaftsdrittel (Stufenplanverfahren, Bescheid vom 25.07.2012). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 27.07.2012. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente helfen bei Schizophrenie?
Gegen die Beschwerden einer Psychose werden Antipsychotika eingesetzt, früher Neuroleptika genannt. Laut IQWiG mildern sie Halluzinationen und Wahnvorstellungen und wirken beruhigend. Beispiele sind Risperidon, Olanzapin, Quetiapin, Aripiprazol, Amisulprid, Haloperidol und, bei Behandlungsresistenz, Clozapin. Bei einer ersten Erkrankung sollen laut S3-Leitlinie Schizophrenie Antipsychotika angeboten werden, die Auswahl soll sich vor allem an den Nebenwirkungen orientieren (starke Empfehlung).
Wie schnell wirken Antipsychotika?
Laut IQWiG tritt die Wirkung häufig innerhalb weniger Stunden bis Tage ein, es kann aber auch einige Wochen dauern, bis sie spürbar wird. Laut Leitlinie soll das Ansprechen nach zwei bis vier Wochen mit einer geeigneten Skala oder klinisch überprüft werden (starke Empfehlung).
Wie lange muss man Antipsychotika nehmen?
Das ist unterschiedlich. Laut IQWiG nehmen manche Menschen Antipsychotika nur kurz ein, andere über viele Jahre. Menschen mit einer ersten Erkrankung und Menschen mit wiederkehrenden psychotischen Episoden soll laut Leitlinie nach individueller Abwägung von Nutzen und Risiken eine Behandlung zur Vorbeugung von Rückfällen angeboten werden (jeweils starke Empfehlung). Wie lange behandelt wird, hängt laut Leitlinie unter anderem von der Schwere der Erkrankung, dem Ansprechen, den Nebenwirkungen und der psychosozialen Situation ab. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Machen Antipsychotika dick?
Gewichtszunahme ist bei vielen Antipsychotika eine bekannte Nebenwirkung, laut Leitlinie vor allem bei Antipsychotika der zweiten Generation. Bei Olanzapin ist sie laut Packungsbeilage sehr häufig, bei Risperidon häufig. Die Ärztin oder der Arzt sollte laut Packungsbeilage von Risperidon das Gewicht regelmäßig überprüfen. Zu Beginn der Behandlung oder spätestens bei einer Gewichtszunahme von mehr als 3 Prozent des Ausgangsgewichts sollen laut Leitlinie psychotherapeutische und psychosoziale Angebote wie Ernährungsberatung, Psychoedukation und Bewegungsprogramme angeboten werden (konsentierte Empfehlung).
Ist Schizophrenie heilbar?
Laut IQWiG erleben einige Betroffene nur einmal oder wenige Male eine psychotische Phase, andere haben dauerhafte Beschwerden und brauchen viel Unterstützung. Antipsychotika können die Schizophrenie laut IQWiG nicht heilen, aber die Beschwerden lindern und erneuten akuten Psychosen vorbeugen. Je früher und besser Beschwerden behandelt werden, desto größer sind laut IQWiG die Chancen für einen günstigen Verlauf.
Können Cannabis oder Drogen eine Psychose auslösen?
Ja. Der Gebrauch von Cannabis und Amphetaminen gehört laut S3-Leitlinie zu den bedeutenden Risikofaktoren für eine Schizophrenie. Psychotische Zustände, die einer Schizophrenie ähneln, werden laut Leitlinie am häufigsten durch Substanzen ausgelöst, in der Praxis vor allem durch Cannabis und Amphetamine. Auch Medikamente kommen als Auslöser infrage. Bei Menschen mit Schizophrenie soll laut Leitlinie gezielt nach Substanz- und Drogenkonsum gefragt werden (konsentierte Empfehlung).
Was tun bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen?
Holen Sie sofort Hilfe. Bei akuter Gefahr rufen Sie den Notruf 112. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Sind die Praxen geschlossen und kann es nicht bis zum nächsten Tag warten, erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Psychiatrische Kliniken bieten laut IQWiG rund um die Uhr Hilfe in Notfällen an. Weitere Nummern stehen unter Notfall und Giftnotruf.
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