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Loratadin: Nebenwirkungen und Wirkung
Loratadin ist ein rezeptfreies Antihistaminikum gegen die Beschwerden bei allergischem Schnupfen wie Heuschnupfen und bei chronischer Nesselsucht. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, tritt Schläfrigkeit auf; bei Kindern von 2 bis 12 Jahren sind Kopfschmerzen, Nervosität und Müdigkeit häufig. Laut Packungsbeilage sollte die Einnahme in der Schwangerschaft als Vorsichtsmaßnahme vermieden werden und in der Stillzeit unterbleiben; das Beratungszentrum Embryotox bewertet beides anders.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche
Wofür wird Loratadin eingesetzt?
Loratadin gehört zur Gruppe der Antihistaminika. Es wird zur Behandlung der Beschwerden bei allergisch bedingtem Schnupfen angewendet, zum Beispiel bei Heuschnupfen, und bei chronischer Nesselsucht unbekannter Ursache (chronische idiopathische Urtikaria) [1, 2]. Laut Packungsbeilage sind das allergische Erkrankungen, die mit einer erhöhten Freisetzung des Botenstoffs Histamin verbunden sind [1]. Mehr über allergische Erkrankungen lesen Sie auf der Seite Allergie.
Die Tabletten mit 10 mg sind apothekenpflichtig, also ohne Rezept in der Apotheke erhältlich [2]. Die Packungsbeilage nennt Dosierungen für Erwachsene und für Kinder ab 2 Jahren; bei Kindern unter 2 Jahren sind Wirksamkeit und Sicherheit nicht erwiesen [1]. Was "apothekenpflichtig" bedeutet, erklärt der Ratgeber Rezeptfrei und apothekenpflichtig.
Wie wirkt Loratadin?
Laut Fachinformation ist Loratadin ein trizyklisches Antihistaminikum mit selektiver Wirkung an den peripheren H1-Rezeptoren. Bei den meisten Menschen hat es in der empfohlenen Dosis keine klinisch bedeutsamen dämpfenden (sedierenden) oder anticholinergen Eigenschaften. An den H2-Rezeptoren zeigt es keine nennenswerte Aktivität, und auf Herz und Kreislauf hat es praktisch keinen Einfluss; bei einer Langzeitbehandlung zeigten sich keine klinisch bedeutsamen Veränderungen von Laborwerten oder EKG [2].
Nach dem Einnehmen wird Loratadin rasch und gut aufgenommen und vor allem über die Leberenzyme CYP3A4 und CYP2D6 umgewandelt. Das Hauptabbauprodukt Desloratadin ist selbst wirksam und zum großen Teil für die Wirkung verantwortlich [2]; mehr dazu auf der Seite Desloratadin. Die höchste Konzentration im Blut wird für Loratadin nach 1 bis 1,5 Stunden und für Desloratadin nach 1,5 bis 3,7 Stunden erreicht. Die mittlere Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt bei gesunden Erwachsenen 8,4 Stunden für Loratadin und 28 Stunden für den wichtigsten wirksamen Abbaustoff. Eine Mahlzeit kann die Aufnahme geringfügig verzögern, ohne die Wirkung zu beeinflussen [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit nennt. "Häufig" heißt: bei bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100 und "sehr selten" bei bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Die Packungsbeilage unterscheidet dabei zwischen Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren einerseits und Kindern von 2 bis 12 Jahren andererseits [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation wurden in klinischen Studien mit Erwachsenen und Jugendlichen unter der empfohlenen Dosis bei 2 Prozent der Patienten mehr Nebenwirkungen beschrieben als unter einem Scheinmedikament (Placebo). Die häufigsten Nebenwirkungen, die unter Loratadin häufiger als unter Placebo berichtet wurden, waren Schläfrigkeit (1,2 Prozent), Kopfschmerzen (0,6 Prozent), Appetitsteigerung (0,5 Prozent) und Schlaflosigkeit (0,1 Prozent). In Studien mit Kindern von 2 bis 12 Jahren traten Kopfschmerzen (2,7 Prozent), Nervosität (2,3 Prozent) und Müdigkeit (1 Prozent) häufiger auf als unter Placebo [2].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemSchläfrigkeit (bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemBei Kindern von 2 bis 12 Jahren: Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- PsycheBei Kindern von 2 bis 12 Jahren: Nervosität[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- Allgemeine BeschwerdenBei Kindern von 2 bis 12 Jahren: Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen (bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren)[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Stoffwechsel und ErnährungGesteigerter Appetit (bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren)[1, 2]
- PsycheSchlaflosigkeit (bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen, eingeschlossen Angioödem und Anaphylaxie[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- NervensystemKrampf[1, 2]
- HerzBeschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen bzw. Herzrasen (Palpitation)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Magen und DarmÜbelkeit, Mundtrockenheit, Magenschleimhautentzündung (Gastritis)[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitMundtrockenheit
- Leber und GalleLeberfunktionsstörung[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautHautausschlag, Haarausfall (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagHaarausfall
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, kommt es zu Überempfindlichkeitsreaktionen, eingeschlossen Angioödem und Anaphylaxie [1]. Welche Anzeichen auf eine Arzneimittelallergie hindeuten können, beschreibt die Seite Arzneimittelallergie. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Schläfrigkeit und Benommenheit: Schläfrigkeit gehört bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren zu den häufigen Nebenwirkungen [1]. In der empfohlenen Dosis ist laut Packungsbeilage nicht zu erwarten, dass Loratadin benommen macht oder die Aufmerksamkeit herabsetzt; sehr selten werden manche Menschen jedoch benommen. Es ist deshalb ratsam, Ihre Reaktion auf Loratadin abzuwarten, bevor Sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Kopfschmerzen, Nervosität und Müdigkeit bei Kindern: Bei Kindern von 2 bis 12 Jahren sind Kopfschmerzen, Nervosität und Müdigkeit häufig [1]. Die Dosis für Kinder von 2 bis 12 Jahren richtet sich laut Packungsbeilage nach dem Körpergewicht (siehe Abschnitt Dosierung); bei Kindern unter 2 Jahren sind Wirksamkeit und Sicherheit nicht erwiesen [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Wirkung zu stark oder zu schwach: Haben Sie diesen Eindruck, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Fühlen Sie sich nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle anderen Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen, auch über rezeptfreie [1]. Die Nebenwirkungen von Loratadin können sich verstärken, wenn Sie gleichzeitig Mittel einnehmen, die die Aktivität bestimmter Leberenzyme verändern; in klinischen Studien wurde dabei jedoch kein Anstieg der Nebenwirkungen beobachtet [1]. Laut Fachinformation erhöhten Ketoconazol, Erythromycin und Cimetidin in kontrollierten Studien die Loratadin-Konzentration im Blut, ohne klinisch bedeutsame Veränderungen, auch nicht im EKG [2]. Allgemeines zum Thema lesen Sie im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Arzneimittel, die die Aktivität bestimmter Leberenzyme verändern; laut Fachinformation Hemmstoffe von CYP3A4 und CYP2D6 | Nebenwirkungen können sich verstärken, laut Fachinformation durch höhere Loratadin-Spiegel im Blut. In klinischen Studien wurde bei gleichzeitiger Gabe solcher Mittel kein Anstieg der Nebenwirkungen beobachtet; Ketoconazol, Erythromycin und Cimetidin erhöhten in kontrollierten Studien die Loratadin-Konzentration, ohne klinisch bedeutsame Veränderungen, auch im EKG[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle Arzneimittel informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Loratadin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Bei einer Allergie gegen Loratadin oder einen der sonstigen Bestandteile dürfen Sie es nicht einnehmen [1, 2]. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie an einer schweren Leberfunktionsstörung leiden oder einen Hautallergietest planen, und auch dann, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob das auf Sie zutrifft [1]. Bei schwerer Leberschädigung sieht die Packungsbeilage eine geringere Anfangsdosis vor, die nur jeden zweiten Tag eingenommen wird [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Schwere Leberfunktionsstörung; laut Fachinformation dann eine geringere Anfangsdosis[1, 2]
- Geplanter Hautallergietest: Die Einnahme sollte mindestens 48 Stunden vorher unterbrochen werden, da Antihistaminika sonst positive Reaktionen auf den Hauttest verhindern oder abschwächen können[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; laut Fachinformation sollten Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, völligem Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sie nicht einnehmen[1, 2]
- Kinder unter 2 Jahren: Wirksamkeit und Sicherheit sind nicht erwiesen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3]. In Schwangerschaft und Stillzeit unterscheiden sich die Bewertungen: Die Packungsbeilage rät, die Einnahme in der Schwangerschaft als Vorsichtsmaßnahme zu vermeiden und Loratadin in der Stillzeit nicht einzunehmen; Embryotox stuft Loratadin als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig; laut Embryotox kann es in allen Phasen der Schwangerschaft und in der Stillzeit ohne Stillunterbrechung eingenommen werden [1, 3]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Allgemeine Hinweise geben die Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
