NebenwirkungenNebenwirkung

Geschmacksstörungen durch Medikamente

Ein veränderter, verminderter oder ganz fehlender Geschmackssinn und ein metallischer oder bitterer Beigeschmack stehen in vielen Produktinformationen, zum Beispiel bei Terbinafin, Metronidazol, Clarithromycin, ACE-Hemmern wie Enalapril, Metformin, Topiramat und Amiodaron. Laut Leitlinie können vor allem Antibiotika, ACE-Hemmer, Antihistaminika, Chemotherapeutika und hornhautlösende Mittel Schmeckstörungen hervorrufen. Wird ein auslösendes Mittel abgesetzt oder ersetzt, erholt sich der Geschmack laut Leitlinie in der Mehrzahl der Fälle von selbst. Ob das infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Älterer Mann mit weißem Haar sitzt mittags am sonnigen Küchentisch, hält einen Löffel über einem Suppenteller und runzelt leicht die Stirn
Bild: KI-generiert

Manche Medikamente verändern den Geschmack: Speisen schmecken anders als gewohnt, nach wenig oder nach gar nichts, oder es bleibt ein metallischer oder bitterer Beigeschmack [3, 4, 12, 14]. Laut der S2k-Leitlinie Riech- und Schmeckstörungen der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (DGHNO-KHC) ist "Dysgeusie" der Oberbegriff für Störungen des Schmeckens [1]. Ist das Schmecken vermindert, spricht man von einer Hypogeusie, bei einem fast oder ganz fehlenden Geschmackssinn von einer Ageusie; bei einer Parageusie werden Geschmäcker verändert wahrgenommen, bei einer Phantogeusie ohne jeden Reiz [1].

Welche Medikamente Geschmacksstörungen auslösen können

Viele Medikamente können laut Leitlinie Schmeckstörungen verursachen, vor allem hornhautlösende Mittel (Keratolytika), Chemotherapeutika, Antihistaminika, Antibiotika und ACE-Hemmer [1]. Grundsätzlich kann jeder verabreichte Stoff zu Schmeckstörungen führen, manche Stoffgruppen tun es aber häufiger [1]. Unter den durch Medikamente und Behandlungen ausgelösten Schmeckstörungen zählen laut Leitlinie Strahlen- und Chemotherapie zu den bekanntesten Ursachen [1]. Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen der einzelnen Wirkstoffe. Jede Häufigkeitsangabe gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Mittel gegen Infektionen: Beim Pilzmittel Terbinafin sind Geschmacksstörungen laut Packungsbeilage häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten), einschließlich eines vorübergehenden Verlusts des Geschmacks; in Einzelfällen dauerte die Störung länger und führte manchmal zu verminderter Nahrungsaufnahme und erheblicher Gewichtsabnahme [2]. Bei Metronidazol sind Geschmacksstörungen, zum Beispiel ein metallischer Geschmack, häufig [4]. Bei Clarithromycin gehören abnorme Geschmacksempfindungen laut Fachinformation zu den häufigsten Nebenwirkungen und sind als häufig eingestuft; sie sind gewöhnlich von leichter Intensität, ein Verlust des Geschmacks ist mit nicht bekannter Häufigkeit beschrieben [8]. Bei Doxycyclin ist eine Störung oder ein Verlust von Geruch und Geschmack selten (bis zu 1 von 1.000 Behandelten) [16].
  • ACE-Hemmer: Bei Enalapril ist eine Geschmacksänderung laut Packungsbeilage häufig [5, 6]. Bei Ramipril ist ein Verlust oder eine Veränderung des Geschmacksempfindens gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten) [7].
  • Metformin: Geschmacksveränderungen sind laut Packungsbeilage häufig [11]. Mehr unter Orale Antidiabetika.
  • Mittel mit Wirkung auf das Nervensystem: Bei Topiramat ist ein verminderter, verlorener oder fehlender Geschmackssinn laut Packungsbeilage häufig [14]. Für das Schlafmittel Zopiclon nennt die Fachinformation eine Geschmacksstörung mit bitterem Geschmack als häufig [12]. Beim Antidepressivum Amitriptylin sind Geschmacksstörungen häufig [17].
  • Amiodaron (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen): Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten) kommt es laut Packungsbeilage zu Behandlungsbeginn, während der Einnahme der Sättigungsdosis, zu Übelkeit, Erbrechen und Geschmacksveränderungen, die bei einer Verminderung der Dosis verschwinden [13].
  • Schilddrüsenmittel: Bei Thiamazol sind Störungen oder ein Verlust des Geschmacks und Geruchsstörungen laut Packungsbeilage selten [9].
  • Weitere Beispiele: Beim Nasenspray mit dem Antihistaminikum Azelastin ist ein bitterer Geschmack laut Packungsbeilage häufig, meist aufgrund unsachgemäßer Anwendung mit zurückgeneigtem Kopf; bei den Augentropfen ist er gelegentlich [15]. Bei Semaglutid sind Änderungen des Geschmacksempfindens gelegentlich [18].

Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Geschmacksstörungen nennt:

Geschmacksstörungen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AmiodaronSehr häufigÜbelkeit, Erbrechen und Geschmacksveränderungen zu Behandlungsbeginn (während der Sättigungsdosis), die verschwinden, wenn die Dosis verringert wird
TrastuzumabSehr häufigGeschmacksveränderung (Geschmacksstörung)
AmitriptylinHäufigGeschmacksstörungen
AnastrozolHäufigKribbeln, Prickeln oder Taubheitsgefühl der Haut; Geschmacksverlust oder beeinträchtigter Geschmackssinn
AtomoxetinHäufigBei Erwachsenen: Ungewöhnlicher Geschmack oder eine Geschmacksveränderung, die nicht verschwindet
AzelastinHäufigAugentropfen: bitterer Geschmack im Mund · Nasenspray: bitterer Geschmack, meist durch falsche Anwendung mit zurückgeneigtem Kopf, der zuweilen Übelkeit verursachen kann
BrinzolamidHäufigSchlechter Geschmack (Geschmacksstörung); laut Fachinformation ein bitterer oder ungewöhnlicher Geschmack nach dem Eintropfen · Verlust oder Verringerung des Geschmacksempfindens (Ageusie)
BupropionHäufigVeränderte Geschmackswahrnehmung
CitalopramHäufigGeschmacksstörungen
ClarithromycinHäufigGeschmacksstörung, verändertes Geschmacksempfinden (z. B. metallischer oder bitterer Geschmack) · Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, Veränderung des Geruchssinns
Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim)HäufigUngewöhnlicher Geschmack
DorzolamidHäufigBitterer Geschmack
EnalaprilHäufigGeschmacksänderung
EnzalutamidHäufigVeränderungen des Geschmackssinns
FluoxetinHäufigSchlechte Konzentrationsfähigkeit, Müdigkeit oder Schläfrigkeit, Schwindel, Geschmacksveränderungen, unkontrollierbare schüttelnde Bewegungen (Zittern)
Levodopa/CarbidopaHäufigKopfschmerzen, Kribbeln (Parästhesie), Ohnmacht oder Neigung zu Ohnmacht, bitterer Geschmack im Mund
LiraglutidHäufigVeränderte Geschmacksempfindungen
MetforminHäufigGeschmacksveränderungen
MetronidazolHäufigGeschmacksstörungen (z. B. metallischer Geschmack), bitteres Aufstoßen, Zungenbelag, Entzündungen im Mund (Glossitis, Stomatitis), Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall
MorphinHäufigKopfschmerzen, Schwindel, Geschmacksstörungen
PembrolizumabHäufigSchwindelgefühl; Nervenentzündungen mit Taubheitsgefühl, Schwäche, Kribbeln oder brennenden Schmerzen in Armen und Beinen; Antriebslosigkeit; Geschmacksveränderungen
SertralinHäufigVeränderter Geschmack
SulfasalazinHäufigSchwindel, Störungen des Geschmackssinns · Metallischer Geschmack
TamoxifenHäufigStörungen der Sinneswahrnehmung, einschließlich Geschmacksstörungen sowie Taubheit oder Kribbeln der Haut
TerbinafinHäufigGeschmacksstörungen, auch vorübergehender Verlust des Geschmacks; in Einzelfällen länger dauernde Geschmacksstörung, die manchmal zu verminderter Nahrungsaufnahme und erheblicher Gewichtsabnahme führt
TopiramatHäufigVerminderter, verlorener oder fehlender Geschmackssinn
VenlafaxinHäufigVeränderter Geschmack (Dysgeusie)
ZopiclonHäufigGeschmacksstörung (bitterer Geschmack)
AlendronsäureGelegentlichGeschmacksstörungen (Dysgeusie)
AmlodipinGelegentlichZittern (Tremor), Geschmacksstörungen, kurze Bewusstlosigkeit (Synkope)
AtorvastatinGelegentlichBenommenheit, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Fingern oder Zehen, verminderte Empfindlichkeit der Haut für leichte Berührung oder Schmerz, Geschmacksstörungen, Gedächtnisverlust (Amnesie)
