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Duloxetin: Nebenwirkungen und Wirkung

Duloxetin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI). Es ist bei Erwachsenen zugelassen gegen depressive Erkrankungen, die generalisierte Angststörung und Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie. Sehr häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Schläfrigkeit. Bei Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Frau Mitte fünfzig mit kurzem grauem Haar sitzt mit einer Tasse Tee am Fenster und schaut ruhig in einen herbstlichen Garten
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Schläfrigkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Übelkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Mundtrockenheit[1, 2]
  • Häufig: Appetitverlust (verminderter Appetit)[1, 2]
  • Häufig: Schlafstörungen[1]
  • Häufig: Sich aufgeregt fühlen (Agitiertheit)[1, 2]
  • Häufig: Vermindertes sexuelles Verlangen (Libidoverminderung)[1, 2]
  • Häufig: Angst[1, 2]
  • Häufig: Schwierigkeiten oder Unvermögen, einen Orgasmus zu bekommen[1, 2]
  • Häufig: Ungewöhnliche Träume[1, 2]
  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Sich antriebslos fühlen (Lethargie)[1, 2]
  • Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
  • Häufig: Taubheitsgefühl, auch Taubheitsgefühl oder Kribbeln der Haut (Parästhesien)[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen[1, 2]
  • Häufig: Ohrgeräusche ohne tatsächlich vorhandenes Geräusch (Tinnitus); auch nach dem Absetzen berichtet[1, 2]
  • Häufig: Herzklopfen[1, 2]
  • Häufig: Erhöhter Blutdruck (Blutdruckanstieg)[1, 2]
  • Häufig: Erröten[1, 2]
  • Häufig: Vermehrtes Gähnen[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung oder Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Bauchschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Erbrechen[1, 2]
  • Häufig: Sodbrennen oder Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen[1, 2]
  • Häufig: Vermehrtes Schwitzen[1, 2]
  • Häufig: Ausschlag, auch juckend[1, 2]
  • Häufig: Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe[1, 2]
  • Häufig: Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)[1, 2]
  • Häufig: Häufiger Harndrang (Pollakisurie)[1, 2]
  • Häufig: Erektionsstörungen[1, 2]
  • Häufig: Störungen beim Samenerguss, auch verzögerter Samenerguss[1, 2]
  • Häufig: Stürze, vor allem bei älteren Menschen[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit[1, 2]
  • Häufig: Gewichtsabnahme[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Duloxetin eingesetzt?

Duloxetin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Antidepressiva [2]. Laut Packungsbeilage wird er bei Erwachsenen zur Behandlung von drei Erkrankungen angewendet: von depressiven Erkrankungen, von einer generalisierten Angststörung (einem dauerhaften Gefühl von Angst oder Nervosität) und von Schmerzen bei diabetischer Neuropathie [1]. Die Fachinformation spricht genauer von Major Depression und von Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie, einer Schädigung der Nerven durch Diabetes [2].

Derselbe Wirkstoff steckt auch in Arzneimitteln gegen Belastungsharninkontinenz; mehrere Arzneimittel mit Duloxetin sollen nicht gleichzeitig eingenommen werden [1, 2]. Mehr zu den Nervenschmerzen lesen Sie auf der Seite Nervenschmerzen.

Wie wirkt Duloxetin?

Duloxetin erhöht die Spiegel der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Nervensystem [1]. Fachlich gehört es zu den Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern, kurz SNRI: Es hemmt die Wiederaufnahme beider Botenstoffe in die Nervenzellen. Die Wiederaufnahme von Dopamin hemmt es nur gering [2]. Die schmerzlindernde Wirkung bei Nervenschmerzen erklärt man sich damit, dass Duloxetin absteigende, schmerzhemmende Nervenbahnen im zentralen Nervensystem verstärkt [2].

