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Paliperidon (Xeplion): Nebenwirkungen und Wirkung
Paliperidon ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum; als Depotspritze Xeplion wird es zur Erhaltungstherapie der Schizophrenie bei Erwachsenen einmal im Monat in einen Muskel gespritzt. Sehr häufig sind Ein- und Durchschlafschwierigkeiten; häufig unter anderem ein erhöhter Prolaktinwert, Gewichtszunahme, Bewegungsstörungen, Unruhe, Schläfrigkeit und Reaktionen an der Einstichstelle. Bei Fieber mit Muskelsteifheit, Zeichen eines Blutgerinnsels oder einer schweren allergischen Reaktion informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit)[1, 2]
- Häufig: Allgemeine Erkältungssymptome (Infektion der oberen Atemwege), Harnwegsinfektion, grippeähnliches Gefühl[1, 2]
- Häufig: Erhöhter Wert des Hormons Prolaktin im Blut (das kann Beschwerden auslösen, muss aber nicht): bei Männern Anschwellen der Brustdrüsen, Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, andere sexuelle Funktionsstörungen; bei Frauen Brustbeschwerden, Milchabsonderung aus den Brüsten, Ausbleiben einzelner Monatsblutungen oder andere Zyklusprobleme[1, 2]
- Häufig: Hoher Blutzuckerspiegel, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, verminderter Appetit[1, 2]
- Häufig: Reizbarkeit (laut Fachinformation Agitiertheit), Depression, Angst[1, 2]
- Häufig: Parkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, Gefühl steifer Muskeln, Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen, langsamer schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter Speichelfluss, Verlust der Mimik[1, 2]
- Häufig: Ruhelosigkeit (laut Fachinformation Akathisie), sich schläfrig fühlen oder unaufmerksam sein (Sedierung, Somnolenz)[1, 2]
- Häufig: Dystonie: langsame oder anhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen, oft im Gesicht mit ungewöhnlichen Bewegungen von Augen, Mund, Zunge oder Kiefer; Dyskinesie: unwillkürliche, wiederholte, krampfartige oder windende Bewegungen oder Zuckungen[1, 2]
- Häufig: Schwindel, Zittern (Tremor), Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Schneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]
- Häufig: Hoher Blutdruck[1, 2]
- Häufig: Husten, verstopfte Nase[1, 2]
- Häufig: Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörung, Zahnschmerzen[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Leberwerte (Transaminasen) im Blut[1, 2]
- Häufig: Knochen- oder Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen[1, 2]
- Häufig: Aufhören der Monatsblutungen (Amenorrhö)[1, 2]
- Häufig: Fieber, Schwäche, Erschöpfung (Müdigkeit)[1, 2]
- Häufig: Reaktion an der Injektionsstelle einschließlich Juckreiz, Schmerzen oder Schwellung[1, 2]
Wofür wird Paliperidon eingesetzt?
Paliperidon ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Antipsychotika [1, 2]. Als Depotspritze Xeplion wird es zur Erhaltungstherapie gegen die Beschwerden der Schizophrenie bei Erwachsenen angewendet, die auf Paliperidon oder Risperidon eingestellt sind. Haben Sie früher auf einen dieser Wirkstoffe angesprochen und sind die Beschwerden leicht bis mittelschwer, kann die Ärztin oder der Arzt die Behandlung auch ohne vorherige Einstellung beginnen [1, 2].
Die Packungsbeilage beschreibt die Schizophrenie als Erkrankung mit sogenannten Positiv- und Negativsymptomen: Betroffene hören zum Beispiel Stimmen oder sehen Dinge, die nicht existieren, glauben Dinge, die nicht der Wahrheit entsprechen, oder wirken zurückgezogen und reagieren emotional überhaupt nicht. Xeplion kann laut Packungsbeilage helfen, die Beschwerden zu lindern und ihr erneutes Auftreten zu verhindern [1]. Laut Fachinformation ist Xeplion nicht für akute Erregungszustände gedacht, wenn die Beschwerden sofort unter Kontrolle gebracht werden müssen [2].
Paliperidon gibt es außerdem als Retardtabletten zum Einnehmen; sie sind für Schizophrenie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren sowie für schizoaffektive Störungen bei Erwachsenen zugelassen und haben eine eigene Produktinformation [3]. Diese Seite beruht auf der Depotspritze.