AzithromycinGelegentlichSchwindelgefühl, Schläfrigkeit (Somnolenz), veränderter Geschmackssinn (Dysgeusie), Kribbeln oder Taubheitsgefühl (Parästhesie) · Veränderter oder verlorener Geruchssinn (Anosmie, Parosmie), vollständiger Verlust des…
Beclometason/FormoterolGelegentlichVeränderter oder beeinträchtigter Geschmackssinn (Dysgeusie), Brennen der Lippen, Mundtrockenheit, Schluckbeschwerden (Dysphagie)
CarbimazolGelegentlichGeschmacks- oder Geruchsstörungen; nach dem Absetzen rückbildungsfähig, die Normalisierung kann mehrere Wochen dauern
CiprofloxacinGelegentlichKopfschmerz, Benommenheit, Schlaf- oder Geschmacksstörungen
ClindamycinGelegentlichStörungen des Geschmacksempfindens; Blockade der Übertragung von Nervenreizen auf die Muskeln (neuromuskulär blockierende Wirkung)
DulaglutidGelegentlichVeränderung des Geschmacks von Speisen oder Getränken (Dysgeusie)
DuloxetinGelegentlichGeschmacksstörung
EscitalopramGelegentlichGeschmacksstörungen
EtoricoxibGelegentlichVeränderung des Geschmackssinns, Schlaflosigkeit, Taubheitsgefühl oder Kribbeln, Schläfrigkeit
FamotidinGelegentlichGeschmacksstörung
FebuxostatGelegentlichTaubheitsgefühl, Hautprickeln, vermindertes oder verändertes Tastempfinden (Hypoästhesie, Parästhesie), halbseitige Lähmung (Hemiparese), veränderter Geschmackssinn, verminderter Geruchssinn (Hyposmie) ·…
FlecainidGelegentlichMundtrockenheit und Geschmacksstörungen
FluconazolGelegentlichKrampfanfälle, Schwindelgefühl, Kribbeln, Stechen oder Taubheitsgefühl (Parästhesien), verändertes Geschmacksempfinden
HydromorphonGelegentlichGeschmacksstörungen
IpratropiumGelegentlichSchwellung im Mund (Mundödem), Entzündung des Mundes oder der Lippen (Stomatitis), Geschmacksstörungen
LeflunomidGelegentlichGeschmacksveränderungen
LetrozolGelegentlichStörungen des Geschmacksempfindens
LevofloxacinGelegentlichVeränderte Geschmackswahrnehmung · Veränderte Geruchswahrnehmung, Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns (Parosmie, Anosmie, Ageusie)
LisdexamfetaminGelegentlichMetallischer Geschmack im Mund oder verändertes Geschmacksempfinden (Dysgeusie)
LisinoprilGelegentlichKribbeln ("Ameisenlaufen", Parästhesie), Drehschwindel (Vertigo), Veränderungen des Geschmackssinns, Schläfrigkeit oder andere Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit
MiconazolGelegentlichGeschmacksstörungen
MoxifloxacinGelegentlichGeschmacksstörungen, in seltenen Fällen bis zum Geschmacksverlust
MyrtolGelegentlichGeschmacksveränderungen
OxycodonGelegentlichGeschmacksveränderungen
PaliperidonGelegentlichOhnmachtsanfall, andauernder Drang zur Bewegung bestimmter Körperteile, Schwindel beim Aufstehen, Aufmerksamkeitsstörung, Sprachstörungen, Verlust oder Veränderung des Geschmackssinns, vermindertes Empfinden der Haut…
PregabalinGelegentlichGeschmacksverlust
PropiverinGelegentlichGeschmacksstörungen
RamiprilGelegentlichVerlust oder Veränderung des Geschmackssinns
RanolazinGelegentlichMissempfindungen (Parästhesie), veränderte Sinneswahrnehmung beim Tast- oder Geschmackssinn (Hypästhesie)
RisperidonGelegentlichVerlust des Geschmackssinns oder veränderte Geschmackswahrnehmung
RituximabGelegentlichBei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: veränderter Geschmack
RizatriptanGelegentlichGeschmacksstörung oder schlechter Geschmack im Mund
SalbutamolGelegentlichReizung im Mund- oder Rachenbereich und verändertes Geschmacksempfinden
SemaglutidGelegentlichÄnderungen des Geschmacksempfindens (Dysgeusie)
SolifenacinGelegentlichGeschmacksstörung (Dysgeusie)
TimololGelegentlichGeschmacksstörungen
TiotropiumGelegentlichGeschmacksstörungen