Als Vorsichtsmaßnahme sollte die Einnahme von Loratadin in der Schwangerschaft vermieden werden; fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation deuten weitreichende Daten zu mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine Schädigung des ungeborenen oder neugeborenen Kindes hin.[1, 2]
Embryotox stuft Loratadin als Medikament der Wahl ein, hält aber dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Den Erfahrungsumfang gibt Embryotox mit "sehr hoch" an. Loratadin ist laut Embryotox heute das am besten untersuchte Antihistaminikum: In Untersuchungen mit zusammen über 5.000 Schwangerschaften wurde kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beobachtet. Es kann laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft eingenommen werden. Besser geeignete Alternativen gibt es laut Embryotox keine; ist eine dämpfende (sedierende) Wirkung des Antihistaminikums vorteilhaft, kann laut Embryotox zum Beispiel auch Clemastin eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Nehmen Sie Loratadin nicht ein, wenn Sie stillen: Loratadin geht in die Muttermilch über. Laut Fachinformation wird die Anwendung in der Stillzeit nicht empfohlen.[1, 2]
Laut Embryotox kann Loratadin in der Stillzeit eingenommen werden, ohne dass eine Stillunterbrechung nötig ist; bisherige Erfahrungen deuten nicht auf nennenswerte Unverträglichkeiten beim Kind hin.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Die Wirkung von Alkohol wird durch Loratadin nicht verstärkt; laut Fachinformation zeigten Studien zur psychomotorischen Leistungsfähigkeit keine verstärkende Wirkung bei gleichzeitigem Alkoholkonsum.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
In Studien zur Verkehrstüchtigkeit fand sich bei Menschen, die Loratadin einnahmen, keine Beeinträchtigung; in der empfohlenen Dosis ist nicht zu erwarten, dass Loratadin benommen macht oder die Aufmerksamkeit herabsetzt. Sehr selten werden manche Menschen jedoch benommen, was die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen kann. Es ist deshalb ratsam, Ihre Reaktion auf Loratadin abzuwarten, bevor Sie fahren oder Maschinen bedienen.[1, 2]
Einnahme
Die Tablette kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Erscheint Ihnen die Wirkung zu stark oder zu schwach, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Fühlen Sie sich nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Einnahme vergessen: so bald wie möglich nachholen und danach wie empfohlen fortfahren; nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Laut Packungsbeilage von Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten beträgt die empfohlene Dosis für Erwachsene und Kinder über 12 Jahre 1-mal täglich 1 Tablette (10 mg). Für Kinder von 2 bis 12 Jahren richtet sie sich nach dem Körpergewicht: über 30 kg 1-mal täglich 1 Tablette (10 mg), 30 kg oder weniger 1-mal täglich eine halbe Tablette (5 mg). Bei Kindern unter 2 Jahren sind Wirksamkeit und Sicherheit nicht erwiesen.[1]
Überdosierung
Haben Sie mehr eingenommen als vorgesehen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Schwerwiegende Nebenwirkungen werden nicht erwartet, möglich sind Kopfschmerzen, ein beschleunigter Herzschlag oder Schläfrigkeit. Laut Fachinformation kam es bei Überdosierungen häufiger zu anticholinergen Beschwerden; Loratadin wird durch eine Blutwäsche (Hämodialyse) nicht entfernt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt die Dosis für Erwachsene und Kinder über 12 Jahre sowie für Kinder von 2 bis 12 Jahren nach Körpergewicht; bei schwerer Leberschädigung gilt eine geringere Anfangsdosis [1]. Die Übersicht gibt die Angaben der Packungsbeilage von Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten wieder; diese Tabletten lassen sich laut Fachinformation in gleiche Dosen teilen [2]. Präparate anderer Hersteller können abweichen, maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Nehmen Sie Loratadin immer genau so ein, wie es in der Packungsbeilage beschrieben ist oder wie Sie es mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke abgesprochen haben [1].
Einnahme und Absetzen
Die Tablette kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie so bald wie möglich nach und fahren danach wie empfohlen fort; nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein [1]. Planen Sie einen Hautallergietest, sollte die Einnahme mindestens 48 Stunden vorher unterbrochen werden, weil Antihistaminika sonst positive Reaktionen auf den Test verhindern oder abschwächen können [1, 2].