Wie wirkt Paliperidon?
Laut Fachinformation bindet Paliperidon stark an Bindungsstellen (Rezeptoren) der Botenstoffe Serotonin und Dopamin und blockiert außerdem Alpha-1-Rezeptoren, in geringerem Maß auch Histamin- und Alpha-2-Rezeptoren [2]. Wegen dieser alpha-blockierenden Wirkung kann laut Fachinformation bei einigen Menschen der Blutdruck beim Aufstehen absinken [2]. Paliperidon ist der wichtigste wirksame Abbaustoff von Risperidon [2].
Nach der Injektion in einen Muskel löst sich der Wirkstoff langsam auf. Die Freisetzung beginnt schon am ersten Tag und dauert mindestens 4 Monate; die höchste Konzentration im Blut ist im Median nach 13 Tagen erreicht. Die mediane Halbwertszeit liegt laut Fachinformation zwischen 25 und 49 Tagen [2]. Laut Fachinformation kann die vollständige Auswirkung einer Erhaltungsdosis erst nach einigen Monaten erkennbar sein [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die die Packungsbeilage mit Häufigkeit angibt. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Laut Fachinformation gehörten in Studien unter anderem Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Angst, Infekte der oberen Atemwege, Reaktionen an der Einstichstelle, Parkinsonismus, Gewichtszunahme, Bewegungsunruhe (Akathisie), Agitiertheit und Schläfrigkeit zu den am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen; Akathisie und Schläfrigkeit scheinen von der Dosis abzuhängen [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Mehr zu einzelnen Beschwerden lesen Sie auf den Seiten Gewichtszunahme, Prolaktin und Brust, Parkinson-Symptome und Schlafstörungen.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheEin- oder Durchschlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenAllgemeine Erkältungssymptome (Infektion der oberen Atemwege), Harnwegsinfektion, grippeähnliches Gefühl[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- HormonsystemErhöhter Wert des Hormons Prolaktin im Blut (das kann Beschwerden auslösen, muss aber nicht): bei Männern Anschwellen der Brustdrüsen, Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, andere sexuelle Funktionsstörungen; bei Frauen Brustbeschwerden, Milchabsonderung aus den Brüsten, Ausbleiben einzelner Monatsblutungen oder andere Zyklusprobleme[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und BrustvergrößerungErektionsstörungenZyklusstörungen
- Stoffwechsel und ErnährungHoher Blutzuckerspiegel, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, verminderter Appetit[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter BlutzuckerGewichtszunahmeGewichtsabnahmeAppetitlosigkeit
- PsycheReizbarkeit (laut Fachinformation Agitiertheit), Depression, Angst[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und ReizbarkeitDepressive VerstimmungAngst
- NervensystemParkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, Gefühl steifer Muskeln, Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen, langsamer schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter Speichelfluss, Verlust der Mimik[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-SymptomeZittern
- NervensystemRuhelosigkeit (laut Fachinformation Akathisie), sich schläfrig fühlen oder unaufmerksam sein (Sedierung, Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätMüdigkeit
- NervensystemDystonie: langsame oder anhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen, oft im Gesicht mit ungewöhnlichen Bewegungen von Augen, Mund, Zunge oder Kiefer; Dyskinesie: unwillkürliche, wiederholte, krampfartige oder windende Bewegungen oder Zuckungen[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
- NervensystemSchwindel, Zittern (Tremor), Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelZitternKopfschmerzen
- HerzSchneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufHoher Blutdruck[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- AtemwegeHusten, verstopfte Nase[1, 2]Mehr dazu: ReizhustenVerstopfte Nase
- Magen und DarmBauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörung, Zahnschmerzen[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenErbrechenÜbelkeitVerstopfungDurchfallSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- Leber und GalleErhöhte Leberwerte (Transaminasen) im Blut[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Muskeln, Knochen und GelenkeKnochen- oder Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenRückenschmerzenGelenkschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustAufhören der Monatsblutungen (Amenorrhö)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Allgemeine BeschwerdenFieber, Schwäche, Erschöpfung (Müdigkeit)[1, 2]Mehr dazu: FieberSchwäche (Asthenie)Müdigkeit