TirzepatidGelegentlichVeränderter Geschmackssinn (Dysgeusie)
BaclofenSeltenGeschmacksstörungen, Bauchschmerzen
CelecoxibSeltenGestörte Koordination der Muskelbewegungen (Ataxie), Veränderungen des Geschmacksempfindens (Dysgeusie) · Störung des Geruchssinns (Anosmie), Verlust des Geschmackssinns (Ageusie)
DoxycyclinSeltenStörung oder Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, nur in einigen Fällen und auch nur teilweise umkehrbar
EbastinSeltenSchwindel, Empfindungsstörungen, vermindertes oder verändertes Geschmacksempfinden
EsomeprazolSeltenGeschmacksveränderungen
ItraconazolSeltenKribbelgefühl oder Schwäche in Händen oder Füßen (Parästhesie), vermindertes Schmerzempfinden (Hypästhesie), unangenehmer Geschmack (Dysgeusie)
MethocarbamolSeltenMetallischer Geschmack
OmeprazolSeltenGeschmacksveränderungen
OpipramolSeltenKopfschmerzen, Empfindungsstörungen (Parästhesien), Geschmacksstörungen
PantoprazolSeltenVeränderung oder vollständiger Verlust des Geschmackssinns
PridinolSeltenStörungen der Aufmerksamkeit, der Koordination und des Geschmacks
TelmisartanSeltenMundtrockenheit, Magenbeschwerden, Geschmacksstörung (Dysgeusie)
ThiamazolSeltenStörungen oder Verlust des Geschmacks (Dysgeusie, Ageusie) oder Geruchsstörungen; laut Fachinformation nach dem Absetzen rückbildungsfähig, die Normalisierung kann mehrere Wochen dauern
Budesonid/FormoterolSehr seltenGeschmacksveränderung, z. B. unangenehmer Geschmack im Mund
BuprenorphinSehr seltenMuskelzuckungen, Geschmacksstörungen
CarbamazepinSehr seltenHirnhautentzündung ohne Bakterien oder Viren (aseptische Meningitis) mit Muskelzucken und Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen; Geschmacksstörungen
CetirizinSehr seltenBewusstseinsverlust (Synkope), unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesie), krankhafte anhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen (Dystonie), Zittern (Tremor), veränderter Geschmackssinn (Dysgeusie)
ClopidogrelSehr seltenGeschmacksveränderungen oder Geschmacksverlust
DiclofenacSehr seltenStörungen der Geschmacksempfindung
FormoterolSehr seltenGeschmacksveränderungen, beispielsweise ein unangenehmer Geschmack im Mund
Insulin glarginSehr seltenStörung des Geschmacksempfindens (Dysgeusie)
LeuprorelinSehr seltenBei Männern mit Prostatakrebs: vorübergehende Geschmacksveränderungen · Bei Frauen (Enantone-Gyn): vorübergehende Geschmacksveränderungen; Infarkt der Hirnanhangdrüse nach der ersten Gabe bei einer Geschwulst der…
MethotrexatSehr seltenMuskelschwäche und Schmerzen in Armen und Beinen, Taubheit oder Kribbeln, verminderte Berührungsempfindung, Geschmacksstörungen (metallischer Geschmack)
MetoprololSehr seltenGeschmacksstörungen
ColestyraminNicht bekanntGeschmacksstörungen
FluticasonNicht bekanntGeschmacksstörung, Geschmacksverlust und Geruchsverlust (Dysgeusie, Ageusie, Anosmie)
IrbesartanNicht bekanntGeschmacksstörungen (Dysgeusie)
LevocetirizinNicht bekanntKrampfanfälle (Konvulsion), Kribbeln (Parästhesie), Schwindelgefühl, plötzlicher Bewusstseinsverlust (Synkope), Zittern, gestörtes Geschmacksempfinden
Levodopa/BenserazidNicht bekanntGeschmacksverlust oder verändertes Geschmacksempfinden
LithiumNicht bekanntStörung des Geschmacksempfindens (Dysgeusie)
LosartanNicht bekanntGestörtes Geschmacksempfinden (Dysgeusie)
MometasonNicht bekanntVeränderungen des Geschmacks- oder Geruchssinns
RoxithromycinNicht bekanntGeruchs- und/oder Geschmacksstörungen bis zum Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns
TrazodonNicht bekanntVeränderter Geschmack

