MedikamenteWirkstoff
Sertralin: Nebenwirkungen und Wirkung
Sertralin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der SSRI. Es wird bei Depressionen, Panikstörung, sozialer Angststörung, posttraumatischer Belastungsstörung und Zwangsstörung eingesetzt. Sehr häufig sind Übelkeit, Durchfall, Schlaflosigkeit, Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Müdigkeit und ein fehlender Samenerguss. Bei Suizidgedanken, schweren Hautreaktionen oder Zeichen eines Serotonin-Syndroms brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Schlaflosigkeit[1, 2]
- Sehr häufig: Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Durchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit[1, 2]
- Sehr häufig: Fehlender Samenerguss (Ejakulationsversagen)[1, 2]
- Sehr häufig: Müdigkeit[1, 2]
- Häufig: Erkältung, Halsschmerzen, laufende Nase (Infektion der oberen Atemwege, Pharyngitis, Rhinitis)[1, 2]
- Häufig: Appetitlosigkeit, verstärkter Appetit[1, 2]
- Häufig: Angst, Depression, Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität[1, 2]
- Häufig: Vermindertes sexuelles Interesse[1, 2]
- Häufig: Gefühl, sich selbst fremd zu sein (Depersonalisation), Albträume, Zähneknirschen (Bruxismus)[1, 2]
- Häufig: Zittern; Muskelbewegungsprobleme wie übermäßige Bewegung, angespannte Muskeln, Schwierigkeiten beim Gehen, Steifheit, Krämpfe und unwillkürliche Muskelbewegungen (extrapyramidale Beschwerden)[1, 2]
- Häufig: Kribbeln (Parästhesie), verminderte Empfindlichkeit für Berührungsreize, erhöhte Muskelspannung[1, 2]
- Häufig: Aufmerksamkeitsmangel[1, 2]
- Häufig: Veränderter Geschmack[1, 2]
- Häufig: Sehstörungen[1, 2]
- Häufig: Klingeln in den Ohren (Tinnitus)[1, 2]
- Häufig: Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]
- Häufig: Hitzewallung[1, 2]
- Häufig: Gähnen[1, 2]
- Häufig: Magenverstimmung (Dyspepsie), Verstopfung, Bauchschmerzen, Erbrechen, Blähungen[1, 2]
- Häufig: Vermehrtes Schwitzen, Hautausschlag[1, 2]
- Häufig: Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen[1, 2]
- Häufig: Menstruationsstörungen, Erektionsstörungen[1, 2]
- Häufig: Unwohlsein, Brustschmerzen, Schwäche (Asthenie), Fieber[1, 2]
- Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
- Häufig: Verletzung[1, 2]
Wofür wird Sertralin eingesetzt?
Sertralin gehört zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, kurz SSRI, und damit zu den Antidepressiva. Es ist verschreibungspflichtig [1, 2]. Laut Packungsbeilage kann Sertralin angewendet werden zur Behandlung von [1, 2]:
- Depression und zur Verhinderung eines Wiederauftretens der Depression (Erwachsene),
- sozialer Angststörung, also großer Angst oder Anspannung in sozialen Situationen (Erwachsene),
- posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) nach einem sehr belastenden Ereignis (Erwachsene),
- Panikstörung (Erwachsene),
- Zwangsstörung (Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren).
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Sertralin normalerweise nur bei Zwangsstörung angewendet werden; die Ärztin oder der Arzt überwacht die Behandlung dann engmaschig [1]. In einer Langzeitstudie mit mehr als 900 Kindern von 6 bis 16 Jahren entwickelten sich die behandelten Kinder über 3 Jahre insgesamt normal, abgesehen von einer leichten Gewichtszunahme bei höherer Dosis [1]. Nach der Markteinführung wurden laut Fachinformation einige wenige Fälle von Wachstumsverzögerung und verspäteter Pubertät gemeldet; ob sie mit Sertralin zusammenhängen, ist noch nicht geklärt [2]. Mehr zu Angsterkrankungen lesen Sie auf der Seite Angststörung.
Wie wirkt Sertralin?
Sertralin hemmt die Wiederaufnahme des Botenstoffs Serotonin in die Nervenzellen. Im Tiermodell wurde dadurch die Wirkung des Serotonins verstärkt. Auf die Aufnahme der Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin hat Sertralin nur sehr schwache Effekte [2]. In kontrollierten Studien mit gesunden Menschen wirkte Sertralin nicht beruhigend (sedierend) und veränderte die psychomotorische Leistungsfähigkeit nicht; ein Missbrauchspotenzial zeigte sich in einer Vergleichsstudie nicht [2].
