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Venlafaxin: Nebenwirkungen und Wirkung

Venlafaxin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI). Es wird bei Erwachsenen gegen Depressionen, die generalisierte Angststörung, die soziale Angststörung und die Panikstörung eingesetzt. Sehr häufig sind Übelkeit, Mundtrockenheit, Schwitzen, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. Bei Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder ein Krankenhaus.

Frau in den Vierzigern sitzt am Morgen ruhig auf einer Holzbank am Seeufer und hält eine Tasse Tee in beiden Händen
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und Schläfrigkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Schlaflosigkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Übelkeit, Mundtrockenheit und Verstopfung[1, 2]
  • Sehr häufig: Schwitzen, auch Nachtschweiß (Hyperhidrose)[1, 2]
  • Häufig: Verminderter Appetit[1, 2]
  • Häufig: Verwirrtheit; Gefühl, von sich selbst abgetrennt zu sein (Depersonalisation)[1, 2]
  • Häufig: Ausbleibender Orgasmus (Anorgasmie) und verminderter Geschlechtstrieb[1, 2]
  • Häufig: Erregtheit (Agitiertheit) und Nervosität[1, 2]
  • Häufig: Ungewöhnliche Träume[1, 2]
  • Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
  • Häufig: Gefühl der Ruhelosigkeit oder Unfähigkeit, stillzusitzen oder stillzustehen (Akathisie)[1, 2]
  • Häufig: Kribbeln (Ameisenlaufen, Parästhesien)[1, 2]
  • Häufig: Veränderter Geschmack (Dysgeusie)[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Muskelspannung (Muskelhypertonie)[1, 2]
  • Häufig: Sehstörungen, auch verschwommenes Sehen, erweiterte Pupillen (Mydriasis) und Schwierigkeiten des Auges, zwischen Ferne und Nähe scharfzustellen (Akkommodationsstörungen)[1, 2]
  • Häufig: Ohrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]
  • Häufig: Herzrasen (Tachykardie) und Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]
  • Häufig: Blutdruckanstieg[1, 2]
  • Häufig: Hitzewallungen[1, 2]
  • Häufig: Atemnot (Dyspnoe) und Gähnen[1, 2]
  • Häufig: Erbrechen und Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Milder Hautausschlag und Juckreiz[1, 2]
  • Häufig: Häufigeres Wasserlassen (Pollakisurie), verzögertes oder erschwertes Wasserlassen und Harnverhalt[1, 2]
  • Häufig: Unregelmäßigkeiten der Menstruation, etwa verstärkte oder unregelmäßige Blutungen (Menorrhagie, Metrorrhagie)[1, 2]
  • Häufig: Ejakulations- und Orgasmusstörungen beim Mann sowie Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion)[1, 2]
  • Häufig: Erschöpfung (Asthenie), Abgeschlagenheit (Fatigue) und Schüttelfrost[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme[1, 2]
  • Häufig: Erhöhter Cholesterinspiegel[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Venlafaxin eingesetzt?

Venlafaxin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Antidepressiva, genauer der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer, kurz SNRI [1, 2]. Laut Packungsbeilage ist Venlafaxin ein Arzneimittel für Erwachsene mit Depressionen. Außerdem ist es bei Erwachsenen für drei Formen der Angststörung zugelassen: die generalisierte Angststörung, die soziale Angststörung (Furcht vor oder Vermeiden von sozialen Situationen) und die Panikstörung mit Panikattacken [1].

Die Fachinformation nennt zusätzlich die Vorbeugung gegen erneute depressive Episoden (Rezidivprophylaxe); die Panikstörung ist mit oder ohne Agoraphobie zugelassen, also mit oder ohne Angst vor bestimmten Orten und Situationen [2]. Laut Packungsbeilage kann eine unbehandelte Depression oder Angsterkrankung anhalten, ernster und schwieriger zu behandeln werden [1].

Wie wirkt Venlafaxin?