Die Wirkung setzt nicht sofort ein. Bei den meisten Menschen mit Depression oder generalisierter Angststörung beginnt Duloxetin innerhalb von 2 Wochen zu wirken; bis Sie sich besser fühlen, kann es aber 2 bis 4 Wochen dauern. Bei Nervenschmerzen durch Diabetes kann es ein paar Wochen dauern; fühlen Sie sich nach 2 Monaten nicht besser, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Laut Fachinformation wird bei depressiven Erkrankungen und generalisierter Angststörung empfohlen, die Behandlung nach Stabilisierung des Ansprechens einige Monate weiterzuführen, um einen Rückfall zu vermeiden [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schläfrigkeit und Schwindel die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen. Sie sind überwiegend leicht bis mittelschwer, treten gewöhnlich zu Beginn der Behandlung auf und verschwinden meistens, auch wenn die Behandlung weiterläuft [2]. Mittel wie Duloxetin können sexuelle Funktionsstörungen verursachen; in bestimmten Fällen blieben sie nach dem Ende der Behandlung bestehen [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Libido und Potenz.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • InfektionenHalsentzündung mit Heiserkeit (Laryngitis)[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), hauptsächlich bei Menschen mit Diabetes berichtet[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • PsycheSuizidgedanken; auch kurz nach dem Ende der Behandlung berichtet[1, 2]
  • PsycheSchlaflosigkeit[1]Mehr dazu: Schlafstörungen
  • PsycheZähneknirschen oder Zusammenbeißen der Zähne[1, 2]
  • PsycheSich desorientiert fühlen (Verwirrtheit)[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
  • PsycheTeilnahmslosigkeit (Apathie)[1, 2]
  • NervensystemPlötzliche ungewollte Muskelkrämpfe oder Muskelzuckungen (Myoklonus)[1, 2]
  • NervensystemInnere Unruhe oder Unvermögen, still zu sitzen oder still zu stehen (Akathisie); Nervosität[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • NervensystemKonzentrationsstörung (Aufmerksamkeitsstörung)[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • NervensystemGeschmacksstörung[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
  • NervensystemSchwierigkeiten, Körperbewegungen zu kontrollieren, etwa Koordinationsstörungen oder ungewollte Muskelbewegungen (Dyskinesie)[1, 2]
  • NervensystemSyndrom der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Unruhige Beine (Restless Legs)
  • NervensystemSchlechter Schlaf[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
  • AugenVergrößerte Pupillen (Mydriasis), Sehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • Ohr und GleichgewichtOhrenschmerzen[1, 2]
  • HerzSchneller und/oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie; Herzrhythmusstörungen, überwiegend Vorhofflimmern)[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenHerzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufOhnmacht (Synkope); Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht nach dem Aufstehen (orthostatische Hypotonie), besonders zu Beginn der Behandlung berichtet[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
  • Gefäße und KreislaufBluthochdruck (Hypertonie)[2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
  • Gefäße und KreislaufKalte Finger und/oder Zehen[1, 2]
  • AtemwegeEngegefühl im Hals[1, 2]
  • AtemwegeNasenbluten[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • Magen und DarmBlutiges Erbrechen oder schwarze, teerartige Stühle (Magen-Darm-Blutungen)[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
  • Magen und DarmMagen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis)[1, 2]
  • Magen und DarmMagenschleimhautentzündung (Gastritis)[2]
  • Magen und DarmAufstoßen[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden
  • Magen und DarmSchwierigkeiten beim Schlucken (Dysphagie)[1, 2]
  • Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis), die zu Bauchschmerzen und zur Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes führen kann[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteBauchschmerzen
  • Leber und GalleErhöhte Leberwerte (Leberenzyme)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Leber und GalleAkute Leberschädigung[2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautNächtliches Schwitzen und kalter Schweiß[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • HautNesselsucht (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht
  • HautLichtüberempfindlichkeit der Haut[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
  • HautErhöhte Neigung zu Blutergüssen[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • HautHautentzündung durch Kontakt (Kontaktdermatitis)[2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelsteifigkeit und Muskelzuckungen[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeSchwierigkeiten beim Wasserlassen oder Unfähigkeit dazu (Harnverhalten, Harnverzögerung), verminderter Harnfluss[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
  • Nieren und HarnwegeNächtliches Wasserlassen (Nykturie) und vermehrte Harnausscheidung (Polyurie)[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
  • Geschlechtsorgane und BrustUngewöhnliche Blutungen aus der Scheide; unregelmäßige Menstruation, auch schwere, schmerzhafte, verlängerte, ungewöhnlich schwache oder ausbleibende Regelblutungen[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Geschlechtsorgane und BrustSchmerzen der Hoden oder des Hodensacks[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustSexuelle Funktionsstörung (sexuelle Dysfunktion)[2]
  • Allgemeine BeschwerdenBrustschmerzen[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenKältegefühl, Frösteln (Schüttelfrost), Hitzegefühl, Durst[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenUnbehagen und Unwohlsein[2]
