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Allergien

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich ungefährliche Stoffe wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierallergene, Nahrungsmittel, Insektengift oder Medikamente. Laut IQWiG hilft es, den Kontakt mit dem Auslöser zu meiden; Antihistaminika und Kortison-Präparate können die Beschwerden lindern, manche Allergien lassen sich durch eine Hyposensibilisierung abschwächen. Wer schon einmal eine Anaphylaxie hatte, kann laut IQWiG unter bestimmten Voraussetzungen ein Notfallset mit Adrenalin verschrieben bekommen. Schon bei ersten leichteren Beschwerden einer anaphylaktischen Reaktion ist es laut IQWiG wichtig, den Notruf 112 zu wählen.

Frau Mitte fünfzig mit kurzem grauem Haar in einer blauen Bluse bezieht in einem hellen Schlafzimmer ein Bett mit frischer weißer Bettwäsche
Bild: KI-generiert

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich ungefährliche körperfremde Stoffe, zum Beispiel Pflanzenpollen oder bestimmte Nahrungsmittel. Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hilft es, den Kontakt mit dem Auslöser zu meiden; Medikamente können die Beschwerden lindern, und manche Allergien lassen sich durch eine Hyposensibilisierung abschwächen [1]. Eine anaphylaktische Reaktion ist ein Notfall; schon bei ersten leichteren Beschwerden ist es laut IQWiG wichtig, den Notruf 112 zu wählen [1].

Was ist eine Allergie?

Bei einer Allergie hält das Immunsystem eigentlich ungefährliche Fremdeiweiße (Allergene) für Krankheitserreger und bildet Abwehrstoffe dagegen, die IgE-Antikörper. Sie entstehen beim ersten Kontakt und binden sich an bestimmte Zellen; Fachleute nennen das Sensibilisierung. Kommt es danach zu einem erneuten Kontakt, setzen diese Zellen chemische Stoffe frei, darunter das Gewebshormon Histamin. Diese Stoffe lösen allergische Reaktionen aus wie Niesen, Husten oder Hautausschlag [1].

Die Beschwerden treten meist sofort nach dem Kontakt auf, manchmal auch erst nach Stunden oder Tagen [1]. Bei einer Kontaktallergie sind sie meist erst nach 1 bis 3 Tagen spürbar [5]. Nicht jede Überempfindlichkeit ist eine Allergie: Eine Laktoseintoleranz oder eine Zöliakie haben laut IQWiG nichts mit einer Allergie zu tun, ihre Beschwerden können sich aber ähneln [1]. Mehr dazu: Laktoseintoleranz und Histaminintoleranz.

Bei etwa jedem dritten Menschen in Deutschland wird laut IQWiG im Lauf des Lebens eine allergische Erkrankung festgestellt. Etwa 20 bis 25 Prozent aller Kinder und Jugendlichen haben Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis, und in den letzten 30 Jahren ist die Zahl der Menschen mit Allergien gestiegen [1].

Symptome und häufige Allergien

Typische Beschwerden sind laut IQWiG Schnupfen, Husten und Niesen, Atemprobleme, tränende Augen, Juckreiz, Hautausschlag, Schwellungen der Schleimhäute und Magen-Darm-Probleme. Meist reagieren die Körperstellen, die unmittelbaren Kontakt mit dem Allergen haben: Nahrungsmittel können Juckreiz und Schwellungen an Mund und Zunge auslösen, Pollen führen zu laufender Nase oder Niesen [1]. Bei Allergien gegen Nahrungsmittel, Insektengift oder bestimmte Medikamente kann es zu einer anaphylaktischen Reaktion kommen. Sie ist ein Notfall und kann lebensgefährlich werden [1].