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (103 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Geschmacksstörungen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (1 Wirkstoff)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Geschmacksstörungen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
DapagliflozinDiabetische Ketoazidose bei Typ-2-Diabetes (erhöhte Konzentration von Ketonkörpern in Urin oder Blut), unabhängig vom Blutzuckerspiegel möglich, also auch bei normalem Blutzucker; Anzeichen sind Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, übermäßiger Durst,…Selten

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Woran Sie Geschmacksstörungen durch ein Medikament erkennen

Ein Hinweis ist der zeitliche Zusammenhang. Bei Amiodaron treten Geschmacksveränderungen laut Packungsbeilage zu Behandlungsbeginn auf [13]. Ein bitterer Geschmack kann auch direkt mit der Anwendung zusammenhängen: Topiramat-Tabletten können einen bitteren Geschmack hinterlassen, wenn sie zerkaut werden [14]; beim Azelastin-Nasenspray können bei zu weit zurückgeneigtem Kopf infolge einer erhöhten Aufnahme in den Körper Schläfrigkeit und ein bitterer Geschmack auftreten [15]. Bei der ärztlichen Abklärung einer Schmeckstörung gehört laut Leitlinie die Frage nach eingenommenen Medikamenten zur Grunddiagnostik, ebenso die Frage nach dem zeitlichen Verlauf und nach auslösenden Ereignissen [1].

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Schmecken und Riechen. Mit dem Geschmackssinn nehmen wir laut Leitlinie die fünf Geschmacksqualitäten süß, sauer, salzig, bitter und umami wahr; das Aroma von Speisen nimmt dagegen vor allem der Geruchssinn auf, wenn Duftstoffe aus dem Mund über den Rachen in die Nase gelangen [1]. Was umgangssprachlich als Geschmack bezeichnet wird, ist laut Leitlinie meist der Geruch [1]. Zur Abklärung einer Schmeckstörung gehört laut Leitlinie auch eine orientierende Prüfung des Riechens [1]. Manche Produktinformationen nennen Störungen beider Sinne gemeinsam, etwa die von Doxycyclin und Thiamazol [9, 16].

Wie lange eine Geschmacksstörung anhält, unterscheidet sich je nach Wirkstoff. Ein verminderter Geschmackssinn unter Terbinafin klingt laut Fachinformation für gewöhnlich nach dem Absetzen innerhalb weniger Wochen ab; in Einzelfällen hielt er länger an [3]. Geschmacks- und Geruchsstörungen unter Thiamazol sind nach dem Absetzen rückbildungsfähig, die Normalisierung kann aber mehrere Wochen dauern [10]. Bei Doxycyclin waren Störungen von Geruch und Geschmack dagegen nur in einigen Fällen und auch nur teilweise umkehrbar [16].

Ob Ihr Medikament den Geschmack verändern kann, lesen Sie in der Packungsbeilage in Abschnitt 4 bei den Nebenwirkungen nach [2, 11]. Notieren Sie, seit wann Sie welches Mittel einnehmen und wie sich der Geschmack verändert hat.