  • Allgemeine BeschwerdenUngewohnter Gang (Gangstörung)[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Blutwerte von Kalium oder Kreatinphosphokinase (einem Muskelenzym), die man selbst nicht bemerkt[1, 2]Mehr dazu: Veränderter KaliumspiegelVeränderte Laborwerte
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhter Cholesterinwert im Blut, den man selbst nicht bemerkt[1]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • ImmunsystemSchwere allergische Reaktion mit Atembeschwerden oder Schwindel und Anschwellen von Zunge oder Lippen (anaphylaktische Reaktion); allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktion)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenAtemnot
  • HormonsystemVerminderte Schilddrüsenfunktion (Hypothyreose), die Müdigkeit oder Gewichtszunahme verursachen kann[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungFlüssigkeitsverlust (Dehydratation)[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), hauptsächlich bei älteren Menschen; Anzeichen können Schwindel, Schwäche, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, starke Müdigkeit, sich krank fühlen oder krank sein, schwerere Anzeichen Ohnmacht, Krampfanfälle oder Stürze[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
  • Stoffwechsel und ErnährungUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH)[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
  • PsycheSuizidales Verhalten; auch kurz nach dem Ende der Behandlung berichtet[1, 2]
  • PsycheManie (Überaktivität, rasende Gedanken und vermindertes Schlafbedürfnis)[1, 2]
  • PsycheSinnestäuschungen (Halluzinationen)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
  • PsycheAggression und Wut, besonders zu Beginn oder nach dem Absetzen der Behandlung berichtet[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit
  • NervensystemSerotonin-Syndrom: Glücksgefühle, Benommenheit, Schwerfälligkeit, Rastlosigkeit, Gefühl, betrunken zu sein, Fieber, Schwitzen oder steife Muskeln[1, 2]
  • NervensystemKrampfanfälle; auch nach dem Absetzen berichtet[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemPsychomotorische Unruhe[2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • NervensystemExtrapyramidale Symptome (Bewegungsstörungen)[2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
  • AugenErhöhter Augeninnendruck (Glaukom)[1, 2]
  • AtemwegeHusten, pfeifende Atmung (Giemen) und Kurzatmigkeit, möglicherweise mit erhöhter Temperatur[1]Mehr dazu: ReizhustenAtemnot
  • AtemwegeErkrankung des Lungengewebes (interstitielle Lungenerkrankung) und eosinophile Lungenentzündung (eosinophile Pneumonie)[2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmEntzündungen im Mund (Stomatitis)[1, 2]
  • Magen und DarmHellrotes Blut im Stuhl (Hämatochezie)[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
  • Magen und DarmMundgeruch[1, 2]Mehr dazu: Mundgeruch
  • Magen und DarmEntzündung des Dickdarms mit Durchfall (mikroskopische Kolitis)[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
  • Leber und GalleLeberversagen (Leberinsuffizienz); Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes (Gelbsucht)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautStevens-Johnson-Syndrom, eine schwere Erkrankung mit Blasenbildung an Haut, Mund, Augen und Genitalien[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
  • HautPlötzliches Anschwellen von Gesicht oder Rachen als schwere allergische Reaktion (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische Reaktionen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeKrämpfe der Kaumuskulatur[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeUngewöhnlicher Harngeruch[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustBeschwerden wie in den Wechseljahren (menopausale Symptome)[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustUngewöhnlicher Milchfluss aus der Brustdrüse bei Männern und Frauen (Galaktorrhoe)[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustErhöhter Prolaktinwert im Blut (Hyperprolaktinämie)[2]
  • Geschlechtsorgane und BrustStarke Blutungen aus der Scheide kurz nach der Geburt (postpartale Hämorrhagie)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • Gefäße und KreislaufHypertensive Krise (krisenhafter Blutdruckanstieg), besonders bei bereits bestehendem Bluthochdruck berichtet[2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • HautEntzündung der Blutgefäße in der Haut (kutane Vaskulitis)[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HerzStress-Kardiomyopathie (Tako-Tsubo-Kardiomyopathie); Anzeichen können Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwindel, Ohnmacht und unregelmäßiger Herzschlag sein[1, 2]Mehr dazu: AtemnotSchwindelHerzrhythmusstörungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Suizidgedanken: Menschen mit Depression oder Angststörung haben manchmal Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil die Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken. Das Risiko ist höher, wenn Sie früher schon solche Gedanken hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre mit einer psychiatrischen Erkrankung [1, 2]. Laut Packungsbeilage kann es hilfreich sein, einer vertrauten Person von der Erkrankung zu erzählen und sie zu bitten, Ihnen mitzuteilen, wenn sie eine Verschlechterung oder Verhaltensänderungen bemerkt [1]. Hilfe in einer akuten Krise finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Serotonin-Syndrom: Diese Reaktion kann lebensbedrohlich sein und tritt vor allem auf, wenn weitere Mittel eingenommen werden, die auf Serotonin wirken, etwa andere Antidepressiva, Triptane oder Tramadol [2]. Die Anzeichen stehen in der Liste oben [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann um die sechzig spricht in einem hellen Sprechzimmer ruhig mit einer Ärztin
Bild: KI-generiert

