MedikamenteWirkstoff
Fluticason-Nasenspray: Nebenwirkungen und Wirkung
Fluticasonfuroat ist ein Kortison-Nasenspray auf Rezept gegen die Beschwerden der allergischen Rhinitis, etwa Heuschnupfen oder Hausstauballergie, für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren. Sehr häufig ist Nasenbluten, im Allgemeinen leicht; häufig sind Geschwüre in der Nase, Kopfschmerzen und Atemnot. Bei Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion wie starkem Keuchen, Schwellungen im Gesicht oder Schwächegefühl holen Sie so schnell wie möglich ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Nasenbluten, im Allgemeinen leicht, besonders bei Anwendung länger als 6 Wochen ohne Unterbrechung[1, 2]
- Häufig: Geschwüre in der Nase (nasale Ulcera), die eine Reizung oder Beschwerden im Inneren der Nase hervorrufen können; beim Naseputzen können Blutspuren auftreten[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Atemnot (Dyspnoe); laut Fachinformation in klinischen Studien bei mehr als 1 % der Behandelten, ähnlich häufig wie unter Placebo[1, 2]
Wofür wird Fluticason eingesetzt?
Fluticason ist ein Kortison, das es in verschiedenen Formen gibt: als Nasenspray, zum Inhalieren und zum Auftragen auf die Haut [3]. Diese Seite beschreibt das Nasenspray. Grundlage ist die EMA-Produktinformation von Avamys mit dem Wirkstoff Fluticasonfuroat, Stand Juni 2025 [1, 2]. Für Fluticason zum Inhalieren bei Asthma oder COPD gelten andere Packungsbeilagen, etwa für das Kombinationspräparat Salmeterol/Fluticason.
Das Nasenspray wird angewendet zur Behandlung der Beschwerden der allergischen Rhinitis: verstopfte, laufende oder juckende Nase, Niesen sowie wässrige, juckende oder gerötete Augen [1]. Die Beschwerden können zu bestimmten Zeiten im Jahr auftreten, durch eine Allergie gegen Pollen von Gräsern oder Bäumen (Heuschnupfen), oder ganzjährig, zum Beispiel durch eine Allergie gegen Tiere, Hausstaubmilben oder Schimmel [1]. Zugelassen ist es für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 6 Jahren [2]. Es gehört zu den Schnupfenmitteln und ist verschreibungspflichtig [1, 2]. Nasensprays mit Fluticasonpropionat sind laut Arzneimittelverschreibungsverordnung für Erwachsene mit ärztlich erstdiagnostizierter saisonaler allergischer Rhinitis in begrenzter Tagesdosis von der Verschreibungspflicht ausgenommen; für sie gelten eigene Packungsbeilagen [4].
Wie wirkt Fluticason?
Fluticasonfuroat gehört zu den Glukokortikoiden. Es verringert die durch eine Allergie hervorgerufene Entzündung in der Nase und damit die Beschwerden [1]. Laut Fachinformation ist es ein synthetisches, dreifach fluoriertes Kortikosteroid mit sehr hoher Bindungsstärke zum Glukokortikoidrezeptor und stark entzündungshemmender Wirkung [2].
Normalerweise wirkt das Nasenspray innerhalb der ersten 8 bis 24 Stunden; manche Menschen spüren die volle Wirkung erst einige Tage nach der ersten Anwendung [1]. Bei Anwendung in der Nase gelangt nur sehr wenig Wirkstoff in den Blutkreislauf: Laut Fachinformation liegt die absolute Bioverfügbarkeit (der Anteil, der im Blut ankommt) bei 0,50 % [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt; Packungsbeilage und Fachinformation nennen dieselben Häufigkeiten. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Am häufigsten berichtet werden laut Fachinformation Nasenbluten, Geschwüre in der Nase und Kopfschmerzen. Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen stammen aus seltenen Berichten über Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie [2]. Kortison-Nasensprays können außerdem die normale Bildung von Hormonen im Körper beeinflussen, besonders bei hohen Dosen über längere Zeit; bei Kindern kann das zu verzögertem Wachstum führen [1].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- AtemwegeNasenbluten, im Allgemeinen leicht, besonders bei Anwendung länger als 6 Wochen ohne Unterbrechung[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- AtemwegeGeschwüre in der Nase (nasale Ulcera), die eine Reizung oder Beschwerden im Inneren der Nase hervorrufen können; beim Naseputzen können Blutspuren auftreten[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- AtemwegeAtemnot (Dyspnoe); laut Fachinformation in klinischen Studien bei mehr als 1 % der Behandelten, ähnlich häufig wie unter Placebo[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen einschließlich schwerer allergischer Reaktion (Anaphylaxie), Schwellungen (Angioödem), Hautausschlag (Exanthem) und Nesselsucht (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenHautausschlagNesselsucht
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Muskeln, Knochen und GelenkeBei Kindern: Verlangsamung des Wachstums[1, 2]
- AugenVerschwommenes Sehen oder vorübergehende Veränderungen des Sehvermögens unter Langzeitbehandlung[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AtemwegeEngegefühl in der Brust, das zu Atemschwierigkeiten führt (Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- AtemwegeStimmstörung (Dysphonie), Stimmverlust (Aphonie)[1, 2]
- NervensystemGeschmacksstörung, Geschmacksverlust und Geruchsverlust (Dysgeusie, Ageusie, Anosmie)[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Überempfindlichkeitsreaktionen sind selten. Bei wenigen Menschen können sie sich laut Packungsbeilage zu einem schwerwiegenden, sogar lebensbedrohlichen Problem entwickeln, wenn sie nicht behandelt werden [1]. Mehr dazu auf der Seite Arzneimittelallergie.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Nasenbluten und gereizte Nase: Nasenbluten ist im Allgemeinen leicht und tritt vor allem bei Anwendung über mehr als 6 Wochen ohne Unterbrechung auf [1, 2]. Der Hilfsstoff Benzalkoniumchlorid kann die Nasenschleimhaut reizen oder anschwellen lassen, besonders bei längerer Anwendung; informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie beim Sprühen Unbehagen empfinden [1]. Richten Sie die Sprühdüse beim Sprühen zur Außenseite der Nase, weg von der Nasenscheidewand in der Mitte; so gelangt das Arzneimittel laut Packungsbeilage leichter an den richtigen Ort in der Nase [1].
Augen und Sehen: Bemerken Sie verschwommenes Sehen oder andere Sehstörungen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Laut Fachinformation sollte dann eine Überweisung an eine Augenärztin oder einen Augenarzt erwogen werden [2]. Achten Sie darauf, dass die Sprühwolke nicht in die Augen gelangt; falls doch, spülen Sie die Augen mit Wasser aus [1]. Mehr dazu auf der Seite Sehstörungen.
Kinder: Bei Kindern, die das Nasenspray längerfristig anwenden, wird laut Fachinformation empfohlen, das Wachstum regelmäßig zu kontrollieren [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, auch über rezeptfreie [1]. Fluticasonfuroat wird in der Leber über das Enzym CYP3A4 abgebaut. Arzneimittel, die dieses Enzym stark hemmen, wie Ritonavir, Cobicistat oder Ketoconazol, können die Menge im Körper erhöhen und Nebenwirkungen des Kortisons im ganzen Körper (systemische Nebenwirkungen) wahrscheinlicher machen [1, 2]. Bei weiteren Kortisonbehandlungen (Tabletten, Spritzen, Cremes, Asthmamittel) ist laut Fachinformation die gesamte Kortisonbelastung des Körpers zu bedenken [2]. Andere Nasensprays mit Kortison sollten nicht gleichzeitig angewendet werden [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Ritonavir oder Cobicistat (zur Behandlung von HIV) | Können die Menge an Fluticasonfuroat im Körper erhöhen; dadurch ist ein höheres Risiko für kortisontypische Nebenwirkungen im ganzen Körper zu erwarten[1, 2] | Die gleichzeitige Anwendung mit Ritonavir wird laut Fachinformation nicht empfohlen; die Kombination mit starken CYP3A-Hemmern einschließlich Cobicistat sollte vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt, dann mit Überwachung auf kortisontypische Nebenwirkungen |
| Ketoconazol (gegen Pilzinfektionen) | In einer Studie hatten mit Ketoconazol mehr Teilnehmende messbare Fluticasonfuroat-Spiegel (6 von 20 gegenüber 1 von 20 unter Placebo); die Kortisolspiegel unterschieden sich nicht statistisch signifikant[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt entscheidet über die gemeinsame Anwendung |
| Kortisontabletten oder -injektionen, Kortisoncreme, Arzneimittel zur Behandlung von Asthma | Können die Nebenwirkungen des Nasensprays verstärken[1] | Die Ärztin oder der Arzt entscheidet über die gemeinsame Anwendung und überwacht gegebenenfalls |
| Andere Nasensprays mit Steroiden (Kortison) | Laut Fachinformation ist bei mehreren Kortisonbehandlungen die gesamte Kortisonbelastung des Körpers zu bedenken[1, 2] | Nicht gleichzeitig anwenden |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Fluticason nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Bei einer Allergie gegen Fluticasonfuroat oder einen der sonstigen Bestandteile darf das Nasenspray nicht angewendet werden, ebenso nicht bei Kindern unter 6 Jahren [1, 2]. Hatten Sie schon einmal Grünen oder Grauen Star, sagen Sie es vorher Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Kinder: Bei Anwendung über einen langen Zeitraum kann sich das Wachstum verlangsamen. Die Ärztin oder der Arzt überprüft die Größe regelmäßig und achtet auf die niedrigstmögliche wirksame Dosierung[1, 2]
- Grüner Star (Glaukom, erhöhter Augeninnendruck) oder Grauer Star (Katarakt, Trübung der Augenlinse), auch wenn diese Erkrankungen früher bestanden, das Nasenspray kann zu solchen Augenerkrankungen führen[1, 2]
- Hohe Dosen über längere Zeit: Laut Fachinformation können Kortison-Nasensprays Wirkungen im ganzen Körper haben, viel seltener als Kortison zum Einnehmen, etwa Cushing-Syndrom, eine Unterdrückung der Nebennierenfunktion, Wachstumsverzögerung bei Kindern und Jugendlichen, Grauen oder Grünen Star und seltener Veränderungen der Psyche oder des Verhaltens wie Überaktivität, Schlafstörungen, Angst, Depression oder Aggression (besonders bei Kindern)[2]
- Weitere Kortisonbehandlungen gleichzeitig (Tabletten, Spritzen, Cremes, Asthmamittel): Laut Fachinformation ist die gesamte Kortisonbelastung des Körpers zu bedenken[1, 2]
- Umstellung von Kortison zum Einnehmen oder als Spritze (systemische Steroide) auf das Nasenspray, wenn Grund zur Annahme besteht, dass die Funktion der Nebennierenrinde beeinträchtigt ist: laut Fachinformation Vorsicht geboten[2]
- Benzalkoniumchlorid: Der Hilfsstoff kann eine Reizung oder Schwellung der Nasenschleimhaut hervorrufen, insbesondere bei längerer Anwendung[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Dass das Nasenspray die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt, ist unwahrscheinlich [1, 2]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit fassen die Karten die Angaben der Produktinformation und des Beratungszentrums Embryotox zusammen; Embryotox stuft Fluticason in der Schwangerschaft als Medikament der Wahl ein, hält aber dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig [1, 2, 3]. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox gegebenenfalls Budesonid oder Beclometason. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Schwangerschaft
Wenden Sie das Nasenspray in der Schwangerschaft oder wenn Sie eine Schwangerschaft planen nicht an, es sei denn, Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Apotheke empfiehlt es. Laut Fachinformation gibt es keine ausreichenden Daten bei Schwangeren; in Tierstudien riefen Glukokortikoide Fehlbildungen einschließlich Gaumenspalten sowie Wachstumsverzögerungen im Mutterleib hervor; wegen der minimalen Aufnahme in den Körper bei den empfohlenen Dosen in der Nase ist das wahrscheinlich nicht für den Menschen relevant. Fluticasonfuroat sollte nur angewendet werden, wenn der Nutzen für die Mutter die möglichen Risiken für das ungeborene Kind überwiegt.[1, 2]
Embryotox stuft Fluticason in der Schwangerschaft als Medikament der Wahl ein, hält aber dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig; der Erfahrungsumfang ist sehr hoch. Insgesamt ergeben sich keine Hinweise auf Fehlbildungen; auch nach Anwendung in der Nase ließ sich kein statistisch signifikantes Fehlbildungsrisiko ermitteln, und ein fruchtschädigendes (fetotoxisches) Risiko ist bisher nicht beobachtet worden. Laut Embryotox kann Fluticason als Nasenspray bei allergischer Rhinitis sowohl bei geplanter als auch während einer Schwangerschaft eingesetzt werden; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox gegebenenfalls Budesonid oder Beclometason. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Wenden Sie das Nasenspray in der Stillzeit nicht an, es sei denn, Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Apotheke empfiehlt es. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Fluticasonfuroat nach Anwendung in der Nase in die Muttermilch übergeht.[1, 2]
Embryotox: Berichte über Beschwerden bei gestillten Säuglingen liegen nicht vor; laut Embryotox kann Fluticason in der Stillzeit nasal angewendet werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Eine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit oder der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, ist unwahrscheinlich.[1, 2]
Einnahme
Einmal täglich und jeden Tag zur gleichen Zeit anwenden; das behandelt die Beschwerden tagsüber und nachts. Vor dem Sprühen kräftig schütteln, die Nase putzen, den Kopf leicht nach vorn neigen, die Sprühdüse zur Außenseite der Nase richten und beim Einatmen durch die Nase sprühen, dann durch den Mund ausatmen. Die Sprühwolke darf nicht in die Augen gelangen; falls doch, die Augen mit Wasser ausspülen.[1]
Vor dem ersten Gebrauch, und wenn die Verschlusskappe 5 Tage nicht aufgesetzt war oder das Spray 30 Tage oder länger nicht benutzt wurde, etwa 10 Sekunden kräftig schütteln und mindestens 6-mal in die Luft sprühen, bis eine feine Sprühwolke austritt. Nach dem ersten Öffnen nur innerhalb von 2 Monaten anwenden.[1]
Dosis vergessen: anwenden, sobald Sie daran denken; liegt das nahe am Zeitpunkt der nächsten Dosis, bis dahin warten. Nicht die doppelte Menge anwenden.[1]
Absetzen
Laut Fachinformation sollte die Behandlung auf den Zeitraum beschränkt werden, in dem Sie dem Allergieauslöser ausgesetzt sind, und die Dosis auf die niedrigste noch wirksame Dosis reduziert werden.[2]
Überdosierung
Haben Sie mehr angewendet als vorgesehen, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation ist bei einer akuten Überdosierung wahrscheinlich keine Behandlung, sondern lediglich eine Beobachtung erforderlich; in einer Studie wurden sehr hohe Dosen in die Nase über drei Tage gegeben, ohne dass Nebenwirkungen im ganzen Körper beobachtet wurden.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die übliche Anfangsdosis für Erwachsene und Kinder über 12 Jahre sowie für Kinder von 6 bis 11 Jahren; Angaben zu älteren Menschen, zu Nieren und Leber und zur Behandlungsdauer stammen aus der Fachinformation [1, 2]. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Laut Fachinformation sollte die Dosis auf die niedrigste Dosis reduziert werden, mit der die Beschwerden wirksam kontrolliert bleiben [2].
Anwendung und Absetzen
Wenden Sie das Nasenspray jeden Tag zur gleichen Zeit an; das behandelt die Beschwerden tagsüber und nachts [1]. Schütteln Sie das Spray vor jedem Gebrauch kräftig, putzen Sie die Nase und neigen Sie den Kopf leicht nach vorn. Sprühen Sie, während Sie durch die Nase einatmen, und atmen Sie danach durch den Mund aus [1]. Vor dem ersten Gebrauch oder nach längerer Pause muss das Spray vorbereitet werden, indem Sie es mindestens 6-mal in die Luft sprühen, bis eine feine Sprühwolke austritt. Nach dem ersten Öffnen verwenden Sie es höchstens 2 Monate [1].
Laut Fachinformation sollte die Behandlung auf den Zeitraum beschränkt werden, in dem Sie dem Allergieauslöser ausgesetzt sind [2]. Haben Sie eine Dosis vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie daran denken; liegt das nahe an der nächsten Dosis, warten Sie bis dahin. Haben Sie zu viel angewendet, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Präparate mit Fluticason
Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation des Nasensprays Avamys mit Fluticasonfuroat [1, 2]. Fluticason gibt es auch in anderen Darreichungsformen, etwa zum Inhalieren oder als Creme [3]. Diese Präparate haben eigene Anwendungsgebiete, Dosierungen und Nebenwirkungslisten; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Avamys 27,5 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension | GlaxoSmithKline Trading Services Limited (in Deutschland: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG) | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Avamys 27,5 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension, Anhang III B: Packungsbeilage. GlaxoSmithKline Trading Services Limited. Stand 06/2025. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Avamys 27,5 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension, Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale (Fachinformation). GlaxoSmithKline Trading Services Limited. Stand 06/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Fluticason. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Fluticason. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt ein Fluticason-Nasenspray?
Laut Packungsbeilage wirkt Fluticasonfuroat normalerweise innerhalb der ersten 8 bis 24 Stunden; manche Menschen spüren die volle Wirkung erst einige Tage nach der ersten Anwendung. Für den vollen Nutzen wird laut Fachinformation eine dauerhafte Anwendung jeweils zur selben Tageszeit empfohlen, beschränkt auf den Zeitraum, in dem Sie dem Allergieauslöser ausgesetzt sind.
Ist Nasenbluten bei Fluticason normal?
Nasenbluten ist die häufigste Nebenwirkung und kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Es ist im Allgemeinen leicht und tritt vor allem auf, wenn das Spray länger als 6 Wochen ohne Unterbrechung angewendet wird. Häufig sind auch Geschwüre in der Nase, bei denen sich beim Naseputzen Blutspuren zeigen können; sehr selten entstehen kleine Löcher in der Nasenscheidewand. Sprechen Sie bei anhaltenden Beschwerden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kann Fluticason das Wachstum von Kindern beeinflussen?
Ja, das ist möglich. Bei Anwendung über einen langen Zeitraum kann sich das Wachstum von Kindern verlangsamen; laut Fachinformation wuchsen in einer einjährigen Studie vorpubertäre Kinder unter Fluticasonfuroat im Mittel 0,27 cm pro Jahr langsamer als unter Placebo. Die Ärztin oder der Arzt kontrolliert die Größe regelmäßig und achtet auf die niedrigstmögliche wirksame Dosierung. Bei Kindern unter 6 Jahren wird das Nasenspray nicht angewendet.
Kann ein Kortison-Nasenspray den Augen schaden?
Laut Packungsbeilage kann das Nasenspray zu Augenerkrankungen wie Grünem Star (erhöhter Augeninnendruck) oder Grauem Star (Trübung der Linse) führen. Verschwommenes Sehen oder vorübergehende Veränderungen des Sehvermögens unter Langzeitbehandlung sind mit "nicht bekannter" Häufigkeit aufgeführt. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie solche Erkrankungen schon hatten oder Sehstörungen bemerken.
Darf ich Fluticason-Nasenspray in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?
Laut Packungsbeilage nur, wenn Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Apotheke es empfiehlt. Die Fachinformation hält eine Übertragung von Tierbefunden auf den Menschen wegen der minimalen Aufnahme in den Körper für unwahrscheinlich. Das Beratungszentrum Embryotox stuft Fluticason in der Schwangerschaft als Medikament der Wahl ein, hält aber dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig und nennt gegebenenfalls Budesonid oder Beclometason als besser geeignete Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Als Nasenspray kann Fluticason laut Embryotox bei allergischer Rhinitis vor und während der Schwangerschaft und in der Stillzeit angewendet werden.
Welche Medikamente vertragen sich nicht mit Fluticason?
Die HIV-Mittel Ritonavir und Cobicistat sowie Ketoconazol gegen Pilzinfektionen können die Menge an Fluticasonfuroat im Körper erhöhen und damit kortisontypische Nebenwirkungen wahrscheinlicher machen. Auch Kortisontabletten, -spritzen, -cremes und Asthmamittel können die Nebenwirkungen verstärken. Andere Nasensprays mit Kortison sollten Sie nicht gleichzeitig anwenden; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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