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Reizhusten durch Medikamente

Ein trockener Husten ohne Auswurf kann eine Nebenwirkung von Medikamenten sein, zum Beispiel von ACE-Hemmern wie Ramipril, Enalapril oder Lisinopril. Das IQWiG nennt ihn die häufigste Nebenwirkung dieser Blutdrucksenker. Auch die Produktinformationen anderer Mittel nennen Husten, etwa die von Amiodaron und Methotrexat als mögliches Zeichen einer Entzündung der Lunge oder die von Mitteln zum Inhalieren. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, sondern lassen Sie den Husten ärztlich abklären.

Frau mit grauem Haar hält beim Husten die Hände vor Mund und Nase, vor ihr eine Tasse Tee in einem hellen Wohnzimmer
Bild: KI-generiert

Ein trockener Husten ohne Auswurf kann eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Wird kein Schleim ausgehustet, spricht man von unproduktivem, trockenem oder Reizhusten [14]. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zählt bestimmte Medikamente wie ACE-Hemmer zu den möglichen Ursachen von Husten [14]. ACE-Hemmer sind Blutdrucksenker, deren Wirkstoffnamen auf "-pril" enden, zum Beispiel Ramipril oder Lisinopril; ihre häufigste Nebenwirkung ist nach Angaben des IQWiG ein trockener Reizhusten [16]. Auch die Produktinformationen anderer Medikamente nennen Husten, etwa als mögliches Zeichen einer Entzündung der Lunge oder als Reizung beim Inhalieren [8, 10, 12].

Welche Medikamente Reizhusten auslösen können

ACE-Hemmer: Die Fachinformationen von Ramipril, Enalapril und Lisinopril beschreiben den Husten für die ganze Wirkstoffgruppe: Unter der Behandlung mit ACE-Hemmern wurde über Husten berichtet [1, 3, 5]. Die Fachinformation von Ramipril nennt anhaltenden trockenen Husten in der Zusammenfassung des Sicherheitsprofils [1]. Nach Angaben des IQWiG betrifft er etwa 5 von 100 Personen, die einen ACE-Hemmer einnehmen [16]. Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Hypertonie nennt für ACE-Hemmer und Sartane gemeinsam Reizhusten unter den "häufigen unerwünschten Wirkungen", insbesondere bei ACE-Hemmern [17]. Mehr zur Gruppe lesen Sie unter ACE-Hemmer.

Sartane: Sartane (Angiotensin-II-Rezeptorblocker) wie Candesartan heben laut IQWiG die Wirkung des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin auf; ACE-Hemmer blockieren dagegen ein Enzym, das an der Bildung dieses Hormons beteiligt ist [16]. Auch bei Sartanen führt das IQWiG trockenen Reizhusten als mögliche Nebenwirkung auf; nach seinen Angaben lösen Sartane aber seltener Hustenreiz aus als ACE-Hemmer [16]. Candesartan hemmt laut Fachinformation das Enzym ACE nicht und verstärkt weder den Botenstoff Bradykinin noch Substanz P [7]. Wie die Produktinformationen der einzelnen Sartane Husten einstufen, zeigt die Tabelle unten. Mehr zur Gruppe lesen Sie unter Sartane.

Mittel, die die Lunge schädigen können: Unter dem Herzrhythmusmittel Amiodaron besteht laut Fachinformation das Risiko, schwere entzündliche Lungenerkrankungen zu entwickeln; ein Husten ohne Auswurf und Atemnot sind laut Fach- und Gebrauchsinformation häufig erste Anzeichen dieser Lungenveränderungen [8, 9]. Bei Methotrexat nennt die Fachinformation unter anderem trockenen Reizhusten, Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl, Brustschmerzen und Atemnot als Anzeichen, die auf eine möglicherweise gefährliche Schädigung der Lunge mit möglichem tödlichem Ausgang hinweisen können [10].