  • Heuschnupfen: allergischer Schnupfen durch Pollen, nur während des Pollenflugs [1].
  • Hausstauballergie: Auslöser sind Stoffe vor allem im Kot von Hausstaubmilben; die Beschwerden bestehen das ganze Jahr über und sind nachts und morgens meist am stärksten [8].
  • Tierallergie: Es sind nicht die Haare, sondern Eiweiße aus Hautschuppen, Schweiß, Talg, Speichel und Ausscheidungen der Tiere, häufig von Katzen, Hunden oder Meerschweinchen [7].
  • Nahrungsmittelallergie: Sie betrifft etwa 4 Prozent der Bevölkerung. Typische Auslöser sind Nüsse und Hülsenfrüchte, Hühnerei, Kuhmilch, Soja, Weizen, Kern- und Steinobst, Sellerie, Möhren, Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch [4].
  • Insektengiftallergie: Etwa 2 Prozent der Bevölkerung reagieren auf Insektenstiche mit Beschwerden über die Einstichstelle hinaus; meist ist Bienen- oder Wespengift der Auslöser [26].
  • Kontaktallergie: Etwa 8 Prozent der Erwachsenen sind betroffen. Häufige Auslöser sind unter anderem Metalle wie Nickel, Latex, Klebstoffe, Duftstoffe und Medikamente, die auf die Haut aufgetragen werden; es entsteht ein Ekzem [5].
  • Medikamentenallergie: Sie zeigt sich meist innerhalb der ersten Stunde nach der Einnahme, als Spätreaktion auch nach Stunden, Tagen oder Wochen [6]. Mehr auf der Seite Arzneimittelallergie.

Allergisch bedingt sein können auch Asthma, Nesselsucht und eine allergische Bindehautentzündung; Allergien können außerdem das Risiko für eine Neurodermitis erhöhen [1, 6].

Ursachen und Risikofaktoren

Die Neigung zu einer Allergie ist häufig familiär bedingt; Fachleute nennen sie Atopie. Ob daraus eine Allergie entsteht, hängt unter anderem von Umwelteinflüssen ab. Luftverschmutzung und Zigarettenrauch können Allergien und Folgeerkrankungen wie Asthma wahrscheinlicher machen [1].

Allergien beginnen meist im Kindes- und Jugendalter und bleiben oft ein Leben lang bestehen; manche bilden sich bei Erwachsenen zurück. Die Beschwerden sind anfangs oft leicht und werden mit der Zeit stärker [1]. Heuschnupfen kann über viele Jahre zu einem sogenannten Etagenwechsel führen: Die Beschwerden gehen auf die unteren Atemwege über, und es entwickelt sich ein Asthma [1]. Eine Allergie auf Pollen kann mit einer Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel einhergehen, weil die Allergene ähnliche Eiweiße enthalten (Kreuzallergie) [1]. Meist sind Birkenpollen der Auslöser, etwa für eine Kreuzallergie auf Äpfel, Sellerie, Nüsse oder Karotten [4].

Medikamente als Auslöser: Zu den häufigsten Auslösern von Medikamentenallergien zählen laut IQWiG Antibiotika (oft Penicillin), Schmerz- und Rheumamittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen, Röntgen-Kontrastmittel, Mittel zur örtlichen Betäubung, Narkosemittel, Krebsmedikamente, Mittel gegen Epilepsie, Psychopharmaka, ACE-Hemmer und Zusatzstoffe in Medikamenten [6]. Mittel, die über Infusionen, Spritzen oder über die Haut aufgenommen werden, lösen eher allergische Reaktionen aus als Tabletten oder Saft [6]. Welche Warnzeichen es gibt und was Sie tun können, steht auf der Seite Arzneimittelallergie.

Diagnose

Im ärztlichen Gespräch geht es zunächst um die Beschwerden, die Lebensumstände und die Krankengeschichte. Zum Nachweis einer Allergie gibt es laut IQWiG verschiedene Tests [1]:

  • Prick-Test: bei Allergien wie Heuschnupfen, die sich direkt nach dem Kontakt zeigen; mögliche Allergene werden auf den Unterarm aufgetragen und die Haut wird leicht eingeritzt.
  • Epikutantest (Pflastertest): bei Allergien, die sich erst einen halben bis 3 Tage nach dem Kontakt bemerkbar machen; ein Pflaster mit dem vermuteten Allergen bleibt 1 bis 2 Tage auf dem Rücken.
  • Provokationstest: Man wird dem Allergen ausgesetzt; meist nur, wenn andere Tests kein aussagekräftiges Ergebnis geliefert haben.
  • Bluttest: sucht nach Antikörpern gegen bestimmte Allergene, etwa wenn ein Hauttest zu riskant oder sein Ergebnis nicht eindeutig ist.

Allergietests bieten Fachärztinnen und Fachärzte mit dem Schwerpunkt Allergologie an [1]. Bei einer Nahrungsmittelallergie reichen Haut- und Bluttests meist nicht aus, oft ist ein Provokationstest unter ärztlicher Beobachtung nötig [4]. Antihistaminika können das Ergebnis eines Hauttests beeinflussen: Loratadin sollte laut Packungsbeilage mindestens 48 Stunden vorher unterbrochen werden, für Cetirizin nennt die Fachinformation eine Pause von 3 Tagen [16, 15].