- Allgemeine BeschwerdenReaktion an der Injektionsstelle einschließlich Juckreiz, Schmerzen oder Schwellung[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenLungenentzündung, Bronchitis, Atemwegsinfektion, Nasennebenhöhlenentzündung, Blasenentzündung, Ohrinfektion, Nagelpilz, Mandelentzündung, Hautinfektion, Eiteransammlung unter der Haut[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitPilzinfektionen
- Blut und LymphsystemVerminderte Anzahl weißer Blutkörperchen, auch einer Art weißer Blutkörperchen, die vor Infektionen schützt; Blutarmut[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemAllergische Reaktion[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Stoffwechsel und ErnährungDiabetes oder Verschlimmerung eines Diabetes, erhöhtes Insulin im Blut[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- Stoffwechsel und ErnährungGesteigerter Appetit; Appetitverlust, der zu Mangelernährung und Gewichtsverlust führt[1, 2]Mehr dazu: AppetitlosigkeitGewichtsabnahme
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Blutfette (Triglyzeride) und erhöhtes Cholesterin[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- PsycheSchlafstörungen, Erregungszustand (Manie), verminderter sexueller Antrieb, Nervosität, Albträume[1, 2]Mehr dazu: SchlafstörungenUnruhe und NervositätWeniger Lust auf SexAlbträume
- NervensystemTardive Dyskinesie: unkontrollierbare zuckende oder ruckartige Bewegungen von Gesicht, Zunge oder anderen Körperteilen[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
- NervensystemOhnmachtsanfall, andauernder Drang zur Bewegung bestimmter Körperteile, Schwindel beim Aufstehen, Aufmerksamkeitsstörung, Sprachstörungen, Verlust oder Veränderung des Geschmackssinns, vermindertes Empfinden der Haut für Schmerz und Berührung, Kribbeln, Stechen oder Taubheit der Haut[1, 2]Mehr dazu: SchwindelKonzentrations- und GedächtnisstörungenGeschmacksstörungenKribbeln und TaubheitsgefühlUnruhe und Nervosität
- AugenVerschwommenes Sehen, Augeninfektion oder Bindehautentzündung, trockenes Auge[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo), Ohrgeräusche, Ohrenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelOhrgeräusche
- HerzStörungen der Reizleitung im Herzen (AV-Block), Verlängerung des QT-Intervalls, schneller Herzschlag nach dem Aufstehen, langsamer Herzschlag, EKG-Veränderungen, Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenVerlangsamter HerzschlagHerzrasen
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck, auch beim Aufstehen, einige Menschen fühlen sich beim plötzlichen Aufstehen oder Aufrichten schwach oder schwindelig oder werden ohnmächtig[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
- AtemwegeKurzatmigkeit, Halsschmerzen, Nasenbluten[1, 2]Mehr dazu: AtemnotBlutungen und blaue Flecken
- Magen und DarmBauchbeschwerden, Magen- oder Darminfektion, Schluckbeschwerden, Mundtrockenheit, übermäßige Blähungen[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenMundtrockenheitBlähungen
- Leber und GalleErhöhte Gamma-GT und erhöhte Leberenzyme im Blut[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautNesselsucht, Juckreiz, Hautausschlag, Haarausfall, Ekzem, trockene Haut, Hautrötung, Akne[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtJuckreizHautausschlagHaarausfallAkne
- Muskeln, Knochen und GelenkeAnstieg des Muskelenzyms CPK im Blut, Muskelkrämpfe, Gelenksteifheit, Muskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: Veränderte LaborwerteMuskelschmerzenMuskelschwäche
- Nieren und HarnwegeUrininkontinenz, häufiges Wasserlassen, Schmerzen beim Wasserlassen[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustErektionsprobleme, Ejakulationsstörung, Ausbleiben einzelner Monatsblutungen oder andere Zyklusprobleme, Brustbildung bei Männern, sexuelle Funktionsstörungen, Brustschmerzen, Milchabsonderung aus den Brüsten[1, 2]Mehr dazu: ErektionsstörungenZyklusstörungenBrustspannen und Brustvergrößerung
