MedikamenteWirkstoff
Opipramol: Nebenwirkungen und Wirkung
Opipramol ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Angst-, Erregungs- und Spannungszustände, das bei generalisierter Angststörung und somatoformen Störungen eingesetzt wird. Häufig verursacht es Müdigkeit, Mundtrockenheit, eine verstopfte Nase und Blutdruckabfall beim Aufstehen, besonders zu Beginn der Behandlung. Bei allergischen Hautreaktionen, bei Fieber, grippalen Infekten oder Mandelentzündung sowie bei Suizidgedanken holen Sie ärztliche Hilfe. Plötzlich absetzen sollten Sie Opipramol nicht.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Müdigkeit, besonders zu Beginn der Behandlung[1, 2]
- Häufig: Mundtrockenheit und verstopfte Nase, besonders zu Beginn der Behandlung[1, 2]
- Häufig: Erniedrigter Blutdruck und Blutdruckabfall mit Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufsetzen oder Aufstehen (orthostatische Dysregulation), besonders zu Beginn der Behandlung[1, 2]
Wofür wird Opipramol eingesetzt?
Opipramol ist ein verschreibungspflichtiges Mittel zur Behandlung von Angst-, Erregungs- und Spannungszuständen (Sedativum und Anxiolytikum) [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird es angewendet bei generalisierter Angststörung und bei somatoformen Störungen [1, 2]. Chemisch ist es mit den trizyklischen Antidepressiva verwandt [1, 2].
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird Opipramol nicht empfohlen, weil Wirksamkeit und Sicherheit in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen sind [1, 2]. Die Behandlung ist grundsätzlich ärztlich zu überwachen [1, 2].
Wie wirkt Opipramol?
Opipramol bindet stark an sogenannte Sigma-Bindungsstellen und blockiert Histamin-H1-Rezeptoren. Anders als die chemisch verwandten trizyklischen Antidepressiva hemmt es die Wiederaufnahme von Serotonin oder Noradrenalin nicht und hat nur geringe anticholinerge Aktivität, also wenig Wirkung auf den Botenstoff Acetylcholin [2]. Beim Menschen wirkt Opipramol beruhigend, angstlösend und geringgradig stimmungsaufhellend; die beruhigende Wirkung setzt vor der stimmungsaufhellenden ein [2].
Die Wirkung tritt nicht schlagartig ein, die Besserung erfolgt allmählich [1, 2]. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt etwa 11 Stunden. Opipramol wird in der Leber vor allem über das Enzym CYP2D6 abgebaut und zu über 70 Prozent über die Nieren ausgeschieden; bei eingeschränkter Nierenfunktion kann eine niedrigere Dosis nötig sein [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Sehr häufige Nebenwirkungen nennt die Packungsbeilage nicht. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Häufig sind Müdigkeit, Mundtrockenheit und eine verstopfte Nase, besonders zu Beginn der Behandlung. Ebenfalls häufig ist ein niedriger Blutdruck mit Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufsetzen oder Aufstehen [1, 2]. Laut Fachinformation sind ein Blutdruckabfall und ein reflektorisch beschleunigter Herzschlag vor allem zu Beginn und bei höherer Dosierung nicht auszuschließen [2].