Behandlung ohne Medikamente

Es hilft, den Kontakt mit dem Auslöser zu meiden. Wie gut das gelingt, hängt laut IQWiG vor allem von der Art des Auslösers ab: Bestimmte Nahrungsmittel oder chemische Stoffe lassen sich meist recht gut umgehen, Pollen dagegen kaum [1].

  • Hausstaubmilben: Besonders im Schlafzimmer kann es helfen, mehrere Maßnahmen zu kombinieren: den Boden feucht wischen, einen milbendichten Matratzenbezug verwenden, Staubfänger wie Polstermöbel oder Vorhänge entfernen und die Bettwäsche regelmäßig bei mehr als 60 Grad waschen [8].
  • Tiere: Steht der Auslöser fest, hilft es zunächst, den Kontakt zu dem Tier zu meiden und Kleidung und Einrichtung gründlich zu reinigen. Ob man sich von einem Haustier trennen muss, hängt von der Stärke der Beschwerden und den Behandlungsmöglichkeiten ab [7].
  • Nahrungsmittel: Die wichtigste Behandlung ist, die auslösenden Nahrungsmittel zu meiden [4].
  • Insektenstiche: Beim Essen im Freien achtgeben, Trinkgläser abdecken, einen Strohhalm benutzen, nicht nach Wespen und Bienen schlagen und die Haut durch Kleidung schützen [26].
  • Kontaktallergene: Bei einer Nickelallergie zum Beispiel darauf achten, dass Schmuck, Knöpfe oder Gürtelschnallen mit Hautkontakt kein Nickel enthalten; im Beruf können Handschuhe und Schutzkleidung helfen [5].

Für pflanzliche oder homöopathische Mittel und für Akupunktur gibt es laut IQWiG bisher keine Hinweise, dass sie bei Allergien helfen [1]. Vorbeugen lässt sich einer Allergie oft nicht. Kinder, die in ihren ersten 4 bis 6 Lebensmonaten ausschließlich gestillt wurden, bekommen etwas seltener ein allergisches Asthma, und Menschen, die nicht rauchen, und Kinder in rauchfreier Umgebung haben ein geringeres Allergierisiko [1].

Behandlung mit Medikamenten

Mann Ende dreißig mit dunkelblondem Haar in einem hellblauen Hemd sitzt in einem hellen Sprechzimmer einer Ärztin mit braunem Haar gegenüber, beide unterhalten sich ruhig
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Vor allem bei allergischem Schnupfen und allergischer Bindehautentzündung werden laut IQWiG oft Antihistaminika oder Kortison-Präparate angewendet, unter anderem als Tabletten oder Nasenspray. Bei allergischen Hautreaktionen kommen auch Kortisonsalben oder -cremes zum Einsatz [1]. Mehr zur Behandlung des allergischen Schnupfens: Heuschnupfen.