- Allgemeine BeschwerdenSchwellung von Gesicht, Mund, Augen oder Lippen; Schwellung von Körper, Armen oder Beinen; erhöhte Körpertemperatur; veränderter Gang; Brustkorbschmerzen oder -beschwerden; Unwohlsein; Verhärtung der Haut[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Verletzungen und VergiftungenSturzneigung[1, 2]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- InfektionenAugeninfektion; durch Milben hervorgerufene Hautentzündung[1, 2]
- Blut und LymphsystemErhöhte Anzahl der Eosinophilen (bestimmte weiße Blutkörperchen), verminderte Anzahl der Blutplättchen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- HormonsystemGestörte Ausschüttung des Hormons, das die Urinmenge steuert (laut Fachinformation inadäquate Sekretion des antidiuretischen Hormons); Zucker im Urin[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungLebensgefährliche Komplikationen eines unkontrollierten Diabetes (laut Fachinformation diabetische Ketoazidose), niedriger Blutzucker, verstärktes Trinken von Wasser[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter BlutzuckerUnterzuckerung
- PsycheKeine Bewegungen oder Reaktionen im wachen Zustand (Katatonie), Verwirrtheit, Schlafwandeln, Emotionslosigkeit, Orgasmusunfähigkeit[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
- NervensystemMalignes neuroleptisches Syndrom (Verwirrtheit, eingeschränktes oder verlorenes Bewusstsein, hohes Fieber, schwere Muskelsteifheit)[1, 2]Mehr dazu: FieberVerwirrtheit
- NervensystemProbleme mit den Blutgefäßen im Gehirn einschließlich Schlaganfall oder "kleinem" Schlaganfall; fehlende Reaktion auf Reize, Bewusstlosigkeit, eingeschränktes Bewusstsein; Krampfanfälle; Gleichgewichtsstörung, gestörte Koordination, Kopfwackeln[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- AugenGrüner Star (Glaukom), Probleme mit den Augenbewegungen, Augenrollen, Lichtempfindlichkeit der Augen, verstärkter Tränenfluss, Augenrötung[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzVorhofflimmern, unregelmäßiger Herzschlag[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel in der Lunge mit Brustschmerzen und Atemnot; Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (Schwellung, Schmerzen, Rötung); Erröten[1, 2]Mehr dazu: BlutgerinnselHitzewallungen
- AtemwegeAtemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe), Lungenstauung, Verengung der Atemwege, knisternde Lungengeräusche, Keuchen[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse, geschwollene Zunge, Stuhlinkontinenz, sehr harter Stuhl, Darmverschluss, aufgesprungene Lippen[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungVerstopfung
- HautSchuppige, juckende (Kopf-)Haut, durch Arzneimittel verursachter Hautausschlag, Verdickung der Haut, Schuppen[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
- Muskeln, Knochen und GelenkeZerfall von Muskelfasern mit Muskelschmerzen (Rhabdomyolyse), Gelenkschwellung[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Nieren und HarnwegeUnfähigkeit, Wasser zu lassen[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustBrustbeschwerden, Vergrößerung der Brustdrüsen, Brustvergrößerung, vaginaler Ausfluss; anhaltende Erektion (Priapismus), die einen chirurgischen Eingriff erforderlich machen kann[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- Allgemeine BeschwerdenSehr niedrige Körpertemperatur, Schüttelfrost, Durstgefühl, Arzneimittel-Entzugserscheinungen; an der Injektionsstelle Eiteransammlung durch eine Infektion, tiefgehende Hautinfektion, Zyste oder Bluterguss[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Blut und LymphsystemGefährlich niedrige Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen, die zur Bekämpfung von Infektionen benötigt werden (Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion mit Fieber, Schwellung von Mund, Gesicht, Lippen oder Zunge, Kurzatmigkeit, Juckreiz, Hautausschlag und manchmal Blutdruckabfall[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenAtemnot
- Stoffwechsel und ErnährungGefährlich übermäßige Aufnahme von Wasser[1, 2]
- PsycheSchlafbezogene Essstörung[1, 2]
- NervensystemKoma durch unkontrollierten Diabetes[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- AugenErschlaffen der Regenbogenhaut (Iris) während einer Operation am grauen Star (intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom)[2]
- Gefäße und KreislaufVerminderte Sauerstoffversorgung in Teilen des Körpers wegen verminderten Blutflusses (Ischämie)[1, 2]
