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Schnupfenmittel (Nasensprays)
Nasensprays gegen Schnupfen enthalten je nach Untergruppe abschwellende Wirkstoffe wie Xylometazolin und Oxymetazolin, Kortison wie Mometason und Fluticason oder Antihistaminika wie Azelastin und Levocabastin. Ohne ärztliche Anordnung darf das Xylometazolin-Spray laut Packungsbeilage nicht länger als 7 Tage angewendet werden, das Oxymetazolin-Spray sollte nicht länger als 7 Tage angewendet werden; Dauergebrauch kann zu einer chronischen Schwellung und schließlich zum Schwund der Nasenschleimhaut führen. Als Nebenwirkungen nennen die Packungsbeilagen unter anderem Brennen, Trockenheit oder Reizung der Nase und Nasenbluten.

Diese Seite beschreibt drei Untergruppen von Nasensprays gegen Schnupfen: abschwellende Wirkstoffe (Alpha-Sympathomimetika) wie Xylometazolin und Oxymetazolin, Kortison (Glukokortikoide) wie Mometason und Fluticason sowie Antihistaminika wie Azelastin und Levocabastin [1, 4, 7, 10, 11, 12]. Ohne ärztliche Anordnung darf das Xylometazolin-Spray laut Packungsbeilage nicht länger als 7 Tage angewendet werden, das Oxymetazolin-Spray sollte nicht länger als 7 Tage angewendet werden [1, 4]. Einzelheiten stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.
Was sind Nasensprays gegen Schnupfen?
In Abschnitt 5.1 ihrer Fachinformationen ist Xylometazolin den Rhinologika, also Mitteln zur Anwendung in der Nase, und dort den Sympathomimetika zugeordnet (ATC-Code R01AA07), Mometason und Fluticasonfuroat den Kortikosteroiden unter den Rhinologika (ATC-Codes R01AD09 und R01AD12) [2, 7, 9].
Wie Nasensprays gegen Schnupfen wirken
Abschwellende Sprays: Xylometazolin und Oxymetazolin verengen die Blutgefäße und lassen dadurch die Schleimhaut abschwellen [1, 4]. Laut Fachinformation von Xylometazolin setzt die Wirkung innerhalb von ca. 30 Sekunden bis wenigen Minuten ein und hält im Durchschnitt 6 bis 8 Stunden an; gelegentlich kann die aufgenommene Menge ausreichen, um Wirkungen etwa am Zentralnervensystem oder an Herz und Kreislauf hervorzurufen [2]. Laut Embryotox wird bei normaler Anwendung allenfalls eine geringe Menge in den Körper aufgenommen [13, 14].
Kortison-Sprays: Mometasonfuroat wirkt laut Fachinformation in der Nase örtlich entzündungshemmend, in Dosierungen, die im übrigen Körper nicht wirksam sind [7]. Fluticasonfuroat verringert laut Packungsbeilage die durch eine Allergie hervorgerufene Entzündung [10]. Kortisonhaltige Sprays lassen laut IQWiG die Schleimhäute abschwellen und lindern Beschwerden wie eine laufende oder verstopfte Nase [19]. Die volle Wirkung kann laut Packungsbeilagen erst nach zwei Tagen (Mometason) bzw. einige Tage nach der ersten Anwendung (Fluticasonfuroat) zu spüren sein; das Mometason-Spray soll deshalb regelmäßig angewendet werden [8, 10]. Bei Mometason gelangt laut Fachinformation weniger als 1 Prozent des Wirkstoffs in den Blutkreislauf [7].
Antihistaminika-Sprays: Antihistaminika verhindern laut Packungsbeilage von Azelastin die Wirkungen von Stoffen wie Histamin, die der Körper bei einer allergischen Reaktion bildet [11]. Bei Anwendung an Nase oder Auge wird laut Embryotox nur wenig Azelastin bzw. Levocabastin in den Körper aufgenommen [17, 18]. Antihistaminika-Nasensprays wirken laut IQWiG innerhalb der ersten 15 Minuten [19].