Medikamente bei Allergien im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Antihistaminika zum EinnehmenCetirizin, Levocetirizin, Loratadin, Desloratadin; laut Packungsbeilage bei allergischem Schnupfen und bei Nesselsucht zugelassen, Loratadin und Levocetirizin bei chronischer Nesselsucht [14, 18, 16, 17]Unterdrücken die Wirkung des Botenstoffs Histamin, der zum Beispiel Niesen, tränende Augen und Hautausschlag bewirkt [11]Cetirizin, häufig: Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, wunder Rachen, bei Kindern laufende oder verstopfte Nase, Durchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit, Müdigkeit [14]. Levocetirizin, häufig: Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schläfrigkeit [18]. Loratadin, häufig bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren: Schläfrigkeit; bei Kindern von 2 bis 12 Jahren zusätzlich Kopfschmerzen, Nervosität, Müdigkeit [16]. Desloratadin, häufig: Müdigkeit, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen [17]
Mittel für Nase und Augen (Nasensprays, Augentropfen)Kortison-Nasensprays mit Mometason oder Fluticason; Antihistaminika zur örtlichen Anwendung wie Azelastin und Ketotifen (Augentropfen) [19, 20, 21, 22]Kortisonhaltige Sprays lassen die Schleimhäute abschwellen und lindern eine laufende oder verstopfte Nase [11]; Azelastin verringert laut Packungsbeilage Entzündungen am Auge und in der Nase [21]Mometason, häufig: Kopfschmerzen, Niesen und Reizung oder Brennen in der Nase, Nasenbluten, Nasen- oder Halsschmerzen, Geschwüre in der Nase, Atemwegsinfektion [19]. Fluticason (Fluticasonfuroat), sehr häufig: Nasenbluten, im Allgemeinen leicht; häufig: Geschwüre in der Nase, Kopfschmerzen, Atemnot [20]. Azelastin-Nasenspray, häufig: bitterer Geschmack, meist durch falsche Anwendung [21]. Ketotifen-Augentropfen, häufig: Reizungen der Augen oder Augenschmerzen, Augenentzündungen [22]
Kortison zum Auftragen (Kortison-Cremes)Triamcinolon (Creme, verschreibungspflichtig), laut Fachinformation unter anderem bei allergischen Entzündungen der Haut, die auf eine örtliche Kortisonbehandlung ansprechen [25]. Die Wirkstoffe werden in vier Stärkegruppen eingeteilt; die Stärke muss der Dicke und Empfindlichkeit der Haut an der betroffenen Stelle angepasst werden [10]Lindern Hautausschläge; sie eignen sich vor allem für entzündliche Hauterkrankungen wie Ekzeme [10]. Allergische Hautreaktionen werden meist damit behandelt [5]Triamcinolon-Creme: Die Packungsbeilage nennt keine häufigen Nebenwirkungen; gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Brennen, Juckreiz, Reizung, trockene Haut oder allergische Kontaktdermatitis; bei Anwendung länger als 4 Wochen oder auf mehr als 20 Prozent der Körperoberfläche unter anderem Hautstreifen, Dünnerwerden der Haut und erweiterte kleine Hautgefäße [24, 25]
Kortison zum Einnehmen (Glucocorticoide)Prednisolon, laut Packungsbeilage unter anderem bei allergischen Reaktionen der Haut und Schleimhäute, die örtlich nicht ausreichend behandelt werden können [23]Kortisontabletten wirken im ganzen Körper und werden laut IQWiG auch zur Behandlung allergischer Reaktionen eingesetzt [10]Die Packungsbeilage gibt keine Häufigkeit an, weil die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Dauer abhängen; genannt werden unter anderem begünstigte Infektionen, Gewichtszunahme, erhöhte Blutzuckerwerte, Stimmungsveränderungen und Schlafstörungen [23]

Häufig heißt: bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sehr häufig: bei mehr als 1 von 10, gelegentlich: bei bis zu 1 von 100 [14, 20, 24]. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats; mehr im Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Rezeptfreie Allergietabletten

Cetirizin, Levocetirizin, Loratadin und Desloratadin gibt es in der Apotheke ohne Rezept. Cetirizin und Levocetirizin sind laut Packungsbeilage für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren zugelassen, Desloratadin-Tabletten für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren [14, 18, 17]. Fühlen Sie sich nach 3 Tagen Cetirizin nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [14]. Die Angaben zur Menge stehen auf den Wirkstoffseiten, etwa unter Cetirizin. Einen Vergleich bietet der Ratgeber Cetirizin oder Loratadin?.

Notfallset bei Anaphylaxie-Risiko

Das wichtigste Medikament gegen eine anaphylaktische Reaktion ist laut IQWiG Adrenalin. Es verbessert die Durchblutung, erleichtert die Atmung und lässt Hautschwellungen abklingen; meist wird es in den Oberschenkelmuskel gespritzt [2]. Zusätzlich wird empfohlen, rasch ein Antihistaminikum und je nach Situation ein Kortisonpräparat einzunehmen; beide wirken langsamer als Adrenalin [2].

Das Notfallset enthält laut IQWiG eine Adrenalinspritze mit Injektionshilfe (Autoinjektor), ein Antihistaminikum als Flüssigkeit oder Tablette, ein Kortisonpräparat als Zäpfchen, Flüssigkeit oder Tablette, bei Asthma ein atemwegserweiterndes Spray, bei Neigung zu Atemnot ein Adrenalin-Spray zum Einatmen, eine Anleitung und einen Anaphylaxie-Pass [2]. Ärztlich verschrieben werden kann es unter anderem Menschen, die schon einmal eine Anaphylaxie hatten, außer der Auslöser lässt sich sicher vermeiden, wie bei den meisten Arzneimitteln; außerdem bei einer Mastozytose oder wenn jemand schon allergisch auf Erdnüsse, Walnüsse oder Sesam reagiert hat [2]. Bei einer Insektengiftallergie ist es laut IQWiG wichtig, immer ein Notfallset bei sich zu haben, wenn das Risiko für einen Stich besteht [3]. Wichtig ist auch, in der Familie, im Freundeskreis und am Arbeitsplatz jemanden mit dem Gebrauch vertraut zu machen [2]. Mehr auf der Seite Anaphylaxie.