- AtemwegeSchnelle, flache Atmung; Lungenentzündung durch eingeatmete Nahrung; Stimmstörung[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Magen und DarmAufhören der Darmbewegungen mit Darmverschluss (paralytischer Ileus)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- Leber und GalleGelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautSchwerer oder lebensbedrohlicher Hautausschlag mit Blasenbildung und Ablösen der Haut, der in und um Mund, Nase, Augen und Geschlechtsorgane beginnen kann (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse); schwere allergische Reaktion mit Schwellung, die den Rachen betreffen und das Atmen erschweren kann (Angioödem); Verfärbung der Haut[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenPigmentstörungen der HautAtemnot
- Muskeln, Knochen und GelenkeAbnorme Körperhaltung[1, 2]
- SchwangerschaftBei Neugeborenen von Müttern, die Xeplion in der Schwangerschaft angewendet haben: Nebenwirkungen und/oder Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, langsame oder anhaltende Muskelanspannungen, Zittern, Schläfrigkeit, Atembeschwerden oder Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
- Allgemeine BeschwerdenAbsinken der Körpertemperatur; abgestorbene Hautzellen (Nekrose) und Geschwür an der Injektionsstelle[1, 2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Allergische Reaktionen können laut Packungsbeilage in seltenen Fällen auch auftreten, wenn Sie Paliperidon oder Risperidon zum Einnehmen früher vertragen haben [1]. Laut Fachinformation soll Paliperidon bei Anzeichen eines malignen neuroleptischen Syndroms abgesetzt werden; bei Zeichen einer tardiven Dyskinesie ist ein Absetzen aller Antipsychotika zu erwägen [2]. Mehr zu Blutgerinnseln lesen Sie auf der Seite Thromboserisiko.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Gewicht und Blutzucker: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollte Ihr Gewicht regelmäßig überprüfen und auf Zeichen eines erhöhten Blutzuckers achten; bei Diabetes sollte der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden [1]. Laut Fachinformation zählen dazu starker Durst, häufiges Wasserlassen, Heißhunger und Schwäche [2].
Schwindel beim Aufstehen: Bei einigen Menschen sinkt der Blutdruck beim plötzlichen Aufstehen oder Aufrichten; sie fühlen sich schwach oder schwindelig oder werden ohnmächtig [1]. Das ist gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, der Fall [1].
Einstichstelle: Reaktionen an der Einstichstelle mit Juckreiz, Schmerzen oder Schwellung sind häufig [1]. Laut Fachinformation kann bei Schmerzen ein Wechsel zwischen Gesäß- und Oberarmmuskel erwogen werden; empfohlen wird außerdem, zwischen linker und rechter Seite zu wechseln [2].
Überhitzung: Antipsychotika können die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, die Körpertemperatur zu senken; laut Fachinformation ist deshalb Sorgfalt geboten, wenn die Körpertemperatur ansteigen kann, etwa bei starker körperlicher Anstrengung, großer Hitze, gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln mit anticholinerger Wirkung oder Flüssigkeitsmangel [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen [1]. Weil Paliperidon vor allem im Gehirn wirkt, können andere im Gehirn wirkende Mittel (etwa andere Psychopharmaka, Opioide, Antihistaminika und Schlafmittel) Nebenwirkungen wie Müdigkeit verstärken [1]. Paliperidon kann das QT-Intervall im EKG verlängern; bei der Kombination mit anderen Mitteln, die diese Wirkung haben, ist laut Fachinformation Vorsicht geboten [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite QT-Verlängerung und im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Carbamazepin (gegen Epilepsie, zur Stimmungsstabilisierung) | Laut Fachinformation sinkt die Paliperidon-Konzentration im Blut[1, 2] | Eine Dosisänderung von Xeplion kann erforderlich sein; auch beim Absetzen von Carbamazepin neu beurteilen |
| Andere im Gehirn wirkende Arzneimittel: andere Psychopharmaka, Opioide, Antihistaminika, Schlafmittel | Verstärkte Nebenwirkungen wie Müdigkeit[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Blutdrucksenkende Arzneimittel | Der Blutdruck kann stärker sinken[1, 2] | Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel gegen die Parkinson-Krankheit und das Restless-Legs-Syndrom, z. B. Levodopa | Ihre Wirkung kann vermindert werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation dann niedrigste wirksame Dosierung |
| Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern, etwa einige Mittel gegen Herzrhythmusstörungen oder Infektionen und andere Antipsychotika | Paliperidon und diese Mittel können das QT-Intervall im EKG verlängern (QT-Verlängerung)[1, 2] | Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren |
| Arzneimittel, die Krampfanfälle begünstigen, etwa Mittel gegen Depressionen oder Infektionen und andere Antipsychotika | Krampfanfälle können vermehrt auftreten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Psychostimulanzien wie Methylphenidat | Laut Fachinformation können Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) auftreten, wenn eine der Behandlungen geändert wird[1, 2] | Mit Vorsicht kombinieren |
| Risperidon oder Paliperidon zum Einnehmen | Paliperidon ist der wichtigste wirksame Abbaustoff von Risperidon[2] | Laut Fachinformation längerfristige gleichzeitige Anwendung nur mit Vorsicht |
| Alkohol | Laut Fachinformation wegen der Wirkungen von Paliperidon auf das Gehirn nur mit Vorsicht zu kombinieren[1, 2] | Es sollte kein Alkohol getrunken werden |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Paliperidon nicht oder nur mit Vorsicht erhalten sollte
Xeplion darf nicht angewendet werden, wenn Sie allergisch gegen Paliperidon, Risperidon oder einen der sonstigen Bestandteile sind [1, 2]. Einige Nebenwirkungen können die Beschwerden anderer Krankheiten verstärken; sprechen Sie deshalb vorher über die unten genannten Erkrankungen, damit die Ärztin oder der Arzt die Dosierung gegebenenfalls anpassen oder Sie eine Zeit lang beobachten kann [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Ältere Menschen mit Demenz: Xeplion wurde bei ihnen nicht untersucht; unter ähnlichen Arzneimitteln können sie ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle oder ein erhöhtes Sterberisiko haben[1, 2]
- Parkinson-Krankheit oder Demenz mit Lewy-Körperchen: laut Fachinformation möglicherweise erhöhtes Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom und erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Antipsychotika[1, 2]
- Früheres malignes neuroleptisches Syndrom oder frühere abnorme Bewegungen von Zunge oder Gesicht (tardive Dyskinesie)[1, 2]
- Früher niedrige Zahl weißer Blutkörperchen; laut Fachinformation Überwachung in den ersten Behandlungsmonaten[1, 2]
- Diabetes oder Neigung zu Diabetes: Die Ärztin oder der Arzt sollte auf Zeichen eines erhöhten Blutzuckers achten; bei Diabetes sollte der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden[1, 2]
- Gewichtszunahme: Eine erhebliche Gewichtszunahme kann die Gesundheit gefährden; das Gewicht sollte regelmäßig überprüft werden[1, 2]
- Brustkrebs oder ein Tumor der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), auch früher; ungewöhnlich hohe Prolaktinwerte oder ein möglicherweise prolaktinabhängiger Tumor[1, 2]
- Herzerkrankungen, Neigung zu niedrigem Blutdruck, niedriger Blutdruck beim Aufstehen; laut Fachinformation Vorsicht auch bei bekannter QT-Verlängerung in der Familie[1, 2]
- Epilepsie oder andere Erkrankungen, die die Krampfschwelle senken können[1, 2]
- Nierenprobleme: bei leichter Einschränkung eventuell geringere Dosis, bei mittelschwerer oder schwerer Einschränkung sollte Xeplion nicht angewendet werden; Leberprobleme: laut Fachinformation keine Daten bei schwerer Einschränkung[1, 2]
- Schwierigkeiten, die Körpertemperatur zu regulieren oder ein Überhitzen zu kontrollieren, etwa bei starker körperlicher Anstrengung, großer Hitze oder Flüssigkeitsmangel[1, 2]
- Blutgerinnsel bei Ihnen oder in Ihrer Familie: Antipsychotika wurden mit der Bildung von Blutgerinnseln in Zusammenhang gebracht[1, 2]
- Geplante Operation am Auge wegen grauen Stars: Die Pupille erweitert sich möglicherweise nicht ausreichend, und die Iris kann erschlaffen (Floppy-Iris-Syndrom); informieren Sie die Augenärztin oder den Augenarzt[1, 2]
- Paliperidon kann Erbrechen unterdrücken und so Anzeichen einer Vergiftung oder anderer Erkrankungen verdecken[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Xeplion ist nicht geeignet[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 4]. Zur Stillzeit unterscheiden sich die Einschätzungen: Die Packungsbeilage rät vom Stillen ab, Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung mit Paliperidon und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel [1, 4].