Mittel zum Inhalieren: Die Fachinformation von Ipratropium nennt Husten und eine örtliche Reizung des Rachens unter den Nebenwirkungen [12]. Die Packungsbeilage von Beclometason, einem Glukokortikoid zur Inhalation, nennt Heiserkeit, Reizung des Rachens und verstärkten Husten [13]. Mehr unter Asthma- und COPD-Medikamente.

Die Tabelle zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief auf dieser Website, deren Produktinformation Husten als Nebenwirkung nennt:

Reizhusten als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
EnalaprilSehr häufigHusten
MethotrexatSehr häufigHusten
NivolumabSehr häufigKurzatmigkeit (Dyspnoe), Husten
PembrolizumabSehr häufigKurzatmigkeit, Husten
RituximabSehr häufigBei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL laut Fachinformation: Schmerzen in der Brust, vermehrter Husten · Bei rheumatoider Arthritis: Entzündung, Reizung oder Engegefühl in Lunge und Rachen, Husten · Bei GPA oder MPA: Husten…
TrastuzumabSehr häufigHusten
AdalimumabHäufigHusten, Asthma, Kurzatmigkeit
BeclometasonHäufigHeiserkeit, Reizung des Rachens, verstärkter Husten
BrivaracetamHäufigInfektionen von Nase und Rachen (zum Beispiel Erkältungen; laut Fachinformation Infektionen der oberen Atemwege) und Husten
BudesonidHäufigRachenreizung, Husten
Budesonid/FormoterolHäufigLeichte Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit; laut Fachinformation leichte Reizungen im Rachen und Stimmstörung (Dysphonie)
CelecoxibHäufigKurzatmigkeit (Häufigkeit aus Langzeitstudien zur Verhütung von Darmpolypen), verstopfte oder laufende Nase, Husten
DoxazosinHäufigBronchitis, Husten, Kurzatmigkeit (Dyspnoe), laufende oder verstopfte Nase (Rhinitis)
EplerenonHäufigHusten
GabapentinHäufigAtembeschwerden, Bronchitis, Halsentzündung, Husten, trockene Nase
IpratropiumHäufigHusten, Reizung des Rachens
LevetiracetamHäufigHusten
LevocabastinHäufigNasenspray: Schmerzen im Rachen-Kehlkopf-Bereich, Nasenbluten, Husten
LisinoprilHäufigReizhusten
MycophenolsäureHäufigHusten
OlmesartanHäufigHalsentzündung, Schnupfen, Bronchitis und Husten
PaliperidonHäufigHusten, verstopfte Nase
RamiprilHäufigTrockener Reizhusten
RisperidonHäufigHalsschmerzen, Husten, Nasenbluten, verstopfte Nase
Sacubitril/ValsartanHäufigHusten
SulfasalazinHäufigHusten
TacrolimusHäufigKurzatmigkeit, Veränderungen des Lungengewebes, Flüssigkeitsansammlung um die Lunge, Rachenentzündung, Husten, grippeartige Beschwerden
TopiramatHäufigKurzatmigkeit, Husten und Nasenbluten
UpadacitinibHäufigHusten
VedolizumabHäufigHusten
AmlodipinGelegentlichHusten
Beclometason/FormoterolGelegentlichRachenreizung, Husten und Husten mit Auswurf
BrinzolamidGelegentlichHusten
EtoricoxibGelegentlichHusten, Atemnot, Nasenbluten
EzetimibGelegentlichHusten
FebuxostatGelegentlichHusten, Infektionen der oberen Atemwege (Entzündungen von Nasengängen und/oder Hals), Bronchitis, Infektionen der unteren Atemwege, laufende Nase
IrbesartanGelegentlichHusten
LetrozolGelegentlichHusten
LosartanGelegentlichHusten
OmalizumabGelegentlichHalsentzündung, Husten, akute Atemprobleme (laut Fachinformation allergischer Bronchospasmus)
OxycodonGelegentlichVeränderung der Stimme, Husten, Rachenentzündung und laufende Nase
PregabalinGelegentlichTrockene, verstopfte oder laufende Nase, Nasenbluten, Husten, Schnarchen
RanolazinGelegentlichAtembeschwerden (Dyspnoe), Husten, Nasenbluten (Epistaxis)
TelmisartanGelegentlichKurzatmigkeit, Husten
TiotropiumGelegentlichHusten
ValsartanGelegentlichHusten
CitalopramSeltenHusten
DuloxetinSeltenHusten, pfeifende Atmung (Giemen) und Kurzatmigkeit, möglicherweise mit erhöhter Temperatur
FormoterolSeltenHalsschmerzen; laut Fachinformation Reizung des Rachens mit Husten und Heiserkeit
TimololSeltenChronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Verkrampfung der Bronchien (Bronchospasmen), Husten, Keuchen und verstopfte Nase
CandesartanSehr seltenHusten
RosuvastatinNicht bekanntHusten, Kurzatmigkeit (Dyspnoe) · Atemprobleme einschließlich anhaltendem Husten und/oder Kurzatmigkeit oder Fieber
SalbutamolNicht bekanntHusten

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (53 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Reizhusten als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (14 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Reizhusten als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
AmiodaronLungenschäden durch Amiodaron: Lungenentzündungen (Hypersensitivitäts-Pneumonitis, alveoläre oder interstitielle Pneumonie), Vermehrung von Bindegewebe (Fibrose), Rippenfellentzündung (Pleuritis), Entzündung der kleinen Atemwege (Bronchiolitis obliterans mit…Häufig
AzathioprinLungenentzündung (Pneumonitis), die Atembeschwerden, Husten oder Fieber verursachen kann und nach dem Absetzen heilbar istSehr selten
CineolÜberempfindlichkeitsreaktionen, zum Beispiel Schwellung des Gesichts (Gesichtsödem), Juckreiz, Atemnot oder HustenSelten
ClopidogrelAtembeschwerden, mitunter mit Husten (laut Fachinformation Verkrampfung der Bronchien, interstitielle oder eosinophile Lungenentzündung)Sehr selten
EvolocumabGrippe (Influenza) mit hoher Körpertemperatur, Halsschmerzen, laufender Nase, Husten und SchüttelfrostHäufig
FluvastatinAtemprobleme einschließlich anhaltendem Husten und/oder Kurzatmigkeit oder Fieber (laut Fachinformation interstitielle Lungenerkrankung)Nicht bekannt
MesalazinAllergische und/oder entzündliche Reaktionen der Lunge mit Atemnot, Husten, pfeifender Atmung oder Verschattung der Lunge im Röntgenbild; laut Fachinformation allergische und fibrotische Lungenreaktionen einschließlich Bronchospasmus, Alveolitis, pulmonaler…Sehr selten
MethotrexatEntzündung des Lungengewebes (interstitielle Pneumonitis oder Alveolitis) mit möglichen Zeichen wie allgemeinem Krankheitsgefühl, trockenem Reizhusten, Kurzatmigkeit auch in Ruhe, Brustschmerzen oder FieberHäufig
MethotrexatChronische Erkrankung des Lungengerüsts, asthmaähnliche Reaktionen mit Husten und erschwerter Atmung, auffälliger LungenfunktionstestSehr selten
MycophenolsäureHusten, Schwierigkeiten beim Atmen und schmerzhaftes Atmen als mögliche Zeichen einer interstitiellen LungenerkrankungGelegentlich
NitrofurantoinLungenreaktionen (allergisches Lungenödem, interstitielle Pneumonie, Rippenfellentzündung [Pleuritis]), die sich durch Kurzatmigkeit bzw. Atemnot, Husten und Brustkorbschmerz äußern könnenHäufig
NivolumabLungenentzündung (Pneumonitis) mit Husten und Atembeschwerden; Flüssigkeit in der Umgebung der Lunge (Pleuraerguss)Häufig
UstekinumabAllergische Lungenreaktionen (allergische Alveolitis, eosinophile Pneumonie) mit Husten, Atemnot und FieberSelten
ValproinsäureFlüssigkeitsansammlung um die Lunge (Pleuraerguss) mit Atembeschwerden, Schmerzen oder Druck in der Brust, besonders beim Einatmen, Kurzatmigkeit und trockenem HustenGelegentlich
VenlafaxinHusten, Keuchen und Kurzatmigkeit, auch mit hoher Temperatur (interstitielle Pneumonie, pulmonale Eosinophilie)Selten

Nicht jede Zeile nennt ausdrücklich trockenen Husten. Was die Häufigkeitsangaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Woran Sie Reizhusten durch ein Medikament erkennen

Den Husten durch ACE-Hemmer beschreiben die Fachinformationen von Ramipril, Enalapril und Lisinopril übereinstimmend: Typischerweise bringt er keinen Auswurf, hält an und klingt nach dem Ende der Behandlung ab [1, 3, 5]. Sie weisen Ärztinnen und Ärzte darauf hin, bei der Suche nach der Ursache eines Hustens auch an einen ACE-Hemmer als Auslöser zu denken [1, 3, 5].

Die Packungsbeilage von Lisinopril bittet Sie, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu informieren, wenn es nach Beginn der Behandlung zu einem trockenen Husten kommt, der über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt [6]. Das IQWiG rät bei Blutdrucksenkern zugleich, nicht voreilig zu schließen, dass man ein Medikament nicht verträgt: Nur weil zwei Ereignisse ungefähr gleichzeitig eintreten, hängen sie nicht unbedingt zusammen [16].

Fachleute teilen Husten nach seiner Dauer ein: akut bis zu 3 Wochen, subakut zwischen 3 und 8 Wochen und chronisch bei mehr als 8 Wochen [14]. Bei der Abklärung fragt die Ärztin oder der Arzt nach Beschwerden, Vorerkrankungen, eingenommenen Medikamenten und danach, ob Sie rauchen; bei einem chronischen Husten sind weitere ärztliche Untersuchungen sinnvoll [14]. Laut IQWiG wird bei der Suche nach der Ursache eines chronischen Hustens ein ACE-Hemmer für einige Zeit weggelassen, um zu beobachten, ob die Beschwerden abnehmen [15]. Ob und wie das geschieht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Warum Medikamente Reizhusten auslösen können

Glastasse mit Tee und einer Zitronenscheibe, daneben ein kleines Glas Honig, auf einer Holzfläche am Fenster
Bild: KI-generiert

Bei einigen Mitteln ist Husten Ausdruck einer Schädigung der Lunge [8, 10]. Laut Fachinformation von Amiodaron können infolge seiner lungenschädigenden Wirkung Lungenentzündungen als Überempfindlichkeitsreaktion oder als alveoläre oder interstitielle Pneumonie, eine Vermehrung von Bindegewebe (Fibrose), eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) oder eine Entzündung der kleinsten Atemwege mit Lungenentzündung (Bronchiolitis obliterans mit Pneumonie) auftreten; Einzelfälle mit tödlichem Verlauf wurden berichtet [8]. Daher sollten laut Fach- und Gebrauchsinformation vor Beginn der Behandlung eine Röntgenaufnahme der Lunge und ein Lungenfunktionstest gemacht werden; im weiteren Verlauf sollten diese Untersuchungen etwa alle 3 bis 6 Monate wiederholt werden, ebenso beim Auftreten von Atembeschwerden [8, 9].

Die Fachinformation von Methotrexat beschreibt Entzündungen der Lungenbläschen oder des Lungengewebes (Alveolitis, Pneumonitis) und einen Erguss am Rippenfell (Pleuraerguss). Durch Methotrexat ausgelöste Lungenerkrankungen können laut Fachinformation zu jedem Zeitpunkt der Behandlung akut auftreten und bildeten sich nicht immer vollständig zurück [10].

Für das Inhalationsmittel Ipratropium nennt die Fachinformation eine örtliche Reizung des Rachens und eine durch das Inhalieren ausgelöste Verkrampfung der Bronchien (Bronchospasmus) [12]. Wie bei anderen Medikamenten zur Inhalation kann Ipratropium laut Fachinformation eine sogenannte paradoxe Verkrampfung der Bronchien hervorrufen, die lebensbedrohlich sein kann [12].

Was Sie tun können

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Auch die Packungsbeilagen von Enalapril und Lisinopril raten davon ab, die Behandlung ohne Rücksprache zu beenden; laut Packungsbeilage von Enalapril kann bei Bluthochdruck sonst der Blutdruck erneut ansteigen, und bei Herzschwäche können die Beschwerden wieder auftreten [4, 6]. Die Packungsbeilage von Ramipril bittet Sie, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu informieren, wenn eine der dort aufgeführten Nebenwirkungen, zu denen trockener Reizhusten gehört, Sie erheblich beeinträchtigt oder mehr als ein paar Tage anhält [2].

Gemeinsam ein passendes Mittel finden: Wer ein Blutdruckmittel wirklich nicht verträgt, kann es laut IQWiG mit einem anderen Wirkstoff versuchen; manchmal muss man etwas ausprobieren, um gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt das passende Mittel zu finden [16]. Welcher Wirkstoff geeignet ist, hängt nach dem IQWiG unter anderem von möglichen Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen benötigten Medikamenten und weiteren Erkrankungen ab [16]. Wer sein Medikament wegen störender Nebenwirkungen schon selbst abgesetzt oder nicht immer genommen hat, sollte das laut IQWiG offen mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen [16]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Einen Überblick über Blutdrucksenker gibt die Seite Bluthochdruck.

Bei Amiodaron, Methotrexat und Mitteln zum Inhalieren: Bemerken Sie unter Amiodaron Nebenwirkungen wie Husten oder Atemnot, benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, damit sie oder er über den Schweregrad und weitere Maßnahmen entscheiden kann [9]. Die Packungsbeilage von Methotrexat nennt Lungenbeschwerden wie trockenen Reizhusten, Kurzatmigkeit auch in Ruhe, Brustschmerzen oder Fieber als Grund, umgehend die Ärztin oder den Arzt zu informieren [11]. Verschlimmert sich die Atemnot nach dem Inhalieren plötzlich, sollte laut Packungsbeilage von Beclometason die Behandlung sofort abgesetzt und der Behandlungsplan von der Ärztin oder dem Arzt überprüft werden [13]. Abgesehen davon sollten Sie die Behandlung laut derselben Packungsbeilage, besonders mit hohen Dosen, nicht abrupt absetzen [13]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Den Hustenreiz lindern: Als allgemeine Maßnahmen nennt das IQWiG, die Atemwege feucht zu halten und Auslöser wie trockene Luft oder Rauch zu meiden [14]. Bevor Sie ein Hustenmittel einnehmen, auch ein rezeptfreies, fragen Sie in der Arztpraxis oder Apotheke nach.

Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die dort nicht angegeben sind; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [2]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Ein chronischer Husten kann laut IQWiG Zeichen einer ernsteren Erkrankung sein [14]. Treten zusätzlich zum Husten anhaltend hohes Fieber, Luftnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder blutiger Auswurf auf, ist ein Arztbesuch notwendig [14]. Als typische Warnzeichen für einen Notfall nennt das IQWiG pfeifende oder zischende Atemgeräusche, Luftnot oder zu schnelle Atmung, eine bläuliche Verfärbung der Haut, einen zu schnellen Herzschlag, Schmerzen im Brustbereich, das Aushusten von Blut oder blutigem Schleim und schaumigen Auswurf [14]. Hält ein Husten länger als 8 Wochen an, ist ein Arztbesuch sinnvoll [15].