Die höchsten Blutspiegel werden 4,5 bis 8,4 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die mittlere Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt rund 26 Stunden; ein gleichbleibender Spiegel stellt sich bei täglicher Einnahme nach etwa einer Woche ein [2]. Bis sich die Beschwerden bessern, kann es mehrere Wochen dauern [1]. Die Behandlung einer Depression sollte laut Packungsbeilage üblicherweise noch 6 Monate nach der Besserung der Beschwerden weitergeführt werden [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation bei Erwachsenen eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Übelkeit ist die am häufigsten berichtete Nebenwirkung. Die Nebenwirkungen hängen von der Dosis ab und verschwinden oder bessern sich häufig bei fortgesetzter Behandlung [1]. Sehr häufig sind außerdem Schlaflosigkeit, Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Mundtrockenheit, Müdigkeit und ein fehlender Samenerguss [1]. Sexuelle Funktionsstörungen können laut Packungsbeilage in bestimmten Fällen auch nach Ende der Behandlung bestehen bleiben; mehr dazu auf der Seite Libido und Potenz [1].
Ohne Häufigkeitsangabe nennt die Packungsbeilage ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche bei Menschen, die mit Arzneimitteln dieser Gruppe behandelt wurden [1]. Bei älteren Menschen besteht ein höheres Risiko für einen niedrigen Natriumspiegel im Blut [1]. Bei Kindern und Jugendlichen wurden in klinischen Prüfungen im Allgemeinen ähnliche Nebenwirkungen beobachtet wie bei Erwachsenen; am häufigsten waren Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Durchfall und Übelkeit [1].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheSchlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- NervensystemSchwindelgefühl, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelMüdigkeitKopfschmerzen
- Magen und DarmDurchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: DurchfallÜbelkeitMundtrockenheit
- Geschlechtsorgane und BrustFehlender Samenerguss (Ejakulationsversagen)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenErkältung, Halsschmerzen, laufende Nase (Infektion der oberen Atemwege, Pharyngitis, Rhinitis)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitlosigkeit, verstärkter Appetit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- PsycheAngst, Depression, Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität[1, 2]Mehr dazu: AngstDepressive VerstimmungUnruhe und Nervosität
- PsycheVermindertes sexuelles Interesse[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
- PsycheGefühl, sich selbst fremd zu sein (Depersonalisation), Albträume, Zähneknirschen (Bruxismus)[1, 2]Mehr dazu: Albträume
- NervensystemZittern; Muskelbewegungsprobleme wie übermäßige Bewegung, angespannte Muskeln, Schwierigkeiten beim Gehen, Steifheit, Krämpfe und unwillkürliche Muskelbewegungen (extrapyramidale Beschwerden)[1, 2]Mehr dazu: ZitternParkinson-Symptome
- NervensystemKribbeln (Parästhesie), verminderte Empfindlichkeit für Berührungsreize, erhöhte Muskelspannung[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemAufmerksamkeitsmangel[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- NervensystemVeränderter Geschmack[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- AugenSehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtKlingeln in den Ohren (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufHitzewallung[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
- AtemwegeGähnen[1, 2]
- Magen und DarmMagenverstimmung (Dyspepsie), Verstopfung, Bauchschmerzen, Erbrechen, Blähungen[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und VerdauungsbeschwerdenVerstopfungBauchschmerzenErbrechenBlähungen
- HautVermehrtes Schwitzen, Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes SchwitzenHautausschlag
- Muskeln, Knochen und GelenkeRückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: RückenschmerzenGelenkschmerzenMuskelschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustMenstruationsstörungen, Erektionsstörungen[1, 2]Mehr dazu: ZyklusstörungenErektionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenUnwohlsein, Brustschmerzen, Schwäche (Asthenie), Fieber[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Fieber
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
- Verletzungen und VergiftungenVerletzung[1, 2]
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenMagen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis), Ohrinfektion (Mittelohrentzündung)[1, 2]
- Gutartige und bösartige NeubildungenTumor (Neoplasie)[1, 2]
- ImmunsystemÜberempfindlichkeit, jahreszeitenbedingte Allergie[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- HormonsystemNiedrige Schilddrüsenhormone (Hypothyreose)[1, 2]
- PsycheSuizidgedanken, suizidales Verhalten[1, 2]
- PsychePsychotische Störung, gestörtes Denken, Halluzination, Verfolgungswahn (Paranoia)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- PsycheTeilnahmslosigkeit (Apathie), übermäßiges Glücksgefühl (euphorische Stimmung)[1, 2]
- PsycheAggressivität[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit
- NervensystemGedächtnisverlust (Amnesie), herabgesetzte Empfindung (Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- NervensystemUnwillkürliche Muskelkontraktionen, übermäßige Bewegungsaktivität (Hyperkinesie), veränderte Koordination, Sprachstörung[1, 2]
- NervensystemOhnmacht (Synkope)[1, 2]
- NervensystemMigräne[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- NervensystemSchwindelgefühl beim Aufstehen[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- AugenErweiterte Pupillen (Mydriasis)[1, 2]
- Ohr und GleichgewichtOhrenschmerzen[1, 2]
- HerzSchneller Herzschlag (Tachykardie), Herzproblem[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufBlutungsprobleme wie Magenbluten (veränderte Blutungsneigung)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenMagen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Gefäße und KreislaufHoher Blutdruck[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- Gefäße und KreislaufErröten (Hautrötung)[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
- Gefäße und KreislaufBlut im Urin (Hämaturie)[1, 2]
- AtemwegeKurzatmigkeit, Atembeschwerden, pfeifender Atem (Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- AtemwegeNasenbluten[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- Magen und DarmTeerstuhl (Meläna)[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Magen und DarmZahnerkrankung[1, 2]Mehr dazu: Zahnschäden
- Magen und DarmEntzündung der Speiseröhre (Ösophagitis), Zungenentzündung (Glossitis), Zungenerkrankung, Hämorrhoiden, vermehrter Speichelfluss, Schluckbeschwerden, Aufstoßen[1, 2]
- HautNesselsucht, Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtJuckreiz
- HautHaarausfall[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- HautRötlich-violette Flecken auf der Haut (Purpura)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- HautHautproblem mit Blasenbildung (Dermatitis), trockene Haut, Augenschwellung, Gesichtsschwellung (Gesichtsödem), kalter Schweiß[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagVermehrtes Schwitzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeArthrose, Muskelzucken, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Nieren und HarnwegeHäufigeres, vermehrtes und nächtliches Wasserlassen[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
- Nieren und HarnwegeBlasenentleerungsstörung, Unvermögen, die Blase zu entleeren (Harnverhalt), Harninkontinenz[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustSexuelle Funktionsstörungen, auch bei Frauen[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustÜbermäßige Scheidenblutung (Menorrhagie), Scheidenblutung[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Allgemeine BeschwerdenSchwellung der Beine (peripheres Ödem)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Allgemeine BeschwerdenSchüttelfrost, Gehschwierigkeiten, Durst[1, 2]
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Leberenzymwerte (ALT, AST)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtsabnahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtsabnahme
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- InfektionenDivertikelentzündung (Divertikulitis)[1, 2]
- Blut und LymphsystemGeschwollene Lymphdrüsen (Lymphadenopathie)[1, 2]
- Blut und LymphsystemAbnahme der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und der weißen Blutkörperchen (Leukopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion (anaphylaktoide Reaktion)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- HormonsystemHormonstörungen: erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie), unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH)[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhtes Cholesterin (Hypercholesterinämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- Stoffwechsel und ErnährungProbleme bei der Kontrolle der Blutzuckerwerte (Diabetes), niedriger Blutzucker, erhöhter Blutzucker[1, 2]Mehr dazu: UnterzuckerungErhöhter Blutzucker
- Stoffwechsel und ErnährungNiedrige Natriumwerte im Blut (Hyponatriämie)[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
- PsycheKörperliche stress- oder emotionsbedingte Beschwerden (Konversionsstörung), ungewöhnliche furchterregende Träume[1, 2]Mehr dazu: Albträume
- PsycheArzneimittelabhängigkeit[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
- PsycheSchlafwandeln, vorzeitiger Samenerguss[1, 2]
- NervensystemKoma[1, 2]
- NervensystemGestörte Bewegungen, Bewegungsschwierigkeiten, unwillkürliche Bewegungsstörung (Choreoathetose), verstärkte Empfindung (Hyperästhesie), Empfindungsstörungen; quälende Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie, psychomotorische Unruhe)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- NervensystemPlötzliche starke Kopfschmerzen als mögliches Zeichen eines reversiblen zerebralen Vasokonstriktionssyndroms (RCVS)[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- NervensystemZeichen eines Serotonin-Syndroms oder eines malignen neuroleptischen Syndroms wie Erregtheit, Verwirrtheit, übermäßiges Schwitzen, Durchfall, Fieber, hoher Blutdruck, Muskelsteifheit (Rigidität) und schneller Herzschlag; in einigen Fällen zusammen mit der gleichzeitigen Einnahme anderer serotonerger Arzneimittel[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätVerwirrtheitVermehrtes SchwitzenFieber