Warum Medikamente Geschmacksstörungen auslösen können

Über die Mechanismen ist laut Leitlinie wenig bekannt [1]. Naheliegend ist der Zusammenhang bei Medikamenten, die den Speichelfluss vermindern, etwa anticholinerg wirkenden Mitteln wie trizyklischen Antidepressiva, oder die die Mundschleimhaut schädigen, etwa bestimmten Mitteln gegen Krebs (antiproliferative Mittel wie Vincristin) [1]. Eine Strahlentherapie kann laut Leitlinie die Sinneszellen und Geschmacksknospen schädigen [1]. Bei manchen Wirkstoffen mit einer bestimmten chemischen Gruppe (Sulfhydrylgruppe), etwa Penicillamin, nennt die Leitlinie einen durch das Medikament verursachten Zinkmangel [1]. Mehr zur Mundtrockenheit als Nebenwirkung: Mundtrockenheit durch Medikamente.

Manche Produktinformationen beschreiben auch Folgen einer Geschmacksstörung: Unter Terbinafin traten laut Fachinformation Angstzustände und depressive Beschwerden als Folge einer Geschmacksstörung und ein Gewichtsverlust als Folge eines verminderten Geschmackssinns auf [3]. Bei Metformin kann ein verminderter Vitamin-B12-Spiegel zu den Nebenwirkungen gehören; zu den möglichen Beschwerden zählt die Packungsbeilage unter anderem eine wunde und rote Zunge [11]. Mehr dazu: Nährstoffmangel durch Medikamente.

Was Sie tun können

Frau mit langem braunem Haar spricht an einem kleinen runden Tisch am Fenster ruhig mit einer grauhaarigen Ärztin
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Besteht der Verdacht auf eine medikamentenbedingte Schmeckstörung, steht laut Leitlinie das Absetzen oder Ersetzen des Mittels im Vordergrund, soweit das medizinisch möglich ist; in der Mehrzahl der Fälle erholt sich das Schmeckvermögen dann von selbst [1]. Ob das bei Ihnen infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Bei Metronidazol sollen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die weitere Behandlung sprechen, wenn Geschmacksstörungen auftreten [4]. Die Geschmacksveränderungen zu Beginn einer Behandlung mit Amiodaron verschwinden laut Packungsbeilage, wenn die Dosis verringert wird [13]. Die Dosis legt die Ärztin oder der Arzt fest. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Richtig anwenden. Topiramat-Tabletten sollen laut Packungsbeilage im Ganzen geschluckt und nicht zerkaut werden, weil sie einen bitteren Geschmack hinterlassen können [14]. Neigen Sie beim Azelastin-Nasenspray den Kopf nicht zu weit nach hinten; sonst können laut Packungsbeilage Schläfrigkeit und ein bitterer Geschmack auftreten [15]. Einem bitteren Geschmack nach der Anwendung von Azelastin können Sie laut Packungsbeilage mit einem alkoholfreien Getränk wie Saft oder Milch entgegenwirken [15].

Unterstützende Maßnahmen. Eine ausführliche Beratung ist laut Leitlinie ein wichtiger Teil der Behandlung von Schmeckstörungen [1]. Unterstützend wirken können laut Leitlinie die Pflege der Mundschleimhaut, das Anregen des verbliebenen Schmeckvermögens, etwa durch Nachwürzen, und der Verzicht auf Schadstoffe wie Nikotin [1]. Haben Sie wegen der Geschmacksstörung abgenommen, sollte laut Leitlinie eine Ernährungsberatung erwogen werden [1]. Mehr dazu: Medikamente und Rauchen.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [2]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Lassen Sie eine neue oder anhaltende Geschmacksstörung ärztlich abklären. Das gilt besonders, wenn Sie deshalb weniger essen oder abnehmen: Bei Terbinafin kann eine länger dauernde Geschmacksstörung laut Packungsbeilage zu verminderter Nahrungsaufnahme und erheblicher Gewichtsabnahme führen [2]. Mehr dazu: Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme.

Schwellungen im Mund und Gesicht. Unter Enalapril sollen Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, wenn Gesicht, Gliedmaßen, Lippen, Schleimhaut, Zunge und/oder Kehlkopf anschwellen oder Atemnot auftritt; das Mittel dürfen Sie dann nicht weiter einnehmen [5]. Bei Ramipril verlangt die Packungsbeilage, die Einnahme bei Schwellungen von Gesicht, Lippen oder Rachen, die das Schlucken oder Atmen erschweren, umgehend abzubrechen und sich unverzüglich an die Ärztin oder den Arzt zu wenden [7]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Schwere Atemnot ist ein Fall für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [20]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie.