Die Packungsbeilage von Ramipril nennt Kurzatmigkeit oder Husten, die Anzeichen einer Lungenerkrankung sein können, unter den Beschwerden, bei denen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren sollen [2]. Bei blutigem Auswurf oder Husten unter Methotrexat sollen Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren [11]. Schwere Atemnot und starke Brustschmerzen sind Fälle für den Notruf 112; sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [18].

Zu den schweren Nebenwirkungen von Ramipril zählt die Fachinformation Angioödeme [1]. Bei einem Angioödem schwellen Gesicht, Lippen und Zunge an [16]. Laut Fachinformation von Enalapril kann es zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten [3]. Laut Fachinformation von Ramipril kann die Verlegung der Atemwege durch ein Angioödem in Ausnahmefällen tödlich sein [1]. Die Packungsbeilage von Ramipril nennt Schwellungen des Gesichts, der Lippen oder des Rachens, die das Schlucken oder Atmen erschweren, als Grund, die Einnahme umgehend abzubrechen und sich unverzüglich an eine Ärztin oder einen Arzt zu wenden [2]. Mehr: Arzneimittelallergie.

Andere Ursachen

Nicht jeder Husten unter einem Medikament kommt vom Medikament. Zu den häufigsten Gründen für Husten zählen akute Infektionen der Atemwege wie Erkältung, akute Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung, Grippe, Covid-19 oder Lungenentzündung [14]. Husten durch akute Atemwegsinfekte kann mehrere Wochen anhalten und verschwindet normalerweise von allein wieder [14].

Weitere mögliche Ursachen sind chronische Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD, Sodbrennen und Refluxkrankheit, eine Herzschwäche, eine Lungenembolie, ein Bronchial- oder Lungentumor, ein eingeatmeter Fremdkörper, kalte Luft, giftige Gase oder Rauch, Allergien und psychische Faktoren wie Stress [14]. Rauchen und andere Reizungen der Lunge wie Staub gelten als Risikofaktor für Husten [14]. Ramipril, Enalapril und Lisinopril sind auch zur Behandlung einer Herzschwäche zugelassen [1, 3, 5].

Wird bei einem chronischen Husten auch nach ausführlicher Untersuchung keine Ursache gefunden, sprechen Fachleute von einem ungeklärten chronischen Husten [15]. Mehr zu Husten allgemein lesen Sie auf der Seite Husten.

Quellen

  1. Fachinformation Fachinformation Ramipril-ratiopharm® Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 12.10.2026
  2. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ramipril-ratiopharm® 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  3. Fachinformation Fachinformation Enalapril-ratiopharm® 2,5 mg/5 mg/10 mg/20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 12.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Enalapril-ratiopharm® 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 12.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Lisinopril-TEVA® 5 mg/10 mg/20 mg Tabletten. TEVA GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 12.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lisinopril-TEVA® 10 mg Tabletten. TEVA GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 12.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Candesartan-ratiopharm® Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Amiodaron-ratiopharm® 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amiodaron-ratiopharm® 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Ipratropium Teva® 250 Mikrogramm/1 ml und 500 Mikrogramm/2 ml Lösung für einen Vernebler. TEVA GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Beclometason-ratiopharm® 0,10 mg Dosieraerosol. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  14. Husten. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.02.2026. abgerufen am 12.10.2026
  15. Ungeklärter chronischer Husten. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.02.2026. abgerufen am 12.10.2026
  16. Mit welchen Medikamenten wird Bluthochdruck behandelt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.05.2024. abgerufen am 12.10.2026
  17. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, Langfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-009). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 1.0, 2023 (gültig bis 29.06.2028). abgerufen am 12.10.2026
  18. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können Reizhusten auslösen?

Husten ist bei ACE-Hemmern wie Ramipril, Enalapril oder Lisinopril bekannt: Ihre Fachinformationen beschreiben ihn für die ganze Wirkstoffgruppe. Auch die Produktinformationen anderer Mittel nennen Husten, etwa die von Amiodaron und Methotrexat als mögliches Zeichen einer Entzündung der Lunge oder die von Mitteln zum Inhalieren wie Ipratropium. Welche Wirkstoffe mit Steckbrief auf dieser Website Husten nennen, zeigt die Tabelle im Abschnitt "Welche Medikamente Reizhusten auslösen können".

Woran erkenne ich Husten durch einen ACE-Hemmer?

Laut den Fachinformationen von Ramipril, Enalapril und Lisinopril ist der Husten typischerweise trocken, also ohne Auswurf, hält an und klingt nach dem Ende der Behandlung ab. Ob ein Husten tatsächlich vom Medikament kommt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; auch Infekte, Asthma, Reflux oder eine Herzschwäche können Husten verursachen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Soll ich das Medikament absetzen, wenn ich Reizhusten bekomme?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Auch die Packungsbeilagen von Enalapril und Lisinopril raten davon ab, die Behandlung ohne Rücksprache zu beenden; laut Packungsbeilage von Enalapril kann sonst bei Bluthochdruck der Blutdruck erneut ansteigen. Die Packungsbeilage von Lisinopril bittet Sie, die Ärztin oder den Arzt zu informieren, wenn ein trockener Husten über längere Zeit bestehen bleibt.

Wie häufig ist Reizhusten unter ACE-Hemmern?

Das IQWiG nennt den trockenen Reizhusten die häufigste Nebenwirkung von ACE-Hemmern; nach seinen Angaben sind etwa 5 von 100 Personen betroffen. Wie die Produktinformationen der einzelnen Wirkstoffe den Husten einstufen, zeigt die Tabelle auf dieser Seite.

Können Sartane auch Husten auslösen?

Ja. Das IQWiG nennt trockenen Reizhusten auch bei Sartanen als mögliche Nebenwirkung; nach seinen Angaben lösen Sartane aber seltener Hustenreiz aus als ACE-Hemmer. Die NVL Hypertonie führt Reizhusten als häufige unerwünschte Wirkung beider Gruppen auf, insbesondere der ACE-Hemmer. Wie die Produktinformationen einzelner Sartane den Husten einstufen, zeigt die Tabelle auf dieser Seite. Ob ein anderer Wirkstoff infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Was bedeutet Husten unter Amiodaron oder Methotrexat?

Laut Fach- und Gebrauchsinformation von Amiodaron sind ein Husten ohne Auswurf und Atemnot häufig erste Anzeichen einer entzündlichen Lungenveränderung. Die Packungsbeilage von Methotrexat nennt trockenen Reizhusten, Kurzatmigkeit auch in Ruhe, Brustschmerzen oder Fieber als mögliche Anzeichen einer Lungenentzündung und als Grund, umgehend die Ärztin oder den Arzt zu informieren. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Kann ein Spray zum Inhalieren Husten auslösen?

Ja. Die Fachinformation von Ipratropium nennt Husten und eine örtliche Reizung des Rachens, die Packungsbeilage von Beclometason Heiserkeit, Reizung des Rachens und verstärkten Husten. Verschlimmert sich die Atemnot nach dem Inhalieren plötzlich, sollte laut Packungsbeilage von Beclometason die Behandlung sofort abgesetzt und der Behandlungsplan von der Ärztin oder dem Arzt überprüft werden. Abgesehen davon sollten Sie die Behandlung laut derselben Packungsbeilage, besonders mit hohen Dosen, nicht abrupt absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wann ist Husten ein Notfall?

Typische Warnzeichen für einen Notfall sind laut IQWiG unter anderem Luftnot oder zu schnelle Atmung, pfeifende Atemgeräusche, eine bläuliche Verfärbung der Haut, Schmerzen im Brustbereich und das Aushusten von Blut. Schwere Atemnot ist ein Fall für den Notruf 112. Schwellen unter einem ACE-Hemmer Gesicht, Lippen oder Rachen an und fällt das Schlucken oder Atmen schwer, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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