Hyposensibilisierung

Bei einer Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) werden laut IQWiG ähnlich wie bei einer Impfung regelmäßig niedrige Dosen des Allergens unter die Haut gespritzt oder als Tablette oder Tropfen unter die Zunge gegeben. Sie dauert mindestens 3 bis 5 Jahre und wird vor allem bei Allergien gegen Pollen, Hausstaubmilben und Insektengift angeboten [1]. Zugelassene Therapie-Allergene gibt es für Gräser-, Getreide- und Kräuterpollen, Baumpollen, Hausstaubmilben sowie Wespen- und Bienengift [9]. Auch bei einer Katzenallergie ist laut IQWiG eine Hyposensibilisierung möglich, für Hundeallergien ist die Wirksamkeit noch nicht so gut untersucht [7]. Bei einer Medikamentenallergie ist eine Hyposensibilisierung nicht möglich [6].

Gegen Insektengift ist sie derzeit nur mit Spritzen möglich, ab dem Alter von zwei Jahren [3]. Betablocker und ACE-Hemmer dürfen laut IQWiG während einer Hyposensibilisierung gegen Insektengift nicht eingenommen werden, weil sie das Risiko für eine schwere Reaktion erhöhen; mehr zu diesen Gruppen unter Betablocker und ACE-Hemmer [3]. Die S2k-Leitlinie zur Allergen-Immuntherapie von 2022 sieht Betablocker bei einer Insektengiftallergie nur als relative Gegenanzeige; ob eine nötige Behandlung mit diesen Mitteln weiterläuft, wird laut Leitlinie im Einzelfall mit der verordnenden Praxis entschieden [12]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Menschen, bei denen bisher nur die Haut stärker auf einen Stich reagiert hat, benötigen in der Regel keine Hyposensibilisierung [3].

Nach jeder Spritze ist es laut IQWiG wichtig, noch mindestens eine halbe Stunde in der Arztpraxis zu bleiben, weil sehr schwere Reaktionen, wenn sie auftreten, häufig innerhalb von 30 Minuten kommen [3]. Bei unkontrolliertem oder schwerem Asthma wird laut S2k-Leitlinie zur Allergen-Immuntherapie empfohlen, keine Hyposensibilisierung anzuwenden [12]. Bringt die Behandlung nach spätestens 1 oder 2 Jahren keinen spürbaren Erfolg, empfiehlt die Leitlinie eine kritische Überprüfung durch eine Ärztin oder einen Arzt mit allergologischer Weiterbildung oder ausreichender Erfahrung mit dieser Behandlung (starker Konsens) [12].

Kinder

Bei Kindern gilt zuerst die Altersgrenze der Packungsbeilage, die oben bei den rezeptfreien Allergietabletten steht; bei Loratadin richtet sich die Menge bei Kindern von 2 bis 12 Jahren nach dem Körpergewicht [16]. Bei Kindern sind laut IQWiG Allergien gegen Nüsse, Kuhmilch, Soja, Weizen und Hühnerei die häufigsten Nahrungsmittelallergien; eine Milcheiweiß-, Weizen- oder Sojaallergie klingt oft nach wenigen Jahren ab [4]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Schwangerschaft und Stillzeit