Ohne Häufigkeitsangabe nennt die Packungsbeilage ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche bei Menschen, die mit dieser Arzneimittelgruppe behandelt wurden [1, 2]. Über Suizidversuche im Zusammenhang mit Opipramol wurde berichtet, einige verliefen tödlich [1, 2].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemMüdigkeit, besonders zu Beginn der Behandlung[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemMundtrockenheit und verstopfte Nase, besonders zu Beginn der Behandlung[1, 2]Mehr dazu: MundtrockenheitVerstopfte Nase
- Gefäße und KreislaufErniedrigter Blutdruck und Blutdruckabfall mit Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufsetzen oder Aufstehen (orthostatische Dysregulation), besonders zu Beginn der Behandlung[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
- NervensystemSchwindel, Benommenheit, Zittern[1, 2]Mehr dazu: SchwindelMüdigkeitZittern
- AugenVerschwommenes Sehen (Akkommodationsstörungen)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzBeschleunigter Herzschlag und Herzklopfen[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Magen und DarmVerstopfung[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- Leber und GalleVorübergehende Anstiege der Leberenzymwerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautAllergische Hautreaktionen (Ausschlag, Nesselsucht)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsucht
- Nieren und HarnwegeStörungen beim Wasserlassen[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustSexuelle Funktionsstörungen (Erektions- und Potenzstörungen, Ejakulationsstörungen)[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenDurstgefühl[1, 2]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemBlutbildveränderungen, vor allem eine Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- PsycheErregungszustände; Verwirrtheitszustände und Delirien, vor allem bei älteren Menschen[1, 2]Mehr dazu: VerwirrtheitUnruhe und Nervosität
- PsycheUnruhe, Schweißausbrüche und Schlafstörungen, vor allem bei plötzlichem Absetzen einer längerfristigen, hoch dosierten Behandlung[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätVermehrtes SchwitzenSchlafstörungenAbsetz- und Entzugserscheinungen
- NervensystemKopfschmerzen, Empfindungsstörungen (Parästhesien), Geschmacksstörungen[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenKribbeln und TaubheitsgefühlGeschmacksstörungen
- HerzErregungsleitungsstörungen des Herzens (Herzrhythmusstörungen, z. B. Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, unter Umständen auch lebensbedrohliche Torsades de pointes)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- HerzVerstärkung einer bestehenden Herzschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]Mehr dazu: Herzschwäche
- Gefäße und KreislaufKollapszustände (Kreislaufzusammenbruch)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- Magen und DarmMagenbeschwerden; Übelkeit und Erbrechen, vor allem bei plötzlichem Absetzen einer längerfristigen, hoch dosierten Behandlung[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenÜbelkeitErbrechen
- Magen und DarmDarmverschluss infolge Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- HautWasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Nieren und HarnwegeHarnsperre[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustMilchfluss aus der Brust (Galaktorrhö)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerlust bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte Infektanfälligkeit
- PsycheAngstzustände[1, 2]Mehr dazu: Angst
- NervensystemEpileptische Anfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- NervensystemStörungen des Bewegungsablaufs (Dyskinesien, Ataxie), Unfähigkeit zu ruhigem Sitzen (Akathisie)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- NervensystemErkrankungen peripherer Nerven (Polyneuropathie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- AugenAnfälle von grünem Star (Glaukomanfälle)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Leber und GalleSchwere Leberfunktionsstörungen, nach langfristiger Behandlung Gelbsucht und chronische Leberschäden[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautHaarausfall[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Opipramol kann das QT-Intervall im EKG verlängern; unter Umständen können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Torsades de pointes) auftreten. Die Behandlung ist dann laut Fachinformation abzubrechen [1, 2]. Angehörige und Pflegende sollten auf Suizidgedanken und andere psychische Veränderungen achten und diese sofort der Ärztin oder dem Arzt mitteilen [1]. Notrufnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Schwindel beim Aufstehen: Der Blutdruckabfall beim Aufsetzen oder Aufstehen tritt besonders zu Beginn der Behandlung auf [1]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Ihnen beim Aufstehen schwindelig oder schwarz vor Augen wird. Mehr zum Thema auf der Seite Schwindel durch Medikamente.
Müdigkeit: Sie tritt laut Packungsbeilage besonders zu Beginn der Behandlung auf [1]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn die Müdigkeit Sie im Alltag einschränkt. Wegen der Nebenwirkungen dürfen Sie laut Packungsbeilage kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen [1]. Verzichten Sie auf Alkohol, denn er kann zu Benommenheit führen [1].