Laut Packungsbeilage sind die Nebenwirkungen von Duloxetin normalerweise leicht bis mittelschwer und verschwinden oft nach wenigen Wochen [1]. Beeinträchtigt Sie eine Beschwerde stark oder hält sie an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie Duloxetin nicht eigenmächtig ab [1].

Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit und Mundtrockenheit sind sehr häufig; Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen und Verdauungsstörungen sind häufig [1, 2]. Die Kapseln können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden [1]. Blutiges Erbrechen oder schwarzer, teerartiger Stuhl gehören zu den gelegentlichen Nebenwirkungen und können auf eine Magen-Darm-Blutung hinweisen [1, 2]. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Müdigkeit und Schwindel: Schläfrigkeit ist sehr häufig, Schwindel und Müdigkeit sind häufig. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bevor Sie wissen, wie Duloxetin bei Ihnen wirkt [1]. Stürze sind häufig, besonders bei älteren Menschen [1, 2].

Blutdruck: Ein erhöhter Blutdruck ist häufig. Laut Fachinformation wurden hypertensive Krisen berichtet, besonders bei Menschen, die bereits Bluthochdruck hatten. Bei bekanntem Bluthochdruck oder anderen Herzerkrankungen empfiehlt die Fachinformation deshalb eine Überwachung des Blutdrucks, besonders im ersten Behandlungsmonat [1, 2]. Mehr zum Thema auf der Seite Blutdruckanstieg.

Leber: Unter Duloxetin wurden Leberschäden berichtet, darunter stark erhöhte Leberwerte, Leberentzündung und Gelbsucht, die meisten davon in den ersten Behandlungsmonaten [2]. Bauchschmerzen mit Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes können Zeichen einer Leberentzündung sein; sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Mehr dazu unter Leberwerte.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen, auch über rezeptfreie und pflanzliche Mittel [1]. MAO-Hemmer, Fluvoxamin und die Antibiotika Ciprofloxacin und Enoxacin dürfen nicht gleichzeitig mit Duloxetin eingenommen werden [1, 2]. Mittel, die ebenfalls auf Serotonin wirken, machen Nebenwirkungen wahrscheinlicher, etwa Tramadol, Triptane, Amitriptylin, Venlafaxin oder Johanniskraut [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Duloxetin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
MAO-Hemmer, z. B. Moclobemid (Antidepressivum) oder Linezolid (Antibiotikum)Gefährliche oder lebensbedrohliche Nebenwirkungen möglich, darunter ein Serotonin-Syndrom[1, 2]Nicht zusammen einnehmen; nach dem Ende eines MAO-Hemmers mindestens 14 Tage warten, nach dem Ende von Duloxetin mindestens 5 Tage bis zum Beginn eines MAO-Hemmers
Fluvoxamin, Ciprofloxacin oder Enoxacin (starke Hemmstoffe des Leberenzyms CYP1A2)Der Duloxetinspiegel im Blut steigt; unter Fluvoxamin stieg die Gesamtmenge im Blut in einer Studie um das 6-Fache[1, 2]Kombination nicht erlaubt
Mittel, die den Serotoninspiegel erhöhen: Triptane, Tramadol, Buprenorphin, Tryptophan, Pethidin, SSRI wie Paroxetin oder Fluoxetin, SNRI wie Venlafaxin, trizyklische Antidepressiva wie Clomipramin oder Amitriptylin, JohanniskrautNebenwirkungen werden wahrscheinlicher; ein Serotonin-Syndrom ist möglich[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; bei ungewöhnlichen Anzeichen ärztliche Hilfe suchen
Antipsychotika und andere Dopamin-GegenspielerSerotonin-Syndrom oder Malignes Neuroleptisches Syndrom möglich[2]Laut Fachinformation sorgfältige Beobachtung, besonders zu Beginn und bei Dosiserhöhung
Arzneimittel, die schläfrig machen, z. B. Benzodiazepine, starke Schmerzmittel (Opioide), Antipsychotika, Phenobarbital, Antihistaminika; auch AlkoholLaut Fachinformation ist bei der Kombination mit anderen zentral wirksamen Mitteln Vorsicht geboten[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Blutverdünner (orale Antikoagulanzien) und Thrombozytenaggregationshemmer; laut Fachinformation auch nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR) oder AcetylsalicylsäureErhöhtes Blutungsrisiko; unter Warfarin wurden erhöhte Gerinnungswerte (INR) berichtet[1, 2]Nur mit Vorsicht kombinieren; vorher Rücksprache halten
Arzneimittel, die über das Leberenzym CYP2D6 abgebaut werden, z. B. Risperidon, Nortriptylin, Amitriptylin, Imipramin, Flecainid, Propafenon, MetoprololDeren Spiegel im Blut kann steigen (Desipramin: Gesamtmenge um das 3-Fache)[2]Laut Fachinformation Vorsicht, besonders bei Mitteln mit geringer therapeutischer Breite
Andere Arzneimittel mit Duloxetin (z. B. Präparate gegen Belastungsharninkontinenz)Doppelte Einnahme desselben Wirkstoffs[1, 2]Nicht zusammen einnehmen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Duloxetin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Duloxetin laut Packungsbeilage normalerweise nicht angewendet werden; laut Fachinformation darf es in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden. Zur langfristigen Sicherheit in Bezug auf Wachstum und Entwicklung fehlen in dieser Altersgruppe Daten [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Duloxetin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Lebererkrankung (laut Fachinformation: Lebererkrankung, die zu einer eingeschränkten Leberfunktion führt)[1, 2]
  • Schwere Nierenerkrankung (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min)[1, 2]
  • Einnahme eines MAO-Hemmers (Monoaminoxidase-Hemmer) jetzt oder in den letzten 14 Tagen[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Fluvoxamin (Antidepressivum) oder der Antibiotika Ciprofloxacin oder Enoxacin[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme eines anderen Arzneimittels mit Duloxetin[1]
  • Unkontrollierter Bluthochdruck, der zu einer hypertensiven Krise führen könnte: Die Behandlung darf dann nicht begonnen werden[2]

Besondere Vorsicht bei

  • Bluthochdruck oder Herzerkrankung: Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob Duloxetin infrage kommt; laut Fachinformation wird dann eine Überwachung des Blutdrucks empfohlen, besonders im ersten Behandlungsmonat[1, 2]
  • Einnahme anderer Mittel gegen Depressionen oder von Johanniskraut[1, 2]
  • Nierenerkrankung[1]
  • Epileptische Anfälle, früher oder jetzt[1, 2]
  • Manie, früher oder jetzt, oder manisch-depressive (bipolare) Erkrankung[1, 2]
  • Augenerkrankung wie eine bestimmte Form des Glaukoms (erhöhter Augeninnendruck)[1, 2]
  • Blutungsstörungen (Neigung zu Blutergüssen) in der Vorgeschichte, besonders in der Schwangerschaft[1, 2]
  • Risiko für einen niedrigen Natriumwert im Blut, etwa bei Einnahme von Entwässerungsmitteln (Diuretika), besonders im höheren Alter[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit einem anderen Arzneimittel, das die Leber schädigen kann[1, 2]
  • Sexuelle Funktionsstörungen können auftreten und blieben in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Laut Packungsbeilage sollte Duloxetin normalerweise nicht angewendet werden, laut Fachinformation darf es nicht angewendet werden; in dieser Altersgruppe ist das Risiko für Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit erhöht[1, 2]
  • Ältere Menschen: Laut Fachinformation erfolgt die Behandlung mit der Höchstdosis mit Vorsicht, weil dazu nur begrenzte Daten vorliegen[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Kapseln enthalten Sucrose (Zucker)[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Planen Sie eine Schwangerschaft oder sind Sie schwanger, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Nutzen und Risiken der Behandlung [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3]. Mehr Hintergrund bieten die Ratgeber Medikamente und Alkohol und Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Duloxetin dürfen Sie in der Schwangerschaft nur einnehmen, nachdem Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Nutzen und mögliche Risiken für das ungeborene Kind gesprochen haben. Werden Sie schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Daten zur Einnahme in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten zeigen kein erhöhtes Risiko für allgemeine Geburtsfehler. Bei Einnahme in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kann das Risiko einer Frühgeburt erhöht sein (6 zusätzliche Frühgeborene auf 100 Frauen), meistens zwischen der 35. und 36. Schwangerschaftswoche.[1, 2]

Gegen Ende der Schwangerschaft eingenommen, kann Duloxetin beim Baby kurz nach der Geburt Beschwerden auslösen: schlaffe Muskulatur, Zittern, nervöse Unruhe, Schwierigkeiten beim Füttern, Atemprobleme und Krampfanfälle. Außerdem ist das Risiko für starke Blutungen aus der Scheide kurz nach der Geburt erhöht. Ähnliche Mittel (SSRI) können beim Neugeborenen eine anhaltende pulmonale Hypertonie (PPHN) auslösen; es atmet dann schneller und hat eine bläuliche Haut. Informieren Sie Hebamme und Ärztin oder Arzt über die Behandlung.[1, 2]

Embryotox stuft den Erfahrungsumfang als sehr hoch ein: Die Auswertung von etwa 4.500 Schwangerschaften ergab keinen Hinweis auf ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko. Bei stabiler Einstellung kann die Behandlung laut Embryotox fortgesetzt werden; bei einer Neueinstellung sollte zunächst geprüft werden, ob die am besten untersuchten Antidepressiva Sertralin oder Citalopram bzw. Escitalopram infrage kommen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach einer antidepressiven Behandlung zeigt etwa ein Drittel der Neugeborenen vorübergehend Anpassungsstörungen; Embryotox rät zur Entbindung in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Die Anwendung in der Stillzeit wird in Packungsbeilage und Fachinformation nicht empfohlen; die Fachinformation begründet das damit, dass keine Informationen zur Sicherheit für Säuglinge vorliegen. Duloxetin geht nur in sehr geringer Menge in die Muttermilch über; ein Säugling nimmt je kg Körpergewicht etwa 0,14 % der Dosis der Mutter auf. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie stillen.[1, 2]

Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung mit Duloxetin und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Seien Sie während der Behandlung besonders vorsichtig, wenn Sie Alkohol trinken. Laut Fachinformation ist bei der Kombination mit zentral wirksamen Substanzen einschließlich Alkohol Vorsicht geboten.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Duloxetin kann müde oder schwindlig machen. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bevor Sie wissen, wie Duloxetin bei Ihnen wirkt.[1, 2]

Einnahme

Die Kapsel im Ganzen mit Wasser schlucken, unabhängig von den Mahlzeiten; damit Sie an die Einnahme denken, kann es einfacher sein, sie täglich etwa zur gleichen Zeit einzunehmen. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]

Dosis vergessen: nachholen, sobald es Ihnen auffällt. Ist schon Zeit für die nächste Dosis, wie gewohnt weitermachen, ohne die vergessene Kapsel zusätzlich zu nehmen; nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Beenden Sie die Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen. Soll die Behandlung enden, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis langsam über mindestens 2 Wochen. Nach abruptem Absetzen traten bei einigen Menschen Schwindel, Kribbeln oder Empfindungen wie ein elektrischer Schlag (vor allem im Kopf), Schlafstörungen (lebhafte Träume, Albträume, Schlaflosigkeit), Müdigkeit, Schläfrigkeit, Unruhe oder Erregtheit, Angst, Übelkeit oder Erbrechen, Zittern, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Reizbarkeit, Durchfall, übermäßiges Schwitzen oder Drehschwindel auf. Laut Packungsbeilage sind sie normalerweise nicht schwerwiegend und verschwinden innerhalb einiger Tage; fragen Sie bei Beschwerden Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.[1]

Laut Fachinformation treten Absetzerscheinungen häufig auf, besonders nach abruptem Absetzen: In klinischen Studien traten danach bei etwa 45 % der mit Duloxetin behandelten und 23 % der mit Placebo behandelten Patientinnen und Patienten unerwünschte Ereignisse auf. Die Absetzerscheinungen verschwinden gewöhnlich innerhalb von 2 Wochen, können bei einigen aber 2 bis 3 Monate oder länger anhalten; sehr selten wurden sie schon nach einer versehentlich ausgelassenen einzelnen Dosis berichtet.[2]

Überdosierung

Haben Sie mehr eingenommen als verordnet, wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Anzeichen einer Überdosierung sind Schläfrigkeit, Koma, Serotonin-Syndrom, Krampfanfälle, Erbrechen und schneller Herzschlag. Laut Fachinformation sind Todesfälle aufgetreten, überwiegend in Kombination mit anderen Arzneimitteln; ein spezifisches Gegenmittel ist nicht bekannt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt für die Anwendungsgebiete eine übliche Dosis und für die generalisierte Angststörung zusätzlich eine Startdosis [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Duloxetin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Schlucken Sie die Kapsel im Ganzen mit Wasser, mit oder ohne Mahlzeit. Damit Sie an die Einnahme denken, kann es einfacher sein, die Kapseln täglich etwa zur gleichen Zeit zu nehmen [1]. Wie lange die Behandlung dauert, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Beenden Sie die Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen. Soll die Behandlung enden, wird die Dosis langsam über mindestens 2 Wochen verringert [1]. Laut Fachinformation sind Absetzerscheinungen häufig, besonders nach abruptem Absetzen; sie treten üblicherweise in den ersten Tagen danach auf [2]. Welche Beschwerden dabei auftreten können, steht in der Karte "Absetzen" oben [1, 2]. Laut Fachinformation muss ein abruptes Absetzen vermieden werden; die Absetzerscheinungen verschwinden gewöhnlich innerhalb von 2 Wochen, können bei einigen aber 2 bis 3 Monate oder länger anhalten [2]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Leitlinie zum Ausschleichen sagen und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Duloxetin absetzen, Allgemeines der Ratgeber Medikamente absetzen. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Duloxetin