Wofür Nasensprays gegen Schnupfen eingesetzt werden
Die zugelassenen Anwendungsgebiete laut Packungsbeilage bzw. Fachinformation:
- Xylometazolin und Oxymetazolin: Abschwellen der Nasenschleimhaut bei Schnupfen, anfallsweise auftretendem Fließschnupfen oder allergischem Schnupfen sowie besserer Sekretabfluss bei einer Entzündung der Nasennebenhöhlen; die Sprays mit 0,1 bzw. 0,05 Prozent sind für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren bestimmt, für jüngere Kinder gibt es Zubereitungen mit geringerer Konzentration [1, 3, 4, 5].
- Mometason: verschreibungspflichtig bei saisonalem allergischem oder ganzjährigem Schnupfen ab 3 Jahren und bei Nasenpolypen ab 18 Jahren [7]; das rezeptfreie Heuschnupfenspray nur für Erwachsene, deren Heuschnupfen zuerst ärztlich festgestellt wurde [8].
- Fluticason (Fluticasonfuroat): verschreibungspflichtig bei allergischem Schnupfen ab 6 Jahren [9, 10].
- Azelastin: Kombipackung aus Augentropfen und Nasenspray bei Heuschnupfen mit allergischer Bindehautentzündung ab 6 Jahren [11].
- Levocabastin: Nasenspray bei allergischem Schnupfen ab 1 Jahr [12].
Bei einer Erkältung können abschwellende Sprays laut IQWiG eine laufende oder verstopfte Nase lindern [20]. Bei allergischem Schnupfen bieten sich laut IQWiG Kortisonsprays oder neuere Antihistaminika als erste Wahl an; abschwellende Nasentropfen sind danach nicht zur Dauertherapie geeignet [19]. Einzelne Kortisonsprays sind laut IQWiG ohne Rezept erhältlich, höher dosierte verschreibungspflichtig [19]. Welches Mittel passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.
Wirkstoffe der Gruppe
Diese Wirkstoffe sind auf dieser Website mit einem geprüften Wirkstoff-Steckbrief beschrieben:
- Azelastinz. B. Vividrin Azelastin Kombipackung, Vividrin Azelastin Nasenspray, Vividrin Azelastin AugentropfenHeuschnupfen und allergische Bindehautentzündung
- Fluticasonz. B. Avamys 27,5 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, SuspensionAllergischer Schnupfen (allergische Rhinitis)
- Levocabastinz. B. Levocabastin axicur 0,5 mg/ml Augentropfensuspension, Levocabastin axicur 0,5 mg/ml Nasenspray, Suspension, Levocabastin axicur Kombi-PackungAllergische Bindehautentzündung und allergischer Schnupfen
- Mometasonz. B. Mometason-ratiopharm Heuschnupfenspray, Mometasonfuroat AbZ 50 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Mometasonfuroat-ratiopharm 50 Mikrogramm/Sprühstoß NasensprayHeuschnupfen, ganzjähriger Schnupfen, Nasenpolypen
- Oxymetazolinz. B. WICK Nasivin Nasenspray ohne Konservierungsstoffe Erwachsene und Schulkinder, WICK Nasivin Nasenspray ohne Konservierungsstoffe Kleinkinder, WICK Nasivin Dosiertropfer ohne Konservierungsstoffe BabyVerstopfte Nase bei Schnupfen, Nebenhöhlenentzündung
- Xylometazolinz. B. NasenSpray-ratiopharm Erwachsene, NasenSpray-ratiopharm Kinder, NasenTropfen-ratiopharm ErwachseneVerstopfte Nase bei Schnupfen, Nebenhöhlenentzündung
Kombinationssprays aus einem Antihistaminikum und Kortison sind laut IQWiG rezeptpflichtig [19]. Azelastin und Levocabastin gibt es auch als Augentropfen, Mometason und Fluticason auch zum Inhalieren und für die Haut [11, 15, 16, 18].
Abschwellende Mittel für Kinder
Die Sprays für Erwachsene mit Xylometazolin 0,1 Prozent und Oxymetazolin 0,05 Prozent dürfen laut Packungsbeilage nicht bei Kindern unter 6 Jahren angewendet werden [1, 4]. Das Xylometazolin-Kinderspray darf nicht bei Kindern unter 2 Jahren angewendet werden, das Oxymetazolin-Spray für Kleinkinder nicht unter 1 Jahr [3, 5]. Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen gibt es laut Packungsbeilage der Oxymetazolin-Babytropfen einzelne Berichte über schwere Nebenwirkungen, insbesondere einen Atemstillstand, bei Anwendung der empfohlenen Dosis; Dosisüberschreitungen sind unbedingt zu vermeiden, bei untergewichtigen Säuglingen und Frühgeborenen darf nur nach ärztlicher Anordnung dosiert werden [6]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Typische Nebenwirkungen

Die vollständige Liste steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats und auf den Wirkstoffseiten. Als mögliche Nebenwirkungen nennt das IQWiG bei Kortisonsprays Nasenbluten, Kopfschmerzen oder Geschmacksstörungen, bei abschwellenden Mitteln unter anderem eine trockene Nasenschleimhaut, allergische Reaktionen oder Kopfschmerzen [19, 20]. Wie die Produktinformationen ausgewählte Nebenwirkungen einstufen, zeigt die Tabelle; was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
| Wirkstoff | Blutungen und blaue Flecken | Kopfschmerzen | Verstopfte Nase | Geschmacksstörungen | Allergische Reaktionen | Herzrasen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Azelastin | Gelegentlich | nicht genannt | nicht genannt | Häufig | Sehr selten | nicht genannt |
| Fluticason | Sehr häufig | Häufig | nicht genannt | Nicht bekannt | Selten | nicht genannt |
| Levocabastin | Häufig | Sehr häufig | Gelegentlich | nicht genannt | Gelegentlich | Gelegentlich |
| Mometason | Sehr häufig | Häufig | nicht genannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | nicht genannt |
| Oxymetazolin | Gelegentlich | Sehr selten | Gelegentlich | nicht genannt | Gelegentlich | Selten |
| Xylometazolin | Gelegentlich | Sehr selten | Gelegentlich | nicht genannt | Gelegentlich | Selten |
Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.
Die Spalte "Blutungen und blaue Flecken" beruht bei allen sechs Wirkstoffen auf der Angabe Nasenbluten [1, 4, 8, 10, 11, 12]. Bei Mometason stammt die höchste Einstufung aus der zweimal täglichen Anwendung bei Nasenpolypen [7, 8]. Bei Azelastin und Levocabastin stammen die gezeigten Einstufungen aus den Angaben zum Nasenspray, nicht zu den Augentropfen [11, 12].
Brennen, Trockenheit und Reizung der Nase
Brennen und Trockenheit der Nasenschleimhaut sowie Niesen nennen die Packungsbeilagen von Xylometazolin und Oxymetazolin [1, 4], Reizung oder Brennen in der Nase die von Mometason und Fluticasonfuroat [8, 10]. Beim Azelastin-Spray kann die bereits entzündete Schleimhaut gereizt werden, beim Levocabastin-Spray nennt die Packungsbeilage Reizung, Schmerzen und Trockenheit am Verabreichungsort [11, 12]. Die hier zitierten Sprays mit Mometason, Fluticasonfuroat und Levocabastin enthalten Benzalkoniumchlorid; es kann laut Packungsbeilagen eine Reizung oder Schwellung der Nasenschleimhaut hervorrufen, insbesondere bei längerer Anwendung [8, 10, 12].
Nasenbluten und Schäden der Nasenscheidewand
Nasenbluten war bei Fluticasonfuroat laut Fachinformation im Allgemeinen mild bis mäßig und bei Erwachsenen und Jugendlichen unter einer Anwendung über 6 Wochen häufiger als bei kürzerer [9]. Bei Mometason war es laut Fachinformation gewöhnlich selbstbegrenzend und leichtgradig [7]. Geschwüre in der Nase stufen die Fachinformationen von Mometason und Fluticasonfuroat als häufig ein, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [7, 9]. Ein Durchbruch der Nasenscheidewand ist bei Fluticasonfuroat sehr selten, bei Mometason ohne bekannte Häufigkeit aufgeführt [7, 9]. Wer Mometason über mehrere Monate anwendet, wird laut Fachinformation regelmäßig auf Veränderungen der Nasenschleimhaut untersucht [7].
Gewöhnung und Dauerschnupfen bei abschwellenden Sprays
Nach Abklingen der Wirkung kann sich die Nase laut den Packungsbeilagen von Xylometazolin und Oxymetazolin stärker verstopft anfühlen [1, 4]. Bei längerer Anwendung und Überdosierung kann die Wirkung abschwellender Nasensprays nachlassen; die Packungsbeilage von Oxymetazolin nennt das Toleranzentwicklung, die zu höheren Dosen, häufigerer Anwendung und schließlich zum Dauergebrauch führen kann [2, 4]. Dauergebrauch kann zu einer chronischen Schwellung und schließlich zum Schwund der Nasenschleimhaut führen [1, 4]; die Fachinformation von Xylometazolin nennt als Folge eines Missbrauchs außerdem eine vermehrte Durchblutung der Nasenschleimhaut als Gegenreaktion (Rhinitis medicamentosa) [2]. Laut IQWiG kann es schon nach kurzer Anwendungszeit zu einer Gewöhnung kommen; werden die Mittel länger als eine Woche durchgehend angewendet, kann ein Dauerschnupfen entstehen, bei dem die Schleimhaut bereits wenige Stunden nach der Anwendung wieder anschwillt; dieser Effekt wird umso stärker, je häufiger man die Mittel einsetzt [19, 20].
Das hier zitierte Xylometazolin-Spray darf laut Packungsbeilage nicht länger als 7 Tage angewendet werden, das Oxymetazolin-Spray sollte nicht länger als 7 Tage angewendet werden, jeweils außer auf ärztliche Anordnung; eine erneute Anwendung sollte erst nach einer Pause von mehreren Tagen erfolgen, bei chronischem Schnupfen nur unter ärztlicher Kontrolle [1, 4]. Mehr unter verstopfte Nase.
Herz, Kreislauf und Nervensystem bei abschwellenden Sprays
Neben Herzklopfen und beschleunigtem Herzschlag (Tabelle) stufen die Packungsbeilagen von Xylometazolin und Oxymetazolin einen Blutdruckanstieg als selten ein, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten; sehr selten sind Herzrhythmusstörungen, Unruhe, Schlaflosigkeit, Halluzinationen (vorrangig bei Kindern) und Krämpfe, insbesondere bei Kindern [1, 4]. Bei Long-QT-Syndrom besteht unter Xylometazolin laut Fachinformation möglicherweise ein erhöhtes Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen der Herzkammern (ventrikuläre Arrhythmien) [2]. Nach einer erheblichen Überdosierung oder versehentlichem Verschlucken kommt es laut Packungsbeilagen besonders bei Kindern häufig zu Krämpfen und Koma, langsamem Herzschlag, Atemaussetzern und einem Blutdruckanstieg, der von einem Blutdruckabfall abgelöst werden kann [1, 4].
Kortison-Sprays: Wirkungen im ganzen Körper und an den Augen
Wirkungen im ganzen Körper können bei nasal angewendeten Kortikosteroiden laut den Fachinformationen besonders bei hohen Dosen über einen langen Zeitraum auftreten, viel seltener als bei Kortison zum Einnehmen [7, 9]. Genannt werden unter anderem ein Cushing-Syndrom, eine Unterdrückung der Nebennierenrindenfunktion, eine Wachstumsverzögerung bei Kindern und Jugendlichen, Grauer und Grüner Star sowie seltener Veränderungen von Psyche und Verhalten, besonders bei Kindern [7, 9]. Bei Kindern in längerer Behandlung empfehlen die Fachinformationen, das Wachstum regelmäßig zu kontrollieren [7, 9]. Bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen wenden Sie sich laut Packungsbeilagen an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; wer einen Grünen oder Grauen Star hat oder hatte, informiert laut Packungsbeilage von Fluticasonfuroat ebenfalls die Ärztin oder den Arzt [8, 10].
Bitterer Geschmack und Müdigkeit bei Antihistaminika-Sprays
Nach Anwendung des Azelastin-Sprays kann ein bitterer Geschmack auftreten, laut Packungsbeilage meist wegen unsachgemäßer Anwendung mit zurückgeneigtem Kopf; er kann zuweilen Übelkeit verursachen [11]. Das Spray soll bei aufrechter Kopfhaltung angewendet werden; einem bitteren Geschmack können Sie laut Packungsbeilage mit einem alkoholfreien Getränk wie Saft oder Milch entgegenwirken [11]. Auch das IQWiG nennt einen bitteren Geschmack bei Antihistaminika-Nasensprays [19]. Benommenheit und Schläfrigkeit stuft die Packungsbeilage des Levocabastin-Sprays als häufig ein, die des Azelastin-Sprays als sehr selten [11, 12]. In Einzelfällen berichtete Abgeschlagenheit oder Schwindelgefühl können laut beiden Packungsbeilagen die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen; Alkohol kann sie weiter verschlechtern [11, 12]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Allergische Reaktionen
Überempfindlichkeitsreaktionen nennen die Packungsbeilagen aller sechs Wirkstoffe [1, 4, 8, 10, 11, 12]; schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) schließen die Fachinformationen von Fluticasonfuroat und Mometason sowie die Packungsbeilage von Levocabastin ein [7, 9, 12]. Bei Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen, Schluckbeschwerden oder Atemproblemen soll die Anwendung des Mometason-Sprays laut Packungsbeilage beendet und sofort ärztliche Hilfe gesucht werden [8]. Mehr unter Arzneimittelallergie.
Wichtige Wechselwirkungen
Diese Wechselwirkungen beschreiben die Produktinformationen der einzelnen Wirkstoffe [1, 2, 4, 7, 9, 10, 11, 12]:
| Zusammen mit | Was passieren kann |
|---|---|
| MAO-Hemmer vom Tranylcypromin-Typ, trizyklische Antidepressiva, blutdrucksteigernde Mittel | Mit Xylometazolin oder Oxymetazolin kann der Blutdruck steigen; laut Fachinformation von Xylometazolin möglichst vermeiden [1, 2, 4]. Das kann laut Packungsbeilage von Oxymetazolin auch für kürzlich angewendete Mittel gelten [4] |
| HIV-Mittel wie Ritonavir oder Cobicistat und andere starke CYP3A-Hemmer wie Ketoconazol | Mit Mometason oder Fluticasonfuroat höheres Risiko für Kortison-Nebenwirkungen im ganzen Körper; laut Fachinformationen vermeiden, außer der Nutzen überwiegt; Ritonavir zusammen mit Fluticasonfuroat wird nicht empfohlen [7, 8, 9] |
| Kortison als Tablette, Spritze oder Creme, Asthmamittel, andere Kortison-Nasensprays | Die gesamte Kortisonbelastung ist zu bedenken; Fluticasonfuroat nicht gleichzeitig mit anderen kortisonhaltigen Nasensprays anwenden [9, 10] |
| Andere Antihistaminika, zentral wirksame Mittel, Alkohol | Mit Azelastin nur nach ärztlicher Rücksprache; Alkohol kann zusammen mit Antihistaminika Nebenwirkungen am Zentralnervensystem auslösen [11] |
| Abschwellende Mittel mit Oxymetazolin | Können die Aufnahme von Levocabastin aus dem Nasenspray vorübergehend verringern [12] |
Die Liste ist nicht vollständig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen, auch ein rezeptfreies. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
Wann Nasensprays gegen Schnupfen nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden
Bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteil darf keines der Sprays angewendet werden [1, 4, 8, 9, 11, 12]. Abschwellende Sprays dürfen laut Packungsbeilage außerdem nicht bei trockener Nasenschleimhautentzündung mit Borkenbildung (Rhinitis sicca) und nicht nach Operationen angewendet werden, bei denen die Hirnhaut freigelegt wurde [1, 4]. Sprechen Sie vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke unter anderem bei erhöhtem Augeninnendruck, insbesondere Engwinkelglaukom, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, einer vergrößerten Prostata, Phäochromozytom oder Porphyrie [1, 4].
Mometason darf laut Fachinformation nicht bei unbehandelter Infektion der Nasenschleimhaut wie Herpes simplex angewendet werden; nach Operationen oder Verletzungen der Nase sollten Kortikosteroide bis zur Ausheilung nicht in der Nase angewendet werden, Vorsicht gilt bei aktiver oder inaktiver Tuberkulose der Atemwege [7]. Wer ein geschwächtes Immunsystem hat und Kontakt zu Menschen mit Masern oder Windpocken hat, spricht laut Packungsbeilage mit der Ärztin oder dem Arzt [8]. Das rezeptfreie Mometason-Spray ist nicht für Menschen unter 18 Jahren, Fluticasonfuroat und das Azelastin-Kombipräparat sind nicht für Kinder unter 6 Jahren [8, 10, 11]. Das Levocabastin-Spray darf bei Nierenfunktionsstörungen nur nach ärztlicher Verordnung und unter Kontrolle angewendet werden; bei Kindern unter 1 Jahr sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen [12]. Trifft ein Punkt auf Sie zu, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.
Schwangerschaft und Stillzeit
Bei abschwellenden Sprays darf in Schwangerschaft und Stillzeit laut Packungsbeilagen die empfohlene Dosierung nicht überschritten werden, weil eine Überdosierung die Blutversorgung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen oder die Milchproduktion vermindern kann [1, 4]. Das Xylometazolin-Spray kann bei bestimmungsgemäßem Gebrauch in der Schwangerschaft für nicht mehr als eine Woche angewendet werden, das Oxymetazolin-Spray nur auf ärztlichen Rat [1, 4]. Embryotox stuft beide als Medikamente der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig; eine kurzzeitige Anwendung ist danach während der gesamten Schwangerschaft (nur über einige Tage) und in der Stillzeit möglich [13, 14]. Als besser geeignete Alternativen zu Oxymetazolin nennt Embryotox beim Schwangerschaftsschnupfen Kochsalzlösung und bei allergischen Erkrankungen gut untersuchte Antihistaminika [14]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Eine Anwendung der Kortison-Sprays mit Mometason oder Fluticasonfuroat sehen die Fachinformationen in der Schwangerschaft nur vor, wenn der Nutzen für die Mutter die möglichen Risiken rechtfertigt bzw. überwiegt [7, 9]. Embryotox stuft Fluticason als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig, und Mometason als Medikament mit widersprüchlichen oder noch unzureichenden Studienergebnissen; als Nasenspray können beide laut Embryotox bei Planung und während der Schwangerschaft eingesetzt werden [15, 16]. In einer kanadischen Studie mit mehr als 1.000 Schwangeren, die Mometason im ersten Schwangerschaftsdrittel als Nasenspray anwendeten, war das Risiko für Fehlbildungen nicht signifikant erhöht [15]. Für die Asthmatherapie sollten laut Embryotox statt Mometason besser untersuchte Substanzen bevorzugt werden; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox bei Mometason Budesonid und Beclometason, bei Fluticason gegebenenfalls Budesonid oder Beclometason [15, 16]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In der Stillzeit können beide laut Embryotox nasal angewendet werden [15, 16].
Das Azelastin-Kombipräparat sollte laut Packungsbeilage in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten vorsichtshalber nicht angewendet werden, im zweiten und dritten Drittel nur, wenn es unbedingt erforderlich ist und eine ärztliche Kontrolle erfolgt; in der Stillzeit sollte es nicht angewendet werden, weil der Wirkstoff in geringem Ausmaß in die Muttermilch übergeht [11]. Laut Embryotox ist die Anwendung an Auge und Nase möglich; für die Einnahme nennt Embryotox Loratadin und Cetirizin als besser geeignete Alternativen [17]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Levocabastin wenden Sie laut Packungsbeilage in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlicher Rücksprache an; Embryotox stuft es als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig und eine lokale Anwendung für möglich, in der Stillzeit ohne Unterbrechung des Stillens [12, 18]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Absetzen
Nach übermäßigem Gebrauch abschwellender Mittel sollte das Mittel laut Fachinformation von Xylometazolin zunächst an einem Nasenloch und erst nach Abklingen der Beschwerden auch auf der anderen Seite abgesetzt werden, um wenigstens einen Teil der Nasenatmung zu erhalten [2]. Für Schwangere mit chronischem Missbrauch hält Embryotox unbedingt einen Versuch der Entwöhnung für nötig, gegebenenfalls mit (fach-)ärztlicher Unterstützung [13, 14]. Das Mometason-Heuschnupfenspray soll laut Packungsbeilage regelmäßig angewendet und nicht beendet werden, wenn Sie sich besser fühlen, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt es [8]. Laut Fachinformation von Fluticasonfuroat sollte die Behandlung auf den Zeitraum beschränkt werden, in dem Sie dem Allergieauslöser ausgesetzt sind [9]. Bei Unterbrechung eines Antihistaminika-Sprays müssen Sie laut den Packungsbeilagen damit rechnen, dass die typischen Beschwerden bald wiederkehren [11, 12]. Setzen Sie ein ärztlich verordnetes Nasenspray nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.
Unterschied zu Antihistaminika-Tabletten und Kortison zum Einnehmen
Antihistaminika können bei allergischem Schnupfen laut IQWiG als Tabletten oder als Nasenspray angewendet werden; Tabletten wirken innerhalb der ersten Stunde, Nasensprays innerhalb der ersten 15 Minuten [19]. Als häufigste Nebenwirkungen der Tabletten nennt das IQWiG Müdigkeit und Kopfschmerzen; sie können unter Umständen das Autofahren beeinträchtigen [19]. Mehr im Ratgeber Cetirizin oder Loratadin. Kortison zum Einnehmen beschreibt die Seite Glucocorticoide; wer von einer Langzeitbehandlung damit auf das Mometason-Nasenspray umgestellt wird, braucht laut dessen Fachinformation eine sorgfältige Überwachung: Nach dem Absetzen des Kortisons zum Einnehmen kann es bis zur Erholung für einige Monate zu einer Unterfunktion der Nebennierenrinde (Nebennierenrindeninsuffizienz) kommen [7].
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NasenSpray-ratiopharm® Erwachsene (Xylometazolinhydrochlorid 0,1 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation NasenSpray-ratiopharm® Erwachsene (Xylometazolinhydrochlorid 0,1 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NasenSpray-ratiopharm® Kinder (Xylometazolinhydrochlorid 0,05 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation WICK Nasivin Nasenspray ohne Konservierungsstoffe Erwachsene und Schulkinder 0,5 mg/ml (Oxymetazolinhydrochlorid). P&G Health Germany GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation WICK Nasivin Nasenspray ohne Konservierungsstoffe Kleinkinder 0,25 mg/ml (Oxymetazolinhydrochlorid). P&G Health Germany GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation WICK Nasivin Dosiertropfer ohne Konservierungsstoffe Baby 0,1 mg/ml (Oxymetazolinhydrochlorid). P&G Health Germany GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Mometasonfuroat-ratiopharm® 50 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mometason-ratiopharm® Heuschnupfenspray 50 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension (rezeptfrei). ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Avamys 27,5 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension (Fluticasonfuroat), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale (Fachinformation). GlaxoSmithKline Trading Services Limited. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Avamys 27,5 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension (Fluticasonfuroat), Anhang III B: Packungsbeilage. GlaxoSmithKline Trading Services Limited. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Vividrin® Azelastin Kombipackung 0,5 mg/ml Augentropfen, Lösung und 1 mg/ml Nasenspray, Lösung. Dr. Gerhard Mann chem.-pharm. Fabrik GmbH (Bausch & Lomb). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levocabastin axicur® 0,5 mg/ml Nasenspray, Suspension (GI04387-01). Dermapharm AG, Mitvertrieb axicorp Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Xylometazolin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Oxymetazolin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Mometason. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Fluticason. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Azelastin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Levocabastin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Welche Medikamente können Heuschnupfen lindern?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Erkältung: Schnupfen, Husten und Halsschmerzen lindern. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.10.2023. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen abschwellenden Nasensprays, Kortison- und Antihistaminika-Sprays?
Abschwellende Sprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin verengen die Blutgefäße der Nasenschleimhaut; laut Fachinformation von Xylometazolin setzt die Wirkung innerhalb von ca. 30 Sekunden bis wenigen Minuten ein. Kortison-Sprays mit Mometason oder Fluticason hemmen die allergische Entzündung, ihre volle Wirkung kann laut Packungsbeilagen erst nach Tagen spürbar sein. Antihistaminika-Sprays mit Azelastin oder Levocabastin hemmen die Wirkung von Histamin; laut IQWiG wirken sie innerhalb der ersten 15 Minuten.
Wie lange darf ich ein abschwellendes Nasenspray anwenden?
Laut Packungsbeilage der Sprays mit Xylometazolin und Oxymetazolin nicht länger als 7 Tage, es sei denn auf ärztliche Anordnung. Eine erneute Anwendung sollte erst nach einer Pause von mehreren Tagen erfolgen, bei chronischem Schnupfen nur unter ärztlicher Kontrolle. Fühlen Sie sich nach 7 Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Kann man sich an Nasenspray gewöhnen?
Bei abschwellenden Nasensprays ja. Laut IQWiG kann es schon nach kurzer Anwendungszeit zu einer Gewöhnung kommen: Die Schleimhaut schwillt wieder an. Die Packungsbeilage von Oxymetazolin beschreibt, dass die Wirkung bei längerer Anwendung nachlassen und das zu häufigerer Anwendung und Dauergebrauch führen kann; Dauergebrauch kann die Nasenschleimhaut chronisch anschwellen und schließlich schwinden lassen. Wenn Sie nicht mehr ohne Spray auskommen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.
Wie lange darf ich ein rezeptfreies Kortison- oder Antihistaminika-Nasenspray anwenden?
Das rezeptfreie Mometason-Heuschnupfenspray sollte laut Packungsbeilage ohne ärztlichen Rat nicht länger als 3 Monate angewendet werden; bessern sich die Beschwerden nach 14 Tagen nicht, kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Für die Nasensprays mit Azelastin und Levocabastin nennen die Packungsbeilagen keine zeitliche Beschränkung; tritt nach 2 Tagen keine Besserung ein oder verschlechtern sich die Beschwerden, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Azelastin-Augentropfen sollen ohne ärztliche Rücksprache nicht länger als 6 Wochen ununterbrochen angewendet werden.
Welche Nebenwirkungen haben Nasensprays?
Die Packungsbeilagen nennen unter anderem Beschwerden an der Nase wie Brennen, Trockenheit oder Reizung, Niesen und Nasenbluten. Abschwellende Sprays können nach Abklingen der Wirkung ein stärkeres Gefühl einer verstopften Nase auslösen, außerdem unter anderem Herzklopfen und einen Blutdruckanstieg. Bei Kortison-Sprays kommen unter anderem Kopfschmerzen und Geschwüre in der Nase hinzu, beim Azelastin-Spray ein bitterer Geschmack. Wie häufig eine Beschwerde ist, hängt vom Wirkstoff ab.
Darf mein Kind ein Nasenspray für Erwachsene bekommen?
Bei abschwellenden Sprays kommt es auf das Alter an: Die Sprays mit Xylometazolin 0,1 Prozent und Oxymetazolin 0,05 Prozent sind laut Packungsbeilage für Erwachsene und Schulkinder ab 6 Jahren bestimmt und dürfen nicht bei Kindern unter 6 Jahren angewendet werden. Für jüngere Kinder gibt es eigene Zubereitungen mit geringerer Konzentration und eigenen Altersgrenzen. Nach einer Überdosierung kommt es laut Packungsbeilagen besonders bei Kindern häufig zu Krämpfen, Koma, langsamem Herzschlag und Atemaussetzern. Holen Sie dann sofort ärztliche Hilfe.
Darf ich in der Schwangerschaft Nasenspray anwenden?
Nur nach Rücksprache. Embryotox stuft Xylometazolin und Oxymetazolin als Medikamente der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig: Eine kurzzeitige Anwendung über einige Tage ist danach während der gesamten Schwangerschaft möglich. Als besser geeignete Alternativen zu Oxymetazolin nennt Embryotox beim Schwangerschaftsschnupfen Kochsalzlösung und bei allergischen Erkrankungen gut untersuchte Antihistaminika. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Kortison-Nasensprays mit Mometason oder Fluticason können laut Embryotox auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Budesonid und Beclometason (bei Fluticason "gegebenenfalls"). Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich mit einem Nasenspray Auto fahren?
Beim Xylometazolin-Spray sind laut Packungsbeilage bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine Beeinträchtigungen zu erwarten, das Oxymetazolin-Spray hat laut Packungsbeilage keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss; Fluticasonfuroat beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit laut Packungsbeilage wahrscheinlich nicht. Bei den Antihistaminika-Sprays mit Azelastin und Levocabastin wurden in Einzelfällen Abgeschlagenheit, Schwindel- oder Schwächegefühl berichtet; dann kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt sein, und Alkohol kann sie weiter verschlechtern.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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