Bei fast jeder fünften Schwangeren sind laut Embryotox Allergien bekannt. In den meisten Fällen lassen sich allergische Erkrankungen in der Schwangerschaft mit Antihistaminika zum Einnehmen oder zur örtlichen Anwendung, Cromoglicinsäure und Kortison zur örtlichen Anwendung behandeln; in erster Linie sollten aber bekannte Allergene gemieden werden [13]. Bevorzugt eingesetzt werden sollten laut Embryotox Loratadin oder Cetirizin als Tabletten, Cromoglicinsäure, Budesonid als Kortison zur örtlichen Anwendung und Prednisolon zum Einnehmen; Azelastin und Levocabastin zur örtlichen Anwendung hält Embryotox für akzeptabel [13]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Kortisonhaltige Depotpräparate sollten laut Embryotox im Normalfall vermieden werden [13]. Eine gut vertragene Hyposensibilisierung kann laut Embryotox ohne Dosissteigerung fortgeführt werden [13]; für den Beginn gilt die Schwangerschaft laut Leitlinie als Gegenanzeige [12]. Anaphylaktische Reaktionen der Mutter mit schwerem Blutdruckabfall müssen laut Embryotox auf jeden Fall vermieden oder auch in der Schwangerschaft sofort und bestmöglich behandelt werden [13]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Antihistaminika: Die häufigsten Nebenwirkungen der Tabletten sind laut IQWiG Müdigkeit und Kopfschmerzen; sie können das Autofahren und andere Tätigkeiten beeinträchtigen [11]. Laut Packungsbeilage von Loratadin ist es ratsam, die eigene Reaktion abzuwarten, bevor Sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen [16]. Nach dem Beenden der Einnahme von Cetirizin kann intensiver Juckreiz oder Nesselsucht auftreten, wie häufig, ist nicht bekannt [14]. Mehr unter Müdigkeit durch Medikamente, Medikamente und Autofahren und Cetirizin absetzen.

Kortison zum Auftragen: Mögliche Nebenwirkungen einer äußerlichen Kortisonbehandlung sind laut IQWiG Haarwurzelentzündungen, leichte Pigmentstörungen der Haut, Dehnungsstreifen und eine Hautverdünnung, die sich durch sichtbar erweiterte Äderchen zeigen kann. Bei richtiger Anwendung ist das Risiko für diese Nebenwirkungen laut IQWiG sehr gering; die Haut kann sich erholen, wenn die Behandlung bei Anzeichen für Hautveränderungen beendet wird [10]. An dünnen Hautstellen wie Gesicht, Gelenkbeugen, Augenlidern und Geschlechtsorganen wirkt Kortison stärker [10].

Kortison zum Einnehmen: Bei einer kurzzeitigen Einnahme über wenige Tage bis höchstens 2 oder 3 Wochen geht man laut IQWiG davon aus, dass ernsthafte Nebenwirkungen eher selten sind; bei längerer oder wiederholter Einnahme steigt das Risiko [10]. Prednisolon darf laut Packungsbeilage nie eigenmächtig abgesetzt werden, weil vor allem eine länger dauernde Behandlung die körpereigene Kortisonbildung unterdrückt [23]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Allergische Reaktionen auf Allergiemittel: Auch Allergiemittel können selbst eine allergische Reaktion auslösen. Bei Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen, Problemen beim Schlucken, Nesselausschlag, pfeifendem Atemgeräusch oder Problemen beim Atmen sollten Sie laut Packungsbeilage von Mometason die Anwendung beenden und sofort ärztliche Hilfe suchen [19]. Bei allergischen Reaktionen auf Cetirizin, auch mit Anschwellen von Gesicht und Rachen, beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme sofort und setzen sich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung [14]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie, Hautausschlag und Juckreiz durch Medikamente.

Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [14]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit einer Allergie

Allergiepass: Bei einer gesicherten Insektengiftallergie und bei einer Medikamentenallergie ist es laut IQWiG wichtig, einen Allergiepass ausstellen zu lassen und ihn immer bei sich zu tragen [26, 6]. So können Ärztinnen und Ärzte im Notfall auf die Angaben zurückgreifen [6]. Notieren Sie Ihre Medikamente auch im Medikationsplan.

Verdacht prüfen lassen: Viele Menschen glauben laut IQWiG, sie oder ihre Kinder hätten eine Penicillin-Allergie; ein Allergietest zeigt dann meist, dass das nicht der Fall ist. Ein falscher Verdacht kann Nachteile haben, etwa wenn statt Penicillin Breitband-Antibiotika eingesetzt werden und die Gefahr resistenter Keime steigt [6].

Schulungen: In Schulungsprogrammen lernen Betroffene den Umgang mit einer Anaphylaxie und dem Notfallset. Körperliche Anstrengung, Alkohol und Infekte können eine Anaphylaxie wahrscheinlicher machen [2].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Bei einer anaphylaktischen Reaktion kommt es plötzlich zu teils starken Beschwerden in mehreren Körperbereichen [2]. Mögliche Zeichen sind laut IQWiG Juckreiz, Quaddeln und Hautschwellungen, Übelkeit, Krämpfe und Erbrechen, eine laufende Nase, Heiserkeit und Atemnot, ein hoher Puls, niedriger Blutdruck, Bewusstlosigkeit bis zum Kreislaufstillstand [2]. Ankündigen kann sie sich durch einen metallischen Geschmack im Mund, Brennen an Handflächen und Fußsohlen, Brennen, Kribbeln oder Juckreiz an Zunge oder Gaumen, Angstgefühle, Kopfschmerzen oder Desorientierung [2].