Weitere Beschwerden: Bemerken Sie allergische Hautreaktionen, suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe [1]. Bei längerer Behandlung empfiehlt die Packungsbeilage, die Leberwerte kontrollieren zu lassen; bei Fieber, grippalen Infekten oder Mandelentzündung sollte das Blutbild kontrolliert werden [1]. Unterbrechen Sie die Behandlung wegen Nebenwirkungen nicht eigenmächtig, sondern sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Opipramol darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen werden; zwischen beiden Behandlungen sollen mindestens 14 Tage liegen [1, 2]. Zusammen mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen, mit Neuroleptika oder nach einer Narkose können dämpfende Wirkungen verstärkt auftreten [2]. Die Antidepressiva Fluoxetin und Fluvoxamin können den Opipramol-Spiegel erhöhen und Nebenwirkungen verstärken [2]. Mittel, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern oder einen Kaliummangel verursachen, sollen laut Fachinformation nicht gleichzeitig angewendet werden [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer | Nicht zusammen einnehmen[1, 2] | MAO-Hemmer mindestens 14 Tage vor Beginn absetzen; gleiches gilt für Opipramol vor einer anschließenden MAO-Hemmer-Behandlung |
| Neuroleptika (z. B. Haloperidol, Risperidon), Schlaf- und Beruhigungsmittel (z. B. Barbiturate, Benzodiazepine), Narkosemittel | Dämpfende Wirkungen können verstärkt auftreten; Neuroleptika wie Phenothiazine können außerdem den Opipramol-Spiegel erhöhen, Barbiturate ihn senken[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Starke Anticholinergika, z. B. Parkinsonmittel und Phenothiazine | Deren Wirkung kann verstärkt werden[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| SSRI, besonders Fluoxetin und Fluvoxamin | Additive Effekte auf das Serotoninsystem; Fluoxetin und Fluvoxamin können den Opipramol-Spiegel erhöhen und Nebenwirkungen verstärken[1, 2] | Opipramol-Dosis gegebenenfalls ärztlich verringern lassen |
| Betablocker (z. B. Propranolol), Antiarrhythmika der Klasse IC, andere trizyklische Antidepressiva, Mittel, die Abbau-Enzyme der Leber beeinflussen (z. B. Imidazol-Antimykotika) | Blutspiegel dieser Mittel und von Opipramol können sich verändern[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen; Dosis gegebenenfalls anpassen lassen |
| Mittel gegen Epilepsie (Antikonvulsiva) und Barbiturate | Opipramol-Spiegel und Wirkung können sinken[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Mittel, die das QT-Intervall verlängern (z. B. Antiarrhythmika wie Chinidin, Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin, Malariamittel, Neuroleptika, Antihistaminika) oder Kaliummangel verursachen (z. B. bestimmte harntreibende Mittel) | Höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung laut Fachinformation vermeiden |
| Cimetidin | Kann den Spiegel trizyklischer Wirkstoffe erhöhen[1, 2] | Opipramol-Dosis sollte ärztlich verringert werden |
| Alkohol | Kann zu Benommenheit führen[1, 2] | Während der Behandlung Alkohol meiden |
| Buprenorphin (ein stark wirksames Opioid) | Laut Fachinformation eines Buprenorphin-Präparats kann die gleichzeitige Anwendung mit trizyklischen Antidepressiva, zu denen Opipramol gehört, zu einem Serotoninsyndrom führen, einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung[1, 4] | Nur mit Vorsicht gleichzeitig anwenden; ist die gleichzeitige Behandlung angezeigt, wird eine sorgfältige Beobachtung empfohlen, insbesondere bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Opipramol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Opipramol darf bei einer Reihe von Erkrankungen nicht eingenommen werden, etwa bei bestimmten Herzleitungsstörungen, unbehandeltem Engwinkelglaukom oder akutem Harnverhalt [1, 2]. Wegen möglicher Wirkungen am Herzen ist auch bei Schilddrüsenüberfunktion und bei Einnahme von Schilddrüsenpräparaten Vorsicht geboten [1, 2]. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Opipramol, andere trizyklische Antidepressiva oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern[1, 2]
- Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka[1, 2]
- Akutes Delir (Verwirrtheits- und Erregungszustand mit Sinnestäuschungen)[1, 2]
- Akuter Harnverhalt, Prostatavergrößerung mit Restharn, Darmverschluss durch Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 2]
- Unbehandeltes Engwinkelglaukom (grüner Star)[1, 2]
- Vorbestehende höhergradige AV-Blockierungen oder diffuse Reizleitungsstörungen des Herzens[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Prostatavergrößerung ohne Restharn[1, 2]
- Leber- und Nierenerkrankungen; bei Langzeitbehandlung Leberwerte kontrollieren lassen[1, 2]
- Erhöhte Krampfbereitschaft, etwa bei Hirnschäden, Epilepsie oder Alkoholismus[1, 2]
- Durchblutungsstörungen des Gehirns[1, 2]