Man geht davon aus, dass Menschen mit Depression oder Angsterkrankungen niedrigere Spiegel der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Gehirn haben. Wie Antidepressiva genau wirken, ist nicht vollständig geklärt; sie können aber helfen, indem sie diese Spiegel erhöhen [1]. Venlafaxin und sein wirksames Abbauprodukt O-Desmethylvenlafaxin hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin in die Nervenzellen. Die Wiederaufnahme von Dopamin hemmt Venlafaxin nur schwach [2].

Antidepressiva brauchen einige Zeit, bis sie wirken, gewöhnlich etwa 2 Wochen, manchmal auch länger [1]. Aus den Retardkapseln erreichen Venlafaxin und sein Abbauprodukt die höchsten Blutspiegel innerhalb von 5,5 bzw. 9 Stunden. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt im Mittel bei 5 Stunden für Venlafaxin und bei 11 Stunden für O-Desmethylvenlafaxin; gleichbleibende Spiegel stellen sich innerhalb von 3 Tagen ein [2]. Die Retardkapseln enthalten kleine Kügelchen, die den Wirkstoff langsam im Magen-Darm-Trakt abgeben. Deren leere Hüllen können im Stuhl sichtbar sein; der Wirkstoff wurde trotzdem aufgenommen [1, 2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage oder Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

In klinischen Studien waren laut Fachinformation Übelkeit, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Schwitzen einschließlich Nachtschweiß die sehr häufigen Nebenwirkungen [2]. Manche Nebenwirkungen bemerken Sie selbst nicht, etwa einen Blutdruckanstieg, Störungen der Herzfrequenz oder veränderte Werte von Leberenzymen, Natrium oder Cholesterin. Deshalb kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gelegentlich Blut untersuchen, vor allem bei längerer Einnahme [1].

Eine Gewichtszunahme und eine Gewichtsabnahme sind beide häufig [1, 2]. Häufig ist laut Fachinformation auch ein erhöhter Cholesterinspiegel; bei einer Langzeitbehandlung sollte erwogen werden, ihn zu bestimmen [2]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Leitlinie zu Gewicht, Appetit und Gewichtskontrollen sagen, lesen Sie unter Venlafaxin und Gewichtszunahme. Sexuelle Probleme wie weniger Lust auf Sex, ausbleibender Orgasmus oder Erektionsstörungen sind häufig; in bestimmten Fällen blieben sie nach dem Ende der Behandlung bestehen [1, 2]. Mehr dazu lesen Sie unter Libido und Potenz.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungVerminderter Appetit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
  • PsycheVerwirrtheit; Gefühl, von sich selbst abgetrennt zu sein (Depersonalisation)[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
  • PsycheAusbleibender Orgasmus (Anorgasmie) und verminderter Geschlechtstrieb[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
  • PsycheErregtheit (Agitiertheit) und Nervosität[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheUngewöhnliche Träume[1, 2]Mehr dazu: Albträume
  • NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
  • NervensystemGefühl der Ruhelosigkeit oder Unfähigkeit, stillzusitzen oder stillzustehen (Akathisie)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • NervensystemKribbeln (Ameisenlaufen, Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • NervensystemVeränderter Geschmack (Dysgeusie)[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeErhöhte Muskelspannung (Muskelhypertonie)[1, 2]
  • AugenSehstörungen, auch verschwommenes Sehen, erweiterte Pupillen (Mydriasis) und Schwierigkeiten des Auges, zwischen Ferne und Nähe scharfzustellen (Akkommodationsstörungen)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
  • HerzHerzrasen (Tachykardie) und Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Gefäße und KreislaufBlutdruckanstieg[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
  • Gefäße und KreislaufHitzewallungen[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
  • AtemwegeAtemnot (Dyspnoe) und Gähnen[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmErbrechen und Durchfall[1, 2]Mehr dazu: ErbrechenDurchfall
  • HautMilder Hautausschlag und Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
  • Nieren und HarnwegeHäufigeres Wasserlassen (Pollakisurie), verzögertes oder erschwertes Wasserlassen und Harnverhalt[1, 2]Mehr dazu: Häufiges WasserlassenProbleme beim Wasserlassen
  • Geschlechtsorgane und BrustUnregelmäßigkeiten der Menstruation, etwa verstärkte oder unregelmäßige Blutungen (Menorrhagie, Metrorrhagie)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Geschlechtsorgane und BrustEjakulations- und Orgasmusstörungen beim Mann sowie Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion)[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenErschöpfung (Asthenie), Abgeschlagenheit (Fatigue) und Schüttelfrost[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
  • Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme oder Gewichtsabnahme[1, 2]Mehr dazu: GewichtszunahmeGewichtsabnahme
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhter Cholesterinspiegel[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • PsycheÜberaktivität, Gedankenrasen und herabgesetztes Schlafbedürfnis (Manie); Gefühl, übererregt oder euphorisch zu sein (Hypomanie)[1, 2]
  • PsycheTrugwahrnehmungen (Halluzinationen)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
  • PsycheGefühl, von der Wirklichkeit abgetrennt zu sein (Derealisation)[1, 2]
  • PsycheOrgasmusstörungen[1, 2]
  • PsycheVerringerung von Gefühlen und Emotionen (Apathie)[1, 2]
  • PsycheZähneknirschen (Bruxismus)[1, 2]
  • NervensystemOhnmachtsanfälle (Synkope)[1, 2]
  • NervensystemUnwillkürliche Muskelzuckungen (Myoklonus), eingeschränkte Koordination und eingeschränktes Gleichgewicht[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • NervensystemSteifigkeit, Verkrampfungen und unwillkürliche Bewegungen der Muskeln (Dyskinesien)[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck, auch Schwindelgefühl beim zu schnellen Aufstehen (orthostatische Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
  • Magen und DarmBlutungen im Magen-Darm-Trakt: Erbrechen von Blut, schwarzer, teerartiger Stuhl oder Blut im Stuhl[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
  • HautSchwellungen von Gesicht, Mund, Zunge, Rachen, Händen oder Füßen (Angioödem) und/oder juckender Hautausschlag (Nesselsucht), Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtAtemnot
  • HautÜberempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
  • HautHautblutungen, blaue Flecken (Ekchymose)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • HautUngewöhnlicher Haarausfall (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
  • Nieren und HarnwegeHarnentleerung lässt sich nicht kontrollieren (Harninkontinenz)[1, 2]
  • Leber und GalleLeichte Veränderungen der Leberenzymwerte im Blut[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemErkrankungen des Blutes mit erhöhtem Infektionsrisiko (Agranulozytose, aplastische Anämie, Panzytopenie, Neutropenie); mögliche Anzeichen sind erhöhte Temperatur, Schüttelfrost oder grippeähnliche Beschwerden[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte InfektanfälligkeitFieber
  • ImmunsystemSchwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion) mit Engegefühl in der Brust, pfeifendem Atmen und Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenAtemnot
  • HautStarker Hautausschlag, Jucken oder Nesselsucht mit erhabenen roten oder blassen Hautflecken[1]Mehr dazu: HautausschlagJuckreizNesselsucht
  • HautStarker Ausschlag, der in starke Blasenbildung und Ablösung der Haut übergehen kann (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • HormonsystemÜbermäßige Wassereinlagerung durch unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH)[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
  • PsycheOrientierungslosigkeit und Verwirrtheit, oft mit Trugwahrnehmungen (Delirium)[1, 2]Mehr dazu: VerwirrtheitPsychose und Halluzinationen
  • NervensystemSerotonin-Syndrom (Unruhe, Halluzinationen, Koordinationsverlust, schneller Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, schnelle Blutdruckänderungen, überaktive Reflexe, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Koma); in der schwersten Form ähnlich einem malignen neuroleptischen Syndrom (MNS) mit Fieber, Schwitzen, schwerer Muskelsteifheit und Verwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätPsychose und HalluzinationenHerzrasenFieberDurchfallÜbelkeitErbrechenVerwirrtheit
  • NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemAnhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen (Dystonien)[2]
  • AugenStarke Augenschmerzen und verschlechtertes oder verschwommenes Sehen (Engwinkelglaukom)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzAbnormer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, der zur Ohnmacht führen kann (Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern, QT-Verlängerung im EKG)[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasen
  • AtemwegeHusten, Keuchen und Kurzatmigkeit, auch mit hoher Temperatur (interstitielle Pneumonie, pulmonale Eosinophilie)[1, 2]Mehr dazu: ReizhustenAtemnotFieber
  • Magen und DarmStarke Bauch- oder Rückenschmerzen als mögliches Zeichen ernster Darm-, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenbeschwerden, etwa einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzenRückenschmerzen
  • Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis) mit Juckreiz, Gelbfärbung von Haut oder Augen, dunklem Urin oder grippeähnlichen Beschwerden[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteJuckreiz
  • Muskeln, Knochen und GelenkeUnerklärliche Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche als mögliche Anzeichen eines Muskelzerfalls (Rhabdomyolyse)[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwäche

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVerringerte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie) mit verlängerter Blutungszeit und erhöhtem Risiko für blaue Flecken und Blutungen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
  • HormonsystemAbnorme Milchbildung; erhöhter Prolaktinspiegel im Blut[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenUnerklärliche Blutungen, etwa Zahnfleischbluten, Blut im Urin oder im Erbrochenen, unerklärliche blaue Flecken oder geplatzte Äderchen (Schleimhautblutungen)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • NervensystemUnwillkürliche Bewegungen, die erst nach längerer Behandlung auftreten (tardive Dyskinesie)[2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • PsycheSuizidgedanken und suizidales Verhalten, berichtet während der Behandlung oder direkt nach ihrem Ende[1, 2]
  • PsycheAggression[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit
  • Ohr und GleichgewichtSchwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • HerzStress-Kardiomyopathie (Takotsubo-Kardiomyopathie) mit Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl, Ohnmachtsanfällen und unregelmäßigem Herzschlag[1, 2]Mehr dazu: AtemnotSchwindelHerzrhythmusstörungen
  • Geschlechtsorgane und BrustSchwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt (postpartale Hämorrhagie)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Suizidgedanken: Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, können zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva verstärkt sein, weil die Wirkung erst nach einiger Zeit eintritt. Sie können auch beim Verringern der Dosis oder nach dem Ende der Behandlung auftreten. Wahrscheinlicher sind sie, wenn Sie solche Gedanken schon früher hatten oder ein junger Erwachsener bis 25 Jahre sind [1, 2]. Die Packungsbeilage rät, einer vertrauten Person von der Erkrankung zu erzählen und sie zu bitten, auf Veränderungen zu achten [1]. Notrufnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Serotonin-Syndrom: Dieser potenziell lebensbedrohliche Zustand kann unter Venlafaxin auftreten, besonders wenn es zusammen mit anderen Mitteln eingenommen wird, die auf Serotonin wirken. Anzeichen können Unruhe, Halluzinationen, Koordinationsverlust, schneller Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, rasche Blutdruckänderungen, überaktive Reflexe, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Koma sein. Informieren Sie bei einem Verdacht unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder gehen Sie in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses [1, 2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Dreißigern trinkt am Morgen an einem hellen Küchentisch ein Glas Wasser, daneben ein Teller mit Frühstück
Bild: KI-generiert

Übelkeit: Sie gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Die Packungsbeilage sieht vor, Venlafaxin jeden Tag etwa zur gleichen Zeit mit einer Mahlzeit einzunehmen [1, 2]. Weitere Hinweise finden Sie auf der Seite Übelkeit durch Medikamente.

Mundtrockenheit: Sie wird bei 10 % der Behandelten berichtet und kann das Risiko für Karies erhöhen. Achten Sie deshalb besonders auf Ihre Zahnpflege [1, 2].

Unruhe zu Beginn: In den ersten Wochen kann ein Gefühl von Ruhelosigkeit entstehen oder die Unfähigkeit, still zu sitzen oder zu stehen (Akathisie). Teilen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit [1]. Laut Fachinformation kann eine Dosiserhöhung bei diesen Beschwerden schädlich sein [2]. Mehr dazu unter Unruhe und Angst.

Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit und Schwindelgefühl: Sie sind sehr häufig [1, 2]. Fahren Sie nicht Auto, bevor Sie wissen, wie Venlafaxin Sie beeinflusst [1]. Mehr zu Schlafstörungen und Schwindel.

Blutdruck: Ein Blutdruckanstieg ist häufig und laut Fachinformation dosisabhängig; der Blutdruck sollte nach Behandlungsbeginn und nach Dosiserhöhungen regelmäßig kontrolliert werden [1, 2].

Beeinträchtigt Sie eine Nebenwirkung stark oder hält sie an, setzen Sie Venlafaxin nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen, auch über rezeptfreie und pflanzliche Mittel. Mit MAO-Hemmern gegen Depression oder Parkinson darf Venlafaxin nicht kombiniert werden [1, 2].

Das Risiko für ein Serotonin-Syndrom steigt mit anderen Mitteln, die auf Serotonin wirken. Dazu zählen Triptane gegen Migräne, andere Antidepressiva wie Sertralin oder Citalopram, Lithium, Opioide wie Tramadol, der Hustenstiller Dextromethorphan und Johanniskraut [1, 2]. Mittel, die das QT-Intervall verlängern, erhöhen bei gleichzeitiger Anwendung das Risiko für eine QT-Verlängerung [2]. Weitere Grundlagen erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Venlafaxin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Irreversible MAO-Hemmer (gegen Depression oder Parkinson)Schwere oder lebensbedrohliche Nebenwirkungen, Serotonin-Syndrom[1, 2]Kombination nicht erlaubt; Abstand mindestens 14 Tage vor Beginn und mindestens 7 Tage nach Ende von Venlafaxin
Moclobemid (reversibler MAO-Hemmer) und das Antibiotikum LinezolidRisiko für ein Serotonin-Syndrom[1, 2]Laut Fachinformation nicht empfohlen bzw. nicht anwenden
Andere serotonerg wirkende Mittel: Triptane, andere Antidepressiva (SSRI, SNRI, trizyklische), Lithium, Amphetamine, Sibutramin, Opioide (z. B. Tramadol, Fentanyl, Buprenorphin, Tapentadol, Pethidin, Pentazocin, Methadon), Dextromethorphan, Methylenblau, Johanniskraut, Tryptophan, AntipsychotikaRisiko für ein Serotonin-Syndrom[1, 2]Nur nach ärztlicher Entscheidung kombinieren
Mittel, die den Herzrhythmus beeinflussen: Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid), Thioridazin, Erythromycin, Moxifloxacin, einige AntihistaminikaHöheres Risiko für QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen[1, 2]Ärztin oder Arzt unbedingt informieren
Ketoconazol und andere CYP3A4-Hemmer (z. B. Clarithromycin, Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol, Ritonavir)Venlafaxin-Spiegel im Blut können steigen[1, 2]Nur mit Vorsicht anwenden
Haloperidol oder Risperidon (gegen psychiatrische Erkrankungen)Höhere Haloperidol-Spiegel; bei Risperidon höhere Werte des Wirkstoffs ohne wesentliche Änderung des wirksamen Gesamtanteils; klinische Bedeutung jeweils nicht bekannt[1, 2]Nur mit Vorsicht anwenden
Metoprolol (Betablocker)Metoprolol-Spiegel im Blut steigen um ca. 30 bis 40 %[1, 2]Nur mit Vorsicht anwenden
Blutgerinnungshemmer (z. B. Warfarin) und ThrombozytenaggregationshemmerErhöhtes Blutungsrisiko[1, 2]Vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Venlafaxin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Venlafaxin normalerweise nicht angewendet werden. In dieser Altersgruppe traten unter Antidepressiva häufiger Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit auf [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Venlafaxin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von irreversiblen Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmer, gegen Depression oder Parkinson) oder Einnahme in den letzten 14 Tagen; nach dem Ende der Venlafaxin-Einnahme mindestens 7 Tage warten, bevor ein solcher MAO-Hemmer eingenommen wird[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Augenerkrankungen wie bestimmte Formen eines Glaukoms (erhöhter Augeninnendruck)[1, 2]
  • Bluthochdruck in der Vorgeschichte; laut Fachinformation den Blutdruck vor Beginn einstellen und danach regelmäßig kontrollieren[1, 2]
  • Herzbeschwerden oder Herzrhythmusstörungen, auch ein kürzlich zurückliegender Herzinfarkt[1, 2]
  • Krampfanfälle in der Vorgeschichte[1, 2]
  • Niedriger Natriumwert im Blut in der Vorgeschichte; laut Fachinformation höheres Risiko im Alter, mit Entwässerungsmitteln und bei Flüssigkeitsmangel[1, 2]
  • Neigung zu blauen Flecken oder Blutungen, blutverdünnende Arzneimittel (z. B. Warfarin) oder Schwangerschaft[1, 2]
  • Manie oder bipolare Störung in der eigenen Vorgeschichte oder in der Familie[1, 2]
  • Aggressives Verhalten in der Vorgeschichte[1, 2]
  • Diabetes: Der Blutzucker kann sich verändern; die Dosis von Diabetes-Arzneimitteln muss möglicherweise angepasst werden[1, 2]
  • Leber- oder Nierenprobleme: Eine andere Dosierung kann erforderlich sein[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Kapseln enthalten Saccharose; nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen[1, 2]
  • Unter 18 Jahren: normalerweise nicht anwenden; erhöhtes Risiko für Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit[1, 2]
  • Ruhelosigkeit oder Unfähigkeit stillzusitzen (Akathisie) in den ersten Wochen der Ärztin oder dem Arzt mitteilen[1, 2]
  • Sexuelle Funktionsstörungen können nach dem Behandlungsende bestehen bleiben[1, 2]
  • Mundtrockenheit kann das Kariesrisiko erhöhen: auf die Zahnpflege achten[1, 2]
  • Urin-Schnelltests auf Phencyclidin (PCP) und Amphetamine können falsch positiv ausfallen, auch Tage nach dem Absetzen[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Während der Behandlung sollen Sie keinen Alkohol trinken [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3].

Schwangerschaft

Nur nach Besprechung von Nutzen und Risiken für das ungeborene Kind mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einnehmen; Hebamme und Arzt sollen von der Einnahme wissen. Laut Fachinformation fehlen hinreichende Daten zur Anwendung bei Schwangeren.[1, 2]

Nach Einnahme während der Schwangerschaft können beim Kind nach der Geburt Schwierigkeiten beim Atmen und bei der Nahrungsaufnahme auftreten; laut Fachinformation sind bei Anwendung bis zur oder kurz vor der Geburt beim Neugeborenen Absetzerscheinungen möglich. Ähnliche Mittel (SSRI) können, besonders spät in der Schwangerschaft, einen Lungenhochdruck des Neugeborenen (PPHN) auslösen: schnelle Atmung und bläuliche Haut, dann sofort Hebamme oder Arzt verständigen. Gegen Ende der Schwangerschaft kann das Risiko für schwere Blutungen kurz nach der Geburt steigen.[1, 2]

Laut Embryotox ergab die Auswertung von mehr als 4.000 Schwangerschaften keinen Hinweis auf ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox zunächst die am besten untersuchten Antidepressiva Sertralin, Citalopram oder Escitalopram geprüft werden; eine stabile Einstellung auf Venlafaxin kann fortgesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Venlafaxin geht in die Muttermilch über; ein Risiko für das Kind ist möglich (berichtet wurden Schreien, Unruhe und unnormales Schlafverhalten). Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er entscheidet dann, ob Sie abstillen oder die Behandlung beenden sollten.[1, 2]

Laut Embryotox wurden bei den meisten gestillten Kindern keine unerwünschten Wirkungen beobachtet; Stillen ist bei alleiniger Einnahme und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Kein Alkohol während der Behandlung: Er kann zu extremer Müdigkeit und Bewusstlosigkeit führen und die Beschwerden verschlimmern.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Fahren Sie kein Auto und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bevor Sie wissen, wie Venlafaxin Sie beeinflusst. Laut Fachinformation kann Venlafaxin Urteilsvermögen, Denkvermögen und motorische Fähigkeiten beeinträchtigen.[1, 2]

Einnahme

Täglich etwa zur gleichen Zeit, morgens oder abends, mit einer Mahlzeit; Kapseln im Ganzen mit Flüssigkeit schlucken, nicht öffnen, zerdrücken, zerkauen oder auflösen. Weiße Kügelchen im Stuhl sind leere Hüllen, der Wirkstoff wurde aufgenommen.[1, 2]

Dosis vergessen: nachholen, sobald es Ihnen auffällt; ist es schon Zeit für die nächste Dosis, die vergessene auslassen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Nicht ohne Rücksprache abbrechen oder die Dosis verringern, auch wenn es Ihnen besser geht. Die Ärztin oder der Arzt sagt Ihnen, wie Sie schrittweise beenden; das kann mehrere Wochen oder Monate dauern, bei manchen Menschen länger. Mögliche Absetzerscheinungen sind unter anderem Suizidgedanken, Aggressivität, Schwindelgefühl, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kribbeln oder selten stromschlagähnliche Empfindungen und erhöhter Blutdruck.[1]

Laut Fachinformation häufig, besonders bei plötzlichem Absetzen. Die Beschwerden beginnen normalerweise in den ersten Tagen und klingen im Allgemeinen innerhalb von 2 Wochen ab, bei einigen Menschen können sie 2 bis 3 Monate oder länger anhalten.[2]

Überdosierung

Umgehend Ärztin, Arzt oder Apotheke verständigen: Eine Überdosierung kann lebensbedrohlich sein, vor allem zusammen mit Alkohol oder bestimmten Arzneimitteln. Mögliche Zeichen sind schneller Herzschlag, Schläfrigkeit bis Koma, verschwommenes Sehen, Krampfanfälle und Erbrechen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt je Anwendungsgebiet eine übliche Anfangsdosis und eine Höchstdosis; dazwischen passt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis schrittweise an [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Venlafaxin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, jeden Tag etwa zur gleichen Zeit mit einer Mahlzeit [1, 2].

Brechen Sie die Behandlung nicht ab und verringern Sie die Dosis nicht ohne Rücksprache, auch wenn Sie sich besser fühlen. Die Ärztin oder der Arzt sagt Ihnen, wie Sie die Behandlung schrittweise beenden; das kann mehrere Wochen oder Monate dauern [1]. Laut Fachinformation traten in klinischen Studien Beschwerden beim Beenden der Behandlung bei etwa 31 % der mit Venlafaxin Behandelten auf, unter Placebo bei 17 %. In sehr seltenen Fällen wurden sie schon nach dem versehentlichen Auslassen einer Dosis berichtet [2]. Laut Fachinformation beginnen Absetzbeschwerden normalerweise in den ersten Tagen und klingen im Allgemeinen innerhalb von 2 Wochen ab; bei einigen Menschen können sie 2 bis 3 Monate oder länger anhalten [2]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Leitlinie zum Ausschleichen sagen und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Venlafaxin absetzen, Allgemeines der Ratgeber Medikamente absetzen. Bei einer Überdosierung finden Sie Telefonnummern unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Venlafaxin

Venlafaxin gibt es von vielen Herstellern als Hartkapseln, retardiert, in verschiedenen Stärken, außerdem als Retardtabletten [4]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Venlafaxin-ratiopharm Hartkapseln, retardiert [1, 2]. Andere Präparate und Darreichungsformen haben eigene Packungsbeilagen, die sich in Einzelheiten unterscheiden können.

Präparate mit Venlafaxin
PräparatAnbieterHinweis
Trevilor retardViatris Healthcare GmbHverschreibungspflichtig
Venlafaxin - 1 A Pharma1 A Pharma GmbHverschreibungspflichtig
Venlafaxin AurobindoPUREN Pharma GmbH & Co. KGverschreibungspflichtig
Venlafaxin-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Hartkapseln, retardiert (Grundlage dieser Seite), außerdem Retardtabletten mit eigener Packungsbeilage

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Venlafaxin-ratiopharm Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Venlafaxin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Venlafaxin-ratiopharm 75 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Macht Venlafaxin dick?

Gewichtszunahme gehört zu den häufigen Nebenwirkungen, kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Ebenfalls häufig sind eine Gewichtsabnahme und ein verminderter Appetit. Wenn sich Ihr Gewicht deutlich verändert, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Venlafaxin nehme?

Nein. Die Packungsbeilage sagt, dass Sie während der Behandlung keinen Alkohol trinken sollen. Alkohol kann zusammen mit Venlafaxin zu extremer Müdigkeit und Bewusstlosigkeit führen und die Beschwerden einer Depression oder Angststörung verschlimmern. Eine Überdosierung kann lebensbedrohlich sein, insbesondere zusammen mit Alkohol.

Wie setzt man Venlafaxin ab?

Nur nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, auch wenn es Ihnen besser geht. Die Dosis wird schrittweise verringert; das kann mehrere Wochen oder Monate dauern, bei manchen Menschen auch länger. Absetzerscheinungen wie Schwindelgefühl, Schlafstörungen, Übelkeit, Kribbeln oder Unruhe sind häufig, besonders bei plötzlichem Absetzen; laut Fachinformation klingen sie im Allgemeinen innerhalb von 2 Wochen ab, bei einigen Menschen können sie aber 2 bis 3 Monate oder länger anhalten.

Macht Venlafaxin müde?

Schläfrigkeit gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Häufig sind außerdem Erschöpfung und Abgeschlagenheit. Fahren Sie kein Auto und bedienen Sie keine Maschinen, bevor Sie wissen, wie Venlafaxin Sie beeinflusst.

Wann wirkt Venlafaxin?

Antidepressiva brauchen laut Packungsbeilage einige Zeit, bis sie wirken, gewöhnlich etwa 2 Wochen, manchmal auch länger. In dieser Zeit können Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, verstärkt sein. Suchen Sie bei solchen Gedanken sofort Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder ein Krankenhaus auf.

Warum schwitze ich unter Venlafaxin so viel?

Schwitzen, auch nachts, gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Venlafaxin; es kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Häufig sind auch Hitzewallungen. Belastet Sie das Schwitzen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, statt Venlafaxin eigenmächtig abzusetzen.

Darf ich Venlafaxin in der Schwangerschaft nehmen?

Nur nachdem Sie Nutzen und Risiken mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen haben. Nach Einnahme in der Schwangerschaft kann Ihr Kind nach der Geburt Schwierigkeiten beim Atmen und bei der Nahrungsaufnahme haben; bei Einnahme bis zur oder kurz vor der Geburt sind laut Fachinformation Absetzerscheinungen beim Neugeborenen möglich. Embryotox fand bei mehr als 4.000 ausgewerteten Schwangerschaften keinen Hinweis auf ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko; bei stabiler Einstellung kann die Behandlung laut Embryotox fortgesetzt werden.

Wie hoch ist die Dosis von Venlafaxin?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie hängt vom Anwendungsgebiet ab und wird bei Bedarf schrittweise angepasst. Welche Anfangs- und Höchstdosen die Packungsbeilage nennt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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