Schon bei ersten leichteren Beschwerden einer anaphylaktischen Reaktion ist es laut IQWiG wichtig, die Notfallnummer 112 zu wählen und mitzuteilen, dass es sich vermutlich um eine Anaphylaxie handelt. Bei einer schweren Reaktion, etwa mit Atembeschwerden oder Bewusstlosigkeit, ist es wichtig, wenn möglich rasch das Adrenalin zu spritzen und dann die Notfallnummer zu wählen [2]. Je nach Beschwerden hilft es, sich flach hinzulegen oder bei Atemnot halb sitzend zu lagern [2]. Die Beschwerden können nach bis zu einem Tag erneut einsetzen, auch wenn sie behandelt wurden [2].

Nach einem Insektenstich ist es bei stärkeren Beschwerden wie Atemnot, Übelkeit, Kreislaufproblemen oder Schwellungen im Mund und Rachen wichtig, rasch Adrenalin zu spritzen; bei einem anaphylaktischen Schock sollte sofort die Notrufnummer 112 angerufen werden [26].

Quellen

  1. Allergien. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.07.2023. abgerufen am 18.10.2026
  2. Anaphylaktische Reaktion (Anaphylaxie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.07.2023. abgerufen am 18.10.2026
  3. Insektengiftallergie: Kurz- und langfristige Behandlung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 18.10.2026
  4. Nahrungsmittelallergie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.07.2023. abgerufen am 18.10.2026
  5. Kontaktallergie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.01.2024. abgerufen am 18.10.2026
  6. Medikamentenallergie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.07.2023. abgerufen am 18.10.2026
  7. Tierallergie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.07.2023. abgerufen am 18.10.2026
  8. Hausstauballergie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.07.2023. abgerufen am 18.10.2026
  9. Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) bei Heuschnupfen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 18.10.2026
  10. Kortison richtig anwenden und Nebenwirkungen vermeiden. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 16.06.2021. abgerufen am 18.10.2026
  11. Welche Medikamente können Heuschnupfen lindern?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 18.10.2026
  12. Leitlinie S2k-Leitlinie zur Allergen-Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen (AWMF-Register-Nr. 061-004), englische Fassung in Allergologie select 2022; 6: 167-232 (Empfehlung 18, Kontraindikationen). Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und weitere Fachgesellschaften. Stand 06/2022, gültig bis 29.06.2027. abgerufen am 18.10.2026
  13. Embryotox Embryotox: Allergie (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 18.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten (Abschnitt 4.4). ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 18.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2023. abgerufen am 18.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Desloratadin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levocetirizin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 18.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mometasonfuroat-ratiopharm 50 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 18.10.2026
  20. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Avamys 27,5 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension (Fluticasonfuroat), Anhang III B: Packungsbeilage. GlaxoSmithKline Trading Services Limited, Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026
  21. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Vividrin Azelastin Kombipackung 0,5 mg/ml Augentropfen, Lösung und 1 mg/ml Nasenspray, Lösung. Dr. Gerhard Mann chem.-pharm. Fabrik GmbH (Bausch & Lomb). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
  22. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zaditen Ophtha 0,25 mg/ml Augentropfen, Lösung (Ketotifen). Laboratoires THEA (Zulassungsinhaber), Théa Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 18.10.2026
  23. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg (Prednisolon). Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
  24. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Kortikoid-ratiopharm 0,1 % Creme (Triamcinolonacetonid). ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026
  25. Fachinformation Fachinformation Kortikoid-ratiopharm 0,1 % Creme (Abschnitte 4.1, 4.8 und 11). ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026
  26. Insektengiftallergie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente helfen gegen Allergien?

Laut IQWiG werden vor allem bei allergischem Schnupfen und allergischer Bindehautentzündung oft Antihistaminika oder Kortison-Präparate angewendet, etwa als Tabletten oder Nasenspray. Bei allergischen Hautreaktionen kommen auch Kortisonsalben oder -cremes zum Einsatz. Das wichtigste Medikament gegen eine anaphylaktische Reaktion ist laut IQWiG Adrenalin, das im Notfall gespritzt wird. Eine Hyposensibilisierung kann manche Allergien langfristig abschwächen. Welche Behandlung für Sie passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Welche Allergietabletten gibt es ohne Rezept?