- AugenFlecken vor den Augen (Skotom), Doppelsehen, Lichtempfindlichkeit des Auges, ungleiche Pupillengröße, abnorme Sicht, Tränenstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenGrüner Star (Glaukom), Blut im Auge (Hyphäma)[1, 2]
- HerzHerzinfarkt[1, 2]
- HerzBenommenheit, Ohnmacht oder Brustunbehagen als mögliche Zeichen einer veränderten elektrischen Herzaktivität (QT-Verlängerung, Torsade de pointes) oder eines anormalen Herzrhythmus[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- HerzLangsamer Herzschlag (Bradykardie)[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
- Gefäße und KreislaufSchlechte Durchblutung von Armen und Beinen (periphere Ischämie)[1, 2]
- Gefäße und KreislaufGefäßerweiterung (Vasodilatation)[1, 2]
- AtemwegeSchnelle oder langsame Atmung (Hyperventilation, Hypoventilation), Enge im Hals (Laryngospasmus), Atemgeräusch bei verengten Atemwegen (Stridor), Sprachstörung (Dysphonie), Schluckauf[1, 2]Mehr dazu: Schluckauf
- AtemwegeFortschreitende Vernarbung des Lungengewebes (interstitielle Lungenerkrankung), eosinophile Lungenentzündung[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Magen und DarmGeschwürbildung im Mund, Zungengeschwür, wunder Mund (Stomatitis)[1, 2]
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Magen und DarmBlut im Stuhl (Hämatochezie)[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Leber und GalleProbleme mit der Leberfunktion, schwere Leberfunktionsstörungen (einschließlich Leberentzündung und Leberversagen), Gelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautSchwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und epidermale Nekrolyse; Hautentzündung mit Blasen (bullöse Dermatitis)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- HautHautreaktion auf Sonnenlicht[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
- HautSchwellung von Haut und Schleimhaut (Hautödem, Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- HautVeränderte Haarstruktur, veränderter Hautgeruch, Ausschlag im Bereich der Kopfhaut (follikulärer Hautausschlag)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- Muskeln, Knochen und GelenkeAbbau von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse), Knochenerkrankung[1, 2]
- Nieren und HarnwegeVerzögertes oder vermindertes Wasserlassen[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustAusfluss aus der Brustdrüse (Galaktorrhoe), Brustvergrößerung (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- Geschlechtsorgane und BrustTrockener Scheidenbereich, Scheidenausfluss, roter schmerzhafter Penis und Vorhaut, verlängerte Erektion (Priapismus)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenLeistenbruch (Hernie), verminderte Arzneimittelverträglichkeit[1, 2]
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Cholesterinwerte im Blut, anormale Laborwerte, verändertes Sperma, Gerinnungsstörungen (veränderte Funktion der Blutplättchen)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte BlutfetteVeränderte Laborwerte
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- AugenPartieller Verlust des Sehvermögens (Makulopathie)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Magen und DarmEntzündung des Dickdarms, die Durchfall verursacht (mikroskopische Kolitis)[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
- Muskeln, Knochen und GelenkeKaumuskelkrampf (Trismus)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche und starke Muskelschmerzen als mögliche Zeichen einer MADD-ähnlichen Störung (multipler Acyl-Coenzym-A-Dehydrogenase-Mangel)[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwäche
- Nieren und HarnwegeBettnässen[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustSchwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt (postpartale Hämorrhagie)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Suizidgedanken: Wer depressiv ist oder an einer Angststörung leidet, kann Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein. Das gilt besonders, wenn Sie solche Gedanken schon früher hatten, und für junge Erwachsene bis 25 Jahre [1]. Laut Packungsbeilage kann es hilfreich sein, Angehörigen oder Freunden von der Erkrankung zu erzählen und sie zu bitten, auf Veränderungen zu achten [1]. Notrufnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Serotonin-Syndrom: Es kann in seltenen Fällen auftreten, wenn Sertralin zusammen mit bestimmten anderen Arzneimitteln eingenommen wird. Anzeichen sind Erregtheit, Verwirrtheit, Durchfall, hohe Körpertemperatur, hoher Blutdruck, übermäßiges Schwitzen und schneller Herzschlag [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit ist die am häufigsten berichtete Nebenwirkung; laut Packungsbeilage verschwinden die Nebenwirkungen häufig oder bessern sich bei fortgesetzter Behandlung [1]. Sertralin können Sie zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon einnehmen [1]. Mehr zur Übelkeit durch Medikamente.
Unruhe: Eine quälende innere Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie) tritt am ehesten in den ersten Behandlungswochen auf. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; eine Dosiserhöhung kann in diesem Fall schädlich sein [1].
Schlaf und Müdigkeit: Schlaflosigkeit und Schläfrigkeit sind beide sehr häufig [1]. Sertralin wird einmal täglich morgens oder abends eingenommen; welcher Zeitpunkt für Sie passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Setzen Sie Sertralin wegen Nebenwirkungen nicht eigenmächtig ab. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Sertralin darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern, dem Antibiotikum Linezolid, Methylenblau oder Pimozid angewendet werden [1, 2]. Mit anderen Mitteln, die auf Serotonin wirken (etwa Tramadol, Fentanyl, Triptanen wie Sumatriptan oder Johanniskraut), steigt das Risiko eines Serotonin-Syndroms [1, 2]. Zusammen mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure und mit Blutverdünnern kann das Blutungsrisiko steigen [1, 2]. Metamizol kann den Sertralin-Spiegel senken und die Wirkung abschwächen [2]. Grapefruitsaft kann den Sertralin-Spiegel erhöhen [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer (Moclobemid, Selegilin), Linezolid, Methylenblau | Gefahr eines Serotonin-Syndroms; bei kurz aufeinanderfolgender Anwendung wurden schwerwiegende Nebenwirkungen beobachtet, darunter Krämpfe und Todesfälle[1, 2] | Nicht zusammen anwenden; Wartezeiten beim Wechsel einhalten |
| Pimozid (Mittel gegen Psychosen) | Pimozid-Spiegel stiegen in einer Studie um etwa 35 Prozent[1, 2] | Nicht zusammen anwenden |
| Andere serotonerge Mittel: Opioide wie Tramadol und Fentanyl, Amphetamine, Triptane wie Sumatriptan, Johanniskraut, Tryptophan, andere serotonerge Antidepressiva | Risiko eines Serotonin-Syndroms[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen; bei notwendiger Kombination ärztliche Überwachung |
| Lithium | In einer Studie häufiger Zittern[1, 2] | Ärztliche Überwachung |
| Mittel, die die Blutplättchen beeinflussen oder das Blutungsrisiko erhöhen, z. B. NSAR wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Ticlopidin; Warfarin | Blutungsrisiko kann steigen; unter Warfarin leicht verlängerte Gerinnungszeit[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen; bei Warfarin Gerinnung zu Beginn und Ende der Sertralin-Behandlung kontrollieren lassen |
| Metamizol (Schmerzmittel) | Sertralin-Spiegel kann sinken und die Wirkung nachlassen[1, 2] | Vorsicht; Ansprechen bzw. Wirkstoffspiegel ärztlich überwachen lassen |
| Starke oder mäßige CYP3A4-Hemmer: HIV-Proteasehemmer (z. B. Ritonavir), Ketoconazol, Itraconazol, Posaconazol, Voriconazol, Fluconazol, Clarithromycin, Telithromycin, Erythromycin, Nefazodon, Aprepitant, Verapamil, Diltiazem; außerdem Cimetidin | Sertralin-Spiegel kann steigen[1, 2] | Starke CYP3A4-Hemmer sollten vermieden werden; vorher ärztlich besprechen |
| Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskraut | Sertralin-Spiegel kann sinken; unter Sertralin wurden auch hohe Phenytoin-Spiegel berichtet[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen; Phenytoin-Spiegel kontrollieren lassen |
| Flecainid, Propafenon, trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin, Nortriptylin) und typische Psychopharmaka (z. B. Perphenazin, Levomepromazin) | Sertralin kann deren Abbau (über CYP2D6) hemmen, vor allem in höherer Dosis[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Muskelentspannende Narkosemittel wie Mivacurium oder Suxamethonium | Ihre Wirkung kann verlängert sein[1, 2] | Vor einer Narkose die Einnahme von Sertralin angeben |
| Mittel, die das QT-Intervall verlängern (z. B. manche Antipsychotika und Antibiotika) | Höheres Risiko für QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Diazepam, Tolbutamid, Magensäureblocker wie Omeprazol, Lansoprazol, Pantoprazol oder Rabeprazol, Fluoxetin, Fluvoxamin, Olanzapin, Entwässerungsmittel | Die Packungsbeilage nennt diese Mittel unter denen, bei deren Einnahme Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden sollen[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Grapefruitsaft | Sertralin-Spiegel kann steigen (in einer Studie mit 8 gesunden Personen bei 3 Gläsern täglich um etwa 100 Prozent)[1, 2] | Nicht zusammen einnehmen |
| Alkohol | Während der Behandlung nicht empfohlen[1, 2] | Auf Alkohol verzichten |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Sertralin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Zwischen dem Ende einer Behandlung mit einem MAO-Hemmer und dem Beginn mit Sertralin müssen mindestens 2 Wochen liegen; nach dem Absetzen von Sertralin mindestens 1 Woche, bevor ein MAO-Hemmer begonnen wird [1]. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft [1]. Wird bei Ihnen ein Urintest auf Arzneimittel gemacht, kann Sertralin auch noch einige Tage nach dem Absetzen ein falsch positives Ergebnis für Benzodiazepine verursachen [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Sertralin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Einnahme von MAO-Hemmern (z. B. Selegilin, Moclobemid) oder MAO-Hemmer-ähnlichen Mitteln (z. B. Linezolid): nach Absetzen eines MAO-Hemmers mindestens 2 Wochen warten, nach Absetzen von Sertralin mindestens 1 Woche bis zum Beginn eines MAO-Hemmers[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme von Pimozid (Mittel gegen Psychosen)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Epilepsie oder Krampfanfälle in der Vorgeschichte[1, 2]
- Manisch-depressive Erkrankung (bipolare Störung) oder Schizophrenie[1, 2]
- Frühere Suizidgedanken sowie junge Erwachsene bis 25 Jahre: höheres Risiko für Suizidgedanken, besonders zu Beginn der Behandlung[1, 2]
- Niedriger Natriumwert im Blut, Einnahme bestimmter Blutdruckmittel und höheres Alter: Risiko für einen niedrigen Natriumspiegel[1, 2]
- Lebererkrankung: Die Ärztin oder der Arzt kann eine geringere Dosis festlegen; bei schwerer Leberfunktionsstörung sollte Sertralin laut Fachinformation nicht angewendet werden[1, 2]
- Diabetes: Blutzuckerwerte können sich verändern, Diabetesmittel müssen eventuell angepasst werden[1, 2]
- Blutungsstörungen in der Vorgeschichte, Schwangerschaft oder Einnahme blutverdünnender Mittel wie Acetylsalicylsäure oder Warfarin[1, 2]
- Herzerkrankung, verlängertes QT-Intervall im EKG (auch in der Familie), niedrige Kalium- oder Magnesiumwerte, niedrige Herzfrequenz oder gleichzeitige Einnahme QT-verlängernder Arzneimittel[1, 2]
- Erhöhter Augeninnendruck (bestimmte Arten eines Glaukoms) und Elektrokrampftherapie[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nur bei Zwangsstörung; erhöhtes Risiko für Suizidversuche, suizidale Gedanken und Feindseligkeit[1, 2]
- Sexuelle Funktionsstörungen können in bestimmten Fällen nach Ende der Behandlung bestehen bleiben[1, 2]
- Bei Patienten unter Arzneimitteln dieser Gruppe wurde ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet[1, 2]
- Urintests auf Arzneimittel können auch noch einige Tage nach dem Absetzen falsch positiv für Benzodiazepine ausfallen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Embryotox zählt Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl in Schwangerschaft und Stillzeit [3]. Informieren Sie Ärztin, Arzt oder Hebamme, dass Sie Sertralin einnehmen, damit sie Sie zur Geburt und zum Neugeborenen beraten können [1]. Allgemeines lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit von Sertralin in der Schwangerschaft vor; laut Fachinformation wurden kontrollierte Studien bei Schwangeren nicht durchgeführt, eine umfangreiche Datenlage liefert aber keine Hinweise, dass Sertralin zu angeborenen Fehlbildungen führt. Sertralin wird nur gegeben, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für das Kind. Gegen Ende der Schwangerschaft kann das Risiko für schwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt erhöht sein. Arzneimittel wie Sertralin können, vor allem in den letzten 3 Monaten eingenommen, beim Neugeborenen einen erhöhten Blutdruck in der Lunge (PPHN) verursachen, erkennbar an schneller Atmung und Blaufärbung der Haut, die normalerweise in den ersten 24 Stunden nach der Geburt beginnen; informieren Sie dann sofort Hebamme, Ärztin oder Arzt. Weitere mögliche Beschwerden des Neugeborenen sind unter anderem Atemprobleme, Probleme beim Füttern, Zittern, Krampfanfälle und niedrige Blutzuckerwerte; informieren Sie dann Ärztin, Arzt oder Hebamme.[1, 2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an und zählt Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft; eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation laut Embryotox unverändert fortsetzen. Bei Einnahme bis zur Geburt sind Anpassungsstörungen beim Neugeborenen möglich; die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Geeignetere Mittel nennt Embryotox für die Schwangerschaft nicht.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Sertralin geht in die Muttermilch über und sollte in der Stillzeit nur angewendet werden, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für den Säugling.[1, 2]
Laut Embryotox gibt es sehr umfangreiche Erfahrungen mit etwa 300 stillenden Müttern bzw. Mutter-Kind-Paaren, die Sertralin eingenommen haben. Embryotox zählt Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl in der Stillzeit; bei den meisten gestillten Kindern wurden keine unerwünschten Wirkungen beobachtet. Treten beim gestillten Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollte es laut Embryotox in einer kinderärztlichen Praxis vorgestellt werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Einnahme sollte auf Alkohol verzichtet werden.[1]
Autofahren und Maschinen
Psychopharmaka wie Sertralin können die Fähigkeit beeinträchtigen, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen. Fahren Sie erst, wenn Sie wissen, wie sich das Arzneimittel bei Ihnen auswirkt.[1, 2]
Einnahme
Einmal täglich morgens oder abends einnehmen, zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon. Nicht zusammen mit Grapefruitsaft einnehmen.[1]
Einnahme vergessen: die versäumte Dosis nicht nachholen und nicht die doppelte Menge nehmen, sondern die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt.[1]
Absetzen
Beenden Sie die Einnahme erst, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt; die Dosis wird über mehrere Wochen schrittweise verringert. Nach plötzlichem Absetzen können Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen, Schlafstörungen, Erregtheit oder Angst, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Zittern auftreten. Absetzreaktionen sind meist leicht bis mäßig und klingen in der Regel innerhalb von 2 Wochen ab, können bei einigen Menschen aber schwerwiegend sein oder 2 bis 3 Monate und länger anhalten.[1, 2]
Überdosierung
Bei versehentlicher Überdosierung umgehend die Ärztin oder den Arzt kontaktieren oder die Notfallstation des nächstgelegenen Krankenhauses aufsuchen und die Packung mitnehmen. Mögliche Zeichen sind unter anderem Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen, schneller Herzschlag, Zittern, Erregtheit, Schwindelgefühl und in seltenen Fällen Bewusstlosigkeit.[1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt je Anwendungsgebiet eine übliche oder Anfangsdosis, in welchen Schritten die Ärztin oder der Arzt sie erhöhen kann, und eine Höchstdosis; für Kinder und Jugendliche mit Zwangsstörung gelten eigene Angaben [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Sertralin einmal täglich morgens oder abends ein, zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon, aber nicht zusammen mit Grapefruitsaft [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie nicht nach und nehmen Sie nicht die doppelte Menge; nehmen Sie die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt [1].
Beenden Sie die Einnahme erst, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt. Die Dosis wird über mehrere Wochen schrittweise verringert. Bei einer Beendigung der Behandlung treten häufig Absetzreaktionen auf, besonders bei plötzlichem Absetzen, zum Beispiel Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen, Schlafstörungen, Erregtheit, Angst, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Zittern. Sie sind meist leicht bis mäßig, beginnen in den ersten Tagen und klingen in der Regel innerhalb von 2 Wochen ab; bei einigen Menschen können sie schwerwiegend sein oder 2 bis 3 Monate und länger anhalten [1]. In klinischen Prüfungen traten Absetzsymptome laut Fachinformation nach dem Absetzen von Sertralin bei 23 Prozent der Behandelten auf, im Vergleich zu 12 Prozent bei fortgesetzter Behandlung [2]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Leitlinie zum Ausschleichen sagen und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Sertralin absetzen. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.
Haben Sie versehentlich zu viel eingenommen, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Notfallstation des nächsten Krankenhauses und nehmen Sie die Packung mit [1].
Präparate mit Sertralin
Sertralin gibt es unter dem Namen Zoloft und als Generika [3], als Filmtabletten in verschiedenen Stärken [2]. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten und die Fachinformation von Sertralin-ratiopharm Filmtabletten [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Sertralin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Filmtabletten 50 und 100 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Zoloft | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Sertralin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis Sertralin wirkt?
Laut Packungsbeilage kann es mehrere Wochen dauern, bis sich die Beschwerden bessern. Antidepressiva brauchen gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger, bis sie wirken. In dieser Anfangszeit können Suizidgedanken verstärkt sein. Gehen Sie dann sofort zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf.
Welche Nebenwirkungen sind bei Sertralin am häufigsten?
Übelkeit wird als häufigste Nebenwirkung berichtet. Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten) sind außerdem Schlaflosigkeit, Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Mundtrockenheit, Müdigkeit und ein fehlender Samenerguss. Die Nebenwirkungen hängen von der Dosis ab und bessern sich häufig bei fortgesetzter Behandlung.
Macht Sertralin müde oder dick?
Schläfrigkeit und Müdigkeit sind sehr häufige Nebenwirkungen. Gewichtszunahme und verstärkter Appetit sind häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten); ebenfalls häufig ist Appetitlosigkeit, gelegentlich auch Gewichtsabnahme. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie solche Veränderungen bemerken. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Leitlinie zum Gewicht sagen und welche Gewichtskontrollen die Leitlinie empfiehlt, lesen Sie unter Sertralin und Gewichtszunahme.
Beeinflusst Sertralin die Sexualität?
Ja, das ist möglich. Ein fehlender Samenerguss ist sehr häufig, vermindertes sexuelles Interesse und Erektionsstörungen sind häufig, weitere sexuelle Funktionsstörungen gelegentlich. Laut Packungsbeilage blieben diese Beschwerden in bestimmten Fällen nach Ende der Behandlung bestehen. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Sertralin nehme?
Die Packungsbeilage rät, während der Einnahme auf Alkohol zu verzichten. Auch Grapefruitsaft sollten Sie nicht zusammen mit Sertralin trinken, weil er den Wirkstoffspiegel erhöhen kann.
Wie setze ich Sertralin ab?
Nur nach Absprache: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verringert die Dosis schrittweise über mehrere Wochen. Nach plötzlichem Absetzen können Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen, Schlafstörungen, Erregtheit, Angst, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Zittern auftreten. Diese Beschwerden klingen meist innerhalb von 2 Wochen ab, können bei einigen Menschen aber 2 bis 3 Monate oder länger anhalten.
Darf ich Sertralin in Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage wird Sertralin in der Schwangerschaft nur gegeben, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das Risiko für das Kind; in der Stillzeit gilt dasselbe für den Säugling. Das Beratungszentrum Embryotox zählt Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl in Schwangerschaft und Stillzeit. Planen Sie eine Schwangerschaft oder sind Sie schwanger, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie etwas an der Behandlung ändern.
Welche Dosis Sertralin ist üblich?
Die Angaben der Packungsbeilage für die einzelnen Anwendungsgebiete stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
Medikamente MethylphenidatMethylphenidat bei ADHS: Nebenwirkungen laut Packungsbeilage, Warnzeichen an Herz und Psyche, Gegenanzeigen, Kontrollen …
-
Medikamente OpipramolOpipramol bei generalisierter Angststörung und somatoformen Störungen: Nebenwirkungen laut Packungsbeilage, Warnzeichen …
-
Medikamente QuetiapinQuetiapin gegen Schizophrenie und bipolare Störung: alle Nebenwirkungen laut Packungsbeilage nach Häufigkeit, dazu Gewicht …
-
Wirkstoffgruppen42 Wirkstoffgruppen von ACE-Hemmern bis Statinen, jeweils mit ihren Wirkstoffen.