Duloxetin gibt es von mehreren Anbietern als magensaftresistente Hartkapseln. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Duloxetin-ratiopharm [1, 2]. Für Präparate mit Duloxetin gegen Belastungsharninkontinenz gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Duloxetin
PräparatAnbieterHinweis
CymbaltaEli Lilly Nederland B.V. (in Deutschland vertreten durch Lilly Deutschland GmbH)verschreibungspflichtig
DuloxaltaTAD Pharma GmbHverschreibungspflichtig
Duloxetin AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig
DULOXETIN PURENPUREN Pharma GmbH & Co. KGverschreibungspflichtig
Duloxetin-1A Pharma1A Pharma GmbHverschreibungspflichtig
Duloxetin-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Duloxetin-ratiopharm 30 mg, 60 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Duloxetin-ratiopharm magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Duloxetin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Duloxetin verschrieben?

Duloxetin ist bei Erwachsenen zugelassen zur Behandlung depressiver Erkrankungen, der generalisierten Angststörung und von Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie, also bei Nervenschmerzen durch Diabetes. Derselbe Wirkstoff wird in anderen Präparaten auch gegen Belastungsharninkontinenz eingesetzt; dafür gilt eine eigene Packungsbeilage.

Wie lange dauert es, bis Duloxetin wirkt?

Bei den meisten Menschen mit Depression oder generalisierter Angststörung beginnt Duloxetin laut Packungsbeilage innerhalb von 2 Wochen zu wirken; bis Sie sich besser fühlen, kann es 2 bis 4 Wochen dauern. Bei Nervenschmerzen durch Diabetes kann es ein paar Wochen dauern. Fühlen Sie sich nach 2 Monaten nicht besser, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Macht Duloxetin dick oder dünn?

Beides ist möglich. Gewichtsabnahme gehört zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, auch Appetitverlust ist häufig. Gewichtszunahme ist gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, beschrieben. Selten kann eine verminderte Schilddrüsenfunktion Müdigkeit oder Gewichtszunahme verursachen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn sich Ihr Gewicht deutlich verändert.

Darf ich während der Einnahme von Duloxetin Alkohol trinken?

Die Packungsbeilage rät, während der Behandlung besonders vorsichtig zu sein, wenn Sie Alkohol trinken. Laut Fachinformation ist bei der Kombination mit zentral wirksamen Substanzen einschließlich Alkohol Vorsicht geboten. Duloxetin selbst kann müde oder schwindlig machen. Wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was passiert, wenn ich Duloxetin plötzlich absetze?

Nach abruptem Absetzen traten bei einigen Menschen Schwindel, Kribbeln oder stromschlagartige Empfindungen vor allem im Kopf, Schlafstörungen, Unruhe, Angst, Übelkeit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Schwitzen auf. Laut Packungsbeilage sind diese Beschwerden normalerweise nicht schwerwiegend und verschwinden innerhalb einiger Tage; laut Fachinformation können sie bei einigen Menschen 2 bis 3 Monate oder länger anhalten. Beenden Sie die Einnahme nur nach Rücksprache. Die Ärztin oder der Arzt verringert die Dosis dann langsam über mindestens 2 Wochen.

Macht Duloxetin müde?

Schläfrigkeit ist sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind häufig. Fahren Sie kein Auto und bedienen Sie keine Maschinen, bevor Sie wissen, wie Duloxetin bei Ihnen wirkt. Auch Schlafstörungen und ungewöhnliche Träume sind häufig.

Darf ich Duloxetin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

In der Schwangerschaft nur nach einem Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Nutzen und Risiken. Daten aus den ersten drei Monaten zeigen kein erhöhtes Risiko für allgemeine Geburtsfehler; gegen Ende der Schwangerschaft kann das Neugeborene Anpassungsbeschwerden zeigen, und das Risiko für starke Blutungen nach der Geburt ist erhöht. In der Stillzeit wird Duloxetin laut Packungsbeilage nicht empfohlen; Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung mit Duloxetin und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel.

Wie hoch ist die übliche Dosis von Duloxetin?

Die Angaben der Packungsbeilage je Anwendungsgebiet finden Sie im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; ändern Sie sie nicht eigenmächtig.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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