Rezeptfrei in der Apotheke sind unter anderem Antihistaminika wie Cetirizin, Levocetirizin, Loratadin und Desloratadin. Cetirizin und Levocetirizin sind laut Packungsbeilage für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren zugelassen, die Desloratadin-Tabletten erst ab 12 Jahren. Fühlen Sie sich nach 3 Tagen Cetirizin nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wie viel Sie nehmen, steht auf den Wirkstoffseiten, etwa unter Cetirizin.

Was ist der Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit?

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf einen Stoff und bildet Abwehrstoffe dagegen. Es gibt laut IQWiG aber Überempfindlichkeiten, die nichts mit einer Allergie zu tun haben, etwa eine Laktoseintoleranz oder eine Zöliakie. Bei einer Medikamenten-Unverträglichkeit kann der Stoffwechsel ein Mittel nicht richtig verarbeiten. Weil sich die Beschwerden ähneln können, ist eine gründliche ärztliche Untersuchung wichtig. Mehr auf den Seiten Laktoseintoleranz und Histaminintoleranz.

Wie wird eine Allergie festgestellt?

Zuerst fragt die Ärztin oder der Arzt nach Beschwerden, Lebensumständen und Krankengeschichte. Laut IQWiG gibt es dann verschiedene Tests: den Prick-Test für Allergien, die sich gleich nach dem Kontakt zeigen, den Epikutantest (Pflastertest) für Reaktionen nach einem halben bis 3 Tagen, den Provokationstest und Bluttests auf Antikörper. Allergietests bieten Fachärztinnen und Fachärzte mit dem Schwerpunkt Allergologie an. Nehmen Sie ein Antihistaminikum ein, fragen Sie vor dem Test, ob Sie es pausieren sollen.

Was gehört in ein Notfallset bei Allergie?

Laut IQWiG enthält das Notfallset eine Adrenalinspritze mit Injektionshilfe (Autoinjektor), ein Antihistaminikum als Flüssigkeit oder Tablette und ein Kortisonpräparat als Zäpfchen, Flüssigkeit oder Tablette; bei Asthma kommt ein atemwegserweiterndes Spray dazu, bei Neigung zu Atemnot ein Adrenalin-Spray zum Einatmen. Dazu gehören eine Anleitung und ein Anaphylaxie-Pass. Verschrieben wird es unter anderem Menschen, die schon einmal eine Anaphylaxie hatten, außer der Auslöser lässt sich sicher vermeiden. Mehr auf der Seite Anaphylaxie.

Kann man eine Allergie heilen?

Allergien beginnen laut IQWiG meist im Kindes- und Jugendalter und bleiben oft ein Leben lang bestehen; manche bilden sich aber zurück, etwa bestimmte Nahrungsmittelallergien gegen Milch oder Hühnerei, eine Erdnussallergie in der Regel nicht. Die Hyposensibilisierung ist laut IQWiG die einzige Behandlung, die an der Ursache ansetzt; sie kommt aber nicht für jede Allergie infrage. Bei einer Medikamentenallergie ist sie nicht möglich.

Welche Allergiemittel sind in der Schwangerschaft möglich?

Laut Embryotox lassen sich allergische Erkrankungen in der Schwangerschaft meist mit Antihistaminika, Cromoglicinsäure und Kortison zur örtlichen Anwendung behandeln; in erster Linie sollten bekannte Allergene gemieden werden. Bevorzugt eingesetzt werden sollten laut Embryotox Loratadin oder Cetirizin als Tabletten, Cromoglicinsäure, Budesonid zur örtlichen Anwendung und Prednisolon zum Einnehmen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Können Medikamente eine Allergie auslösen?

Ja. Zu den häufigsten Auslösern von Medikamentenallergien zählen laut IQWiG Antibiotika (oft Penicillin), Schmerz- und Rheumamittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen, Röntgen-Kontrastmittel, Mittel zur örtlichen Betäubung und Narkosemittel. Viele Menschen glauben laut IQWiG aber zu Unrecht, sie hätten eine Penicillin-Allergie. Mehr auf der Seite Arzneimittelallergie.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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