Plötzliche Beschwerden im Gesicht. Schmeckstörungen können laut Leitlinie auch durch Schäden im Gehirn entstehen, etwa nach einem Infarkt [1]. Kommen plötzlich ein herabhängender Mundwinkel, Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühle, Sprachstörungen oder ein Gesichtsfeldausfall hinzu, kann das auf einen Schlaganfall hinweisen; dann ist laut gesund.bund.de schnell der Notruf 112 zu wählen, ohne abzuwarten, ob die Beschwerden wieder verschwinden [19].

Abgesehen von solchen Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Andere Ursachen

Nicht jede Geschmacksstörung kommt vom Medikament. Schmeckstörungen sind laut Leitlinie deutlich seltener als Riechstörungen; in der Bevölkerung findet sich ein vermindertes Schmeckvermögen bei etwa 5 Prozent der Menschen, ein vollständiger Verlust des Geschmackssinns nur äußerst selten [1]. Als wichtige Ursachen nennt die Leitlinie [1]:

  • Infekte der oberen Atemwege und andere Infektionen, die Geschmacksrezeptoren, Nerven oder Teile des Gehirns schädigen können, zum Beispiel eine Gürtelrose am Gesichtsnerv [1].
  • Kopfverletzungen und Eingriffe, etwa Operationen am Ohr oder an den Mandeln, sowie eine Bestrahlung [1].
  • Allgemeine Erkrankungen wie Diabetes, eine Schilddrüsenunterfunktion, Leber- und Nierenversagen oder Sodbrennen durch Rückfluss von Magensäure; außerdem Mangel an Vitaminen oder Zink und Erkrankungen, die den Speichelfluss verändern [1].
  • Erkrankungen des Gehirns wie Tumoren, Multiple Sklerose, Infarkte oder neurodegenerative Erkrankungen [1].
  • Syndrom des brennenden Mundes (Burning-Mouth-Syndrom): Es geht laut Leitlinie regelmäßig mit Schmeckstörungen einher, häufig mit einem anhaltend bitteren oder metallischen Geschmack, und tritt am häufigsten bei Frauen nach den Wechseljahren auf [1].
  • Mundhygiene: Als zusätzlicher Faktor gilt laut Leitlinie eine schlechte Mundhygiene; umgekehrt kann auch zum Beispiel die Anwendung von Mundspülungen zu Schmeckstörungen führen [1].

Das Schmecksystem hat laut Leitlinie eine ausgeprägte Neigung, sich von selbst zu erholen; das dauert aber selten nur wenige Wochen, meist Monate oder sogar Jahre [1]. Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, bei Bedarf in einer HNO-Praxis.

Quellen

  1. Leitlinie S2k-Leitlinie Riech- und Schmeckstörungen, AWMF-Register-Nr. 017/050. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC), veröffentlicht auf hno.org (Arbeitsgemeinschaft Olfaktologie und Gustologie). Stand 08/2023 (verabschiedet 01.08.2023). abgerufen am 12.10.2026
  2. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Terbinafin-ratiopharm® 250 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 12.10.2026
  3. Fachinformation Fachinformation Terbinafin-ratiopharm® 250 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 12.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metronidazol-ratiopharm® 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Enalapril-ratiopharm® 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Enalapril-ratiopharm® 2,5 mg / 5 mg / 10 mg / 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ramipril-ratiopharm® 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Clarithromycin STADA® 250 mg/500 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Thiamazol 5 mg Henning Filmtabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Thiamazol Henning (5 mg/20 mg Filmtabletten, 40 mg inject.). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metformin-ratiopharm® 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Zopiclon-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amiodaron-ratiopharm® 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Topiramat-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 12.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Vividrin® Azelastin Kombipackung 0,5 mg/ml Augentropfen, Lösung und 1 mg/ml Nasenspray, Lösung. Dr. Gerhard Mann chem.-pharm. Fabrik GmbH (Bausch & Lomb). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Doxy-M-ratiopharm® 100 mg / 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  18. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ozempic (Semaglutid), Anhang III B: Packungsbeilage. Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  19. Behörde Schlaganfall. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 16.12.2022. abgerufen am 12.10.2026
  20. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können Geschmacksstörungen auslösen?