Schwangerschaft
Sie sollten Xeplion in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, dies wurde mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt so vereinbart; laut Fachinformation nur, wenn eindeutig erforderlich. Bei Neugeborenen von Müttern, die Paliperidon im letzten Schwangerschaftsdrittel erhielten, können Zittern, Muskelsteifheit oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Trinken auftreten.[1, 2]
Laut Embryotox ist der Erfahrungsumfang gering: Bisher gibt es nur Einzelfallberichte ohne Hinweis auf Fehlbildungen; die Daten reichen für eine differenzierte Risikobewertung nicht aus. Nach einer Depotspritze wird Paliperidon laut Embryotox noch mehrere Monate nach der letzten Injektion freigesetzt. Bei einer medikamentösen Neueinstellung sollten laut Embryotox besser erprobte Antipsychotika vorgezogen werden; genannt werden Quetiapin, gegebenenfalls auch Risperidon und, wenn auf klassische Antipsychotika zurückgegriffen werden muss, Haloperidol. Ist eine Behandlung mit Paliperidon im ersten Schwangerschaftsdrittel dringend nötig, muss laut Embryotox nicht zwingend umgestellt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Packungsbeilage sollten Sie nicht stillen, solange Sie Xeplion anwenden, weil Paliperidon mit der Muttermilch an den Säugling abgegeben werden und ihm schaden kann; laut Fachinformation ist bei stillenden Müttern mit Auswirkungen auf den Säugling zu rechnen.[1, 2]
Laut Embryotox wurden bisher keine Erfahrungen zum Stillen unter Paliperidon veröffentlicht; Messungen in wenigen Fällen bei gestillten Kindern, deren Mütter Risperidon einnahmen, deuten darauf hin, dass nur geringe Mengen aufgenommen werden. Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung mit Paliperidon und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Behandlung sollte kein Alkohol getrunken werden.[1]
Autofahren und Maschinen
Schwindel, extreme Müdigkeit und Sehstörungen können auftreten; bedenken Sie das, wenn volle Aufmerksamkeit erforderlich ist, etwa beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen. Laut Fachinformation sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis Ihre persönliche Empfindlichkeit gegenüber Xeplion bekannt ist.[1, 2]
Einnahme
Xeplion wird von der Ärztin, dem Arzt oder anderem medizinischen Fachpersonal in einen Muskel gespritzt, die ersten beiden Injektionen in den Oberarm, danach einmal im Monat in den Oberarm oder den Gesäßmuskel. Es ist wichtig, keine planmäßige Dosis zu verpassen; können Sie einen Termin nicht wahrnehmen, rufen Sie sofort in der Praxis an, um schnellstmöglich einen neuen Termin zu erhalten.[1, 2]
Absetzen
Wenn Sie keine Injektionen mehr erhalten, endet die Wirkung, und die Beschwerden können zurückkehren. Beenden Sie die Behandlung deshalb nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert. Laut Fachinformation ist beim Absetzen die verzögerte Freisetzung aus dem Depot zu berücksichtigen.[1, 2]
Überdosierung
Weil Xeplion unter medizinischer Aufsicht gegeben wird, ist eine zu hohe Dosis unwahrscheinlich. Nach zu viel Paliperidon können Benommenheit oder Sedierung (Beruhigung), schneller Herzschlag, niedriger Blutdruck, ein auffälliges EKG oder langsame oder ungewöhnliche Bewegungen von Gesicht, Körper, Armen oder Beinen auftreten.[1]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die Dosen der beiden ersten Injektionen und den Bereich der monatlichen Erhaltungsdosis; die Fachinformation ergänzt die empfohlene Erhaltungsdosis und die Dosen bei leicht eingeschränkter Nierenfunktion [1, 2]. Die Injektionen gibt medizinisches Fachpersonal; welche Dosis Sie erhalten, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Anwendung und Absetzen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt teilt Ihnen mit, wann Sie die nächste Injektion benötigen. Verpassen Sie keine planmäßige Dosis; können Sie einen Termin nicht wahrnehmen, rufen Sie sofort in der Praxis an, damit Sie schnellstmöglich einen neuen Termin erhalten [1]. Laut Fachinformation kann eine monatliche Injektion bis zu 7 Tage vor oder nach dem geplanten Termin gegeben werden; für länger ausgelassene Dosen beschreibt sie eigene Schemata für den Neubeginn [2].
Wenn Sie keine Injektionen mehr erhalten, endet die Wirkung, und die Beschwerden können zurückkehren; beenden Sie die Behandlung deshalb nur nach ärztlicher Aufforderung [1]. Beim Absetzen ist laut Fachinformation die verzögerte Freisetzung aus dem Depot zu berücksichtigen [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen; Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Paliperidon
Paliperidon gibt es als monatliche Depotspritze von mehreren Herstellern sowie als Retardtabletten. Grundlage dieser Seite ist die Produktinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur für Xeplion [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Invega | Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber) | Retardtabletten; eigene Produktinformation; verschreibungspflichtig |
| Paliperidon AbZ | AbZ-Pharma GmbH | Depot-Injektionssuspension; verschreibungspflichtig |
| Paliperidon AL | ALIUD PHARMA GmbH (Mitvertrieb STADAPHARM GmbH) | Depot-Injektionssuspension; verschreibungspflichtig |
| Paliperidon-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Depot-Injektionssuspension; verschreibungspflichtig |
| Xeplion | Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber) | Depot-Injektionssuspension mit 25, 50, 75, 100 oder 150 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xeplion (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Xeplion 25/50/75/100/150 mg Depot-Injektionssuspension. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2024. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xeplion (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2024. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Invega (EPAR), Anhang I: Fachinformation Invega Retardtabletten, Abschnitt 4.1. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Paliperidon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie oft bekommt man die Xeplion-Spritze?
Zu Beginn erhalten Sie zwei Injektionen in den Oberarm im Abstand von etwa einer Woche, danach einmal im Monat eine Injektion in den Oberarm oder den Gesäßmuskel. Verpassen Sie keinen Termin; können Sie einen Termin nicht wahrnehmen, rufen Sie sofort in der Praxis an.
Macht Paliperidon dick?
Gewichtszunahme gehört zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten; auch ein erhöhter Blutzucker ist häufig. Laut Packungsbeilage kann eine erhebliche Gewichtszunahme die Gesundheit gefährden; die Ärztin oder der Arzt sollte Ihr Gewicht regelmäßig überprüfen. Sprechen Sie Veränderungen bei Ihrem Termin an.
Was bedeutet ein erhöhter Prolaktinwert unter Xeplion?
Xeplion kann den Wert des Hormons Prolaktin im Blut erhöhen; das ist häufig und muss keine Beschwerden machen. Wenn Beschwerden auftreten, können das bei Männern ein Anschwellen der Brustdrüsen und Erektionsprobleme sein, bei Frauen Brustbeschwerden, Milchabsonderung oder ausbleibende Monatsblutungen. Sprechen Sie solche Veränderungen bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.
Darf ich mit Paliperidon Auto fahren?
Schwindel, extreme Müdigkeit und Sehstörungen können auftreten; das sollten Sie bedenken, wenn volle Aufmerksamkeit erforderlich ist. Laut Fachinformation sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis Ihre persönliche Empfindlichkeit gegenüber Xeplion bekannt ist. Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich mit Xeplion Alkohol trinken?
Laut Packungsbeilage sollte während der Behandlung kein Alkohol getrunken werden. Die Fachinformation nennt wegen der Wirkungen von Paliperidon auf das Gehirn Vorsicht bei der Kombination mit Alkohol.
Was passiert, wenn ich Xeplion absetze?
Wenn Sie keine Injektionen mehr erhalten, endet die Wirkung, und die Beschwerden können zurückkehren. Beenden Sie die Behandlung deshalb nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert. Laut Fachinformation ist beim Absetzen die verzögerte Freisetzung aus dem Depot zu berücksichtigen; nach einer Injektion dauert die Freisetzung mindestens 4 Monate.
Darf ich Paliperidon in der Schwangerschaft bekommen?
Laut Packungsbeilage sollten Sie Xeplion in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, das wurde mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt so vereinbart; bei Neugeborenen können nach Anwendung im letzten Schwangerschaftsdrittel unter anderem Zittern, Muskelsteifheit und Atembeschwerden auftreten. Laut Embryotox sollten bei einer Neueinstellung besser erprobte Antipsychotika vorgezogen werden, etwa Quetiapin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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