Fühlen Sie sich während der Einnahme nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Haben Sie mehr eingenommen als vorgesehen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; schwerwiegende Nebenwirkungen werden nicht erwartet, möglich sind aber Kopfschmerzen, ein beschleunigter Herzschlag oder Schläfrigkeit [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Loratadin
Loratadin ist von mehreren Herstellern als Tabletten mit 10 mg erhältlich. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten [1, 2]. Weitere Antihistaminika mit eigener Seite sind Cetirizin und Desloratadin; einen Überblick gibt der Ratgeber Cetirizin oder Loratadin.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten | ratiopharm GmbH | Tabletten mit 10 mg, apothekenpflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Loratadin STADA 10 mg Tabletten | STADA Consumer Health Deutschland GmbH | Tabletten mit 10 mg, rezeptfrei in der Apotheke; laut Hersteller für Kinder mit 30 kg Körpergewicht oder weniger nicht geeignet |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten (Versionscode Z12). ratiopharm GmbH. Stand 10/2023. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten (Version 3). ratiopharm GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Loratadin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Macht Loratadin müde?
Schläfrigkeit gehört bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren zu den häufigen Nebenwirkungen, kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; bei Kindern von 2 bis 12 Jahren ist Müdigkeit häufig. In Studien zur Verkehrstüchtigkeit fand sich bei Menschen, die Loratadin einnahmen, keine Beeinträchtigung. In der empfohlenen Dosis ist laut Packungsbeilage nicht zu erwarten, dass Loratadin benommen macht. Sehr selten werden manche Menschen jedoch benommen. Warten Sie deshalb ab, wie Sie reagieren, bevor Sie fahren oder Maschinen bedienen.
Wie viel Loratadin darf ich am Tag nehmen?
Laut Packungsbeilage nehmen Erwachsene und Kinder über 12 Jahre 1-mal täglich 1 Tablette mit 10 mg. Kinder von 2 bis 12 Jahren erhalten bei mehr als 30 kg Körpergewicht ebenfalls 1-mal täglich 1 Tablette, bei 30 kg oder weniger 1-mal täglich eine halbe Tablette. Das gilt für die teilbaren Tabletten von Loratadin-ratiopharm; Präparate anderer Hersteller können abweichen. Bei Kindern unter 2 Jahren sind Wirksamkeit und Sicherheit nicht erwiesen; bei schwerer Leberschädigung gilt eine geringere Anfangsdosis jeden zweiten Tag.
Darf ich Loratadin zusammen mit Alkohol nehmen?
Laut Packungsbeilage wird die Wirkung von Alkohol durch Loratadin nicht verstärkt. Laut Fachinformation hatte Loratadin in Studien zur psychomotorischen Leistungsfähigkeit zusammen mit Alkohol keine verstärkende Wirkung. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Darf ich Loratadin in der Schwangerschaft nehmen?
Die Packungsbeilage rät, die Einnahme in der Schwangerschaft als Vorsichtsmaßnahme zu vermeiden und vorher ärztlichen Rat einzuholen. Laut Fachinformation deuten Daten zu mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen nicht auf ein Fehlbildungsrisiko hin. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité stuft Loratadin als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig; in Untersuchungen mit über 5.000 Schwangerschaften wurde kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beobachtet. Besprechen Sie die Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Loratadin in der Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage nehmen Sie Loratadin nicht ein, wenn Sie stillen, weil es in die Muttermilch übergeht; die Fachinformation empfiehlt die Anwendung in der Stillzeit nicht. Embryotox bewertet das anders: Loratadin kann laut Embryotox in der Stillzeit eingenommen werden, ohne dass eine Stillunterbrechung nötig ist. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Muss ich Loratadin vor einem Allergietest absetzen?
Vor einem Hauttest ja: Laut Packungsbeilage sollte die Einnahme mindestens 48 Stunden vor einem Hautallergietest unterbrochen werden, weil Antihistaminika wie Loratadin positive Reaktionen auf den Test sonst verhindern oder abschwächen können.
Ist Loratadin rezeptfrei?
Ja. Loratadin-Tabletten mit 10 mg sind apothekenpflichtig, also ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Fühlen Sie sich während der Einnahme nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Wirkstoffgruppen Sartane (AT1-Rezeptorblocker) und ARNISartane wie Candesartan und Valsartan senken den Blutdruck.