- Herzerkrankungen, besonders Erregungsleitungs- und Herzrhythmusstörungen (bei vorbestehendem AV-Block I. Grades oder anderen Erregungsleitungsstörungen nur unter engmaschigen EKG-Kontrollen); Schilddrüsenüberfunktion oder Einnahme von Schilddrüsenpräparaten[1, 2]
- Kaliummangel oder gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern oder Kaliummangel verursachen[1, 2]
- Gestörte Blutbildung; Blutbild kontrollieren lassen, besonders bei Fieber, grippalen Infekten oder Mandelentzündung[1, 2]
- Suizidrisiko: Über Suizidversuche, einige tödlich, wurde berichtet; Patientinnen und Patienten sollten besonders zu Beginn und nach Dosisänderungen engmaschig auf Verschlechterung und Suizidgefahr überwacht werden[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung nicht empfohlen, Wirksamkeit und Sicherheit nicht nachgewiesen[1, 2]
- Bei Patientinnen und Patienten, die mit dieser Arzneimittelgruppe behandelt wurden, wurde ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Bei der Stillzeit unterscheiden sich die Angaben: Die Packungsbeilage rät vom Stillen unter Opipramol ab, Embryotox hält es bei alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel [1, 3]. Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft, besonders in den ersten 3 Monaten, darf Opipramol nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt angewendet werden. Laut Fachinformation liegen keine Daten über Schwangere vor, die Opipramol angewendet haben; Tierstudien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf die Entwicklung des Embryos schließen.[1, 2]
Embryotox stuft den Erfahrungsumfang als gering ein; in einem nicht veröffentlichten Bericht über mehr als 200 Schwangerschaften zeigte sich keine deutlich erhöhte Fehlbildungsrate. Bei einer Neueinstellung sollte laut Embryotox ein besser untersuchter Wirkstoff bevorzugt werden; bei stabil eingestellter Patientin und dringender Indikation muss nicht zwingend umgestellt werden. Wird Opipramol bis zur Geburt angewendet, ist laut Embryotox an mögliche Anpassungsstörungen beim Neugeborenen in den ersten Lebenstagen zu denken. Eine besser geeignete Alternative ist laut Embryotox, abhängig vom Anwendungsgebiet, bei generalisierter Angststörung zum Beispiel Escitalopram. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Opipramol soll in der Stillzeit nicht eingenommen werden, weil der Wirkstoff in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht; ist eine Behandlung nötig, soll abgestillt werden.[1, 2]
Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Schläfrigkeit (Sedierung), Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollte es laut Embryotox kinderärztlich untersucht werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Die Kombination mit Alkohol kann zu Benommenheit führen; meiden Sie Alkohol während der Behandlung.[1]
Autofahren und Maschinen
Bekannte Nebenwirkungen schränken auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit ein, Maschinen zu bedienen. Laut Packungsbeilage dürfen Sie deshalb keine Kraftfahrzeuge führen, keine Maschinen bedienen und keine anderen gefahrvollen Tätigkeiten ausüben, verstärkt zu Behandlungsbeginn und zusammen mit anderen zentral wirkenden Mitteln oder Alkohol.[1, 2]
Einnahme
Die Filmtabletten zu oder nach den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Die Wirkung tritt nicht schlagartig ein; nehmen Sie Opipramol mindestens 2 Wochen regelmäßig ein. Die Behandlung wird grundsätzlich ärztlich überwacht.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge und beim nächsten Mal keine größere Menge nehmen, sondern mit der verordneten Dosis fortfahren.[1]
Absetzen
Nicht eigenmächtig unterbrechen oder vorzeitig beenden und nicht plötzlich absetzen. Vor allem nach längerer, hoch dosierter Behandlung kann es sonst zu Unruhe, Schweißausbrüchen und Schlafstörungen kommen; die Fachinformation nennt außerdem Übelkeit und Erbrechen. Die Behandlung wird durch langsame Verringerung der Dosis beendet.[1, 2]
Überdosierung
Bei Einnahme von wesentlich mehr Tabletten als verordnet oder Verdacht auf Vergiftung sofort die Ärztin oder den Arzt verständigen oder die Notfallstation aufsuchen; bei Kindern auch bei geringer Menge. Innerhalb weniger Stunden können unter anderem Schläfrigkeit, Unruhe, Verwirrtheit, Koordinationsstörungen, Krämpfe, Störungen beim Wasserlassen, Herz-Kreislauf-Störungen, Schock, Atemdepression, Koma und selten Herzstillstand auftreten. Ein spezifisches Gegenmittel gibt es nicht.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage von Opipramol STADA 50 mg Filmtabletten nennt eine übliche Tagesdosis, deren Verteilung über den Tag und den Rahmen, in dem die Ärztin oder der Arzt sie verringern oder steigern kann [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Opipramol zu oder nach den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort [1]. Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].
Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, etwa wegen Nebenwirkungen; Sie gefährden sonst den Behandlungserfolg [1]. Opipramol sollte nicht plötzlich abgesetzt werden: Vor allem nach längerer, hoch dosierter Behandlung kann es zu Unruhe, Schweißausbrüchen und Schlafstörungen kommen, laut Fachinformation auch zu Übelkeit und Erbrechen. Die Behandlung wird durch langsame Verringerung der Dosis beendet [1, 2]. In der Liste der Nebenwirkungen stehen Unruhe, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Übelkeit und Erbrechen unter "selten" [1, 2]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Embryotox zum Absetzen sagen und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Opipramol absetzen. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.
Haben Sie wesentlich mehr Tabletten eingenommen als verordnet, verständigen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder suchen Sie die Notfallstation auf; bei Kindern gilt das auch bei einer geringen Menge [1].
Präparate mit Opipramol
Opipramol gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Opipramol STADA 50 mg Filmtabletten und die Fachinformation von Opipramol STADA 50 mg/100 mg Filmtabletten (beide Stand April 2018), weil sie beim pharmazeutischen Unternehmer frei abrufbar sind [1, 2]. Neuere Fassungen anderer Präparate können in Einzelheiten abweichen; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Insidon | verschreibungspflichtig | |
| Opipramol STADA | STADAPHARM GmbH | Filmtabletten 50 und 100 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Opipramol STADA 50 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Opipramol STADA 50 mg/100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Opipramol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Buprenorphin-ratiopharm 35/52,5/70 Mikrogramm/h Transdermales Pflaster. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Ist Opipramol ein Antidepressivum?
Laut Packungsbeilage gehört Opipramol zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva, wirkt aber anders als diese: Es hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin oder Noradrenalin nicht. Es ist laut Packungsbeilage ein Mittel gegen Angst-, Erregungs- und Spannungszustände. Beim Menschen wirkt es laut Fachinformation beruhigend, angstlösend und geringgradig stimmungsaufhellend.
Wie schnell wirkt Opipramol?
Die Wirkung tritt nicht schlagartig ein, die Besserung erfolgt allmählich. Die beruhigende Wirkung setzt vor der stimmungsaufhellenden ein. Laut Packungsbeilage sollten Sie Opipramol mindestens 2 Wochen regelmäßig einnehmen; eine durchschnittliche Behandlungsdauer von 1 bis 2 Monaten ist ratsam. Über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Macht Opipramol müde oder dick?
Müdigkeit ist häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten), besonders zu Beginn der Behandlung. Gewichtszunahme ist gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten). Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie solche Veränderungen bemerken.
Macht Opipramol abhängig?
Eine Abhängigkeit nennt die Packungsbeilage nicht. Sie warnt aber davor, Opipramol plötzlich abzusetzen: Vor allem nach längerer, hoch dosierter Behandlung können dann Unruhe, Schweißausbrüche und Schlafstörungen auftreten. Beendet wird die Behandlung durch langsame Verringerung der Dosis.
Darf ich Opipramol mit Alkohol nehmen?
Die Kombination mit Alkohol kann zu Benommenheit führen. Laut Packungsbeilage sollten Sie Alkohol während der Behandlung meiden.
Darf ich mit Opipramol Auto fahren?
Laut Packungsbeilage schränken bekannte Nebenwirkungen auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Fahrtüchtigkeit ein; Sie dürfen deshalb keine Kraftfahrzeuge führen, keine Maschinen bedienen und keine anderen gefahrvollen Tätigkeiten ausführen. Das gilt verstärkt zu Behandlungsbeginn und zusammen mit Alkohol oder anderen zentral wirkenden Mitteln. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie auf das Autofahren angewiesen sind.
Darf ich Opipramol in Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
In der Schwangerschaft, besonders in den ersten 3 Monaten, nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch die Ärztin oder den Arzt; laut Fachinformation liegen keine Daten zu Schwangeren vor, die Opipramol angewendet haben. In der Stillzeit soll Opipramol laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden; ist eine Behandlung nötig, soll abgestillt werden. Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes dagegen für akzeptabel. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie wird Opipramol dosiert?
Die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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