Laut S2k-Leitlinie Riech- und Schmeckstörungen können viele Medikamente Schmeckstörungen verursachen, vor allem hornhautlösende Mittel, Chemotherapeutika, Antihistaminika, Antibiotika und ACE-Hemmer. Grundsätzlich kann jeder Wirkstoff dazu führen. Beispiele aus den Produktinformationen sind Terbinafin, Metronidazol, Clarithromycin, Doxycyclin, Enalapril, Ramipril, Metformin, Topiramat, Amiodaron, Thiamazol, Zopiclon und Amitriptylin. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation Geschmacksstörungen nennt.

Woher kommt ein metallischer Geschmack im Mund?

Einen metallischen Geschmack nennt zum Beispiel die Packungsbeilage von Metronidazol, bei dem Geschmacksstörungen häufig sind. Auch ohne Medikament kann ein bitterer oder metallischer Geschmack vorkommen, laut Leitlinie etwa beim Syndrom des brennenden Mundes (Burning-Mouth-Syndrom). Sprechen Sie einen anhaltenden Beigeschmack in der Praxis an und nennen Sie alle Medikamente, die Sie einnehmen.

Wie lange dauert eine Geschmacksstörung durch Medikamente?

Das ist je nach Wirkstoff verschieden. Unter Terbinafin klingt ein verminderter Geschmackssinn laut Fachinformation für gewöhnlich innerhalb weniger Wochen nach dem Absetzen ab, in Einzelfällen hält er länger an. Bei Thiamazol sind Geschmacksstörungen nach dem Absetzen rückbildungsfähig, die Normalisierung kann aber mehrere Wochen dauern. Bei Doxycyclin waren Störungen von Geruch und Geschmack nur in einigen Fällen und nur teilweise umkehrbar. Laut Leitlinie erholt sich das Schmeckvermögen bei medikamentenbedingten Störungen nach dem Absetzen oder Ersetzen des Mittels in der Mehrzahl der Fälle von selbst. Ob das infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Was hilft gegen den bitteren Geschmack nach einem Nasenspray?

Beim Nasenspray mit Azelastin entsteht ein bitterer Geschmack laut Packungsbeilage meist durch eine falsche Anwendung mit zurückgeneigtem Kopf. Dagegen können Sie laut Packungsbeilage ein alkoholfreies Getränk wie Saft oder Milch trinken. Wie Sie das Spray richtig anwenden, steht in der Packungsbeilage. Fragen Sie im Zweifel in Ihrer Apotheke nach.

Können Blutdrucksenker den Geschmack verändern?

Ja, ACE-Hemmer nennt die Leitlinie ausdrücklich unter den Mitteln, die Schmeckstörungen verursachen können. Bei Enalapril ist eine Geschmacksänderung laut Packungsbeilage häufig, bei Ramipril ein Verlust oder eine Veränderung des Geschmacksempfindens gelegentlich. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Schmecke ich schlechter oder rieche ich schlechter?

Riech- und Schmeckstörungen überschneiden sich laut Leitlinie häufig. Mit dem Geschmackssinn nehmen wir laut Leitlinie nur süß, sauer, salzig, bitter und umami wahr. Das Aroma von Speisen nimmt vor allem der Geruchssinn auf, über den Rachen von hinten in die Nase. Was umgangssprachlich Geschmack heißt, ist laut Leitlinie meist der Geruch. Welcher Sinn betroffen ist, kann eine Ärztin oder ein Arzt, etwa in einer HNO-Praxis, mit Tests klären.

Wann sollte ich wegen einer Geschmacksstörung zum Arzt?

Sprechen Sie eine neue oder anhaltende Geschmacksstörung in der Praxis an, vor allem wenn Sie deshalb weniger essen oder abnehmen. Bei Terbinafin kann eine länger dauernde Geschmacksstörung laut Packungsbeilage zu verminderter Nahrungsaufnahme und erheblicher Gewichtsabnahme führen. Sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei Schwellungen von Zunge, Lippen, Gesicht oder Rachen; bei schwerer Atemnot rufen Sie den Notruf 112. Kommen plötzlich ein hängender Mundwinkel, Lähmungen oder Sprachstörungen hinzu, rufen Sie ebenfalls die 112.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu